Home Nach oben Anthony Cordesman Ariel Muzicant Brzezinski Christiane Schneider, MdBü, Hamburg Daniel Cohn-Bendit Die Diktatur der Bourgeoisie Die Grünen Douglas J. Feith Dr. Andreas Mattner Gert Weisskirchen Jan van Aken Joseph Robinette Biden, Jr., genannt Joe Joseph Ratzinger Jürgen W. Möllemann Kohl muß weg Kristina Köhler Niels Annen, Hamburg-Eimsbüttel Oskar Lafontaine Schweinfurt Sebastian Wertmüller Wendelin Wiedeking | |
Thomas Immanuel
Steinberg
Wenn Lügen zur zweiten Natur wird
Gert Weisskirchen ist weder blöd noch
sehr gerissen
Phoenix ließ am 1. April 2009 Gert Weisskirchen, Peter
Scholl-Latour, Khazan Gul (afghanischer Aufbau) und den Zeithistoriker Christian
Hacke miteinander über “Deutschland im Krieg – Raus aus Afghanistan?”
diskutieren. Anke Plättner moderierte.
Angesichts eines Ausschnitts aus dieser Debatte, Video,
drei Minuten, schreibt ein Freund:
[Weisskirchen] sieht so aus, als ob er das alles glaubt, was
er sagt. Entweder ist er so blöd, oder er ist SEHR gerissen. Take your
pick!
Die Frage stellt sich nicht nur bei Weisskirchen, inzwischen
offenbar hinter die Linie getreten, sondern bei vielen seiner weiter
kriegstreibenden Spießgesellen. Deshalb hier die Mitschrift
des besagten Ausschnitts.
Peter Scholl-Latour:
Die Probleme der Bundeswehr sind ganz andere. Sie hat ungeheure Probleme,
aber es sind ganz andere, ja. Die Bundeswehr macht nämlich nichts.
Gert Weisskirchen, SPD:
Nein, das ist ja auch nicht richtig…
Peter Scholl-Latour, Journalist und Buchautor:
Natürlich, ich bin ja lange genug da gewesen, nicht wahr, also Sie werden
mir doch nicht erzählen, das man, wenn man dort´n paar Brücken baut und
´ne Schule…
Gert Weisskirchen, SPD:
Herr Scholl-Latour, sonst könnte es ja nicht sein, daß die Bundeswehr auch
Verletzte und Schlimmeres erleiden mußte.
Peter Scholl-Latour, Journalist und Buchautor:
Entschuldigen Sie vielmals, vom Militär verstehe ich etwas! Wenn wir sieben
Jahre lang ein Manöver gehabt hätten, mit scharfer Munition, wären die
Verluste wesentlich höher gewesen als die Verluste, die wir bisher, die
beklagenswert sind, die bisher die Bundeswehr gehabt hat. Es hat drei Überfälle
auf die Bundeswehr gegeben, es hat kein einziges Gefecht mit der Bundeswehr
gegeben.
Gert Weisskirchen, SPD:
Aber Herr Scholl-Latour, Sie müssen sich schon…Sie müssen sich schon
deutlicher erklären. Wollen Sie, dass es eine stärkere militärische
Option gibt oder wollen Sie, daß es eine stärkere zivile Option gibt?
Peter Scholl-Latour, Journalist und Buchautor:
Nein, ich teile die Ansicht von Obama, die wird sehr bald sich hier auch
durchsetzen, daß man nämlich diesen Krieg nicht gewinnen kann. Die
Deutschen sind noch nicht so weit.
Gert Weisskirchen, SPD:
Ja aber dann muß ich doch sagen, daß wir eine andere Strategie verfolgt
haben..verfolgt haben, die Bundesrepublik Deutschland hat sich ganz ausdrücklich
zu ISAF bekannt, und ISAF ist eine... eine Armee die assistieren will.
Peter Scholl-Latour, Journalist und Buchautor:
Aber die Bundeswehr ist nunmal nicht als wohltätige Organisation gedacht,
sondern als Armee, dann soll man das Rote Kreuz reinschicken oder die
Heilsarmee, aber man soll nicht eine Armee reinschicken.
Gert Weisskirchen, SPD:
Aber der zentrale Vorwurf, wenn ich das sagen darf, von Herrn Gul ist ja,
und da stimme ich ihm ausdrücklich zu: Was wir nicht dulden können, wäre,
daß die Bundeswehr oder die Nato sich als Herrscher aufführen darf, das können
wir nicht dulden und schon gar nicht als Besatzer. Und wenn das... wenn
das...
Peter Scholl-Latour, Journalist und Buchautor:
Aber das tut sie nicht, das behauptet ja keiner.
Gert Weisskirchen, SPD:
… wenn das der Vorwurf ist, dann müssen wir darüber reden im deutschen
Bundestag, ob dieser Vorwurf zutrifft. Das kann nicht das Mandat sein, das
wir im deutschen Bundestag verabschiedet haben, das Mandat beruht ausschließlich
darauf, daß die …..
Moderatorin:
Aber das war auch, glaub ich, das war ja nicht der Vorwurf. Sie haben das...
das war ja nicht der Vorwurf.
