Bundeszentrale für politische Bildung

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Die Vereinigung Arbeiterfotografie hat sich führend an der Entlarvung der regierungsamtlichen deutschen Fälschungen der Ahmadinedschad-Zitate beteiligt. Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann haben am 9. Mai 2008 die Auseinandersetzung insbesondere mit der Bundeszentrale für politische Bildung übersichtlich nachgezeichnet und sowohl Thomas Immanuel Steinberg, als auch dem Rechtsanwalt Armin Fiand für ihre Mitwirkung gedankt.

Ältere Beiträge über falsch zitierte Äußerungen von Mahmud Ahmadinedschad / Ahmadi Nedschad an mehreren Stellen unter Judäophobie. Siehe außerdem Kotfliegen und: Zwei Kritikerinnen der Bundeszentrale im Deutschlandfunk kaltgestellt

 

Bundeszentrale für politische Verblödung

Seit über sechs Jahren verbreitet die Bundezentrale für politische Bildung (BpB) das Buch “Terrorismus - der unerklärte Krieg” von Bruce Hoffman in ihrer eigenen Buchreihe. Elias Davidsson hat es rezensiert.

aldeilis.net, Februar 2013. T:I:S, 5. Februar 2013

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Elias Davidsson

Erfolg für Israel-Kritiker

Die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) hat im Dauerstreit gegen ihren Mitarbeiter Dr. Ludwig Watzal erneut eine Niederlage erlitten. Das Verwaltungsgericht in Köln gab Watzal, gegen den seit über fünf Jahren ein Kesseltreiben wegen seiner Kritik an der Politik Israels in Gang ist, am Donnerstag Recht... 

Die Bundeszentrale hatte von der Anwaltskanzlei Pauly & Partner insgeheim ein »Gutachten« über Watzal erstellen lassen...  Die beklagte Bundeszentrale muß Watzal nun eine Kopie des Gutachtens aushändigen. Eine Revision vor dem Oberverwaltungsgericht wurde nicht zugelassen...

junge Welt, 24. November 2012. Nur für Abonnenten. Ein online-Abo der jungen Welt kostet 12 Euro im Monat, 50 Cent pro Tag. Siehe auch Bundes-NeoCon-Zentrale gescheitert vom 13. Januar 2012. Zum Vorgesetzten von Ludwig Watzal siehe Aufgescheucht. Präsident Thomas Krüger vor dem Innenausschuß vom 21. Juni 2008

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Arash Norouzi

"Wiped Off The Map" - The Rumor of the Century

Global Research, 20. Januar 2007. T:I:S, 20. August 2012

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Der Kriegspropaganda-Lügner

Georg Schramm klärt auf über Henryk M. Broders Wiederholung der Kriegspropagandalüge namens "Ahmadinedschad-Drohung". 

Video, zwei Minuten, 2012

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Thomas Immanuel Steinberg

Trotz gegenteiliger Beteuerung des Intendanten

ZDF lügt weiter über Ahmadinedschad

2008 hatte das ZDF, so wie viele andere Mainstream-Medien, eingestehen müssen: Mahmud Ahmadinedschad hat 2005 nicht (übrigens auch nie vorher oder später) gedroht, Israel zu vernichten, siehe den Brief des Intendanten unter Beim zweiten Hingucken sieht man besser. (1) Vielmehr hat er 2005, und später noch viele Male mit ähnlichen Worten, gesagt:

Dieses Regime, das Jerusalem besetzt hält, muss von der Seite der Geschichte (wörtlicher: von der Seite der Zeit / des Zeitenlaufs) verschwinden.

Der ZDF-Moderatorin Susanne Conrad scheint das alles völlig egal zu sein. Im ZDF-Mittagsmagazin am 19. März 2012 wiederholte sie die Lüge (Video), fügte die weitere hinzu, Ahmadinedschad habe die Vernichtung der europäischen Juden durch die Nazis und ihre Helfer geleugnet, und rundete ihre Diffamierung ab mit der durch nichts belegten Behauptung, der iranische Staat gewähre der IAEA keinen Zugang zu seinen Nuklearanlagen: 

[Ahmadinedschad] ist sicher eine der schillerndsten und unberechenbarsten Figuren der internationalen Politik. Öffentliche Reden münden bei ihm  in der Regel in Ausfälligkeiten und entsprechenden Eklats. So hat Irans Präsident Mahmud Ahmadineschad den Holocaust vielfach geleugnet und die Absicht bekundet, Israel auszulöschen. Da beunruhigt es nicht nur die Menschen dort, dass Iran keine Kontrolleure der Atomaufsicht mehr in die Nähe seiner Nuklearanlagen lässt, die es [sic] gleichzeitig immer tiefer unter die Erde verlegt.  Ist er der Irre, als den viele ihn sehen, ist er für vernünftige Argumente und diplomatische Bemühungen überhaupt empfänglich, oder steuert er uneinsichtig also eben doch auf eine Eskalation, einen Krieg zu? ... 

SteinbergRecherche warnt:  ZDF-Gucken kann zum Tode führen.

T:I:S, 19. März 2012. Dank an den Transkribenten. Siehe auch Implosion

Anmerkung

(1) Zuerst ins Netz gestellt von Arbeiterfotografie (Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann). T:I:S, 20. März 2012

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Bundes-NeoCon-Zentrale gescheitert

Ludwig Watzal behält seinen Telearbeitsplatz

... Die Bundeszentrale hatte Watzal seinen Telearbeitsplatz gekündigt, Richterin Boller erklärte das nach einer mündlichen Verhandlung am Donnerstag [dem 12. Januar 2012] für »unwirksam«...

... Watzal [hatte] die »Niveaulosigkeit« einer Parlamentsdebatte über angeblichen Antisemitismus in der Linkspartei (25. Mai 2011) auf seinem privaten Blog »Between the Lines« kommentiert. Damit zog er unmittelbar den Zorn des Publizisten Henryk M. Broder auf sich...

Die Kündigung erfolgte schließlich Ende Juli 2010, nachdem sich Anfang Juli der CSU-Innenpolitiker Hans-Peter Uhl in einem persönlichen Brief an Innenminister Hans-Peter Friedrich beschwert, und gefordert hatte, Watzal aus der Bundeszentrale zu entfernen...

Rechtsanwalt Hubert Minz ... nannte gegenüber junge Welt als eigentliches Ziel der Kündigung, daß sein Mandant wegen seiner privaten Publikationen gemaßregelt werden solle... 

junge Welt, 13. Januar 2012, nur für Abonnenten. T:I:S, 13. Januar 2012 (1)

Anmerkung

(1) Siehe auch Elias Davidsson: Failed Zionist attack on free expression in Germany. international.to, 17 January 2012. T:I:S, 19. Januar 2012

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Patzer

Werner Pirker zitiert in der jungen Welt fast richtig den iranischen Präsidenten Ahmadinedschad: 

Das Regime, das Jerusalem besetzt hält, muß aus den Annalen der Geschichte entfernt werden.

Indes hat Ahmadinedschad kein transitives Verb wie "entfernen" verwendet, sondern ein intransitives, wie "verschwinden". 

Ahmadinedschad hat also gesagt: 

Das Regime, das Jerusalem besetzt hält, muß aus den Annalen der Geschichte verschwinden.

Und nicht gesagt, daß, wer auch immer, fürs Verschwinden sorgen müsse.

Der Unterschied ist nicht jedem geläufig, aber die junge Welt hätte inzwischen mal unterscheiden lernen können. Denn sehr oft kommt es auf die Grammatik an, jedenfalls bei Journalisten.

T:I:S, 10. November 2008

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Dauerlügner

Aufs Äußerste beunruhigt uns Juden, dass derzeit eine neue Welle des weltweiten Antisemitismus mit dem Iran wieder einen staatlichen Taktgeber, Förderer und auch Finanzier bekommen hat. Es seien wieder die Juden, die für alles Unheil der Welt verantwortlich sind, hat der iranische Präsident sogar vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen erklärt. Heerscharen perspektivloser junger Muslime in vielen Ländern werden mit solchen Hassparolen mobilisiert. Die Vernichtung Israels ist zudem das mehrfach öffentlich erklärte Ziel des iranischen Präsidenten. 

So Wjatscheslaw Moshe Kantor in der Frankfurter Rundschau zum 9. November. Kantor ist ist Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses (EJC), der Dachorganisation von 38 nationalen jüdischen Organisationen Europas. 

Nicht unterm Lügnerdach: die Jüdische Stimme und die anderen Kämpferinnen bei den Europäischen Juden für gerechten Frieden.

T:I:S, 10. November 2008

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Mahmud Ahmadinedschad wiederholt

was er schon immer gesagt, die Westpresse aber konstant weggelogen hat: Er akzeptiert, was die  Palästinenser akzeptieren - wenn sie denn irgendeinen Tages entscheiden dürfen - und sei's einen jüdischen Staat. 

Guardian, T:I:S, 7. Oktober 2008

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Zitatenfälscher

steigen in die Filmproduktion ein. 

ND, T:I:S, 25. September 2008

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Mahmud Ahmadinedschad im Interview: 

Mythos ausgeräumt

Myth of Iran wiping Israel off the map dispelled

Thu, 18 Sep 2008 18:04:01 GMT

Iranian President Mahmoud Ahmadinejad is due to address the UN General Assembly in New York on September 23. The following is an exclusive Press TV interview with the president on his message for the world. He also sheds light on several controversial issues.

Auszug

Press TV: Alright, you just mentioned Israel and you called it the Zionist regime. A lot of controversy surrounds this issue. On the eve of your trip, the Jewish lobby is at work protesting, but behind the scenes stronger hands are at work to lobby each and every important politician in New York for both sanctions and a possible military attack against Iran. I want to know about this issue and the controversy of Israel being wiped off the map. A lot of controversy is surrounding that… was it a mistranslation, not a mistranslation? Mike Wallace had this interview with you a couple of years back. One part of it, a major part of it, was edited out. [Siehe hier, T:I:S] Your idea on the destruction of the state of Israel and Israel should be wiped off the map? The part you talked about democracy and referendum?

Ahmadinejad: We said we do not accept this regime and the solution that we are presenting is a humanitarian solution. It is a very clear solution. We are saying that the Palestinians should decide their destiny themselves; they should choose their own political system. What we are saying is very clear. We believe that the people whose ancestors have lived in that land and own the land although they have been deported and expelled and are under occupation, we are saying that they are the ones….

Press TV: So you did not threaten to wipe Israel off the map as an Iranian leader? That we will wipe Israel off the map?

Ahmadinejad: No. We say that the people of Palestine should have rights and when the people of Palestine exercise this right, this will happen. Where is the Soviet Union? The Soviet Union has been wiped off the map. What happened to the Soviet Union? The decision of the people, the vote of the people. When the people of the Soviet Union, the Russian people, were allowed to decide to take charge of their destiny, the Soviet Union disappeared.

The Zionist regime is an artificial regime… a fictitious regime. You brought people from different parts of the world and you have built this state. No, that cannot last, it is not sustainable. If they do not listen to our solution, this will happen one day.

Zum ganzen Interview, T:I:S, 18. September 2008

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#Mythos 

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Matthias Gockel

Monatsmagazin 'konkret': Die nächste Lüge

 Im Augustheft 2008 des Monatsmagazinss 'konkret' erschien ein Artikel über die angeblich "hohe Gewissheit" der bald zu erwartenden Atomwaffenherstellung der "Mullahs" (für alle, denen dieser rassistische Jargon fremd ist: damit ist die iranische Regierung gemeint). Der Autor beruft sich auf Expertenaussagen diverser US-Behörden. Er tut dies allerdings in einer Weise, die man nur als verfälschend bezeichnen kann. 

Nachdem ich dies ausführlich dargelegt hatte (1), war ich gespannt, wie die Zeitschrift auf meine öffentliche Sachkritik reagieren würde. Immerhin ist die Redaktion von 'konkret' dafür bekannt, daß sie auf Kritik und konträre Meinungen, vor allem in Publikationen aus dem linken Spektrum, ausführlich und detailliert reagiert. 

Eine sachliche Reaktion gab es nicht. Stattdessen: Vermeidung durch Verschweigen. Wer 'konkret' allerdings wegen seiner würdelosen polemischen Attacken liebt, kam auf seine Kosten. Im aktuellen Septemberheft thematisiert die Redaktion eine Debatte, in der es  ebenfalls um den Iran geht. Sie tut dies in einer Weise, die sich ihrer fehlenden sachkritischen Relevanz offenbar so sehr bewusst ist, dass sie zu persönlichen Beleidigungen greifen muss. 

