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Zu den Friedensjuden siehe Wehe dir, Israel !, Kritik an Israel, Norman Finkelstein, Rolf Verleger, UJFP, Livia Rokach, Judith Butler, Une autre voix juive, Michel Warschawski, Daniel Barenboim, Norman Finkelstein, Rudolf Bkouche, Shraga Elam 1987, Hanna Braun, Morin, Nair, SallenaveNaomi Klein, Nahost, Route 181, Schnipsel, Friedensjuden, Israel und dortige weitere Links.

Thomas Immanuel Steinberg

Lanzmanns Israel, 35 Linke und der anti-linke Mainstream

„Warum Israel“ in der Hamburger B5, Internationales Zentrum

Am 9. Dezember 2009 zeigte die Sozialistische Linke Hamburg im B5 in der Brigittenstraße Claude Lanzmanns Dokumentarfilm „Warum Israel“ von 1972, vier Tage vor der erneut angesetzen Vorführung durch die Gruppe Kritikmaximierung im angrenzenden kleinen B-Movie. 

Etwa 35 Zuschauer hörten sich drei Stunden lang an, wie jüdische Israelis ihr Land und ihre Jüdischkeit fünf Jahre nach dem Sechstagekrieg verstanden haben. Lanzmanns Film-Crew hatte die Gedenkstätte Yad Vashem besucht, jüdische Rekruten bei der Vereidigung und jüdische Hafenarbeiter aus Nordafrika bei der Arbeit gefilmt, einen jüdischen Israeli deutsche Arbeiterlieder singen lassen, israelische deutschsprachige Mittelschichtler befragt, ebenso jüdische Siedler in Hebron, Kibbutzniks, Polizistinnen, eine Grenzpatrouille und Juden im Gefängnis. Ein arabisch gekleideter, Arabisch sprechender Mann kam gegen Ende zu Wort, doch was er sagte, wurde nicht übersetzt.

Identität

Ein großer Teil des Films kreist um den Fragenberg, was denn jüdisch sei, wie der jeweils Befragte seine Jüdischkeit verstehe, warum er Israeli geworden sei – um die Identität als Jude also und die Identifikation mit Israel. Der Identitätsberg kreißte und gebar, wie auch sonstwo, eine Maus: Ich bin hier, weil ich Jude bin; ich bin glücklich, in Israel zu sein; ich bin Jüdin, das sagt alles; schon die Bibel; jeder Jude ist ein guter Jude; ich bin stolz – so lauteten die dürren Aussagen. Eine Antwort hob sich ab: Jude ist, wer von seiner Umwelt als Jude verfolgt wird. Also: wer, weil Jude, Opfer ist im Sinne von victim / victime.

Opferstaats-Identität

1972 aber waren die israelischen Juden durch den Staatsverband geschütze, überdies privilegierte Staatsbürger geworden. Ihre je individuelle Identität als Opfer trat hinter dem nun gelebten Alltag zurück. Damals schon, so der Film, scheint sich die Suche nach Identität vom individuellen Schicksal auf den Staat der Juden verschoben zu haben: der imperialistische Feldzug an englischer und französischer Seite gegen Ägypten 1956, der sechstägige Präventivkrieg 1967 mit der Besetzung des Sinai, des Gazastreifens, der Westbank und der Golanhöhen, die Sicherung der neuen Grenzen und die Rüstung für den nächsten Krieg (1973) – all das geriet zu Maßnahmen gegen die Peiniger, nicht mehr der einzelnen Juden, sondern nun des Judenstaates, dem übergeordneten Opfer.

Amalgam aus Juden und Israelis

Lanzmanns Film, je nach Geschmack meandernd oder verwirrend aufgebaut, zielt auf Identifikation mit Israel als Opfer seiner Umwelt, und mehr noch auf Identifikation der Juden in der Welt mit Israel als Opfer der Nachbarn und der ausgegrenzten Palästinenser. Nicht einmal ansatzweise wird unterschieden zwischen Juden und jüdischen Israelis; die Benachteiligung israelischer Palästinenser, Drusen und kleinerer Minderheiten hat keine Bedeutung, die ethnische Säuberung 1948 nicht und nicht der Landraub ab 1967. Kein Opponent kommt im Film zu Wort, obwohl die 1962 zusammengekommenen, nach 1967 aufstrebenden Linken um die Zeitschrift Matzpen 1972 in Israel durchaus als grundsätzliche Opposition galten und ähnlich diskriminiert wurden wie die Kommunisten zu gleicher Zeit in der Bundesrepublik.

Ein Propagandafilm

Lanzmann hat einen Propagandafilm gedreht. So sahen es auch die Zuschauer im Hamburger Internationalen Zentrum B5: Fortwährend sei vom Volk die Rede, vom Raum, dem Boden, der Erde, den Wurzeln; immer wieder Soldaten im Bild; vor den Toren die Angreifer, die den Juden an die Wäsche wollen; alle, alle Juden stehen zum Land und seinem Staat, auch die, die man mit falschen Versprechungen nach Israel gelockt und hereingelegt hat.

Gegen linke Grundsätze gehandelt

Ein Zuschauer gab sich naiv und fragte nach dem Grund für diese prozionistische Propagandavorstellung in antizionistischer Umgebung. Die Frage löste bei Veranstaltern und Sympathisanten des Zentrums die Zunge. Nahezu Einverständnis entwickelte sich darüber, daß die Verhinderung der Filmvorführung im B-Movie am 25. Oktober 2009 ein Fehler gewesen sei; und nicht nur das: die Verhinderung habe linken Grundsätzen widersprochen. Ein Teilnehmer erinnerte jedoch an die Vorgeschichte: Das B5 war bereits einmal von Anti-Linken besudelt worden, das Team brauchte Stunden für die Aufräum- und Putzarbeiten. Ein anderer Teilnehmer berichtete, die B-Movie-Betreiber hätten signalisiert, sie wollten mit der geplanten und dann blockierten Vorführung ihr Haus auf Dauer für die anti-linken antideutschen Gruppen öffnen.

