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Mehr von oder zu Rolf Verleger unter Existenzrecht, Sebastian Wertmüller, SchnipselWehe dir, Israel !, BILD-Zeitung, Holocaust, Anti-Palästina-Lobby und  The White Man’s Burden (.pdf-Datei). Zur Abberufung von Rolf Verleger aus dem Direktorium des Zentralrats der Juden in Deutschland siehe Zentralrat der Juden in Deutschland. Rolf Verleger referiert bei der Hamburger Linksjugend unter Friedensjuden

 

Rolf Verleger

Antisemitismus und Antizionismus in Deutschland: Neue Fakten

Lebenshaus Alb, Anfang November 2011. T:I:S, 9. November 2011

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08verleger.htm#Neue   

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Rolf Verleger

Rundbrief

Sun, Dec 5, 2010 10:54 pm

Liebe Freunde,

es ist zwei Monate her, seit ich mich zuletzt als Vorsitzender der "Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost" auf diese Weise – mit einem "Rundbrief" – an Sie/Euch gewandt habe.

Diese zweimonatige Pause hat ihren Grund in internen Auseinandersetzungen in der "Jüdischen Stimme". Ein wesentlicher Grund für diese Auseinandersetzungen waren genau diese Rundbriefe. Ich hatte sie im Vertrauen auf die Autorität geschrieben, die mir die Jüdische Stimme mit der Wahl zum Vorsitzenden gegeben hatte. Jedoch war der Inhalt der Rundbriefe meistens nicht mit dem Gesamtvorstand abgesprochen. In der Tat gab es in mehreren Sachfragen durchaus interne Meinungsverschiedenheiten.

Diese internen Reibereien endeten nun mit dem Rücktritt des gesamten Vorstands. Neue Vorsitzende der Jüdischen Stimme ist Michal Kaiser-Livne; sie hat mein Vertrauen.

Ich gehöre dem Vorstand nicht mehr an.  Trotzdem – oder nun gerade – möchte ich diesen Rundbrief gerne weiter führen, nun eben als Mitglied der Jüdischen Stimme, und über positive Tendenzen auf dem Weg zu einer friedlichen Lösung des Israel/Palästina-Problems berichten.

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Hier möchte ich zunächst zwei Themen aufnehmen, die in meinen Rundbriefen noch nicht zu Ende gebracht waren.

- Jüdisches Boot nach Gaza: Dies ist losgefahren (wie ich am 26.9. noch vermeldete), aber nicht angekommen. Es wurde vielmehr von der israelischen Marine aufgebracht (dort Stichwort Jewish Boat; oder den Bericht der mitfahrenden Lillian Rosengarten) wobei von der israelischen Marine sinnlose Gewalt angewendet wurde (s. den Bericht der Brüder Itamar und Jonathan Shapira). Dieses Boot hat die jüdische Ehre verteidigt. Ich möchte mich hier nochmals bei Edith Lutz und Kate Leiterer bedanken, die das Boot initiiert haben.

- Norman Finkelstein: Als im Frühjahr sowohl die Heinrich-Böll-Stiftung als auch die Rosa-Luxemburg-Stiftung ihre Zustimmung zur Durchführung einer Veranstaltung mit dem US-amerikanischen jüdischen Politologen und Nationalismuskritiker Dr. Norman Finkelstein zurückzogen, war das sehr ärgerlich. Nun hat aber der Palästinensische Ärzte- und Apothekerverband für einen Abend mit Finkelstein am 27.11. den Saal des Hotels Maritim in Berlin gemietet. Der Saal war natürlich voll (ca. 400 Plätze). Finkelstein redete zwei Stunden, es gab noch eine Stunde Diskussion, und es war nie langweilig.

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Weitere erfreuliche Ereignisse der letzten Wochen:

-  Israelkongress. Ein schönes Kompliment an die "Jüdische Stimme" für erfolgreiche Arbeit machte der "Israelkongress" am 31.10. in Frankfurt. Im Punkt 7 der Abschlussresolution dieses Kongresses heißt es: "Ebenso fordern wir, Mitgliedern jüdischer oder israelischer Randgruppen, wie der so genannten 'Jüdischen Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost' keinen überproportionalen Raum zur Selbstdarstellung zu bieten. ... All zu oft bieten Medien einzelnen Personen ohne jegliche Relevanz für 'die Juden' oder Israel eine Bühne." Danke, wir machen weiter!

