|
|
Steinberg Recherche Referent Texte 2008 Texte 2007 Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Suchen Home Newsletter?
Mehr von oder zu Rolf Verleger unter Sebastian Wertmüller, Schnipsel, Wehe dir, Israel !, BILD-Zeitung, Holocaust, Anti-Palästina-Lobby und The White Man’s Burden (.pdf-Datei)
Thomas Immanuel SteinbergEin bekennender JudeRezension
Rolf Verleger hat – selbst Mitglied des Direktoriums – die Unterstützung des Zentralrats der Juden in Deutschland für den israelischen Angriff auf Libanon 2006 öffentlich verurteilt. Viele Juden dächten,
Doch der Zentralrat blieb bei seiner Haltung. Viele einzelne nichtjüdische Deutsche bestärkten Verleger, die veröffentlichte Meinung indes reagierte verhalten, ablehnend, oder schwieg. Deshalb initiierte Verleger mit jüdischen Friedensfreunden die Berliner Erklärung Schalom 5767: Regierung und Volk sollten die israelische Besatzungspolitik nicht länger tolerieren. Rund 15 000 jüdische und nichtjüdische Bürgerinnen und Bürger unterzeichneten die Erklärung. Die Jüdische Zeitung druckte sie und kassierte wütende Leserbriefe.
Rolf Verleger schildert nun unter dem Titel „Israels Irrweg“ seine jüdische Heimat in Deutschland, seine religiöse Erziehung, seine religiöse Sicht auf die Geschichte der Juden, die Konflikte Israels mit den Nachbarstaaten und seinen Konflikt mit Zentralratsmehrheit und Leserschaft der Jüdischen Zeitung. Er ordnet den Haß auf Israel im Nahen Osten nicht als alten Judenhaß, sondern als Haß auf die Besatzer ein und verweist auf die betrübliche deutsche Bewegung gegen Muslime, die auch der Jude Ralph Giordano vorantreibe. Verlegers Argumente und vor allem die beigefügten Dokumente aus der deutsch-jüdischen Debatte zeigen: Mit der Berufung auf die israelische Staats- und Regierungpolitik ist eine lebbare jüdische Identität nicht zu erlangen. Und:
Verleger arbeitet sorgfältig heraus, daß diese Konstellation zu einer Asymetrie führt.
Letztlich könnten auch nichtjüdische Deutsche zu den Juden im Lande und zum Staat Israel nur dann eine reife Haltung entwickeln, wenn sie das israelische Unrecht benennen und nicht hinnehmen. Über seine Suche nach der jüdischen Identität bemerkt Verleger rückblickend:
Verleger ist darüber hinaus ein gläubiger, ein bekennender Jude, so wie einst evangelische Christen nicht zu den Deutschen Christen, sondern zur Bekennenden Kirche fanden. Viele deutsche Juden gehen den anderen Weg: Sie sind Staats- und Regierungsjuden. Rolf Verleger: Israels Irrweg. Eine jüdische Sicht. Köln: PapyRossa Verlag. April 2008, 164 Seiten. ISBN 978-3-89438-394-7. (D) 12,90 € T:I:S, 23. April 2008 Anmerkung (1) Auszug aus dem Widerspruch und die taz zu Rolf Verleger *Steinberg Recherche Referent Texte 2008 Texte 2007 Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Suchen Home nach oben
URL dieser Seite: http://www.steinbergrecherche.com/08verleger.htm |