Kazan Gul, afghanischer Aufbau:
Ich würde dann fragen, die Herren: Was hat die Bundesrepublik gezwungen,
nach Afghanistan Soldaten zu schicken?
Gert Weisskirchen, SPD:
Ganz einfach. Sie werden sich erinnern, im September 2001, was geschehen
ist. Und in Afghanistan gab es aus Afghanistan ausgehend, in Verknüpfung
mit Hamburg und anderen Regionen und Städten dieser Erde, gab es einen
Angriff auf das World Trade Center. Das war der Anfangspunkt und seither…
Peter Scholl-Latour, Journalist und Buchautor:
Und das ist die große Lüge! Also will ich jetzt mal hier scharf werden. Es
hat bisher keinen einzigen Afghanen gegeben, der ein internationales
Attentat gemacht hat. Dieses Attentat war ein saudisches Attentat! Es haben
nur Saudis daran teilgenommen! Die Leute sind auch nicht in Afghanistan
ausgebildet worden, die Pilotenausbildung, die entscheidende, haben die in
Amerka bekommen. (1) Was da... es ist doch alles gelogen, was dort gewesen
ist, auch, äh, sagen wir mal, diese... was ist denn Al Kaida? Al Kaida ist
doch eine Schöpfung der Amerikaner gewesen, um gegen die Sowjetunion zu kämpfen.
(2)
Gert Weisskirchen, SPD:
Aber dann hat ja der ganze Weltsicherheitsrat gelogen?
Peter Scholl-Latour, Journalist und Buchautor:
Ja, tut er doch dauernd!
Gert Weisskirchen, SPD:
Also...
Peter Scholl-Latour, Journalist und Buchautor:
Tut er doch dauernd, wie naiv sind Sie denn?!
Kazan Gul, afghanischer Aufbau:
Natürlich, das ist doch selbstverständlich. Die Welt ist nicht mehr frei.
Ist Weisskirchen blöd? Oder sehr gerissen? Oder eine Mischung
von beidem?
Ich denke, ein Politiker mag gemein sein, korrupt oder einfach
feige, wenn er eine herrschaftsdienliche Ansicht äußert. Deshalb allein ist er
jedoch nicht blöd. Ich meine auch nicht, daß Weisskirchen sich hier als
gerissen erwiesen hat. Gerissen wäre er, wenn er weniger offensichtlich die
Tatsachen leugnen und trotzdem im Herrschaftsinteresse sprechen würde.
Weisskirchen, der wilde Bellizist und Antisemitenjäger,
predigte früher Frieden. Daher durfte er von 1987 bis 1990 eine Arbeitsgruppe
der SPD-Bundestagsfraktion mit dem wohlklingenden Namen Rüstungskonversion leiten.
In der Folge schmiedete die SPD nicht etwa Schwerter zu Pflugscharen um, sondern
führte den ersten deutschen Angriffskrieg seit Hitler. (3) Weisskirchen mußte
sich im SPD-Apparat vom Mittelschüler zum außenpolitischen Sprecher
hochschleimen. Womöglich wußte er gar nicht, daß und wo er überall log.
Blöd? Gerissen? Ich meine: Die Lüge ist ihm zur zweiten Natur
geworden. Weisskirchens Seele ist erkennbar schwarz.
Aber keiner kann hineinschauen. So anyway, take your pick!
T:I:S, 16. April 2011
Anmerkungen
(1) Scholl-Latour bezieht sich
auf die US-offiziell verbreitete Version über die angeblichen Täter und deren
bekannte und längst zweifelsfrei bewiese Aktivitäten in den USA vor den
Häuserabrissen. Tatsächlich liegt kein
Beweis dafür vor, daß Mohammed Atta oder eine der von der US-Regierung
genannten anderen Personen an den Taten vom 11. September 2001 beteiligt war,
weder eine afghanische, noch eine saudische.
(2) Auf SteinbergRecherche
siehe dazu Al Qaida
(3) Zu diesem
gesellschaftlichen Phänomen allgemein siehe Der
ewige Juso
URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08weisskirchen.htm#Luegen
nach oben
*
SPD-Politiker Weisskirchen fordert
angeblich Entlassung eines Israel-Kritikers
Knut
Mellenthin. Nur für Abonnenten. Enthalten in Knut
Mellentin: Kopfjäger und Fallensteller. Seltsame Intrigen gegen einen
Mitarbeiter der Bundeszentrale für Politische Bildung. 1. April 2008
T:I:S, 31.
März 2008
URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08weisskirchen.htm#Abgeordnete
nach oben
*
Thomas
Immanuel Steinberg
Unüberbietbare Gleichsetzung
Gert Weisskirchen, außenpolitischer Sprecher der
SPD-Bundestagsfraktion, ist persönlicher Beauftragter des OSZE-Vorsitzenden zur
Bekämpfung des Antisemitismus. Wie nimmt Weisskirchen den persönlichen Auftrag
wahr?
