Anti-Palästina-Lobby

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Claudia Karas

Mit Spenden vernichten      

Leserbrief zu: Jüdischer Nationalfonds wirbt um Geld für Israel, Frankfurter Rundschau vom 11. Dezember 2007

Chuzpe ist es, wenn ein Delegierter des Jüdischen Nationalfonds um Geld für Israel wirbt, aber noch schlimmer finde ich die Public Relations hierfür durch die Frankfurter Rundschau. Unwissenheit der Autorin kann es wohl nicht sein, denn sie verbreitet ja, dass der JNF Geld "für die Entwicklung von Israel investiert, in Trinkwasser für die Siedlungen und Olivenbäume für die Wüste". Dies verdeutlicht die üble Rolle des JNF bei der Kolonisierung Palästinas und bei der Enteignung der einheimischen palästinensischen Bevölkerung - damals wie heute!

Die Begrünung und Aufforstung Israels steht in krassem Gegensatz zu deren gezielter Politik der menschlichen, sozialen und ökologischen Verödung Palästinas! Bisher wurden Hunderttausende Olivenbäume, die landwirtschaftliche Lebensgrundlage der Bevölkerung, vernichtet und Bewässerungssysteme gezielt zerstört. Mit Spendengeldern werden illegale völkerrechtswidrige Siedlungen auf palästinensischem Grund und Boden gefördert. Zumindest wir in Deutschland sollten uns an Unrecht nicht schon wieder beteiligen. 

(Überschrift nur in der Printausgabe)

FR, T:I:S, 20. Dezember 2007

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Dumm oder dummfrech?

Ravensburger Puzzle 

Die Ravensburger AG, bedeutender Produzent und Exporteur von Büchern und Spielen in alle Welt, führt ein lehrreiches Puzzle im Sortiment: einen Globus, dessen Oberfläche aus Puzzle-Teilen zusammengesetzt werden muß. Zur Abbildung hier klicken. 

Auf dem abgebildeten, fertig zusammengepuzzleten Globus ist nicht zu erkennen, wie das kleine Israel, das kleinere Westjordanland, der ganz kleine Gaza-Streifen und die Golan-Höhen dargestellt sind. 

Fest steht: Früher gab es Israel und Palästina auf dem Puzzle-Globus. Jetzt heißt das ganze Gebiet zwischen Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten und dem Mittelmeer bei Ravensburger Israel.

Warum? Dafür gibt es zwei Erklärungen. Die eine Erklärung, von Claude Grégoire vom Comité pour une Paix Juste au Proche-Orient, 55, avenue de la Liberté, L-1931-Luxembourg, jetzt hier und hier im Internet, wurde am 19. Juli 2007 der Ravensburger AG in deutscher Übersetzung mit der Bitte um Stellungnahme übersandt:  

Sur demande israélienne, Ravensburger a retiré la Palestine du paysage. Désormais tout le territoire entre le Liban, la Syrie, la Jordanie, l’Egypte et la Méditerrannée s’appelle « Israël ». La télé israélienne Chanel One a même annoncé cette « victoire ». 

Grégoire behauptet: Auf israelische Bitte hin habe die Ravensburger AG Palästina aus der Landschaft gestrichen. Der israelische Chanel One habe diesen „Sieg“ sogar gemeldet.

Als Antwort auf Grégoires Vorhaltung lieferte die Pressestelle von Ravensburger am 24. Juli 2007 die andere Erklärung: 

Besten Dank für Ihre Mail, in der Sie sich nach dem Puzzleball mit dem überarbeiteten Motiv Erde erkundigen, welches Palästina mit einer farblichen Trennung auf unseren Puzzlebällen darstellt. Das verwendete neue Kartenmaterial ist Ergebnis eines Prozesses, mit dem wir unsere Produkte regelmäßig überarbeiten und verbessern. Dies sehen wir als Verpflichtung eines Qualitätsunternehmens gegenüber seinen Kunden.