Dass eine vorgebliche Kritik am Antisemitismus dabei selber antisemitische Muster verwendet, passiert nicht zum ersten Mal. (2)

Diesmal wird eine Formulierung des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad, die von diesem auf ein politisches System gemünzt wurde, aufgenommen und verwandelt in eine plumpe persönliche Anmache, die, wie im konkret-Editorial inzwischen leider üblich, bei faschistischer Rhetorik ihre Anleihe nimmt: 

Daß Redaktion und Autoren von KONKRET den Scheinheiligen von Teheran und seine deutschen Mitläufer gern von den Seiten des Zeitenlaufs verschwinden sähen, bringt auch andere Volksgenossen in heftige Wallung. 

Bemerkenswert ist außerdem, dass am Ende eine neue Lüge hinzuzugefügt wird, indem suggeriert wird, dass der iranische Präsident sich zu der falschen Übersetzung seiner Worte nicht geäußert hätte. Schon im Februar 2006 hat die iranische Regierung in dieser Hinsicht eindeutig Position bezogen.  

Anmerkungen

(1) siehe Matthias Gockel: Der Schwarze Kanal: Greifbare Nähe? junge Welt vom 2. August 2008 / Wochenendbeilage / Seite 3 (Beilage)

(2) siehe Matthias Gockel: Deep Antisemitism? Online bei SteinbergRecherche unter Jungle World seit 21. November 2004 

 

Nachbemerkung von T:I:S

Mahmud Ahmadinedschad gab dem Journalisten Mike Wallace 2006 ein neunzig-minütiges Interview, das für die US-weit bekannte Sendung 60 Minutes auf sechzig Minuten zusammengeschnitten wurde. Seit 18. August 2006 4:11 Uhr US-Ostküstenzeit ist auf Representative Press, einer kritischen US-Internetseite nachzulesen (Links zum Nachhören ebenda), wie geschnitten wurde:

The text in red was edited out of the 60 Minutes broadcast:

MR. WALLACE: You are very good at filibustering. You still have not answered the question. You still have not answered the question. Israel must be wiped off the map. Why?

PRESIDENT AHMADINEJAD: Well, don't be hasty, sir. I'm going to get to that.

MR. WALLACE: I'm not hasty.

PRESIDENT AHMADINEJAD: I think that the Israeli government is a fabricated government
and I have talked about the solution. The solution is democracy. We have said allow Palestinian people to participate in a free and fair referendum to express their views. What we are saying only serves the cause of durable peace. We want durable peace in that part of the world. A durable peace will only come about with once the views of the people are met.

So we said that allow the people of Palestine to participate in a referendum to choose their desired government, and of course, for the war to come an end as well. Why are they refusing to allow this to go ahead? Even the Palestinian administration and government which has been elected by the people is being attacked on a daily basis, and its high-ranking officials are assassinated and arrested. Yesterday, the speaker of the Palestinian parliament was arrested, elected by the people, mind you. So how long can this go on?


We believe that this problem has to be dealt with fundamentally. I believe that the American government is blindly supporting this government of occupation. It should lift its support, allow the people to participate in free and fair elections. Whatever happens let it be. We will accept and go along. The result will be as you said earlier, sir. 


MR. WALLACE: Look, I mean no disrespect. Let's make a deal. I will listen to your complete answers if you'll stay for all of my questions. My concern is that we might run out of time.


PRESIDENT AHMADINEJAD: Well, you're free to ask me any questions you please, and I am hoping that I'm free to be able to say whatever is on my mind. You are free to put any question you want to me, and of course, please give me the right to respond fully to your questions to say what is on my mind.

Do you perhaps want me to say what you want me to say? Am I to understand --

MR. WALLACE: No.

PRESIDENT AHMADINEJAD: So if that is the case, then I ask you to please be patient.

MR. WALLACE: I said I'll be very patient.

PRESIDENT AHMADINEJAD: Maybe these are words that you don't like to hear, Mr. Wallace.


MR. WALLACE
: Why? What words do I not like to hear? [the words highlighted in red and edited out of the interview]

PRESIDENT AHMADINEJAD: Because I think that you're getting angry.

MR. WALLACE: No, I couldn't be happier for the privilege of sitting down with the president of Iran.

Tom

Seit 18. August 2006 4:11 Uhr US-Ostküstenzeit hätte das deutsche Monatsmagazin Ahmadinedschads Meinung und deren systematische Unterschlagung kennen können. Es will bis heute nicht.

T:I:S, 13. September 2008

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#Gockel 

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Recherchier-Journalisten, wie der Schweizer sagt ...

Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann, die beiden Journalistinnen von Arbeiterfotografie, die den deutschen Mainstream-Medien von dpa über ARD und ZDF bis hinunter zu Welt, Spiegel, Tagesspiegel,  Kölner Stadtanzeiger und Bundeszentrale für politische Bildung nachgewiesen haben: Das Ahmadinedschad-Zitat "Wiped off the map" ist eine Fälschung. Ihr jüngster Beitrag steht jetzt auch bei Tlaxcala auf Englisch und auf Deutsch.

T:I:S, 19. August 2008

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Anneliese Fikentscher and Andreas Neumann

Possible War against Iran 

‘Wipe off the map': The Tip of an Iceberg

A strategy for the falsification of the statements of Iran’s president

Arbeiterfotografie, 29 July 2008, T:I:S, 16. August 2008

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Iran and Israel: Lost in translation? 

Babak Yektafar explains the meaning behind Iranian President Mahmoud Ahmadinejad's rhetoric. Video, 15. Mai 2008. 

T:I:S, 11. August 2008

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Yakov Rabkin

La campagne contre l’Iran : le lobby sioniste et l’opinion juive 

Résumé / Abstract et Texte, format pdf, Paris, été 2008, pp. 195-207

Yakov M. Rabkin ist Ordinarius für Geschichte an der Universität Montréal und Mitglied des Réseau Moyen-Orient (RÉMO) sowie des kanadischen Zentrums für deutsche und europäische Studien. Rabkin entlarvt die pro-zionistischen Behauptungen über Äußerungen des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad als Fälschungen und Verdrehungen. 

T:I:S, 5. August 2008

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#Rabkin 

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Um es noch einmal klar zu umreißen

Es gibt offensichtlich Kreise in Israel, den USA und anderen verbündeten Ländern, die ein gesteigertes Interesse an einem Angriff auf den Iran haben. In diesem Zusammenhang sind die Verfälschungen von Äußerungen des iranischen Präsidenten zu sehen. Diese Verfälschungen dienen dem Ziel, die Bedrohungssituation auf den Kopf zu stellen. Der potentielle Täter stellt sich als Opfer dar, dem ein 'atomarer Holocaust' droht. Derjenige, dem tatsächlich ein (atomarer) Angriff droht, soll als Täter hingestellt werden. Darum geht es. 

Arbeiterfotografie, T:I:S, 3. August 2009

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#klar 

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Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

Die Spitze eines Eisbergs

'von der Landkarte tilgen': Teil einer Strategie zur Verfälschung der Äußerungen des iranischen Präsidenten

"Irans Aussage von der Zerstörung Israels darf in der Übersetzung nicht verloren gehen." Das ist am 22. Juni 2008 die Überschrift eines Artikels in der 'Jerusalem Post' von Joshua Teitelbaum vom 'Jerusalem Center for Public Affairs'. Würde die Behauptung, Iran wolle Israel (per Atombombe) zerstören, 'verloren gehen' - so müssen wir schließen - würde ein mit großem Aufwand aufgebautes Bedrohungsszenario in sich zusammenbrechen, und einem Krieg gegen den Iran würde jegliche Legitimation entzogen. 

Deshalb schlägt Joshua Teitelbaum Alarm. Seine Ausführungen sind ein wesentlicher Teil der israelischen Reaktionen auf die Offenlegung der Tatsache, daß angebliche Äußerungen des iranischen Präsidenten das Ergebnis verfälschender Übersetzung sind...

Arbeiterfotografie, T:I:S, 22. Juli 2008

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Mahmud Ahmadinedschad

Was ich über das zionistische Regime gesagt habe, war vor allem eine Ankündigung... seines Zusammenbruchs

Auszug aus dem Transkript der RAI-Sendung vom 4. Juni 2008

AF, 9.7.2008 -- Im Rahmen des Interviews mit dem italienischen Fernsehen RAI während seines Aufenthalts in Rom Anfang Juni 2008 sagt der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad auf die Frage "Präsident Ahmadinedschad, Sie haben bei mehreren Gelegenheiten bekräftigt, dass Israel dazu bestimmt ist, von der Oberfläche der Erde zu verschwinden. Meinen Sie nicht, dass diese Positionen in irgendeiner Weise dazu beitragen, Iran von der internationalen Gemeinschaft zu isolieren?":

Nein, ich denke nicht. Wir glauben, dass unsere Stellungnahmen gegen das zionistische Regime allen Völkern zugute kommen. Das zionistische Regime stellt heute eine Schande für die gesamte internationale Gemeinschaft dar. Die auf dem Boden Palästinas begangenen Verbrechen sind eine Schmach für die gesamte Menschheit. Wir möchten, dass das Verbrechen verschwindet. Wir sagen, dass das Massaker unschuldiger Menschen verschwinden soll. Es muss aufhören die Ermordung von Frauen, Kindern und Unschuldigen, es muss enden [...] [weitere Aufzählung zionistischer Verbrechen] Welches ist denn das Regime, das all dies begeht? Welches ist das Regime, das 5 Millionen Palästinenser heimatlos machte? Wer ist es, der täglich, j-e-d-e-n T-a-g, Frauen und Kinder tötet? Ist es vielleicht nicht das zionistische Regime? [...]

Was ich über das zionistische Regime gesagt habe, war vor allem eine Ankündigung. Was ich ankündigte, war, dass dieses Regime sich bald auflöst und zusammenbricht. Dafür gibt es Dutzende von Gründen. Dies ist eine ganz klare Tatsache. [...] Welche Mission auch immer dieses Regime gehabt haben mag, sie ist zuende. Es wird eine Implosion geben. Wir wissen es. Auch sie [= Zionisten, die USA und die europäischen Staaten] wissen wohl, dass das Regime von innen heraus explodieren wird. Unsere Lösung ist human: ein freies Referendum unter allen Palästinensern, damit sie über ihr Schicksal entscheiden. Warum akzeptieren sie [= Zionisten, USA etc.] es nicht? Es gibt [damit] eine demokratische und auch humane Lösung. Wir sagen: Schluss mit dem Krieg, dem Terror und den Morden. Das Volk entscheidet mit eigener Stimme in einer Wahl. Aus welchem Grunde akzeptieren die Vereinigten Staaten und einige europäischen Regierungen nicht eine so klare Logik?

Übersetzung. Quelle: italian.irib.ir; Video (Zusammenschnitt) bei RAI

Diese Äußerung ist ein Beleg dafür, daß der iranische Präsident einer Fehlinterpretation seiner Aussagen entgegen tritt. Er klagt an, aber er droht nicht.

Die Meldung befindet sich auch im Iran-Tagebuch von Arbeiterfotografie.  Dort steht auch eine Meldung über die Äußerung des iranischen Präsidenten von Anfang Juni in Rom, in der er angeblich wieder etwas gesagt hat, was dem englischen 'wipe off the map' (von der Landkarte tilgen, ausradieren, dem Erdboden gleichmachen) entspricht.

T:I:S, 16. Juli 2008

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#Zusammenbruch 

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Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

Eine Mail zu Ahmadinedschad

Wir möchten eine unseres Erachtens wichtige Information weitergeben:

"Iran hat keine Pläne, Israel anzugreifen."

AF, 9.7.2008 -- "Iran hat keine Pläne, Israel anzugreifen." Das sagt der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad am 8.7.2008 in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur, wo er am Gipfel der Gruppe der islamischen Entwicklungsländer teilnahm, gemäß einer Meldung von PressTV mit dem Titel 'Iran beabsichtigt nicht, Israel auszulöschen'. Er antwortet damit auf die Frage, ob der Iran beabsichtige Israel zu zerstören und das jüdische Volk auszulöschen. (presstv.ir)

Mahmud Ahmadinedschad führt laut RIA Novosti (russische Nachrichtenagentur) in diesem Zusammenhang aus: "Die Zionisten werfen uns Vorbereitungen auf einen möglichen Angriff vor, das ist aber eine Lüge. Die iranische Nation hat nie in ihrer Geschichte jemanden angegriffen." Und weiter: "Das zionistische Regime stellt eine politische Aggressorengruppe dar. Seinem Wesen nach zerstört sich dieses Regime selbst. Das iranische Volk braucht dafür nichts zu unternehmen." Ahmadinedschad unterscheidet zwischen 'Zionismus' und 'Judaismus': "Zionisten sind keine Juden. Obwohl sie sich für Juden halten, haben sie keinen Glauben." Gegenüber Juden wie gegenüber jeder anderen religiösen Minderheit gebe es im Iran Toleranz. Obwohl die jüdische Gemeinde eine kleine Minderheit darstelle, habe sie einen Sitz im iranischen Parlament. (de.rian.ru)

Mahmud Ahmadinedschad äußert sich damit ähnlich wie bereits mehrfach auf seiner website president.ir und wie jüngst im Rahmen eines Interviews mit dem italienischen Fernsehen RAI während seines Aufenthalts in Rom Anfang Juni 2008. (Video: rai.tv, Transkript: italian.irib.ir)

Der Sachverhalt ist in sofern von besonderer Bedeutung, als daß damit Behauptungen entkräftet werden, der iranische Präsident begegne falschen Wiedergaben seiner Äußerungen nicht. Uns scheint, daß diese Informationen in den Medien bisher keine nennenswerte Verbreitung gefunden haben. Oder ist jemandem etwas aufgefallen?

