Gert Weisskirchen

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Thomas Immanuel Steinberg

Wenn Lügen zur zweiten Natur wird

Gert Weisskirchen ist weder blöd noch sehr gerissen

Phoenix ließ am 1. April 2009 Gert Weisskirchen, Peter Scholl-Latour, Khazan Gul (afghanischer Aufbau) und den Zeithistoriker Christian Hacke miteinander über “Deutschland im Krieg – Raus aus Afghanistan?” diskutieren. Anke Plättner moderierte.

Angesichts eines Ausschnitts aus dieser Debatte, Video, drei Minuten, schreibt ein Freund:

[Weisskirchen] sieht so aus, als ob er das alles glaubt, was er sagt. Entweder ist er so blöd, oder er ist SEHR gerissen. Take your pick!

Die Frage stellt sich nicht nur bei Weisskirchen, inzwischen offenbar hinter die Linie getreten, sondern bei vielen seiner weiter kriegstreibenden Spießgesellen. Deshalb hier die Mitschrift des besagten Ausschnitts.

Peter Scholl-Latour:
Die Probleme der Bundeswehr sind ganz andere. Sie hat ungeheure Probleme, aber es sind ganz andere, ja. Die Bundeswehr macht nämlich nichts.

Gert Weisskirchen, SPD:
Nein, das ist ja auch nicht richtig…

Peter Scholl-Latour, Journalist und Buchautor:
Natürlich, ich bin ja lange genug da gewesen, nicht wahr, also Sie werden mir doch nicht erzählen, das man, wenn man dort´n paar Brücken baut und ´ne Schule…

Gert Weisskirchen, SPD:
Herr Scholl-Latour, sonst könnte es ja nicht sein, daß die Bundeswehr auch Verletzte und Schlimmeres erleiden mußte.

Peter Scholl-Latour, Journalist und Buchautor:
Entschuldigen Sie vielmals, vom Militär verstehe ich etwas! Wenn wir sieben Jahre lang ein Manöver gehabt hätten, mit scharfer Munition, wären die Verluste wesentlich höher gewesen als die Verluste, die wir bisher, die beklagenswert sind, die bisher die Bundeswehr gehabt hat. Es hat drei Überfälle auf die Bundeswehr gegeben, es hat kein einziges Gefecht mit der Bundeswehr gegeben.

Gert Weisskirchen, SPD:
Aber Herr Scholl-Latour, Sie müssen sich schon…Sie müssen sich schon deutlicher erklären. Wollen Sie, dass es eine stärkere militärische Option gibt oder wollen Sie, daß es eine stärkere zivile Option gibt?

Peter Scholl-Latour, Journalist und Buchautor:
Nein, ich teile die Ansicht von Obama, die wird sehr bald sich hier auch durchsetzen, daß man nämlich diesen Krieg nicht gewinnen kann. Die Deutschen sind noch nicht so weit.

Gert Weisskirchen, SPD:
Ja aber dann muß ich doch sagen, daß wir eine andere Strategie verfolgt haben..verfolgt haben, die Bundesrepublik Deutschland hat sich ganz ausdrücklich zu ISAF bekannt, und ISAF ist eine... eine Armee die assistieren will.

Peter Scholl-Latour, Journalist und Buchautor:
Aber die Bundeswehr ist nunmal nicht als wohltätige Organisation gedacht, sondern als Armee, dann soll man das Rote Kreuz reinschicken oder die Heilsarmee, aber man soll nicht eine Armee reinschicken.

Gert Weisskirchen, SPD:
Aber der zentrale Vorwurf, wenn ich das sagen darf, von Herrn Gul ist ja, und da stimme ich ihm ausdrücklich zu: Was wir nicht dulden können, wäre, daß die Bundeswehr oder die Nato sich als Herrscher aufführen darf, das können wir nicht dulden und schon gar nicht als Besatzer. Und wenn das... wenn das...

Peter Scholl-Latour, Journalist und Buchautor:
Aber das tut sie nicht, das behauptet ja keiner.

Gert Weisskirchen, SPD:
… wenn das der Vorwurf ist, dann müssen wir darüber reden im deutschen Bundestag, ob dieser Vorwurf zutrifft. Das kann nicht das Mandat sein, das wir im deutschen Bundestag verabschiedet haben, das Mandat beruht ausschließlich darauf, daß die …..

Moderatorin:
Aber das war auch, glaub ich, das war ja nicht der Vorwurf. Sie haben das... das war ja nicht der Vorwurf.

Kazan Gul, afghanischer Aufbau:
Ich würde dann fragen, die Herren: Was hat die Bundesrepublik gezwungen, nach Afghanistan Soldaten zu schicken?

