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Materialsammlung zu China, Tibet und dem Dalai Lama

Mit zahlreichen, teils historischen Fotografien

Andreas Hauß, T:I:S, 5. September 2009. Siehe auch Material, u.a. Links zu kompletten englischsprachigen Standardwerken online

*

Thomas Immanuel Steinberg

Der Dalai Lama

Kontroversen um eine Persönlichkeit*

Mit Links zum Material und Karten (jeweils durch Anklicken vergrößern)

1. Die Person 

Der Dalai Lama, geboren 1935 als Lhamo Dhondrub, Mönch geworden unter dem Namen Tenzin Gyatso, wirkt freundlich und lebenslustig, und manchmal befremdlich, weil er unerwartet vor sich hin kichert. 

Der Dalai Lama hört auch auf ein Orakel, glaubt sich wiedergeboren und liest aus den Sternen. Mir liegt das fern, doch einer meiner Bekannten, ein Gewerkschafter mit ausgeprägtem Klasseninstinkt und Mut, glaubt ebenfalls an Sternzeichen. Er ist mir dennoch lieb und teuer. 

Der Dalai Lama hingegen hatte, soweit ich weiß, nie einen mutigen Gewerkschafter zum Freund, dafür aber zwei finstere Gestalten. Da ist einmal Bruno Beger, er lebte von 1911 bis 2004, ein Rassekundler. 1971 verurteilte ihn das Landgericht Frankfurt am Main als Nazi-Kriegsverbrecher zu drei Jahren Haft. 

Der Dalai Lama pflegte bis in die 1990er Jahre hinein regen Kontakt zu Beger, man traf einander, vermittelt durch Heinrich Harrer [ebenfalls ein Nazi und Dalai-Lama-Freund, T:I:S], mehrfach zu persönlichen Gesprächen. Unter dem Titel Meine Begegnungen mit dem Ozean des Wissens legte Beger sogar eine eigene Denkschrift darüber vor. (1)

Der andere Finsterling ist Shoko Asahara, der Führer von Aum (sprich Om) Shinrikyo, einer japanischen Endzeit-Sekte. Die Sekte verübte am 27. Juni 1994 ein Giftgasattentat in der Tokioter U-Bahn, bei dem sieben Menschen starben und mehr als zweihundert Menschen bleibende körperliche Schäden erlitten. Jahrelang hatten der Führer und seine Sekte durch zahlreiche Verbrechen Millionen angehäuft und dieses gräßlichste von allen vorbereitet. 

1989, fünf Jahre zuvor, hatte die exil-tibetische Regierung unter der Hoheit des Dalai Lama die Sekte und ihren Führer mit einem Empfehlungsschreiben an die japanische Steuerbehörde versehen. Der Dalai Lama selbst, mit Shoko Asahara befreundet, unterschrieb folgendes Laissez-passer: 

AUM strebt nach meiner Kenntnis an, das öffentliche Bewußtsein durch religiöse und soziale Aktivitäten zu fördern. Neben dem Angebot intensiver Meditationsanleitung praktizieren die AUM-Mitglieder auch die Traditionen des Mahayana-Buddhismus. AUM hat auch großzügige Spenden bereitgestellt für unsere buddhistische Exil-Gemeinschaft... (2) 

Womit wir beim Buddhismus wären, doch schnell ist noch Roland Koch zu erwähnen, der Dalai-Lama-Freund, von dem die Muslime in unserem Lande Anfang 2008 zu hören bekamen: 

Das Schlachten in der Wohnküche oder in unserem Land ungewohnte Vorstellungen zur Müllentsorgung gehören nicht zu unserer Hausordnung. (3)

2. Im Geflecht des Buddhismus 

Seinen deutschen Anhängern gilt der Buddhismus als friedliebend und der Gewalt abhold. Auch würden  Buddhisten andere Religionen tolerieren. Das mag vielfach so sein. Gilt es auch für den tibetischen Buddhismus? 

Der bereits am Rande erwähnte Heinrich Harrer, 1912 bis 2006, Bergsteiger, Judenhasser und Alt-Nazi, ein Freund des jungen wie des alt gewordenen Dalai Lama, veröffentlichte 1953 den Bestseller "Sieben Jahre in Tibet". Er beschreibt dort die feudalen Praktiken der tibetischen buddhistischen Mönche und des tibetischen buddhistischen Adels: Handabhacken, Einnähen in einen Sack , Ertränken auch für geringfügig anmutende Vergehen gegen die religiöse und weltliche Ordnung. (4)

Das soll sich im tibetischen Exil, in Dharamsala bei McLeod Ganj in Nordindien, geändert haben. Doch der "Stern" berichtete anläßlich des letzten Besuchs des Dalai Lama in Frankfürt und hier in Marburg von Übergriffen auf eine Fraktion der tibetischen Exil-Buddhisten, auf die Dorje-Shugden-Sekte. Toleranz, Glaubensfreiheit, Demokratie gar scheinen dem Bericht nach den Exil-Machthabern unter der geistlichen Führerschaft des Dalai Lama fern zu liegen. (5) Der Stern-Bericht deckt sich mit dem, was Colin Goldner über Dharamsala und die Unterrückung der Dorje-Shugden-Sekte zusammengetragen hat. (6)

Ich vermag das Geflecht des Buddhismus in keiner Hinsicht zu entflechten. Goldner urteilt über die Exil-Zustände, es gehe nicht um Religiöses, sondern bloß um Geld und Macht.

3. Die Politik

Um Geld und Macht gehe es ihm nicht, sagt der Dalai Lama. Die chinesische Militärdiktatur solle Tibet im gesamtstaatlichen chinesischen Rahmen wahre Autonomie gewähren. Andernfalls werde die tibetische Kultur untergehen, so seine Befürchtung. Was die tibetische Sprache und die aus der Devanagari abgeleitete Schrift, ihren Gebrauch und ihre Pflege unter chinesischer Herrschaft anlangt, so kann mein Mitreferent Professor Dr. Michael Hahn sicher Einiges darlegen.

Mit Kultur im Übrigen dürfte der Dalai Lama die religiösen und weltlichen Praktiken meinen, die Tibeter zum Beispiel von Chinesen oder Hessen unterscheiden. Ein Problem dabei: Kulturelles ist mit Gesellschaftlichem eng verwoben. Kulturelle Veränderung, vom Dalai Lama als kulturelle Überfremdung wahrgenommen, geht immer einher mit gesellschaftlicher Veränderung, mit dem Übertritt von einer Gesellschaftsformation in eine andere, oder auch, in kritischer Betrachtung, mit dem Überstülpen einer neuen Gesellschaftsform über eine traditionelle Gesellschaft. (7) 

Zur Veranschaulichung des Problems: Haben die USA Hessen nach 1945 „amerikanisiert“? Oder setzte sich nach 1945 in Hessen verstärkt der Kapitalismus durch?

Die chinesische Militärditatur hat China, regional unterschiedlich stark, aber insgesamt gesehen stark, kommerzialisiert und industrialisiert. Sie hat die dafür erforderliche Verkehrsinfrastruktur geschaffen, die Kommunikationswege und den Verwaltungsapparat. Dort, wo eine nicht-chinesische Muttersprache überwiegt, dient das Chinesische (in verschiedenen Ausprägungen) als Lingua Franca, als Handels- und Verwaltungssprache, einfach der Durchsetzung des gesamtnationalen gesellschaftlichen Wandels wegen. Siehe Karte Sprachgruppen in China 

Auch nach Tibet, ins Hochgebirge, wurde eine Eisenbahn gebaut. Straßen, Verarbeitungsbetriebe, moderne Gebäude wurden errichtet, Warenströme ergossen sich über die überwiegend landwirtschaftlich Tätigen. Flapsig gesagt: Bei so einer Umwälzung geht viel Kulturelles verloren, aber das doch zunächst einmal ebenso wie in andern Gegenden auch. 

Freilich kamen mit der Umwälzung Han- und Hui-Chinesen, also Mehrheits-Chinesen und muslimisch geprägte, ansonsten ähnliche Chinesen, nach Tibet. Colin Mackerras hat sich mit den Minoritäten und ihrer Integration in China befaßt, insbesondere mit den Uiguren und den Tibetern: 

There is, however, one matter concerning Han immigration to both Xinjiang and Tibet that requires emphasis. Whatever the population statistics reveal, there is a perception in both regions of large-scale Han immigration. Perhaps more importantly, local people – Uygurs and Tibetans – resent this immigration furiously. Local minority people have often told me that they think there are too many Chinese immigrants, that too many more are coming, that they dominate things far too much, and that they take up far too many scarce resources. Goldstein (1997: 94) noted that Tibetans complain about the flood of non-Tibetans (both Han and Hui) who are taking over the local economy and become the main beneficiaries of the new growth in this region. Becquelin (2000: 84) also claims that in every rural township he visited in the south of Xinjiang, Uygur farmers ‘complained bitterly about the increased scarcity of water created by the influx of Han farmers’. (8)

Der von Tibetern gefühlten Überfremdung stehen (ältere) Angaben der Zentralregierung entgegen. 

In the case of Tibet, these claims have some basis in truth, but they are even more exaggerated than claims about Xinjiang. The 1990 census showed 80,837 registered Han people in Tibet, which was 3.68 per cent of a total population of 2,196,029. The area of Tibet with the highest number and proportion of Han was Lhasa, where the Han people numbered 44,945, which is 11.95 per cent of a total of 375,985. The 2000 census had the Han population in Tibet at 155,300, or 5.9 per cent of a total of 2,616,300. Some Han were sent as technicians to Tibet in the 1950s and 1960s. In the first half of the 1980s, however, the number of Han people in Tibet actually dropped by more than 40 per cent, declining from 122,356 in 1980 to 70,932 in 1985 (Mackerras 1994: 252). According to Goldstein (1997: 94), another major influx began in 1985 as a result of rapid economic development.

