Argumente

www.SteinbergRecherche.com

 

Home
Nach oben
Architekten und Ingenieure zu 9/11
Kanada
Otto Köhler
Schulstreik in Hamburg
Religion
Irak
Installationen
Waffen
Niels Annen, Hamburg-Eimsbüttel
Schweinfurt
Argumente
Nazi-Szene
Mönchsweg
Kampf der Kulturen
Die Grünen
Slowakei
Mandø
Einander kennenlernen
Kaukasus und Kaspisches Meer
Palästina
Christoph R. Hörstel
Indien
Südböhmen
Zhitomir
China
Udo Ulfkotte
Krim
Rascal und andere Skulpturen
Geld
Rolf Verleger
CAMERA
Nachrichtenmagazin Der Spiegel
Uranmunition
G-8-Gipfel 2008
Gert Weisskirchen
Damaskus
Gazprom / Gasprom
Vorfrühling
Neokonservativismus
Volker Bräutigam
Verschwörungstheorie
Annie Lacroix-Riz
Bode-Museum Berlin
Welt und Bild von Springer
Joseph Ratzinger
Bundeszentrale für politische Bildung
Saatgutbank Spitzbergen
Zionismus
Konzentrationslager
Partei Die Linke
Naomi Klein
Marc Thörner
Benjamin Weinthal
Leon de Winter
Ariel Muzicant
Alan M. Dershowitz
Israel
Trita Parsi
Ludwig Tieck

Steinberg Recherche Referent Texte 2009 Texte 2008 Texte 2007 Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Suchen Home Newsletter?

 

Thomas Immanuel Steinberg

You can influence friends and win people*

Über Meinungsbildung

Demonstrationen, egal wofür oder wogegen, dienen der Selbstvergewisserung nach dem Motto: 

Andere teilen meine Meinung... und äußern sie. 

Doch kaum einer ließ sich je durch eine Demonstration von seiner Meinung abbringen. Mit Flugblättern, Büchern oder Internetseiten wie dieser steht es ähnlich: Wer anderer Meinung ist, wirft den Zettel seines Kontrahenten in den Papierkorb, meidet dessen Schwarte und ignoriert SteinbergRecherche.

Wozu also argumentieren?

Wegen Ihrer Freunde. Nur sie hören Ihnen zu. Nur sie werden sich einem Argument stellen, das Sie selbst vielleicht aus einem Blatt, einem Buch oder dieser Internetseite gewonnen haben. Die Freundin wird widersprechen, der Freund Prüfung zusichern - bis Sie und Ihr Gegenüber sich eine Meinung über das Argument gebildet haben. Die mag anders ausfallen als vom Autoren gewünscht, aber Sie haben sich schließlich eine Meinung gebildet, und Ihr Gegenüber auch.

Mit Glück erreicht das Argument nicht nur Sie, sondern auch Ihre Freunde, vielleicht sogar deren Freunde. Leute also, die anders nie zu erreichen wären.

Deshalb diese Internetseite.

T:I:S, 12. November 2008 

*Auf Deutsch: Sie können Freunde beeinflussen und damit Leute erreichen. Angelehnt an "How to Win Friends and Influence People", Dale Carnegies Manipulations-Bestseller von 1936. Zur Stoßrichtung von SteinbergRecherche siehe Recherche/Herrschaft

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08argumente.htm#Meinungsbildung 

nach oben

*

Thomas Immanuel Steinberg

Israel-Debatte

Der Schluß aus dem Nichts

Watzlawicks Geschichte mit dem Hammer erzählt von einem Mann, der ein Bild aufhängen will, aber keinen Hammer zur Hand hat. Als er beschließt, sich beim Nachbarn einen Hammer zu borgen, kommen ihm Zweifel, ob der ihm seinen Hammer überhaupt leihen würde. Der Nachbar habe neulich auch nur flüchtig gegrüßt und vielleicht nur so getan, als habe er es eilig... und bildet sich vielleicht noch ein, man sei auf seinen Hammer angewiesen! Zornig stürmt der Mann zum Nachbarn und brüllt ihn an: „Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel!“

Was hier an der Geschichte interessiert, ist das Argument, auf dem die Entscheidung zum Brüllen beruht: der Schluß aus der Abwesenheit, der Nicht-Existenz einer Sache. Der Nachbar hat dem Mann keine Aufmerksamkeit geschenkt. Viele Gründe kommen dafür in Frage; der Mann aber hält denjenigen Grund für den wahren, der seiner eigenen Befindlichkeit entspricht.