Mit der alten Version des Puzzles hatten wir ein bereits bestehendes, produziertes Produkt fertig aus China in unser Programm übernommen.

Das neue Kartenmaterial haben wir vom europäischen Marktführer für Karten und Globen erworben, auf dessen Expertise und Korrektheit wir uns verlassen. Unser Bestreben ist, Spiele und Bücher zu entwickeln, die Kindern und Familien Freude machen - die Karteninterpretation gehört jedoch nicht zu unserem Knowhow.

Die Ravensburger Erklärung klingt dumm. Doch die Pressestelle fügte eine Bitte hinzu: 

Wir bitten um Ihr Verständnis, wenn wir in einer politischen Diskussion grundsätzlich keine Partei ergreifen oder diese Diskussion kommentieren. Eine andere Haltung würde zur Marke Ravensburger nicht passen. (1)

Diese Bitte nun klingt dummfrech. Woher die Frechheit? Dafür ist die Erklärung wohl ganz einfach, denn die Pressestelle hat Grégoires Vorhaltung, die Ravensburger AG habe Palästina auf israelische Veranlassung vom Globus gelöscht, weder bestätigt, noch dementiert: Grégoires Behauptung scheint zu stimmen.

Ravensburger, mir graut vor dir.

T:I:S, 3. Dezember 2007

Anmerkung

(1)  Die Antwort-Mail der Pressestelle und dahinter die deutsche Mail an die Ravensburger AG mit der Vorhaltung stehen hier, .doc-Datei 

Zum Ravensburger Puzzle schreibt der holländische Blitz: Dann ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis die ersten Antideutschen sich melden und fragen, und vielleicht auch erklaeren, wie es zum antisemitischen Israel-Teilungsbeschluss der UNO vom 29. November 1947 hatte kommen koennen. Met godlochenaarsgroeten en beste wensen uit het land der dammen en dijken. T:I:S, 4. Dezember 2007: Dank je wel!

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François Burgat

Modernisierer und Islamisten

Das Etikett "Islamist" ist gefährlich, weil es unterstellt, daß die Handlungen, mit denen es versehen wird, nur ideologisch motiviert, also illegitim sein können. Im Idealfall sollte man Handelnde nur nach ihren Handlungen beurteilen und nicht nach dem Vokabular und den Bezügen, die sie verwenden, um sie auszudrücken und zu legitimieren. Dann würde man viel klarer sehen: gar manche selbstdeklarierten demokratischen Modernisierer würden als die Tyrannen erscheinen, die sie sind, und die systematisch ausgeschlossenen Islamisten als mögliche Partner für politische Liberalisierungs- und Modernisierungsprozesse.

Le label « islamiste » est dangereux car il sous entend que les actions de celui a qui il s’applique ne peuvent avoir de motivations qu’idéologiques et donc illégitimes. Dans l’idéal, il faudrait ne juger les acteurs que sur leurs actes et non sur le vocabulaire et les références qu’ils emploient pour les exprimer et les légitimer. On y verrait alors beaucoup plus clair : bien des modernisateurs démocrates autoproclamés apparaîtraient comme les tyrans qu’ils sont et les islamistes, systématiquement désavoués, comme de possibles partenaires des processus de libéralisation politique et de modernisation. (1)

T:I:S, 30. Oktober 2007

 (1) François Burgat: Face à l’Islamisme : l’autisme ! Regards, September 2007

Mehr von Burgat unter Islamophobie

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Anti-Palästina-Lobby reicht bis Heppenheim 

Friedenspreisträger soll nicht reden. Martin-Buber-Haus: Vortrag mit Reuven Moskovitz abgesagt – Rektor Kühn lädt in die Heppenheimer Buberschule ein. echo online. Dank an Claudia Karas.

T:I:S, 29. Oktober 2007

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317 britische Jüdinnen und Juden... 