(siehe auch unser Iran-Tagebuch: http://www.arbeiterfotografie.com/iran/index-iran-0000.html)

Mit besten Grüßen
Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann, 11. Juli 2008

T:I:S, 11. Juli 2008

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#Mail 

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Fälschung! Die Bundeszentrale steht meilenweit rechts.                                             Foto: tofoto

 

Neues aus der Anstalt, Folge 16 vom 1. Juli 2008

Georg Schramm stellt richtig. Die Übersetzung des Ahmadinedschad-Zitats war falsch, wie der Leiter des ZDF allen Dienststellen mitgeteilt hat. Video, ab Minute 20. Zum Screenshot hier. Dank an Schmidt-Polyglott und nach Damaskus und Berlin-Zehlendorf. 

T:I:S, 2. Juli 2008

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#Anstalt 

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Post vom Anwalt

Armin Fiand schreibt an die Zitaten-Falschmelder und den Demokraten-Diffamierer vom Dienst

Fiand an die BpB und Henryk M. Broder, rtf-Datei, T:I:S, 25. Juni 2008

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Euronews

behauptet weiterhin wahrheitswidrig, der iranische Präsident Ahmadinedschad habe "in der Vergangenheit unter anderem erklärt, Israel müsse von der Landkarte verschwinden." Tatsächlich hatte der Präsident zustimmend Chomeini zitiert mit der Äußerung: 

Dieses Regime, das Jerusalem besetzt hält, muss von der Seite der Geschichte (wörtlicher: von der Seite der Zeit/des Zeitenlaufs) verschwinden.

T:I:S, 24. Juni 2008

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Thomas Immanuel Steinberg

Aufgescheucht

Präsident Thomas Krüger vor dem Innenausschuß

Zur Vorgeschichte

Die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) hat jahrelang kolportiert, der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad habe zur Vernichtung Israels aufgerufen. In Wahrheit hat Ahmadinedschad zustimmend Chomeini zitiert mit der Äußerung:

Dieses Regime, das Jerusalem besetzt hält, muss von der Seite der Geschichte (wörtlicher: von der Seite der Zeit/des Zeitenlaufs) verschwinden.

Ahmadinedschad hatte nicht die Israelis oder gar die Juden mit Vernichtung bedroht, sondern sich das wünschenswerte Verschwinden "dieses Regimes, das Jerusalem besetzt hält", gewünscht. 

Die Bundeszentrale, von Arbeiterfotografie, von Knut Mellenthin, von SteinbergRecherche und zahlreichen Einzelpersonen mit der Wahrheit konfrontiert, hielt jedoch am gefälschten Zitat fest: Sie schwieg beharrlich. Nach einer Beschwerde von SteinbergRecherche über die Bildungszentrale unter der Leitung von Präsident Thomas Krüger und über die verantwortliche Dienstelle beim Bundesinnenminister wegen Untätigkeit rang sich die Fachvorgesetzte von Thomas Krüger, Dagmar Hesse, zu einer Antwort durch. Zur geforderten Korrektur der Fälschung bestehe kein Anlaß, weil Bundesregierung, Europäische Union und Vereinte Nationen wiederholt ihre Haltung zum Holocaust und  zum Existenzrecht Israels deutlich gemacht und jede Drohung gegen Israel verurteilt hätten. Im Bundesinnenministerium und bei der Bildungszentrale bestimmte somit die Haltung, was als Tatsache zu gelten hat.

Erst nach einem Aufsatz von Katajun Amirpur in der Süddeutschen Zeitung, einer Petition von Arbeiterfotografie an den Deutschen Bundestag und einer, freilich abermals fehlerhaften (1), Teilkorrektur des Ahmadinendschad-Zitats durch den Sprachendienst des Bundestags schwächte die Bundeszentrale einige der zahlreichen falschen Behauptungen über den iranischen Präsidenten in ihrem Internetauftritt ab. 

Inzwischen haben sich das Nachrichtenmagazin Spiegel, die Deutsche Presse-Agentur (dpa) und das Zweite Deutsche Fernsehen von den zuvor kolportierten Falschübersetzungen ausdrücklich distanziert.

Erdrückende Tatsachen

Nun haben offenbar die Tatsachen und die tatsachengestützte veröffentlichte Gegenmeinung den Leiter der Bundeszentrale für politische Bildung Thomas Krüger aufgescheucht. Vor dem Innenausschuß des Deutschen Bundestags, wo er über Antisemitismus sprechen sollte, gab er von sich:

Zweitens ist es so, dass wir mit unser[e]n Internetangeboten, ich nenne hier als Beispiel das Online-Dossier Antisemitismus der Bundeszentrale, was ein wachsendes ist, immer neue Beiträge aufgreift, auch so etwas wie Aktivierung erleben können – nicht nur im guten Sinne – ich will das an einem Beispiel festmachen: eine Reihe von – von – Kritikern – ähm – der – unserer Arbeit – versuchen, haben versucht, Anfang des Jahres Druck auf die Bundeszentrale auszuüben, einen Satz des iranischen Präsidenten, dass Israel von der Landkarte zu verschwinden habe, in seiner Übersetzung zu modifizieren. 

Sie kennen diese Debatte sicherlich – äh – aus dem Feuilleton der Süddeutschen Zeitung. Wir haben darauf eben nicht reagiert, dass wir diese – diesen Satz von der Website genommen haben, sondern wir haben den Sprachendienst des deutschen Bundestags beauftragt, ma[l] die gesamte Rede – äh – zu übersetzen – und ich glaub, in dieser Wirkkraft hat das sozusagen nochmal auch politische Bildung gezeigt und das Potential politischer Bildung, dass man eben sich nicht durch einzelne Positionen, die billige Etappensiege eigentlich nur anstreben und so tun wollen, als ob der iranische Präsident – äh – eigentlich doch recht harmlos sei – äh – im Grunde genommen eine Dimension in die Debatte bringen, die nicht nur nicht uner- .. nicht mehr erträglich ist, sondern die man sozusagen auch mit kontroverser Auseinandersetzung – äh – im Rahmen der politischen Bildung annehmen muss und ihr gegenübertreten muss. (2)

Bundesregierung, Europäische Union und Vereinte Nationen mögen, wenn auch wahrheitsresistent, eine Haltung haben, wie Krügers Vorgesetzte Dagmar Hesse behauptet hat: Präsident Krüger ist nicht einmal offen reaktionär. Er flattert herum und gackert.

T:I:S, 21. Juni 2008. Dank für das präzise Transkript

Anmerkungen

(1) Der Sprachendienst übersetzt wort- und kontextwidrig das intransitive persische Verb "mahv shodan" zu Deutsch: verschwinden und das passivische Verschwinden mit dem transitiven "tilgen", respektive der aktivischen "Eliminierung", für welche es im Persischen durchaus die transitive, aktivische Wendung "mahv kardan" gibt die aber im gesamten Ahmadinedschad-Text nicht vorkommt. Der Sprachendienst des Bundestags, und mit ihm die Bundeszentrale für politische Bildung, fantasieren. Dank für die lexikalische und grammatische Durchdringung des Sachverhalts. 

(2) Innenausschuss, Öffentliche Anhörungen > Öffentliche Anhörung von Sachverständigen am Montag, dem 16. Juni 2008 von 14.00 Uhr bis 17.30 Uhr zum Thema Antisemitismus in Deutschland , Stellungnahmen der Sachverständigen. Auszugsweises Transkript, gefertigt nach Modem / DSL, Gesamtaufnahme mit Vorlauf ohne Ton, Dauer: 3h, 54min; dort mündlicher Vortrag von Thomas Krüger, BpB, Minuten 66:45 – 68:12. Zu dem Auszug siehe auch die schriftliche Vorlage von Thomas Krüger, Präsident Bundeszentrale für politische Bildung - Ausschussdrucksache 16(4)432 E , .pdf-Datei:Aktivierung durch Informationen und Argumentationshilfen“ (S.2)

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#Aufgescheucht 

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Deutsche Presse-Agentur (dpa), Chefredakteur

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat nicht die Auslöschung Israels oder dessen Tilgung von der Landkarte gefordert

Mail an die Arbeiterfotografie

dpa
Deutsche Presse-Agentur GmbH

Chefredakteur
Dr. Wilm Herlyn
Mittelweg 38
20148 Hamburg

Hamburg, 13. Juni 2008
hy/wei

Sehr verehrte Frau Fikentscher,
sehr geehrter Herr Neumann,

das intensive Quellen-Studium hat einige Zeit beansprucht.

Zu Ihrer Information: die dpa wird in Zukunft bei der Berichterstattung darauf achten, dass der Iranische Präsident, Mahmud Ahmadinedschad, nicht die Auslöschung Israels oder dessen Tilgung von der Landkarte gefordert hat.

Hochachtungsvoll
Dr. Wilm Herlyn

T:I:S, 15. Juni 2008

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#dpa 

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Ahmadinedschad-Fälschung

Beim zweiten Hingucken sieht man besser

 ZDF-Intendant gesteht Übersetzungsfehler ein

 

Mail an die Arbeiterfotografie:

Zweites Deutsches Fernsehen
Anstalt des öffentlichen Rechts
55100 Mainz
Markus Schächter
Intendant

Mainz, 05. Juni 2008


Sehr geehrte Frau Fikentscher, sehr geehrter Herr Neumann,

herzlichen Dank für Ihr Schreiben vom 7. Mai 2008, das der Fernsehrats-Vorsitzende Ruprecht Polenz an mich weitergeleitet hat.

Sie kritisieren in diesem Brief, dass die Rede des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad falsch übersetzt worden sei. Wir können Ihrer Kritik zustimmen und auch unsere Recherchen kommen zu dem gleichen Ergebnis. Inhaltlich sind auch wir der Meinung, dass Ihre Übersetzung die Aussagen des iranischen Präsidenten wiedergibt.

Ich möchte Ihnen versichern, dass alle Kolleginnen und Kollegen über diesen Vorgang Kenntnis erhalten haben und die Übersetzung entsprechend berücksichtigen.

Ich bedanke mich noch mal herzlich für Ihren Hinweis und würde mich freuen, wenn Sie auch zukünftig unser Programm einschalten.

Mit freundlichen Grüßen
Markus Schächter

T:I:S, 12. Juni 2008. Zuerst ins Netz gestellt von Arbeiterfotografie (Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann), T:I:S, 20. März 2012

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#ZDF 

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Erneut in die Nesseln gesetzt? 

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat den Billig-Verkauf eines Buches über Computerspiele wegen eines Plagiatvorwurfs eingestellt. Das Buch soll laut einem Bericht des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen nicht einmal die tatsächlichen Gefahren für Spieler widerspiegeln. Die Spiele-Industrie stecke hinter den Autoren. 

koeln.de, T:I:S, 21. Mai 2008

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#Computerspiele 

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Arbeiterfotografie proudly presents...

Am 14.5.2008 veröffentlichte 'Spiegel online' eine Richtigstellung. Wir lesen:

"Das Besatzerregime muss Geschichte werden."

Ahmadinedschad am 26. Oktober 2005 auf einer Konferenz zum Thema "Die Welt ohne Zionismus". Das Originalzitat "in rezhim-e eshghalgar bayad az safhe-ye ruzgar mahv shavad" wurde oft irrtümlich übersetzt mit "Israel muss von der Landkarte radiert werden." Das hat der iranische Präsident so nicht gesagt.

