Alan M. Dershowitz

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Links zu zahlreichen Online-Artikeln auf der Homepage von Dershowitz. Was er schreibt, ist häufig völkerrechtswidrig und nach deutschem Recht grund- und strafgesetzwidrig. T:I:S, 13. Februar 2008

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Regan Boychuk

Plädoyer gegen Alan Dershowitz

Public Committee Against Torture in Israel gegen Dershowitz

Dershowitz hatte in seinem 2004/2005 erschienenen Buch The Case for Israel / Plädoyer für Israel und in anschließenden Vorträgen behauptet, die israelischen Behörden folterten keine Palästinenser mehr. Er berief sich dabei auf die israelische Menschenrechtsorganisation Public Committee Against Torture in Israel (PCATI).

Regan Boychuk hat die Sache überprüft: Das PCATI bestreitet alle Behauptungen von Dershowitz. Palästinenser werden in Israel weiterhin gefoltert.

ZNet, 15. April 2005. T:I:S, 27. Februar 2008

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Dershowitz bekam auf CounterPunch Gelegenheit zu einer Replik auf die Darlegungen von Menetrez. Menetrez antwortet auf die Replik und zeigt, daß Dershowitz ihn in keinem Punkt widerlegt. Er hofft aber, daß sich jemand von Harvard doch noch mit seinen Vorwürfen gegen Dershowitz befaßt. 

T:I:S, 27. Februar 2008

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Thomas Immanuel Steinberg

Der Fall Dershowitz: Plagiat, Vertuschung, Verdrehung... 

Kann sich die Havard Law School den Kriegslobbyisten noch leisten?

 

Frank J. Menetrez belegt im Nachwort (1) zur Taschenbuchausgabe von Norman G. Finkelsteins  Beyond Chutzpah: On the Misuse of Anti-Semitism and the Abuse of History minutiös:

Der Zionist und NeoCon Dershowitz hat angebliche Zitate Mark Twains einem Buch von Joan Peters entnommen, ohne Peters als Quelle anzugeben. Er behauptete jedoch, Havard hätte diese von Norman G. Finkelstein erhobene Anschuldigung überprüft und als unzutreffend zurückgewiesen – Finkelstein bekämpft die NeoCons und die Zionisten (2). Tatsächlich hat die renommierte Einrichtung die Finkelstein-Anschuldigung nicht überprüft, und Dershowitz hat gewußt, daß keine Überprüfung stattfand.

Dershowitz hat in der Jerusalem Post vom 11. März 2002 als Vergeltung für palästinensische Anschläge die Zerstörung ganzer palästinensischer Dörfer gebilligt. Finkelstein hat das zitiert und geurteilt, zwischen dem Vorschlag von Dershowitz und der Zerstörung des tschechischen Ortes Lidice durch die Nazis sei ein Unterschied schwer auszumachen, außer, daß Juden und nicht Deutsche ihn umsetzen würden.

Dershowitz behauptete daraufhin, er habe nur die Zerstörung leerer Häuser vorgeschlagen und zitierte, scheinbar zum Beleg, sich selbst aus dem eigenen Buch Why Terrorism Works von 2002. Er unterschlug den Zeitungsartikel, den Finkelstein korrekt zitiert hatte, und warf seinerseits Finkelstein falsches Zitieren vor.

Mark Twain woanders als bei Mark Twain abschreiben, ohne zu verraten, wo; und die Sache vertuschen – ein Erstsemesterfehler, der einem Harvard-Professor nicht unterlaufen darf; in einem Zitatenstreit dem Gegner leere Häuser statt ganzer Dörfer unterzujubeln, um einer Gleichsetzung mit den Nazi-Terroristen zu entgehen – eine Leistung auf Broder-Niveau.