...haben einen offenen Brief an den britischen Außenminister David Miliband geschickt: Israel nutze seine gewaltige militärische Überlegenheit zur Terrorisierung eines ganzen Volkes. Mit Hamas sei sofort zu reden. Der Brief erschien als ganzseitige Anzeige in der Times vom 27. September 2007 auf Seite 38. Zu den Unterzeichnerinnen zählen Lady Dahrendorf, Paul  Oestreicher, Eric J. Hobsbawm und Hanna Braun

Jews for Justice for Palestinians, .pdf-Datei. T:I:S, 29. September 2007

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Zum ewigen Kriege

Lobby gegen unterschiedliche Lösungen für Palästina aus dem Jahre 2003

Uri Avnery erhofft sich Frieden im Nahen Osten durch eine Zwei-Staaten-Lösung. Doch "Avnery ist blinder Verfechter palästinensischer Positionen, früher der Fatah-Partei und neuerdings der Hamas."(1) 

Tony Judt erhofft sich Frieden von einem einzigen Staat in Palästina aus beiden großen Bevölkerungsgruppen. Indes: "Das ist ein antijüdischer Vorschlag, denn es würde bedeuten, dass Juden in so einem Staat alsbald die Minderheit wären und höchstens von der islamisch-arabischen Mehrheit toleriert würden, von Schlimmerem ganz zu schweigen."(2)

Die Anti-Palästina-Lobby will keinen Frieden: Ihre Judäomanie verschafft dem Rüstungskapital traumhafte Renditen und dem Nahen Osten ewigen Krieg.

2003 haben Judt und Avnery ihre jeweiligen Friedensvorstellungen dargelegt.

Tony Judt: Israel: Die Alternative. Blätter für deutsche und internationale Politik, Ausgabe 12/2003, Seite 1472 bis 1479; Israel: The Alternative. The New York Review of Books, Volume 50, Number 16 · October 23, 2003

Uri Avnery: Die Utopie des binationalen Staates. Blätter für deutsche und internationale Politik, Ausgabe 12/2003, Seite 1480 bis 1484

Die Lobby wird keine von beiden Lösungen zulassen. 

T:I:S, 28. September 2007. Tony Judt ist tot. Judt im Video, Minute 22:40 bis 24:25, 45:20 bis 46:31 und 49:07 bis 50:00 über die Lobby des israelisch-US-amerikanischen Rüstungskapitals. T:I:S, 9. August 2010

Anmerkungen 

(1) Ulrich W. Sahm: Neues vom Eitzes-Geber. Die Achse des Guten, 27. März 2006

(2) Clemens Heni: Sozialdemokratischer Antisemitismus: Die Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte im Jahr 2007. Hagalil, 10. September 2007. Heni greift in seinem länglichen Beitrag die lesenswerte Rezension einer kriegstreiberischen Aufsatzsammlung an: Rudolf Walther:  Rhetorik des Verdachts. „Neu-alter Judenhass“. Ein Sammelband von Klaus Faber u.a. macht es sich sehr einfach. In: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, 54. Jahrgang, 2007, Heft 6, S. 75-77, .pdf-Datei. 

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Evelyn Hecht-Galinski

"Du darfst das sagen" 

Interview in der Badischen Zeitung vom 1. September 2007 mit Evelyn Hecht-Galinski über jüdische Kultur in Deutschland, den Einfluss der Israel-Lobby und ihren Vater, den ersten Zentralratsvorsitzenden - Auszüge*

...

Hecht-Galinski: Dass die ursprüngliche deutsch-jüdische Kultur von den Nazis ausgerottet wurde, muss ich nicht erwähnen. Heute haben wir zwar eine Inflation jüdischer Kulturtage, aber die meisten sind eigentlich israelische Tage und werden von der Lobby und dem Zentralrat dazu benutzt, aktuelle Israelpolitik zu verkaufen. Wir als "Jüdische Stimme" gründen uns jetzt als Verein, um mitreden zu können. Wir wollen nicht missbraucht werden als Juden für eine Politik, die wir für menschenrechtswidrig halten.