 

Das Bild mit der Texteinblendung ist Teil einer Fotostrecke bei 'Spiegel online' auf der Seite http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,553275,00.html. Die Übersetzung "Israel muss von der Landkarte getilgt werden" wird als Irrtum eingestanden. Auch der Artikel auf dieser Seite verwendet das Zitat "Das Besatzerregime muss Geschichte werden" und nicht mehr "Israel muss von der Landkarte getilgt werden". Der iranische Präsident fordert in dem Zitat also die Beendigung des völkerrechtswidrigen Besatzungszustands.

Zuvor hatte auch schon die Nachrichtenagentur AP Deutschland 'arbeiterfotografie' gegenüber eingestanden, mit der Verbreitung der Formulierung "Israel muss von der Landkarte getilgt werden" einen Fehler gemacht zu haben und erklärt, daß sie die falsche Wiedergabe des Zitats nicht mehr verwendet.

Mehr zur Auseinandersetzung mit der Bundeszentrale für politische Bildung und den Medien auf der Seite:

http://www.arbeiterfotografie.com/iran/iran-0034.shtml

Darüberhinaus noch ein Hinweis auf einen zusammenfassenden Artikel, den wir über die Auseinandersetzung mit der Bundeszentrale geschrieben haben. Er ist leicht unterschiedlich in zwei Internet-Angeboten erschienen (hintergrund.de und 'Neue Rheinische Zeitung'). Hier die Adressen:

http://hintergrund.de/index.php?option=com_content&task=view&id=198&Itemid=63
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=12382 


Mit besten Grüßen
Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

Günter Schenk gratuliert. All die, die zu dieser Leistung beigetragen haben, hätten den Deutschen Medienpreis verdient. Nur zu! Vorgänger waren Yassir Arafat und Nelson Mandela.

T:I:S, 16. Mai 2008

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#Arbeiterfotografie 

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Bundespropagandazentrale festigt ihren Ruf

Die Bundeszentrale für politische Bildung vertreibt Götz Alys 68er-Bashing-Pamphlet. 

Laut FR enthält der Bestseller mit dem in Schweinekot gesottenen Titel "Unser Kampf" zahlreiche sachliche Fehler.

T:I:S, 7. Mai 2008

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Thomas Immanuel Steinberg

BILDungszentrale

Daß sie sich anhand der Bildzeitung eine Meinung bilden könnten, glauben nicht einmal ihre Leser. Die Bundeszentrale für politische Bildung wirkt dagegen vergleichsweise gediegen. Sie ist es so wenig wie die Bildzeitung: Ihr Umgang mit der Fälschung eines Ahmadinedschad-Zitats ist der Beweis. 

Erst nach monatelangem Beharren und schließlich einer Petition von Arbeiterfotografie an den Bundestag korrigierte die Zentrale an einigen wenigen Stellen ihre falschen Angaben über Ahmadinedschad, und dies abermals fehlerhaft.(1) Die falsche Übersetzung "Israel von der Landkarte tilgen" wird weiterhin auf der website, und zwar mehrfach, verwendet. Für weitere angebliche Äußerungen Ahmadinedschads fehlen die Quellenangaben: Er hege Haß gegen die Juden; er sei Antisemit; er betreibe eine konsequente Leugnung und Relativierung des Holocaust.

Die Weise, in der Ahmadinedschad zitiert wird, ist kein Einzelfall. Die Bundeszentrale stellt die Ereignisse vom 11. September 2001 dar wie die Regierung Bush: Vom dritten Turm des World Trade Center, der am 11. September 2001 gegen 17 Uhr planmäßig gesprengt wurde, wie schon am Morgen die beiden andern Türme, ist nicht einmal die Rede; nicht von den zahllosen Albernheiten über die Flugsicherung; den Reisepaßfund in den Trümmern; das wundersame Verdampfen des Pentagon-Flugzeugs und die dennoch mögliche Identifizierung der Insassen; und das spurlose Verschwinden der Pennsylvania-Maschine in einem Abfallhaufen. Stattdessen fuchtelt die Zentrale in zahlreichen Beiträgen mit den Terminus Verschwörungstheorie als Kampfbegriff herum.

Kurz: Die Bundeszentrale berichtet über das angeblich kriegsauslösende Ereignis des neuen Jahrtausends wie die Bildzeitung; mit dem Iran-Konflikt treibt sie das gleiche Schindluder. Sie sei Lehrern wie Schülern dringend ans Herz gelegt: als Musterbeispiel für eine Propagandaredaktion mit seriösem Anstrich.

T:I:S, 4. Mai 2008. Dank an Arbeiterfotografie

Anmerkung

(1) Die Bundeszentrale übernimmt in ihrer Korrektur die fehlerhafte transitive Deutung des Verbs im Satz über das Regime, das Jerusalem besetzt hält. Mehr dazu hier.

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#T  

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Mathias Bröckers

Bundesanstalt für politische Desinformation?

Ist es ein Unterschied, ein Land und ein Volk –  sagen wir: Irland und die Iren – von der Landkarte zu tilgen oder ein Besatzungsregime – sagen wir: die britische Regierung – zu beseitigen ? Es ist ein großer Unterschied, egal welches Land oder welche Regierung wir hier einsetzen. 

Daß der iranische Präsident kein Freund Israels ist, darüber muß man nicht debattieren; aber daß er gefordert hätte, die Nation Israel und die Juden auszuradieren, wie .. Medien allenthalben behaupten, ist ein Unterstellung. Eine solche mag im Rahmen der Kriegspropaganda opportun sein, legitim ist sie deshalb noch lange nicht, schon gar nicht für eine der Information und Aufklärung der Öffentlichkeit verpflichtete Behörde.

Matthias Bröckers, T:I:S, 4. Mai 2008

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#Mathias 

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Vorsicht, Bundeszentrale! 

Die Bundeszentrale für politische Bildung gibt in ihrem täglichen Newsletter "Der 11. September und die Folgen" ständig das Hetzportal juedische.at für die Jüdische Zeitung, ein halbwegs seriöses Blatt, aus. In den Kopf der Macher will offenbar nicht rein, daß manche Juden hetzen, andere weniger oder gar nicht. Das könnte man glatt für Judäophobie halten. 

T:I:S, 21. April 2008

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#Vorsicht 

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An der Wahrheit wird noch gearbeitet*

Die Bundeszentrale für politische Bildung kündigt Ergänzungen zur Zitatfälschung an.

Seit zwei Jahren weisen Arbeiterfotografie, Knut Mellenthin in der jungen Welt und SteinbergRecherche auf die Fälschung des Ahmadinedschad-Zitats hin, das sich auf das Verschwinden des zionistischen Regimes bezieht, siehe Judäophobie

Seit drei Monaten weisen Arbeiterfotografie, SteinbergRecherche, Rechtsanwalt Armin Fiand und Dutzende anderer aufgebrachter Bürgerinnen auf die Verbreitung der Fälschung durch die Bundeszentrale für politische Bildung hin, mailen die Aufsichtsgremien der Bundeszentrale an und die Bundestagsabgeordneten, reichen Petitionen ein und Dienstaufsichtsbeschwerden. 

Seit knapp einem Monat ist die Fälschung in einer größeren deutschsprachigen Zeitung dokumentiert und die Beweisführung auch durch eine Replik nicht erschüttert. 

Und nun also, am 8. April 2008, schreibt Dr. Bernd Hübinger, Fachabteilungsleiter und Stellvertreter des Präsidenten der Bundeszentrale für politische Bildung an Arbeiterfotografie:

Da die Bundeszentrale für politische Bildung das Kontroversitätsgebot für die politische Bildung (was kontrovers ist, soll auch kontrovers wiedergegeben werden) auch in diesem Fall ernst nimmt, sieht sie es aufgrund dieser öffentlichen Debatte nunmehr als sinnvoll an, das in Rede stehende Online-Dossier in folgender Form zu ergänzen:
Einstellung einer offiziellen Übersetzung des in dem Dossier aufgrund von Nachrichtenagentur-Meldungen in indirekter Rede wiedergegebenen Zitats durch den Sprachendienst des Deutschen Bundestages oder des Auswärtigen Amtes,
Kurze Darstellung der Kontroverse um die Übersetzung des Zitats,
Einstellung eines als solchen gekennzeichneten Meinungsartikels zu der Auseinandersetzung um diese Fragen.
Die Ergänzungen werden nach heutiger Einschätzung bis Ende April 2008 eingestellt werden können.

Mit freundlichen Grüßen

An der Wahrheit wird also noch drei Wochen gearbeitet. 

T:I:S, 9. April 2008

*Ein Spruch, ich glaube von Andreas Hauß

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#Wahrheir 

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RA Armin Fiand gegen Bundeszentrale:

Was Ahmadinedschad gesagt hat, ist: 

Das israelische Besatzerregime muß verschwinden. 

Das ist etwas völlig anders als der Satz: 

Der Staat Israel muß verschwinden. 

Mit “Besatzerregime” ist die gegenwärtige israelische Regierung und ihre Politik gemeint. Das hat weder mit der Vernichtung Israels noch mit “Antisemitismus” etwas zu  tun. Die Forderung ist ohne weiteres vertretbar. Sie entspricht auch meiner Überzeugung.

Bundeszentrale für politische Bildung , .doc-Datei, T:I:S, 4. April 2008

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Thomas Immanuel Steinberg

Gefälschte Ahmadinedschad-Zitate

Im Hintergrund des Philologinnen-Streits: die Drohung des Westens mit einem weiteren Verteidigungskrieg

 

Zur Erinnerung: 

Deutsche und andere Nato-Soldaten überfielen und zertrümmerten 1999 Jugoslawien mit der Begründung, die Vernichtung der Kosovo-Albaner habe bevorgestanden. Alle Belege dafür – die Umwandlung eines Fußballstadions in ein KZ, das sogenannte Račak-Massaker, Fischers Hufeisenplan, Scharpings Häusersprengungen durch ausströmendes Gas – alle diese Belege erwiesen sich als Fälschungen.

US-amerikanische und britische Soldaten überfielen und zertrümmerten 2003 den Irak. Alle Belege für Saddams angebliche Massenvernichtungswaffen erwiesen sich als Fälschungen. 

Auch die Zerstörung Afghanistans unter deutscher Beihilfe wird mit Fälschungen gerechtfertigt: über die angebliche Planung der Attentate vom 11. September 2001 in einer Tora-Bora-Höhle; über den Umfang des Mohnanbaus unter den Taliban und darüber, wer heute darin involviert ist; über die Intentionen der afghanischen Kollaborateure zur Lage der Frauen in Afghanistan; und über eine angebliche Organisation namens Al-Qaida, die die Welt umspanne.

 

Katajun Amirpur hatte in der Süddeutschen vom 15./16. März 2008, wie SteinbergRecherche und Arbeiterfotografie, die Ansicht vertreten, Ahmadinedschad werde ständig falsch zitiert. 

Mariella Ourghi hatte in der Süddeutschen  vom 26. März 2008 widersprochen: "Es ist also wohl eher Haarspalterei, auf gewisse Übersetzungsungenauigkeiten zu verweisen. An Sinn und Zielsetzung des Satzes" von Mahmud Ahmadinedschad über das Regime, das Al-Quds (arabisch für Jerusalem) besetzt hält, ändere es wenig.

Inzwischen wurde Katajun Amirpurs Zitierweise ergänzt und verbessert. Und Katajun Amirpur hat selbst auf Mariella Ourghis Replik geantwortet. Zur Erläuterung für Nicht-Philologen: 

Ein transitives Verb bedarf im Aktiv eines Akkusativ-Objekts; es kann daher auch im Passiv stehen. Beispiel: vernichten; aktiv: Subjekt x vernichtet Objekt y; passiv: Objekt y wird von Subjekt x vernichtet. Ein intransitives Verb hat kein Akkusativ-Objekt; es kann daher auch nicht im Passiv stehen. Beispiel: verschwinden; aktiv: Subjekt x verschwindet; kein Passiv möglich.

Hier nun die Antwort von Katajun Amirpur auf Mariella Ourghi vom 27. März 2008

Sehr geehrte Frau Ourghi,

es reicht nicht immer, nur ein Wörterbuch, den Alavi, zu konsultieren – zumal wenn es sich dabei um ein Wörterbuch handelt, das schon über fünfzig Jahre alt ist und schon in seinem Erscheinungsjahr als umstritten galt. Denn häufig wird darin – wie auch in diesem Fall – nur das ursprüngliche arabische Wort übersetzt, ohne darauf zu achten, welchen Kontext dieses Wort annimmt, wenn es beispielsweise zusammen mit den persischen Hilfsverben shodan oder kardan verwendet wird.

