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Berichterstattung über China

Deutsche-Welle-Intendant Erik Bettermann gegen Deutschlandfunk. FAZ-Interview, Print 20. November 2008, Nr. 272 / Seite 40

T:I:S, 20. November 2008

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Rolf Wenkel

Ehrenrettung für Danhong Zhang. T:I:S, 5. November 2008. Siehe auch Danhong Zhang

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Der Intendant der Deutschen Welle schreibt an den Intendanten des Deutschlandfunks

Frank Hessenlands Beitrag im Deutschlandfunk über die China-Berichterstattung der Deutschen Welle widerspreche journalistischen Grundregeln, schreibt der Intendant der Deutschen Welle, Erik Bettermann an den Intendanten des Deutschlandfunks, Professor Ernst Elitz. Der Beitrag

missachtet zahleiche Fakten, unterschlägt Informationen, ist tendenziös, und die Quellen sind unklar.

Bettermann an Elitz zu Frank Hessenlands Beitrag, .pdf-Datei, 1,8 MB, T:I:S, 30. Oktober 2008

Siehe Volker Bräutigams Stellungnahme zu Frank Hessenlands Beitrag mit Links zum Konflikthintergrund

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DJV und Intendant zur Kampagne gegen DW-China-Redaktion  

Der Deutsche Journalisten-Verband, DJV, stärkt der China-Redaktion der Deutschen Welle den Rücken. Henryk M. Broders und Ralph Giordanos Intervention rieche nach Zensur.

Der Intendant der Deutschen Welle, Erik Bettermann, erklärte laut DJV im Gespräch mit epd Medien, mehr als 10 000 Beiträge der DW-China-Redaktion aus diesem Jahr seien intern überprüft worden, ohne daß Negatives habe festgestellt werden können.

T:I:S, 29. Oktober 2008. Dank an Schmidt-Polyglott

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Würde- und charakterlose Journalistenarbeit beim Deutschlandfunk

Frank Hessenland behandelte am 27. Oktober 2008 im Deutschlandfunk den Konflikt um die China-Berichterstattung der Deutschen Welle. Er verdächtigte dabei Mitarbeiterinnen der Deutschen Welle des Gefälligkeitsjournalismus gegenüber der chinesischen Regierung; sie seien mit chinesischen Funktionären verwandt. Groteske Übersetzungsfehler häuften sich. Das chinesische Programm der Deutschen Welle erinnere "stark an den Stil sozialistisch-kommunistischer Propaganda".

Zuvor hatten sogenannte chinesische Dissidenten, die der Falun-Gong-Bewegung nahestehen, gegen die China-Berichterstattung der Deutschen Welle interveniert, ebenso wie  Ralph Giordano,  und Henryk M. Broder. Der Deutsche-Welle-Journalistin Zhang Danhong wurde daraufhin ein Maulkorb verpaßt, siehe ...im Visier und Besenkammer.

Volker Bräutigam, vormals Tagesschau-Redakteur und Kenner des Chinesischen aus zahlreichen Berufseinsätzen im Lande, vermißt Professionalität und Anstand beim Deutschlandfunk. Hier sein vollständiger Brief vom 29. Oktober 2008 an den Sender. T:I:S 

 

Volker Bräutigam
Anschrift und eMail

An
Intendanz, Programmdirektion und
Chefredaktion Deutschlandfunk 

vorab per Mail via Kontaktformular DLF

Kopie an: Intendanz Deutsche Welle

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Folgenden beziehe ich mich auf Ihre DLF-Sendung „Gefälligkeitsjournalismus“ gemäß
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturheute/866887/ 

Dies ist nach meiner Ansicht ein Beitrag, der gegen sämtliche journalistischen und auch gegen einfache Anstandsregeln verstößt.