Doch nun, was die nachgewiesen falschen Behauptungen des Harvard-Professors zum Kriminalfall macht: 

Der Harvard-Professor Dershowitz hat mit genau diesen falschen Behauptungen die Berufung von Norman G. Finkelstein auf einen Lehrstuhl an der DePaul-Universität verhindert. Der University Board on Promotion and Tenure (UBPT), letzte und zumeist bloß formale Instanz bei Berufungsentscheidungen, stimmte auf der Grundlage der Falschbehauptungen im Juni 2007 mit 4 zu 3 Stimmen gegen Finkelsteins Berufung. Studenten und Lehrkörper hatten vergeblich gegen Finkelsteins Ablehnung protestiert.

Der Zionist und NeoCon Dershowitz hat dem eigenen Gegner und Gegner der US-amerikanischen und israelischen Kriegs- und Besatzungspolitik die Karriere verbaut: offenbar durch arglistige Täuschung. Die Harvard Law School wird Stellung beziehen müssen.

T:I:S, 12. Februar 2008. Dank an Schmidt-Polyglott

Anmerkungen

(1) Das Nachwort ist, etwas gekürzt, als Sonderbericht bei CounterPunch erschienen. Hier die Ankündigung der (erweiterten) Taschenbuchausgabe von University of California Press für Mai 2008

(2) Siehe Norman Finkelstein

(3) Im frei zugänglichen Abstract des Jerusalem-Post-Artikels steht: 

Following the end of the moratorium, Israel would institute the following new policy if Palestinian terrorism were to resume. It will announce precisely what it will do in response to the next act of terrorism. For example, it could announce the first act of terrorism following the moratorium will result in the destruction of a small village which has been used as a base for terrorist operations. The residents would be given 24 hours to leave, and then troops will come in and bulldoze all of the buildings. 

Finkelstein gibt den betreffenden Absatz aus dem Dershowitz-Artikel auf seiner Internetseite wieder: 

Israel should announce an immediate unilateral cessation in retaliation against terrorist attacks. This moratorium would be in effect for a short period, say four or five days, to give the Palestinian leadership an opportunity to respond to the new policy. It would also make it clear to the world that Israel is taking an important step in ending what has become a cycle of violence. Following the end of the moratorium, Israel would institute the following new policy if Palestinian terrorism were to resume. It will announce precisely what it will do in response to the next act of terrorism. For example, it could announce the first act of terrorism following the moratorium will result in the destruction of a small village which has been used as a base for terrorist operations. The residents would be given 24 hours to leave, and then troops will come in and bulldoze all of the buildings. The response will be automatic. The order will have been given in advance of the terrorist attacks and there will be no discretion. The point is to make the automatic destruction of the village the fault of the Palestinian terrorists who had advance warnings of the specific consequences of their action. The soldiers would simply be acting as the means for carrying out a previously announced policy of retaliation against a designated target.

Finkelstein kommentiert: 

It bears notice that Dershowitz is not only advocating the Lidice-style annihilation of the village but of its inhabitants as well if they don't leave after 24 hours: "The response will be automatic…there will be no discretion." 

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Folterer gegen Hinrichtung

Was sich da als öffentliche Debatte der renommierten Oxford Union über Israel ausgebe, sei tatsächlich, so Alan M. Dershowitz in der Jerusalem Post, eine öffentliche Hinrichtung Israels.

Die Oxford Union, mit der Universität Oxford verbunden, hat Norman Finkelstein, Befürworter zweier Staaten auf palästinensischem Gebiet, und Ted Honderich, Befürworter des palästinensischen Widerstands gegen die israelische Besatzung, für den 24. Januar 2008 eingeladen als Proponenten der These: This House Believes That The State of Israel has a Right to Exist.

Alan Dershowitz hingegen befürwortet Folter

T:I:S, 24. Januar 2008. Dank an Schmidt-Polyglott

Bericht über zionistische Stellungnahmen zur Debatte in der Jerusalem Post. Mehr über Norman Finkelstein; mehr über Ted Honderich. Die Jüdische, von der Bundeszentrale für politische Bildung ständig mit der Jüdischen Zeitung verwechselt, reproduziert unterdessen die ebenso dämlich wie demagogische Verdrehung einer zynischen Anmerkung Finkelsteins zum Mythos, den seines Erachtens Holocaust-Geschäftemacher um die Vernichtung der europäischen Juden gesponnen haben.

