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Shir Hever

Israelische Waffen sind an Zivilisten getestet

Tel Aviv gibt prozentual dreimal mehr für Militär aus als Washington

... Die USA verwenden vier Prozent ihres BIP auf Militärausgaben, Israel dagegen nach offiziellen Angaben acht Prozent. Allerdings erfüllt ein Großteil der Polizei ebenfalls militärische Aufgaben, und zwar in den besetzten Gebieten. Außerdem werden in den Gefängnissen des Landes palästinensische Häftlinge festgehalten, die nicht als Kriegsgefangene behandelt werden. Zählt man diese versteckten Kosten hinzu, ergeben sich über zwölf Prozent Armeeausgaben...


Shir Hever, Jerusalemer Nationalökonom, im Hamburger Curiohaus am 22. Februar 2008. Foto: tofoto

... Das besondere an der heutigen [israelischen, T:I:S] Exportindustrie ist, daß sie sich auf Technologien für die innere Sicherheit spezialisiert hat, also Überwachungstechnik, biometrische Erkennung, Datenauswertung und Mittel zur Aufstandsbekämpfung. In ihrer Außenwerbung rühmen sich die Firmen mit der Tatsache, daß ihre Technologie an menschlichen Versuchskaninchen in den besetzten Gebieten und im Libanon erprobt ist. Das macht sie zum Verkaufsschlager...

... Es gibt das Beispiel des früheren Generals Gal Hirsch, der für den erfolglosen Libanon-Krieg 2006 schwer in der Kritik stand. Nachdem er das Militär verlassen mußte, ging er 2008 nach Georgien und bereitete dort den Krieg gegen russische Truppen in Abchasien und Südossetien vor. Dabei soll er Kenntnisse und Techniken aus dem Libanon-Konflikt genutzt haben. Die Rolle Israels im russisch-georgischen Krieg ist bis heute nicht geklärt...

junge Welt, 10. Februar 2012. T:I:S, 10. Februar 2012. Mehr von Shir Hever unter Arme Juden

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Max Blumenthal

From Occupation to “Occupy”: The Israelification of American Domestic Security

New York - In October, the Alameda County Sheriff’s Department turned parts of the campus of the University of California in Berkeley into an urban battlefield. The occasion was Urban Shield 2011, an annual SWAT team exposition organized to promote “mutual response,” collaboration and competition between heavily militarized police strike forces representing law enforcement departments across the United States and foreign nations...

... Training alongside the American police departments at Urban Shield was the Yamam, an Israeli Border Police unit that claims to specialize in “counter-terror” operations but is better known for its extra-judicial assassinations of Palestinian militant leaders and long record of repression and abuses in the occupied West Bank and Gaza Strip. Urban Shield also featured a unit from the military of Bahrain, which had just crushed a largely non-violent democratic uprising by opening fire on protest camps and arresting wounded demonstrators when they attempted to enter hospitals. While the involvement of Bahraini soldiers in the drills was a novel phenomenon, the presence of quasi-military Israeli police – whose participation in Urban Shield was not reported anywhere in US media – reflected a disturbing but all-too-common feature of the post-9/11 American security landscape.

The Israelification of America’s security apparatus, recently unleashed in full force against the Occupy Wall Street Movement, has taken place at every level of law enforcement, and in areas that have yet to be exposed. The phenomenon has been documented in bits and pieces, through occasional news reports that typically highlight Israel’s national security prowess without examining the problematic nature of working with a country accused of grave human rights abuses. But it has never been the subject of a national discussion. And collaboration between American and Israeli cops is just the tip of the iceberg...

... "Israel is the Harvard of antiterrorism,” said former US Capitol Police Chief Terrance W. Gainer, who now serves as the US Senate Sergeant-at-Arms. Cathy Lanier, the Chief of the Washington DC Metropolitan Police, remarked, “No experience in my life has had more of an impact on doing my job than going to Israel.” “One would say it is the front line,” Barnett Jones, the police chief of Ann Arbor, Michigan, said of Israel. “We're in a global war."