Hecht-Galinski: ... da wird schon den Jugendlichen der zionistische Gedanke vermittelt, dass das Heil im Staate Israel liegt und sie doch besser alle nach Israel gehen sollten. Das finde ich sehr bedenklich...

BZ: Sie selbst sind doch eine Gegenstimme, Sie bezeichnen sich als Antizionistin.
Hecht-Galinski: Ja, aber das Problem ist, dass Israelkritiker und Zentralratskritiker diffamiert werden. Ich bin zum Beispiel eine "voller Selbsthass steckende Jüdin"

BZ: So etwas bekommen Sie zu hören?
Hecht-Galinski: Sicher. Auch die Holocaust-Opfer werden missbraucht für diese Politik. Wobei nicht wenige von ihnen aus Israel nach Deutschland kommen, um hier einen besseren Lebensabend zu verbringen, als in diesem militärisch hochgerüsteten Israel, das jeden Cent für die Rüstung ausgibt.
...

BZ: Dass Sie in der Minderheit sind, würden Sie aber nicht bestreiten?
Hecht-Galinski: Nein, das ist wahr. Aber inzwischen schließen wir uns in ganz Europa zusammen und auch in den Vereinigten Staaten. "Europäische und amerikanische Juden für einen gerechten Frieden." Viele haben mal klein angefangen.

BZ: Verpflichtet nicht das Jahrhundertverbrechen, das im deutschen Namen vor siebzig Jahren an den Juden verübt wurde, jede Bundesregierung zu einer wohlmeinenden Haltung gegenüber Israel?
Hecht Galinski: Nein, das kritisieren und dagegen protestieren wir. Dass man gute Beziehungen pflegt, ist ja in Ordnung. Aber das darf nicht zur Billigung einer Politik führen, die Menschenrechte mit Füßen tritt. Das wäre eine Schande für Deutschland.

BZ: Aber das Existenzrecht Israels steht für Sie nicht zur Debatte?
Hecht-Galinski: Nein. Wohl aber das Existenzrecht des Staates, der jetzt so in diesen Grenzen existiert.
...

BZ: Denkt der Zentralrat eigentlich demokratisch?
Hecht-Galinski: Nicht die Spur. Er hat es etwa geschafft, jegliche Kritik als Antisemitismus zu diffamieren. Damit hat er selbst Nachkriegsgenerationen so eingeschüchtert, dass sie den Mund nicht mehr aufmachen. Meine Freunde sagen immer: Ja, du darfst das sagen, aber wir nicht. Das Schlimmste in Deutschland ist ja, als Antisemit zu gelten.

BZ: Die Antisemitismuskeule wird zu früh herausgeholt? Dann hätte Martin Walser ja recht.
Hecht-Galinski (lacht): Ja, obwohl ich kein Freund von Herrn Walser bin — denn er ist nicht die richtige Person, so etwas anzuprangern, und er hat es am falschen Ort getan, in der Paulskirche — , aber da hat er mal etwas Richtiges gesagt.

BZ: Prägt der Zentralrat die Wahrnehmung der jüdischen Kultur in Deutschland?
Hecht-Galinski: Leider ja. Und die israelische Botschaft prägt mit, samt Organisationen wie "Honestly Concerned" , "I like Israel" und andere.

BZ: Fürchten Sie nicht, Antisemiten und Rechtsradikalen in Deutschland als Kronzeugin zu dienen?
Hecht-Galinski: Nein, die wird es immer geben. Was da in Ostdeutschland vorgeht, dagegen nützen nicht immer mehr Millionen für die Bildung sondern nur eine harte Polizeihand. Und viele Leute wird man auch nicht ändern können, egal was der Zentralrat sagt oder was ich äußere. Im Gegenteil, das ist ja die Politik des Zentralrats, gegen die wir uns wehren, dass wir alle schweigen sollen mit dem Argument, immer wenn Ihr den Mund aufmacht, spielt Ihr den Antisemiten in die Hände. Ich sehe dagegen Israels Politik den Antisemitismus stärken.
...