Als Quelle würde ich Ihnen künftig das Farhang-e bozorg-e sokhan, ein persisch-persisches Wörterbuch von Hassan Anvari empfehlen. Es hat den entscheidenden Vorteil, dass es das Sprachgefühl der heute lebenden Iraner wiedergibt. Dort findet sich der Hinweis, mahv shodan sei masdar-e lazem, was – ich vermute, ich brauche Ihnen das nicht zu erklären – „intransitiver Infinitiv“ bedeutet. Anvari gibt auch die Synonyme für mahv shodan wieder: az beyn raftan und pak shodan, die allesamt gleichfalls intransitiv sind.

Weil shodan im Persischen auch als Hilfsverb für Passivkonstruktionen verwendet wird, kommt es des öfteren vor, dass, wer kein Sprachgefühl besitzt, alle mit shodan gebildete Konstruktionen für Passivkonstruktionen hält. Dem ist jedoch nicht so. Es gibt auch Konstruktionen mit shodan, die dem so zusammengesetzten Verb einen intransitiven Sinn verleihen – wie auch in unserem Fall. Und genau deshalb heißt mahv shodan ‚verschwinden’ und nicht ‚vernichtet werden’.

Anbei auch noch ein link zu einem amerikanischen Nahostwissenschaftler, Juan Cole, der diese Aussage bestätigt. http://www.juancole.com/2006/06/steele-on-ahmadinejad-of-arenas-of.html

Erstaunlich überdies, dass Sie sämtliche meiner Hinweise auf den Kontext der Ahmadinejad-Äußerung, die eigentlich deutlich machen, wie der Satz zu übersetzen ist, so geflissentlich übergehen, um dann in epischer Breite auf Ahmadinejads absurden Mahdi-Rekurs einzugehen, dessen gleichzeitige Ungefährlichkeit Sie mit dem Hinweis auf die von mir erwähnte relative Unwichtigkeit Ahmadinejads im Räderwerk der iranischen Politik belegen.

Davon abgesehen kann ich nur sagen: wenn solche Übersetzungen als Legitimation von Angriffskriegen dienen könnten, kann ich es mir und Ihnen nicht ersparen, mich in Haarspaltereien zu ergehen.

Mit freundlichen Grüßen

Katajun Amirpur

Mariella Ourghi hat laut Auskunft von Katajun Amirpur auf diese Mail geantwortet, aber der Wiedergabe im Netz nicht zugestimmt.

Es bleibt dabei: Ahmadinedschad hat billigend den Wunsch zitiert, das zionistische Regime möge verschwinden. Wer behauptet, Ahmadinedschad habe zur Vernichtung Israels oder gar der Juden aufgefordert, lügt um des Krieges willen.

T:I:S, 2. April 2008

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#Philologinnen

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Ständig verwechselt Thorsten Schilling ... 

... von der Bundeszentrale für politische Bildung in seiner täglichen Teaser-Newsletter zur US-Außenpolitik die Jüdische Zeitung, ein knallrechtes Blatt, das dennoch einigen journalistischen Mindestanforderungen genügt, mit Der Jüdischen, dem Internetauftritt von Samuel Laster, einem halb alphabetisierten Broderliner. 

T:I:S, 1. April 2008

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Indoktrinierung statt Bildung

Die Bundeszentrale für politische Bildung wird aus Steuergeldern finanziert und ist angeblich »überparteilich«. Einem Erlaß des Bundesinnenministeriums zufolge soll es ihre Aufgabe sein, »Verständnis für politische Sachverhalte zu fördern, das demokratische Bewußtsein zu festigen und die Bereitschaft zur politischen Mitarbeit zu stärken«. Das ist so unverbindlich formuliert, daß es die maßgeblichen Leute offenbar ganz nach Belieben auslegen dürfen. Ein Blick auf die Veröffentlichungen und Veranstaltungen zeigt, daß dort nicht Bildung, also Information, im Vordergrund steht, sondern Propaganda...

Knut Mellenthin, junge Welt. T:I:S, 1. April 2008

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Richtigstellung einer brandgefährlichen Fälschung heißt jetzt Haarspalterei

Mariella Ourghi hat in der Süddeutschen Zeitung vom 26. März 2008 auf Katajun Amirpurs Beitrag in der Süddeutschen vom 15./16. März 2008 reagiert: "Es ist also wohl eher Haarspalterei, auf gewisse Übersetzungsungenauigkeiten zu verweisen. An Sinn und Zielsetzung des Satzes" von Mahmud Ahmadinedschad über das Regime, das Al-Quds (arabisch für Jerusalem) besetzt hält, ändere es wenig.

Ourghis "Übersetzungsungenauigkeiten" balancieren allerdings auf dem Grat zwischen Krieg und Frieden. Deshalb hier so genau wie möglich; der fragliche Satz im Original als Faksimile lautet: 

  Transkiption:

in rezhim-e eshghalgar-e Qods bayad az safhe-ye ruzgar mahv shavad.  

Leider hat auch Katajun Amirpur in ihrer Übersetzung

a) "(-e) Qods" (Jerusalem) weggelassen, 

b) mit der einschränkenden Formulierung "Besatzerregime" übersehen, daß Ahmadinedschad primär auf das zionistische Regime als solches zielt, welches allerdings markanterweise Jerusalem besetzt hält. So lautete der Titel von Ahmadinedschads Rede denn auch "Die Welt ohne Zionismus" und nicht "Die Welt ohne die Besatzung Jerusalems",

c) im Widerspruch zu a) und b) als Gesamtaussage Ahmadinedschads Forderung herausgelesen, lediglich die Besatzung Jerusalems sei zu beenden.

Erörterungen, ob Ahmadinedschad Jerusalem, einen Teil davon, die Levante oder die Welt von Besatzern geräumt sehen wolle, erleichtern deshalb in keiner Weise das Verständnis des Satzes und verfehlen sogar seine Zentralaussage. 

Mariella Ourghi ergeht sich anschließend in Mythen. Sie tragen ebenfalls nichts zu einer treffenden Übersetzung bei.

Hier der Kommentar, den freundlicherweise der persischkundige Schmidt-Polyglott übersandt hat:

Dieses Regime, das Jerusalem besetzt hält, muss von der Seite der Geschichte (wörtlicher: von der Seite der Zeit/des Zeitenlaufs) verschwinden.

So hat es Prof. Juan Cole korrekt übersetzt und Jonathan Steele im Guardian exakt wiedergegeben. Alle anderen Wiedergaben haben schwere inhaltliche Schlagseite.

Dies ist insofern wichtig, als der von Frau Amirpur gewählte Terminus "Besatzerregime" weder vom persischen Text gedeckt ist, noch vor allem freihändig interpretiert und eventuell nur auf 
a) die "Besatzung der besetzten Gebiete = Westbank" 
oder 
b) auf diejenige Jerusalems bezogen werden darf; das würde zu kurz greifen:

Die Erwähnung von Qods=Jerusalem erfolgt hier allein pars pro toto, als Symbol, und meint nicht etwa, dass die Besetzung Jerusalems die einzige verwerfliche sei und mit ihrer Aufhebung schon der Gerechtigkeit Genüge getan wäre.

Oder noch anders: Nicht nur das Regime, das Jerusalem ... oder die Westbank ... oder sonst etwas, außerhalb des (übrigens noch undefinierten) israelischen Territoriums, besetzt hält, soll verschwinden und etwa einem anderen Regime Platz machen, das sich zionistisch in immer noch zwangsangeeignetem Gebiet austoben kann, zum Beispiel gegen die "israelischen Araber/Palästinenser" in einem "Kern-Israel". 

Es geht vielmehr um eine Gesamtrevision/Neuordnung nach Maßgabe des demokratischen Willens aller Einwohner Israels/Palästinas, siehe die Forderung Ahmadinedschads nach einer Volksabstimmung: 

"Ein Staat für alle seine Bewohner".

Wird fortgesetzt. T:I:S, 27. März 2008

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#Haarspalterei  

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RA Armin Fiand

Fax an die Bundeszentrale für politische Bildung, betreffend die Quelle ihrer Ahmadinedschad-Übersetzung

... Hat Frau Amipur den entscheidenden Satz „in rezhim-e eshghalgar bayad az safhe-ye ruzgar mahv shavad” falsch übersetzt? 

Was konkret ist an ihrer Übersetzung falsch? 

Klären Sie mich bitte bis zum 

31. März 2008 

auf. 

Mit freundlichen Grüßen

(Unterschrift) 

Bundeszentrale für politische Bildung, .doc-Datei, T:I:S, 24. März 2008

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#Fiand

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Thomas Immanuel Steinberg 

Feindbildung 

Der iranische Derwisch und die Bundeszentrale

Der Feind sitzt gewöhnlich auf wertvollen Ressourcen und ist ein Staat, zum Beispiel der Iran. Ein Staat, das ist aber recht abstrakt. Unsere Feindbildner personifizieren also den Feind, den iranischen zumal in einem Derwisch mit blitzenden Augen namens Mahmut Ahmadinedschad. Der hat kaum Macht, tanzt aber wild und singt. Ärgerlich nur –  in seinen Liedern verkündet er manchmal auch Wahrheiten. 

Hier:

Das Regime, das Palästinenser quält, und sie tötet, wenn sie sich wehren, müsse verschwinden wie einst das Schah-Regime. 

Und hier

“Homosexuality is not an issue in Iran as it is in present-day American society.” Homosexualität werde im Iran nicht so behandelt wie in der heutigen amerikanischen Gesellschaft. 

Und hier

Die Vernichtung der europäischen Juden diene als Rechtfertigung für Unterdrückung und Mord an Palästinensern –  kurz: sie werde mythologisiert. 

Und hier

Deutsche seien von Rechts wegen nicht frei beim Forschen über die Vernichtung der europäischen Juden.

Solche Wahrheiten stören das Feindbild. Drum haben unsere Bildner getüftelt und geknobelt und sich die Nägel wund gebissen. Schließlich posaunten sie im Chor: 

Der Derwisch wolle Israel und alle Juden auslöschen, und zwar mit seiner Atombombe. 

Er bestreite, daß es im Iran Schwule gibt. 

Er leugne, daß die europäischen Juden vernichtet wurden. 

Er bekenne sich zur Judäophobie. Er sei nichts anderes als der allerneuste Hitler.

Doch andere, darunter die New York Times, der ultra-zionistische Übersetzungsdienst Memri, der Guardian mit Jonathan Steele, Jonathan Cook bei CounterPunch, Ali Quli Qarai bei Information Clearing House, Knut Mellenthin in der jungen Welt, auch Arbeiterfotografie und SteinbergRecherche  zeigten: Die spinnen, die Feindbildner. Sie instrumentalisieren den Holocaust und sie fälschen die Ahmadinedschad-Zitate. Katajun Amirpur schließlich durfte sogar in einer den Abonnenten zugänglichen Ecke des Feuilletons der Süddeutschen anmerken, diese Zitate-Fälscherei führe zum Krieg. 

Einen ficht das freilich nicht an: unsern politischen Oberbildner. Der sitzt in Bonn und heißt Bundeszentrale für politische Bildung. Der Derwisch sei Hitler, das hätten so viele geschrieben, basta

Politische Bildung wäre etwas anderes. Die müßte zur Quellenprüfung erziehen, Gegenmeinungen vermitteln, zur Nachfrage ermuntern, Zweifel wecken und Irrtum nie ausschließen. Aus Bonn ist dergleichen nicht zu erwarten. 

In Tibet, dem Wasserreservoir halb Asiens, lugt auch schon gar schlitzäugig der nächste Hitler um die Ecke. 

T:I:S, 23. März 2008

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#Feindbildung 

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Kriegslüge

Zuschriften

Lieber T:I:S,

nochmals danke für Ihre Beharrlichkeit! Denn durch sie wissen wir, was wir zuvor trotz allem nur ahnten und doch nie ganz glauben wollten, ein wenig sicherer.

Es mag schmerzen, Illusionen zu verlieren, und seien sie noch so gering. Der Weg zum Guten und Richtigen war immer schon mit Enttäuschungen gepflastert.

Ich würde mir das Zusammenrücken derer wünschen, die dem Grundgesetz treu bleiben und keine deutsche Beteiligung an Kriegen wollen. Vielleicht ergibt sich das aus der Einsicht in die Wirklichkeit.

Herzliche Grüße

Ihr W.B.

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...Du bezeichnest sie richtig.

JM

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Sehr geehrte Damen und Herren, 

ich beziehe mich auf eine Information via „SteinbergRecherche“. Dass Sie auch nach Aufklärung über eine möglicherweise (??) ursprünglich nicht festgestellte Fehl-Übersetzung in Ihrem Antisemitismus-Dossier erklären:

 „Daher besteht keine Veranlassung für die von Ihnen gewünschte Korrektur“,

bedeutet, dass die bpb nunmehr vorsätzlich mit einem gefälschten Satz in Deutschland „Antisemitismus-Aufklärung“ zu betreiben gedenkt. Das ist möglicherweise der größte Skandal in der Geschichte der bpb. 