Ein richtiger Schritt

Die nunmehrige Vorführung wurde einmütig als richtiger Schritt bewertet. Das B5 bekämpfe den Antisemitismus ebenso wie die Islamophobie und andere Formen von Rassismus. Nicht nur seien am 25. Oktober bei der Inszenierung eines israelischen Checkpoints vor dem Kinoeingang keine judäophoben Invektiven gefallen; auch habe sich niemand einen Davidstern auf Klopapier angeheftet, wie Antideutsche verbreiten.

Verkleidete Rechte

Die sogenannten Antideutschen, darunter die Veranstalter vom 25. Oktober namens Kritikmaximierung, seien Teil des anti-linken Mainstreams, der bis zu CDU reiche. Ihre Stoßrichtung sei pro-imperialistisch und stehe im Einklang mit der Staats- und Regierungspolitik Israels, der USA und Deutschlands. Mit ihrem Philosemitismus, genauer, ihrer Zuneigung zu bellizistischen Israelis und Juden seien die Antideutschen verkappte Antisemiten und Parteigänger des rechten Mainstreams. Der Philosemitismus bei Antideutschen und im übrigen Mainstream könne leicht in offenen Antisemitismus umschlagen, so eine Teilnehmerin. Diese Gefahr sei ablesbar an der von Antideutschen geförderten strukturell verwandten Islamophobie.

Die Hamburger Linke ist klein. Die Veranstalter, das B5-Team und sein Umfeld gehören dazu. Es gilt, das Internationale Zentrum B5 vor Diffamierung und Angriffen zu schützen. 

T:I:S, 10. Dezember 2009. Siehe auch Mehrwertlehre einschließlich Anmerkung und Die Anti-Linken

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09kriegsjuden.htm#WarumIsrael 

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Thomas Immanuel Steinberg

Mehrwertlehre

Zum taz-Interview mit Claude Lanzmann vom 19. Juni 2009 (1)

Propagiert der Iran, Israel zu vernichten? Nein, die Behauptung stützt sich auf die Fälschung einer Ahmadinedschad-Rede. Hat die Hamas vor dem israelischen Massaker in Gaza Israel mit Raketen beschossen? Nein, so der israelische Regierungssprecher Marc Regev: Während der Waffenruhe von Juni bis November 2008 hat die Hamas keine einzige Rakete und keine einzige Mörsergranate auf Israel abgeschossen, siehe Vernichtungskrieg. Regevs Erklärung ist bis heute als Video im Internet zugänglich.  

Dennoch verbreitet die israelische Regierung beide Lügen, und ihr Anhänger Claude Lanzmann wiederholt sie in einem taz-Interview vom 19. Juni 2009. Lanzmann bettet sie ein in seine Rechtfertigung für den permanenten Kriegsalarm und die Vernichtungsfeldzüge des israelischen Staates in Kolonien und Nachbarländer. Aus der Vernichtung der europäischen Juden von 1933 bis 1945 leitet er ab: Juden sind mehr wert als andere Menschen.

Die Zahl der jüdischen Todesopfer in Kriegen und bei Anschlägen muss [..] um jeden Preis – und das meine ich wortwörtlich, egal wie hoch dieser sein mag – so niedrig wie möglich gehalten werden. [...] Die Logik des Krieges lautet: töten, um nicht getötet zu werden.

Die taz fragt daraufhin: Und die Logik des Friedens? Lanzmanns Antwort:

Alle reden immer nur vom Frieden! Gebracht hat das alles bis heute nichts.

Claude Lanzmanns Film „Warum Israel“ konnte am 25. Oktober 2009 im Hamburger Kino B-Movie nicht gezeigt werden. Linke hatten den Eingang blockiert, siehe Die Anti-Linken

Die Hamburger anti-linke Gruppe Kritikmaximierung und das B-Movie bieten den Film des Mannes, der sich und seinesgleichen für mehr wert hält als andere Menschen, nun am 13. Dezember 2009 erneut an. Um 13.30 Uhr werden sie mit Gleichgesinnten von der Roten Flora durchs Schanzenviertel zum Kino ziehen. Sie wollen am Mehrwert ein wenig teilhaben.

T:I:S, 21. November 2009 (2)

Anmerkung

(1) Hauptgegenstand des Interviews ist der fünfstündige Film "Tsahal" von Claude Lanzmann von 1994 über die israelischen Verteidigungsstreitkräfte. In Le Monde diplomatique vom August 2006, Seiten 40 bis 43, hat Amnon Kapeliouk ihn unter dem Titel « Tsahal », défense et illustration de l’armée israélienne, rezensiert. Der Rezension zufolge handelt es sich um einen rassistischen, militaristischen und überdies außerordentlich schlecht gemachten Propagandaschinken. Eine Kurzrezension von Amnon Kapeliouk in englischer Sprache findet sich in Palestine-Israel, Journal of Politics, Economics and Culture, Vol.2 No.1 1995 / Oslo

Über "Tsahal" und über "Pourquoi Israël" schreibt Alain Gresh von Le Monde diplomatique: Gefragt, warum er in "Pourquoi Israël" die Araber nicht erwähne, habe Lanzmann geantwortet, es sei ihre Sache, das zu tun.  "Lanzmann a commis un film pitoyable et apologétique sur l’armée israélienne. C’est son droit, nous sommes dans un pays libre. Il en a réalisé un autre, marquant, sur le génocide des juifs. I1 en a tourné un troisième intitulé Pourquoi Israël ? À aucun moment il n’y évoque les Arabes. Interrogé sur le pourquoi de cette absence, il répond, dans une tribune du Monde (7 février 2001) : « C’est à eux de le faire. » Arrête-toi une minute sur l’aberration de ce propos. Les Noirs devraient écrire sur les Noirs, les Arabes sur les Arabes, les juifs sur les juifs... Logique ethnique, tribale, logique de guerre, éloignée de tout idéal humaniste."