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Thomas Immanuel Steinberg

 Die Terroristen sind unter uns

Wenn Schreckensherrscher eines Gegners habhaft werden, bringen sie ihn nicht gleich um: Sie foltern ihn zunächst. Nero hat Christen foltern lassen, der Inquisitor die Marranen, Hitler die Kommunisten. Drohende Folter verbreitet größeren Schrecken als Mord: Sie ist wohl das furchtbarste Herrschaftsinstrument von allen. Deshalb gilt Folter, egal in welchem Kampf, egal gegen wen, als menschenrechtswidrig.

Menschenrechte nicht für Israels Feinde 

Viele Staaten, vor allem im westlichen Herrschaftsbereich, terrorisieren ihre Gegner durch Folter. Die meisten wahren tunlich den Schein, sie würden die Menschenrechte achten. Der Staat Israel wahrt ihn nicht. Sein oberster Vertreter in der Schweiz, der Botschafter Ilan Elgar, erklärte kürzlich einem Angestellten der Reformierten Kirchen Bern – Jura – Solothurn:

Die Menschenrechte seien für Europa gut, im Nahen Osten müsse man stets abwägen, inwiefern man Politik auf ihre Grundlage stellen könne, man lebe in einem anderen, feindlichen Kontext.

Der Staat Israel foltert. Einer seiner prominentesten Anhänger in den USA ist Alan M. Dershowitz, Professor an der Harvard Law School und Publizist. Wann immer andere Prominente vom Staate Israel die Einhaltung der Menschenrechte fordern, hält er dagegen. Wie der israelische Botschafter in der Schweiz, so findet auch Dershowitz Gründe für den israelischen Terror gegen Palästinenser und die Nachbarvölker Israels.

Die tickende Bombe

Jetzt hat Dershowitz einen passe-partout für Folter gefunden: die tickende Bombe.  Im Wall Street Journal vom 7. November 2007 zitiert er William Clinton, Bushs Vorgänger im Streben nach Weltherrschaft: 

Sie haben jemand gefaßt, von dem Sie wissen, daß er die Nummer Zwei hinter Osama Bin Laden ist. Und Sie wissen, die haben binnen drei Tagen einen Anschlag in den Vereinigten Staaten oder einer europäischen Hauptstadt vor. Und Sie wissen, der Bursche weiß das. Richtig, das ist das klarste Beispiel. Und Sie meinen, Sie kriegen das nur aus dem Burschen raus, wenn Sie ihn mit Drogen vollpumpen oder zum Schein ertränken oder ihn anders bearbeiten.

Dershowitz dazu: 

Obwohl ich persönlich gegen die Anwendung von Folter bin, habe ich doch keinen Zweifel, daß jeder Präsident – und in der Tat jeder Führer einer demokratischen Nation – faktisch irgendwelche Arten von Folter gegen einen gefangenen Terroristen genehmigen würde, wenn er wüßte, daß das der einzige Weg ist, Informationen über eine bevorstehendes Attentat mit zahlreichen Opfern zu erlangen. Der Streit geht allein darum, ob er das offen und verantwortlich tut, oder heimlich und abstreitbar. Ersteres erscheint besser mit demokratischen Grundsätzen vereinbar, letzteres besser mit der typisch politischen Scheinheiligkeit.

Scheinertränkungen

Verfassungsrechtlich könne somit, meint Dershowitz, über die Anwendung etwa von Scheinertränkungen nicht abstrakt entschieden werden, sondern nur von Fall zu Fall. In Israel habe es bereits Beispiele für tickende Zeitbomben der geschilderten Art gegeben. Präsidentschaftskandidaten, die für vergleichbare Fälle in den USA Folter ausschließen wollten, würden folglich chancenlos bleiben. 