  1. Geradezu abstoßend ist, dass in dem Beitrag die – direkt und indirekt, teils sogar namentlich aufgeführten – "Beschuldigten" selbst nicht zu Wort kommen. Es wäre für den Autor Frank Hessenland ein Leichtes gewesen, nach sauberer Recherche des tatsächlichen Sachverhalts auch die Kritisierten um Stellungnahme zu bitten. Er tat nichts dergleichen – und damit ist  fast schon alles über ihn und den Unwert seines Beitrags gesagt.
  2. Ebenso abstoßend ist, dass unter Hinweis auf verwandtschaftliche Beziehungen argumentiert und eine pro-kommunistische Haltung sowie Mangel an Objektivität und Professionalität unterstellt werden. So werden Kollegen in eine Art ideelle Sippenhaft genommen. Widerwärtig. Zu solchen Mitteln des Verächtlichmachens und der Herabwürdigung greifen übrigens normalerweise nur gedanklich wirre und geistig verarmte Mitglieder von esoterischen Heilskulten wie Falun Gong in der Auseinandersetzung mit ihren Kritikern, und zwar, weil ihnen rationale Argumente fehlen.
  3. Abstoßend, dass in dem Beitrag Aussagen, die unabhängig voneinander, respektive nacheinander, zum gleichen Gegenstand gemacht wurden und nur in scheinbarem Widerspruch zueinander stehen (Beispiel Däubler-Gmelin), in Abgleich miteinander genommen und als "Beweis" für Tendenzjournalismus und gewollte Fehlübersetzung herangezogen werden. Das ist fachlich unter aller Kanone, ein Bubenstück sondergleichen.
  4. Abstoßend der Gesamteindruck: Dass eine DLF-Redaktion, und ausgerechnet die für Kultur, hier Devotionalien abliefert an Menschen und Politiker, die meinen, Kommunistenhatz sei ein angemessener Beitrag ideeller Auseinandersetzung mit Systemgegnern und gar mit ausländischen Regierungen. Einen fachlich inkompetenten Herrn Wiefelspütz zum Richter über journalistische Qualitäten zu machen, ist bereits die pervertierte Form von Gefolgschaftsjournalismus, ist nur noch Subalternen-Speichelleckerei.
  5. Der Beitrag vermittelt als wesentlichen Eindruck: Es ist nicht ernsthaft geprüft und fachlich kompetent abgewogen worden, welchen Belang die Kritik an den China-Programmen der DW tatsächlich hat und aus welchen Ecken und Winkeln sie zum Teil kommt; soweit Gegenstimmen aufgenommen wurden, so wurde diesen Aussagen nicht deutlich sichtbar Rechnung getragen.

Freilich ist es schwer, Übersetzungen aus einer indo-europäischen, also inflektierenden, synthetischen „Fusionalsprache“ wie dem Deutschen in eine asiatische Tonsprache zu machen, eine Übersetzung, die den Sinn, den Inhalt des Gesagten getreulich vermittelt.

Der DLF bringt aber das Kunststück fertig, selbst Übersetzungen von Textteilen in einer Weise vorzunehmen und in einer Pseudo-Methodik zu vergleichen, die der DW-Arbeit durchgängige Fehlerhaftigkeit nachweist, während man den fraglichen DLF-Übersetzungen selbst ebensolche nachweisen könnte und zudem drauf verweisen müsste, dass es doch schließlich vor allem auch darauf ankommt, was eigentlich der deutsche Urtext war, wann er übersetzt wurde und was sich zwischen der Entstehung des Urtextes und der Fertigung der chinesischen Version davon an zusätzlichen tatsächlichen Entwicklungen und redaktionellen Erkenntnissen ergeben hatte.

Nach der DLF-Methode wird eine Anklage quasi automatisch zum Beweis und urteilsähnlichen Generalbefund. Begründet wird der anhand weniger herausgepflückter Formulierungen. Es wird dabei so getan, als sei eine Auslandsredaktion lediglich ein semiprofessionelles Übersetzerbüro, beauftragt und verpflichtet zu einer allerengsten, stupiden Wortwörtlich-Translation, bei Strafe der Verurteilung als kommunistenfreundlicher Gefälligkeitsjournalismus im Falle der interpretierenden Übersetzung.