Karen Greenberg, the director of Fordham School of Law’s Center on National Security and a leading expert on terror and civil liberties, said the Israeli influence on American law enforcement is so extensive it has bled into street-level police conduct. “After 9/11 we reached out to the Israelis on many fronts and one of those fronts was torture,” Greenberg told me. “The training in Iraq and Afghanistan on torture was Israeli training. There’s been a huge downside to taking our cue from the Israelis and now we’re going to spread that into the fabric of everyday American life? It’s counter-terrorism creep. And it’s exactly what you could have predicted would have happened.”...

... The ADL [Anti-Defamation League, zionistisch, T:I:S] claims to have trained over 45,000 American law enforcement officials through its Law Enforcement and Society program, which “draws on the history of the Holocaust to provide law enforcement professionals with an increased understanding of…their role as protectors of the Constitution,” the group’s website stated. All new FBI agents and intelligence analysts are required to attend the ADL program, which is incorporated into three FBI training programs. According to official FBI recruitment material, “all new special agents must visit the US Holocaust Memorial Museum to see firsthand what can happen when law enforcement fails to protect individuals.”...

al-akhbar.com, 2. Dezember 2011

Kommentar

Blumenthal zeigt: Sympathie für die israelische Staats- und Regierungspolitik geht in den USA einher mit der Übernahme ihrer Kontroll- und Repressionsmethoden, nämlich inländischer Aufstandsniederschlagung und Folter.

Die deutschen NeoCons, genannt Antideutsche, weben gemeinsam mit der muslimhasserischen Pro-Deutschland-Bewegung den braunen Teppich, auf dem die israelischen Unterdrückungsmittel auch in unserem Lande Einzug halten können.

T:I:S, 4. Dezember 2011. Siehe auch Fröhliche Faschistinnen. Max Blumenthal interviewt nordamerikanische Jüdinnen in Israel. Video, sechs Minuten. Mehr Faschistisches in Israel unter Faschismus, passim.

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Renate Dörfel-Kelletat und Frank Dörfel

Waffenexport nach Israel aussetzen!

Herrn Rainer Brüderle, Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, 8. Februar 2011

Sehr geehrter Herr Minister,

einer Pressenotiz Ihres Hauses von gestern, 7.2.2011, entnehmen wir, dass die Genehmigungen für Rüstungsexporte nach Ägypten ausgesetzt wurden.

Wir begrüßen dies, nicht nur, weil jeglicher Export von Rüstungsgütern in ein Land, in dem eine Demokratiebewegung einer stark vom Militär geprägten Staatsmacht gegenübersteht, Parteinahme wäre gegen die Menschen, die unter großem Einsatz für die Achtung elementarer Menschenrechte auf die Straßen gehen, sondern auch, weil wir es grundsätzlich für moralisch verwerflich halten, Waffen zu exportieren. Dies gilt insbesondere natürlich für den Export von Waffen in Krisengebiete.

Wir bitten Sie, nun auch den Export von Waffen in ein dicht benachbartes Krisengebiet auszusetzen: Israel. Nach unseren Informationen sind in den letzten Jahren Waffen, insbesondere U-Boote, im Werte von mehreren Milliarden Euro nach Israel exportiert worden, wobei diese Exporte auch noch mit erheblichen Steuermitteln subventioniert wurden. Weitere U-Boote sowie Korvetten werden, so entnehmen wir der Presse, derzeit gebaut bei HDW Kiel und bei Blohm und Voss, Hamburg. Liegen hier Exportgenehmigungen vor? Durch wen wurden diese unter Verletzung des Kriegs-Waffen-Kontroll-Gesetzes KWKG erteilt? Sehen Sie Möglichkeiten, diese Genehmigungen im Einklang mit dem KWKG (KriegsWaffen-Kontroll-Gesetz) zu widerrufen?

Über eine baldige positive Reaktion würden wir uns sehr freuen, mit freundlichen Grüßen,

Renate Dörfel-Kelletat und Frank Dörfel

P.S. Da die Frage der mit deutschen Steuermilliarden subventionierten Rüstungsexporte nach Israel in der Öffentlichkeit breit diskutiert wird, erlauben wir uns, diesen Brief auch anderen Interessierten zugänglich zu machen. Wir werden gern auch Ihre Antwort dem selben Personenkreis weitersenden.