BZ: Wenn Sie sich die Zentralratschefs so anschauen, Galinski, Lewin, Nachmann, Bubis, Spiegel oder jetzt Frau Knobloch, wer überzeugt Sie da am meisten?
Hecht-Galinski: Ehrlich gesagt keiner. Mein Vater hatte da noch am ehesten originelle Motive. Er kam aus dem KZ und nahm sich vor, wieder jüdisches Leben in Deutschland aufzubauen. Er hat auch nie auf gepackten Koffern gelebt. Und ich wuchs deshalb völlig integriert auf. Meine Mutter wollte immer nach Amerika auswandern, mein Vater nur sehr ungern. Dann kam ich glücklicherweise zwei Monate zu früh zur Welt, damit war der Fall erledigt und mein Vater konnte seine Arbeit hier weitermachen.

BZ: Sie wären nicht gern Amerikanerin geworden?
Hecht-Galinski: Nein, heute erst recht nicht.

BZ: Allerdings ist jüdische Kultur in New York, Boston oder Chicago viel präsenter, selbstverständlicher und selbstbewusster als in Deutschland.
Hecht-Galinski: Das schon. Allerdings hatte ich Pech mit meiner amerikanischen Gastfamilie in New York, in der ich als Jugendliche war. Da wurde von morgens bis abends nur über Auschwitz gesprochen. Es war die Hölle. Ich habe es nicht mehr ertragen.

BZ: Stört es Sie eigentlich, wenn man Sie als Nestbeschmutzerin bezeichnet?
Hecht-Galinski: Nein, damit kann ich wunderbar leben, weil es nicht stimmt.

BZ: Und fühlen Sie sich manchmal bedroht?
Hecht-Galinski: Nein, ich werde auch weiter öffentlich auftreten. Ich fühle mich ganz normal und kein bisschen verfolgt. Das hat auch mit meiner Herkunft zu tun. Mein Vater war zwar im KZ, aber ich bin danach ganz "normal" erzogen worden, wir hatten ein offenes Haus und auch immer nichtjüdische Freunde und Besucher.

BZ: Wann waren Sie zuletzt in einer Synagoge?
Hecht-Galinski: Schätzungsweise 1992.

BZ: Was bleibt vom Jüdischsein, wenn man nicht religiös ist? Eine Weltanschauung?
Hecht-Galinski: Die Abstammung. Und eine Wertegemeinschaft, wenn auch eine zerstrittene.

*Evelyn Hecht-Galinski, geboren 1949 in Berlin, ist Tochter des ersten Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Heinz Galinski (1912— 1992). Sie lebt mit ihrem Ehemann in Malsburg -Marzell. Das vollständige Interview ist im Palästina Portal wiedergegeben.

T:I:S, 3. September 2007

Siehe auch Existenzrecht, Wehe dir, Israel !, Holocaust, Honestly Concerned, I like Israel, Identität 

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Thomas Immanuel Steinberg

Erfolglose Juden in der Weimarer Republik

Oberflächliche Sozialgeschichte als Propagandawaffe 

Zur europäischen Kolonialpolitik gesellte sich stets Kolonialpropaganda. Eroberung, Beherrschung, Ausplünderung und gelegentlich Vernichtung anderer Völker waren stets begleitet von der Behauptung, die Kolonialvölker seien minderwertig. So propagierte  der große Geist Immanuel Kant: 

