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Corrigans Liste

Mit Akribie hat Edward C. Corrigan zusammengestellt, wer alles sich gegen die israelische Staats- und Regierungspolitik gestellt hat – unter jüdisch-israelischen Akademikern und in nahestehenden jüdisch-israelischen Kreisen. Es ist eine lange Liste geworden. Markante Stellungnahmen sind wiedergegeben, und alles hat Corrigan durch Quellenangaben in 95 Anmerkungen belegt.

Corrigan ist Rechtsanwalt in London, Ontario, Kanada und von der Law Society of Upper Canada beglaubigter Fachanwalt für Citizenship and Immigration Law and Immigration and Refugee Protection. Er will die zurückhaltenden Nordamerikaner ermutigen, es den inneren Gegnern der Herrschenden in Israel gleich zu tun.

Wer hiezulande an der Mehrheit der jüdischen Israelis, ihrer Regierung und ihren Parteigängern vom Zentralrat der Juden in Deutschland zu verzweifeln droht, auch dem sei Corrigans Liste ans Herz gelegt.

Dissident Voice, 21. August 2010. T:I:S, 22. August 2010 

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09friedensjuden.htm#Corrigan   

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Pierre Stambul, UJFP*

Jcall – jüdisch und vernünftig?

[ zu Jcall siehe auch Kriegsjuden]

Mehrere europäische Persönlichkeiten, die sich als jüdisch verstehen, haben eine Petition ins Leben gerufen. Sie heißt Jcall (1) und hat viele Unterschriften erhalten. Angesichts der Politik der Regierung Netanjahu und ihrer vorbehaltlosen Unterstützung durch Vereinigungen wie den CRIF (2), soll der Appell eine Alternative sein, hin zu einem „vernünftigen Frieden“.

Worin besteht dieser Krieg in Wahrheit?

Diejenigen, die für die Rechte des palästinensichen Volkes eintreten, erklären unablässig, daß die israelische Palästinenser-Politik verbrecherisch ist. Als da sind: das Gründungsverbrechen, die Vertreibung der Mehrzahl der Palästinenserinnen aus ihrem eigenen Land 1948 (wo das doch ein Land ohne Volk war); die Beschlagnahme der Böden; die geschleiften Dörfer; das Verbot der Rückkehr der Flüchtlinge. Weitere Verbrechen folgten: Kriege; sogenannte gezielte Tötungen; die Besatzung; gesetzlich festgeschriebene Diskriminierungen; die Siedlungen; der Bau der Mauer; die Kontrollpunkte; die Masseneinsperrungen...  Die Unterzeichner möchten für den Staat Israel eintreten, den sie als demokratisch bezeichnen. Doch 50% der Palästinenser, die zwischen Mittelmeer und Jordan leben, erfahren überhaupt keine Demokratie. Sie haben die „Wahl“ zwischen der unerbittlichen Belagerung des Gazastreifens, der Besatzung und Kolonisierung des Westjordanlandes, den Häuserzersörungen und Ausweisungen aus Ost-Jerusalem – und der Unter-Staatsbürgerschaft im Israel von vor 1967.

Die Unterzeichner preisen ihren Frieden als „vernünftig“ und erwecken den Anschein der Gleichheit zwischen den „Extremisten beider Lager“, als ob sich die Lage des Besatzers und die des Besetzten symmetrisch zueinander verhielten. Dafür greifen sie auf den Massada-Komplex zurück.(3) Sie beschwören für die Israelis die Gefahr herauf, gegenüber den Palästinensern in die  Minderheit zu geraten. Für sie steht die Sicherheit Israels im Mittelpunkt. Als ob nicht die Palästinenserinnen die wären, die täglich in Unsicherheit leben und die ins Meer getrieben wurden (**). Die Petition erwähnt kaum Palästina, als ob dieser Krieg eine innnerjüdische Angelegenheit wäre. Kann man einen „vernünftigen“ Frieden schließen, indem man „den Anderen“ dermaßen ignoriert?

Ein interessanter Ausgangspunkt, aber ein durchaus beschränkter 

Was die Unterzeichner von Jcall von den Unterstützern Netanjahus unterscheidet, ist, daß sie endlich begriffen haben: Die israelische Politik ist selbstmörderisch für die, für die Israel einzutreten vorgibt. In der Tat ist vollkommen unwahrscheinlich, daß das palästinensische Volk irgendwann vernichtet wird (wie die Ureinwohner Nordamerikas und Australiens) und damit außer Stande ist, sein Recht einzufordern. Niemand kann ernsthaft meinen, daß eine auf Oberherrschaft, Gewalt und Demütigung beruhende Politik ewig währen kann.

Was sie außerdem unterscheidet: Sie begreifen, daß die BDS-Kampagne (Boykott, Desinvestment, Sanktionen) – von der palästinensischen Zivilgesellschaft angestoßen und von Organisationen, Gewerkschaften und Staaten der Welt aufgegriffen – angefangen hat, das Bild von Israel ernsthaft anzunagen und Israel zu isolieren. 

Keine Wiederauflage von Oslo

1988 hatte die PLO eine unglaublich großzügige Konzession gemacht. Sie hatte akzeptiert, daß der palästinensische Staat auf 22% des historischen Palästina beschränkt sein würde. Die anschließenden Vereinbarungen von Oslo waren von Anfang an ein Betrugsgeschäft: Von der Sicherheit Israels war die Rede, aber nie von der Wirklichkeit: der Besatzung, den Siedlungen, den Diskriminierungen, der Ungleichheit. Zwischen der Unterzeichnung der Vereinbarungen und der Ermordung von Rabin wurden 60 000 weitere Siedler angesiedelt. Die Palästinensische Autonomiebehörde wurde nie als Embrio eines künftigen Staates betrachtet. Ihre wesentliche Aufgabe bestand darin, „Polizei zu spielen“. Die Unterzeichner des Jcall müssen begreifen, daß die Wiederaufnahme eines solchen Prozesses absolut keinen Sinn hat. Vernünftig sein heißt, die wesentlichen Fragen angehen, also die Grundfrage der 500 000 Israelis im Westjordanland und in Ost-Jerusalem regeln. Der Text schlägt eine Lösung auf der Grundlage zweier Staaten vor. Wie kann er da zur Frage der Grenzen schweigen? Warum sagt er zum Beispiel nicht, daß die Israelis entweder aus den eroberten Gebieten fortziehen oder die palästinensische Staatsangehörigkeit akzeptieren müssen?

Und können die Unterzeichner von Jcall erklären, warum Oslo gescheitert ist, obwohl nur die Palästinenser Konzessionen gemacht haben? Können sie all das erfassen, was in ihrem Text nicht angesprochen wird: die Frage des Zionismus, der den Palästinensern überhaupt keinen Platz einräumt; die Frage der Manipulierung jüdischer Geschichte und Identität; und die Unfähigkeit der israelischen Gesellschaft, Gleichheit zu akzeptieren?

Links / rechts

Der Jcall-Appell möchte in der jüdischen Welt Europas eine linke, eine humanistische Strömung verkörpern. Das ist sehr wichtig, man muß sich auf die Grundrechte (4) berufen. Indes waren in der Geschichte Israels diejenigen, die die Linke zu verkörpern behaupteten, an allen Gemeinheiten Palästinas beteiligt: Ben Gurion ist 1948 an der Macht, als das Land ethnisch gesäubert und das Eigentum der Flüchtlinge beschlagnahmt wird. Die linke Arbeitspartei ist während des Krieges 1967 an der Macht, sie beschließt zu besiedeln. Ein Minister der Arbeitspartei (Ben Eliezer) beschließt den Bau der Mauer, die das Westjordanland zerhackt. Die Arbeitspartei-Politiker Peretz und Barak haben eine wichtige Rolle im Krieg gegen Libanon [2006, T:I:S] und beim Gaza-Massaker [2008 / 2009, T:I:S] gespielt. Mehrere Unterzeichner des Jcall-Appells haben übrigens diese beiden Kriege gebilligt. (5)

Gewiß, von grundlegender Bedeutung ist, daß im Innern Israels „die innere Front aufbricht“, und den Juden im Rest der Welt kommt eine wichtige Rolle zu. Allerdings muß es sich wirklich um einen Bruch handeln. In Israel gibt es eine mutige Minderheit, die für gleiches Recht und gegen die Besatzung ficht. Doch die zionistische Linke und die zionistische Rechte sind sich im Wesentlichen einig und teilen die gleichen Werte. Übrigens häufen sich die Regierungen der Nationalen Einheit. Barak regiert mit Lieberman und Peres mit Netanjahu. Kann man sich eine „vernünftige“ Lösung ohne Angang dieser Frage vorstellen? Ohne die ideologische Grundlage dieses Krieges in Frage zu stellen? Der Frieden in Algerien, in Vietnam, in Südafrika, sie alle wurden erst möglich durch eine bedeutende ideologische Wende. Glauben die Unterzeichner von Jcall, daß ein „vernünftiger“ Frieden möglich ist ohne Infragestellung der Grundlagen eben der Ideologie, die Israel von Krieg zu Krieg geleitet hat? Die Unterzeichner bezeichnen sich als einem jüdischen und demokratischen Staat verbunden. Bestreiten sie, wie Shlomo Sand geschrieben hat, daß es sich da um einen vollkommenen Widerspruch handelt und daß ein jüdischer Staat vollkommen dem Völkerrrecht widerspricht, welches zwischen Bürgern nicht nach der Herkunft unterscheidet?

Boykott und Bild

Die Jcall-Initiative meldet sich in dem Moment zu Wort, wo die israelische Regierung öffentlich auf die strittigen Punkte mit Obama pfeift und weiter (bei gelegentlicher vager Kritik) von der Europäischen Union unterstützt wird. Doch das Bild von Israel ist getrübt. Die öffentliche Meinung bewegt sich. Die BDS-Kampagne zeigt Erfolge. Die Unterzeichner von Jcall kritisieren Netanjahu, nicht wegen unterschiedlicher Meinungen über Gewalt und Besatzung, sondern weil diese Politik Israel gefährdet, sie aber dieses Land retten wollen.