Wie der israelische Ministerpräsident Olmert und
US-Präsident George Bush, so zitiert auch Weisskirchen den iranischen Präsidenten
Ahmadinedschad falsch, und er billigt dem Staat Israel das Recht zu, auf diese Fälschung
mit Atomwaffen zu antworten. (1) Am 12. Dezember 2006 fragte ihn
Deutschlandradio-Kultur-Moderator Jörg Degenhardt:
Es ist die erste Deutschlandreise des israelischen
Regierungschefs. Der hat sein Land jetzt in einem Interview mit einem
deutschen Fernsehsender erstmals in eine Reihe mit Atommächten wie die USA,
Frankreich und Russland gestellt. Er brach damit ein Tabu der israelischen
Politik, Atomwaffenbesitz nicht offiziell zu bestätigen. War das klug von
Herrn Olmert?
Gert Weisskirchen antwortete:
Es gibt Tabus, die man irgendwann einmal brechen muss,
und ich finde es klug, dass Herr Olmert das in dieser Form getan hat. Das
wussten wir nicht als Beweis, aber doch eigentlich schon seit langem, dass
Israel sich verteidigen muss, dass es das Recht haben muss, darauf mit allen
militärischen Mitteln zu antworten, wenn es ausradiert werden soll, wie
Herr Ahmadinedschad gesagt hat. Also das ist etwas, das von vielen geahnt,
jetzt endlich von Israel selbst ausgesprochen worden ist. Es ist immer gut,
wenn man Tabus, die überfällig sind, auch selbst bricht.
Darauf der Moderator:
Von wegen
Tabu, Herr Weisskrichen, ist Kritik an der israelischen Regierungspolitik
erlaubt oder eben tabu oder anders gefragt: Gibt es in der deutschen Politik
so etwas wie eine falsche Rücksichtnahme gegenüber Israel, wie das unlängst
25 hiesige Politologen behauptet haben?
Weisskirchen:
Das ist
eine These, mit der ich gar nichts anfangen kann. Ich gebe nur den Rat, sich
einmal die israelische Presse selbst anzuschauen, die heftigen Debatten, die
es in der Knesset gibt, in der Öffentlichkeit Israels. Da wird schonungslos
mit der eigenen Regierung umgegangen, das ist, wenn man so will,
demokratisch gesprochen, eine Freude, wie mit eigener Kritik nicht gespart
wird, und insoweit kann ich diese These gar nicht akzeptieren. Ich verstehe
auch nicht, dass Politikwissenschaftler, die ja von der Sache etwas
verstehen, sich in einer solchen abwegigen Formulierung selbst verloren
haben.
Nein,
Kritik an Israel, am Regierungshandeln Israels ist durchaus zulässig,
allerdings Vergleiche anzustellen, beispielsweise Israel in eins zu setzen
mit Nazideutschland, das wäre völlig abwegig und würde auch nicht das
treffen, worum es eigentlich geht. (2)
Ein
solcher Rückblick würde in der Tat verfehlen, worum es geht. Es geht um die
heutige Welt und deren Aussichten. Der außenpolitische Sprecher einer
deutschen Parlamentsfraktion
und persönliche Bekämpfer dessen, was er für Antisemitismus ausgibt, setzt
sich selbst mit den Massenvertreibungs- und Massenmordpolitikern der
israelischen Regierung und ihrer US-amerikanischen Paten in eins, und er
rechtfertigt einen Atomkrieg durch ein gefälschtes Zitat.
Weisskirchens
Selbstgleichsetzung ist unüberbietbar.
T:I:S,
25. März 2008
Anmerkungen
(1)
„Iran droht offen, explizit und öffentlich damit, Israel von der Landkarte zu
tilgen. Kann man sagen, dass dies dasselbe Niveau ist, wenn sie nach Atomwaffen
streben wie Amerika, Frankreich, Israel, Russland?“ Ehud Olmert in einem
Sat.1-Interview laut Focus
Online vom 12. Dezember 2006
"When
the leader of a country [Iran, T:I:S] announces, officially and publicly, his
country’s intention to wipe off the map another country, and creates those
tools which will allow them to realize their stated threat, no nation has the
right to weigh its position on the matter. This is an obligation of the
highest order, to act with all force against this plot." Prime Minister
Ehud Olmert’s Address at the 2007 Herzliya Conference. Translation,
24/01/2007. Prime
Minister’s Office, Israel.
Sowie:
"The threat from Iran is, of course, their stated objective to destroy our
strong ally, Israel ...That's a threat, a serious threat ... I'll make it clear
again that we will use military might to protect our ally Israel." George
W. Bush, zitiert nach U.S. Is Studying Military Strike Options on Iran, Washington
Post vom 9. April 2006
Zur
Fälschung des Ahmadinedschad-Zitats vom 26. Oktober 2005 ausführlich unter Bundeszentrale für politische Bildung
(2)
Weisskirchen: Israel kämpft um sein Existenzrecht. SPD-Politiker zeigt Verständnis
für möglichen Atomwaffenbesitz Israels. Moderation: Jörg Degenhardt. Deutschlandradio
Kultur, 12. Dezember 2006
URL
dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08weisskirchen.htm#Gleichsetzung
nach oben
*

URL dieser Seite: http://www.steinbergrecherche.com/08weisskirchen.htm
Disclaimer
/ Copyright
|