Inzwischen scheinen allerdings viele Han-Chinesen als Techniker mindestens vorübergehend nach Tibet zu ziehen: 

The Han population in Tibet appears to consist mainly of economic technicians or ‘floating population’. During visits to Lhasa in 1997 and 2002, I was very struck by how Sinicized and modernized Tibet had become since my visits in 1985 and 1990, with many obviously Han people observable. However, it is valid to emphasize the point made by Yan Hao (2000: 34) that few Han technicians remain in Tibet after the completion of their particular project. (9)

Der Zustrom von Technikern, auch ihr nur zeitweiliger Aufenthalt, verweist auf den sozioökonomischen Abstand zu den überwiegend bäuerlichen Tibetern. Spannungen sind in einer solchen Situation nahezu unausbleiblich, und sie scheinen sich, pünktlich zur Olympiade 2008, in Gewaltakten nicht der ortsansässigen Chinesen gegen die Tibeter, sondern der buddhistisch geprägten Autochtonen gegen die Zuwanderer entladen zu haben. Die tibetischen Angriffe wurden dann mit zentralchinesischer Militärgewalt beendet. (10) 

4. Tibet 

Exiltibeter und chinesische Regierung stellen die Frage der Zugehörigkeit Tibets zu China unterschiedlich dar. John Powers zeigt, daß sich beide Seiten sowohl plausibler, als auch absurder Argumente zur Stützung ihrer jeweiligen Positionen bedienen, zum Beipiel rund um die Vereinbarungen und den chinesischen Einmarsch in Tibet 1950. (11) Vor allem aber ziehen beide unterschiedliche Schlüsse, selbst aus unstrittiger zeitweiliger Zugehörigkeit, Autonomie oder annähernder Unabhängigkeit.

Mit einem Blick auf Geographie, Bodenschätze, Besiedlung, geostrategische Rolle chinesischer Randregionen und Lage Chinas in Asien will ich Ihnen die zentralchinesische Furcht vor dem Dalai Lama und der tibetischen Exilregierung, vor allem aber vor deren Unterstützern nahe bringen.

Wasser. Siehe Karte Quellgebiet Tibet

Der Hauptkamm des Himalaya in und südlich von Tibet ist nicht die Wasserscheide in diesem Teil Asiens. Vielmehr fließen die in Tibet entspringenden Flüsse um den Hauptkamm herum oder durch ihn hindurch nach Süden. 

Einen merkwürdigen Verlauf haben die Ströme Brahmaputra (Tsangpo)  und Indus. Beide Flüsse entspringen in der Nähe des Kailash in Tibet. Der Brahmaputra (in Tibet heißt er Tsangpo) nimmt seinen Weg auf der Nordseite des Himalaya nach Osten, bis er schließlich ganz im Osten beim Namcha Barwa einen Durchbruch nach Süden zum indischen Ozean findet. Der Indus [siehe Karte Der Indus] nimmt seinen Weg ebenfalls auf der Nordseite des Himalaya nach Westen, durchbricht das Gebirge an der Grenze zwischen dem Himalaya (im engsten Sinne) und dem Karakorum, fließt aber auch dort noch weiter nach Westen, bis er schließlich beim Nanga Parbat das Gebirge endgültig durchstößt, um seinen Weg nach Süden zum indischen Ozean zu nehmen. Brahmaputra und Indus sammeln das Wasser der südtibetischen Hochebene, der Indus zusätzlich das Wasser des Karakorum, und führen diese dorthin, wohin auch die Wasser vom Südhang des Himalaya fließen. Die Wasserscheide zum abflusslosen Gebiet in der Mitte Asiens sowie zum Südosten Asiens ist nicht der Himalaya, sondern der weiter nördlich gelegene Transhimalaya... 

Wohin aber fließt das Wasser vom Nordhang der Hauptkette nördlich Nepals?

Mit dieser Frage kommen wir zum auffallenden Verlauf der Flüsse, welche nördlich der Hauptkette des Himalaya entspringen, nicht aber zum Tsangpo oder Indus fließen, sondern die Hauptkette direkt nach Süden durchbrechen. Als Beispiele seien genannt: der Arun östlich des Makalu, der Kali Gandaki zwischen Annapurna I und Dhaulagiri I und der Marsyangdi Khola zwischen Annapurna II und Manaslu. Das auffallendste Beispiel ist der Arun. Nördlich der Hauptkette entwässert er ein Gebiet von etwa 30.000 qkm vom Shisha Pangma bis nördl. Sikkim. 

Warum fließt dieses Wasser am Nordhang der Hauptkette aber nicht nach Norden zum Tsangpo, sondern quer durch den Hauptkamm nach Süden?

Die Geologen haben eine plausible Erklärung: Das vor etwa 60 Millionen Jahren entstandene tibetische Randgebirge war damals der wesentliche, wenn auch noch niedrige Gebirgskamm in west-östlicher Richtung. Dieser Gebirgskamm, der nördlich des heutigen Hauptkammes lag, hatte sein natürliches Entwässerungssystem nach Süden und Norden, mit dem Arun als einem der Flüsse an seinem Südhang. Der Arun mit Fließrichtung nach Süden existierte also, bevor sich der Hauptkamm des Himalaya hob. Mit der Hebung grub sich der Arun laufend tiefer in die sich hebenden Gesteinsschichten ein, und er tut dies bis zum heutigen Tag. Arun, Marsyangdi Khola und Kali Gandaki bilden mit bis zu 7000 m Höhenunterschied zu den benachbarten Achttausendern die tiefsten Schluchten der Erde. (12)

Folglich hält China mit Tibet ein Pfand in der Faust gegen seine südlichen Nachbarn, vor allem gegen Pakistan und Indien. Außerdem entspringt der Yangtze in Qinghai, fließt durch die Autonome Region Tibet und halb China und mündet dann bei Shanghai im ostchinesischen Meer, siehe Karte Yangtze und Gelber Fluß  Der Mekong entspringt ebenfalls in Qinghai, fließt durch einen großen Zipfel der Autonomen Region Tibet und dann über Myanmar / Laos / Thailand, Kamboscha und Vietnam ins südchinesische Meer, siehe Karte Der Mekong.

Die chinesische Zentralregierung wird den Wasserspender Tibet keinesfalls hergeben und Abspaltungs- oder gar Annexionsbestrebungen mit Sicherheit entgegentreten.

Bodenschätze

China fördert seit 2007 mehr Gold als Südafrika, also mehr als jeder andere Staat der Welt. In Tibets Boden sollen eine Milliarde Tonnen ertragreiches Golderz stecken, 30 bis 40 Millionen Tonnen Kupfer und 40 Millionen Tonnen Zink. Die nutzbare Wasserkraft scheint überwältigend groß. Die Hälfte der bekannten Lithium-Vorkommen in der Welt entfallen auf Tibet. (13)

Umgeben von Atommächten, siehe Karte Die Welt aus der Sicht Chinas, .pdf-Datei

Pakistan und Indien im Süden sind Atommächte, ebenso wie Nordkorea im Nordosten und Rußland im Norden. (14)

Dünne Besiedlung – durch eine Minderheit

Wie Xinjang im Westen mit den Uiguren, so ist auch Tibet mit den Tibetern von nicht-staatsnamensgebenden Völkern besiedelt, und zwar dünn besiedelt. Das sind strategische Schwachpunkte an den Rändern der Großnation. Bricht ein Rand weg, sind Kettenreaktionen zu befürchten. 

Ansteckungsgefahr

Tibeter gibt es nicht nur im Autonomen Gebiet Tibet, sondern auch auch in den Provinzen Qinghai, Gansu, Sichuan und Yunnan (Groß-Tibet in exil-tibetischer Terminologie), siehe Karte Tibet und Nachbarn 

40% des chinesischen Gesamtgebiets, darunter Tibet und Xinjang, sind nicht überwiegend von Han-Chinesen besiedelt, siehe die Karten Sprachgruppen in China und Die chinesischen Provinzen.

Historische Erfahrung siehe Karte

Mit dem Niedergang der Qing-(Mandschu-)Dynastie verlor China Mitte des 19. Jahrhunderts das Amurgebiet (Äußere Mandschurei) und die östlichen Teile Zentralasiens an Rußland. Die innere Mandschurei und Ostturkestan (Xinjang) wurden russisches Einflußgebiet. Kernchina wurde deutsches, britisches und französisches Einflußgebiet, Korea ging Ende des 19. Jahrhunderts als Schutzstaat verloren.(15) 

Japan überfiel 1931 die Innere Mandschurei und errichtete dort den Marionettenstaat Mandschukuo. Die Besetzung gipfelte 1937 im zweiten chinesisch-japanischen Krieg, der erst 1945 endete. Japaner brachten mehr Chinesen um als Deutsche Russen.

Fremdfinanzierung

Der New York Times hat der Dalai Lama 1993 gestanden, daß die tibetische Guerilla bis in die Siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts von der Central Intelligence Agency (CIA) der USA finanziert wurde. Daß die tibetischen Autonomie-/Sezessionsbewegung durch das mit Kongreßgeldern ausgestattete National Endowment for Democracy (NED) der USA bis heute mitfinanziert wird, steht außer Frage.

Schlußfolgerung

Der Dalai Lama als geistliches Oberhaupt der Exil-Tibeter fordert mehr Autonomie für Tibet um der Konservierung der tibetischen Kultur willen. Die Forderung erweckt insofern Mißtrauen, als ihre Erfüllung mit einer gesellschaftlichen Konservierung oder gar Rückbildung verbunden sein könnte zumal das Oberhaupt freundschaftlichen Umgang mit teils erzkonservativen, teils reaktionären oder sogar verbrecherischen Kreisen pflegt oder gepflegt hat.

Die chinesische Zentralregierung hat somit Grund zur Angst vor einem eigenständigeren oder gar fremdgesteuerten Tibet. 