Entsetzt und empört, 

Thomas Reinke, Berlin.

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Lieber T.I.S.,  

1) Deutschland ist und bleibt Teil der westlichen WerteGEMEINschaft.

2) Gesocks bleibt Gesocks, wie es luegt und verleumdet.

3) Angesichts der schwerstkriminellen und staatsterroristischen Vergangenheit nicht gerade eben weniger NATO-Staaten ist die NATO-Bande als die groesste kriminelle und terroristische Gruppierung aller Zeiten zu betrachten. 

Beste Wuensche aus NL,

Blitz

*

Hallo Herr Steinberg, 

warum lassen Sie nicht mal eine Anfrage im Bundestag über die PDS stellen zur Übersetzungsfälschung??? Wir hatten beste Erfahrungen in unserer Sache mit Petra Pau.

Dann muss ja das AA mal etwas erklären, oder?

Gruss B W

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Sehr geehter Herr Steinberg,

besten Dank für die Übermittlung des Antwortbriefes aus dem Bundesinnenministerium.

Ich hab Frau Hesses Antwortbrief aus dem Bundesinnenministerium gelesen, noch einmal gelesen und, um ganz sicher zu gehen, ein drittes Mal gelesen. Es gibt für mich nach gründlichem Nachdenken nur eine belastbare Antwort: Frau/Man hat Ihre Beschwerde nicht gelesen, oder, was natürlich noch viel bedrohlicher wäre, nicht verstanden.

Im ersten Fall würde vielleicht ein persönliches Gespräch helfen, denn tatsächlich leben wir ein einer mehrheitlich oral funktionierenden Welt. Und da hilft, wie bei meinem 5-jährigen Enkel, allein VORLESEN.

Im zweiten Fall komme ich lediglich zum Rat an die betreffende Abteilung im Innenministerium: Bitte zur Vorlage beim kommenden PISA-Bericht über die Lesefähigkeit in Deutschland. In der Tat bestätigen Pädagogen, dass immer mehr Schüler zwar lesen können, aber das Gelesene nicht verstehen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Günter Schenk
Beinheim/Frankreich

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#Zuschriften 

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Deutsche Kontinuität

An die Ministerialrätin im Bundesinnenministerium,
Frau Dagmar Hesse, Fachaufsicht 
der Bundeszentrale für politische Bildung
per Mail

Sehr geehrte Frau Hesse,

vielen Dank für Ihren Brief vom 20. Februar 2008.

Sie halten an der Lüge fest: Andere ja auch.  Das kennen wir aus der deutschen Geschichte.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Immanuel Steinberg

T:I:S, 24. Februar 2008

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#Kontinuitaet 

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Thomas Immanuel Steinberg

Das Kriegslügenregime muß von den Seiten der Geschichte verschwinden

Zahlreiche Mails an die Bundeszentrale für politische Bildung wegen ihrer Fälschung eines Ahmadinedschad-Zitats, Briefe, eine Petition an den Bundestag und eine Dienstaufsichtbeschwerde an den zuständigen Minister Dr. Schäuble haben die Ministerialrätin im Bundesministerium des Innern, Dagmar Hesse, am 20. Februar 2008 schließlich zu einer Reaktion bewegt: 


"Daher besteht keine Veranlassung für die von Ihnen gewünschte Korrektur. Mit freundlichen Grüßen. Im Auftrag, (Unterschrift) Hesse"

Woher? Woher bestehe kein Anlaß zur Korrektur? Daher, daß doch richtig zitiert worden sei? Weit gefehlt.

Kein Anlaß besteht dem Bundesinnenministerium zufolge deshalb, weil Bundesregierung, Europäische Union und Vereinte Nationen wiederholt ihre Haltung zum Holocaust und  zum Existenzrecht Israels deutlich gemacht und jede Drohung gegen Israel verurteilt haben. Siehe Anhang.

In der Tat reicht das Kriegslügenregime von der deutschen Bundeszentrale für politische Bildung über die Bundesregierung und die Europäische Union bis zu den Vereinten Nationen. Das bedeutet:

Das Kriegslügenregime muß von den Seiten der Geschichte verschwinden.

Die Bundeszentrale für politische Bildung ("Mit seiner Äußerung, Israel von der Landkarte tilgen zu wollen, sorgte Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad im Oktober 2005 weltweit für Empörung") würde diesen SteinbergRecherche-Satz so verballhornen: 

Mit seiner Äußerung, Deutschland, Europa und die Welt von der Landkarte tilgen zu wollen, sorgte SteinbergRecherche im Februar 2008... 

.. wofür? Hoffentlich dafür, daß der Bundeszentrale für politische Bildung, der Bundesregierung, der Europäischen Union und den Vereinten Nationen keine Rechtfertigung für Krieg geglaubt wird.

Es gibt keine.

T:I:S, 23. Februar 2008 

Anhang

Brief der Ministerialrätin im Bundesministerium des Innern, Dagmar Hesse, vom 20. Februar 2008, zwei .jpg-Dateien


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URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#Kriegsluegenregime 

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Hans Ph. Neidhardt

Unterstützung der Dienstaufsichtsbeschwerde wegen Untätigkeit

An den
Bundesminister des Innern
Herrn Dr. Wolfgang Schäuble
Alt-Moabit 101 D

10559 Berlin

 

Bezug:  Ihnen vorliegende Dienstaufsichtsbeschwerde vom 19.02.2008
                des Herrn Thomas Immanuel Steinberg
, Hamburg, 

./.            Bundeszentrale für politische Bildung,
                vertreten durch   ./. Ministerialrätin Dagmar Hesse                                                                                                               ./. Präsident Thomas Krüger 

wegen Untätigkeit
in Sachen
Falschzitierung des Mahmud Ahmadinedschad, Ministerpräsident des Iran

am 19. Februar 2008

 

Sehr geehrter Herr Bundesminister Dr. Schäuble,

mit Besorgnis verfolge ich diese Angelegenheit. Mangels eigener Fremdsprachenkenntnisse bin ich nicht in der Lage, die Vorwürfe einer Verfälschung diverser Aussagen des iranischen Ministerpräsidenten selbst zu überprüfen. Auf Grund sorgfältiger Lektüre diverser deutschsprachiger Medien bin ich dennoch im Laufe des letzten Jahres zu dem Ergebnis gekommen, dass zumindest einige Aussagen Ahmadinedschads offenbar grob verfälscht übersetzt und von den Medien in dieser verfälschten Form  -  teilweise in eindeutig propagandistischer Absicht  -  fortlaufend repetiert werden.

Umso dankbarer bin ich Herrn Steinberg für seine Initiative, anlässlich einer Wiederholung einer der gröbsten Verfälschungen eines Zitates ausgerechnet durch die BUNDESZENTRALE FÜR POLITISCHE BILDUNG diesen gravierenden Fehler zu reklamieren. Meines Erachtens müßte es ohne weiteres möglich sein, diese Fehlinformation zu berichtigen, zumal ja der BUNDESZENTRALE allenfalls ein schlichter Recherchefehler, selbstverständlich aber eben nicht die von Dritten zu vertretende, mit unabsehbaren Auswirkungen verbundene Zitatfälschung anzulasten wäre. 

Zu meiner Bestürzung ist es der BUNDESZENTRALE offenbar nicht möglich gewesen, Stellung zu nehmen bzw. Herrn Steinberg wenigstens einen Zwischenbescheid zu erteilen. Dies ist umso unverständlicher, als die Vermittlung solider politischer Sachinformation m.E. die originäre Aufgabe der BUNDESZENTRALE sein müsste.

Ich unterstütze daher die Beschwerden von Herrn Steinberg und bitte Sie und die Ihnen unterstellten Behördenleiter ebenso dringend wie höflich um eine detaillierte und sachlich begründete Stellungnahme gegenüber Herrn Steinberg.

Mit freundlichen Grüßen

Hans Ph. Neidhardt
(Anschrift)

T:I:S, 19. Februar 2008

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#Neidhardt 

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Thomas Immanuel Steinberg

Dienstaufsichtsbeschwerde wegen Untätigkeit 

An den
Bundesminister des Innern
Herrn Dr. Wolfgang Schäuble
Dienstsitz Berlin

Alt-Moabit 101 D

10559 Berlin - per Briefpost

poststelle(at)bmi.bund.de - per Mail

 

Betrifft: Dienstaufsichtsbeschwerde über die Ministerialräten, Frau  Dagmar Hesse und den Präsidenten der Bundeszentrale für politische Bildung, Herrn Thomas Krüger wegen Untätigkeit in Sachen Falschzitierung des iranischen Ministerpräsidenten Mahmud Ahmadinedschad

 

Hamburg, 19. Februar 2008 

Sehr geehrter Herr Dr. Schäuble, 

ich beschwere mich über die Untätigkeit der Ministerialrätin im Bundesministerium des Innern, Frau Dagmar Hesse und des Präsidenten der Bundeszentrale für politische Bildung, Herrn Thomas Krüger.

Meine Beschwerde bezieht sich auf deren dienstliches Verhalten in folgendem Zusammenhang: 

Die Bundeszentrale für politische Bildung leitet ihr umfangreiches Dossier über Antisemitismus ein mit dem Satz:

Mit seiner Äußerung, Israel von der Landkarte tilgen zu wollen, sorgte Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad im Oktober 2005 weltweit für Empörung.

Quelle: http://www.bpb.de/themen/GX51KQ,0,0,Antisemitismus.html 

Laut New York Times vom 30. Oktober 2005 soll der Ministerpräsident jedoch gesagt haben:

Man sagt, eine Welt ohne USA und Zionismus sei nicht möglich. Aber Sie wissen, daß das ein mögliches Ziel und eine mögliche Losung ist. [...] Unser lieber Imam sagte, das Besatzungsregime müsse von der Karte gefegt werden.“

Quelle: http://tinyurl.com/272wxg 

Der Journalist Jonathan Steele legte im Guardian vom 14. Juni 2006 nach umfangreichen Recherchen dar, daß sich das Zitat des Ministerpräsidenten zutreffend wie folgt übersetzen läßt: 

Das Regime, das Jerusalem besetzt hält, muß von den Seiten der Geschichte verschwinden.

Quelle: http://commentisfree.guardian.co.uk/jonathan_steele/2006/06/post_155.html  

Ich wies am 15. Januar 2008 die Bundeszentrale auf den Fehler hin. Sie reagierte nicht. Daher wandte ich mich am 4. Februar 2008 per Mail und Brief an die Fachvorgesetzte des Präsidenten der Bundeszentrale, Frau Ministerialrätin Dagmar Hesse. Sie blieb ebenfalls untätig. 

Daher beschwere ich mich heute, am 19. Februar 2008, über beide Ihnen unterstellten Personen wegen Untätigkeit in wichtiger Sache. 

Ich bitte 1. um eine Eingangsbestätigung; 2. um Mitteilung darüber, wie Sie tätig geworden sind. 

Die gesamte erwähnte Korrespondenz, dieses Schreiben und weitere Schreiben, die die Falschzitierung und die Untätigkeit der Ihnen unterstellten Personen betreffen, stehen auf meiner Internetseite, siehe http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm .

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Immanuel Steinberg
(Anschrift)

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#Dienstaufsichtsbeschwerde 

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Petition an den Deutschen Bundestag

An den
Deutschen Bundestag
Petitionsausschuss
Platz der Republik 1
11011 Berlin

Die Beschwerde betrifft das von der Bundeszentrale für politische Bildung im Internet unter der Adresse http://www.bpb.de/themen/GX51KQ,0,0,Antisemitismus.html  veröffentlichte Antisemitismus-Dossier...

Arbeiterfotografie, T:I:S, 14. Februar 2008

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#Petition 

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Ahmadinedschad-Zitate

Arbeiterfotografie hat auf ihren Brief an die Bundeszentrale für politische Bildung überwiegend positive Reaktionen bekommen.

Horst Helas von der Rosa-Luxemburg-Stiftung hat Ahmadinedschad zitiert - allerdings falsch, meinte Arbeiterfotografie, und belegte ihre Meinung sorgfältig. Nach zahlreichen vergeblichen Mails reagierte die Stiftung "mit Befremden" und monierte "den Ton und die Art" des Arbeiterfotografie-Schreibens. 

Korrespondenz mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung und Link zum Artikel mit Falschzitierung: hier, unter "Resonanz".

T:I:S, 6. Februar 2008, ergänzt am 8. Februar 2008

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#Zitate 

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Mahmud Ahmadinedschad sagte:

"Das Besatzungsregime muß von den Seiten der Geschichte verschwinden."