Dass infolge Zeitablaufs nach Sendung des Deutschen Programms und bis zur Fertigstellung des entsprechenden chinesischen Programms z.B. 

aus "tibetischen Protesten" sehr wohl zwischenzeitlich sich "gewalttätige Krawalle" entwickelt haben und via Nachrichtenagenturen bekannt geworden sein konnten

und 

dass eine Journalistin dergleichen Entwicklungen bei ihrer "Übersetzung" zu berücksichtigen hat, wenn sie beim vorinformierten Zielpublikum nicht vor eine Wand aus Unverständnis und Zurückweisung fahren will,

das scheint dem DLF-Autor kein Kopfzerbrechen bei seiner Kritik gemacht zu haben. Und dass man nicht eine Aussage A neben eine Aussage B stellen und nach Rückübersetzung der Antwort B und nach deren Vergleich mit dem Originaltext der Antwort A „Falschübersetzung!“ blöken darf, wenn man sich nicht lächerlich machen und das Publikum verärgern will, sollte selbstverständlich sein. Ich beziehe mich hier nochmals auf das „Fallbeispiel Däubler-Gmelin“, weil es das offenkundigste Beispiel dieser Form von argumentativem Trickbetrug ist.

Notabene: Wer selbst nicht Chinesisch spricht, sollte sich kein Urteil darüber erlauben, wie gut ein anderer es kann, ein Kollege bei einem anderen Rundfunksender gar; und wenn man von dritter, vermeintlich objektiver Seite ein solches Urteil hört und für glaub- und berichtwürdig erachtet, sollte man die Quelle nennen. Sonst liefert man nicht mehr als ein schäbiges, unqualifiziertes Aburteil.

Nicht weiter werten will man als inzwischen ohnehin abgehärteter Konsument von formalqualitativ miesen Radio- und TV-Angeboten in Deutschland die hier vom DLF gebotene Form von antikommunistischer Gesinnungshetze, nicht zu reden von der feinen, unterschwellig transportierten antichinesischen Agitation. Information, Bildung, Beratung: Solche Ziele kann der fragliche Beitrag des DLF nicht für sich beanspruchen. Nicht mal ansatzweise. Er ist, mit Verlaub, saumäßig.

Kann man sich über solche würde- und charakterlose Journalistenarbeit noch wundern, darf man sie als einmaligen Ausrutscher bewerten? Nein. Denn es fehlt bislang eine sofortige Reaktion des Deutschlandfunks, eine Korrektur, eine Distanzierung. 

Hans Morgenthau, Begründer einer realistischen Theorie der internationalen Beziehungen, verurteilte seinerzeit alle Formen von „konformistischer Unterwürfigkeit gegenüber der Macht“. Noam Chomsky, der große Gegenwartsphilosoph der USA, hält die Welt der Intellektuellen besonders im Blick auf Journalisten für zutiefst konformistisch. Und George Orwell sah die Verbindung zwischen primitivem Nationalismus und dem Konformismus der intellektuellen Klasse. Bedenkt man die Einschätzungen dieser drei Weltbekannten, dann erkennt man: Wir reden in Deutschland über die Mängel und Fehler der anderen Nationen. Aber wenn die Rede auf deutsche Fehler und Mängel kommt, sind wir blind wie ein Regenwurm. Und trotzdem spielen sich deutsche Journalisten auf als praeceptor patriae, als Wächter über den wahren politischen Glauben, als Verächter und Verfolger „kommunistischen“ Gedankenguts. 

Man setze den hier kritisierten DLF-Beitrag in Bezug zum Selbstbild dieses Staatssenders und zu seinem Programmauftrag: „Das Kölner Programm trägt den Namen Deutschlandfunk. Er steht ... für schnörkellose Information aus Politik, Wirtschaft und Kultur. ... Deutschlandfunk, das ist die hörbare Alternative für alle, die gründlicher und umfassender informiert werden wollen... Aktuell - Informativ - Analytisch - Kulturell.“ 

Größer kann, betrachtet man die DLF-Schmähkritik an der Deutschen Welle, an deren Kollegen und gegenüber dem  chinesischen Volk, der Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit nicht ausfallen.

Die DLF-Sendung zum Thema vermeintlicher Gefälligkeitsjournalismus des Auslandssenders Deutsche Welle gegenüber der Regierung in Peking ist ein Tiefpunkt im ohnehin inzwischen auf weiten Sendefeldern grottenschlechten deutschen Gegenwartsjournalismus bei Rundfunk und Fernsehen.

