Ludwig Tieck

www.SteinbergRecherche.com

 

Home
Nach oben
Udo Ulfkotte
Krim
Rascal und andere Skulpturen
Geld
Rolf Verleger
CAMERA
Nachrichtenmagazin Der Spiegel
Uranmunition
G-8-Gipfel 2008
Gert Weisskirchen
Damaskus
Gazprom / Gasprom
Vorfrühling
Neokonservativismus
Volker Bräutigam
Verschwörungstheorie
Annie Lacroix-Riz
Bode-Museum Berlin
Welt und Bild von Springer
Joseph Ratzinger
Bundeszentrale für politische Bildung
Saatgutbank Spitzbergen
Zionismus
Konzentrationslager
Partei Die Linke
Naomi Klein
Marc Thörner
Benjamin Weinthal
Leon de Winter
Ariel Muzicant
Alan M. Dershowitz
Israel
Trita Parsi
Ludwig Tieck

Steinberg Recherche Referent Texte 2008 Texte 2007 Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Suchen Home Newsletter? 

 

Ludwig Tieck

Musik

Rondo

Wie sagte doch jener Bauer, als er die Pflaumen schon zur Suppe essen sollte? ja: darin ist kein Verstand!

So oft sich der Philosoph verwundern muß, so oft er ein Ding nicht begreift, (und das geschieht meist, weil es zu seinem Systeme nicht paßt, denn außer dem würde ihm die Sache nicht so fremd sein, vielleicht wäre ihm der Gedanke ganz natürlich) ebenso oft ruft er aus - darin ist kein Verstand!

Ja der Verstand, wenn er sich recht auf den Grund kommen will, wenn er sein eignes Wesen bis ins Innerste erforscht, und sich nun selbst beobachtet und beobachtend vor sich liegen hat, sagt: darin ist kein Verstand.

Nicht wahr, es ist am bequemsten, das Denken ganz aufzugeben? das tun auch die meisten, ohne es zu wissen. Doch wer mit Vernunft die Vernunft verachtet, ist dadurch wieder vernünftig. Daß nur keiner sagt: darin ist kein Verstand.

Manche Verse sind toll gewordene Prose, manche Prose ist gichtlahmer Vers; was zwischen Poesie und Prosa liegt, ist auch nicht das Beste - o Musik! wohin willst du? Nicht wahr, du gestehst es zu - in dir ist kein Verstand.

Wozu sollen diese Gedanken? Wozu soll dergleichen Musik? Wozu sollen dergleichen historische Schauspiele? Wozu soll am Ende die ganze Welt? Wozu sollen aber auch solche Fragen? In ihnen steckt kein Verstand.

Von der Mücke bis zum Elefanten ist alles zunächst um sein selbst willen da, des Menschen zu geschweigen; so sollte es nicht auch mit Gedanken sein, die früher sind als ihre Anwendung? Nicht ebenfalls mit Laune und Lust und Lachen und einer verkehrten Welt? Verkehrt sie nur noch einmal, so kehrt ihr die rechte Seite heraus, und ihr sagt dann nicht: darin ist kein Verstand.

 

Zwischenspiel aus Ludwig Tieck: Die verkehrte Welt. Ein historisches Schauspiel in fünf Aufzügen. In: Phantasus. Eine Sammlung von Mährchen, Erzählungen und Schauspielen, herausgegeben von Ludwig Tieck. Berlin: Druck und Verlag von G. Reimer 1845, Zweite Ausgabe, Dritter Band, S. 1 – 171 – Elektronische Fassung in moderner Schreibweise. Etwas mehr zu Tieck unter Steinberg

T:I:S, 28. November 2007  

* 

Steinberg Recherche Referent Texte 2008 Texte 2007 Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Suchen Home nach oben

Mail

URL dieser Seite: http://www.steinbergrecherche.com/08tieck.htm

Disclaimer / Copyright