Es gilt, weiter zu gehen, und zwar nach dem Vorbild des israelischen Professors Neve Gordon. Er ist für Boykott,  „weil das die einzige Art ist, mein Land zu retten“, wie er sagt.

Angesichts ihrer Sorgen und Ängste müssen sich die Unterzeichner den grundlegenden Fragen stellen. Als Juden müssen sie auf den Prozeß zurückkommen, der die Nachfahren von Parias in die Henker eines Volkes verwandelt hat. Für den Frieden braucht es keinen Knacks und auch keine Relegitimierung Israels, sondern wirklich einen Bruch. Frieden wird erreicht über das Völkerrecht, über die Grundrechte, über die Gleichheit vor dem Recht. Ohne Infragestellung des Kolonialismus, der Besatzung und der Apartheid wird es keinen Frieden geben. Es wird keinen Frieden geben, wenn die Palästinenser ignoriert werden.

Strengt euch noch einmal an, Genossen!

(*) UJFP – Union juive française pour la paix
(**) In seinem Film Jaffa, The Orange's Clockwork zeigt Eyal Silvan, wie die Bevölkerung von Jaffa 1948 ins Meer geworfen wurde.

T:I:S, Übersetzung, 3. Mai 2010. Original: Comment être juif et raisonnable ?. 2 mai 2010. Im Namen der UJFP hat, in gleichem Sinne wie Stambul, auch Rudolf Bkouche zu Jcall Stellung genommen; auf Englisch hier.

Anmerkungen

(1) Jcall, deutsch, französisch, englisch, bislang 3713 Unterschriften,  lehnt sich an die US-Initiative J Street an, die einen Mittelweg zwischen Besatzung und Gerechtigkeit sucht.
(2) Der französische CRIF (Conseil représentatif des institutions juives de France) entspricht dem Zentralrat der Juden in Deutschland und vertritt im Nahostkonflikt ähnliche Positionen
(3) Zum Massada-Komplex z. B. hier
(4) offenbar gemeint: Charta der Grundrechte der Europäischen Union, .pdf-Datei / Charte des droits fondamentaux de L'Union Européenne, .pdf-Datei
(5) zum Beispiel Bernard-Henri Lévy in Le Point vom 8. Januar 2009

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Rolf Verleger 

Judenhass gemäß EU-Norm

Jüdische Zeitung, T:I:S, 22. April 2010. Verleger zur Finkelstein-Absage auch hier

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Evelyn Hecht-Galinski 

Deportationen sind ethnische Säuberung

Happy Birthday Israel!

Das Palästina Portal, T:I:S, 22. April 2010

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Ran HaCohen

Israel im neuen Jahrzehnt

Gerade wie der Antikommunismus die Nationalreligion der Vereinigten Staaten von Amerika während des Kalten Kriegs war, ist der fanatische Glauben an eine ewige weltweite antisemitische Verschwörung die wahre nationale Religion Israels.

...  Wenn ich die Niederlande erwähne, höre ich immer öfter, dass alle Holländer Antisemiten waren und mit den Nazis kollaborierten; meine bereits gewohnheitsmäßige Reaktion – dass meine Großeltern und meine Mutter ihr Leben holländischen Christen verdanken, die ihr eigenes Leben aufs Spiel setzten, um sie zu retten – stößt auf Achselzucken, das etwas ausdrückt wie „lass mein wertvolles Vorurteil in Ruhe“ oder „sei nicht so naiv, wir wissen, dass uns alle hassen.“ 

Und das nicht nur im Fall der Niederlande: von Schweden bis Äthiopien, von der Türkei bis Argentinien, ganz egal, wie freundlich eine Nation in der Geschichte gegenüber Juden (und Israel) war, den Israelis wird eingetrichtert, alle Nichtjuden („Gojim“ ist der abschätzige Begriff, der von den meisten Hebräischsprechenden unkritisch benutzt wird) seien inhärent antisemitisch und daher antiisraelisch eingestellt. 

Jegliche Kritik an der Politik Israels wird automatisch abgetan als jeweils neue Verkörperung eines endemischen, unheilbaren Hasses gegen die Juden. Gerade wie der Antikommunismus die Nationalreligion der Vereinigten Staaten von Amerika während des Kalten Kriegs war, ist der fanatische Glauben an eine ewige weltweite antisemitische Verschwörung die wahre nationale Religion Israels. Die Stimmen, die sogar Präsident Obama als antisemitisch hinstellen, sind nur ein Unterton in einem ohrenbetäubenden Chor der Hetze gegen jede abweichende Stimme, sei es innerhalb oder außerhalb ...

Gegenmeinung, Übersetzung. T:I:S, 18. April 2010. Original: Israel, a New Decade, antiwar.com, 10. April 2010. 

Mehr von Ran HaCohen auf Deutsch: Mißbrauchter Antisemitismus; Jahrelanger Terror durch Überschall-Knalle; Die dritte Intifada; Ethnische Säuberung; Blut liegt in der Luft; 60 Jahre Israel

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Reuven J. Cabelman

1933: Zur Rolle des Zionisten Stephen Wise

Antwort auf eine Frage von Thomas Immanuel Steinberg zu einem Video-Interview mit drei Mitgliedern von Neturei Karta

Der Israelit, T:I:S, 15. April 2010. Die Rolle des Zionisten Stephen Wise während der Zeit des deutschen Nationalsozialismus wird nicht nur zwischen Reuven J. Cabelman, Der Israelit, und Steinberg Recherche, sondern etwa zeitgleich auch in anderen Ecken der Welt erörtert. Der Israelit, T:I:S, 20. April 2010

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Thomas Immanuel Steinberg

Judentum und Zionismus

Rolf Verleger bei der Hamburger Linksjugend ['solid]

In der Veranstaltungsreihe "Mit Kapitalismus ist kein Frieden zu machen!" sprach Rolf Verleger am 7. April 2010 im Bürgerhaus Wilhelmsburg über Zionismus und Judentum.

Verleger versteht Judentum als Aufforderung zur Nächstenliebe. 

Der Referent stellte die Entstehung des Zionismus in den Rahmen der europäischen nationalen Bewegungen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Im 20. Jahrhundert, so Verleger, flohen Juden vor der Verfolgung im Zarenreich nach Palästina, während die Dreyfus-Affäre zur Trennung von Staat und Religion, und somit zur Gleichstellung der Juden in Frankreich beitrug. In Mittel- und Westeuropa blieben die Zionisten bis 1933 eine kleine Minderheit.

An die Stelle der sozialistisch und kommunistisch inspirierten frühen Einwanderer seien inzwischen nationalistische Siedler getreten. Ein klerikal-faschistisches Amalgam diene ihnen als Ideologie.

Von 1945 bis etwa zum Eichmann-Prozeß 1961 dominierte in Israel der Wille zum Staatsaufbau, danach erst habe die Vernichtung der europäischen Juden die identitätsbildende Rolle eingenommen, die sie bis heute für Israelis und viele Diaspora-Juden spielt. Opfermentalität herrsche in der jüdisch-israelischen Gesellschaft.

Die jüdischen Gemeindemitglieder in Deutschland seien größtenteils zugewanderte Russen fast ohne religiöse Bindung und zugleich Befürworter der israelischen Siedlungspolitik. Der Zentralrat der Juden in Deutschland spreche in ihrem Sinne. Er, Verleger, sei als gläubiger Jude ein Fossil. 

Auf Nachfrage wies Verleger den Kapitalismus als Haupterklärung für die israelische Staats- und Regierungspolitik zurück. Den Ausschlag gebe die Ideologie. Der Kapitalismus käme auch ohne den Konflikt zwischen Israel und seiner Umgebung zurecht. 

Ein Diskussionsteilnehmer interpretierte das Bekenntnis rechter wie sich links verstehender Deutscher zur israelischen Staats- und Regierungspolitik als machtpolitische Option. Zugang zu Regierung und anderen Herrschaftsapparaten erhalte nur, wer sich exemplarisch zur israelischen, und damit generell zur imperialistischen Politik bekenne.

Eine Teilnehmerin verwies auf die jüdelnden Grüppchen und die prozionistische Publizistik, die den Auftritt von Ilan Pappe in München und von Norman Finkelstein in Berlin und München  verhindert hätten. Verleger replizierte mit dem Hinweis auf die Süddeutsche Zeitung, die neuerdings kritischer über die israelische Staats- und Regierungspolitik berichte. Auch habe die Blockade der Finkelstein-Auftritte möglicherweise mehr zur Verbreitung israelkritischer Positionen beigetragen, als es die Vorträge vermocht hätten.

Zwei Voraussetzungen, so Verleger, müßte die israelische Seite schaffen, damit jemals Frieden einkehren könne:

1. Die jüdisch-israelische Seite müsse sich für Vertreibung und Unterdrückung der Palästinenser in diesem und im vorigen Jahrhundert entschuldigen.

2. Die jüdisch-israelische Seite müsse mit den gewählten Repräsentanten der Palästinenser offizielle Gespräche aufnehmen. Und das ist die Hamas. 

Die Veranstaltungsreihe der Hamburger Linksjugend wird fortgesetzt

Kommentar

Hamas

Kriegstreiber wie Kanalratten-Broder und Karl Pfeifer halten Norman Finkelsteins Forderung nach Streichung der Hamas von der sogenannten Terroristen-Liste für einen Ausweis von Judenhaß. Auch Micha Brumlik will nicht, daß die israelische Regierung mit der Hamas spricht. Sie tut es dennoch, wenn auch informell, und erweist sich regelmäßig als vertragsbrüchig.

Doch vor allem unter den Juden in der Welt wächst die Einsicht: Die israelische Politik ist mörderisch und letztlich selbstmörderisch. Darüber vermag keine Staatsreklame hinwegzutäuschen.

Identität

Gilad Atzmon hat sich differenziert zur jüdischen Identität geäußert. Mehr zur Identität, unter anderm aus der Sicht von Brumlik und Verleger, unter Schnipsel.   