T:I:S, 4. September 2009. Dank an die Philosophin, an Werner Krämer-Prenzlberg und Volker Bräutigam

*Beitrag zum  Politischen Salon am Freitag,  dem 4. September 2009, 18:30 Uhr, Marburg an der Lahn, vhs-Atelier. Veranstaltung mit Unterstützung des Marburger Universitätsbundes und der GEW, Kreis Marburg-Biedenkopf

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Anmerkungen  

(1) Colin Goldner: Dalai Lama – Fall eines Gottkönigs.  Aschaffenburg: Alibri, erweiterte Neuauflage 2008, S. 106

(2) Colin Goldner: Dalai Lama – Fall eines Gottkönigs.  Aschaffenburg: Alibri, erweiterte Neuauflage 2008 , S. 266. Goldner hat die Kollusion mit dem Dalai Lama auf den Seiten 251 bis 275 unter anderm anhand von Faksimiles dokumentiert. Mahayana (Großes Fahrzeug oder Großer Weg) ist eine der drei Hauptrichtungen des Buddhismus.

(3) Roland Koch (CDU) legt nach: "Schlachten in der Wohnküche" gehöre in Deutschland nicht in die "Hausordnung". ShortNews, 4. Januar 2008 

(4) Sieben Jahre in Tibet. Mein Leben am Hofe des Dalai Lama, Ullstein, Berlin 1953. Zahlreiche Neuauflagen

(5) Lichtgestalt mit Schattenseiten. Stern Nr. 32 vom 30. Juli 2009, S. 27 bis 39

(6) Colin Goldner: Dalai Lama – Fall eines Gottkönigs.  Aschaffenburg: Alibri, erweiterte Neuauflage 2008, S. 474 bis 480 und 496 bis 514. Tenzin Peljor, Vertreter des tibetischen Buddhismus im Westen, hat auf den Stern-Artikel ausführlich reagiert. Er wertet die unbestreitbaren Fakten anders. 

(7) Über Kultur als Kampfbegriff siehe Terry Eagleton: Die gefährliche Formel. Früher war Kultur eine Kraft der Versöhnung. Heute ist sie zum Kampfbegriff verkommen. Sollte sich der Westen darauf einlassen, ist das Zeitalter der Aufklärung zu Ende. Die Zeit, 20. August 2009, Nr. 35, S. 49

(8) Colin Mackerras: China’s minorities and national integration. In: Nationalism, Democracy and National Integration in China. Hrsg. von Leong H. Liew und Shaoguang Wang. London und New York: RoutledgeCurzon 2004, .pdf-Datei, S. 147 bis 169, hier S. 159

(9) Colin Mackerras: China’s minorities and national integration. In: Nationalism, Democracy and National Integration in China. Hrsg. von Leong H. Liew und Shaoguang Wang. London und New York: RoutledgeCurzon 2004, .pdf-Datei, S. 147 bis 169, hier S. 158f

(10) Belege unter China (passim), vor allem hier

(11) John Powers: History as Propaganda. Tibetan Exiles Versus the People’s Republic of China. Oxford/New York: Oxford University Press 2004, .pdf-Datei  

(12) Günter Seyffert: Die Berge des Himalaya.  Grenzgebirge aber keine Wasserscheide. Internet, ohne Datum

(13) David Eimer:

(14) siehe Atlas der Globalisierung. Berlin: taz Verlag 2007, S. 203

(15) siehe Atlas der Globalisierung. Berlin: taz Verlag 2007, S. 194

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Material

Bücher

Vollständige englischsprachige Bücher zu China/Tibet und Nepal online mit vorangestelltem Abstract unter http://www.altocirrus.de/china_tibet.html:  

Bhuddism in Contemporary Tibet Religious Revival and Cultural Identity. Ed.: Melvin C. Goldstein. Berkeley/Los Angeles/London 1998. html-Dateien, seitenweise; 

Melvyn C. Goldstein & Gelek Rimpoche History of Modern Tibet 1913-1951. The Demise of the Lamaist State. Berkeley/Los Angeles/London 1989. html-Dateien, seitenweise; 

Melvyn C. Goldstein History of Modern Tibet Volume II. The Calm before the Storm. 1951-1955. Berkeley/Los Angeles/London 2007. pdf-Datei: 2,4MB;

Melvyn Goldstein, William Siebenschuh, and Tashi Tsering The Struggle for Modern Tibet The Autobiography of Tashi Tsering. Armonk/London 1997. html-Dateien, seitenweise; 

Melvyn C. Goldstein: The Snow Lion and the Dragon China, Tibet, and the Dalai Lama. Berkeley/Los Angeles/Oxford 1997. pdf-Datei: 2,5MB;

Cambridge History of Early Inner Asia Ed.: Denis Sinor. Cambridge 2008. pdf-Datei: 27MB;

Li Onesto: Dispatches from the People’s War in Nepal London/Ann Arbor & Chicago 2005. pdf-Datei: 2,6MB; 

Nationalism, Democracy and National Integration in China Ed. Leong H. Liew & Shaoguang Wang. London/New York 2003. pdf-Datei: 1,7MB, schlechter lesbar auch hier

New Quing Imperial History The Making of Inner Asian Empire of Quing Shengde. Ed.: James A. Millward, Ruth W. Dunnell, Mark C. Elliot & Philippe Forêt. London/New York 2004. pdf-Datei: 2,5MB; 

John Powers History as Propaganda. Tibetan Exiles Versus the Peopleös Republic of China. Oxford/New York 2004. pdf-Datei: 3MB

Colin Goldner: Dalai Lama – Fall eines Gottkönigs.  Aschaffenburg: Alibri, erweiterte Neuauflage 2008, 733 Seiten, 1526 Anmerkungen, (D) 32,00 EUR. Deutsch-sprachiges Kompendium zum Dalai Lama 

Erich Follath: Das Vermächtnis des Dalai Lama. Ein Gott zum Anfassen. Rolf Heyne Collection, München 2007,  Gebunden, 320 Seiten, 19,90 EUR. Über Goldner urteilt Follath auf Seite 313 belegfrei: "Das Dalai-Lama-Hassbuch. Wer’s braucht, findet jede Menge kühne, gelegentlich paranoid klingende 'Argumente', immer gegen den Strom der herrschenden, oftmals ermüdenden Dalai-Lama-Bewunderung. Was zunächst noch interessiert und verblüfft, langweilt aber schnell. War wohl selbst der Fundamentalisten-Grünen Jutta Ditfurth zu schrill – sie stieg jedenfalls aus dem geplanten Gemeinschaftswerk aus."

Stephan Haas: Die Tibetfrage - eine Analyse der Gründe und der Rechtmässigkeit des chinesischen Einmarsches in Tibet 1950/51. Münster: Lit 1997. Auszug zur Geopolitik

 

Periodika, Webseiten

junge Welt: Zahlreiche Beiträge entweder von Colin Goldner oder gestützt auf sein Buch und die darin aufgeführten Quellen

German Foreign Policy: Zahlreiche Beiträge über die deutsche Unterstützung exil-tibetischer Autonomie- und Sezessionsbestrebungen

Victor und Victoria Trimondi, Webseite

 

Sonstige Einzelbeiträge, chronologisch absteigend

Thomas Heberer: Ethnische Minderheiten. Sonderfall Tibet. Bundeszentrale für politische Bildung, ohne Datum

Harald Martenstein: "Der Dalai Lama hatte Sex mit Barack Obama". Die Zeit, Magazin, 20. August 2009. Martenstein widerspricht der Stern-Titelgeschichte (Lichtgestalt mit Schattenseiten. Stern Nr. 32 vom 30. Juli 2009, S. 27 bis 39), die nahe legt, des Dalai Lama Freundschaft mit dem Nazi Heinrich Harrer werfe ein schlechtes Licht auf das geistliche Oberhaupt mit dem Argument, Stern-Gründer Henri Nannen habe im Völkischen Beobachter Nazi-Artkel geschrieben. "Heißt das, bis zum Tode von Henri Nannen hätte kein Mensch mit ihm befreundet sein dürfen?" Auch stelle Der Stern den Dalai Lama etwa so dar, wie man ihn sich vorstellt. Der Stern-Titel sei Effekthascherei.

Tenzin Peljor: Korrekturen und Reflexionen zum Stern-Artikel "Die zwei Gesichter des Dalai Lama - Der sanfte Tibeter und sein undemokratisches Regime". Tibetischer Buddhismus im Westen, 12. August 2009

Dalai Lama: taz-Interview vom 3. August 2009

Hessischer Rundfunk: Defizit. Spendenaufruf nach den Dalai-Lama-Auftritten in Frankfurt am Main. 2. August 2009

Dalai Lama: "Gier macht Unternehmen krank". Welt-Interview vom 20. Juni 2009

Eric Hobsbawm: "Es wird viel Blut fließen". Stern-Gespräch vom 13. Mai 2009. Voraussage eines Kriegs zwischen den USA und China

Spiegel-Gespräch mit dem regimekritischen Schriftsteller Wang Lixiong über die chinesische Minderheitenpolitik und die Unterdrückung der Meinungsfreiheit in seinem Heimatland. 27. Mai 2008. Wang lebt in China und ist mit einer Tibeterin verheiratet. Er behauptet große Unterschiede in Status, Arbeitseinstellung und Alltagsverhalten zwischen Tibetern und zugewanderten Chinesen, die zu Friktionen beitragen.

