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Thomas Immanuel SteinbergSavoir-faire
Transatlantische
Einmischung über rechte jüdische Kanäle US-amerikanische
jüdische Organisationen versuchen, die französiche Politik zu beeinflussen. In
einem Brief vom Frühsommer 2004 warnte der israelische Botschafter in
Frankreich, Nissim Zvili, seinen Außenminister vor der Wirkung solcher
Einmischung. Mehrere Repräsentanten etablierter jüdischer Organisationen in
Frankreich pflichteten ihm bei: „Amerikanisches jüdisches Geld in einer französischen
Wahlkampagne wäre eine Katastrophe“, zitiert der New Yorker Forward am 27.
August 2004 einen der Repräsentanten. Zvili habe Israel gedrängt, jüdisch-amerikanischen
Gruppen Vorsicht nahezulegen. Die Botschaft sei in Jerusalem aufgenommen und
vermutlich an die Gruppen in den USA weitergeleitet worden. Der
ursprünglich jiddische Forwerts, gegründet 1897, erscheint wöchentlich auch
auf Englisch in New York. Dem Forward zufolge bezog sich der israelische
Botschafter auf ein Abkommen zwischen der rechten amerikanisch-jüdischen
Organisation American Jewish Congress (AJCongress) und der Union des Patrons et
des Professionels Juifs de France, (UPJF). Das Internet-Motto der Vereinigung
der jüdischen Arbeitgeber und Selbständigen Frankreichs lautet: „Wenn
die Leute die Zionisten kritisieren, meinen sie die Juden“; sie beruft sich
dabei auf Martin Luther King. Auch das einflußreiche American Israel
Public Affairs Committee
(AIPAC)
sei beteiligt, so der Forward. Die US-amerkanischen Rechten sollen dem Abkommen
zufolge ihre französischen Gesinnungsgenossen beraten und finanziell unterstützen.
Über die Höhe der vorgesehenen Transfers verweigerten sowohl David Twersky vom
AJCongress, als auch Hervé Giaoui von der UPJF dem Forward die Auskunft. Roger
Cukierman vom Conseil Représentatif des Institutions Juives de France
(CRIF), der mehrheitlich ebenfalls rechten französischen jüdischen
Dachorganisation, kritisierte das Abkommen. Der Junior im Leitungsrat des CRIF, Patrick
Klugman erklärte: „Was hier vorliegt, ist eine üble Mischung aus ausländischem
Geld, politischem Lobbying und kriegstreiberischen Ansichten.“ Twersky stritt
jede Einmischung in die französische Politik ab. Die Vereinbarung ziele auf den
Kampf gegen Antisemitismus und anti-israelische Sichtweisen. Giaoui erklärte,
das US-Geld solle lediglich pro-israelische Anzeigen finanzieren. In
einem Mitgliederrundbrief vom Juni 2004 hatte die UPFJ es für geboten erklärt,
„sich in die französische Politik einzubrigen, sei es auf lokaler, nationaler
oder europäischer Ebene.“ Damit rechtfertigte sie ihre Unterstützung für
Patrick Gaubert, einen bekannten Antirassisten, bei der letzten Europawahl, und
für Laurent Dominati bei den Parlamentswahlen. Sie sprach sich ebenfalls stark
für Chiracs Innenminister Nicolas Sarkosy aus, den alles überstrahlenden Stern
am französischen rechtsbürgerlichen Himmel. Alle vier Politiker sind
Mitglieder von Chiracs Partei UMP. David Harris ist der Vorsitzende des American Jewish Committee, einer weiteren US-amerikanischen jüdischen Organisation. Sie arbeitet in Deutschland mit der Konrad-Adenauer-Stiftung zusammen und hat eine fadenscheinige Diskursanalyse zum deutschen Antisemitismus beim Duisburger privaten Forschungsinstituts DISS mitfinanziert. Harris distanzierte sich vom Verfahren der Schwesterorganisation AJCongress: „Wir wollen so nicht vorgehen. US-typisches Lobbying muß den örtlichen Bedingungen angepaßt werden. Wir Amerikaner sollten im Kopf behalten, was ‚savoir-faire’ und „nuance’ bedeutet." (1) T:I:S, 31. August 2004 Quellen: Israeli
Envoy Vexed by Role Of U.S. Jews In France. By Marc Perelman. Forward,
New York, August 27, 2004. Dank für den Hinweis an Knut Mellenthin. Anmerkung (1) Das American Jewish Committee hat im Januar 2007 im Internet ein Plakat zur angeblichen Gefährdung der halben Welt durch iranischen Raketenbeschuß veröffentlicht, das angesichts der US-amerikanischen und israelischen Drohungen mit einem Atomkrieg gegen den Iran wie eine Ermunterung wirkt. AJC (.pdf-Datei, eine Seite) T:I:S, 20. Januar 2007 *
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