Mit freundlichen Grüßen

Volker Bräutigam

T:I:S, 29. Oktober 2008. 

Siehe auch den ausführlichen inhaltlichen Kommentar im Schattenblick zu Frank Hessenlands Behandlung des Konflikts

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Luc Jochimsen

Einschränkungen eines Programms sind der völlig falsche Weg – gerade wenn es sich um den staatlich finanzierten Sender einer demokratischen Gesellschaft handelt. 

So Luc Jochimsen, früher Hessischer Rundfunk, jetzt Die Linke, zur NeoCon-Kampagne gegen eine Redakteurin der Deutschen Welle, siehe Besenkammer und passim unter China.

Freitag, T:I:S, 23. Oktober 2008

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Volker Bräutigam

Die Wühlarbeit der Falun Gong

Warum tarnt die FAZ exil-chinesische Kritiker der Deutschen Welle?

Neue Rheinische Zeitung, T:I:S, 22. Oktober 2008

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Kampagne gegen die Chinaberichterstattung der Deutschen Welle 

Offener Brief, T:I:S, 12. Oktober 2008

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Rechte Publizisten haben ein Problem mit der Meinungsfreiheit

Henryk M. Broder und Konsorten finden die Deutsche Welle nicht reaktionär genug. 

Mein Parteibuch, T:I:S, 7. Oktober 2008

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Deutsche Welle

Zhang Danhong im Visier neokonservativer Autoren

Der Internetauftritt Schattenblick berichtet über die Diffamierung der Deutschen-Welle-Journalistin Zhang Danhong  durch 59 Kalte Krieger

Zhang hat ihre führende Position in der China-Redaktion der DW verloren, darf jedoch weiterhin als Redakteurin arbeiten und auch in dieser Eigenschaft ans Mikrofon treten. Mit diesem Schritt wurde ihr ein Maulkorb angelegt, der zudem als warnendes Beispiel für die ausländischen Mitarbeiter des Senders fungiert. Die Disziplinierung Zhangs erfolgte in Übereinstimmung mit starken Kräften in Politik und Medien, mit denen sich die Verantwortungsträger der DW offensichtlich nicht anlegen wollten...

Die 59 Unterzeichner des [diffamierenden] Briefs zitieren zwar Zhangs Äußerung aus der Sendung Kontrovers des Deutschlandfunks vom 4. August, in der sie behauptete, daß die Kommunistische Partei Chinas "mehr als jede politische Kraft auf der Welt zur Verwirklichung des Artikels 3 der Erklärung der Menschenrechte beigetragen" habe, lassen den oben geschilderten Kontext ihrer Aussage, bei dem es um die Befreiung von Millionen Menschen aus Armut und Not ging, jedoch unerwähnt. Damit bestätigen die Verfasser des Briefs, daß ihnen die sozialökonomische Lage der Menschen in aller Welt herzlich egal ist, solange sie sich nur der eigenen ideologischen Hegemonie unterwerfen. Es ist ein zentrales Merkmal der modernen, die NATO zum ausführenden Organ ihrer Forderungen erhebenden Menschenrechtskrieger, daß ihnen soziale Rechte nichts gelten, da diese dem eigenen liberalen Anspruch, der als Basisdoktrin kapitalistischer Vergesellschaftung räuberische und menschenfeindliche Entwicklungen begünstigt, zuwiderlaufen. 

Zu den Unterzeichnern des diffamierenden Briefs gehören  Ralph Giordano, Arnulf Baring und Henryk M. Broder

Schattenblick, T:I:S, 29. September 2008

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Besenkammer

Die Falun-Gong-Sekte, eine Kalte-Kriegseinrichtung, zitiert in ihrer Epoch Times sogenannte chinesische Dissidenten. Sie haben in einem offenen Brief an den deutschen Bundestag die China-Berichterstattung der Deutschen Welle kritisiert. 

59 nicht-chinesische Kalte Krieger, darunter Ralph Giordano, Arnulf Baring und Henryk M. Broder, haben ebenfalls interveniert, wie die FAZ vom 26. September 2008 berichtet ( nicht im Netz). 

