Öl und Gas

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Jörg Kronauer

Schrumpfprojekt

Die EU will Rußlands Einfluß bei der Lieferung von Erdgas und Erdöl  schwächen und sich einen Zugang zu den Ressourcen der kaspischen Staaten sichern. Das Großprojekt Nabucco-Pipeline wird indes höchstens in einer abgespeckten Variante realisiert

junge Welt, 12. Juli 2012. T:I:S, 12.Juli 2012

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/10oelundgas.htm#Kronauer  

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Thomas Immanuel Steinberg

Rußland umgehen, China wegboxen, den Iran isolieren?

Schlechte Karten im großen Pokerspiel

Drei große Internetportale, Salon, Huffington Post und TomDispatch, haben gleichzeitig Pepe Escobars jüngsten Überblick über den Öl- und Gaspoker in Mittelasien veröffentlicht. Escobar: China könnte das Spiel gewinnen und der kranke Mann am Potomac nicht nur seine vielen Kriege verlieren, sondern auch den Kampf um Öl und Gas.

Zwar haben die USA sowohl China als auch Rußland militärisch eingekreist, Aserbeidschan in der Hand, den Irak geschlagen und besetzt, den Iran vom Westen ein wenig isoliert, Afghanistan beschädigt, die Faust auf die Würgepunkte zur See gedrückt – Straße von Hormus und Straße von Malakka – und, zur Umgehung des Würgepunkts Bosporus, den Balkan für Gas- und Ölleitungen freigebombt . Aber China...

China, der Brocken im bewohnbaren Teil der eurasischen Kontinentalmasse, hat sich, was das Gas anlangt, auf den Landweg verlegt. (1) China versorgt sich schon jetzt mit Gas aus Turkmenistan und Öl aus Kasachstan über Pipelines, deren Kapazität und Reichweite in naher Zukunft einen erheblichen Teil des weiter wachsenden Bedarfs decken werden.


Erdgasleitung, Wikipedia, vergrößern


Außerdem verfügt China über eine Perle in einer angeblich geplanten Kette logistischer (und, so wird von US-Seite gestreut, militärischer) Stützpunkte am indischen Ozean, dem Seeweg von den nahöstlichen Quellen zur chinesischen Pazifikküste: den Tiefseehafen Gwadar in Pakistan. 

China hat stark in die iranische Ölindustrie investiert, und der chinesische Außenhandel mit dem Iran stieg 2009 um 35% auf 27 Milliarden Dollar (deutsche Exporte ca. 5 Milliarden Dollar, Handelsblatt). 

Auch hat die Gaspipeline IPI vom Iran über Pakistan nach Indien solange bessere Realisierungs-Chancen als der seit Jahrzehnten gehegte US-Plan einer TAPI-Gasleitung (Turkmenistan, Afghanistan, Pakistan, Indien)

wie die US- und NATO-Streitkräfte den Widerstandsschirm in Afganistan bekämpfen, der dienlicherweise "Taliban" genannt wird.

as long as U.S. and NATO occupation forces are fighting the resistance umbrella conveniently labeled “Taliban” in Afghanistan.

Im Juni 2010 haben Pakistan und Iran einen Vertrag über den Bau ihres Teilstücks der IPI geschlossen. "Mit der Vertragsunterzeichnung ... macht sich der wichtige US-Verbündete Pakistan auf Jahrzehnte hinaus von iranischen Energielieferungen abhängig", urteilte das Handelsblatt. Die USA seien erzürnt.

Die saudi-arabischen US-Vasallen, die einen Teil ihrer Ölgewinne per Rüstungskäufen an die USA abgeben müssen, hatten 2009 den Chinesen zusätzliches Rohöl angeboten – in der Menge, die China bisher aus dem Iran bezieht, aber viel billiger, als es die Iraner können. Aus Stabilitätsgründen lehnte China ab.   

Mit Öl vesorgt sich China unterdessen auch aus Rußland: Ende September 2010 eröffneten beide Länder die  999-Kilometer-lange Pipeline von Skovorodino in der Amur-Region zur petrochemischen Drehscheibe Daqing in Nord-Ost-China.


Energy Information Administration, Department of Energy, US-Government

Offenbar haben die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten schlechte Karten mit ihrer ganzen Völkermorderei.

Pepe Escobar, T:I:S, 13. Oktober 2010. Mit Korrekturen und Ergänzungen, T:I:S, 14. Oktober 2010. Dank an den Korrektor

Anmerkungen

(1) Die Alternative wären Gasverflüssigung und Transport mit Kühltankschiffen. Der Iran zum Beispiel verfügt jedoch nicht über die erforderliche Technologie, und die Vereinigten Staaten versuchen, den Technologietransfer zu verhindern.

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/10oelundgas.htm#Escobar  

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Jens Berger: Das Great Game ist entschieden

Dortige Quellen und Hintergrund:

- Stratfor
- M K Bhadrakumar – Russia, China, Iran redraw energy map
- Vladimir Socor – Russia resumes gas imports from Turkmenistan
- Putin opens oil-export route
- M K Bhadrakumar – China resets terms of engagement in Central Asia
- Bruce Pannier – Kazkhstan mulls China land deal

Berger faßt die englischsprachig vorliegenden Tatbestände zusammen. Ein Problem, das sich dem Iran stellt, erwähnt er nicht: Das Erdgas am Persischen Golf im Südiran kann solange nicht exportiert werden, wie dem Iran die vollständige Technik für die Erdgasverflüssigung fehlt. Nur verflüssigtes Erdgas (Liquified Natural Gas, LNG) kann verschifft werden. Die USA versuchen zur Zeit zu verhindern, daß Iran die Technik erwirbt. Siehe London Times vom 19. November 2009:

The technology, which cools natural gas into a liquid so that it can be transported, is controlled by about a dozen companies in the US, Europe and Japan, so the West is in a position to impose and control an embargo.

Iran has the second-largest reserves of natural gas in the world after Russia, but remains a net importer and faces a gas shortage this winter. It has aspirations to become a leading player in the world market by developing the massive South Pars field, about 60 miles offshore in the Persian Gulf. Iran says that it could become the largest gas producer by 2018 with more than a 25 per cent market share. It has no LNG plants at present.

Deccan Herald freilich meldete am 8. Dezember 2009, die indische ONGC sei dabei, im Südiran Gasverflüssigungsanlagen  (für "LNG" auf Englisch) zu errichten:

Iran LNG plant is being built at Tombak Port, about 50 km north of Assaluyeh in the Bushehr province. Work on the LNG plant started in 2007. The project includes two LNG trains each with 5.4 MT of LNG per annum capacity. The project is expected to be operational by January 2011. The liquefaction plant will be developed in two phases, each projected to produce 10.5 MT of LNG annually.

Spiegelfechter, T:I:S, 9. Januar 2010. Zur Zeit dort 31 Kommentare

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