Nicolas Richter: Die Spur führt nach Washington. Wie die USA die Proteste fördern. Süddeutsche Zeitung Nr. 114 – 17./18. Mai 2008 – S. 2, nicht im Internet. "Tatsächlich fließt Geld des amerikanischen Staats an jene tibetischen Gruppen, die die chinesische Regierung für aufrührerisch hält. Und das Verbindungsglied ist nicht immer, aber oft, die Organisation NED [National Endowment for Democracy, T:I:S]. Allein im Jahr 2006 hat das Institut 293 000 Dollar an tibetische Gruppen gespendet, unter anderem an die Gu-Chum-Sum-Bewegung oder die Tibetan Women’s Association, denen Peking vorwirft, den Aufstand in Lhasa vor zwei Monaten mitgeplant zu haben. Im vergangenen Jahr zahlte NED auch 45 000 Dollar an das International Tibet Support Network, das unter anderem medienwirksame Proteste vor den Olympischen Sommerspielen koordiniert, zum Beispiel beim Fackellauf. Politisch ist diese finanzielle Unterstützung pikant, weil NED sein Geld wiederum größtenteils vom US-Kongress zugesprochen bekommt. Die Vereinigten Staaten finanzieren damit Aktionen, die Peking als destabilisierend oder im Vorfeld der Olympischen Spiele mindestens als rufschädigend empfindet. NED wird deshalb von Kritikern als reine Tamorganisation des US-Geheimdienstes CIA beschrieben. Einen Beweis dafür gibt es allerdings nicht. Dass das Geld vom Staat kommt, ist dagegen unbestritten."

Bruno Philip: Condamnations à mort un an après les émeutes de Lhassa. Le Monde, 10. April 2009. Kostenpflichtig; entsprechende AFP-Meldung vom 8. April 2009 

Bruno Philip: « Au Tibet, c'est le paradis ! ». Le Monde, 4. April 2009. Der Autor konfrontiert chinesische Propaganda mit westlichen Hinweisen auf Tatsachen. Kostenpflichtig und geklaut. Zitat: A. Tom Grunfeld, un sinologue canadien pourtant plutôt bien en cour à Pékin, publie des chiffres différents de ceux présentés à l’exposition dans son livre sur l’histoire du Tibet : « Le clergé et la noblesse formaient 20 % de la population et 60 % des Tibétains étaient des serfs. » (Et pas 95 %, donc...)

Martin Suchanek: Tibet. Nationale Frage und Klassenkampf. Neue Internationale 128, April 2008. Arbeitermacht. "Die deutschen 'inken' Freunde der chinesischen Regierung führen diese Haltung zu China fort. Während sie unter Stalin und Mao noch mit der ökonomischen Grundstruktur dieser Länder begründet wurde, einer bürokratischen Planwirtschaft, so wird neuerdings gar der chinesische Kapitalismus samt seiner rigiden Politik auf dem Rücken der ArbeiterInnen verklärt oder zumindest zum kleineren Übel erklärt. Eine solche Politik führt entgegen ihrer Intentionen keineswegs dazu, den Imperialismus oder wenigstens dem Dalai Lama erfolgreich entgegenzutreten, sondern nur zur vollständigen Unterordnung unter die Politik des chinesischen Kapitalismus, zur Aufgabe jeder revolutionären Arbeiterpolitik."

Tibet ist Teil eines großen Schachspiels. Alles Schall und Rauch. 27. März 2008. Mit Links zu Quellen und Interpretationen

Richard M Bennett: Tibet, the 'great game' and the CIA. Asia Times, 26. März 2008. "Indeed, with the CIA's deep involvement with the Free Tibet Movement and its funding of the suspiciously well-informed Radio Free Asia, it would seem somewhat unlikely that any revolt could have been planned or occurred without the prior knowledge, and even perhaps the agreement, of the National Clandestine Service (formerly known as the Directorate of Operations) at CIA headquarters in Langley... The fear that the United States, Britain and other Western states may try to portray Tibet as another Kosovo may be part of the reason why the Chinese authorities reacted as if faced with a genuine mass revolt rather than their official portrayal of a short-lived outbreak of unrest by malcontents supporting the Dalai Lama."

Nicole Graaf: Besuch des Dalai Lama. Mythos Tibet. Der Dalai-Lama ist in Deutschland. Und wie immer wird der Friedensnobelpreisträger als spiritueller Star verehrt. Warum nur? Tagesspiegel, 21. Juli 2007. "Jenseits von Gefängnismauern leben die Tibeter in Tibet einen ganz normalen Alltag. Sie feiern Feste, besuchen Verwandte, spielen mit ihren Kindern, tratschen mit Nachbarn, dreschen ihre Gerste, weiden ihre Yaks und pilgern zu Klöstern und heiligen Bergen. Nomaden rattern mit Motorrädern über holprige Landstraßen, um beim chinesischen Gemüsehändler in der nächsten Stadt einzukaufen. Tibetische Geschäftsleute sitzen mit chinesischen Kollegen beim Essen. Chinesen, die in Tibet leben, trällern die Hits tibetischer Popstars mit. Leute aus Peking und Schanghai reisen zu tibetischen Lamas und lassen sich im Buddhismus unterweisen. Von einer systematischen Zerstörung der Kultur kann also keine Rede sein. Und die Rechnung „böse Chinesen, arme Tibeter“ geht längst nicht so eindimensional auf, denn die Realität sieht sehr viel komplexer aus: Beispielsweise sind Regierungen und Verwaltungen der von Tibetern bewohnten Gegenden zumindest zum Teil mit Tibetern besetzt. Unter ihnen finden sich genauso korrupte Beamte, die staatliche Gelder in die eigenen Taschen umleiten, wie unter ihren chinesischen Kollegen. Hinterher heißt es dann allerdings in den Reports der Tibet-Organisationen, die chinesische Regierung lasse die Tibeter darben. Wenn man aber von Missständen redet, muss man schon genau hinschauen – in Tibet ebenso wie andernorts." 

Rainer Amstädter: Der schmale Grat der Erinnerung. Zwischen Hitler und Himalaya: Die Gedächtnislücken des jüngst verstorbenen Bergsteigeridols Heinrich Harrer. Zeitschrift "Datum", Januar 2006. "Herbert Fischer, der während der Lagerzeit mit Kolb und Krenek beim gemeinsamen Musizieren vertraut wurde, beschreibt noch 1997 Harrers Verhalten in Deolali [britisches Internierungslager für Feindstaatler in Nordindien, T:I:S]: „Kolb und Krenek wussten über Harrer Bescheid. Ich hatte mit ihm keinen direkten Kontakt, aber ich wurde sofort darauf aufmerksam gemacht, dass er ein doch recht gefährlicher Mann sei. Harrer war mir damals sehr unsympathisch wegen seines, wie wir es nannten, Nazigesichtes. Es wurde mir erzählt, dass Harrer, wenn er mal was getrunken hatte, sich gerühmt hat, Synagogen angezündet zu haben.“

Colin Goldner: Mythos Tibet. Wie ein diktatorisches Mönchsregime romantisch verklärt wird. diesseits, Zeitschrift für Humanismus und Aufklärung, Berlin, Nummer 49/1999, Seiten 14-15

Claudia Dreifus: Interview with the Dalai Lama. The New York Times, 28. November 1993. Sacred Texts. "Q[uestion]: In Tibet, from the late 1950's until the early 1970's, one of your brothers was involved in leading a guerrilla movement against the Chinese. In fact, the guerrillas were supported by the C.I.A. How did you feel about that?  A[nswer]: I'm always against violence. But the Tibetan guerrillas were very dedicated people. They were willing to sacrifice their own lives for the Tibetan nation. And they found a way to receive help from the C.I.A. Now, the C.I.A.'s motivation for helping was entirely political. They did not help out of genuine sympathy, not out of support for a just cause. That was not very healthy. Today, the help and support we receive from the United States is truly out of sympathy and human compassion. In spite of their desire for good relations with China, the Congress of the United States at least supports Tibetan human rights. So this is something really precious, genuine."

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Karten

Asien physisch     Die chinesischen Provinzen     Sprachgruppen in China 

Tibet und Nachbarn

Quellgebiet Tibet    Der Indus    Der Mekong    Yangtze und Gelber Fluß

Niedergang der Qing-(Mandschu-)Dynastie, .pdf-Datei

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08china.htm#Kontroversen   

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Jutta Dithfurt über den Dalai Lama

Er ist ein raffinierter Diplomat und kennt seine Jünger aus den Zentren des Kapitalismus genau, ihre soziale Ignoranz und ihre Sucht nach kritikloser Gläubigkeit, Hauptsache sie haben ein gutes Gefühl.

 jW oder Was Sache ist, T:I:S, 7. August 2009

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Dalai Lama in Marburg an der Lahn

Der Dalai Lama wird einen Ehrendoktorhut von der Universität Marburg erhalten. 

Die Humanistische Union Marburg hat eine Umfrage zum Besuch Seiner Heiligkeit in Abendrothenburg an der Lahn gestartet, links unten auf der Seite.

Die Oberhessische Presse hat ihre Umfrage offenbar schon beendet, aber das Ergebnis ist lesenswert

Auf Brights Marburg - Always look on the bright side of life - ein Kommentar zu Hut und Marburg-Besuch des vielfachen Hutträgers mit eingebettetem Video zu Tibet: Der Dalai Lama - Mythos und Wahrheit, Teil 1, acht Minuten. 

Darüber hinaus ein kritisches Flugblatt zum hohen Besuch, vollständig abgedruckt in der Oberhessischen Presse.

T:I:S, im Juli 2009

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Thomas Immanuel Steinberg

Hausbesuch von Nina und Detlef

The Epoch Times hat ein Outlet verloren  

 

Freitag Mittag, ich habe gerade Waschtag, es klingelt. Reklame? Zeugen Jehovas? Weder noch. „Wir sind von der Epoch Times“, sagt die Stimme an der Haustür – und mir fällt alles wieder ein. 

The Epoch Times ist das Blatt der Falun-gong-Sekte. Es lag gratis bei Spar in der Landesbankgalerie neben der Kasse und später bei Edeka am Großen Burstah. Das mißfiel mir, und ich wandte mich an den Geschäftsinhaber. Dem mißfiel, daß Kunden in seinen Geschäften etwas mißfällt. Ein paar Monate war das nun her, ich hatte nicht mehr nachgehakt. 