- Dass neun Tage später (ebenfalls in Frankfurt) der zentrale Vortrag von Alfred Grosser zum 9.November stattfand, ist ja allgemein bekannt. In meinen Augen war dies ein weiterer Meilenstein auf dem Weg der Rekonstituierung des Bilds des Judentums im öffentlichen Raum der Bundesrepublik Deutschland als "Religion der tätigen Moral" (Leo Baeck) anstatt als Stammesreligion des Ultranationalismus.

- In der Freiburger Stadtbibliothek fand vom 12.-27.11. eine Ausstellung über die Katastrophe der Vertreibung der Palästinenser 1948 statt. 
Der Grüne OB der Stadt Freiburg hatte kurzfristig am 8.11. die Erlaubnis der Stadt Freiburg zur Nutzung der Bibliothek zurückgezogen. Er musste sich aber am 10.11. durch eine Einstweilige Anordnung des Verwaltungsgerichts Freiburg sagen lassen, dass diese Verweigerung wohl nicht rechtens sei und die Ausstellung wie vereinbart stattzufinden habe.

- Mick Davis, Vorsitzender des Jüdischen Wohlfahrtsverbands in Großbritannien, hat öffentlich sehr deutliche Kritik an Netanjahu geäußert, beklagte das Fehlen einer rationalen Strategie, warnte vor der Gefahr eines Apartheid-Staats u.a. und löste damit eine lebhafte Diskussion aus. 

- Netanjahu hielt am 8. November in New Orleans eine Ansprache auf der Vollversammlung der Jewish Federation. Er wandte sich gegen die "Delegitimierung" Israels. Da sagten Mitglieder der Organisation "young, jewish, and proud" ihre Meinung, was und wer Israel delegitimiere; vorbei war es mit der harmonischen Veranstaltung ... 

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Zwei Veranstaltungshinweise:

Die Liga für Menschenrechte verleiht am 12.12. in Berlin die diesjährige Carl-von-Ossietzky-Medaille an Mordechai Vanunu (in Abwesenheit, da Vanunu von Israel keine Ausreiseerlaubnis erhalten wird). 

Strategiekonferenz 2011 der Kooperation für den Frieden: 
"Kriegsgefahren im Nahen und Mittleren Osten: unsere Handlungsmöglichkeiten für Frieden." Hannover 21.-22. 1. 2011

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Mit besten Grüßen
Rolf Verleger

T:I:S, 6. Dezember 2010

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08verleger.htm#Dec2010  

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Rolf Verleger

Do Dolphinum ut des Vanunum!*

Betr. "Gezerre um das sechste Boot", SZ vom 23. Juli 2010, S.7

Die deutschen Steuerzahler finanzieren also seit langem der israelischen Marine ihre atomwaffenfähigen Dolphin-U-Boote. Man fragt sich, was die Gegenleistung war. Vielleicht dass Israel bisher nicht so genau hingeschaut hat, an welche andere Länder dieses deutsche Kriegsschiff verkauft wird? 

Aber – lachen, um nicht weinen zu müssen – der größte Witz ist doch dieses: Dieselbe Atommacht Israel, die hier offen über U-Boote für ihre Atomwaffen verhandelt, steckte einen Mann 18 Jahre ins Gefängnis, der 1986 einem englischen Reporter berichtet hatte, was sowieso schon jeder wusste, nämlich dass Israel Atomwaffen baute, verbietet diesem Mann auch jetzt – sechs Jahre nach Ablauf der Haftzeit – auszureisen und mit Journalisten zu sprechen und hat ihn daher gerade mal wieder wegen angeblichen Verstoßes gegen diese Auflagen für drei Monate in den Kerker geworfen. Es ist offensichtlich: Dieser "Nestbeschmutzer" soll verrotten.

Dieser Mann heißt Mordechai Vanunu. Während haftbedingter Abwesenheit erhielt er 1987 den Alternativen Nobelpreis und 2001 in Norwegen den Doktortitel ehrenhalber, wurde 2004 in Glasgow zum Universitätsrektor gewählt und wurde mehrfach für den Friedensnobelpreis nominiert. Unter Anderen setzte sich der jüdisch-britische Atomphysiker und Friedensnobelpreisträger Joseph Rotblat für ihn ein. Aber Rotblat konnte nicht mit Geldern für ein U-Boot winken.

Die deutsche Regierung kann das. Wieso wird also die Schenkung dieses U-Boots für die Atommacht Israel nicht an ähnliche Bedingungen geknüpft wie Handelserleichterungen für die Diktatur Kuba: den politischen Häftling Vanunu ausreisen zu lassen und der einheimischen palästinensischen Bevölkerung gleiche soziale, ökonomische und politische Rechte wie dem jüdischen Staatsvolk zu gewähren?