T:I:S, 8. April 2010. Siehe auch Rolf Verleger, unter anderem über Israels Irrweg

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Elias Davidsson

Der Zentralrat der Juden provoziert den Iran

Sehr geehrte Mitglieder des Zentralrates der Juden in Deutschland, 

ich habe mit Erstaunen von dem Aufruf gelesen, in dem der Zentralrat der Juden in Deutschland Geschäfte deutscher Unternehmen mit dem Iran scharf kritisiert. Als Jude betrachte ich Ihren Aufruf als eine grob unverantwortliche Entscheidung, die selbstverständlich nicht die Einstellung aller deutschen Juden wiedergibt. 

Mir ist nicht bekannt, daß Juden im Iran sich für Boykottmaßnahmen gegen ihr eigenes Land eingesetzt oder wegen einer vermeintlichen Verfolgung den Iran massiv verlassen hätten. 

Ich frage mich, ob der Zentralrat der Juden in Deutschland sich klar gemacht hat, welche Folgen der Aufruf für die Juden im Iran haben kann. Bis heute hat die iranische Regierung zwischen Judentum und Zionismus unterschieden. Das Judentum ist in der iranischen Verfassung geschützt. Jüdische Schulen und Geschäfte werden im Iran öffentlich betrieben. Die jüdische Gemeinde im Iran ist eine der ältesten der Welt und zählt Tausende von Mitgliedern. Während der Iran - wie auch viele Juden - den Zionismus als illegitim betrachtet, betreibt der Iran keine anti-jüdische Politik (im Gegensatz zu Saudi Arabien, einem Alliierten des Westens). 

Im Gegensatz zu Israel und dem Irak hat der Iran nie ein anderes Land angegriffen. Der Iran ist wie Israel berechtigt, für seine Verteidigung zu sorgen, insbesondere wenn er ständig von viel mächtigeren Nationen bedroht wird. 

Der Aufruf des Zentralrats wirkt auf mich wie eine von Jerusalem oder New York konzipierte Provokation gegen dem Iran, wobei jüdische Gemeinden in verschiedenen Ländern diese Provokation umsetzen sollen. Ich kann mir schwer erklären, welches Interesse die Juden in Deutschland an einer solchen Provokation haben sollen. Im Gegenteil: Eine solche Provokation würde den Interessen aller Juden schaden. 

Ich fordere den Zentralrat dazu auf, seine Dienste für Kriegsschürer und Provokateure einzustellen und seine Einstellung zum Iran zu ändern. 

Mit freundlichen Grüßen, 

Elias Davidsson
Henri-Spaak-Str. 106
53347 Alfter, 6. April 2010

T:I:S, 7. April 2010. Mehr unter Zentralrat der Juden in Deutschland

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Linke Israelis fordern Druck von der Linkspartei

In einem offenen Brief vom 26. März 2010 an Die Linke fordern mehr als 100 israelische Aktivistinnen als Voraussetzung für die Durchsetzung einer friedlichen und solidarischen Lösung des Konflikts in Israel/Palästina eine solidarische und linke Politik. Sie äußern sich besorgt über die Entwicklung der Debatte zum Israel-Palästina-Konflikt in der Linkspartei. Sie fordern von der Partei, sich klar gegen die Besatzungspolitik zu positionieren und für Druck auf den Staat Israel zu plädieren, bis er die elementaren Menschenrechte der Palästinenserinnen respektiert. Nur so könne ein Frieden in der Region, auch für Israel, erreicht werden.

Konkrete Schritte wären die Einstellung aller deutschen Waffenexporte nach Israel, ein allgemeines Importverbot für israelische Siedlungsprodukte in die EU und die Implementierung der Empfehlungen des Goldstone-Berichts.

Zu den Unterzeichnerinnen zählen die Professoren der Universität Tel Aviv Moshe Zuckermann, Yehuda Shenhav und Gadi Elgazi, der Filmregisseur Udi Aloni, Aktivistinnen der israelischen Frauenkoalition für Frieden wie Eilat Maoz und Inna Michaeli, Kriegdienstsverweiger wie Matan Kaminer und Hagai Matar, die zwei Jahre lang inhaftiert waren, und Kämpfer für soziale Gerechtigkeit wie Reuven Aberjil und Einat Podjarni.

Ein offener Brief an Die Linke

Liebe GenossInnen,

diesen Brief schicken wir Euch als israelische StaatsbürgerInnen, die in linken Gruppen und Organisationen in Israel/Palästina aktiv sind. Diese befassen sich mit Themen wie z.B den Menschenrechten, Ökologie, Frieden, Flüchtlingshilfe, soziale Gerechtigkeit, den Arbeiterrechten, Feminismus und queeren Kämpfen. Wir setzen uns in unserem Land und in unserer Gesellschaft für eine grundlegende soziale Veränderung ein, für das Ende der Besatzung und die Schaffung einer Gesellschaft, in der alle BewohnerInnen des Landes gleiche Rechte genießen.

Wir haben uns zu diesem Brief entschlossen, nachdem uns wiederholt Berichte über Aktivitäten Eurer Partei bezüglich der Situation in Israel/Palästina bekannt wurden, so die Teilnahme von führenden Mitgliedern Euer Partei an einer Demonstration im Januar 2009 in Berlin, auf der die Weiterbombardierung des Gaza-Streifens gefordert wurde; das Bestehen und die Akzeptanz eines Bundesarbeitkreises in Eurer Partei (BAK Shalom), der jedes militärische Vorgehen des Staates Israel unterstützt und militaristische und nationalistische Propaganda betreibt; schließlich das Schweigen der Mehrheit der führenden Parteimitglieder zur israelischen Besatzungspolitik. All das hat uns bewogen, unsererseits nicht länger zu schweigen, sondern zu intervenieren.

Die Problematik einer solchen Intervention ist uns bewusst. Wir haben nicht die Absicht, Euch vorzuschreiben, wie Ihr in Eurem Land zu agieren und Euch zu äußern habt. Wir wissen, dass der politische Diskurs über Israel in Deutschland, aus nachvollziehbaren und gewichtigen Gründen ein sensibles Thema ist. Das Andenken an den Holocaust und der auch heute in Deutschland gebotene Kampf gegen Antisemitismus, gehören zu den wichtigsten Aufgaben jeglicher emanzipatorischen Bewegung. Nicht trotz, sondern gerade aufgrund dieser Tatsache fällt es uns schwer nachzuvollziehen, wie man die israelische Besatzungspolitik in Deutschland als Teil der "Lehren aus der deutschen Geschichte" rechtfertigen kann.

Wenn wir uns an Euch wenden, so geschieht dies, weil wir um die Bedeutung von Deutschland als regionale Macht innerhalb der EU und darüber hinaus und daher auch um den deutschen Einfluss im Nahen Osten wissen. Die intensiven diplomatischen und militärischen Aktivitäten der Bundesrepublik in der Region und die aktive Unterstützung der israelischen Besatzungspolitik reichen uns, um in der BRD einen der Akteure zu sehen, die für die durch die israelische Regierung begangenen Verstöße gegen das Völkerrecht und für die israelischen Kriegsverbrechen mit verantwortlich sind. Aus diesem Grund denken wir, dass es unser Recht ist, von Euch als AktivistInnen für soziale Veränderung in Deutschland und als Mitglieder in einer Partei, die im Parlament und in regionalen Regierungen vertreten ist, Verantwortung für das Vorgehen Eures Staates in Bezug auf unser Land zu übernehmen.

Die andauernde Besatzung und Entrechtung sind keine inner-israelischen Angelegenheiten. Die anti-demokratische Herrschaft des Staates Israel über mehr als drei Millionen PalästinenserInnen, die kein Wahlrecht haben, und die Kriegsverbrechen, die in den besetzten Gebieten stattfinden, sind die Angelegenheit von allen, denen die Menschenrechte ein Anliegen sind. Vor allem aber tragen die BürgerInnen von Europa wegen ihrer – auch in der Gegenwart weiterhin stattfindenden - kolonialistischen Interventionen im Nahen Osten eine besondere Verantwortung für den Konflik. Angesichts dessen ist eine Scheu davor, Israel zur Verantwortung zu ziehen, unangebracht. Die ökonomische, militärische und politische Unterstützung, die Israel von der EU und besonderes von Deutschland erfährt - z.B. in Form von Waffenlieferungen und von Investitionen oder, indem Israel ein bevorzugter Status im Handelsabkommen mit der EU eingeräumt wird - fördern einen Friedensprozess nicht, sondern tragen zur Aufrechterhaltung der Besatzung und zur umfassenden Repression gegenüber der palästinensischen Bevölkerung bei. Außerdem verstärkt diese Unterstützung Militarisierungsprozesse und die Erziehung zu Rassismus und Intoleranz in unserer Gesellschaft.

Darüber hinaus bedürfte es angesicht der Schwäche der PalästinenserInnen eines stärkeren Drucks auf Israel seitens der Internationalen Gemeinschaft. Die stärkere Seite wird ohne wirksamen Druck ihre Postionen niemals aufgeben. Der Staat Israel hat immer wieder bewiesen, dass er nicht zu einem Friedensabkommen und zur Beendigung der Besatzung bereit ist, ohne dass im Ausland intensiv Druck seitens der Zivilgeselschaft und/oder der Regierungen ausgeübt würde.

Wir sind ermutigt durch Eure letzten Wahlerfolge und hoffen, dass Euer Erstarken dafür sorgt, in Sachen soziale Gerechtigkeit, Bürgerrechte, Feminismus und Anti-Rassismus in Deutschland eine neue Agenda auf die Tagesodnung zu bringen. Wir sind überzeugt, dass eine linke und solidarische Politik auch eine internationalistische Agenda haben muss, und wir erwarten, dass sich Eure Partei auch in diesem Bereich am weltweiten Dialog mit linken, antirassistischen und feministischen Kräften aktiv betätigt. Als Teil eines solchen Dialogs möchten wir unsere Postionen zur Politik Eurer Partei in Bezug auf den Konflikt in Israel/Palästina darstellen.