Inzwischen steht der Hausbesuch in der Wohnungstür: zwei jüngere Leute, Nina und Detlef, wie sich herausstellt. Höflich und bescheiden nehmen sie zwischen meinen Behelfswäscheständern Platz, finden den Tee mit Minze aus unserem Schrebergarten besser als den von Edeka und schauen mir sanft in die Augen. 

Politisch seien sie nicht, sie würden sich für die Menschenrechte in China einsetzen. Ein mächtiger Mann in der chinesischen Führung sei auf den Anklang für Falun gong beim Volk neidisch gewesen. Im Lande herrsche Korruption. Kapital gebe es in China gar nicht. Mit Organen von Gefangenen würde dort gehandelt. 17 000 Euro koste der Druck von Epoch Times Deutschland im Monat, alle würden ehrenamtlich arbeiten, das Geld komme von Spendern und von mühselig gesammelten Kleinanzeigen. Die Texte würden aus dem Chinesischen und Englischen gratis übersetzt. 

Schüren inner-chinesischer Konflikte von außen, Verbindungen zum National Endowment for Democracy? Das würde die chinesische Führung verbreiten, nichts davon sei wahr. 

Daß ich gottlos lebe, bestürzt Nina. Detlef bekennt sich zum Glauben an die Reinkarnation. Alles komme wieder. Ich müsse bedenken, daß auch meine Intervention beim Geschäftsinhaber einmal auf mich zurückkommen werde. Nicht im Himmel, nein. Hienieden, als Unfall zum Beispiel.

Das klinge mir aber so wie eine Verwünschung, wie ein Fluch. Nina ist abermals bestürzt. 

Als die beiden die Mäntel wieder anhaben, bedauert Detlef: Das schöne Outlet, die Edeka-Märkte, sei nun zerstört. Oh, frage ich, Sie dürfen nicht mehr auslegen? Ja eben, antworten sie. Na, sage ich, und dabei schütteln wir uns freundlich die Hand, mich freut’s. 

Als die beiden die Treppe hinuntergehen, zupfe ich an meiner tropfenden Wolljacke und begreife: Was da heute Mittag geklingelt hat, war beides auf einmal – Reklame und Zeugen Jehovas. 

T:I:S, 27. Februar 2009 

In Deutschland wird Falun gong laut Wikipedia von einem ganz bösen Finger, nämlich der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte unterstützt.

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08china.htm#Outlet  

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Volker Bräutigam

Die Wühlarbeit der Falun gong

Ossietzky, T:I:S, 9. Dezember 2008

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Thomas Immanuel Steinberg

Jan-Philipp Hein und China  

Jan-Philipp Hein hat zusammen mit Sabine Pamperrien und mit Unterstützung der Falun-Gong-Sekte die Kampagne gegen zunächst die Deutsche-Welle-Journalistin Danhong Zhang und dann gegen das China-Programm der Deutschen Welle gestartet. Die Kampagne gipfelte in einer Serie offener Briefe an den Bundestag, einer verfaßt vom „Autorenkreis der Bundesrepublik" der Broder, Baring und Giordano, gipfelnd in der Forderung nach Zensur der Deutschen Welle und Entfernung aller dort angeblich tätigen kommunistisch Infizierten.

Substanzlose Vorwürfe

Zwar haben die für solche Fragen ausschließlich zuständigen Deutsche-Welle-Gremien mit gewaltigem Aufwand und aus Steuermitteln mehr als 10 000 Sendungen der Chinaredaktion rückübersetzen und auf kommunistische Inhalte flöhen lassen müssen. Sie kamen aber zu dem eindeutigen Schluß, daß an den Vorwürfen nichts dran isteinfach nichts, .pdf-Dateien. Siehe auch China passim.

Ausschuß über Ausschuß

Und dennoch: Im Reichstag werden sich am 18. Dezember 2008 die Bundestags-Ausschüsse Kultur und Medien, Auswärtiges sowie der Unterausschuß des auswärtigen Ausschusses für auswärtige Kultur- und Bildungspolitik, der Petitionsausschuß und der Unterausschuß für humanitäre Fragen und Menschenrechte mit der Schmähschrift des Autorenkreises und mit den Programmen der Deutschen Welle im Rahmen eines nichtöffentlichen sogenannten Fachgesprächs befassen. 

Sechs Nichtparlamentarier wurden eingeladen: Wei Jingsheng, der angebliche Dissident, der seit Jahrzehnten nicht mehr in China war und keine eigenen Eindrücke von der Volksrepublik China heute hat, sich vor einigen Monaten noch äußerst positiv über die Deutsche Welle äußerte und nun angeblich deren Kommunismuslastigkeit entdeckte; der Autorenkreis mit der Chinahasserin Ines Geipel; zwei Falun-Gong-organisierte respektive Falun-Gong-nahe Vereinigungen von teils studentischen Auslandschinesen, die sich ebenfalls seit langem als China-Hasser hervortun; außerdem Deutsche-Welle-Intendant Bettermann, Prof. Dr. Thomas Heberer, der einzige akademische Verteidiger der Deutschen Welle und der Ex-Tagesschau-Redakteur Volker Bräutigam.

Antikommunismus gegen ein frommes Lamm

Wir leben in einem freien Land. Angeblich. Da kann jeder daherreden, was er will, auch absolut dummes Zeug. Wir tappen deshalb auch mit Vorliebe in die Falle, daß Antikommunismus ein Nachweis für demokratische Gesinnung sei. Und wir sehen zu, wie selbst ein lammfrommer Sender wie die Deutsche Welle unter rechte Kuratel gestellt werden soll. 

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk nach Goebbels

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist eine demokratische Errungenschaft der Nachkriegszeit, ein Göttergeschenk der Geschichte an Deutschland, das ihn als humane Alternative zum Goebbelschen Staatsrundfunk von den Briten aufgezwungen bekommen mußte. Schon kurz nach Kriegsende versuchten Konrad Adenauer und die CDU erneut, einen staatlichen TV-Sender zu installieren, scheiterten aber am Bundesverfassungsgericht. Seither hat dieses Gericht in neun halbwegs einschlägigen Urteilen immer wieder betont: Der Rundfunk in Deutschland ist staatsfern, er ist nach öffentlichem Recht zu organisieren. Staatliche Einmischung in die Angelegenheiten der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland ist Verfassungsbruch. 

Das Deutsche-Welle-Gesetz

Die Deutsche Welle wird zwar nicht aus Gebühren, sondern aus Steuermitteln finanziert und per Gesetz als Auslandssender definiert. Aber auch sie ist ein öffentlich-rechtlicher Rundfunkbetrieb und darf nichts anderes sein, darf nicht zu anderem gemacht werden. Nicht der Staat oder Parlamentarier, sondern allein die im Rundfunkrat der Deutschen Welle vertretenen gesellschaftlich bedeutsamen Gruppen haben zusammen mit dem Intendanten darüber zu wachen, daß der Sender seinen Programmauftrag erfüllt und die Programmrichtlinien eingehalten werden. Programmfragen entscheiden der Rundrunkrat und der Intendant, niemand sonst - und die Programmkontrolle darf auch nicht vor Ausstrahlung einer Sendung erfolgen, im Sinne einer Zensur, sondern immer erst nach der Ausstrahlung, im Sinne einer Nachprüfung. Das ist Rundfunkfreiheit. Auf sie wird auch im Deutsche-Welle-Gesetz, .pdf-Datei, Bezug genommen. § 61 lautet lapidar: 

Die Deutsche Welle unterliegt keiner staatlichen Fachaufsicht. 

Punkt.

Das bedeutet: Das nicht-öffentliche Fachgespräch im Reichstag hat bei Beachtung der Verfassung und des Deutschen-Welle-Gesetzes ebensoviel Relevanz wie eine Urlaubsplauderei übers Wetter.

Erfolg der Demokratiefeinde

Gesamtpolitisch jedoch stellt der Vorgang einen furchterregenden Erfolg des Autorenkreises, der Psychosektenanhänger der Falun Gong und des journalistischen Wasserträgers Jan-Phillip Hein dar: Im monatelangen Wirbel um die Deutsche Welle fielen öffentlich abträgliche Äußerungen zuhauf; eine leitende Redakteurin wurde gemaßregelt - sie ist allerdings inzwischen rehabilitiert; öffentliche Mittel wurden verschleudert und insgesamt führte ein starker Druck auf die Deutsche Welle zur Selbstdisziplinierung der dortigen Mitarbeiterinnen.

Die Brodersche Achse des Guten, der Autorenkreis der Bundesrepublik und Jan-Philipp Hein beschädigen den von 1949 übrig gebliebenen Rest an bundesdeutscher Demokratie.

T:I:S, 6. Dezember 2008.

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08china.htm#Hein 

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Tibet: vrai ou faux? 

Kleiner Wissenstest für Frankophone. Darunter die Frage: 

Hat der Dalai Lama öffentlich den früheren faschistischen chilenischen Diktator Augusto Pinochet verteidigt? 

Michel Collon, T:I:S, 2. Dezember 2008

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Chinesen in Deutschland widersprechen Dem Spiegel

Im Rahmen der offensichtlich inszenierten Kampagne gegen chinesische Mitarbeiterinnen der Deutschen Welle haben Jan-Philipp Hein und Sabine Pamperrien Im Spiegel eine Serie von  Artikeln veröffentlicht, den ersten unter dem Titel: 

Kampagne gegen Deutsche Medien — „Der Nazi-Geist kehrt zurück" 

Eine deutsch-chinesische Gruppe hat auf Hein und Pamperrien ausführlich geantwortet, .pdf-Datei.

T:I:S, 1. Dezember 2008. Siehe auch Nachrichtenmagazin Der Spiegel

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Tibet: Berichte über Flüchtlingskinder frei erfunden? 

