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Frieder Wagner, Journalist und Filmemacher in Köln

Warum der Einsatz von Uranmunition und Uranbomben ein Kriegsverbrechen ist

Eine Beweis- und Faktensammlung

Und:

Warum Regierungsstudien zur Uranmunition oft nur Gefälligkeitsarbeiten sind

Frieder Wagner DU, .pdf-Datei, 25 Seiten. T:I:S, 7. April 2008

*

Thomas Immanuel Steinberg

Blutkrebs

Zu Frieder Wagners Dokumentarfilm "Deadly Dust - Todesstaub" über die grauenhafte Dauerwirkung von Uranmunition

 

Im Kosovo und den Gebieten des Irak, die im Golfkrieg 1991 und seit 2003 von den USA und den übrigen Nato-Staaten bombardiert und beschossen wurden, häufen sich Fehlgeburten, Mißgeburten, Blutkrebs (Leukämie), Immunschwäche und Erbschäden. Auch britische und US-Soldaten, die in den bombardierten und beschossenen Gebieten zugange waren, erkrankten und zeugten mißgebildete Kinder mit Erbkrankheiten.

Abgereichertes Uran

Die Ursache ist Munition aus abgereichertem Uran, auf Englisch depleted uranium, kurz DU-Munition. In allen US- und Nato-Kriegen seit 1991 wurde Uranmunition verschossen. Auch bei der Bundeswehr wartet laut Auskunft eines Reserveoffiziers Uranmunition auf den Einsatz.

Abgereichertes Uran ist ein Kuppelprodukt, das bei der Anreicherung von Uran für Kraftwerke und Atombomben in Zentrifugen entsteht. Es wäre Abfall, zeichnete es sich nicht durch besondere Dichte, also Härte aus. Daher wird aus abgereichertem Uran Munition gefertigt, die dicke Panzerplatten durchdringt. Die Reibungshitze löst große Hitze und Explosionen im Panzer aus, die Insassen verschmurgeln auf der Stelle.

Strahlung im Körper

Schlägt die Uranmunition hart auf, so bildet sich ein Aerosol aus feinen Uran- und Uranoxidpartikeln. Es verfliegt, die Partikel fallen herunter, werden jedoch zum Teil vom Wind weit fortgetragen. Sie kontaminieren den Boden und das Wasser an Ort und Stelle, aber auch in großer Entfernung. Nimmt der menschliche Körper Partikel auf, so scheidet er sie nicht vollständig wieder aus. Die Partikel sind erstens chemisch toxisch, zweitens strahlen sie schwach. Die konstante schwache Strahlung verändert die Zellen. Krebs aller Art, insbesondere Blutkrebs entsteht. Das Erbgut wird irreversibel geschädigt.

Pressefreiheit in Deutschland 

Frieder Wagner, Journalist und Filmemacher in Köln, hat über Uranmunition und die Folgen 2006 mit eigenen Finanzmitteln einen Dokumentarfilm gedreht:

Deadly Dust - Todesstaub

Warum, hat er nach der Vorführung vor ausverkauftem Haus im Hamburger Kino "3001" am 5. April 2008 (1) erklärt:

Am 13. Januar 2001 schrieb Siegesmund von Ilsemann im Spiegel über die Verseuchung des Kosovo durch abgereichertes Uran und überführte Rudolf Scharping der fürchterlichsten aller seiner Kriegslügen: nämlich der, daß Uranmunition harmlos sei.

Doch Gero von Randow, Die Zeit, diagnostizierte sogleich das "Uransyndrom" als "Blamage der Alarmisten". Seinen Beitrag in Ausgabe 26/2001 leitete von Randow so ein: 

Die kommenden Tage werden ein Test auf die Glaubwürdigkeit der Medien sein. Die meisten von ihnen entfachten zu Jahresbeginn eine Massenhysterie wegen der Verwendung abgereicherten Urans (depleted uranium, DU) als Hartkern von Munition, die im Kosovokrieg eingesetzt worden war. Nun darf man gespannt sein, ob ARD und Süddeutsche Zeitung und all die anderen vor Monaten so entrüsteten Repräsentanten der Vierten Gewalt den Neuigkeiten Raum geben (und wenn ja: wie viel), die in dieser Woche vermeldet werden: Die Studie des von Rudolf Scharping eingesetzten "Arbeitsstabes Dr. Sommer" ist fertig (2) und zeigt - neben kritischen Worten für das Verteidigungsministerium -, wie sehr sich die Alarmisten blamiert haben. 

ARD und Süddeutsche Zeitung, ZDF und FAZ, alle Bertelsmann-Medien und alle Organe des Springer-Konzerns hatten verstanden: Frieder Wagner konnte mit Mühe 2004 in genau einem Regionalprogramm der ARD, nämlich beim Westdeutschen Rundfunk, einen Filmbeitrag über Uranmunition unterbringen - ansonsten herrscht panzerplattendickes Schweigen bei allen Mainstreammedien. Und Siegesmund von Ilsemann ist nicht mehr beim Spiegel. 

Deshalb drehte Wagner seinen Kinofilm - und sucht seit 2006 einen Verleih.

Ermittlungsfreiheit im US-Irak

Der Dokumentarfilm des mehrfachen Adolf-Grimme-Preisträgers ist professionell gefertigt und zeigt die Ärzte und Naturwissenschaftler, die forschen und aufklären, seit das sogenannte Golfkriegssyndrom aufgetreten ist, an ihren Wirkungsstätten. Die kranken und sterbenden Kinder sind zu sehen mit ihren Müttern, die mißgebildeten Kinder und die monströsen Föten. Bewohner eines evakuierten jugoslawischen Dorfs, das nach und nach ausstirbt, kommen zu Wort, Ärztinnen in irakischen Krankenhäusern, ein kontaminierter britischer Soldat und die Mutter ihrer beider erbgesschädigten Kinder...  

Im Irak drehte das Team heimlich. Hätten die US-Besatzer bemerkt, worauf die Dreharbeiten zielten, sagt Wagner, dann wären alle ins Gefängnis gekommen.(3)

T:I:S, 6. April 2008

Anmerkungen

(1) Veranstalter: Hamburger Forum und Die Linke. Initiator und Moderator: Christian Arndt, Friedenspastor

(2) Die Bundeswehr und ihr Umgang mit Gefährdungen und Gefahrstoffen. Uranmunition, Radar, Asbest. Bericht des Arbeitsstabes Dr. Sommer. 21. Juni 2001. .pdf-Datei, 128 Seiten. Dr. Theo Sommer war vor dem 1. April 2000 Herausgeber der Zeit, danach deren Editor-at-large.Gero v. Randow argumentierte also pro domo. Die Studie enthält den Passus:"Wird Alpha-Strahlung in den Körper aufgenommen, so kann sie schädigend wirken". Im Film geht es genau um diese Alphastrahlung inkorporierter Aerosolpartikel, verbunden mit der chemischen Giftigkeit von abgereichertem Uran. In Frieder Wagners Materialsammlung wird der Zusammenhang ausdrücklich auf den Seiten 21 und 22 angesprochen. 

(3) Wagners Film "Deadly Dust - Todesstaub" kann als DVD für 25 Euro (davon 5 Euro Spende für ein irakisches Krankenhaus) bestellt werden bei 

Ochoa-Wagner Filmproduktion, Severinstr. 54a, 50678 Köln, Tel.: 0221-322518. eMail: ochowa-film(at)t-online.de

Außerdem sei verwiesen auf Frieder Wagners Materialsammlung.

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