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Thomas Immanuel SteinbergAllmendeCommons Not CapitalismIn Philadelphia, an der Ostküste der USA, haben Occupier auf den Begriff der Commons, der Allmende, zurückgegriffen: allgemeine Nutzung des vorgefundenen und des beackerten Raumes. Referenzpunkt für die Phillies ist, wie seit Urzeiten in den USA, die Library: die Bücherhalle, wie sie in Hamburg heißt. Was sollen die Buchrücken im Billy-Regal, wenn jederzeit alles Lesenswerte für jeden bereit steht, zumal im Digitalzeitalter, oder doch bereit stehen könnte, siehe
Verwiesen sei vorsorglich auf den antiken Miesmacher des Commons-Konzepts, Aristoteles, und auf seine Nachschwätzer im Gully, die Volkswirte (1), deren erstem Lehrsatz spätestens Peter Bendixen den Todesstoß versetzt hat. Die Occupier unterscheiden zwischen "private" und "public" einerseits, dem, was sich erwartungsgemäß zur öffentlich-privaten Kumpanei zusammengefunden hat; und den Commons andererseits, der Allmende. Wohl an! Ein CDU-Mitglied, höherer Beamter der Freien und Hansestadt, hat vor einiger Zeit trickreich durchgesetzt, daß auf dem Domplatz im Herzen Hamburgs kein Shopping Mall mit Teaser-Bücherhalle entsteht, sondern eine Wiese mit Sitzflächen, zum Beispiel für Mittagspäusler.
Der Domplatz am Sonntag, ohne Mittagspäusler. Die Sitzflächen sind bei Dunkelheit von innen beleuchtet. Am Rande Zelte von Hamburger Occupiern, die schon verstanden haben. Die Zentrale der Hamburger Bücherhallen durfte aufgrund der weisen Entscheidung im gut geeigneten ehemaligen Paketpostamt mit der schrulligen Anschrift "Hühnerposten" zwischen den Gleisen 8 und 11 am Hauptbahnhof verbleiben und nun einen dritten Stock mit 150 Leseplätzen und allerhand digitalen Schikanen eröffnen, .pdf-Datei.
Drei Etagen Bücher und andere Medien im ehemaligen Hamburger Paketpostamt
Eingang zur Zentrale der Hamburger Bücherhallen am Hühnerposten mit der Skulpturen von Stephan Balkenhol Bleibt nur, den Domplatz auch morgens, abends und sonntags als Allmende zu nutzen, und dann den sogenannten öffentlichen Rest zu verallgemeinern. T:I:S, 12. November 2011. Der Dank geht an einen wachen Thüringer Theologen mit Verbindungen nach Philadelphia, the city of brotherly love. Zur Occupy-Bewegung siehe auch USA und Hamburg. Anmerkung Aristoteles wurde mit der Aussage zitiert, daß „dem Gut, das der größten Zahl gemeinsam ist, die geringste Fürsorge zuteil wird“, um den althergebrachten bäuerlichen Gemeinbesitz abzuschaffen. URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09knappheit.htm#Allmende *Thomas Immanuel SteinbergGöttliche Bikinis
Von knappen Kassen ist oft die Rede, als gäb’s zu wenig Kassen. Auch quillt das Geld ja gerade nicht aus den Kassen wie die Kurven aus dem Bikini. Das schiefe Bild soll vielmehr vermitteln, dem Staat etwa fehle es an Geld. Der Staat freilich macht das Geld, und er kann davon soviel machen, wie gebraucht wird; praktisch sogar unbegrenzt viel. Nein, nein, heißt es dann, das Geld stehe für Ressourcen, und die seien bekanntlich knapp. Denn ihnen stünden unbegrenzte Bedürfnisse gegenüber, wie die Volkswirte uns lehren. Da blicke ich diplomierter Volkswirt nun auf mein inzwischen dreiundsechzigjähriges Leben und stelle fest: Weder hatte ich unbegrenzte Bedürfnisse – ich wollte nie einen Ferrari oder einen Rennstall in Texas kaufen – noch hat mir's je an dem gefehlt, dessen ich bedurfte: weder an einer Fleischmann-Eisenbahn zuerst, noch später an den Mitteln für eine Fahrt mit der Tendabahn durch die Kreiskehrtunnel zwischen Breil-sur-Roya und Cuneo. Was also hat es mit dem ersten Lehrsatz aller bürgerlichen Nationalökonomie auf sich? Kurze Antwort: Er ist Humbug. Die lange Antwort steht bei Peter Bendixen: Fundamente der Ökonomie. Ökologie und Kultur, Wiebaden, Gabler 1991. Bendixens Argument lautet: Knappheit, ebenso wie Bedürfnisse, existieren, aber nicht von selbst:
Knapp ist etwas nur im Verhältnis zu einem Bedürfnis. Umgekehrt ist ein Bedürfnis überhaupt nur wahrnehmbar, wenn seine Befriedigung aussteht. Knappheit und Bedürfnis konstituieren sich also erst im Verhältnis. Generell existiert jedes Verhältnis ausschließlich im Auge des Betrachters, hier desjenigen, der Mittel zu Zielen aktiv ins Verhältnis setzt. Überindividuell stellen sich Knappheit und Bedürfnisse gesellschaftlich-kulturell her. Beide sind keinesfalls naturgegeben. Schon gar nicht gottgegeben. Obwohl Kurven in einem knappen Bikini etwas Göttliches haben – je nach Auge des Betrachters. T:I:S, 19. Januar 2009. Dank an Matthias Gockel. Zum Fehlschluß von einer angeblich natürlichen Knappheit an Öl auf Ressourcenkriege siehe Deutsche Krieger und Pipelines und Teddybären. URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09knappheit.htm#Bikinis *
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