Wir sind der Auffassung, dass der Staat Israel für die Besatzung, die rassistische Seperation und die Kriegsverbrechen nicht belohnt und darin betärkt werden sollte. Nur eine internationale Politik, die Israel klarmacht, dass Verstöße gegen das Internationale Recht nicht zu akzeptieren sind, kann einen gerechten Frieden für alle BewohnerInnen des Landes bringen. Einige konkrete Forderungen, die Eure Partei stellen könnte, sind z.B:

- die Einstellung aller deutschen Waffenexporte nach Israel. Waffenhandel ist ohnehin nicht zu rechtfertigen. Deutschland treibt nicht nur Handel mit einem Staat der systematisch gegen das Internationale Recht verstößt, sondern es verwöhnt Israel mit Geschenken in Höhe von Milliarden Euro und wurde kürzlich von Israel aufgefordert, ihm zwei Kriegsschiffe zu schenken.

- die Verhinderung der Aufwertung der Handelsabkommen zwischen der EU und Israel. Deutschland und andere Mitgliedsstaaten der EU versuchen, diese Handelsabkommen mit Israel weiter aufzuwerten, obwohl solche Abkommen die Respektierung elementarer Menschenrechte im Partnerland fordern. Während in Europa eine solche Intensivierung der Beziehungen als Verbesserung des Vertrauensverhältnisses zwischen Israel und der EU betrachtet wird, fasst Israel solche Schritte als Schwäche der EU und als Ermutigung auf, weiterhin gegen die Menschenrechte zu verstoßen.

- ein allgemeines Importverbot für israelische Produkte in die EU, die ganz oder teilweise in den besetzten Gebieten (inklusive Ost-Jerusalem) produziert werden.

- die Förderung von Gerichtsverfahren gegen die Täter bei Kriegsverbrechen in Israel/Palästina und die Umsetzung der Empfehlungen des Goldstone-Berichts.

- die Unterstützung von Organisationen und AktivistInnen der Zivilgesellschaft in Israel/Palästina und vor allem des gewaltfreien und basisdemokratischen Widerstands gegen die Mauer und die Siedlungen in den besetzten Gebieten.

Abgesehen von diesen Vorschlägen hoffen wir, dass Eure Partei sich erfolgreich darum bemühen wird, in Deutschland eine Debatte über die Bedeutung der deutschen Verantwortung für das Geschehen im Nahen Osten zu initiieren. Es sollte eine Debatte sein, die aus einer historischen und aktuellen Sicht, die alle BewohnerInnen der Region gleichermaßen berücksichtigt, eine Politik des Friedens, der sozialen Gerechtigkeit und der Menschenrechte fördert. Wir würden uns freuen, zusammen mit unseren palästinensischen GenossInnen und Partnern an den Debatten in Eurer Partei über das Geschehen in unserer Region teilzunehmen und hoffen, dass dieser Brief zu einem fruchtbaren und gleichberechtigen Dialog zwischen der Linken in Deutschland und der Linken in Israel/Palästina beiträgt.

Mit solidarischen Grüßen

Miriam Abed-El-Dayyem, Iris Hefetz, Yael Politi, Gadi Algazi, Hanan Hever, Israel Puterman, Udi Aloni, Shir Hever, Hili Razinsky, Galit Altschuler, Chaya Hurwitz, Moshe Robas, Hila Amit, Hedva Isachar, Shadi Rohana, Roey Angel, Matan Israeli, Yehoshua Rosin, Asaf Angermann, Matan Kaminer, Noga Rotem, Reuven Avergil, Reuven Kaminer, Eddie Saar, Gabriel Ash, Adam Keller, Sergeiy Sandler, Danna Bader, Hava Keller, Gal Schkolnik, Roni Bande, Peretz Kidron, Ayala Shani, Yoav Beirach Barak, Assaf Kintzer, Shemi Shabat, Ronnie Barkan, Yana Knopova, Aviram Shamir, Yossi Bartal, Yael Lerer, Tali Shapiro, Ofra Ben-Artzi, Orly Lubin, Fadi Shbeta, Mor Ben Israel, Adi Maoz, Ehud Shem Tov, Elaenor Cantor, Eilat Maoz, Yehuda Shenhav, Shai Carmeli Pollack, Naomi Mark, Mati Shemoelof, Alex Cohn, Anat Matar, Kobi Snitz, Adi Dagan, Hagai Matar, Gideon Spiro, Silan Dallal, Edu Medicks, Roy Wagner, Yossi David, Yosefa Mekayton, Michael Warschawski, Daniel Dokarevich Argo, Inna Michaeli, Sharon Weill, Keren Dotan, Rotem Mor, Maya Wind, Ronen Eidelman, Susanne Moses, Yossi Wolfson, Nimrod D. Evron, Avital Mozes, Uri Yaakobi, Eli Fabrikant, Dorothy Naor, Sergio Yahni, Tamar Freed, Naama Nagar, Kim Yuval, Michal Givoni, Ido Nahmias, Michal Zak, Bilha Sündermann Golan, Regev Nathansohn, Shimri Zameret, Tsilli Goldenberg, Ofer Neiman, Mai Zeidani, Anat Guthmann, Norah Orlow, Talilla Ziffer, Connie Hackbarth, Hava Oz, Beate Zilvesmidt, Yuval Halperin, Einat Podjarni, Moshe Zuckermann.

Briefanhang

Einige Beispiele für militaristische und nationalistische Propaganda von BAK Shalom hier, hier und hier ; eine Einladung zum Unterstützungsevent für Israel, das von BAK Shalom organisiert wurde, und an dem MdB Petra Pau und der ehmalige israelische Botschaftler Ilan Mor teilnahmen;

T:I:S, 27. März 2010

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Neu

Der Israelit. Ein Zentralorgan für das orthodoxe Judentum - Begründet 1860 von Dr. Marcus Lehmann in Mainz. 2010 von Reuven Jisroel Cabelman in Berlin - Unabhängig - Thoratreu - Antizionistisch

T:I:S, 4. März 2010. Zum Beispiel Wieder im Fadenkreuz: Dierkes. T:I:S, 18. März 2010

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Rolf Verleger

"1 Jahr nach dem israelischen Überfall auf Gaza – die Verantwortung der deutschen Regierung an der fortgesetzten Aushungerung der palästinensischen Bevölkerung"

Stellungnahme der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost zur Kampagne gegen Norman Finkelsteins Auftritt in Deutschland 

Dr. Norman Finkelstein hat seinen Flug nach Deutschland storniert.

Er wollte vom 24.2. bis 26.2. in München, Milbertshofen und Berlin sprechen.

Der geplante Titel dieser Vorträge war:

"1 Jahr nach dem israelischen Überfall auf Gaza – die Verantwortung der deutschen Regierung an der fortgesetzten Aushungerung der palästinensischen Bevölkerung".

Dieser Titel zeigt klare Kante. Er verstößt gegen die Sprachregelung der deutschen Politik. Er verstößt gegen die Sprachregelung der großen deutschen Medien. Und er spricht die Wahrheit aus.

Vor dieser Wahrheit hat die hiesige Lobbygruppe des israelischen Schlag-zu-Nationalismus große Angst. Also wurde eine Kampagne geführt. Der auf seine elterlich-jüdische Tradition stolze Finkelstein wurde als "Antisemit" und "Geschichtsrevisionist" diffamiert, mithin in die Nazi-Ecke gestellt. Die Jüdische Gemeinde Berlin, jüdelnde Gruppen in Der Linken (Arbeitskreise namens "Shalom") und ein jüdischer Arbeitskreis in der SPD riefen zur Demonstration gegen Finkelstein auf.

Mit diesen Gruppen wollte es sich die Evangelische Kirche ohne Not nicht verderben, ebenso die Parteistiftung der Grünen, und ebenso die Parteistiftung der Linken: Sie alle zogen ihre Zusagen zur Organisation der Veranstaltung zurück. Da nutzte es nicht genug, dass Finkelstein selbst Jude ist und dass wir, die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost, Mitveranstalter waren.

Es gab eine neue Raumzusage der "Junge-Welt-Galerie" in Berlin. Aber dies ist ein relativ kleiner Saal, und Finkelstein schätzte die Lage nun so ein, dass die Streitereien sein Anliegen, das im Titel des Vortrags zum Ausdruck kommt, zu sehr überlagern würden. Er sagte ab.

Also ein Sieg für die Lobby des israelischen Schlag-zu-Nationalismus? Ja, selbstverständlich.

Aber ein Pyrrhus-Sieg. Denn diese Lobby, die in Berlin die Kirche, die Grünen und die Linke wieder auf Linie gebracht hat, hat damit zu deutlich gemacht, welche praktischen Konsequenzen ihre ungerechtfertigte Gleichsetzung von Kritik an Israels Unrecht mit Antisemitismus hat: Einschränkungen der Meinungsfreiheit. Dies ruft Widerstand hervor. In der Rosa-Luxemburg-Stiftung rumort es vermutlich. Es ist nur eine Frage der Zeit – und weiterer solcher "Siege" -  bis es auch in der SPD und in der CDU rumort. Denn Diskussionen über das offensichtliche Unrecht von Israel gegen die Palästinenser kann man nicht verhindern. Wir jedenfalls werden diese Diskussionen weiterführen.

Es ist auch ein Pyrrhus-Sieg auf ideologischem Gebiet. Denn in seinen besten Traditionen hat das Judentum danach gestrebt, die Welt durch aktives Handeln zu einer gerechteren und barmherzigeren Welt zu machen. Es war der geistige Führer des deutschen Judentums im letzten Jahrhundert, Rabbiner Dr. Leo Baeck, der das Judentum als die Religion der tätigen Moral definierte. In diesem Sinne können und sollen Juden zu Verständigung, Dialog, Versöhnung und Frieden in Nahost beitragen.  Die Akteure, die im Namen ihres Judentums Finkelsteins Auftritt verhindert haben, stellen sich außerhalb dieser alten Tradition, und sie haben keine neue: Da ist nur eine große nationalistische Leere.

