Leon de Winter

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Ein leicht gekürzter Text von Leon de Winter steht unter Carl Schmitts Jünger. T:I:S, 12. Januar 2008

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Schlimmes Gebet

Wir alle hoffen und beten, dass nichts Schlimmes passieren wird. Aber wenn es hier wirklich zu einem Anschlag wie auf das World Trade Center in New York käme, würde das die Europäer zusammenrücken lassen. Dafür waren die Anschläge von London noch nicht schlimm genug,

erzählte der Atheist Leon de Winter am 1. August 2005 dem glaubenslosen Henryk M. Broder für die leichtgläubigen Spiegel-Leser

T:I:S, 26. Dezember 2007

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Die Deutschen Schäferhunde des Leon de Winter

 

Der Watchblog Islamophobie zitiert aus dem Holländischen übersetzte Texte von Leon de Winter. Zwei Ausschnitte:

Was hilft, sind die altmodischen Latten, mit denen die Polizei früher zuschlug und vor allem Hunde, sicher gegen ausländische Hooligans. (Für sie) sind Hunde nämlich schwer “haram”, unrein. Deswegen empfehle ich der Polizei beim nächsten Länderspiel Niederlande-Marokko, zwei Dutzend hungrige Schäferhunde an der Leine zu halten, und die auf den Tribünen loszulassen, wenn die Marokkanerlein zur Sache gehen wollen. [

Und:

Der KNVB [ein holländischer Fußballverein, T:I:S] will fünf Jahre lang kein Spiel gegen Marokko machen. Sind die nicht ganz dicht? Ich will nächste Woche wieder ein Länderspiel gegen Marokko sehen, und ich will, dass alle marokkanischen Hooligans eingeladen werden, das Spiel zu sehen.

Ich würde sie durch einen einzigen Eingang hereinkommen lassen zwischen Reihen von bellenden Brutos und Bellos. So lehrt man die Jüngelchen gleich, wie die Machtverhältnisse liegen. Von Hause aus sind sie nämlich nichts anderes gewöhnt.

Und wenn sie dann zur Sache gehen wollen, machen unsere vierbeinigen Freunde damit schnell Schluss. [Elseviers Wochenblatt, web-Ausgabe vom 25. Mai 2007]

Der Watchblog kommentiert: 

Hunde auf Wehrlose loslassen: das passierte in Babi Jar, einer Schlucht ausserhalb von Kiew, in der 1941 Zehntausende Juden durch Einsatzkommandos der SS ermordet wurden.

Und der Watchblog zitiert aus einem Bericht über das Nazi-KZ Birkenau:

Alte, Kranke, Schwangere, Mütter mit Kindern brachte man sofort in die Gaskammern. Trotz des rüden Empfangs durch brüllende und schlagende Wachposten und ihre bellenden Hunde ahnten die meisten der „Ausselektierten“ nicht, was ihnen bevorstand. Die SS-Leute erzählten ihnen, sie sollen sich zunächst entkleiden und duschen gehen. Doch aus den Duschkopf-Imitationen kam kein Wasser heraus. Nachdem die Türen hermetisch verriegelt worden waren, drang von der Decke das Gas Zyklon B ins Rauminnere ein.

Hat sich der Holländer, der auch für den Spiegel und für Springers Welt schreibt, von der SS inspirieren lassen? Oder vielleicht von den US-Folterern in Abu Ghraib? 

T:I:S, 26. Dezember 2007

Die Deutschen Schäferhunde des Leon de Winter, Teil 1; Teil 2; Teil 3 vom Juni 2007

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Thomas Immanuel Steinberg

Krokodilstränen 

Es gibt Menschen, die Texte von Leon de Winter lesen und einfach weiterleben können. Ohne Ekel, Brechreiz und Wut. Was er schreibt, ist heftigste Barbarei. 

Beispiel 1: Jordanien und Ägypten mögen Friedensverträge mit Israel geschlossen haben, meint de Winter, aber das radikale Ziel, Israel loszuwerden, sei das Erbe jedes, ja, jedes Moslems. 

