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Thomas Immanuel SteinbergYou can influence friends and win people*
Über MeinungsbildungDemonstrationen, egal wofür oder wogegen, dienen der Selbstvergewisserung nach dem Motto: Andere teilen meine Meinung... und äußern sie. Doch kaum einer ließ sich je durch eine Demonstration von seiner Meinung abbringen. Mit Flugblättern, Büchern oder Internetseiten wie dieser steht es ähnlich: Wer anderer Meinung ist, wirft den Zettel seines Kontrahenten in den Papierkorb, meidet dessen Schwarte und ignoriert SteinbergRecherche. Wozu also argumentieren? Wegen Ihrer Freunde. Nur sie hören Ihnen zu. Nur sie werden sich einem Argument stellen, das Sie selbst vielleicht aus einem Blatt, einem Buch oder dieser Internetseite gewonnen haben. Die Freundin wird widersprechen, der Freund Prüfung zusichern - bis Sie und Ihr Gegenüber sich eine Meinung über das Argument gebildet haben. Die mag anders ausfallen als vom Autoren gewünscht, aber Sie haben sich schließlich eine Meinung gebildet, und Ihr Gegenüber auch. Mit Glück erreicht das Argument nicht nur Sie, sondern auch Ihre Freunde, vielleicht sogar deren Freunde. Leute also, die anders nie zu erreichen wären. Deshalb diese Internetseite. T:I:S, 12. November 2008 *Auf Deutsch: Sie können Freunde beeinflussen und damit Leute erreichen. Angelehnt an "How to Win Friends and Influence People", Dale Carnegies Manipulations-Bestseller von 1936. Zur Stoßrichtung von SteinbergRecherche siehe Recherche/Herrschaft URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08argumente.htm#Meinungsbildung *Thomas Immanuel SteinbergIsrael-DebatteDer Schluß aus dem NichtsWatzlawicks Geschichte mit dem Hammer erzählt von einem Mann, der ein Bild aufhängen will, aber keinen Hammer zur Hand hat. Als er beschließt, sich beim Nachbarn einen Hammer zu borgen, kommen ihm Zweifel, ob der ihm seinen Hammer überhaupt leihen würde. Der Nachbar habe neulich auch nur flüchtig gegrüßt und vielleicht nur so getan, als habe er es eilig... und bildet sich vielleicht noch ein, man sei auf seinen Hammer angewiesen! Zornig stürmt der Mann zum Nachbarn und brüllt ihn an: „Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel!“ Was hier an der Geschichte interessiert, ist das Argument, auf dem die Entscheidung zum Brüllen beruht: der Schluß aus der Abwesenheit, der Nicht-Existenz einer Sache. Der Nachbar hat dem Mann keine Aufmerksamkeit geschenkt. Viele Gründe kommen dafür in Frage; der Mann aber hält denjenigen Grund für den wahren, der seiner eigenen Befindlichkeit entspricht. Mit der Abwesenheit, dem Fehlen von etwas, wird häufig auch politisch agitiert. Gegner der Staats- und Regierungspolitik Israels werden des Judenhasses verdächtigt, weil sie die Staats- und Regierungspolitik anderer Länder nicht ebenso scharf angreifen wie die Israels. Dabei kann die Beschränkung auf Israelisches ganz einfach dem Interesse an Erkenntnis dienen, das stets zu Abgrenzung und Beschränkung zwingt. Vorliegen kann aber auch
Zu 1. Eine besondere Zuneigung zu Israel liegt vor allem bei Gegnern der israelischen Staats- und Regierungspolitik nahe, die selber Juden sind. Wohl gerade deswegen ergänzen Anhänger der israelischen Staats- und Regierungspolitik ihr argumentum ex nihilo, den Schluß aus dem Nichts, um die Behauptung, bei jüdischen Gegnern liege Selbsthaß, und zwar jüdischer Selbsthaß vor. Nun sitzen in der Tat Liebe und Haß nah beieinander. Indes: Jüdische Gegner mögen zwar die Anhänger der israelischen Staats- und Regierungspolitik im Extremfall regelrecht hassen; aber wohl kaum ihre jüdischen Mitstreiter. Und derer sind viele, in Israel, in den USA, in Frankreich; und einige sogar in Deutschland. Zu 2. Israelis können in Internetforen diskutieren, demonstrieren, Parteien gründen und wählen gehen. Viele Israelis bekämpfen ihre Regierung; am wirkungsvollsten die Kriegsdienstverweigerer. Das nährt die Hoffnung auf Änderbarkeit der israelischen Politik. Die Regierungen von Ländern wie Ägypten, Jordanien und Tunesien, prowestlich wie Israel, verhindern vergleichbare Aktivitäten durch Gefängnis und Folter. Sie durch Meinungsäußerungen beeinflussen zu wollen, erscheint hoffnungslos. Zu 3. Warum, so fragen Anhänger der israelischen Staats- und Regierungspolitik ihre Gegner, greift ihr zwar die israelische Regierung an, nicht aber den weißrussischen Präsidenten Lukaschenko oder die sudanesische Regierung? Die Antwort: Weil wir über Belarus und den Sudan anderer Meinung sind als ihr. Das ist alles. Zu 4. Deutsche Regierung und deutsches Kapital versorgen den israelischen Staat mit Waffen, unterstützen seine Besatzungspolitik und erheben gar dessen Unterstützung zur deutschen Staatsdoktrin. Deutsche, israelische und US-amerikanische Herrschende konkurrieren zwar miteinander, stehen aber zusammen in dem Versuch, bei der Beherrschung und Aufteilung der Welt einen gehörigen Happen abzubekommen. Wer hierzulande die Regierung bekämpft, kann nicht anders, als die Vorreiterrolle der israelischen Regierungen herauszustellen:
Wer aus dem Fehlen von Angriffen auf die Politik anderer Länder auf Judenhaß schließt, zieht aus nichts einen Schluß. Mit Schlüssen aus dem Nichts trommeln auch Gegner der israelischen Staats- und Regierungspolitik für ihre Sache. Mir fällt bloß grad kein Beispiel ein. T:I:S, 1. Oktober 2008 URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08argumente.htm#Nichts *Steinberg Recherche Referent Texte 2009 Texte 2008 Texte 2007 Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Suchen Home nach oben
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