·  In den heißen Ländern reift der Mensch in allen Stücken früher, er reicht aber nicht die Vollkommenheit temperierter Zonen. Die Menschheit ist in ihrer größten Vollkommenheit in der Race der Weißen. Die gelben Indianer haben schon ein geringeres Talent. Die Neger sind weit tiefer, und am tiefsten steht ein Theil der amerikanischen Völkerschaften. Die Mohren und andere Völker zwischen den Wendekreisen können gemeiniglich erstaunend laufen. Sie sowohl als andere Wilde haben auch mehr Stärke als andere civilisirte Völker, welches von der freien Bewegung, die man ihnen in der Kindheit verstattet, herrührt. Die Hottentotten können mit bloßen Augen ein Schiff in eben einer so großen Entfernung wahrnehmen, als es der Europäer mit dem Fernglase vermag.

·  Die Mohren ...haben eine dicke Haut, wie man sie denn auch nicht mit Ruthen, sondern gespaltenen Röhren peitscht, wenn man sie züchtigt, damit das Blut einen Ausgang finde und nicht unter der dicken Haut eitere

·  Die Negers von Afrika haben von der Natur kein Gefühl, welches über das Läppische steigt.

Quellenangaben unter http://de.wikipedia.org/wiki/Neger 

Heute überfallen, beherrschen, berauben und vernichten die US-Imperialisten und ihre europäischen Verbündeten viele Völker in Asien und Afrika, vor allem muslimische. Da der koloniale Rassismus eines Immanuel Kant etwas aus der Mode gekommen ist, bedienen sich heutige Propagandisten nicht mehr des Begriffs Rasse, sondern des Begriffs Kultur. Die Kultur der Imperialisten sei der des Islam überlegen.

Ein Kulturalist 

Einer will das beweisen, und zwar in der angesehenen Zeitschrift Merkur vom 2. November 2006: Siegfried Kohlhammer. Der unterschiedliche wirtschaftliche Erfolg von Völkern und Bevölkerungsteilen habe kulturelle Grundlagen, behauptet Kohlhammer. Auf seinem Ritt durch die Menschheitsgeschichte und um das Erdenrund trägt er zusammen, was seine These zu bestärken scheint. Er streift kaum Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnisse und klärt nicht, was denn unter wirtschaftlichem Erfolg zu verstehen sei. Muslime und Afrikaner jedenfalls seien wirtschaftlich erfolglos, Europäer, Japaner, Chinesen und Juden erfolgreich. 

Was Kohlhammer über die Kultur der Juden erzählt, sei herausgegriffen: Juden, deren nominelle Erben sich heute als israelische Juden an der Ausplünderung und Vertreibung der teils islamischen Palästinenser beteiligen und den US-amerikanischen Imperialisten bei ihren Feldzügen gegen islamische Völker ideologisch und waffentechnisch zur Seite stehen. Er schreibt: 

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das durchschnittliche Einkommen eines deutschen Juden dreimal so hoch wie das seiner christlichen Mitbürger. Obwohl nur 5 Prozent der Bewohner Berlins damals Juden waren, kamen sie für 31 Prozent der Einkommensteuer der Stadt auf. In den USA sind die Juden heute die Gruppe mit dem höchsten Durchschnittseinkommen, 1969 war es um 80 Prozent höher als das der anderen Amerikaner. Auffällig hier wie dort war und ist die außergewöhnliche Lern- und Bildungsbereitschaft der Juden, was sich in ihrem weit überproportionalen Anteil im sekundären und tertiären Ausbildungsbereich sowie an den Wissenschaftlern vieler Sparten zeigt.

Kohlhammer schließt: 

Erfolg und Mißerfolg der Einwanderer hängt weniger davon ab, wie man auf sie im Gastland reagiert, sondern davon, wie sie auf das neue Land reagieren, wie sie dort agieren. Und das hängt wesentlich von ihrer Kultur ab. Rassismus und Diskriminierung bieten also, wie das Beispiel der Chinesen und Japaner und Juden zeigt, keinen überzeugenden Grund für den wirtschaftlichen Mißerfolg von Immigrantengruppen – es sei denn in extremen Fällen staatlichen Zwangs bis hin zur Vertreibung.