Seit einigen Wochen bereist die österreichische Buchautorin Maria Blumencron (*1965) die Lande, um auf groß angelegter Lesetour ihr im Frühjahr 2008 bei Dumont erschienenes Werk „Auf Wiedersehen, Tibet" vorzustellen. Sie berichtet darin von ihren Erlebnissen als Fluchthelferin in Tibet. Wer sich die Details ansieht, gewinnt schnell den Eindruck, dass da etwas nicht stimmen kann... 

Colin Goldner, Humanistischer Pressedienst, T:I:S, 29. November 2008

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Chinesen in Deutschland widersprechen Frank Hessenland

Am 27. Oktober 2008 stellte der Deutschlandfunk einen Beitrag von Frank Hessenland ins Netz: 

Verdacht des Gefälligkeitsjournalismus. Berichterstattung der Deutschen Welle über China in der Kritik.

Eine deutsch-chinesische Gruppe antwortete ihm: 

Bemerkungen zu Frank Hessenlands Beitrag „Verdacht des Gefälligkeitsjournalismus". Betr: Wer ist Bischof Psychen? .pdf-Datei

T:I:S, 28. November 2008

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Berichterstattung über China

Deutsche-Welle-Intendant Erik Bettermann gegen Deutschlandfunk. FAZ-Interview, Print 20. November 2008, Nr. 272 / Seite 40

T:I:S, 20. November 2008

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Rolf Wenkel

Ehrenrettung für Danhong Zhang. T:I:S, 5. November 2008. Siehe auch Danhong Zhang

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Der Intendant der Deutschen Welle schreibt an den Intendanten des Deutschlandfunks

Frank Hessenlands Beitrag im Deutschlandfunk über die China-Berichterstattung der Deutschen Welle widerspreche journalistischen Grundregeln, schreibt der Intendant der Deutschen Welle, Erik Bettermann an den Intendanten des Deutschlandfunks, Professor Ernst Elitz. Der Beitrag

missachtet zahleiche Fakten, unterschlägt Informationen, ist tendenziös, und die Quellen sind unklar.

Bettermann an Elitz zu Frank Hessenlands Beitrag, .pdf-Datei, 1,8 MB, T:I:S, 30. Oktober 2008

Siehe Volker Bräutigams Stellungnahme zu Frank Hessenlands Beitrag mit Links zum Konflikthintergrund

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DJV und Intendant zur Kampagne gegen DW-China-Redaktion  

Der Deutsche Journalisten-Verband, DJV, stärkt der China-Redaktion der Deutschen Welle den Rücken. Henryk M. Broders und Ralph Giordanos Intervention rieche nach Zensur.

Der Intendant der Deutschen Welle, Erik Bettermann, erklärte laut DJV im Gespräch mit epd Medien, mehr als 10 000 Beiträge der DW-China-Redaktion aus diesem Jahr seien intern überprüft worden, ohne daß Negatives habe festgestellt werden können.

T:I:S, 29. Oktober 2008. Dank an Schmidt-Polyglott

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Würde- und charakterlose Journalistenarbeit beim Deutschlandfunk

Frank Hessenland behandelte am 27. Oktober 2008 im Deutschlandfunk den Konflikt um die China-Berichterstattung der Deutschen Welle. Er verdächtigte dabei Mitarbeiterinnen der Deutschen Welle des Gefälligkeitsjournalismus gegenüber der chinesischen Regierung; sie seien mit chinesischen Funktionären verwandt. Groteske Übersetzungsfehler häuften sich. Das chinesische Programm der Deutschen Welle erinnere "stark an den Stil sozialistisch-kommunistischer Propaganda".

Zuvor hatten sogenannte chinesische Dissidenten, die der Falun-Gong-Bewegung nahestehen, gegen die China-Berichterstattung der Deutschen Welle interveniert, ebenso wie  Ralph Giordano,  und Henryk M. Broder. Der Deutsche-Welle-Journalistin Zhang Danhong wurde daraufhin ein Maulkorb verpaßt, siehe ...im Visier und Besenkammer.

Volker Bräutigam, vormals Tagesschau-Redakteur und Kenner des Chinesischen aus zahlreichen Berufseinsätzen im Lande, vermißt Professionalität und Anstand beim Deutschlandfunk. Hier sein vollständiger Brief vom 29. Oktober 2008 an den Sender. T:I:S 

 

Volker Bräutigam
Anschrift und eMail

An
Intendanz, Programmdirektion und
Chefredaktion Deutschlandfunk 

vorab per Mail via Kontaktformular DLF

Kopie an: Intendanz Deutsche Welle

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Folgenden beziehe ich mich auf Ihre DLF-Sendung „Gefälligkeitsjournalismus“ gemäß
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturheute/866887/ 

Dies ist nach meiner Ansicht ein Beitrag, der gegen sämtliche journalistischen und auch gegen einfache Anstandsregeln verstößt.

  1. Geradezu abstoßend ist, dass in dem Beitrag die – direkt und indirekt, teils sogar namentlich aufgeführten – "Beschuldigten" selbst nicht zu Wort kommen. Es wäre für den Autor Frank Hessenland ein Leichtes gewesen, nach sauberer Recherche des tatsächlichen Sachverhalts auch die Kritisierten um Stellungnahme zu bitten. Er tat nichts dergleichen – und damit ist  fast schon alles über ihn und den Unwert seines Beitrags gesagt.
  2. Ebenso abstoßend ist, dass unter Hinweis auf verwandtschaftliche Beziehungen argumentiert und eine pro-kommunistische Haltung sowie Mangel an Objektivität und Professionalität unterstellt werden. So werden Kollegen in eine Art ideelle Sippenhaft genommen. Widerwärtig. Zu solchen Mitteln des Verächtlichmachens und der Herabwürdigung greifen übrigens normalerweise nur gedanklich wirre und geistig verarmte Mitglieder von esoterischen Heilskulten wie Falun Gong in der Auseinandersetzung mit ihren Kritikern, und zwar, weil ihnen rationale Argumente fehlen.
  3. Abstoßend, dass in dem Beitrag Aussagen, die unabhängig voneinander, respektive nacheinander, zum gleichen Gegenstand gemacht wurden und nur in scheinbarem Widerspruch zueinander stehen (Beispiel Däubler-Gmelin), in Abgleich miteinander genommen und als "Beweis" für Tendenzjournalismus und gewollte Fehlübersetzung herangezogen werden. Das ist fachlich unter aller Kanone, ein Bubenstück sondergleichen.
  4. Abstoßend der Gesamteindruck: Dass eine DLF-Redaktion, und ausgerechnet die für Kultur, hier Devotionalien abliefert an Menschen und Politiker, die meinen, Kommunistenhatz sei ein angemessener Beitrag ideeller Auseinandersetzung mit Systemgegnern und gar mit ausländischen Regierungen. Einen fachlich inkompetenten Herrn Wiefelspütz zum Richter über journalistische Qualitäten zu machen, ist bereits die pervertierte Form von Gefolgschaftsjournalismus, ist nur noch Subalternen-Speichelleckerei.
  5. Der Beitrag vermittelt als wesentlichen Eindruck: Es ist nicht ernsthaft geprüft und fachlich kompetent abgewogen worden, welchen Belang die Kritik an den China-Programmen der DW tatsächlich hat und aus welchen Ecken und Winkeln sie zum Teil kommt; soweit Gegenstimmen aufgenommen wurden, so wurde diesen Aussagen nicht deutlich sichtbar Rechnung getragen.

Freilich ist es schwer, Übersetzungen aus einer indo-europäischen, also inflektierenden, synthetischen „Fusionalsprache“ wie dem Deutschen in eine asiatische Tonsprache zu machen, eine Übersetzung, die den Sinn, den Inhalt des Gesagten getreulich vermittelt.

Der DLF bringt aber das Kunststück fertig, selbst Übersetzungen von Textteilen in einer Weise vorzunehmen und in einer Pseudo-Methodik zu vergleichen, die der DW-Arbeit durchgängige Fehlerhaftigkeit nachweist, während man den fraglichen DLF-Übersetzungen selbst ebensolche nachweisen könnte und zudem drauf verweisen müsste, dass es doch schließlich vor allem auch darauf ankommt, was eigentlich der deutsche Urtext war, wann er übersetzt wurde und was sich zwischen der Entstehung des Urtextes und der Fertigung der chinesischen Version davon an zusätzlichen tatsächlichen Entwicklungen und redaktionellen Erkenntnissen ergeben hatte.

Nach der DLF-Methode wird eine Anklage quasi automatisch zum Beweis und urteilsähnlichen Generalbefund. Begründet wird der anhand weniger herausgepflückter Formulierungen. Es wird dabei so getan, als sei eine Auslandsredaktion lediglich ein semiprofessionelles Übersetzerbüro, beauftragt und verpflichtet zu einer allerengsten, stupiden Wortwörtlich-Translation, bei Strafe der Verurteilung als kommunistenfreundlicher Gefälligkeitsjournalismus im Falle der interpretierenden Übersetzung.

Dass infolge Zeitablaufs nach Sendung des Deutschen Programms und bis zur Fertigstellung des entsprechenden chinesischen Programms z.B. 

aus "tibetischen Protesten" sehr wohl zwischenzeitlich sich "gewalttätige Krawalle" entwickelt haben und via Nachrichtenagenturen bekannt geworden sein konnten

und 

dass eine Journalistin dergleichen Entwicklungen bei ihrer "Übersetzung" zu berücksichtigen hat, wenn sie beim vorinformierten Zielpublikum nicht vor eine Wand aus Unverständnis und Zurückweisung fahren will,

das scheint dem DLF-Autor kein Kopfzerbrechen bei seiner Kritik gemacht zu haben. Und dass man nicht eine Aussage A neben eine Aussage B stellen und nach Rückübersetzung der Antwort B und nach deren Vergleich mit dem Originaltext der Antwort A „Falschübersetzung!“ blöken darf, wenn man sich nicht lächerlich machen und das Publikum verärgern will, sollte selbstverständlich sein. Ich beziehe mich hier nochmals auf das „Fallbeispiel Däubler-Gmelin“, weil es das offenkundigste Beispiel dieser Form von argumentativem Trickbetrug ist.