Die stellvertretende Chefin der China-Redaktion des Auslandssenders Deutsche Welle, Zhang Danhong, hat inzwischen ihre führende Position in der Redaktion verloren. 

Ein Bericht von Volker Bräutigam über den Zensurvorgang steht bei 08-15; siehe auch den jüngeren Beitrag über den Vorgang.

T:I:S, 27. September 2008

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Finn Mayer-Kuckuk

Das entspannende China

Handelsblatt, T:I:S, 10. August 2008. Dank an Volker Bräutigam

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Antwort des chinesischen Botschafters in Berlin 

auf den offenen Brief zu Tibet vom Mai 2008

(Anrede)

Ihren Brief vom 30.05. 2008 und Ihre aufdatierte Fassung des Offenen Briefes habe ich dankend erhalten.

In Bezug auf Tibet haben Sie und Ihre Kollegen in einem Zeitpunkt, wo die Medien fast einstimmig die falschen Bilder über Tibet verbreiteten, großen Mut gezeigt und dem deutschen Publikum die ganze Wahrheit und die Tatsache vermittelt. Dafür danke ich Ihnen und Ihren Kollegen herzlich.

 Ich wünsche Ihnen alles Gute!

 Mit freundlichen Grüßen

 Ihr

(MA Camrong)

T:I:S, 14. Juli 2008

Mehr zu China / Tibet:

Siehe  Volker BräutigamJournalist; Besetzt oder befreit? Die Minderheitenpolitik der Volksrepublik China in Tibet. Nora Bartels; F. William Engdahl: Warum Washington mit China »Tibetanisches Roulette« spielt - und weitere Quellen unter politonline.ch  gfp; Dalai Lama in Indien vor Gericht, factum.ch; Was interessierte die Nazis an Tibet... trimondi; Tibet, the 'great game' and the CIA, Asia Times; Süddeutsche Zeitung Nr. 114 – 17./18. Mai 2008 – S. 2, Nicolas Richter: Die Spur führt nach Washington.Wie die USA die Proteste fördern (nicht im Netz).

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Gottkönig

Verklärt, verkitscht - Hollywood feiert den Dalai Lama. Video, 14 Minuten. Panorama vom 20. November 1997, mit Skript

Auf gottkoenig.de steht mehr über den reaktionären Mummenschanz, den Roland Kochs Ehrengast veranstaltet.

T:I:S, 21. Mai 2008. Dank an den Mohren

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Offener Brief

An
Se. Exzellenz, Herrn Botschafter Ma Canrong
Botschaft der Volksrepublik China in Deutschland
Märkisches Ufer 54
10179 Berlin
Tel: 030-27588 0, Fax:030-27588 221
E-Mail: chinaemb_de(at)mfa.gov.cn
 

 

Bitte um Entschuldigung

Exzellenz, sehr geehrter Herr Botschafter Ma,

den Bürgern der Volksrepublik China möchten wir, die unterzeichnenden deutschen Staatsbürger, unser großes Bedauern ausdrücken über die Tibet betreffenden, nicht dem Frieden dienenden Aktivitäten und Äußerungen der deutschen Bundeskanzlerin A. Merkel. Ebenso bedauern wir offizielle Erklärungen der Bundesregierung und einiger Abgeordneter aus Bund und Bundesländern zur Tibet-Problematik sowie die agitatorische Rolle des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch.Weiterhin betrachten wir die zu diesem Kontext passenden Stellungnahmen einzelner deutscher Körperschaften als beschämend und meinen damit ganz besonders die verfälschende, heuchelnde und verhetzende Berichterstattung vieler deutscher Massenmedien. Die Bürger der Volksrepublik China um Entschuldigung zu bitten halten wir für unumgänglich, seit feststeht, dass Deutschland innerhalb kaum eines Jahres schon wieder zur Bühne für propagandistische, chinafeindliche Auftritte des Dalai Lama gemacht wird.