Waren die Juden in Deutschland wirtschaftlich erfolgreich, wie Kohlhammer behauptet? Und das wegen ihrer Kultur? Die These klingt wie eine judäophile Umkehrung der judäophoben Nazipropaganda. Denn Kohlhammer benennt keinen Zeitraum für seine These, geht nicht auf Schichtenspezifika ein und erklärt die Herrschaftsverhältnisse insgesamt für sekundär. Ohnehin läßt er die jahrhundertelang armen Ostjuden beiseite.

Ein Wissenschaftler 

Ein anderer Autor hat über den wirtschaftlichen Erfolg speziell der deutschen Juden im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts sorgfältig recherchiert, nämlich 

Abraham Barkai: Die Juden als sozioökonomische Minderheitsgruppe in der Weimarer Republik. In: Juden in der Weimarer Republik. Skizzen und Portraits. Herausgegeben von Walter Grab / Julius H. Schoeps. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschft, 2., veränderte Auflage 1998, S. 330 – 346

Barkai zieht Statistiken über die sozioökonomische Lage der Juden in Deutschland vor und nach dem Ersten Weltkrieg heran. Er vergleicht sie mit der Lage der nicht-jüdischen Deutschen und gewinnt 

das Bild einer vornehmlich mittelständischen Bevölkerungsgruppe. Sie bestand im wesentlichen aus Besitzern kleiner und mittlerer Handelsfirmen und den von ihnen beschäftigten jüdischen Angestellten, die im Laufe der Wirtschaftskrise und des verschärften antisemitischen Boykotts fast nur noch in jüdischen Betrieben Arbeit fanden. Daneben gab es einige Tausend Handwerker, hauptsächlich in den Bekleidungsbranchen konzentriert, und eine wachsende Anzahl selbständig praktizierender Rechtsanwälte und Ärzte. Dies bedeutet, daß die Juden in ihrer Mehrheit auch in der Periode rapider Hochindustrialisierung und kapitalistischer Konzentration im „alten Mittelstand“ steckengeblieben waren. Die ihnen immer zugeschriebene wirtschaftliche Wendigkeit hatte sich nicht bewährt. Sie hielten an ihren überkommenen Berufen und ihrem selbständigen Sozialverhältnis auch dann noch fest., als diese ihnen schon längst keine wirtschaftlichen Vorteile mehr versprachen. „Der Drang der Juden nach unabhängigen wirtschaftlichen Stellungen, ob geboten aus innerer Haltung oder durch Zwang seitens der Umgebung, mag die Anpassungsfähigkeit der Juden an die sich verändernden Formen des wirtschaftlichen Lebens im industriellen Deutschland vermindert haben.“ 

Barkai zitiert hier E. Bennathan: Die demographische und wirtschaftliche Struktur  der Juden. In: W. E. Mosse / A. Pauker, Hrsg., Erscheinungsjahr 1932. Zur Judenfrage in der Endphase der Weimarer Republik. Tübingen 1966, S. 126

Anachronistische Präferenz der Juden

Barkai fährt weiter unten fort: 