T:I:S, 9. Februar 2011

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Jimmy Johnson

Israels Export von Besatzungspolizeitaktik

Schattenblick, T:I:S, 18. November 2009. Englischer Originaltext bei Electronic Intifada, 9. Oktober 2009

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DIME – die US-Waffe im israelischen Einsatz gegen das palästinensische Volk in Gaza

Ausführlich in Le Monde. Wie Dense Inert Metal Explosive (DIME) wirkt, steht auf Englisch unter Global Security

T:I:S, 12. Janaur 2009

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Thomas Immanuel Steinberg

Wehrwirtschaft Israel

Viele Beobachter erklären die Kriege des israelischen Staates gegen Libanon 2006 und gegen Gaza 2008/2009 aus der Ideologie: Das zionistische Bewußtsein bestimme das vernichtungskriegerische Sein in Israel.  

Indes herrscht in Israel das Rüstungskapital. Pressemeldungen zufolge ist Israel eine der stärksten  Militärmächte der Welt und und lag mit einem Rüstungsexport von 4,2 Milliarden US-Dollar schon 2006 nicht weit hinter Rußlands Rüstungsexport von sechs Milliarden US-Dollar zurück. (1) Außerdem ist Israel weltweit führend im Sicherheitsgeschäft: Optische, akustische und sensorische Überwachungs- und Kontrollsysteme, die Entwicklung von Sperranlagen und die dazugehörige Elektronik tragen erheblich zur israelischen Mehrwertakkumulation bei. (2)

Wehrwirtschaft

Rüstungs- und Sicherheitsindustrie zusammen genommen bilden die israelische Wehrwirtschaft. Angesichts der geringen Einwohnerzahl von Israel, etwa im Vergleich zu Rußland oder Deutschland, beruht die israelische Gesamtwirtschaft auf Wehrwirtschaft.

Darüber hinaus ist die israelische Gesellschaft militarisiert wie keine andere. Alle leitenden Manager in der israelischen Wehrwirtschaft und viele in der übrigen Wirtschaft sind ehemalige hohe Militärs. Auch in niedrigen Leitungsfunktionen von Staat und Wirtschaft sitzen nur jüdische Israelis, die mindestens Wehrdienst geleistet haben; besser noch: sich dort bewährt haben.

Konflikte steigern den Gewinn

Der Absatz von Rüstungs- und Sicherheitssystemen ist umso größer, je mehr kaufkräftige Staaten und Warlords in Konflikte verwickelt sind; und je unsicherer sich die fühlen, die etwas zu verlieren haben. Die israelische, genauso wie jede andere kapitalistische Wehrwirtschaft, kann nur Gewinn machen, wenn Konflikte und Ungleichheit anhalten, und höheren Gewinn dann, wenn sie sogar wachsen.

In Rüstungs- und Sicherheitsfirmen sehen sich auch die abhängig Beschäftigten genötigt, zu Produktion und Absatz der Firmenprodukte beizutragen. In Israel würde daher eine ohnehin schwierige Konversion der Wehrwirtschaft in Friedenswirtschaft auf besonders starken Widerstand stoßen. Das Land sitzt in der Rüstungs- und Sicherheitsfalle.

Israel USA

Die israelische Wehrwirtschaft ist eng mit der europäischen, besonders eng aber mit der US-amerikanischen Wehrwirtschaft verflochten. Rüstungs- und Sicherheitssysteme bestehen aus zahllosen Komponenten aus vielen Ländern, sodaß alle Zulieferer ein gemeinsames Interessse an der Absatzsteigerung, also auch an der Förderung von Ungleichheit und Konflikten haben. Entsprechend gehen vor allem die USA Hand in Hand mit dem Staat Israel, wie zuletzt der Angriff Georgiens auf Südossetien gezeigt hat.

Versuchskarnickel

Der israelische Staat setzt in Gaza offenbar DIME-Waffen, abgereichertes Uran und weißen Phosphor ein. Den Militärs der Welt und dem Weltwehrhandel kann schon jetzt, spätestens aber nach Kriegsende vorgeführt werden, wie diese und andere moderne Waffen im Einsatz wirken. Die Gaza-Bewohner dienen als Versuchskarnickel.

T:I:S, 9. Januar 2009

Anmerkung

(1) ynet, Record Israeli arms sales irk US, 12. Oktober 2006

(2) siehe Naomi Klein   

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