Wir äußern unser großes Bedauern, weil wir die düstere, von grausamer Unterdrückung des einfachen Volkes geprägte Geschichte der tibetischen Theokratie nicht ignorieren können und weil wir der Ansicht sind, dass der von der Volksrepublik China im zurückliegenden Vierteljahrhundert geleistete, notwendige soziale Aufbau im Gebiet der tibetischen Ethnien weit mehr zu würdigen wäre, als dies bisher bei uns in Deutschland geschieht. Wir übersehen dabei keineswegs Verstöße früherer Regierungen in Beijing gegen die in der International Bill of Human Rights verbrieften Rechte der Bevölkerung in der Provinz Tibet.

Wir sind allerdings der Meinung, dass die jüngsten Gewaltausbrüche in Lhasa und anderen tibetischen Zentren von den USA und ihren Verbündeten initiiert, geschürt und ganz bewusst kurz vor den Olympischen Spielen in Beijing als aussichtsreicher politischer Pressionsversuch inszeniert worden sind.

Die Exzesse (anfänglich abscheuliche Pogrome gegen chinesisch-stämmige Bewohner Lhasas, teils angeleitet resp. angeführt von tibetischen Mönchen) entsprechen nach unserer Kenntnis in keiner Hinsicht der Tradition buddhistischer Konfliktbewältigung. Sie weisen, wie das im Falle einer eigenständigen, also nicht ferngelenkten sozialen Bewegung doch eigentlich zu erwarten gewesen wäre, auch keinerlei „Vorlauf“ auf – trotz besonderer Anlässe, z.B. der Wahl Beijings als Austragungsort der Olympischen Spiele vor einigen Jahren.

Die demonstrative Instrumentalisierung des Konfliktes und seines Exponenten Tenzin Gyatso (Dalai Lama) liegen in erster Linie im Interesse politischer Gegner und wirtschaftlicher Konkurrenten der Volksrepublik China. Sie liegen nicht im Interesse der Bevölkerung Tibets und nicht im Interesse eines friedlichen Zusammenlebens der Menschen und aller Völker.

Wir meinen, dass viele gutgläubige, über Geschichte und Gegenwart Tibets aber leider nur unzureichend informierte Deutsche zu einer emotionalen, polarisierten Betrachtung des chinesisch-tibetischen Verhältnisses verleitet wurden. Viele Deutsche kultivieren unreflektiert das romantische Tibet-Bild einer farbigen, harmonischen Mönchs-Republik unter der Leitung eines gütigen, hochweisen Dalai Lama – und werden von den Massenmedien absichtlich in dieser Scheinwelt gefangen gehalten. Dieser Tibet-Schimäre wird von Politik und Konzernmedien das Zerrbild einer aggressiven und kulturfeindlichen Volksrepublik China gegenübergestellt, wie es weitgehend der US-amerikanischen Propaganda entspricht.

Wir sind der Meinung, dass die deutsche Regierung vor allem US-amerikanischen Interessen entgegen kommt, die in wiederholten Einmischungen und Aggressionen der CIA in Tibet erkennbar wurden und dokumentiert sind (sogar in US-amerikanischen Quellen).

Die deutsche Regierung unterstützt so die weltweite Separations-Politik der USA zur Schaffung kleiner und damit abhängiger Staaten, sei es aus wirtschaftlichen oder aus militärischen Gründen. Das tibetische Hochland ist von großer strategischer Bedeutung. Diese und seine Rohstoff-Reserven verleiten Washington und seine Verbündeten zu Versuchen,  ein „asiatischen Kosovo“ herbeizuführen. Die Haltung der deutschen Regierung, insbesondere ihre kalkulierte politische Aufwertung des Dalai Lama, sind vom gleichen Ungeist geleitet wie ihre völker- und verfassungsrechtlich verfehltes Vorgehen in Afghanistan, Afrika und Jugoslawien.

Wir möchten deshalb Abbitte leisten gegenüber dem chinesischen Volk, das schon einmal Opfer übler deutscher Kolonialpolitik gewesen ist. Wir glauben, zugleich für viele Deutsche zu sprechen, die noch nicht den verfälschenden Darstellungen unserer führenden Politiker und der kommerzialisierten Massenmedien erlegen sind.