(2) Claude Lanzmann ganz im Ernst über Israel. "Ich bin Jude, ich kann nicht für die Araber und nicht für die Palästinenser sprechen. Ich spreche in meinem Film über das Erstaunen, das eintritt, wenn man realisiert, dass jeder in diesem Land jüdisch ist." Der Freitag wiederum behauptet ganz im Ernst: Wurden die Besucher vorm B-Movie nicht auch als „Schwuchteln“ beschimpft? "So wird es übereinstimmend berichtet. Das Wort 'Nazischweine' fiel wohl ebenfalls." Der Freitag sollte sich in Schwarzer Freitag umbenennen. T:I:S, 10. Dezmeber 2009  

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09kriegsjuden.htm#Lanzmann 

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Integraler Bestandteil der Bourgeoisie

Insgesamt sind bis heute bei Auslandseinsätzen 82 Bundeswehrangehörige gestorben, allein 35 von ihnen in Afghanistan. Am heutigen Tage gedenken wir auch ihrer in Dankbarkeit und Respekt.

Stephan J. Kramer, Generalsekretär der Kriegsjuden in Deutschland zum Volkstrauertag am 15. November 2009 in der Hauptkirche St. Michaelis zu Hamburg

T:I:S, 15. November 2009

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09kriegsjuden.htm#Bundeswehr

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Zionisten erobern die Herzen der Honduraner

Nach einem Bericht der honduranischen Tageszeitung La Tribuna, die dem Putschistenregime politisch nahe steht, handelt es sich bei der in den vergangenen Tagen eingesetzte LRAD-Kanone um ein "Geschenk der israelischen Armee". 

Das Blatt berichtet begeistert über den Effekt bei dem Einsatz vor der brasilianischen Botschaft: 

"Die Demonstranten schleuderten Steine und Stöcke, als ein weißes Fahrzeug in Begleitung von zwei Polizisten und der gleichen Zahl Soldaten vorfuhr. Die Autos waren mit unbekannten Geräten bestückt, die an moderne Lautsprecher erinnerten. Wenige Sekunden später erschallte ein Ton, der die Luft durchschnitt. Die aufständische Menge geriet in Panik, die Menschen hielten sich die Ohren zu und krümmten sich vor Schmerzen." 

Telepolis / heise, T:I:S, 25. September 2009

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09kriegsjuden.htm#Honduraner      

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Thomas Immanuel Steinberg

Die Angst vor der Keule

SteinbergRecherche verwendet seit einiger Zeit den Begriff „Kriegsjuden“, zum Beispiel für den Zentralrat der Juden in Deutschland.  

Ein Leser von SteinbergRecherche nahm Anstoß an dem Begriff "Kriegsjuden". Auf den Gegenbegriff „Friedensjuden“ verwiesen, also auf das Kürzel 

für die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost

für die jüdischen Erstunterzeichnerinnen von Rolf Verlegers Online-Petition "Schalom 5767"

 für Evelyn Hecht-Galinski

für Shraga Elam

und darüber hinaus für alle Jüdinnen und Juden, die sich den jüdisch-israelischen Kriegern und ihren zionistischen Claqueuren entgegenstellen

   auf diesen Gegenbegriff verwiesen, verharrte der Leser dennoch in Unbehagen. 

Nun gibt es friedensliebende Muslime und kriegerische; friedliche Albanerinnen und albanische Gangsterbräute; Friedens-Christen und zionistische Evangelikale. Niemand nähme Anstoß an den entsprechenden Kürzeln. Warum aber an den „Kriegsjuden“?

Der besagte Leser lieferte einen Link zur Antwort. Vor ein paar Tagen hielt er einen beachtlichen Vortrag über weltweite Klassenkämpfe. Doch die Erörterung der umfangreichen jüdisch-israelischen Lieferung von Waffen zur Aufstandsverhinderung und -bekämpfung in alle Welt wehrte er ab mit dem Verdikt: Das möchte ich hier nicht erörtern. Nein wirklich nicht, das möchte ich nicht. 

Nicht nur der eine Leser, nicht nur Deutsche oder Angehörige einst überaus hilfswilliger Völker Europas bei der NS-Vernichtung der europäischen Juden scheuen davor zurück, diejenigen Juden Kriegsjuden zu nennen, die Krieg führen oder Krieg wünschen. Juden werden westweltweit sonderbehandelt, doch unter ihnen nur die Kriegsjuden.

Der Grund ist die Keule. Wer Kriegsjuden bekämpft, wird von Kriegsjuden zum Judenhasser gestempelt. Wer dagegen Friedensjuden bekämpft – und derer, wie ihrer Feinde – sind viele, wurde noch nie irgendwo des Judenhasses bezichtigt. Den wahrlich judäophoben Multimillionär Silvio Berlusconi zum Beispiel ehrte die US-amerikanische Anti-Defamation League, angeblich Kämpferin gegen Judenhaß, 2003 als Staatsmann des Jahres: Berlusconi habe sich für Israel und den US-Überfall auf den Irak stark gemacht. Für seine judäophoben Entgleisungen habe er sich inzwischen ordentlich entschuldigt. 

Die da die Judenhaßkeule schwingen, sind die gleichen, die Krieg führen oder bejubeln. Sie bezeichnen als judäophob, wer nicht Juden, sondern Kriegsjuden fürchtet. Der Kriegsjude Arno Hamburger, der kürzlich seine Bundeskreuze zurückgab, weil auch die Friedensjüdin Felicia Langer eins bekommen hatte, ermunterte 2004 in der Bildzeitung alle Deutschen zur Unterstützung des US-Überfalls auf den Irak und zu weiteren Angriffskriegen. Der Wiener Kriegsjude Ariel Muzicant fantasiert eine iranische Atombombe herbei und fuchtelt mit der israelischen. Stellt sich ihnen jemand entgegen, kriegt er eins mit der Judenhaßkeule übergebraten. Und Friedensjuden werden als Selbsthasser markiert. Kriegsjuden und ihre nicht-jüdischen Mitstreiter bedenken längst auch die mit Keulenschlägen, die die Kriege der US-Regierung, der Schutzmacht Tel Avivs, verurteilen. David Frum, ein Bushist, verkündete neulich im US-Fernsehen, das Abstreiten der Bush-Version über den 11. September 2001 käme der Holocaust-Leugnung gleich, siehe Video, CNN, sechs Minuten.