Das macht es in Zukunft nichtjüdischen Deutschen immer leichter, Recht und Unrecht in der Palästinafrage nicht nur zu erkennen, sondern auch zu benennen:

"1 Jahr nach dem israelischen Überfall auf Gaza – die Verantwortung der deutschen Regierung an der fortgesetzten Aushungerung der palästinensischen Bevölkerung".

Prof. Dr. Rolf Verleger
Vorsitzender der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V.

T:I:S. 20. Februar 2010. Siehe zahlreiche Beiträge unter Partei Die Linke zum Vorgang

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09friedensjuden.htm#Aushungerung      

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Norman Finkelstein per Mail

Warum ich nicht nach Deutschland komme

I will come to Germany when we can have a normal discussion.  Now is not the right time.  I have no desire nor do I see the point in becoming part of a media spectacle.  If I come to Germany to speak before a few people in a small room it will be said that free speech was not violated in Germany.  I do not want to lend credibility to this lie.  I will come to Germany when everyone who wants to hear me speak is able to.

Ich werde nach Deutschland kommen, wenn wir eine normale Diskussion führen können. Jetzt ist dafür nicht der geeignete Zeitpunkt. Weder wünsche ich, noch sehe ich Sinn darin, Teil eines Medienspektakels zu werden. Würde ich nach Deutschland kommen und vor ein paar Leuten in einem kleinen Raum reden, dann würde es heißen, daß das Recht auf freie Rede in Deutschland nicht verletzt wurde. Ich will dieser Lüge nicht Glaubwürdigkeit verleihen. Ich werde nach Deutschland kommen, wenn jeder, der das wünscht, mich sprechen hören kann.  

Mail, 20. Februar 2010 20:46:04 MEZ, 20. Februar 2010. T:I:S, 20. Februar 2010

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09friedensjuden.htm#Deutschland  

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Reuven J. Cabelman

 

Claudia Dantschke bezichtigt Friedensjuden der Holocaust-Leugnung

 

Sent: Wednesday, February 17, 2010 9:41 PM
Subject: "Missbrauch von Religionen" (Interview Dantschke in der FR)

 

Sehr geehrte Damen und Herren der Frankfurter Rundschau,

 

leider habe ich keine andere Wahl als Sie nicht nur darum zu bitten, sondern dringlichst aufzufordern, das im Betreff benannte Interview der Frau Topcu mit Frau Dantschke aus Ihrer Online-Ausgabe zu entfernen und eine Gegendarstellung meinerseits zuzulassen.

 

Gründe: In diesem Interview werden von Frau Dantschke unwahre, diffamierende und eine religiöse Minderheit diskriminierende Aussagen getätigt, die zumindest den Tatbeständen der üblen Nachrede, der Verleumdung und des Rufmordes, wenn nicht sogar dem der Volksverhetzung nach § 130 StGB gleichkommen. Da es sich in diesem konkreten Fall um die jüdisch-religiöse Minderheit handelt, die im übrigen wie alle religiösen Minderheiten vom Grundgesetz ausdrücklich geschützt werden, wäre darüber hinaus ernsthaft zu prüfen, inwieweit Frau Dantschke sich den Vorwurf eines religions-feindlichen Antijudaismus und somit des Antisemitismus gefallen lassen muss.

 

Begründung: Frau Dantschke behauptet in diesem Interview das folgende: "Diese Gottesfürchtigen Juden (gemeint ist Neturei Karta, Anm. von mir), mit denen sich die Organisatoren gemein machen, sind wiederum Holocaustleugner, wie ihre Teilnahme an der Teheraner Holocaust-Konferenz im Dezember 2006 belegt - ein seltsames Bündnis also."

 

Zum Sachverhalt: Die Vertreter des historisch überlieferten antizionistischen, Thoratreuen und orthodoxen Judentums, die die sogenannte "Holocaust-Konferenz" in Teheran im Jahre 2006 besuchten, haben dort niemals den Holocaust geleugnet. Im Gegenteil! Ein völlig absurder und durch nichts zu rechtfertigender Vorwurf. Dies nicht nur, weil ein Großteil unserer Abgesandten zu dieser Konferenz ihre Großeltern und andere nahe Verwandte in den Konzentrationslagern verloren haben, sondern auch deshalb, weil dort in Teheran von ihnen Reden gehalten wurden, die klar und deutlich ihre Aussagen belegen, dass ein Völkermord an den Juden während des deutschen Nazi-Regimes stattgefunden hat.

 

Beweise:

 

1) Die Rede von Rabbiner Yisroel Dovid Weiss (New York). Hier ein Auszug:

 

"We are confident that at this conference it will become very clear, as we had the great pleasure and honor of speaking with President Ahmadinejad about, when he was in New York (we spoke for around an hour), it is clear that just as my grandparents were killed in Auschwitz, they where from Hungary, there were millions of Jews from Poland, from all over Europe who were killed; That they were killed and nobody is absolving the Nazis for what they did to the Jews in no way whatsoever and we’re confident that nobody here wants to absolve anybody of their guilt of those crimes."

 

Im Ganzen hier nachzulesen.

2) Die Rede von Rabbiner Yisroel Feldman (New York). Hier ein Auszug:

"No matter how we may debate some of the details of what was done to the Jews of Europe there is no doubt that they were treated brutally and that this brutality included all men, women and children. The Jews were physically attacked and murdered. Their possessions and homes were taken. They were shipped across Europe like animals jammed into cattle cars with little or no food and water. Millions died. And many of these were defenseless women and children. These are facts. The worldwide Jewish community is by and large descendents of those who survived this horrible hell.

It would probably lend much credibility to those who wish to study the destruction of European Jewry if they would clearly condemn these actions committed during the holocaust. There is no moral justification for what was done."

Im Ganzen hier nachzulesen.

 

3) Die Rede von Rabbiner Ahron Cohen (Manchester/Great Britain). Hier ein Auszug:

 

"Firstly, the facts. There is no doubt what so ever, that during World War 2 there developed a terrible and catastrophic policy and action of genocide perpetrated by Nazi Germany against the Jewish People, confirmed by innumerable eye witness survivors and fully documented again and again. I personally was spared the worst effects of the War because I was living in England which thankfully was not occupied by Nazi Germany. However, I and many many others lost countless friends and relatives who perished under the Nazi rule by intentional murder and genocide. Three million Jews in Poland, more than half a million in Hungary, many tens or hundreds of thousands in Russia, Slovakia, France, Belgium, Holland and more. The figure of six million is regularly quoted. One may wish to dispute this actual figure, but the crime was just as dreadful whether the millions (and there were millions) of victims numbered six million, five million or four million. The method of murder is also irrelevant, whether it was by gas chamber (and there were eye witnesses to this), firing squads or whatever. The evil was the same. It would be a terrible affront to the memory of those who perished to belittle the guilt of the crime in any way."

 

Im Ganzen hier nachzulesen.

 

Frau Dantschke mag vielleicht als "Expertin" in Fragen der Arabistik gelten. Doch sicherlich gilt sie nicht als Expertin in "Judenfragen", um es einmal salopp zu formulieren. Sie hat keinerlei Beziehung zum orthodoxen Judentum, kennt weder unsere Gebräuche, Gepflogenheiten und vor allem nicht unsere Traditionen und Überlieferungen. Woher sie dennoch das Recht nimmt, über eben dieses historisch überlieferte Judentum dermaßen abwertend, diffamierend, verleumderisch und diskriminierend zu urteilen, entzieht sich meiner Kenntnis und bedarf der weiteren Untersuchung und Klärung. Schließlich sollte gerade in Deutschland doch niemand mehr das Recht dazu erhalten, dass die religiöse Minderheit des rabbinischen Judentums dermaßen infamen Verleumdungen und Schmutzkampagnen ausgesetzt ist.

 

Aus diesen Gründen erwarte ich von der Frankfurter Rundschau, dass sie dieses unsägliche und im Sachverhalt unwahre Interview aus dem Netz entfernt oder zumindest eine Gegendarstellung in angemessener Form zulässt und darüber hinaus versichert, dass sie es künftig unterlassen wird, weitere nicht der Wahrheit entsprechende Artikel über das authentisch-orthodoxe Judentum zu veröffentlichen.

 

Ich erwarte Ihre dementsprechende Antwort bis kommenden Freitag, den 19. Februar. Sollte bis zu diesem Datum keine Rückantwort in diesem Sinne erfolgt sein, sehe ich mich leider dazu veranlasst, entsprechende rechtliche Maßnahmen gegen die Frankfurter Rundschau als auch gegen Frau Dantschke in Betracht ziehen zu lassen.

 

Hochachtungsvoll

 

Reuven J. Cabelman (Sprecher Neturei Karta des orthodoxen Judentums)

B-2018 Antwerpen

T:I:S. 14. Februar 2010. Mehr zu Dantschke auf Muslim-Markt

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09friedensjuden.htm#CabelmanDantschke     

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Rolf Verleger, Jüdische Stimme für gerechen Frieden in Nahost

Betrifft: Finkelstein-Veranstaltung

Brief an den Landesarbeitskreis Shalom Berlin der Linksjugend ['solid]

Sehr geehrte Damen und Herren, 

die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V. ist Mitveranstalter des Vortragsabends mit Dr. Norman Finkelstein am 26.2. in Berlin. (1)

Ich bin Vorsitzender der Jüdischen Stimme und schreibe diesen Brief an Sie, da Sie zum Protest gegen diese Veranstaltung - möglicherweise auch zu ihrer aktiven Verhinderung - aufgerufen haben.

Ich habe mir Ihren Aufruf genau durchgelesen. 

Sie bezeichnen Finkelstein als "Geschichtsrevisionisten" und "Antisemiten". Üblicherweise werden so Leute bezeichnet, die den Massenmord der Nazis an der Generation unserer Eltern und Großeltern leugnen. Mit dieser Bedeutung spielen Sie auch in Ihrem Aufruf.