Mit vorzüglicher Hochachtung

Volker Bräutigam und Wolf Gauer, Autoren

sowie

Eckart Spoo, verantw. Redakteur u. Mitherausgeber der Politikzeitschrift Ossietzky (dort erscheint in Heft 10/2008 eine Kurzfassung des Briefes),
Dr. Wolfgang Bittner, Schriftsteller,
Renate Schoof, Schriftstellerin,
Armin Fiand, Rechtsanwalt,
Klaus Hartmann, Bundesvorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes und Vizepräsident der Weltunion der Freidenker,
Thomas Immanuel Steinberg (der Offene Brief wird auf www.steinbergrecherche.com/08china.htm#Tibet veröffentlicht),
Jürgen Rose, Oberstleutnant und Publizist,
Rolf Berthold, Botschafter der DDR in der VR China von 1982 bis 1990,
Gert Flegelskamp, Rentner (der Offene Brief wird auf www.flegel-g.de veröffentlicht),
Harald Schorneck,
Uwe Scheer, Hamburg,
Günter Schenk, Beinheim b. Straßburg,
Günther Wassenaar,
Hans Bauer, Rechtsanwalt, Vorsitzender der Gesellschaft zur Rechtlichen und Humanitären Unterstützung, GRH, Berlin, 
Werner Heinlein, Justizbeamter i. R.,
Tilo Schönberg, Speditionskaufmann (der Offene Brief wird auf www.0815-info.de veröffentlicht),
Knut Mellenthin, Freier Journalist,
Hans Christange, GRH-Mitglied, Jurist (ehem. Staatsanwalt der DDR)
Ingrid Hacker-Klier, Diplom-Übersetzerin,
Johannes Klier, Musiker,
Peter Kleinert, NRhZ-Redakteur und Filmemacher (der Offene Brief wird auf www.nrhz.de  veröffentlicht)
Dr. Werner Rügemer, Publizist, Vorsitzender von Business Crime Control (BCC)
Manfred Demmer, stellv. Vorsitzender Kulturvereinigung Leverkusen e.V.
Renate Schönfeld, Pfarrerin i. R., Berlin
Klaus von Raussendorff, Publizist, Bonn,
Karin Keller, Therapeutin
Ulrich Sander, Journalist
Brigitte Queck, Dipl. Staatswissenschaftlerin Außenpolitik
Willy H. Wahl, Direktionsmitglied Migros-Genossenschafts-Bund (pens.)
Wilhelm Schulze-Barantin, Frankfurt / M., Vorsitzender Ortsgruppe Offenbach des Deutschen Freidenkerverbandes (DFV),
Peter Betscher, Vereinigung für Internationale Solidarität, Darmstadt,
Anneliese Fikentscher, Dipl. Ing. und Publizistin,
Andreas Neumann, Systemanalytiker,
und
Ruedi Bosshart, Schweizer Bürger

Veröffentlichung erfolgt auch auf der Seite www.arbeiterfotografie.com/tibet

Der Brief wird zudem an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages per E-Mail versandt.

T:I:S, 17. Mai 2008

Dem Offenen Brief traten außerdem bei:
Joachim Guilliard, Software-Ingenieur, Journalist und Autor, Heidelberg
Hartmut Barth-Engelbart, Schriftsteller und Kabarettist
Helmut Pannek, HWP Hamburg
Hans-D. Ziran, Hofheim, Vorstand Initiative Bürgerschaftlichen Engagements e.V. sowie die I.B.E.-Vorstandsmitglieder Elke J. Atzinger, Schwandorf, Jörg-M. Ziran, Hofheim (auf den Offenen Brief wird auf der Seite www.amsel.webstar-media.com/?modul=news&id=26  verwiesen)

Ingrid Koschmieder
Heinz Mann
Samy Yildirim, Zaandam, Niederlande
Dr. Helmut Böttiger, Verleger a.D., Taunusstein
Wulf Kirschner, Hamburg
Ivo Lundt, Schriftsteller

Der Offene Brief wurde inzwischen auch vom China Internet Information Center (German) und der jungen Welt veröffentlicht.

T:I:S, Stand: 26. Mai 2008

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