Mit ihrer Keule verbreiten die Kriegsjuden Angst. Opportunisten aller Lager beugen das Knie vor dem zionistischen Massaker-Regime in Tel Aviv; konfliktscheue Blogger schleichen um die Rüstungsgewinner und Serienmörder in Tel Aviv herum wie die Katze um den heißen Brei; und viele gutwillige Friedensfreunde stammeln, ob judäophob oder judäophil gestimmt, jedoch die Juden als Juden abermals markierend: Das mit den Juden, das sei etwas anderes.

Woraus besteht die Keule, die gegen den Frieden in der Welt geschwungen wird? Die Keule ist aus Altpapier-Brei gefertigt, und zwar aus dem geradezu klassisch judäophoben Stereotyp, alle Juden seien dies oder das, aber auf jeden Fall anders als andere Menschen. Jahrtausende alter Präventivkriegs-Kleister wurde hinzugerührt. Der Brei hat abgebunden, die Hasbara, die zionistische Propaganda bildet nun eine erstarrte Masse, die Keule eben. Die Keule kriegen unterschiedslos sogenannte Islamisten zu spüren, Muslime, Hugo Chávez, Desmond Tutu, Felicia Langer, Fidel Castro, Judith Butler, Norman Finkelstein und Abertausende andere.

Die Keule tut denen weh, die etwas zu verlieren haben, die um ihr Ansehen bei der Herrschaftselite und ihren Presse-Lakaien fürchten müssen, die Schreib- oder Forschungsaufträge aufs Spiel setzen würden, vielleicht ihren Posten oder bloß ihre Ruhe los wären. So schwingen im deutschsprachigen Raum Broders Achse des Guten, Politically Incorrect und Honestly Concerned in letzter Zeit vornehmlich gegen Personen und Einrichtungen die Keule, die von Regierung, Kapital und veröffentlichter Meinung abhängen: gegen den Tübinger Bürgermeister Boris Palmer, gegen den Angestellten der Bundeszentrale für politische Bildung, Ludwig Watzal, gegen den Leiter des Instituts für Antisemitismusforschung an der TU Berlin, Wolfgang Benz, gegen die Friedenskämpfer in der Partei Die Linke, und so fort. 

Andere, halbwegs unabhängige Einrichtungen wie die junge Welt, das Neue Deutschland oder die Interentseite Hintergrund dienen den Kriegsjuden und ihren nicht-jüdischen Kameraden nur als Referenzpunkte. Weder ein Knut Mellenthin, noch eine Susann Witt-Stahl oder eine Regine Naeckel haben sich existenziell vom Ruf bei den Herrschenden abhängig gemacht.  Auch SteinbergRecherche wird seit langem von den Keulenschwingern ignoriert. Keiner der in letzter Zeit Verschonten hatte sich nach all den Test-Angriffen vom Friedensfleck gerührt. 

Fazit: Die Judenhaßkeule, selbst aus Judäophobie und Kriegslüsternheit zusammengerührt, versagt bei halbweg Unabhängigen. Dort erweist sie sich als Pappmaché. (1)

Eine stahlharte Keule von ganz anderem Gewicht freilich bedroht uns alle, nämlich die jüdisch-israelische Rüstung, vor allem aber die jüdisch-israelische sogenannte Sicherheitsindustrie. Naomi Klein, Friedensjüdin, hat die Produkte der Firma Elbit Systems und der übrigen israelischen Sperranlagen- und Aufstandsbekämpfungsindustrie beschrieben, die in Israel entwickelt, im Libanon, in Gaza und im Westjordanland auf ihre Wirkung an Menschen getestet und anschließend den Herrschenden der Welt verkauft werden. Auch das deutsche Kapital, auch die deutsche Regierung ist beteiligt, als Lieferant und Abnehmer. Die norwegische Regierung dagegen hat Elbit Systems aus ihrem staatlichen Rentenfonds getilgt, eine Desinvestitionsmaßnahme, die mehr bewirkt, als auf Blutorangen aus den besetzten Gebieten zu verzichten. Die norwegischen Entscheidungsträger werden nun selbstredend als judäophob diffamiert. 

Der Fall zeigt: Der ökonomisch-strategische Kampf wird zwischen Imperialisten und Antiimperialisten ausgefochten. Die Pappmaché-Kameraden sollen uns nur den Blick verkleistern. Wer aber meint, die jüdisch-israelische Rüstungs- und Aufstandsbekämpfungskeule beiseite schieben zu können, der bekommt sie eines Tages auf den Kopf gehauen. Das wird weh tun.

T:I:S, 9. September 2009. Korrigiert am 30. September 2009

Anmerkung

(1) Weniger ausdrucksstarke Friedensfreunde werden freilich von den Kriegsschreibern mit ungegönnter Wonne verhohnepiepelt. Sie sollten ihre Beiträge vor der Veröffentlichung redigieren lassen.

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09kriegsjuden.htm#Keule     

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Thomas Immanuel Steinberg. Siehe auch Nachtrag

Wer hat Angst vor Finkelstein?

Die Rüstungs- und Kriegslobby.

Warum?

Norman Finkelstein sollte am 27. Mai 2009 in der Wiener Universität einen Vortrag halten unter dem Titel

Israel – Palestine
„Roots of Conflict, Prospect for Peace”.

Doch am 7. Mai 2009 schrieb Ruth Contreras, Akademikerin  „für Frieden im Nahen Osten Sektion Austria (SPME Austria)“ einen Brief an Georg Winckler, den Rektor der Universität, und bat ihn, die 

Verfügungstellung (sic!) einer Räumlichkeit auf Universitätsgelände für diesen „jüdischen David Irving“ zu bedenken.

Die Akademiker für Frieden im Nahen Osten Sektion Austria (SPME Austria) kooperieren eng mit der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft  Auch die Israelitische Kultusgemeinde Wien intervenierte gegen Finkelsteins Auftritt. Daraufhin sperrte die Universität Wien dem Holocaust-Industrie-Forscher Norman Finkelstein den bereits gemieteten und bezahlten Hörsaal. Der Vortrag findet nun statt 

am 27. Mai 2009, wohl um 19 Uhr, im Eventhotel Modul in Wien-Döbling, wie die Austria Presse Agentur  meldet. Hier die Anschrift: Peter-Jordan-Straße 78, 1190 Wien, Nähe Universität für Bodenkultur.