Prof. Dr. Rolf Verleger, Lübeck

*Ich gebe dir einen Dolphin, und du rückst dafür den Mordechai Vanunu heraus. Leserbrief, gekürzt in einer SZ-Ausgabe abgedruckt.

T:I:S, 29. Juli 2010. Ausführlich zur Atommacht Israel und zum "Nestbeschmutzer", der verrotten soll, unter Muslim-Markt 

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08verleger.htm#Dolphin   

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Hoffnung

Geteiltes Leid. Von Simon Benne. Palästinenser und Juden erzählen sich ihre Lebensgeschichten. Der Vorsitzende der Palästinensischen Gemeinde Hannovers, Yazid Shammout, und Michael Fürst, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde, haben zu einem Experiment eingeladen, das in dieser Form bundesweit einzigartig ist, aber Schule machen könnte. Hannoversche Allgemeine

Treffend die dortige Zwischenüberschrift "Die Achse des Guten".  

Dank an Rolf Verleger, der schreibt: 

Dass eine jüdische Gemeinde so etwas macht - ich kann es vor Freude nicht fassen. Das gibt Hoffnung: Vielleicht wird das neue Jahr 5770 doch besser als das alte. In diesem Sinne ein gutes neues Jahr!

Möge Verlegers Hoffnung in Erfüllung gehen.

T:I:S, 10. September 2009

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08verleger.htm#Hoffnung  

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Rolf Verleger

Kollektive Bestrafung

Israels Verbrechen an der Zivilbevölkerung in Gaza

Premierminister Olmert, Armeeminister Barak und Außenministerin Livni behaupteten, daß der Raketenbeschuß israelischer Städte aus dem Gazastreifen unerträglich geworden und nicht anders zu stoppen sei als mit massivem israelischen Eingreifen. 

Die Unwahrheit dieser Behauptungen war ebenso offensichtlich wie bei den Lügen des George W. Bush. Wieder gibt es genügend Politiker und Journalisten, diesmal gerade und besonders in Deutschland, die diese Märchen gerne nachplappern. Bisher habe ich noch von keinem gehört, daß es ihm leid tue.

Die ausführliche Darlegung der israelisch-deutschen Gemeinschaftslüge ist nachzulesen in der jungen Welt vom 28. Januar 2009. Siehe auch Hasbara - Zionistische Propaganda

T:I:S, 4. Februar 2009

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08verleger.htm#Bestrafung 

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Rolf Verleger

Gaza: Der böse, böse Nachbar 

Was würden Sie tun – so schrieb am 31.12. 2008 die israelische Geschichtswissenschaftlerin Prof. Fania Oz-Salzberger in der FAZ – wenn Ihr Nachbar immerzu Steine und Molotowcocktails auf Ihre Wohnung wirft? Würden Sie nicht irgendwann zum Gewehr greifen, um diesem Treiben ein Ende zu machen? Und wenn sich der Nachbar mit seinen Kindern umgibt, damit Sie ihn nicht treffen, würden Sie dann nicht irgendwann ein Gewehr mit Zielfernrohr nehmen? 

Just so wie dieser Nachbar verhalte sich die Hamas in Gaza, wenn sie israelische Städte mit ihren Sprengstoffraketen beschieße. Daher sei der jetzige Krieg Israels gegen Gaza ein gerechter Krieg. 

Ich bin Frau Oz-Salzberger für dieses Beispiel mit dem Nachbarn sehr dankbar. Denn daran kann man vieles anschaulich klarmachen...   

hintergrund.de, T:I:S, 5. Januar 2009

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Rolf Verleger

Kriegsverbrecher

Solange Israel nicht sagt, ja, wir wollen lieber Frieden, wir geben das Besatzungsregime auf, so lange wird es keinen Frieden geben. 

Und solange Gaza blockiert wird - mein Gott, das wird hier so runtergespielt! Die Blockade Gazas ist das Gleiche wie die Blockade Sarajewos in den 90er-Jahren durch die jugoslawische Armee. Da kam auch keiner durch, da wurde auch niemand reingelassen. Das geht in Gaza seit über zwei Jahren, und die führenden Leute, die das damals gemacht haben, sind in Den Haag als Kriegsverbrecher verurteilt worden...

Und ich habe so ein bisschen manchmal das Gefühl bei unseren Politikern, man sieht es ganz gern, dass die anderen und die Juden so auch nicht besser sind. Das zeigt uns doch, dass ... Das trägt zur Entlastung Deutschlands bei, wenn denn die Juden auch solche Sachen machen, und so hat man so ein gewisses Behagen, dass Israel so auf die schiefe Bahn rutscht. Verantwortungsvoll ist das nicht. 