Gert Weisskirchen, SPD:
Ganz einfach. Sie werden sich erinnern, im September 2001, was geschehen ist. Und in Afghanistan gab es aus Afghanistan ausgehend, in Verknüpfung mit Hamburg und anderen Regionen und Städten dieser Erde, gab es einen Angriff auf das World Trade Center. Das war der Anfangspunkt und seither…

Peter Scholl-Latour, Journalist und Buchautor:
Und das ist die große Lüge! Also will ich jetzt mal hier scharf werden. Es hat bisher keinen einzigen Afghanen gegeben, der ein internationales Attentat gemacht hat. Dieses Attentat war ein saudisches Attentat! Es haben nur Saudis daran teilgenommen! Die Leute sind auch nicht in Afghanistan ausgebildet worden, die Pilotenausbildung, die entscheidende, haben die in Amerka bekommen. (1) Was da... es ist doch alles gelogen, was dort gewesen ist, auch, äh, sagen wir mal, diese... was ist denn Al Kaida? Al Kaida ist doch eine Schöpfung der Amerikaner gewesen, um gegen die Sowjetunion zu kämpfen. (2)

Gert Weisskirchen, SPD:
Aber dann hat ja der ganze Weltsicherheitsrat gelogen?

Peter Scholl-Latour, Journalist und Buchautor:
Ja, tut er doch dauernd!

Gert Weisskirchen, SPD:
Also...

Peter Scholl-Latour, Journalist und Buchautor:
Tut er doch dauernd, wie naiv sind Sie denn?!

Kazan Gul, afghanischer Aufbau:
Natürlich, das ist doch selbstverständlich. Die Welt ist nicht mehr frei.

Ist Weisskirchen blöd? Oder sehr gerissen? Oder eine Mischung von beidem?

Ich denke, ein Politiker mag gemein sein, korrupt oder einfach feige, wenn er eine herrschaftsdienliche Ansicht äußert. Deshalb allein ist er jedoch nicht blöd. Ich meine auch nicht, daß Weisskirchen sich hier als gerissen erwiesen hat. Gerissen wäre er, wenn er weniger offensichtlich die Tatsachen leugnen und trotzdem im Herrschaftsinteresse sprechen würde.

Weisskirchen, der wilde Bellizist und Antisemitenjäger, predigte früher Frieden. Daher durfte er von 1987 bis 1990 eine Arbeitsgruppe der SPD-Bundestagsfraktion mit dem wohlklingenden Namen Rüstungskonversion leiten. In der Folge schmiedete die SPD nicht etwa Schwerter zu Pflugscharen um, sondern führte den ersten deutschen Angriffskrieg seit Hitler. (3) Weisskirchen mußte sich im SPD-Apparat vom Mittelschüler zum außenpolitischen Sprecher hochschleimen. Womöglich wußte er gar nicht, daß und wo er überall log. 

Blöd? Gerissen? Ich meine: Die Lüge ist ihm zur zweiten Natur geworden. Weisskirchens Seele ist erkennbar schwarz. 

Aber keiner kann hineinschauen. So anyway, take your pick!

T:I:S, 16. April 2011

Anmerkungen

(1) Scholl-Latour bezieht sich auf die US-offiziell verbreitete Version über die angeblichen Täter und deren bekannte und längst zweifelsfrei bewiese Aktivitäten in den USA vor den Häuserabrissen. Tatsächlich liegt kein Beweis dafür vor, daß Mohammed Atta oder eine der von der US-Regierung genannten anderen Personen an den Taten vom 11. September 2001 beteiligt war, weder eine afghanische, noch eine saudische.

(2) Auf SteinbergRecherche siehe dazu Al Qaida

(3) Zu diesem gesellschaftlichen Phänomen allgemein siehe Der ewige Juso 

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08weisskirchen.htm#Luegen  

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Der Abgeordnete und der Antisemitismus 

SPD-Politiker Weisskirchen fordert angeblich Entlassung eines Israel-Kritikers 

Knut Mellenthin. Nur für Abonnenten. Enthalten in Knut Mellentin: Kopfjäger und Fallensteller. Seltsame Intrigen gegen einen Mitarbeiter der Bundeszentrale für Politische Bildung. 1. April 2008

T:I:S, 31. März 2008

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08weisskirchen.htm#Abgeordnete  

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Thomas Immanuel Steinberg 

Unüberbietbare Gleichsetzung 

Gert Weisskirchen, außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, ist persönlicher Beauftragter des OSZE-Vorsitzenden zur Bekämpfung des Antisemitismus. Wie nimmt Weisskirchen den persönlichen Auftrag wahr? 