Notabene: Wer selbst nicht Chinesisch spricht, sollte sich kein Urteil darüber erlauben, wie gut ein anderer es kann, ein Kollege bei einem anderen Rundfunksender gar; und wenn man von dritter, vermeintlich objektiver Seite ein solches Urteil hört und für glaub- und berichtwürdig erachtet, sollte man die Quelle nennen. Sonst liefert man nicht mehr als ein schäbiges, unqualifiziertes Aburteil.

Nicht weiter werten will man als inzwischen ohnehin abgehärteter Konsument von formalqualitativ miesen Radio- und TV-Angeboten in Deutschland die hier vom DLF gebotene Form von antikommunistischer Gesinnungshetze, nicht zu reden von der feinen, unterschwellig transportierten antichinesischen Agitation. Information, Bildung, Beratung: Solche Ziele kann der fragliche Beitrag des DLF nicht für sich beanspruchen. Nicht mal ansatzweise. Er ist, mit Verlaub, saumäßig.

Kann man sich über solche würde- und charakterlose Journalistenarbeit noch wundern, darf man sie als einmaligen Ausrutscher bewerten? Nein. Denn es fehlt bislang eine sofortige Reaktion des Deutschlandfunks, eine Korrektur, eine Distanzierung. 

Hans Morgenthau, Begründer einer realistischen Theorie der internationalen Beziehungen, verurteilte seinerzeit alle Formen von „konformistischer Unterwürfigkeit gegenüber der Macht“. Noam Chomsky, der große Gegenwartsphilosoph der USA, hält die Welt der Intellektuellen besonders im Blick auf Journalisten für zutiefst konformistisch. Und George Orwell sah die Verbindung zwischen primitivem Nationalismus und dem Konformismus der intellektuellen Klasse. Bedenkt man die Einschätzungen dieser drei Weltbekannten, dann erkennt man: Wir reden in Deutschland über die Mängel und Fehler der anderen Nationen. Aber wenn die Rede auf deutsche Fehler und Mängel kommt, sind wir blind wie ein Regenwurm. Und trotzdem spielen sich deutsche Journalisten auf als praeceptor patriae, als Wächter über den wahren politischen Glauben, als Verächter und Verfolger „kommunistischen“ Gedankenguts. 

Man setze den hier kritisierten DLF-Beitrag in Bezug zum Selbstbild dieses Staatssenders und zu seinem Programmauftrag: „Das Kölner Programm trägt den Namen Deutschlandfunk. Er steht ... für schnörkellose Information aus Politik, Wirtschaft und Kultur. ... Deutschlandfunk, das ist die hörbare Alternative für alle, die gründlicher und umfassender informiert werden wollen... Aktuell - Informativ - Analytisch - Kulturell.“ 

Größer kann, betrachtet man die DLF-Schmähkritik an der Deutschen Welle, an deren Kollegen und gegenüber dem  chinesischen Volk, der Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit nicht ausfallen.

Die DLF-Sendung zum Thema vermeintlicher Gefälligkeitsjournalismus des Auslandssenders Deutsche Welle gegenüber der Regierung in Peking ist ein Tiefpunkt im ohnehin inzwischen auf weiten Sendefeldern grottenschlechten deutschen Gegenwartsjournalismus bei Rundfunk und Fernsehen.

Mit freundlichen Grüßen

Volker Bräutigam

T:I:S, 29. Oktober 2008. 

Siehe auch den ausführlichen inhaltlichen Kommentar im Schattenblick zu Frank Hessenlands Behandlung des Konflikts

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Luc Jochimsen

Einschränkungen eines Programms sind der völlig falsche Weg – gerade wenn es sich um den staatlich finanzierten Sender einer demokratischen Gesellschaft handelt. 

So Luc Jochimsen, früher Hessischer Rundfunk, jetzt Die Linke, zur NeoCon-Kampagne gegen eine Redakteurin der Deutschen Welle, siehe Besenkammer und passim unter China.

Freitag, T:I:S, 23. Oktober 2008

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Volker Bräutigam

Die Wühlarbeit der Falun Gong

Warum tarnt die FAZ exil-chinesische Kritiker der Deutschen Welle?

Neue Rheinische Zeitung, T:I:S, 22. Oktober 2008

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Kampagne gegen die Chinaberichterstattung der Deutschen Welle 

Offener Brief, T:I:S, 12. Oktober 2008

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Rechte Publizisten haben ein Problem mit der Meinungsfreiheit

Henryk M. Broder und Konsorten finden die Deutsche Welle nicht reaktionär genug. 

Mein Parteibuch, T:I:S, 7. Oktober 2008

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Deutsche Welle

Zhang Danhong im Visier neokonservativer Autoren

Der Internetauftritt Schattenblick berichtet über die Diffamierung der Deutschen-Welle-Journalistin Zhang Danhong  durch 59 Kalte Krieger

Zhang hat ihre führende Position in der China-Redaktion der DW verloren, darf jedoch weiterhin als Redakteurin arbeiten und auch in dieser Eigenschaft ans Mikrofon treten. Mit diesem Schritt wurde ihr ein Maulkorb angelegt, der zudem als warnendes Beispiel für die ausländischen Mitarbeiter des Senders fungiert. Die Disziplinierung Zhangs erfolgte in Übereinstimmung mit starken Kräften in Politik und Medien, mit denen sich die Verantwortungsträger der DW offensichtlich nicht anlegen wollten...

Die 59 Unterzeichner des [diffamierenden] Briefs zitieren zwar Zhangs Äußerung aus der Sendung Kontrovers des Deutschlandfunks vom 4. August, in der sie behauptete, daß die Kommunistische Partei Chinas "mehr als jede politische Kraft auf der Welt zur Verwirklichung des Artikels 3 der Erklärung der Menschenrechte beigetragen" habe, lassen den oben geschilderten Kontext ihrer Aussage, bei dem es um die Befreiung von Millionen Menschen aus Armut und Not ging, jedoch unerwähnt. Damit bestätigen die Verfasser des Briefs, daß ihnen die sozialökonomische Lage der Menschen in aller Welt herzlich egal ist, solange sie sich nur der eigenen ideologischen Hegemonie unterwerfen. Es ist ein zentrales Merkmal der modernen, die NATO zum ausführenden Organ ihrer Forderungen erhebenden Menschenrechtskrieger, daß ihnen soziale Rechte nichts gelten, da diese dem eigenen liberalen Anspruch, der als Basisdoktrin kapitalistischer Vergesellschaftung räuberische und menschenfeindliche Entwicklungen begünstigt, zuwiderlaufen. 

Zu den Unterzeichnern des diffamierenden Briefs gehören  Ralph Giordano, Arnulf Baring und Henryk M. Broder

Schattenblick, T:I:S, 29. September 2008

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Besenkammer

Die Falun-Gong-Sekte, eine Kalte-Kriegseinrichtung, zitiert in ihrer Epoch Times sogenannte chinesische Dissidenten. Sie haben in einem offenen Brief an den deutschen Bundestag die China-Berichterstattung der Deutschen Welle kritisiert. 

59 nicht-chinesische Kalte Krieger, darunter Ralph Giordano, Arnulf Baring und Henryk M. Broder, haben ebenfalls interveniert, wie die FAZ vom 26. September 2008 berichtet ( nicht im Netz). 

Die stellvertretende Chefin der China-Redaktion des Auslandssenders Deutsche Welle, Zhang Danhong, hat inzwischen ihre führende Position in der Redaktion verloren. 

Ein Bericht von Volker Bräutigam über den Zensurvorgang steht bei 08-15; siehe auch den jüngeren Beitrag über den Vorgang.

T:I:S, 27. September 2008

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Finn Mayer-Kuckuk

Das entspannende China

Handelsblatt, T:I:S, 10. August 2008. Dank an Volker Bräutigam

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Antwort des chinesischen Botschafters in Berlin 

auf den offenen Brief zu Tibet vom Mai 2008

(Anrede)

Ihren Brief vom 30.05. 2008 und Ihre aufdatierte Fassung des Offenen Briefes habe ich dankend erhalten.

In Bezug auf Tibet haben Sie und Ihre Kollegen in einem Zeitpunkt, wo die Medien fast einstimmig die falschen Bilder über Tibet verbreiteten, großen Mut gezeigt und dem deutschen Publikum die ganze Wahrheit und die Tatsache vermittelt. Dafür danke ich Ihnen und Ihren Kollegen herzlich.

 Ich wünsche Ihnen alles Gute!

 Mit freundlichen Grüßen

 Ihr

(MA Camrong)

T:I:S, 14. Juli 2008

Mehr zu China / Tibet:

Siehe  Volker BräutigamJournalist; Besetzt oder befreit? Die Minderheitenpolitik der Volksrepublik China in Tibet. Nora Bartels; F. William Engdahl: Warum Washington mit China "Tibetanisches Roulette" spielt - und weitere Quellen unter politonline.ch  gfp; Dalai Lama in Indien vor Gericht, factum.ch; Was interessierte die Nazis an Tibet... trimondi; Tibet, the 'great game' and the CIA, Asia Times; Süddeutsche Zeitung Nr. 114 – 17./18. Mai 2008 – S. 2, Nicolas Richter: Die Spur führt nach Washington.Wie die USA die Proteste fördern (nicht im Netz).

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Gottkönig

Verklärt, verkitscht - Hollywood feiert den Dalai Lama. Video, 14 Minuten. Panorama vom 20. November 1997, mit Skript

Auf gottkoenig.de steht mehr über den reaktionären Mummenschanz, den Roland Kochs Ehrengast veranstaltet.

