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Haiti

Naomi Klein zu Haiti und zu den Profitgeiern, die sich über das Land stürzen. Video, fünf Minuten, brillant. Die erwähnten Artikel hier.

T:I:S, 15. Januar 2010

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Zum Boykott-Aufruf wegen des israelischen Vernichtungskriegs in Gaza siehe JournalistKritik an Israel und Kriegsjuden

T:I:S, 2010

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The existential threat - Israel's brand identity

Die Kanadierin Naomi Klein hielt die Auftaktansprache zur ersten Independent Canadian Jewish Conference am 28. März 2008 in Toronto mit dem Titel: Israel, Don't Act Normal. Video, vier Teile à 10 Minuten.

T:I:S, 29. Juni 2008

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Links zu Naomi Klein, zu einem Video-Interview, zur Diskussion über die "Schock-Strategie" und zu dessen Inhaltverzeichnis unter Faschismus

Siehe auch Naomi Klein : Israel, Labor für eine Festungswelt, unter Levante

T:I:S, 27. Dezember 2007

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Israel als Warnung

Wenn der Frieden sich nicht mehr lohnt

Naomi Klein: Die Schock-Strategie. Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus. S. Fischer Verlag 2007. Aus dem Englischen übersetzt von Hartmut Schickert und Michael Bischoff und Karl Heinz Siber. Preis € (D) 22,90/Preis SFR 40,40 (UVP), 768 Seiten, gebunden, ISBN 978-3-10-039611-2. Hier S. 597 – 624 

Eine Zusammenfassung von Lothar Zieske 

Bei Katastrophen, so Naomi Kleins Feststellung in den vorausgehenden Kapiteln, fallen die Aktienkurse nicht mehr, sondern sie steigen. Eine ähnliche Paradoxie läßt sich an Israel ausmachen.

Die israelisch-palästinensischen Friedensverhandlungen in Oslo scheiterten. Klein führt das u.a. darauf zurück, daß damals viele Juden die ehemalige Sowjetunion verließen. Wie der größte Teil der russischen Bevölkerung hatten sie unter der sozialen Katastrophe zu leiden, die mit Hilfe von Ökonomen wie Jeffrey Sachs durch Jelzins neoliberale Politik ausgelöst worden war. Das hatte für Israel drei Konsequenzen:

1. Israel war nicht mehr auf die Palästinenser als billige Arbeitskräfte angewiesen.

2. Die russischen Zuwanderer zogen gern in die illegalen Siedlungen, weil sie dort billig wohnen konnten.

3. Ein großer Teil besaß eine gute Ausbildung im High-Tech-Bereich: Raketen- und Rüstungstechnik z.B. hatten schon in der Sowjetunion eine große Rolle gespielt.

Israel konnte sich daher die Abschnürung der Palästinensergebiete wirtschaftlich leisten, was wiederum deren Ruin beschleunigte.

Naomi Klein setzt sich auch mit der Gegenthese auseinander, Arafat habe den Frieden verhindert:  

In Israel und in der internationalen Presse wird auf breiter Front die Meinung vertreten, der Nahost-Friedenprozess sei deshalb geplatzt, weil Arafat das ihm von Ehud Barak im Juli 2000 in Camp David gemachte Angebot - das beste, das die Palästinenser je bekamen und bekommen würden - ausschlug und damit demonstrierte, dass es ihm nicht wirklich um Frieden ging. (S. 612)

Klein:  

Kein Zweifel: Arafat wollte mehr, als die Israelis ihm in Camp David oder auch im Januar 2001 in Taba anboten, aber diese Angebote waren nicht derartig großzügig, wie sie immer dargestellt werden. (S. 612) 

Doch:

- Es sei so gut wie keine Wiedergutmachung für die im Jahr 1948 vertriebenen Palästinenser vorgesehen gewesen.

- Im Bereich der nationalen Selbstbestimmung habe es nur minimale Zugeständnisse gegeben. Sie zitiert als Beleg (S. 613, mit Anm. 23) eine Äußerung des ehemaligen Außenministers Ben-Ami, der sowohl in Camp David als auch in Taba einer der Verhandlungsführer Israels war, aus dem Jahre 2006:

Camp David war nicht die große verpasste Chance für die Palästinenser; wenn ich Palästinenser wäre, hätte ich Camp David auch ausgeschlagen.

Inzwischen sei Israels Wohlstand nicht mehr an die Bedingung des Friedens geknüpft. Die israelische Regierung drückte ihre Perspektive so aus: 

Das Wachstum der Dotcom-Blase [der so genannten "New Economy, bis 2000]  würde von einem Heimatschutz-Boom ersetzt. Inzwischen war Stanley Fischer, der ehemalige "Chefarchitekt der Schocktherapie-Abenteuer des IWF in Russland und Asien" (S. 614) Zentralbankdirektor in Israel geworden. Israel warb international mit seinen Erfahrungen im "Krieg gegen den Terror". 

Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass die Terrorismus-Abwehr-Industrie die israelische Wirtschaft ähnlich vor dem drohenden Niedergang bewahrt hat, wie der Katastrophen-Kapitalismus-Komplex mitgeholfen hat, die globalen Aktienmärkte zu retten. (S. 616).

Typisch für das Eindringen der neoliberalen Wirtschaftspolitik: "Der Aufstieg der Sicherheitsbranche ging Hand in Hand mit einer Welle von Privatisierungen und Leistungskürzungen im Sozialwesen." (S. 620 f.) Dass der Frieden aus ökonomischer Sicht durchaus entbehrlich ist, zeigt die Tatsache, dass israelische Unternehmer den Feldzug gegen den Libanon im Jahre 2006 unterstützten: "Offenkundig hat die israelische Wirtschaft keinen Grund mehr, Kriege zu fürchten." (S. 621)

Der "Krieg gegen den Terror" 

ist keiner, den irgendein Land gewinnen kann, aber darum geht es auch gar nicht. Worum es geht, ist die Schaffung von 'Sicherheit' im Inneren befestigter Staaten, die von endlosen, auf kleiner Flamme kochenden Konflikten außerhalb ihrer Mauern leben." (S. 623) 

Diese Modell macht Klein auch im innergesellschaftlichen Bereich aus: Die Reichen in der Festung, die Armen abgekapselt.

Bagdad, New Orleans und Sandy Springs (1) geben uns einen Vorgeschmack auf so etwas wie eine eingezäunte Zukunft, die vom Katastrophen-Kapitalismus-Komplex konzipiert und gemanagt wird. Israel ist jedoch das Land, in dem dieser Prozess am weistesten fortgeschritten ist: Hier hat sich ein ganzer Staat  in eine schwer befestigte Bastion verwandelt, umringt von Ausgeschlossenen, die permanent in abgetrennten Roten Zonen leben. (S. 623) 

Naomi Klein lehnt die Gleichsetzung zwischen Israel und den palästinensischen Gebieten und dem Südafrika der Apartheits-Periode zumindest in einem Punkt ab: In Israel werden die Ausgegrenzten als die Überflüssigen an der Arbeit im Lande gehindert.

Die Schlüsse für die Aussicht auf Frieden zwischen Israelis und Palästinensern zu ziehen, erspare ich mir. Sie sind zu deprimierend. (2)

T:I:S, 27. Dezember 2007

Anmerkungen

(1) Teil von Atlanta, den die reichen Bewohner für selbstständig erklärt haben und privat verwalten lassen.

(2) Siehe auch Naomi Klein: Israel, Labor für eine Festungswelt, unter Levante zahlreiche Links zur "Schock-Therapie" unter Faschismus

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