Finkelstein wird voraussichtlich aufgreifen, was er bereits am 9. Dezember 2008 dargelegt hat unter 

Israel and Palestine. Roots of Conflict, Prospects for Peace.  Recorded in the Ford Auditorium on December 11th, 2008 at Case Western Reserve University. Sponsored by The Hallinan Project for Peace and Social Justice. Video, 1:52:51, ab 0:9:40:00

Die österreichischen Interventen vertreten die politischen Positionen der israelischen Herrschaftselite. Sie stehen der US-amerikanischen Rüstungs- und Kriegslobby mit jüdischem Mäntelchen, AIPAC, zur Seite. 

Warum die Angst vor Finkelstein?

Der da von der Universität Wien mir nichts, dir nichts wieder ausgeladen wurde, ist einer der profundesten Kenner des Palästina-Israel-Konflikts. In seinen Vorträgen zeigt er, daß der Konflikt keineswegs kompliziert, sondern schlicht gebaut ist: Der Staat Israel hält seit 1967 den Gazastreifen und das Westjordanland besetzt. Das ist illegal. Der Staat Israel quält und vertreibt deren Bewohner, zerstört die Lebensgrundlagen der Verbliebenen und ermordet, wen ihm beliebt. Das ist illegal.

Der Konflikt, so zeigt Finkelstein, ist lösbar. Der Staat Israel muß nur die Besatzung, Vertreibung und Ermordung beenden und die Vertriebenen zurückkehren lassen. Der Konflikt ist ganz einfach lösbar.

Auch legt Finkelstein seine Ansicht verständlich dar. Er spricht langsam, etwas schleppend, so daß auch Zuhörer anderer Muttersprache leicht folgen können. Und er wirkt sympathisch.

All das sichert Finkelstein volle Säle, wo immer er auftritt.

Wäre Finkelstein der, zu dem sie ihn erklärt – ein akademischer Versager, ein Holocaust-Leugner, ein Judenhasser –, dann würde die Rüstungs- und Kriegslobby mit jüdischem Mäntelchen gelassen reagieren.

Doch Finkelstein ist brilliant. Er ist ganz einfach brilliant.

T:I:S, 16. Mai 2009. Beiträge von und über Finkelstein. Finkelsteins Homepage

Nachtrag

Im Namen der Veranstalter des Vortrags von Norman Finkelstein in Wien dankte Manuel Arispe, peruanische  Professor für Philosophie, Psychologie und vergleichende Religionswissenschaften SteinbergRecherche für obige Klarstellung. Seine Reaktion auf den Brief von Ruth Contreras an den Rektor Wiener Universität findet sich hier, .doc-Datei.  

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09kriegsjuden.htm#Contreras     

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Yakov M Rabkin*

Gaza

Die Juden sind gespalten

Der israelische Angriff auf die Palästinenser in Gaza hat den Graben zwischen den Juden, was Israel und den Zionismus anlangt, vertieft. Viele Juden versuchen, die Widersprüche anzugehen zwischen bekundetem Judentum einerseits und zionistischer Ideologie, die sich ihrer bemächtigt hat, andererseits. Und das jetzt, da tiefe Sorge darüber, was der Staat Israel tut, den Zorn der Völker der Welt heraufbeschwört. Unter ihnen sind kaum zwei Tausendstel Juden.

Daran zu erinnern ist wichtig angesichts der Größe des Problems, das das Verhalten des Staates Israel darstellt, des Staates, der im Namen aller Juden zu handeln vorgibt.  Der Anspruch ist umso gefährlicher, als die Medien weltweit diesen Staat automatisch mit den Juden verbinden, indem sie ihn als „jüdischen Staat“ oder als „hebräischen Staat“ bezeichnen. Die Juden verschiedener Länder fühlen sich daher wie Geiseln eines fremden Staates, über den sie keinerlei Kontrolle haben.

Bestimmte Juden fragen jetzt öffentlich, ob der ethnische Nationalstaat, die Quelle unablässiger Gewalt im Nahen Osten, denn „gut für die Juden“ sei. Viele stört, daß der militante Zionismus die jüdischen moralischen Werte zerstört und die Juden in Israel und anderswo gefährdet. Diese Debatte wird auch auf dem Felde der volkstümlichen Kultur ausgefochten: der jüngste israelische Film „Walzer mit Bashir“ stellt auf die moralischen Kosten für Israel ab, die der ständige Einsatz von Gewalt nach sich zieht.

Zudem haben bestimmte Juden in Israel wie anderswo seit langem ihre moralischen Werte durch einen zügellosen Nationalismus ersetzt. Sie sind es, die sich als „die“ Vertreter „der“ jüdischen Gemeinde platzieren. Tatsächlich handeln sie als Vertreter des Staates Israel und gefährden damit die Juden, die sie zu vertreten vorgeben.

Die an der Meinung der Nationalisten in der israelischen Rechten ausgerichtete Israel-Lobby verunglimpft jede Israelkritik. Dazu sind in den letzten Jahren mehrere Bücher erschienen – Prophets Outcast, Wrestling With Zion, The Question of Zion, The Myths of Zionism  alle von Juden geschrieben, die eben wegen dieses Konflikts zwischen Zionismus und jüdischen Werten besorgt sind. Die Israel-Lobby prangert jeden Juden, der protestiert, als „Verräter“ an oder als „sich selbst hassenden Juden“. Doch der Protest wächst. Er deckt ein ganzes Spektrum von Juden ab, von chassidischen Rabinern auf der einen Seite, über den ehemaligen Präsidenten der Knesset, bis zu den israelischen Anarchisten auf der anderen Seite.

In London hat vor einigen Tagen der Rabiner Avraham Greenberg, bärtig und mit schwarzem Hut, vor einer gegen den israelischen Angriff demonstrierenden Menge seinen israelischen Paß verbrannt. In einer Unterredung nach der Demonstration erklärt er, daß nach jüdischer Tradition geboten ist, öffentlich zu sprechen, wenn das Ansehen des Judentums geschändet wird. Er liefert keine politische Analyse der Lage im Nahen Osten sondern betont, daß die Idee eines den Juden vorbehaltenen Staates selbst, und der menschliche und moralische Preis, der dafür zu zahlen ist, allem entgegen steht, was das Judentum lehrt, insbesondere den Grundwerten Demut, Mitgefühl und Güte. Und schließt, der Staat Israel sei „die größte Gefahr für die Juden“.