Arbeiterfotografie hat ermittelt:

In der Formulierung "Israel von der Landkarte tilgen", wie sie in den Medien tausendfach widergekäut wird, stecken drei Fehler:

statt Israel müßte es heißen: Besatzungsregime
statt Landkarte müßte es heißen: Bühne oder Seiten der Geschichte
statt tilgen müßte es heißen: verschwinden
 

Dem Original wesentlich näher wäre also die Formulierung: "Das Besatzungsregime muß von den Seiten der Geschichte verschwinden."

Die Übersetzung der New York Times (the occupying regime must be wiped off the map) enthält zwei Fehler. Korrekt ist der Begriff Besatzungsregime. Die MEMRI-Übersetzung (this regime that is occupying Qods must be eliminated from the pages of history.) enthält einen Fehler. Das ist das aktive Wort eleminieren statt des passiven Wortes verschwinden.

Das Original der Rede Ahmadinedschads auf Persisch findet sich bei der ISNA, Iranian Students News Agency und als .doc-Kopie bei Steinbergrecherche hier. Juan Cole hat das Originalzitat lateinisch transkribiert und ins Englische übersetzt:

The phrase he then used as I read it is "The Imam said that this regime occupying Jerusalem (een rezhim-e ishghalgar-e qods) must [vanish from] from the page of time (bayad az safheh-ye ruzgar mahv shavad)."

Ahmadinejad was not making a threat, he was quoting a saying of Khomeini and urging that pro-Palestinian activists in Iran not give up hope-- that the occupation of Jerusalem was no more a continued inevitability than had been the hegemony of the Shah's government.

Zu Deutsch: Das Besatzungsregime muß von den Seiten der Geschichte verschwinden.

T:I:S, 4. Februar 2008; ergänzt am 6. Februar 2008

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#Mahmud 

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Zwei Fragen an die zuständige Ministerialrätin im Bundesministerium des Innern 

Per Briefpost an das
Bundesministerium des Innern

Dienstsitz Berlin
z. Hd. Frau Ministerialrätin Dagmar Hesse
Referat G I 5, Politische Bildung; Prävention und gesellschaftlicher Zusammenhalt
Alt-Moabit 101 D
10559 Berlin
 
per E-Mail an poststelle(at)bmi.bund.de
Cc: presse(at)bpb.de , arbeiterfotografie@t-online.de , guenter.schenk(at)web.de
   

Betrifft: Bundeszentrale für politische Bildung, gefälschte Ahmadinedschad-Aussagen; alle Zitate, Quellen und Links unter http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm  

 

Hamburg, 4. Februar 2008

Sehr geehrte Frau Hesse,

ihrem umfangreichen Internet-Dossier mit dem Titel "Antisemitismus" stellt die Bundeszentrale für politische Bildung den Satz voran:

Mit seiner Äußerung, Israel von der Landkarte tilgen zu wollen, sorgte Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad im Oktober 2005 weltweit für Empörung.

Ich schrieb deshalb der Bundeszentrale für politische Bildung am 15. Januar 2008 in einem offenen Mail:

„Tatsächlich herrschte im Oktober 2005 weltweite Empörung. Sie hatte alle westlichen Agenturen und alle wichtigen westlichen Medien erfaßt. Indes: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat weder im Oktober 2005, noch vorher oder nachher geäußert, was Sie ihm zuschreiben: Die New York Times vom 30. Oktober 2005 hat die gemeinte Ahmadinedschad-Rede vollständig wiedergegeben. Die einschlägigen Passagen daraus hat Arbeiterfotografie veröffentlicht und wie folgt ins Deutsche übersetzt:

Man sagt, eine Welt ohne USA und Zionismus sei nicht möglich. Aber Sie wissen, daß das ein mögliches Ziel und eine mögliche Losung ist. [...] Unser lieber Imam sagte, das Besatzungsregime müsse von der Karte gefegt werden.“

Text und Kontext laut New York Times ergeben: Der iranische Präsident Ahmadinedschad hat auf Beseitigung des israelischen Besatzungsregimes in Palästina abgestellt und keineswegs geäußert, er wolle „Israel von der Landkarte tilgen“.

Ich machte der Bundeszentrale für politische Bildung deutlich, daß es sich bei ihrer fehlerhaften Wiedergabe der Äußerung des Präsidenten Ahmadinedschad um gefährliche Demagogie handele, die Teil des Krieges gegen den Iran sei, der bereits begonnen habe – nämlich mit der möglicherweise wichtigsten, der vorbereitenden Propaganda-Phase. Überdies erweise die Bundeszentrale mit ihrer fehlerhaften Wiedergabe der Ahmadineschad-Äußerung dem Kampf gegen Judäophobie einen Bärendienst. 

Die Bundeszentrale hat auf mein Schreiben nicht reagiert. Auf zwei weitere Schreiben zum gleichen Thema, veröffentlicht auf meiner Internetseite hier und hier, hat sie nach meiner Kenntnis ebenfalls nicht reagiert. Insbesondere ließ sie die Frage unbeantwortet, worauf sie ihre Behauptung über die Äußerung des Präsidenten Ahmadinedschad denn stütze. 

Ich habe die Bundeszentrale am 30. Janaur 2008 über den Sachstand informiert, siehe meine Internetseite. Auch auf dieses Schreiben reagierte die Bundeszentrale nicht.

Bitte teilen Sie mir daher mit, ob Sie fach- und dienstaufsichtlich billigen:

1.      daß die Bundeszentrale für politische Bildung dem Präsidenten eines  Landes in einem Krisengebiet eine Aussage zuschreibt, die er nicht gemacht hat und deren Verfälschung geeignet ist, die Krise zu verschärfen;

2.      daß die Bundeszentrale für politische Bildung auf vier ihr zugegangene und veröffentlichte Mails, in denen sie eines friedensgefährdenden Fehlers beschuldigt wird, nicht reagiert.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Immanuel Steinberg
(Anschrift)

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#Zwei Fragen

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Noch am 2. Februar 2008 antwortete Frau Daniela Alexandra Pietsch von der Pressestelle des Bundesministeriums des Innernauf die Mail an den Pressesprecher: "Die Fachaufsicht über die Bundeszentrale für politische Bildung führt in unserem Haus das Referat G I 5, für dienstliche Belange ist die Arbeitsgruppe Z 1 zuständig."

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An den Pressesprecher des Bundesministeriums des Innern

presse(at)bmi.bund.de

Hamburg, 2. Februar 2008

Sehr geehrter Herr Paris,

bitte teilen Sie mir mit, welche Dienststelle innerhalb Ihres Ministeriums der Bundeszentrale für politische Bildung fach- und dienstvorgesetzt ist.

Mit bestem Dank im Voraus und freundlichen Grüßen

Thomas Immanuel Steinberg

T:I:S, 2. Februar 2008

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Kriegstreiber-Zentrale

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat auf drei offene Briefe zu offenbar gefälschten Ahmadinedschad-Zitaten, siehe unten, bisher nicht  reagiert. Mit einem angeblichen, offenbar gefälschten Ahmadinedschad-Zitat leitet sie ihr Dossier über Antisemismus ein, das vor allem Lehrern als Unterrichtsmaterial dienen soll - und wohl leider auch dient.

Die Bundeszentrale vertreibt u.a. eine Lizenzausgabe der jüngsten Schmähschrift von Henryk M. Broder gegen 1,5 Milliarden Muslime mit dem Titel Hurra, wir kapitulieren. Broder setzt die iranischen Herrscher mit dem Nazis gleich und beruft sich dabei auf die gleichen, offenbar gefälschten Ahmadinedschad-Zitate. Er selbst verhöhnt, ebenso wie die Nazis, den rechtsstaatlichen Grundsatz der Gleichbehandlung aller Bürger vor dem Gesetz. (1)

Broder ist Zionist.

T:I:S, 30 Januar 2008

Anmerkung

(1) "Die Vorstellung, ein Unschuldiger könnte jahrelang festgehalten werden, ist ein Albtraum. Andererseits übersteigt die Idee, man könnte dem Terror nur mit rechtsstaatlichen Mitteln beikommen, die Grenze zum Irrealen. Es ist, als ob man die Feuerwehr auffordern würde, sich bei ihren Einsätzen an die Straßenverkehrsordnung zu halten und auf keinen Fall eine rote Ampel zu überfahren." Henryk M. Broder: Hurra, wir kapitulieren. Von der Lust am Einknicken. Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, Band 616, S. 124

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#Kriegstreiber 

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Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann 

Israel tilgt Palästina von der Landkarte

An die Bundeszentrale für politische Bildung
schilling(at)bpb.de, redaktion(at)bpb.de, presse(at)bpb.de, info(at)bpb.de - per Mail

17. Januar 2008 

Sehr geehrter Herr Schilling, sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion und der Pressestelle,

durch Herrn Thomas Immanuel Steinberg sind wir darauf aufmerksam geworden, daß sich auf Ihrer website ein Dossier zum Thema Antisemitismus befindet, das mit den Worten eingeleitet wird: "Mit seiner Äußerung, Israel von der Landkarte tilgen zu wollen, sorgte Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad im Oktober 2005 weltweit für Empörung. Sein offener Hass gegen Israel und die Juden entlädt sich regelmäßig: in Drohungen, Anfeindungen, in einer konsequenten Leugnung und Relativierung des Holocaust. Auch jenseits des Gottesstaates wächst die Zahl der Geschichts-Revisionisten..."

Sie schreiben in Ihrem Text dem iranischen Präsidenten das Zitat zu, das besagt, der Iran wolle Israel von der Landkarte tilgen. Wir haben uns intensiv mit der Quellenlage auseinandergesetzt und sind zu dem (vorläufigen) Ergebnis gekommen, daß diese Formulierung nicht dem entspricht, was er tatsächlich gesagt hat. Aber wir wollen nicht ausschließen, daß wir etwas übersehen haben. Deshalb möchten wir Sie herzlich bitten, uns die Ihren Ausführungen zugrunde liegende Quelle zu benennen. Es ist unseres Ermessens der Wichtigkeit angemessen, der Sache auf den Grund zu gehen. Dabei möchten wir Sie bitten, die Artikel von Jonathan Steele im Guardian zu berücksichtigen, der sich auch sehr eingehend mit dem besagten Zitat auseinandergesetzt hat (eine Zusammenfassung seiner Argumentation und die Links auf seine Artikel im Guardian finden Sie unter http://www.arbeiterfotografie.com/iran/index-iran-0025.html )

Wir mögen in der Beurteilung übereinstimmen, daß der iranische Präsident seine Abscheu gegenüber Israel und dessen Politik gegenüber der palästinensischen Bevölkerung zum Ausdruck bringt. Was uns aber eindeutig falsch zu sein scheint, ist die Behauptung, er sei ein Judenhasser. Aber trotzdem: auch hier wollen wir nicht ausschließen, daß wir etwas übersehen. Deshalb auch in diesem Zusammenhang die Bitte, uns die Originalquellen zu benennen. Das gleiche gilt für den Themenkomplex Holocaustleugnung.

In diesem Zusammenhang möchten wir auf einen Sachverhalt hinweisen, der unserer Meinung nach sehr zu denken gibt. Das, was dem iranischen Präsidenten vorgeworfen wird, womit er angeblich droht, ist auf der anderen Seite bittere Realität. Es ist ganz objektiv betrachtet Palästina, das nach und nach von der Landkarte getilgt wird:


Es sieht also ganz danach aus: Israel praktiziert genau das, was es dem Iran unterstellt zu beabsichten. Israel (und seine Verbündeten) erheben den Vorwurf, der Iran wolle Israel von der Landkarte tilgen. Tatsächlich aber wird Palästina durch Israel von der Landkarte getilgt. Israel (und seine Verbündeten) werfen dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben, verfügen selber aber längst über derartige Waffen. Israel (und seine Verbündeten) führen unentwegt das Wort vom Existenzrecht Israels im Munde. Doch es ist bittere Realität, daß Israel das Existenzrecht Palästinas nicht nur in Frage gestellt, sondern die Politik Israels de fakto auf Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung abzielt (ethnische Säuberung, wie der israelische Historiker Ilan Pappe es nennt).

Wenn wir tatsächlich ein Interesse an einem friedlichen Miteinander der Menschen in Palästina bzw. Israel haben und tatsächlich aus unserer Geschichte gelernt haben, dann dürfen wir die Realtität nicht verzerrt darstellen. Und wir müssen immer damit rechnen, daß diejenigen, die ihre Interessen verfolgen, dies mit unlauteren Mitteln tun. Dafür gibt es in der Geschichte zahllose Beispiel. Und unseres Erachtens müßte es zentrale Aufgabe einer Organisation wie der Ihren, die politische Bildung und Aufklärung betreiben will, sein, hinter die Kulissen zu blicken, vor denen vielfach Theater gespielt wird, das mit der Realität recht wenig zu tun hat.