Belege für diese Behauptung bleiben Sie allerdings schuldig. Denn solche Belege gibt es nicht. Sowohl ein flüchtiger als auch ein gründlicher Blick auf Finkelsteins web site www.normanfinkelstein.com belegt das Gegenteil. Finkelstein ist ein stolzer und bewusster Jude, der sich gegen die Vereinnahmung der jüdischen Tradition durch jüdischen Blut-und-Boden-Nationalismus wehrt.

Es ist erschütternd, dass Menschen wie Sie, die sich in Ihrer täglichen gesellschaftlichen und politischen Arbeit gegen Nationalismus und Menschenrechtsverletzungen stellen, in der erbitterten Auseinandersetzung zwischen Verteidigern der universellen Menschenrechte und Nationalisten in Israel einfach die Fronten wechseln.

Konsequenterweise sollten Sie Ihr Bündnis zu einer Dauereinrichtung machen und ein Komitee gegen antiisraelische Umtriebe gründen. Ehrenvorsitzender Joseph McCarthy.

Zu Ihrer Information lege ich hier im Anhang den Artikel bei, den ich im September 2009 im Neuen Deutschland zur Frage "Wann ist Kritik an Israels Politik Antisemitismus" geschrieben habe.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Rolf Verleger

P.S.: Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie dieses Schreiben an die Bündnispartner (2) weiterleiten könnten, deren e-mail-Adresse ich im Netz nicht ausfindig machen konnte.

Anmerkungen

(1) Hier die Einladung der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden und anderer Organisationen zur Finkelstein-Veranstaltung:

1 Jahr nach dem Überfall der israelischen Armee auf Gaza - die Verantwortung der deutschen Regierung an der fortgesetzten Aushungerung der palästinensischen Bevölkerung.
Vortrag und Diskussion mit Dr. Norman G. Finkelstein am Freitag, 26. Februar 2010 um 19:00 Uhr in der   Rosa-Luxemburg-Stiftung e.V. Seminarraum 1, Franz-Mehring-Platz 1,(S-Ostbahnhof oder U -Weberwiese), 10243 Berlin
Norman Finkelstein ist US-amerikanischer Politikwissenschaftler, dessen Eltern als einzige ihrer Familien den Holocaust überlebt haben. Er hat sein Leben der Wahrheitsfindung im israelisch-palästinensischen Konflikt gewidmet. Für diese radikale Wahrheitsfindung, die auf dem Internationalen Recht basiert, wurde ihm die Festanstellung an der DePaul Universität, Chicago, verweigert. Norman Finkelstein ist Autor folgender Bücher, in denen seine Argumentationslinie gut nachvollzogen werden kann:
Die Holocaust-Industrie. Wie das Leiden der Juden ausgebeutet wird (2002)

Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern. Mythos und Realität (2002)

Antisemitismus als politische Waffe: Israel, Amerika und der Missbrauch der Geschichte (2007)
Diese Veranstaltung ist nur möglich durch die Zusammenarbeit mit Palästina-Solidaritätsgruppen und Einzelpersonen in Prag (Tschechien), München (BRD) und Berlin (BRD). Veranstalter: AK Nahost Berlin,  Deutsch-Israelisch-Palästinensische Freundschaftsgesellschaft (DIPF), Deutsch Palästinensische Gesellschaft e.V. (DPG)Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V. (EJJP-deutsche Sektion)  Ökumenisches Zentrum für Umwelt-, Friedens- und Eine-Welt-ArbeitRosa Luxemburg Stiftung e.V. Die Veranstaltung wird von Publicsolidarity aufgezeichnet und im Internet veröffentlicht.

(2) Liste der Unterstützer des Aufrufs zum Protest gegen die oder zur Verhinderung der Finkelstein-Veranstaltung: Landesarbeitskreis Shalom Berlin der Linksjugend ['solid], Landesarbeitskreis Shalom Brandenburg der Linksjugend ['solid], Arbeitskreis Jüdischer Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten Berlin-Brandenburg, Autonome Neuköllner Antifa (Berlin), Bündnis madstop (Potsdam), Gruppe ISKRA (Frankfurt/Oder), Linksjugend ['solid] Treptow-Köpenick (Berlin), Jüdische Gemeinde zu Berlin, Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (Berlin), Jusos Berlin, Antifaschistisches Bündnis Süd-Ost (Berlin), Grüne Jugend Berlin

 T:I:S. 14. Februar 2010. Norman Finkelstein hat seine Reise nach Deutschland abgesagt. T:I:S, 20. Februar 2010

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09friedensjuden.htm#LAKShalomBerlin    

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Reuven Cabelman

Beschämende Entscheidung

Heinrich-Böll-Stiftung hat sich gleichgeschaltet

From: Reuven Cabelman

Sehr geehrter Damen und Herren des Bildungswerk der Böll-Stiftung,
sehr geehrter Herr Adamaschek und sehr geehrte Damen und Herren der Trinitatis-Kirche,

unsere Weisen des Talmud fragen: „Wer ist klug? Und geben die Antwort: "Der, der die Ergebnisse vorhersieht.“

Nicht, dass ich mich damit rühmen wollte, doch wunderte ich mich noch vorgestern darüber, dass Norman Finkelstein tatsächlich eine Veranstaltung in Berlin abhalten sollte. Nun, heute erfahre ich, dass das doch so "weltoffene" Bildungswerk der Böll-Stiftung diese Veranstaltung abgesagt hat und die Trinitatis-Kirche keine Räumlichkeiten zur Verfügung stellt.

Kritik am zionistischen Staat - und viel mehr ist von Finkelstein im Grunde doch nicht zu erwarten - ist in der deutschen Realität des 21. Jahrhunderts nicht erwünscht. Keiner traut sich mehr in diesem Lande. Natürlich nicht zuletzt wegen der "Staatsräson", die von Merkel bis Gysi den gleich-marschierenden deutsch-zionistischen Schulterschluss verordnet hat.

Peres, Netanyahu, Liebermann und Barak haben nicht nur die Bundesrepublik Deutschland fest im Griff, so scheint es jedenfalls. Diverse - offenbar gut bezahlte - national-zionistische und somit anti-jüdische Schreiberlinge und Wasserträger, selbsternannte Vertreter (besser: Zertreter) des Judentums und Agenten des zionistischen Staates tun am Rande der deutschen Gesellschaft das ihrige, um an den diversen Fronten des "Izrael über alles" siegreich zu sein, um ausgemachte "Feinde" zu vernichten. Dafür nehmen die auch einen weiteren Weltkrieg in Kauf. Komme, was da wolle!

In deren berechnendem Kalkül sollen die Ahnungslosen der Böll-Stiftung längst zu einem weiteren Wasserträger verkommen, der auch seinen Anteil daran haben darf, dass über die Verbrechen am palästinensischen Volk geschwiegen und unsere heilige jüdische Religion mit Füßen getreten und vernichtet wird. Nicht, dass Finkelstein ein Vertreter des religiösen Judentums wäre. Ganz im Gegenteil! Doch, wenn selbst Finkelstein ein Auftrittsverbot einer "alternativ-demokratischen" Stiftung ereilt, wie sollte es erst Vertretern des authentischen Judentums in diesem Lande ergehen, die insgesamt schon immer in strikter Opposition zum National-Zionismus standen?

Wäre es nicht angebracht, dass Sie sich diese Frage auch einmal stellen, gerade im Angesicht einer langen "aufklärerischen" sowie christlichen Tradition des Publikationsverbots von jüdischen Schriften und Talmud-Verbrennungen in deutschen Landen? Es steht in der Tat zu befürchten, dass unzählige Schriften unserer Weisen und Gelehrten - sofern sie in deutscher Sprache erhältlich wären - die sich eindeutig gegen den Zionismus wenden, in Deutschland auf einem Verbotsindex landeten.

Welch ein erschreckendes Szenario, das sich hier abzeichnet: "Dank" einer nicht nur unserer Religion gegenüber feindlich gesinnten und letztlich anti-jüdischen Mafia aus "antideutschen Broderisten" und Volksverhetzern, Parteien und Kirche übergreifenden Zionisten jedweder Couleur und Zentralrats-Nachschleppern, werden universale Menschenrechte und Demokratie auf dem Altar des zionistischen Molochs genauso geopfert wie das Judentum selbst. Wollen Sie an solch einer Spirale der Entwicklung wirklich die Mitverantwortung tragen?

Bereits im Jahre 1913 wurde von unseren Genossen und Brüdern zu Berlin folgende Zeilen geschrieben: 

Braucht man zu all diesen Dingen noch auf die Mittel hinzuweisen, mit denen der Zionismus seine Kämpfe führt? Es entspricht nur seinem Wesen, wenn er, wie jede Nummer einer zionistischen Zeitung es beweist, so sich im Streite benimmt, wie er es bei seinem großen Vorbilde, dem Antisemitismus, gelernt hat.

Nie kämpft er sachlich, sondern stets persönlich. Seine stärksten Argumente sind Beschimpfung des Gegners, Verdächtigung seiner Motive, das Aufwühlen seiner intimsten Privatverhältnisse, und wenn alles nicht zieht, muß Einschüchterung und Bedrohung die Wucht sachlicher Gründe ersetzen.

Jeder Kampf beweist aufs neue, das der Zionismus darum eine ernste Gefahr darstellt, weil er, statt nach altjüdischer Art mit der ritterlichen Waffe des Geistes zu kämpfen, sich lieber einer anderen, weit wirksameren bedient: des Terrorismus!...

Tapfer ist der Zionismus nur, wenn er den eigenen jüdischen Bruder vernichten kann. Sonst aber – im Verhältnis zur Welt – ist der Zionismus im letzten Grunde Feigheit, schimpfliche, resignierte Feigheit, ein zages und banges Zurückweichen aus dem Kampfe für die größten Menschheitsgüter, für Freiheit, Recht und Gerechtigkeit!