In Israel selbst stellen sich viele entschlossen dagegen, Gaza anzugreifen. Der alte Hase der Presse und der israelischen Politik, Uri Avnery, vergleicht  den Angriff mit der Belagerung von Leningrad und der Bombardierung von London durch die Nazi-Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Diese Art von Vergleich – den nur wenige westliche Zeitungen zu veröffentlichen gewagt hätten aus Furcht davor, des „Antisemitismus“ geziehen zu werden – sie ist in Israel an der Tagesordnung. Tatsächlich stammen die heftigsten Verurteilungen von israelischen Juden, die ebenso gespalten sind wie ihre Glaubensgeschwister anderswo.

In Montreal bezieht der örtliche Zweig der internationalen unabhängigen jüdischen Stimmen Posten vor eine Synagoge, die als zionistischer Versammlungsort dient und ohne aufzumucken die Taten Israels unterstützt. Sie tragen ein Schild „Juden für Gaza“ und betonen, daß „dieser Schurkenstaat“ nicht in ihrem Namen handelt.

Mehr als sechshundert Juden haben einen Appell an die israelischen Soldaten gerichtet, den Befehl zu verweigern und zu desertieren. Dieser Appell wurde außerdem von einem ganzen Schwung jüdischer Organisationen unterzeichnet, allesamt Gegner dessen, was der Staat Israel tut oder sogar dessen, was er ist. Denn der jüngste israelische Angriff unterstreicht erneut eine wichtige, aber oft verschleierte Tatsache: die zionistische Vision des Staates Israel von einer uneingeschränkten Ethnokratie, der Wurzel der Gewalttaten, die das Heilige Land seit sechs Jahrzehnten erschüttern. Während in aller Welt, vom Iran bis Kanada, die Juden friedlich mit andern Gruppen zusammen leben, haben sie sich in Israel in einem bewaffneten Ghetto abgesondert, das ihnen keineswegs Sicherheit verschafft und alle andern drumherum bedroht.

Bleibt abzuwarten, ob der Riß zwischen denen, die auf die jüdische Moraltradition vertrauen und denen, die zum jüdischen Nationalismus konvertiert sind, eines Tages verkleinert werden kann. All die, die die automatische Verbindung zwischen den Juden und dem Staat Israel fortbestehen lassen, machen nicht nur einen schweren Fehler – sie tragen damit zur zionistischen Sache bei.

*Yakov M Rabkin ist Professor für Geschichte an der Université de Montréal und Autor von Au nom de la Torah: une histoire de l'opposition juive au sionisme. In englischer Übersetzung: A Threat from Within: A Century of Jewish Opposition to Zionism von Yakov M. Rabkin und Fred A. Reed von Zed Books Ltd, gebundene Ausgabe 2006, Paperback 2007. Dank an Günter Schenk 

Quelle: Bande de Gaza: les juifs sont déchirés, Commission arabe des droits humains, 22. Februar 2009

T:I:S, Übersetzung, 12. März 2009. Merci à Jean Claude Meyer  

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09kriegsjuden.htm#Rabkin    

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Thomas Immanuel Steinberg

Vorposten in ganz Frankreich

 

Diese Flugblatt lag während der israelischen Massaker an den Gazabewohnern mindestens zwei Wochen lang im Gemeindezentrum der Straßburger Jüdischen Gemeinde aus. Es wirbt für einen Ausflug zu den Metzgern: Tsahal ist der hebräische Name für die israelischen Verteidigungsstreitkräfte. Text: 

Sie können Tsahal helfen! Zehntausende haben es bereits getan. Warum nicht Sie? Egal welchen Alters: Seien Sie Freiwilliger in einem Stützpunkt. 

Packen von Marschgepäck, Essensrationen, Überlebensausrüstung usw. Dabei entlasten Sie Reservisten, die für diese Aufgaben mobilisiert wurden.

Für 15 oder 19 Tage. Sie werden unvergeßliche Augenblicke erleben!

 Kostenbeitrag nur 90 Euro ohne Flug

Zwei Abfahrten im Monat, das ganze Jahr durch, siehe Rückseite
Im Sommer Abfahrt jeden Sonntag
Verschiedene Programme 

Vorposten in ganz Frankreich  

La feuille de chou, T:I:S, 12. Februar 2009. Sar-El auf Englisch; Abfahrten für Frankophone

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09kriegsjuden.htm#Tsahal   

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Rechtfertigung einer Grausamkeit durch eine andere

Jean-Moïse Braitberg fordert angesichts des israelischen Massakers in Gaza die Streichung des Namens seines Großvaters aus der Liste derer, derer in Yad Vashem, Israel, gedacht wird:

Sehr geehrter Herr Präsident des Staates Israel, ... bitte streichen Sie den Namen meines Großvaters aus der Gedenkstätte, die der an Juden begangenen Grausamkeit gewidmet ist, damit er nicht mehr die an den Palästinensern begangene rechtfertigt.

 Le Monde, T:I:S, 11. Februar 2009. Dank an Schmidt-Polyglott. Mehr zu Jean-Moïse Braitberg

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Nationalbüro der jüdisch-französischen Vereinigung für den Frieden, UJFP*  

Die Maske ist gefallen, es reicht!

Offener Brief an die Damen und Herren Leiter des Vertreterrats der jüdischen Organisationen von Frankreich, CRIF**

 

Sie haben absolut kein Recht, in unserem Namen zu sprechen, noch im Namen all der Unseren, die in die Ghettos gepackt, bei Pogromen ermordet, in den Todeslagern vernichtet wurden, die aber auch in allen Kämpfen dabei waren, von der Internationale für eine bessere Welt bis zur Résistance gegen die Nazi-Eroberer, gegen den Kolonialismus und für Freiheit, Recht, Würde und Gleichheit .