T:I:S, 21. Mai 2008. Dank an den Mohren

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Offener Brief

An
Se. Exzellenz, Herrn Botschafter Ma Canrong
Botschaft der Volksrepublik China in Deutschland
Märkisches Ufer 54
10179 Berlin
Tel: 030-27588 0, Fax:030-27588 221
E-Mail: chinaemb_de(at)mfa.gov.cn
 

 

Bitte um Entschuldigung

Exzellenz, sehr geehrter Herr Botschafter Ma,

den Bürgern der Volksrepublik China möchten wir, die unterzeichnenden deutschen Staatsbürger, unser großes Bedauern ausdrücken über die Tibet betreffenden, nicht dem Frieden dienenden Aktivitäten und Äußerungen der deutschen Bundeskanzlerin A. Merkel. Ebenso bedauern wir offizielle Erklärungen der Bundesregierung und einiger Abgeordneter aus Bund und Bundesländern zur Tibet-Problematik sowie die agitatorische Rolle des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch.Weiterhin betrachten wir die zu diesem Kontext passenden Stellungnahmen einzelner deutscher Körperschaften als beschämend und meinen damit ganz besonders die verfälschende, heuchelnde und verhetzende Berichterstattung vieler deutscher Massenmedien. Die Bürger der Volksrepublik China um Entschuldigung zu bitten halten wir für unumgänglich, seit feststeht, dass Deutschland innerhalb kaum eines Jahres schon wieder zur Bühne für propagandistische, chinafeindliche Auftritte des Dalai Lama gemacht wird.

Wir äußern unser großes Bedauern, weil wir die düstere, von grausamer Unterdrückung des einfachen Volkes geprägte Geschichte der tibetischen Theokratie nicht ignorieren können und weil wir der Ansicht sind, dass der von der Volksrepublik China im zurückliegenden Vierteljahrhundert geleistete, notwendige soziale Aufbau im Gebiet der tibetischen Ethnien weit mehr zu würdigen wäre, als dies bisher bei uns in Deutschland geschieht. Wir übersehen dabei keineswegs Verstöße früherer Regierungen in Beijing gegen die in der International Bill of Human Rights verbrieften Rechte der Bevölkerung in der Provinz Tibet.

Wir sind allerdings der Meinung, dass die jüngsten Gewaltausbrüche in Lhasa und anderen tibetischen Zentren von den USA und ihren Verbündeten initiiert, geschürt und ganz bewusst kurz vor den Olympischen Spielen in Beijing als aussichtsreicher politischer Pressionsversuch inszeniert worden sind.

Die Exzesse (anfänglich abscheuliche Pogrome gegen chinesisch-stämmige Bewohner Lhasas, teils angeleitet resp. angeführt von tibetischen Mönchen) entsprechen nach unserer Kenntnis in keiner Hinsicht der Tradition buddhistischer Konfliktbewältigung. Sie weisen, wie das im Falle einer eigenständigen, also nicht ferngelenkten sozialen Bewegung doch eigentlich zu erwarten gewesen wäre, auch keinerlei „Vorlauf“ auf – trotz besonderer Anlässe, z.B. der Wahl Beijings als Austragungsort der Olympischen Spiele vor einigen Jahren.

Die demonstrative Instrumentalisierung des Konfliktes und seines Exponenten Tenzin Gyatso (Dalai Lama) liegen in erster Linie im Interesse politischer Gegner und wirtschaftlicher Konkurrenten der Volksrepublik China. Sie liegen nicht im Interesse der Bevölkerung Tibets und nicht im Interesse eines friedlichen Zusammenlebens der Menschen und aller Völker.

Wir meinen, dass viele gutgläubige, über Geschichte und Gegenwart Tibets aber leider nur unzureichend informierte Deutsche zu einer emotionalen, polarisierten Betrachtung des chinesisch-tibetischen Verhältnisses verleitet wurden. Viele Deutsche kultivieren unreflektiert das romantische Tibet-Bild einer farbigen, harmonischen Mönchs-Republik unter der Leitung eines gütigen, hochweisen Dalai Lama – und werden von den Massenmedien absichtlich in dieser Scheinwelt gefangen gehalten. Dieser Tibet-Schimäre wird von Politik und Konzernmedien das Zerrbild einer aggressiven und kulturfeindlichen Volksrepublik China gegenübergestellt, wie es weitgehend der US-amerikanischen Propaganda entspricht.

Wir sind der Meinung, dass die deutsche Regierung vor allem US-amerikanischen Interessen entgegen kommt, die in wiederholten Einmischungen und Aggressionen der CIA in Tibet erkennbar wurden und dokumentiert sind (sogar in US-amerikanischen Quellen).

Die deutsche Regierung unterstützt so die weltweite Separations-Politik der USA zur Schaffung kleiner und damit abhängiger Staaten, sei es aus wirtschaftlichen oder aus militärischen Gründen. Das tibetische Hochland ist von großer strategischer Bedeutung. Diese und seine Rohstoff-Reserven verleiten Washington und seine Verbündeten zu Versuchen,  ein „asiatischen Kosovo“ herbeizuführen. Die Haltung der deutschen Regierung, insbesondere ihre kalkulierte politische Aufwertung des Dalai Lama, sind vom gleichen Ungeist geleitet wie ihre völker- und verfassungsrechtlich verfehltes Vorgehen in Afghanistan, Afrika und Jugoslawien.

Wir möchten deshalb Abbitte leisten gegenüber dem chinesischen Volk, das schon einmal Opfer übler deutscher Kolonialpolitik gewesen ist. Wir glauben, zugleich für viele Deutsche zu sprechen, die noch nicht den verfälschenden Darstellungen unserer führenden Politiker und der kommerzialisierten Massenmedien erlegen sind.

Mit vorzüglicher Hochachtung

Volker Bräutigam und Wolf Gauer, Autoren

sowie

Eckart Spoo, verantw. Redakteur u. Mitherausgeber der Politikzeitschrift Ossietzky (dort erscheint in Heft 10/2008 eine Kurzfassung des Briefes),
Dr. Wolfgang Bittner, Schriftsteller,
Renate Schoof, Schriftstellerin,
Armin Fiand, Rechtsanwalt,
Klaus Hartmann, Bundesvorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes und Vizepräsident der Weltunion der Freidenker,
Thomas Immanuel Steinberg (der Offene Brief wird auf www.steinbergrecherche.com/08china.htm#Tibet veröffentlicht),
Jürgen Rose, Oberstleutnant und Publizist,
Rolf Berthold, Botschafter der DDR in der VR China von 1982 bis 1990,
Gert Flegelskamp, Rentner (der Offene Brief wird auf www.flegel-g.de veröffentlicht),
Harald Schorneck,
Uwe Scheer, Hamburg,
Günter Schenk, Beinheim b. Straßburg,
Günther Wassenaar,
Hans Bauer, Rechtsanwalt, Vorsitzender der Gesellschaft zur Rechtlichen und Humanitären Unterstützung, GRH, Berlin, 
Werner Heinlein, Justizbeamter i. R.,
Tilo Schönberg, Speditionskaufmann (der Offene Brief wird auf www.0815-info.de veröffentlicht),
Knut Mellenthin, Freier Journalist,
Hans Christange, GRH-Mitglied, Jurist (ehem. Staatsanwalt der DDR)
Ingrid Hacker-Klier, Diplom-Übersetzerin,
Johannes Klier, Musiker,
Peter Kleinert, NRhZ-Redakteur und Filmemacher (der Offene Brief wird auf www.nrhz.de  veröffentlicht)
Dr. Werner Rügemer, Publizist, Vorsitzender von Business Crime Control (BCC)
Manfred Demmer, stellv. Vorsitzender Kulturvereinigung Leverkusen e.V.
Renate Schönfeld, Pfarrerin i. R., Berlin
Klaus von Raussendorff, Publizist, Bonn,
Karin Keller, Therapeutin
Ulrich Sander, Journalist
Brigitte Queck, Dipl. Staatswissenschaftlerin Außenpolitik
Willy H. Wahl, Direktionsmitglied Migros-Genossenschafts-Bund (pens.)
Wilhelm Schulze-Barantin, Frankfurt / M., Vorsitzender Ortsgruppe Offenbach des Deutschen Freidenkerverbandes (DFV),
Peter Betscher, Vereinigung für Internationale Solidarität, Darmstadt,
Anneliese Fikentscher, Dipl. Ing. und Publizistin,
Andreas Neumann, Systemanalytiker,
und
Ruedi Bosshart, Schweizer Bürger

Veröffentlichung erfolgt auch auf der Seite www.arbeiterfotografie.com/tibet

Der Brief wird zudem an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages per E-Mail versandt.

T:I:S, 17. Mai 2008

Dem Offenen Brief traten außerdem bei:
Joachim Guilliard, Software-Ingenieur, Journalist und Autor, Heidelberg
Hartmut Barth-Engelbart, Schriftsteller und Kabarettist
Helmut Pannek, HWP Hamburg
Hans-D. Ziran, Hofheim, Vorstand Initiative Bürgerschaftlichen Engagements e.V. sowie die I.B.E.-Vorstandsmitglieder Elke J. Atzinger, Schwandorf, Jörg-M. Ziran, Hofheim (auf den Offenen Brief wird auf der Seite www.amsel.webstar-media.com/?modul=news&id=26  verwiesen)

Ingrid Koschmieder
Heinz Mann
Samy Yildirim, Zaandam, Niederlande
Dr. Helmut Böttiger, Verleger a.D., Taunusstein
Wulf Kirschner, Hamburg
Ivo Lundt, Schriftsteller

Der Offene Brief wurde inzwischen auch vom China Internet Information Center (German) und der jungen Welt veröffentlicht.

T:I:S, Stand: 26. Mai 2008

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