Mit freundlichen Grüßen

Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann, Arbeiterfotografie

T:I:S, 17. Januar 2008

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#Quellenangabe 

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Günter Schenk

Israel-Problematik mit deutscher historischer Verantwortung vermengt

 

An die Bundeszentrale für politische Bildung
Adenauerallee 86
53113 Bonn
info(at)bpb.de - per Mail 

Beinheim (F), 16. Jan. 08

 Sehr geehrter Damen und Herren,

... Es ist erfreulich, dass Herr Steinberg in seinem Brief an Sie ... auf den Missstand der häufig wiederholten Falschzitate einer Rede des iranischen Staatspräsidenten hinweist. Dieser Missstand ist besonders verwerflich, wenn er von einer öffentlichen, staatlichen Stelle unseres Landes unkritisch kolportiert wird. 

Dies ist, zum wiederholten Mal, bei Ihnen der Fall. Nicht nur fehlt es in Ihren Veröffentlichungen weitgehend an einer kritischen Beleuchtung und Hinterfragung der von interessierter Seite (i.e. staatlicherseits: Israels) vorangetriebenen Antisemitismus-Debatte, sondern schon in den Voraussetzungen zu einer Debatte wagt sich die bpb in eine Manipulation, indem Sie falsch übersetzte (in diesem Fall vom internationalen Übersetzungsdienst „memri“ – der Gründung eines früheren führenden Mannes des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad) Texte heranziehen.

Dies dient aber gewiss nicht dem Interesse der Ihnen als bpb gestellten Aufgaben. Die sind viel zu wichtig, gerade auch in Hinblick auf einen aus dem Ruder laufenden Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, besonders bei Jugendlichen im Osten unseres Landes (aber nicht nur dort!), sondern einer Entwicklung zur Islam-Feindlichkeit, die in ihren Ausprägungen sehr an den aufkeimenden preußischen Antisemitismus des 19. Jahrhunderts erinnert. So machen Vergleiche zwischen dem Diskurs von bekannten Schürern der Islam-Feindlichkeit wie Henryk M. Broder, Ralph Giordano und vielen anderen mit, beispielsweise, Wilhelm Marr (1819-1904) eine Ähnlichkeit überdeutlich. Peinlicherweise beziehen Sie sich in Ihrer Studie sogar auf eben jenen H. M. Broder und übernehmen (von wem eigentlich?) die These vom „linken Antisemitismus“. Auch übernehmen Sie offensichtlich Broders These, Kritik an Israel sei per se Antisemitismus. 

Wenn Sie – nicht ganz unberechtigt, jedoch wenig hilfreich – Iran als „Gottesstaat“ bezeichnen, so müssten Sie zumindest auf eine tatsächliche Ähnlichkeit in der Verfasstheit Irans und Israels hinweisen: auch Israel ist, wenn man Ihre Maßstäbe ansetzt, ein „Gottesstaat“, auf keinen Fall aber ein säkularer Staat. In Israel gelten die Gesetze der Halacha, im Prinzip der islamischen Scharia vergleichbar. Von einem „code civil“ kann gerade in Israel keine Rede sein. 

Mehr Sensibilität, wenn nicht historische Kenntnis, ist von der Bundeszentrale für politische Bildung zu erwarten als bei der immer wieder zu beobachtenden unzulässigen Vermengung der Israel-Problematik mit deutscher Verantwortung aufgrund des Massenmordes an Juden der Nazis. Fehler auf diesem Gebiet sind besonders folgenreich, wenn man bedenkt, dass der Staat Israel gegründet wurde auf Terror und Massenvertreibung mit bis heute nicht gesühnten Verbrechen an den eingeborenen Palästinensern (siehe das wichtige Werk des israelischen „new historian“ Ilan Pappe (Univ. Haifa) „Die ethnische Säuberung Palästinas“.  

Herrn Steinbergs Kritik kann ich darum nur unterstützen.  

Günter Schenk 

F-67930 Beinheim
Collectif judéo-arabe et citoyen pour la paix, Strasbourg
Coordination de l’Appel de Strasbourg pour une paix juste au Proche-Orient
http://www.eutopic.lautre.net/coordination/

T:I:S, 16. Januar 2008

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#vermengt

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Thomas Immanuel Steinberg

Bärendienst

Kriegspropaganda statt politischer Bildung

 

An die Bundeszentrale für politische Bildung
Adenauerallee 86
53113 Bonn

info(at)bpb.de - per Mail

Hamburg, 15. Januar 2008

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihrem umfangreichen Internet-Dossier mit dem Titel "Antisemitismus" stellen Sie den Satz voran:

Mit seiner Äußerung, Israel von der Landkarte tilgen zu wollen, sorgte Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad im Oktober 2005 weltweit für Empörung. (1)

Tatsächlich herrschte im Oktober 2005 weltweite Empörung. Sie hatte alle westlichen Agenturen und alle wichtigen westlichen Medien erfaßt. 

Indes: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat weder im Oktober 2005, noch vorher oder nachher geäußert, was Sie ihm zuschreiben: 

Die New York Times vom 30. Oktober 2005 hat die gemeinte Ahmadinedschad-Rede vollständig wiedergegeben. Die einschlägigen Passagen daraus hat Arbeiterfotografie veröffentlicht (2) und wie folgt ins Deutsche übersetzt: 

Man sagt, eine Welt ohne USA und Zionismus sei nicht möglich. Aber Sie wissen, daß das ein mögliches Ziel und eine mögliche Losung ist. [...] Unser lieber Imam sagte, das Besatzungsregime müsse von der Karte gefegt werden. Und das war eine sehr weise Äußerung. Wir können mit dem Thema Palästina keine Kompromisse machen. [...] Unser lieber Imam zielte auf das Herzstück des Weltunterdrückers in seinem Kampf und meinte damit das Besatzungsregime. Ich habe keinen Zweifel, daß die neue Bewegung, die in Palästina begonnen hat - und wir nehmen das auch in der islamischen Welt wahr - den Schandfleck aus der islamischen Welt enfernen wird.

Arbeiterfotografie kommentiert:

Es wird klar. Die Äußerungen des iranischen Präsidenten sind in den Medien manipuliert wiedergegeben. Irans Präsident bezeichnet die Beseitigung der Regime, die in Israel und den USA an der Macht sind, als mögliches Ziel. Das ist richtig. Aber nirgends fordert er die Beseitigung oder Auslöschung Israels. Er macht deutlich, daß Veränderungen möglich sind. Das von den USA gestützte Schah-Regime in seinem eigenen Land wurde überwunden. Das östliche Herrschaftssystem der Sowjetunion kollabierte. Die Herrschaft Saddam Husseins ging zu Ende. Und so gibt er der Hoffnung Ausdruck, daß auch in Israel bzw. Palästina Veränderungen möglich sein werden. Ayatollah Khomeini zitiert er unter Bezugnahme auf das Schah-Regime, der in diesem Zusammenhang davon gesprochen habe, das Regime (also das Schah-Regime) müsse beseitigt werden.

Gewiss, Ahmadinedschad überträgt diese Äußerung hinsichtlich eines Regierungswechsels auch auf das besetzte Palästina. Das muß erlaubt sein. Sich in einem Land andere Verhältnisse zu wünschen, ist weltweit durchaus an der Tagesordnung. Aber aus der Forderung nach Beseitigung eines 'Regimes' die Forderung nach Beseitigung eines Staates zu konstruieren, ist grobe Irreführung. Das ist gefährliche Demagogie. Das ist Teil des Krieges gegen den Iran, der ... bereits begonnen hat - nämlich mit der möglicherweise wichtigsten, der vorbereitenden Propaganda-Phase.

Ich stimme dem Kommentar zu. 

Sie, sehr geehrte Damen und Herren, erweisen überdies mit Ihrer fehlerhaften Wiedergabe der Ahmadineschad-Äußerung dem Kampf gegen Judäophobie einen Bärendienst. 

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Immanuel Steinberg

T:I:S, 15. Januar 2008

Anmerkungen

(1) Der Vorspann der Bundeszentrale für politische Bildung zu ihrem Dossier über Antisemitismus lautet vollständig:

Antisemitismus

Mit seiner Äußerung, Israel von der Landkarte tilgen zu wollen, sorgte Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad im Oktober 2005 weltweit für Empörung. Sein offener Hass gegen Israel und die Juden entlädt sich regelmäßig: in Drohungen, Anfeindungen, in einer konsequenten Leugnung und Relativierung des Holocaust.

Auch jenseits des Gottesstaates wächst die Zahl der Geschichts- Revisionisten. Selten treten sie so offen in Erscheinung wie die rechtsextreme NPD, als sie die Luftangriffe auf deutsche Städte Anfang 2005 im Sächsischen Landtag als "Bomben-Holocaust" bezeichnete. Um so stärker blüht ein latenter Antisemitismus im Verborgenen, in Andeutungen, Codes, Vergleichen. So spricht manch ein Globalisierungskritiker von "einflussreichen Kreisen an der Ostküste" – und appelliert damit an alte, antijüdische Vorurteile über eine angeblich eingeschworene Gemeinschaft.

Im Alltag äußert sich ein neuer Antisemitismus, oft verpackt als Israelkritik oder als Wunsch, "mit der Vergangenheit abzuschließen". Wie der Publizist Henryk M. Broder jüngst feststellte: "Der moderne Antisemit leugnet nicht den Holocaust, sondern benutzt ihn als Argument gegen die Juden."

Das Dossier gibt Einblicke in die Geschichte und Gegenwart des Antisemitismus. Es untersucht seine Wandlungen und hilft, ihn zu entlarven.

Vgl. hierzu auch Henryk M. Broder , URL: http://www.steinbergrecherche.com/henrykbroder.htm . Dank für den Hinweis an Schmidt-Polyglott

(2) Arbeiterfotografie, URL: http://tiny.cc/lu33k , zitiert folgende Auszüge aus der Rede:

"They say it is not possible to have a world without the United States and Zionism. But you know that this is a possible goal and slogan. Let’s take a step back. [[[ We had a hostile regime in this country which was undemocratic, armed to the teeth and, with SAVAK, its security apparatus of SAVAK [the intelligence bureau of the Shah of Iran’s government] watched everyone. An environment of terror existed.]]] When our dear Imam [Ayatollah Ruhollah Khomeini, the founder the Iranian revolution] said that the regime must be removed, many of those who claimed to be politically well-informed said it was not possible. All the corrupt governments were in support of the regime when Imam Khomeini started his movement. [[[ All the Western and Eastern countries supported the regime even after the massacre of September 7 [1978] ]]] and said the removal of the regime was not possible. But our people resisted and it is 27 years now that we have survived without a regime dependant on the United States. The tyranny of the East and the West over the world must should end, but weak people who can see only what lies in front of them cannot believe this. Who could believe that one day we could witness the collapse of the Eastern Empire? But we have seen its fall during our lives and it collapsed in such a way that we have to refer to libraries because no trace of it is left. Imam [Khomeini] said Saddam must go and he said he would grow weaker than anyone could imagine. Now you see the man who spoke with such arrogance ten years ago that one would have thought he was immortal, is being tried in his own country in handcuffs and shackles [[[ by those who he believed supported him and with whose backing he committed his crimes ]]]. Our dear Imam said that the occupying regime must be wiped off the map and this was a very wise statement. We cannot compromise over the issue of Palestine. Is it possible to create a new front in the heart of an old front. This would be a defeat and whoever accepts the legitimacy of this regime [Israel] has in fact, signed the defeat of the Islamic world. Our dear Imam targeted the heart of the world oppressor in his struggle, meaning the occupying regime. I have no doubt that the new wave that has started in Palestine, and we witness it in the Islamic world too, will eliminate this disgraceful stain from the Islamic world."

New York Times, URL: http://tiny.cc/Iu2NC

Einschübe in eckigen Klammern von der New York Times; Passagen in dreifach eckigen Klammern fehlen in der bei Arbeiterfotografie weiter unten wiedergegebenen MEMRI-Fassung, die vielfach die Grundlage für die weltweite Kriegspropaganda gegen den Iran lieferte. 

Das Original der Rede Ahmadinedschads auf Persisch findet sich bei der ISNA, Iranian Students News Agency und als .doc-Kopie bei Steinbergrecherche hier

Mehr bei SteinbergRecherche zu den kriegspropagandistischen Falschübersetzungen unter Judäophobie , passim, URL: http://www.steinbergrecherche.com/judaeophobie.htm 

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#Baerendienst 

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