Sie haben den Verbrechen der israelischen Armee applaudiert und sie dazu ermutigt, mit Bomben die Bevölkerung dessen zu zermalmen, was Sie eine „feindliche Einheit“ nennen; deren Häuser in Schutt zu legen; was sie angebaut haben, zu verwüsten; Schulen, Moscheen, Krankenhäuser, Krankenwagen und sogar einen Friedhof zu beschießen... Somit haben Sie sich ins Lager der Verfechter der Apartheid begeben, der Unterdrücker und neuen Barbaren, und das Blut ihrer Opfer besudelt auch Sie.

Zugleich haben Sie alles menschliche Gefühl verloren, alles Mitgefühl angesichts der Not, und Sie haben uns beleidigt und beschmutzt, indem Sie alle Juden mit den Unterstützern einer Kriegsverbrecherbande gleichgesetzt haben; auch haben Sie das Andenken an Rachi, Edmond Fleg, Emmanuel Lévinas und so viele andere entehrt und an alles, was das französische Judentum an menschlichem Reichtum, an Intelligenz und Aufklärung enthielt.

Sie haben aus einem kolonialen und geopolitischen Konflikt einen Gruppenkonflikt machen wollen, indem Sie behauptet haben, „95% der französischen Juden befürworten die israelische Intervention“. Sie schüren den Antisemitismus, dessen Wiederaufkeimen Sie zu befürchten vorgeben, ganz wie pyromane Feuerwehrleute.

Nein, meine Damen und Herren Leiter des sich so nennenden „Vertreter-“Rats der jüdischen Einrichtungen von Frankreich, für uns verteten Sie nichts. 

Sie verteten die Eiferer für eine verabscheuungswürdige Metzelei.

*Die Union juive française pour la paix, UJFP, ist, wie die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost, Mitglied der European Jews for a Just Peace, EJJP, Amsterdam
**Der Conseil représentativ des institutions juives de France, CRIF, entspricht dem Zentralrat der Juden in Deutschland 
    

T:I:S, Übersetzung, 9. Februar 2009. Original des Offenen Briefs vom 8. Februar 2009 bei der UJFP

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09kriegsjuden.htm#UJFP  

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Thomas Immanuel Steinberg

Israel-Boykott und Judenhaß

Naomi Klein hat zum Boykott, zur Desinvestition und zu Sanktionen gegen Israel aufgerufen. Der berühmten Kanadierin zur Seite stehen die israelischen Kriegsdienstverweigerer, Michel Warschawskis Alternative Information Center in Jerusalem, die European Jews for a Just Peace mit der deutschen Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost und der Union juive française pour la paix (UJFP) sowie viele große und kleine jüdische Organisationen außerhalb des zionistisch-neokonservativen Mainstreams in anderen Ländern, vor allem in den USA.

Schüren die Jüdin Naomi Klein und ihre jüdischen Mitstreiter in Israel und aller Welt den Judenhaß? Sind Klein und ihre Friedensjuden selbst für den Antisemitismus mitverantwortlich? So sonderbar die Frage, so selbstgewiß die deutschen Publizisten, die genau das behaupten. Martin Altmeyer zum Beispiel schreibt in der taz:

Israel benutze, so Naomi Klein in ihrem verstiegenen Essay (1), "den Status eines befestigten Landes, das von wütenden Feinden umgeben ist, als eine Art rund um die Uhr geöffneten Ausstellungsraum - als lebendiges Beispiel für den Genuss relativer Sicherheit mitten im Dauerkrieg". Das dämonisierte Israelbild, das sie hier entwirft, enthält die ganze Palette antisemitischer Klischees, nur dass diese nicht den Juden, sondern dem Staat Israel angeheftet werden: die Geschäftstüchtigkeit und Habgier der Juden; ihre Gerissenheit und Hinterhältigkeit; der heimliche Einfluss, den sie in aller Welt ausüben, bis zur Wahnvorstellung von jüdischer Allmacht; das "Gerücht über die Juden" (Adorno), dem Anspielungen genügen, um zu wissen, wer hinter der großen Weltverschwörung steckt; und schließlich der Vorwurf, die Juden seien selbst für den Antisemitismus verantwortlich.

Der Autor verwirft den judäophoben Vorwurf, die Juden seien selbst für Judenhaß, Verfolgung und Vernichtung verantwortlich; er engt ihn auf eine bestimmte Jüdin ein und zwar ausgerechnet auf die Friedensjüdin Naomi Klein. Nicht die israelische Regierung und die Zionisten, also die Kriegsjuden, wohl aber Klein trüge Schuld am Judenhaß.

Schuld am Protestantenhaß?  

Was da im Journalistenkopf abläuft, läßt sich anhand des Falles Nordirland erläutern. Der inzwischen halbwegs beigelegte Konflikt zwischen Unionisten, (pro-britisch, Ober- und Mittelschicht) und Republikanern (pro-irisch, Mittel- und Unterschicht) wurde wieder und wieder von beiden Kriegsparteien und von außen als Religionskonflikt mißverstanden: zwischen (unionistischen) Protestanten und (republikanischen) Katholiken. Protestanten haßten „Katholiken“, Katholiken haßten „Protestanten“. Durch Missetaten schürten Unionisten den Haß von Republikanern auf „die Protestanten“; durch ähnlichen Missetaten schürten Republikaner den Haß von Unionisten auf „die Katholiken“. 

Beide Seiten schrieben die Missetaten nicht den (haßerfüllten) Kämpfern für eine bestimmte Ausgestaltung Nordirlands zu, sondern jeweils „den Katholiken“ oder „den Protestanten“. Die Frage, ob die Protestanten am Protestentantenhaß selber schuld waren, oder die Katholiken am Katholikenhaß, klingt angesichts der Fakten nicht nur sonderbar, sondern schlicht blöd. 

Denn am Haß gegen ein Kollektiv ist schuld, wer 

Missetaten einzelner Mitglieder eines Kollektivs diesem Kollektiv zuschreibt; oder 

Missetaten einzelner Mitglieder des eigenen Kollektivs im Namen des Kollektivs billigt. 

Nur wenn wirklich das ganze Kollektiv eine Missetat begeht oder zumindest billigt, liegt Kollektivschuld vor.