Mike Whitney hat auf CounterPunch dem Harvard-Professor geantwortet. Er zitiert eine Passage von 2002 aus einem von Dershowitz' zahlreichen Büchern: 

Folter wäre nur mit einer richterlichen „Foltervollmacht“ zu erlauben... Die Gewährung einer Foltervollmacht müßte auf der absoluten Notwendigkeit beruhen, sofortige Auskunft zu erhalten, um Leben zu retten, verbunden mit Gründen für die Wahrscheinlichkeit, daß der Verdächtige Auskunft geben kann, sie aber nicht erteilen will... Die Vollmacht würde die Folter auf nicht-tödliche Mittel beschränken, wie sterile Nadeln, die unter die Fingernägel geschoben werden und unerträglichen Schmerz verursachen, ohne das Leben zu gefährden.

Es wird ja eh gefoltert

Whitney liefert weitere ältere Dershowitz-Zitate, die alle darauf hinauslaufen, daß eh gefoltert werde und Foltern deshalb gesetzlich normiert werden müsse. Zusätzlich behauptet Dershowitz, die Mehrheit der US-Amerikaner befürworte Folter in Gefahrensituationen. Whitney widerspricht unter Verweis auf Meinungsumfragen. Er urteilt: 

Der wirkliche Grund, weshalb Folter abzulehnen ist, liegt darin, daß sie dem Staat mehr Befugnisse erteilt als für die Sicherheit und Wohlfahrt von „Uns, dem Volke“ klug ist. Der Staat ist jetzt „und war schon immer“ die größte Gefahr für Menschenrecht und bürgerliche Freiheit. Das trifft heute – in unserer Nach-Elfter-September-Welt – mehr zu denn je. Der Staat ist der natürliche Feind der Freiheit des Einzelnen.

Dershowitz’ Polemik hat nichts mit vorgeblicher Sorge um die Sicherheit des amerikanischen Volkes zu tun. Das ist Quatsch. Sie ist der Versuch, die Befugnisse des Staates auszuweiten, und zwar durch die Aufweichung der öffentlichen Meinung über Folter. Sie ist ein offenkundiger Griff nach der Macht, schlicht und einfach. Sie sollte von jedem zurückgewiesen werden, der ihre wahre Bedeutung erfaßt.

Des Terroristen Anhänger in Deutschland

Der Ausschluß der israelischen Nachbarn aus dem Geltungsbereich der Menschenrechte und Dershowitz’ terroristischer Griff nach der Macht haben viel mit unserm Land zu tun. Rudolf Walther rezensierte laut Perlentaucher in der Frankfurter Rundschau Dershowitz’ Kampfschrift „Plädoyer für Israel“, 

in dem der amerikanische Jurist Alan M. Dershowitz den Beweis führen will, dass die Anklagen gegen Israel auf Vorurteilen beruhen. Doch statt Behauptungen belegt und [B]eweise erbracht [zu haben], sieht Walther hier allenfalls "propagandistische Rechtfertigungsgirlanden" geschwungen. Walther spricht auch von "Scharlatanerie" und "vernagelter Einseitigkeit". Nicht gelten lassen will Walther etwa Dershowitz' Behauptung, Israel habe als "einziges Land in der Geschichte der modernen Kriegsführung" keine Vergeltung gegen feindliche Städte und deren Zivilbevölkerung geü[bt]. Als "Legende" tut Walther die von Dershowitz angeführte Friedensbereitschaft des Landes ab. Und dass in der Menschenrechtsfrage an Israel andere Standards gerichtet werden als [an] arabische[.] Nachbarstaaten, will Walther dann Israel selbst zugeschrieben wissen, schließlich betone das Land stets, dass es die einzige Demokratie in der Region sei.

Zur deutschen Ausgabe des Israel-Buchs des langjährigen Folterbefürworters Dershowitz hat 2005 ein bekannter deutscher Schlechtmensch das noch schrillere Vorwort geschrieben: der Spiegel-Autor und Börne-Preisträger Henryk M. Broder.

T:I:S, 15. Dezember 2007

Siehe auch: Kaj Larsen Goes Waterboarding, Video mit einem blöden Experiment und dem Terroristen Alan M. Dershowitz im Interview, T:I:S, 16. Dezember 2007  

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