Verantwortungsvoll wäre, Israel zu sagen: So muss man international miteinander umgehen, und an die Spielregeln hat sich jeder zu halten.

Deutschlandfunk Text und Audio mp3 oder Flash, T:I:S, 30. Dezember 2008

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08verleger.htm#Kriegsverbrecher

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Rolf Verleger

These vom Selbsthass ist antiintellektuell

Leserbrief, F.A.Z., 27.09.2008, Nr. 227 / Seite 17


Arno Lustiger sieht in seinem Artikel "Kurzer Lehrgang über den Selbsthass" (F.A.Z.-Feuilleton vom 18. September 2008) nur eine mögliche Ursache für Kritik von Juden an Israels kurzsichtiger Politik: Selbsthass. Er setzt also Selbstkritik mit Selbsthass gleich. Nun ist aber Selbstkritik zutiefst in unserer jüdischen Tradition verankert, sowohl in Witzen als auch im ernsthaften Ablegen von Rechenschaft. Jedes Jahr an Jom Kippur, dem Tag der Sühne, schlagen wir uns an die Brust und beschimpfen uns: Aschamnu, Bagadnu, Gasalnu ... Wir sind schuldig geworden, wir haben verraten, wir haben geraubt.

 ... Diese Gewohnheit, über uns selbst und unsere Taten nachzudenken, ist ein Grund für unsere jüdische Einsicht, dass das Lernen und die Diskussion um den richtigen Weg ein Wert an sich ist. Die Tradition der Selbstkritik ist daher eine wichtige Quelle für die Vielfalt und den Erfolg jüdischen Geisteslebens.

Entgegen der bei Lustiger aufscheinenden antiintellektuellen Attitüde gilt daher: Wir Juden können stolz sein auf die von ihm geschmähten Stimmen von Noam Chomsky, Abraham Melzer, Alfred Grosser, Hajo Meyer. Das sind Menschen, die die jüdische Tradition des kritischen Hinterfragens hochhalten. Es sind dies auch Menschen, für die Moral mehr bedeutet als das Wohlergehen des eigenen Stamms. Das Judentum sah sich einmal als ein Leuchtfeuer, das die göttliche Ethik für alle Welt sichtbar macht. Wo ist dieser Anspruch heute geblieben, wenn es egal geworden sein soll, was wir den Palästinensern angetan haben? Wenn wir das Judentum bewahren wollen, brauchen wir nicht weniger Selbstkritik, sondern noch mehr.

T:I:S, 27. September 2008. SteinbergRecherche zu Lustiger siehe Zionismus

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Peter Bürger...

... hat Rolf Verlegers Buch über Israels Irrweg aus linkskatholischer Sicht umfassend und vorzüglich rezensiert. Online in fünf Teilen bei Telepolis/heise.

T:I:S, 23. Juni 2008

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Wabernde Schwaden

Honestly-Concerned, der deutsch-zionistische Internet-Auftritt, hat feine Zitate von Rolf Verleger zusammengestellt und auf "antisemitische Ressentiments" sowie auf "Nähe zu antisemitischen Argumentationsmustern" bei dem bekennenden Juden und Direktionsmitglied des Zentralrats der Juden in Deutschland erkannt, .pdf-Datei. 

Offenbar ist der Betreiber des Mediums, der Staats- und Regierungsjude Sacha Stawski, von eben der Identitätskrise geschüttelt, die Verleger in seinem Buch über Israels Irrweg so sorgfältig herausschält. Auch Moshe Zuckermann befand am 14. April 2008 auf einer Tagung der Rosa-Luxemburg-Stiftung, 

daß das sogenannte Jüdische an dem sich für jüdisch ausgebenden zionistischen Staat, insoweit es nicht religiös begründet wird, sich seinem Inhalt nach ziemlich nebulös ausnimmt.

Dichte Schwaden jedenfalls dürften Sacha Stawskis Hirn umwabern, wenn er Verlegers treffende Aussage

Das glaubt mir doch heutzutage keiner mehr, dass dies das „eigentliche“ Judentum ist, in einer Zeit, in der der jüdische Staat andere Menschen diskriminiert, in Kollektivverantwortung bestraft, gezielte Tötungen ohne Gerichtsverfahren praktiziert, für jeden getöteten Landsmann zehn Libanesen umbringen lässt und ganze Stadtviertel in Schutt und Asche legt...

so kommentieren läßt:

Israels Handlungen schaden dem Ansehen des Judentums und sind noch schlimmer als reine Vergeltung. Implizit schwingt hier der Vorwurf mit, Israel würde sogar noch das Racheprinzip, nach dem Gleiches mit Gleichem vergolten wird, überschreiten.

