Die Diktatur der Bourgeoisie

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Thomas Immanuel Steinberg

„Ich glaube, es wäre mir genauso gegangen wie Herrn Herrhausen.“

„Ich glaube, es wäre mir genauso gegangen wie Herrn Herrhausen“, antwortete Josef Ackermann auf Maybrit Illners Frage, warum er nicht für einen Schuldenerlaß bei zahlungsunfähigen Ländern plädiert habe. Alfred Herrhausen, damals Chef der Deutschen Bank wie heute Ackermann, hatte 1989 für den Erlaß zum Beispiel der mexikanischen Schulden plädiert. Er wurde am  30. November 1989 von einer Bombe zerfetzt. Die Bombenleger wurden nie ermittelt.

Illner hatte in der ZDF-Sendung vom 13. Mai 2010 Ackermann ihre Frage gestellt, unmittelbar nachdem beide, ebenso wie das Fernsehpublikum, einen vorgefertigten Bericht über Herrhausen gesehen hatten, der schließt: 

Welch Tabubruch! Beifall der Schuldnerländer, wütende Proteste seiner Bankkollegen. Doch Herrhausen läßt sich nicht beirren. Es handele sich um eine dauerhafte Zahlungsunfähigkeit. Diese kann nicht durch eine Erhöhung der Schulden gelöst werden. 1989 wird Alfred Herrhausen von Terroristen ermordet. Doch sein Plan wird später in der Argentinienkrise umgesetzt. Daimler-Chef Edzard Reuter resümiert: "Herrhausen war seiner Zeit um zehn, fünfzehn Jahre voraus." 

Video, Minute 12:36 bis 13:55, Musik bis 13:57 

Darauf Illner mit der Frage:

Herr Ackermann, Sie sind auch Chef des Internationalen Bankenverbandes. Hätten Sie eine solche Forderung nicht stellen können an all Ihre Kollegen, die richtig sauber aus dieser Krise herausgekommen sind?

Video, Minute 13:58 bis 14:07 

Ackermann:

Ja, ich glaube, es wäre mir , äh, genauso gegangen wie Herrn Herrhausen ...

Video, Minute 14:07 bis 14:10.

Wer genau die Terroristen geschickt hat, das dürfte Ackermann auch nicht wissen, aber man könnte ihn wenigstens fragen. Ein Staatsanwalt zum Beispiel. 

Immer mal wieder wird einer umgelegt, weil er aus der Reihe getanzt ist. So ist das halt in unserer Demokratie, in der die Bourgeoisie diktiert. Doch bislang wurde Ackermanns erhellende Erkenntnis von keinem Mainstream-Medium aufgegriffen. Das ist das eigentlich Erhellende.

T:I:S, 22. Juli 2010

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09diktatur.htm#Ackermann

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Society for the Management of Historical Reason (SMHR)

Eine Satire - auch T:I:S ist drauf reingefallen

"Eine kürzlich gegründete Gesellschaft zum Umgang mit der Räson der Geschichte, Society for the Management of Historical Reason (SMHR), hat sich in Washington vorgestellt, und zwar im American Enterprise Institute (AEI), mit Beiträgen von 

Verteidigungsminister Robert Gates

Madeleine Albright

John Nagl,  (Center for a New American Security)

Bush-Redenschreiber David Frum

Obamas Sondergesandtem Richard Holbrooke 

West-Point-Professor Frederick Kagan.

Der geschäftsführende Direktor der Gesellschaft, Michael O’Hanlon, zuvor bei der Brookings Institution, skizziert die neue Aufgabe  wie folgt:

Our enemies around the world have long-suggested that when the U.S. and Israel attack or invade other nations, they, like every other militarily strong state before them, do so in order to gain control of the land or resources of the invaded country. When disinformation like this appears, the first line of defense is, as it always has been, to greet the assertion with utter silence, and if that fails, to condescendingly mock the person as a Chomskyite loon. If, after all this, they still get an insufficiently trained reporter to put this ludicrous notion into print or on the air, that’s where our agents of historical reason spring into action. Within a matter of days, they will generate a minimum of five op-eds in the largest American dailies, designed, each in their own way, to reaffirm the wholly defensive and unfailingly moral underpinnings of American and Israeli foreign policy.

Kurz: Auf jede Behauptung, die USA und Israel zielten, wie alle großen Militärmächte der Geschichte, auf Land- und Ressourceneroberung, würden künftig mindestens fünf der neuen Gesellschaft verbundene Kommentatoren in den größten US-Tageszeitungen, jeder auf seine Art, die vollkommen defensive und unbezweifelbar moralische Grundlage der US-amerikanischen und israelischen Außenpolitik darlegen.

Noch während der Päsentation standen laut Macondo News Service folgende Personen Schlange, um eine Verpflichtungserklärung im Sinne der neuen Gesellschaft zu unterschreiben:

David Gregory, General-Electric-Konzern / NBC-Fernsehen

Brian Williams, General-Electric-Konzern / NBC-Fernsehen

John King, Time-Warner-CNN, 

Guy Raz, National Public Radio

Charles Gibson, Disney-ABC

Mary-Louise Kelly, National Public Radio

Michael Gordon, New York Times.

Joseph McCarthy lebt.

T:I:S, 19. August 2009"

Mit der Bitte um Entschuldigung, T:I:S, 21. August 2009

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09diktatur.htm#Management 

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