Knappheit

www.SteinbergRecherche.com

Home
Nach oben
Friedensjuden
Mounir al-Motassadeq
Organhandel
Die Diktatur der Bourgeoisie
Deutsche Staatsräson
Veolia / Connex
Südafrika
Turin
Knappheit
Kriegsjuden
Öffentliche Rundfunkanstalten
Selbstgerechtigkeit
Wehrwirtschaft
Herrschaftselite
Schura Hamburg
Zentralrat der Juden in Deutschland
Hasbara - Zionistische Propaganda
Vernichtungskrieg

Steinberg Recherche Referent Texte 2009 Texte 2008 Texte 2007 Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Suchen Home Newsletter? 

 

Thomas Immanuel Steinberg 

Göttliche Bikinis

Denn wir sind nun einmal aus dem Paradies vertrieben und müssen mit knappen Ressourcen wirtschaftlich umgehen. Das »Diktat der Knappheit« ist naturgegeben (um nicht zu sagen: gottgewollt) und ist durch keine einzige Wirtschaftsform zu überwinden. Nicht durch Kapitalismus, nicht durch die »soziale Marktwirtschaft«, aber auch nicht durch sozialistisches Wirtschaften.
Gert G. Wagner: Die Kirche im Dorf lassen. Um nicht zu sagen, Knappheit sei gottgewollt: Verfasser einer evangelischen Denkschrift wollen Wohlstand für alle. Eine Replik. junge Welt, 16. Januar 2009 / Feuilleton / Seite 12

 

Von knappen Kassen ist oft die Rede, als gäb’s zu wenig Kassen. Auch quillt das Geld ja gerade nicht aus den Kassen wie die Kurven aus dem Bikini. Das schiefe Bild soll vielmehr vermitteln, dem Staat etwa fehle es an Geld. Der Staat freilich macht das Geld, und er kann davon soviel machen, wie gebraucht wird; praktisch sogar unbegrenzt viel. Nein, nein, heißt es dann, das Geld stehe für Ressourcen, und die seien bekanntlich knapp. Denn ihnen stünden unbegrenzte Bedürfnisse gegenüber, wie die Volkswirte uns lehren.

Da blicke ich diplomierter Volkswirt nun auf mein inzwischen dreiundsechzigjähriges Leben und stelle fest: Weder hatte ich unbegrenzte Bedürfnisse – ich wollte nie einen Ferrari oder einen Rennstall in Texas kaufen – noch hat mir's je an dem gefehlt, dessen ich bedurfte: weder an einer Fleischmann-Eisenbahn zuerst, noch später an den Mitteln für eine Fahrt mit der Tendabahn durch die Kreiskehrtunnel zwischen Breil-la-Roya und Cuneo.

Was also hat es mit dem ersten Lehrsatz aller bürgerlichen Nationalökonomie auf sich?

Kurze Antwort: Er ist Humbug. Die lange Antwort steht bei Peter Bendixen: Fundamente der Ökonomie. Ökologie und Kultur, Wiebaden, Gabler 1991. 

Bendixens Argument lautet: Knappheit, ebenso wie Bedürfnisse, existieren, aber nicht von selbst:

In Wahrheit ist Knappheit natürlich gar keine Eigenschaft, sondern ein Verhältnis.

Knapp ist etwas nur im Verhältnis zu einem Bedürfnis. Umgekehrt ist ein Bedürfnis überhaupt nur wahrnehmbar, wenn seine Befriedigung aussteht. Knappheit und Bedürfnis konstituieren sich also erst im Verhältnis. Generell existiert jedes Verhältnis ausschließlich im Auge des Betrachters, hier desjenigen, der Mittel zu Zielen aktiv ins Verhältnis setzt. Überindividuell stellen sich Knappheit und Bedürfnisse gesellschaftlich-kulturell her. Beide sind keinesfalls naturgegeben. Schon gar nicht gottgegeben.

Obwohl Kurven in einem knappen Bikini etwas Göttliches haben je nach Auge des Betrachters. 

T:I:S, 19. Januar 2009. Dank an Matthias Gockel. Zum Fehlschluß von einer angeblich natürlichen Knappheit an Öl auf Ressourcenkriege siehe Deutsche Krieger  und Pipelines und Teddybären.

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09knappheit.htm#Bikinis 

nach oben

*

Steinberg Recherche Referent Texte 2009 Texte 2008 Texte 2007 Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Suchen Home nach oben

Mail

URL dieser Seite: http://www.steinbergrecherche.com/09knappheit.htm 

Disclaimer / Copyright