T:I:S, 14. Mai 2008

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Thomas Immanuel Steinberg

Ein bekennender Jude

Rezension 

Rolf Verleger hat  – selbst Mitglied des Direktoriums – die Unterstützung des Zentralrats der Juden in Deutschland für den israelischen Angriff auf Libanon 2006 öffentlich verurteilt. Viele Juden dächten, 

man sei ein um so besserer Jude, je entschiedener man für Israels Gewaltpolitik eintritt... 

Die israelische Regierung braucht unsere Solidarität. Im Moment ist sie auf einem falschen Weg, daher braucht sie von solidarischen Freunden jetzt nicht mehr Waffen oder mehr Geld oder mehr public relations, sondern mehr Kritik.(1)

Doch der Zentralrat blieb bei seiner Haltung. Viele einzelne nichtjüdische Deutsche bestärkten Verleger, die veröffentlichte Meinung indes reagierte verhalten, ablehnend, oder schwieg. Deshalb initiierte Verleger mit jüdischen Friedensfreunden die Berliner Erklärung Schalom 5767: Regierung und Volk sollten die israelische Besatzungspolitik nicht länger tolerieren. Rund 15 000 jüdische und nichtjüdische Bürgerinnen und Bürger unterzeichneten die Erklärung. Die Jüdische Zeitung druckte sie und kassierte wütende Leserbriefe.


Rolf Verleger 2006 in Hamburg                                                                 Foto: tofoto

Rolf Verleger schildert nun unter dem Titel „Israels Irrweg“ seine jüdische Heimat in Deutschland, seine religiöse Erziehung, seine religiöse Sicht auf die Geschichte der Juden, die Konflikte Israels mit den Nachbarstaaten und seinen Konflikt mit Zentralratsmehrheit und Leserschaft der Jüdischen Zeitung. Er ordnet den Haß auf Israel im Nahen Osten nicht als alten Judenhaß, sondern als Haß auf die Besatzer ein und verweist auf die betrübliche deutsche Bewegung gegen Muslime, die auch der Jude Ralph Giordano vorantreibe. 

Verlegers Argumente und vor allem die beigefügten Dokumente aus der deutsch-jüdischen Debatte zeigen: Mit der Berufung auf die israelische Staats- und Regierungpolitik ist eine lebbare jüdische Identität nicht zu erlangen. 

Und: 

Wie sollen sich nun nichtjüdische Deutsche gegenüber der israelischen Politik verhalten, angesichts der jüdischen Identitätskrise und auf dem Hintergrund der Ermordung der Juden Europas vor 60 Jahren?... 

... nun trifft also ein nichtjüdischer Deutscher auf einen deutschen Juden: Es trifft eine Person, die sich zu Recht nicht schuldig fühlt, weil sie persönlich nicht an diesen Verbrechen beteiligt war, die sich aber nicht wirklich sicher ist, ob das die Umwelt und der jüdische Gegenüber auch so sieht, auf eine Person, die sich als Jude identifiziert, ohne dass sich dieser Jude wirklich sicher ist, was jüdisch sein denn nun bedeutet. 

Verleger arbeitet sorgfältig heraus, daß diese Konstellation zu einer Asymetrie führt. 

Durch diese Asymetrie werden Mißverständnisse der komplizierten Rollenerwartungen zu Kommunikationsfallen, die jederzeit zuschnappen können.  

Letztlich könnten auch nichtjüdische Deutsche zu den Juden im Lande und zum Staat Israel nur dann eine reife Haltung entwickeln, wenn sie das israelische Unrecht benennen und nicht hinnehmen.  

Über seine Suche nach der jüdischen Identität bemerkt Verleger rückblickend: 

Sich wie ein anständiger Mensch zu verhalten,.ist ja auch schon mal eine Menge wert...

Verleger ist darüber hinaus ein gläubiger, ein bekennender Jude, so wie einst evangelische Christen nicht zu den Deutschen Christen, sondern zur Bekennenden Kirche fanden. Viele deutsche Juden gehen den anderen Weg: Sie sind Staats- und Regierungsjuden.

Rolf Verleger: Israels Irrweg. Eine jüdische Sicht. Köln: PapyRossa Verlag. April 2008, 164 Seiten. ISBN 978-3-89438-394-7.  (D) 12,90 €

T:I:S, 23. April 2008

Anmerkung

(1)  Auszug aus dem Widerspruch und die taz zu Rolf Verleger

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