Wie der israelische Ministerpräsident Olmert und US-Präsident George Bush, so zitiert auch Weisskirchen den iranischen Präsidenten Ahmadinedschad falsch, und er billigt dem Staat Israel das Recht zu, auf diese Fälschung mit Atomwaffen zu antworten. (1) Am 12. Dezember 2006 fragte ihn Deutschlandradio-Kultur-Moderator Jörg Degenhardt: 

Es ist die erste Deutschlandreise des israelischen Regierungschefs. Der hat sein Land jetzt in einem Interview mit einem deutschen Fernsehsender erstmals in eine Reihe mit Atommächten wie die USA, Frankreich und Russland gestellt. Er brach damit ein Tabu der israelischen Politik, Atomwaffenbesitz nicht offiziell zu bestätigen. War das klug von Herrn Olmert?

Gert Weisskirchen antwortete: 

Es gibt Tabus, die man irgendwann einmal brechen muss, und ich finde es klug, dass Herr Olmert das in dieser Form getan hat. Das wussten wir nicht als Beweis, aber doch eigentlich schon seit langem, dass Israel sich verteidigen muss, dass es das Recht haben muss, darauf mit allen militärischen Mitteln zu antworten, wenn es ausradiert werden soll, wie Herr Ahmadinedschad gesagt hat. Also das ist etwas, das von vielen geahnt, jetzt endlich von Israel selbst ausgesprochen worden ist. Es ist immer gut, wenn man Tabus, die überfällig sind, auch selbst bricht.

Darauf der Moderator: 

Von wegen Tabu, Herr Weisskrichen, ist Kritik an der israelischen Regierungspolitik erlaubt oder eben tabu oder anders gefragt: Gibt es in der deutschen Politik so etwas wie eine falsche Rücksichtnahme gegenüber Israel, wie das unlängst 25 hiesige Politologen behauptet haben?

Weisskirchen: 

Das ist eine These, mit der ich gar nichts anfangen kann. Ich gebe nur den Rat, sich einmal die israelische Presse selbst anzuschauen, die heftigen Debatten, die es in der Knesset gibt, in der Öffentlichkeit Israels. Da wird schonungslos mit der eigenen Regierung umgegangen, das ist, wenn man so will, demokratisch gesprochen, eine Freude, wie mit eigener Kritik nicht gespart wird, und insoweit kann ich diese These gar nicht akzeptieren. Ich verstehe auch nicht, dass Politikwissenschaftler, die ja von der Sache etwas verstehen, sich in einer solchen abwegigen Formulierung selbst verloren haben. 

Nein, Kritik an Israel, am Regierungshandeln Israels ist durchaus zulässig, allerdings Vergleiche anzustellen, beispielsweise Israel in eins zu setzen mit Nazideutschland, das wäre völlig abwegig und würde auch nicht das treffen, worum es eigentlich geht. (2)

Ein solcher Rückblick würde in der Tat verfehlen, worum es geht. Es geht um die heutige Welt und deren Aussichten. Der außenpolitische Sprecher einer deutschen Parlamentsfraktion und persönliche Bekämpfer dessen, was er für Antisemitismus ausgibt, setzt sich selbst mit den Massenvertreibungs- und Massenmordpolitikern der israelischen Regierung und ihrer US-amerikanischen Paten in eins, und er rechtfertigt einen Atomkrieg durch ein gefälschtes Zitat. 

Weisskirchens Selbstgleichsetzung ist unüberbietbar.

T:I:S, 25. März 2008

Anmerkungen

(1) „Iran droht offen, explizit und öffentlich damit, Israel von der Landkarte zu tilgen. Kann man sagen, dass dies dasselbe Niveau ist, wenn sie nach Atomwaffen streben wie Amerika, Frankreich, Israel, Russland?“ Ehud Olmert in einem Sat.1-Interview laut Focus Online vom 12. Dezember 2006

"When the leader of a country [Iran, T:I:S] announces, officially and publicly, his country’s intention to wipe off the map another country, and creates those tools which will allow them to realize their stated threat, no nation has the right to weigh its position on the matter.  This is an obligation of the highest order, to act with all force against this plot." Prime Minister Ehud Olmert’s Address at the 2007 Herzliya Conference. Translation, 24/01/2007. Prime Minister’s Office, Israel.

Sowie: "The threat from Iran is, of course, their stated objective to destroy our strong ally, Israel ...That's a threat, a serious threat ... I'll make it clear again that we will use military might to protect our ally Israel." George W. Bush, zitiert nach U.S. Is Studying Military Strike Options on Iran, Washington Post vom 9. April 2006

Zur Fälschung des Ahmadinedschad-Zitats vom 26. Oktober 2005 ausführlich unter Bundeszentrale für politische Bildung

(2) Weisskirchen: Israel kämpft um sein Existenzrecht. SPD-Politiker zeigt Verständnis für möglichen Atomwaffenbesitz Israels. Moderation: Jörg Degenhardt. Deutschlandradio Kultur, 12. Dezember 2006

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