Auch die Verfasser dieser fast 100 Jahre alten Zeilen gehörten zu den Klugen, die auch aufgrund eigener Erfahrung voraus sehen konnten.

Denken Sie darüber nach, erweitern Sie Ihren Horizont und überdenken Sie vielleicht Ihre Entscheidung. Ich befürchte jedoch, Sie werden es nicht tun, weil Sie nach dem momentanen "Vorteil" Ausschau halten und prinzipienlos abwägen (müssen). Die "Allmacht" der sogenannten "real-politischen Verhältnisse" ist wohl stärker. Der Opportunismus, die Anpassung, die erhoffte politische Karriere lassen es einfach nicht zu, dass man gegen die Verbrechen des zionistischen Staates argumentiert und Finkelstein - von den Zionisten gemieden wie die Pest - ist da eher ein Störenfried, der nicht wirklich ins Konzept passt.

Ach, was hätte man noch alles in der dunklen Vergangenheit deutscher Geschichte anstellen können mit derlei sich gleichschaltenden Institutionen wie der Ihren, die tatsächlich sogar heute noch fast wie auf Befehl "von oben" unangenehme Wahrheiten wegen der neu verordneten "deutschen Staatsräson" mit unterdrücken helfen?

Ob das wirklich im Sinne von Heinrich Böll wäre?

Mit freundlichem Gruß!

Reuven J. Cabelman

 

T:I:S, 11. Februar 2010. Mehr zur Kampagne gegen den Berliner Finkelstein-Auftritt unter Jüdische Stimme und Israel und Palästina

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09friedensjuden.htm#beschaemend   

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Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost

Brief an die Heinrich-Böll-Stiftung zur Veranstaltung mit Norman Finkelstein

Liebe Freunde,

am 26. Februar soll in Berlin eine Veranstaltung mit Norman Finkelstein stattfinden. Die Jüdische Stimme ist Mitveranstalter.

Aufgrund einer Briefkampagne (1) von "Honestly Concerned" hat die Trinitatis-Gemeinde ihre Zusage für einen Raum zurückgezogen und sich die Heinrich-Böll-Stiftung der Grünen von der Unterstützung der Veranstaltung zurückgezogen. 

Beiliegend der Brief, mit Anlagen, den ich gestern als Vorsitzender der Jüdischen Stimme an die Kontaktperson der Heinrich-Böll-Stiftung geschrieben habe.

Alles Gute

Rolf Verleger

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Von: Juedische Stimme <Juedische-Stimme(at)onLuebeck.de>
Datum:
9. Februar 2010 20:33:35 MEZ
An: 
adamaschek(at)bildungswerk-boell.de

Betr.: Antisemitismus

Sehr geehrter Herr Adamaschek,

als Mitveranstalter des geplanten Vortragsabends von Prof. Norman Finkelstein habe ich mit Befremden von Ihrer Absage der Veranstaltung erfahren.

Daher erlaube ich mir, Ihnen anbei in Kopie den Brief zu schicken, den ich - nun offenbar vergeblich - heute per Brief-Post an die Trinitatis-Gemeinde geschickt hatte, im Bemühen, ein wenig Vernunft einkehren zu lassen. 

Nun, letztlich muss jeder selbst wissen, was er tut.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Rolf Verleger, Vorsitzender der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V.

Anlagen: 1. Brief an die Trinitatis-Gemeinde, .pdf-Datei; 2. Rolf Verleger: Die Politik Israels - Wo hört Kritik auf, wo fängt Antisemitismus an? ND, 11. September 2009, siehe AG Friedenforschung an der Uni Kassel

T:I:S, 11. Februar 2010

Die Veranstaltung mit Norman Finkelstein findet nunmehr statt am Freitag, 26. Februar 2010, 19:00 Uhr in der Rosa-Luxemburg-Stiftung e.V., Seminarraum 1, Franz-Mehring-Platz 1. Siehe auch Norman Finkelstein 

Anmerkung

(1) An der Kampagne beteiligte sich Clemens Heni mit einer Mail, .doc-Datei, unter Verweis auf eine bitterböse, aber völlig angemessene Satire von Finkelstein, die Heni offenbar zu verstehen geistig und moralisch nicht in der Lage war, siehe Israel und Palästina  

 URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09friedensjuden.htm#Boell  

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Reuven Cabelman

Ein zweiter Brief  an  Michael Leutert, MdB Die Linke

From: reuven.cabelman(at)skynet.be
To:
michael.leutert(at)bundestag.de
Cc:
sahra.wagenknecht(at)bundestag.de
Sent:
Friday, February 05, 2010 3:33 PM
Subject:
Ein zweiter Brief

Sehr geehrter Herr Bundestagsabgeordneter Leutert,

ich erlaube mir, Ihnen hiermit einen weiteren Brief zukommen zu lassen, indem ich auf Ihre neuen öffentlichen Äußerungen in der "Sache Wagenknecht" eingehen möchte. Insbesondere will ich mich mit diesem Teil Ihrer Aussagen beschäftigen. Zitat: "Worauf es mir amkam und ankommt: Die Nazi-Verbrechen, die Shoa und der Vernichtungskrieg sind das originäre Menschheitsverbrechen. Sich über andere Menschen zu erheben und ihnen millionenfach das Recht auf Leben abzusprechen, weil sie 'lebensuntwert' seien, ist einzigartig. Den jüdischen Opfern des Nationalsozialismus wird am 27. Januar in der Gedenkstunde im Bundestag gedacht. Nur um sie und die Mahnung des 'Nie wieder!' darf es aus diesem Anlass gehen. Alles andere bedeutet in dem Zusammenhang eine Relativierung der Nazi-Verbrechen. Auch wenn man dies gar nicht beabsichtigt."

Meine Erfahrung in Deutschland hat mich gelehrt, dass die verordnete Gedenkkultur hierzulande ihren eigenen Riten als auch einer ganz selbständigen Logik folgt. Daraus ist mittlerweile allerdings eine Eigendynamik entstanden, die mir als Jude Angst bereitet, weil gerade sie mich an den geistig-ideologischen Gleichschritt vergangen geglaubter Zeiten erinnert. Ich habe mich auch deshalb schon des öfteren gefragt, woraus Menschen wie Sie, verehrter Herr Bundestagsabgeordneter, die doch mit dem Judentum so gar nicht vertraut sind, das Recht ableiten, das Schicksal des jüdischen Volkes während des 2. Weltkrieges sozusagen zu Ihrer persönlich-politischen Agenda, dazu noch in Verbindung mit einem als sehr eigennützig zu beurteilenden innerparteilichen Zwist, derart zu degradieren? Eine Gedenkkultur im übrigen, die in ihrer momentanen Verfassung von der Mehrheit des deutschen Volkes doch eher argwöhnisch beobachtet oder auch deshalb abwertend beurteilt wird, weil sie immer mehr zu einer "Show" und einem "Business" entartet ist, die zudem längst ihrer eigentlichen Substanz beraubt und für politische oder gar militärische Zwecke völlig anderer Interessen vergewaltigt und missbraucht wird. Und genau damit tut dem jüdischen Volk doch niemand wirklich einen Dienst!

Wir gedenken unserer Verstorbenen und der Märtyrer unbemerkt von der Außenwelt und unter uns auf eine stille Art und Weise in unseren Familien, Synagogen und Lehrhäusern und schreien nicht auf den diversen "Holocaust-Marktplätzen" eines verordneten "Erinnerns" der "political correctness" herum. Verstehen Sie mich nicht falsch: Nicht, dass ich Ihnen oder den deutschen Volksvertretern im Bundestag insgesamt ihre Art des Gedenkens an die Schrecken des 2. Weltkrieges vorzuschreiben beabsichtige, doch muss ich mich dagegen wehren, dass das jüdische Volk (also das Volk der Heiligen Schrift) auf derlei Art vereinnahmt wird.

Da Sie mir auf mein erstes Schreiben nicht geantwortet haben, muss ich davon ausgehen, dass Sie meine jüdische Stimme als nicht wichtig genug empfinden und sich lieber mit den Führern eines dem Judentum fremden, neuzeitlichen Kultes - genannt Zionismus - verbunden fühlen, der durch alle in der langen Tradition und Überlieferungskette unserer Religion und unseres Volkes stehenden Weisen und Gelehrten seit seiner Entstehung auf das Schärfste bekämpft worden ist. Dies ist selbstverständlich Ihre ganz persönliche Wahl, die ich wiederum zu respektieren habe. Doch könnte ich Ihnen die für jedes gottesfürchtige jüdische Ohr wohlklingenden und Ehrerbietung abringenden Namen dieser Gelehrten zu Dutzenden nennen, doch leider wüssten Sie damit nichts anzufangen, weil Sie - und dies ist nicht Ihre Schuld - ein falsches Bild, eine verkehrte Erziehung darüber erhalten haben, was Judentum bedeutet und wer Judentum repräsentiert. Nicht wenige von diesen für Sie unbedeutenden Persönlichkeiten unseres Thora-Volkes (etwas anderes waren wir nie und werden wir nie sein) kamen aus den Lagern nicht zurück, mussten sich jedoch selbst dort gegen den Zionismus und seine Anhänger verteidigen. Jene, die - Gott sei es gedankt - ihren Schlächtern und Henkern dennoch auf die eine oder andere Weise entkommen konnten, führten ihren jüdischen Kampf gegen die zionistische Häresie unbeirrt auch nach dem Kriege fort.

Jenem, dem Sie am 27. Januar zusammen mit einer Partei übergreifenden Mehrheit stehende Ovationen im Deutschen Bundestag erteilt haben, ist zweifellos der höchste Repräsentant des sogenannten "Staates Israel". Doch ist er genauso unzweifelhaft weder der Repräsentant des jüdischen Volkes der Thora, noch hat er das Recht dazu im Namen der Opfer des 2. Weltkrieges zu sprechen. Der zionistische Staat ist nicht der kollektive Vertreter des Weltjudentums! Er hat vor allem aber kein Mandat dafür, im Namen des jüdischen Volkes und seiner Ermordeten vor den Deutschen eine Rede zu halten, die man nur als "kriegshetzerisch" bewerten kann. Dass dieser Mann im deutschen Parlament für die jüdischen Opfer des 2. Weltkrieges darüber hinaus das "Kaddisch" gesprochen hat, ist eine selbstherrliche Anmaßung, die ihresgleichen sucht.