Die Juden um Naomi Klein mißbilligen die Missetaten der Kriegsjuden. Sie fordern zu Boykott, Desinvestition und Sanktionen des Staats auf, der von den Kriegsjuden beherrscht wird. Eine Friedensjüdin des Judenhasses zu bezichtigen, ist ebenso blöd, wie einen protestantischen irischen Friedenskämpfer des Protestantenhasses zu beschuldigen, weil er sich gegen protestantische Krieger stellt.

Der Alleinvertretungsanspruch der Kriegsjuden 

Kriegsjuden unterscheiden sich, und zwar wegen ihrer Haltung zu Herstellung und Einsatz von Waffen, in einem zentralen Punkt von Naomi Klein: Sie beanspruchen, für alle Juden zu sprechen. Ihre Schuld an den israelischen Missetaten in Gaza, sei es durch eigenhändigen Mord, sei es durch dessen Anordnung oder Billigung, wollen sie allen Juden zugeschrieben sehen. 

Die Kriegsjuden von Olmert bis Knobloch schüren tatsächlich den Haß auf das ganze jüdische Kollektiv, sie schüren Judenhaß. Und mit dem rechtfertigen sie die Herstellung und den Einsatz von Waffen.

Boykott

Naomi Klein beansprucht nicht, für alle Juden zu sprechen oder überhaupt nur für Juden. Sie hat nichts von Herstellung oder Einsatz von Waffen, sie hat nichts vom Haß. Sie fordert: Boykottiert die Kriegsjuden!

Tun wir’s.

T:I:S, 6. Februar 2009. Zahlreiche Boykott-Aufrufe unter Kritik an Israel

Anmerkung

(1) Naomi Klein: Die Schock-Strategie. Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus. Fischer Verlag, Frankfurt a.M. 2007, ISBN 3-10-039611-1. Dazu siehe Naomi Klein

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09kriegsjuden.htm#Judenhass 

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Thomas Immanuel Steinberg

Geschlossene Veranstaltung unter freiem Himmel

400 Kriegsjuden, Antideutsche und bibeltreue Christen trotzten der Welt auf dem Hamburger Gerhart-Hauptmann-Platz


Foto: Michael Sommer

Die jüdischen Gemeinden Hamburgs (ca. 3 500 Mitglieder), die Hamburger Antideutschen vom LAK Shalom in der Linksjugend ['solid] / Partei Die Linke (ca. zwei Mitglieder) und die Gaststätte Karo Ecke (mehrere Zapfhähne) riefen zur Baustelle auf dem Ida-Ehre-Platz. Etwa 400 Personen folgten dem Aufruf: wohlsituierte Bürgerinnen, Baseball-Kappenträger und bibeltreue Christen, siehe Religion. Die gemeinte Veranstaltung indes fand gegenüber statt: hinter Polizeisperren auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz. Zutritt hatte, wer auch so aussah.


Foto: Michael Sommer 

Anders als beim israelischen Abschlachten der Gaza-Bewohner, das es nun durch Fähnchenwedeln zu fördern galt, durfte Presse dabei sein. Zunächst versagten die Lautsprecher. Dann reklamierte Michael Neumann, SPD-Fraktionsvorsitzender in der Hamburger Bürgerschaft, für Israel, den Staat ohne Grenzen, ohne Verfassung und ohne gültig definierte Staatsbürgerschaft ein Existenzrecht; Fraktionsvorsitzender der gleichen Partei, die die Existenz der DDR und Jugoslawiens vernichten und den Mafia-Staat Kosova errichten half.

Gegen die inexistente iranische Atombombe stieg der Hamburger Kindergärtner und Konkret-Autor Lars Quadfasel in die Bütt, siehe Ariel Muzicant zur zionistischen Hetzkampagne "Stop the bomb". Er beklagte die Belieferung des Iran mit deutschen Komponenten zur Verflüssigung von Erdgas, unerläßlich für den Export des Brennstoffs per Tanker. Der Kräuselkopf klang dabei so antideutsch, als wollte er auf der Stelle zusammen mit den massaker-bewährten israelischen Verteidigungsstreitkräften in die Schlacht gegen Deutschland ziehen.

Zum Niedermetzeln der Kinder im Gaza-Streifen seien die israelischen Verteidigungsstreitkräfte gezwungen gewesen, siehe Selbstgerechtigkeit.


Foto: Michael Sommer

Hinrich Kaasmann vom Freundeskreis von Yad Vashem Jerusalem in Deutschland e.V. bedauerte anschließend, daß die ermordeten Gaza-Zivilisten in der Presse nicht, wie die von deutschen und anderen Nato-Truppen 1999 ermordeten jugoslawischen, als Kollateralschaden durchgehen. Eine überirdische Internetseite weiß per .pdf-Datei zu berichten: 

Hinrich Kaasmann ist 1993 von Gott in den Dienst an den Juden gerufen worden. Seit 2004 steht er im Vollzeitlichen Dienst des Ebenezer Hilfsfonds Deutschland e.V., als Vorstandsmitglied der Freunde Yad Vashem in Deutschland e.V.

Die Ebenezer, denen Kaasmann in Deutschland vorsteht, betreiben die Operation Exodus. Sie wirbt bei Juden um Auswanderung nach Israel und unterstützt sie dabei finanziell, denn im Ebenezer Glaubensbekenntnis heißt es halbwegs auf Deutsch: 

Wir glauben, dass die Wiederherstellung des jüdischen Volkes zurück im Lande Israel, die Erfüllung prophetischer Bibelaussagen ist. Die wiederhergestellte Nation Israel spielt eine Vorrangs-Rolle in den Endabsichten Gottes mit den Nationen (Jes. 43,1-7, Hesek. 36,22-23, Röm. 11,15).

Am Schluß der Veranstaltung gab ein Rabbi seinen Segen "für die israelischen Soldaten und die getöteten Israelis" in und außerhalb von Gaza.

Von Ferne tönten Gegendemonstranten, die Reste einer überwiegend türkisch-islamischen Kundgebung auf dem Hamburger Gänsemarkt, mit schätzungsweise 6000 Teilnehmerinnen.

T:I:S, 18. Januar 2009. Ergänzt am 19. Januar 2009, T:I:S. Dank an Michel Buckley, Knut Mellenthin und Michael Sommer. Siehe auch Selbstgerechtigkeit

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09kriegsjuden.htm#Hamburg 

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