Beispiel 2: Die palästinensische Nation existiere nicht und könne nicht existieren, weil die palästinensische Gesellschaft eine Ansammlung von tribalen, religiösen und kriminellen Familien und Banden sei. Einzig vernünftig, so de Winter, seien daher die einseitige Abtrennung und die Annexion der Territorien im Westjordanland, „im Austausch für dasselbe Land anderswo“. Nächster Schritt sei die „skrupellose Verteidigung Israels“ nach der Regel „Töte deine Feinde, bevor sie dich töten, und sei stolz darauf“. 

So de Winter 2006 in Der Welt. Jetzt, Ende 2007, kommentiert er im Spiegel das UNICEF-Foto des Jahres, auf dem eine Elfjährige neben einem Vierzigjährigen sitzend zu sehen ist, offenbar die gerade von den Eltern gekaufte Ehefrau:


Vergrößern 

 de Winter: 

Es gibt Menschen, die dieses Bild ansehen und einfach weiterleben können. Ohne Ekel, Brechreiz und Wut. Was wir sehen, ist heftigste Barbarei. Aber ein leichtfertiger kultureller Realitivismus - der in unserer Zeit die Erscheinungsform dekadenter Gleichgültigkeit angenommen hat - lässt viele Menschen wegschauen. Sie wenden sich ab von dem Anblick eines 11-jährigen Mädchens, das von dem Mann, der neben ihm sitzt, vergewaltigt werden wird.

Der Autor schüttet Kaskaden der Trauer über die Spalten und schließt majestätisch plural: 

Viele von uns Westlern stellen fest, dass wir unsere Präsenz in Afghanistan nicht rechtfertigen können, dass unsere Truppen zurückkehren und Afghanistan den Afghanen überlassen sollen. Sie fragen: Wer sind wir, dass wir glauben, dass unsere Kultur der ihrigen überlegen ist? Wer sind wir, dass wir glauben, dass es unmenschlich ist, ein elfjähriges Mädchen an einen rückwärtsgerichteten Mann zu verkaufen? Wer sind wir, dass wir unsere Werte so vehement den Afghanen aufzwingen wollen, diesem Mann und diesem Mädchen?

de Winter will „unseren Truppen“ –  gemeint sind die Soldaten der Herrschenden –  an der Heimatfront den Rücken stärken. Er will bei Friedensfreunden Zweifel schüren. 

Das möge mißlingen. Einmal in seiner Geschichte hatte Afghanistan die Chance, aus dem Feudalismus herauszutreten. Westlich erzogene afghanische Sozialdemokraten, keine Kommunisten, wie Wikipedia schreibt, hatten 1978 die Regierung gestürzt und als erstes Gesetze zur Befreiung der Frauen erlassen, Schulen gebaut und auch Mädchen hineingeschickt. Doch die Regierung der Vereinigten Staaten fürchtete, in Afghanistan an Einfluß zu verlieren. Sie bildete Mudschaheddin aus, versorgte sie mit Waffen und Munition und unterstützte die lokalen Feudalherren. Die sowjetische Führung ließ sich von der US-Intervention zum Gegenangriff provozieren. Sie verlor den Krieg und die Sowjetunion ihre Existenz. 

Afghanistan ist seitdem wieder unangefochten ein Feudalstaat. Die westlichen Besatzer halten das  Feudalsystem aufrecht oder ersetzen es, wo ihrer Herrschaft dienlich, durch Warlord-Strukturen. 

Die Sowjetunion hat Afghanistan nicht vom Feudalismus befreien können, die westlichen Regierungen haben es nie versucht. Mag sein, daß ein Volk gar nicht von ferne befreit werden kann – wie wenig von Deutschland 1945 befreit wurde, verraten seine heutigen faschistoiden und mafiösen Züge; aber ein Volk darf vor allem nicht von ferne unterjocht oder versklavt werden, wie mit fast ganz Lateinamerika geschehen, mit vielen Ländern Afrikas und Asiens. 

Leon de Winter will den Afghanen das Schicksal der Palästinenser bereiten, der Filipinos und der Kolumbianer. Seine Kultur sei der afghanischen überlegen, unterstellt ausgerechnet Leon der Barbar.

T:I:S, 20. Dezember 2007   

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