Niemand sonst personifiziert die anti-jüdische Ideologie des Zionismus der letzten 70 Jahre mehr als Peres. Er nahm an allen Kriegen der Zionisten gegen die arabischen Völker teil und er ist stellvertretend für all jene zu nennen, die - und ich gebrauche Ihre Worte - "sich über andere Menschen erheben und ihnen millionenfach das Recht auf Leben absprechen". Ich füge deutlich hinzu, dass genau dies im Namen des Judentums geschieht und von daher in der Tat als "einzigartig" zu bewerten ist, weil das authentische Judentum mit derlei die Völker provozierenden und aggressiv-kriegerischen Untaten nichts zu tun hat, sie nicht unterstützt oder gutheißt, sondern sie im Ganzen ablehnt und verurteilt. Sie müssen verstehen lernen oder doch zumindest respektieren, dass authentisches Judentum auf der einen und Zionismus gleichgültig welcher Spielart auf der anderen Seite absolut nichts miteinander gemeinsam haben.

Verehrter Herr Leutert, ganz und gar abwegig und gefährlich wird es allerdings dann, wenn Sie jenen, die - aus welchen Gründen auch immer - der zionistischen Inszenierung im Deutschen Bundestag nicht durch "standing ovations" Folge leisten wollten, eine "Relativierung der Nazi-Verbrechen" zu unterstellen wagen. Solch ein Argumentationsmuster dient offensichtlich schlichtweg dazu, diese Menschen mittels eines diskreditierenden Rundumschlages der übelsten Sorte zu verunglimpfen und sie in eine Ecke manövrieren zu wollen, wo sie definitiv nicht hingehören. Im Grunde sollten Sie sich dafür schämen, dass Sie wegen eines politischen Süppchens, das Sie da kochen wollen, wiederum unseren Namen missbräuchlich verwenden.

Zum Abschluss möchte ich dennoch einen unserer großen Gelehrten zu Wort kommen lassen, der in einer englischen Übersetzung bereits vor über 60 Jahren zum zionistischen Ghetto-Aufstand von Warschau folgendes zu schreiben wusste. Ich zitiere dies deshalb, um auf Ihre Bemerkung des "Nie wieder" einzugehen. Sie sollten diese Worte studieren und mit Respekt behandeln, weil sich darin die wirklich jüdische Lebenseinstellung und Weisheit widerspiegelt, die so gänzlich nicht mit den zionistischen Mythen zusammen zu bringen sind: 

"Therefore it is clear that people believing in G-d, who live and die by His will, do not do deeds that are liable to hasten their death even by one moment. And without a doubt they do not do anything that will hasten the end of the life for tens of thousands of their brothers.

People who believe in G-d and live only by His will are the true courageous ones, who listen to His voice and do His will, even if that voice speaks harshly to them. They do not despair of their lives, even though their lives become a series of suffering and unbearable tortures, for this is what the Supreme Providence has placed upon them. Heroism in such a condition is not to die a death of fantasy heroes — something that any child can do when in despair. The real heroism in such times is precisely to live the life of heroes within a sea of suffering. In this way we fulfill the heroic fate that the Supreme Providence has placed upon us.

The highest spiritual bravery is to refuse to relinquish even one moment of life because of external pressure, and such bravery is a thing of which only G-d-fearing Jews are capable. Only Jews who know enough to value each moment of normal life, and even more, of a life covered with suffering and fated to test us, a moment of exalted, glorious life, are capable of such bravery. Such Jews were our brothers in the ghettos.

"Such Jews were our brothers in the ghettos" - und ich füge freimütig hinzu: Nur solche Juden sind auch heutzutage unsere Brüder und nicht jene, die - wie Peres - auf dem Rücken unserer eigentlichen Helden und zudem auf Kosten unserer Kinder nicht nur den Nahen und Mittleren Osten in Brand zu stecken gedenken, sondern damit auch dabei sind die gesamte Welt in den Abgrund zu zerren. Und dies alles zusammen ist nicht nur ein Verrat an der jüdischen Nation, am Volk des Buches, sondern auch an der gesamten Menschheit. 

In Respekt vor der Würde Ihres Amtes! 

gez. Reuven J. Cabelman

per Mail erhalten, T:I:S, 6. Februar 2010. Siehe auch Mobber Michael Leutert weiß nicht, wessen am 27. Januar 2010 gedacht wurde

 URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09friedensjuden.htm#Leutert 

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Ein Friedensjude zur Kritik an Sahra Wagenknecht

jW-artikel: http://www.jungewelt.de/2010/02-01/047.php

From: reuven.cabelman(at)skynet.be

Sehr geehrter Herr Bundestagsabgeordneter Leutert,

mit Befremden habe ich von Ihrer harschen Kritik an Frau Sahra Wagenknecht bezüglich deren Weigerung dem zionistischen Staatspräsidenten stehende Ovationen zu spenden, Kenntnis erhalten. Es verwundert mich sehr, dass in unserem Lande mittlerweile offenbar ein Klima entstanden ist, dass nicht nur die bedingungslose Unterstützung des zionistischen Staates und seiner Verbrechen gegen die Menschlichkeit einfordert, sondern darüber hinaus eine überwiegende Mehrheit der Bundestagsabgeordneten einem der historischen Hauptverantwortlichen für diese Verbrechen eine derartige Ehre zuteil werden lässt.

Ich kann Ihnen versichern, hätte Shimon Peres auch nur den Versuch unternommen, in einem unserer orthodoxen Viertel in Williamsburg/New York, Monsey, Montreal, London oder Jerusalem auch nur zu erscheinen, hätte man ihn nicht nur zu Hunderttausenden mit Pfiffen empfangen, sondern ihn auch an seine historische Verantwortung bezüglich der europäischen Judenvernichtung erinnert. Die Tragik besteht darin, dass - aus welchen fadenscheinigen politischen oder militär-strategischen Gründen auch immer - das jüdische Volk der Thora und seine Ermordeten mittlerweile nahezu für jede Schandtat missbraucht werden. 

Peres hatte und hat keinerlei Recht im Namen dieses Volkes zu sprechen. Er vertritt weder das Weltjudentum noch die geschundenen Seelen unseres Volkes. Er ist ausschließlich der Vertreter eines Staates, den das authentische und orthodoxe Judentum immer abgelehnt und bekämpft hat. Ihm stehende Ovationen zu erteilen kommt einem Affront gegen alle Grundsätze und Werte der jüdischen Religion gleich und ist in diesem Sinne auch ein anmaßender und geschmackloser Frontalangriff auf das Judentum schlechthin.

Hochachtungsvoll

gez. Reuven Jisroel Cabelman

per Mail erhalten,  T:I:S, 2. Februar 2010. Siehe auch 618 Memmen und drei Friedensfrauen im Bundestag. Siehe auch Für wen spricht Shimon Peres? Fragen an Reuven Cabelman. Berliner Umschau 

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09friedensjuden.htm#Wagenknecht 

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Stephen Lendman

Jews Against Zionism

Der Autor skizziert verschiedene Gruppen von Friedensjuden in Israel und der Welt, die den  Zionismus, also die Kriegsjuden verurteilen.  

A Final Comment

At its core, Zionism is fundamentally racist, extremist, undemocratic, and militant:

in espousing Jewish supremacy, exceptionalism, and uniqueness as God’s “chosen people;”
in relying on occupation, oppression, violence and dispossession;
in justifying a Jewish ethnocracy based on structural inequalities;
in ruling by force, not coexistence;
in choosing confrontation over diplomacy and the rule of law; and
by denying Arabs and all others the same rights as Jews.

No ideology that destructive can endure. No regional peace and reconciliation is possible until it’s repudiated.

Dissident Voice, T:I:S, 9. Dezember 2009

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09friedensjuden.htm#Lendman

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Oh Schreck, so viele jüdische Selbsthasser?

Britische Juden treten für den Goldstone-Bericht über das israelische Massaker in Gaza ein. Anzeige in der London Times vom 1. Dezember 2009 mit 565 Unterschriften, .pdf-Datei. 

Inzwischen 637 Unterschriften 

T:I:S, 4. Dezember 2009. Dank an Abe

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09friedensjuden.htm#Selbsthasser  

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Neturei Karta

Deutsche Schiiten haben anläßlich des internationalen Al-Quds-Tages 2009 einen gesellschaftspolitischen Beitrag gegen den fortgesetzten zionistischen Völkermord in Palästina geleistet. Sie haben in Berlin ein Gespräch mit Rabbinern von Neturei Karta (aramäisch נטורי קרתא, dt. „Wächter der Stadt“ [sc. Jerusalem]) über Zionismus und Judentum geführt und aufgezeichnet. 

Teilnehmer war unter anderm Rabbi Ahron Leib Cohen, Sprecher von Neturei Karta des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland, Jews United Against Zionism. Cohen hat zuvor, am 29. April 2009, an der Londoner Universität gesprochen, Video, acht Minuten.

Das Berliner Gespräch am 12. September 2009 deutsch und englisch geführt. Video in neun Teilen, je fünf bis neun Minuten.

Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 6, Teil 7, Teil 8

Bemerkenswert sind Teil 4  und Teil 9, besonders sehenswert Teil 5, in dem sich ein deutscher Neturei-Karta-Rabbiner zur innerdeutschen Debatte über Krieg und Frieden äußert. 

T:I:S, 24. September 2009. Dank an Wolf Gauer. Homepage von Neturei Karta International. Siehe auch Reuven Cabelman, Antwerpen: Die zionistische Ideologie hat unzählige Opfer gefordert. Vermutlich 2008

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09friedensjuden.htm#Neturei 

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