Mit der Abwesenheit, dem Fehlen von etwas, wird häufig auch politisch agitiert. Gegner der Staats- und Regierungspolitik Israels werden des Judenhasses verdächtigt, weil sie die Staats- und Regierungspolitik anderer Länder nicht ebenso scharf angreifen wie die Israels. 

Dabei kann die Beschränkung auf Israelisches ganz einfach dem Interesse an Erkenntnis dienen, das stets zu Abgrenzung und Beschränkung zwingt.

Vorliegen kann aber auch

  1. eine besondere Zuneigung zu Israel, und daher eine besondere Sorge um das Land, siehe Wehe dir, Israel !

  2. wegen Israels formaldemokratischer Struktur die gerade an dieses Land geknüpfte Hoffnung auf Beeinflußbarkeit 

  3. eine entgegengesetzte Meinung über die Staats- und Regierungspolitik der angeblich grundlos verschonten Länder

  4. Widerstand gegen die eigenen Herrschenden, die auch den israelischen Staat und die israelische Regierung unterstützen; um ihre Gegner kümmern sich die Herrschenden schon selber. 

Zu 1. Eine besondere Zuneigung zu Israel liegt vor allem bei Gegnern der israelischen Staats- und Regierungspolitik nahe, die selber Juden sind. Wohl gerade deswegen ergänzen Anhänger der israelischen Staats- und Regierungspolitik ihr argumentum ex nihilo, den Schluß aus dem Nichts, um die Behauptung, bei jüdischen Gegnern liege Selbsthaß, und zwar jüdischer Selbsthaß vor. Nun sitzen in der Tat Liebe und Haß nah beieinander. Indes: Jüdische Gegner mögen zwar die Anhänger der israelischen Staats- und Regierungspolitik im Extremfall regelrecht hassen; aber wohl kaum ihre jüdischen Mitstreiter. Und derer sind viele, in Israel, in den USA, in Frankreich; und einige sogar in Deutschland.

Zu 2. Israelis können in Internetforen diskutieren, demonstrieren, Parteien gründen und wählen gehen. Viele Israelis bekämpfen ihre Regierung; am wirkungsvollsten die Kriegsdienstverweigerer.  Das nährt die Hoffnung auf Änderbarkeit der israelischen Politik. Die Regierungen von Ländern wie Ägypten, Jordanien und Tunesien, prowestlich wie Israel, verhindern vergleichbare Aktivitäten durch Gefängnis und Folter. Sie durch Meinungsäußerungen beeinflussen zu wollen, erscheint hoffnungslos. 

Zu 3. Warum, so fragen Anhänger der israelischen Staats- und Regierungspolitik ihre Gegner, greift ihr zwar die israelische Regierung an, nicht aber den weißrussischen Präsidenten Lukaschenko oder die sudanesische Regierung? Die Antwort: Weil wir über Belarus und den Sudan anderer Meinung sind als ihr. Das ist alles.

Zu 4.  Deutsche Regierung und deutsches Kapital versorgen den israelischen Staat mit Waffen, unterstützen seine Besatzungspolitik und erheben gar dessen Unterstützung zur deutschen Staatsdoktrin. Deutsche, israelische und US-amerikanische Herrschende konkurrieren zwar miteinander, stehen aber zusammen in dem Versuch, bei der Beherrschung und Aufteilung der Welt einen gehörigen Happen abzubekommen. Wer hierzulande die Regierung bekämpft, kann nicht anders, als 

die Vorreiterrolle der israelischen Regierungen herauszustellen: 

bei der atomaren Rüstung

bei der Führung von Präventivkriegen

bei Entwicklung und Einsatz von Überwachungs-, Repressions- und Segregationstechniken

bei der  Mißachtung von Völkerrecht und Bürgerrechten. 

Wer aus dem Fehlen von Angriffen auf die Politik anderer Länder auf Judenhaß schließt, zieht aus nichts einen Schluß.

Mit Schlüssen aus dem Nichts trommeln auch Gegner der israelischen Staats- und Regierungspolitik für ihre Sache. Mir fällt bloß grad kein Beispiel ein.

T:I:S, 1. Oktober 2008

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08argumente.htm#Nichts

*

Steinberg Recherche Referent Texte 2009 Texte 2008 Texte 2007 Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Suchen Home nach oben

Mail

URL dieser Seite: http://www.steinbergrecherche.com/08argumente.htm

Disclaimer / Copyright