Vergleicht man die jüdische Bevölkerung mit ihrer eigentlichen Bezugsgruppe, nämlich dem städtischen Mittelstand der Jahre 1925 oder 1933, so verringert sich ihr Vorsprung sehr erheblich, wenn er nicht gar bei einzelnen Berufsgruppen ins Gegenteil umschlägt. Für den überzeitlichen Trend steht fest, daß sich die jüdische Wirtschaftssituation bereits in der Vorkriegszeit relativ zu verschlechtern begann, und die Krisen der Nachkriegszeit beschleunigten diesen Prozeß noch sehr erheblich. Wie der gesamte Mittelstand wurden auch die Juden durch die Nachkriegsinflation stärker betroffen als andere Gesellschaftsschichten... Die große Masse kleiner Ladenbesitzer und Händler verlor ihre Ersparnisse, und die bei den Juden verhältnismäßig große Zahl von Rentnern und Pensionären litt unter dem realen Wertschwund ihrer festen Einkommen. Als Folge der Überalterung der jüdischen Bevölkerung war der Prozentsatz der von der Wohlfahrtspflege unterstützten Juden doppelt so groß wie der der Gesamtbevölkerung, und selbst in Berlin, wo die höchsten jüdischen Einkommen konzentriert waren, wurde zwischen 1912 und 1925 eine Abnahme der jüdischen Realeinkommen verzeichnet.

Die Wirtschaftskrise, die 1929 ausbrach, verschärfte diese Tendenzen noch sehr erheblich und traf auch den „neuen“ jüdischen Mittelstand, also die Masse der jüdischen Angestellten, stärker als den nichtjüdischen. Die Konzentration jüdischer Wirtschaftstätigkeit in den Bekleidungsbranchen, deren Nachfrage in der Krise stärker zurückging als die anderer Konsumprodukte, wirkte sich negativ sowohl für die jüdischen Selbständigen als auch für die von ihnen beschäftigten Angestellten und Arbeiter aus... Die gruppenspezifische Berufsstruktur der Juden und die anachronistische Präferenz wirtschaftlicher Selbständigkeit wirkten sich in den Weimarer Jahren voll zu ihrem Nachteil aus...

Der Anschein trog 

... Von den Juden „beherrscht“ waren in der Weimarer Republik nur einige wenige, als wirtschaftliche Machtpositionen unbedeutende Spezialbranchen: Von den über 30 000 Viehandelsfirmen waren um 1930 wohl mehr als die Hälfte in jüdischen Händen. Starken jüdischen Anteil wiesen vor allem die Konfektionsbranchen und der Schuhvertrieb, einzelne Zeige des Metallhandels und die Privatbanken auf, die bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts an wirtschaftlicher Bedeutung verloren hatten. (1) Zählen wir noch die bereits erwähnten jüdischen Ärzte und Rechtsanwälte hinzu, so ist die Liste der von den Juden „beherrschten“ Wirtschaftszeige ziemlich erschöpft. Als wirtschaftliche Machtfaktoren und politische Einflußhebel hatten diese von früheren Generationen überkommenen Stellungen kaum Bedeutung. Aber sie waren fast überall auffallend sichtbar! Bergwerksbarone und Industriemagnaten operierten im geschlossenen Kreis diskreter Verbindungen und Konferenzzimmerabsprachen, selbst im Medienzeitalter weitgehend unter Ausschluß der Öffentlichkeit. Aber jeder, der in der Weimarer Republik einen Mantel oder Konfektionsanzug brauchte, stieß auf die jüdischen Geschäfte, jeder Bauer im westdeutschen Gebiet auf den jüdischen Viehhändler oder Weinankäufer.“

Im Lichte der genauen Untersuchung Barkais erweist sich Kohlhammers Sicht, was die wirtschaftliche Lage der deutschen Juden vor der Naziherrschaft anlangt, als ebenso vorurteilsbeladen wie die der Nazis, mit umgekehrtem Vorzeichen. Doch spricht Kohlhammer nicht von jüdischer Rasse, sondern von jüdischer Kultur. Der Zweck ist der gleiche: zu suggerieren, eine Gruppe, hier – neben anderen – die jüdische,  sei mehr wert als die Gruppe der Muslime und der Afrikaner.

T:I:S, 31. August 2007. Dank an die Löwengäßlerin

Anmerkung

(1) Der jüdische Vater meines Vaters vertrieb in den 20er Jahren in Berlin Schuhe. Einer seiner Brüder nannte sich Bankier. Beide verarmten vor 1930. T:I:S 

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American Jewish Committee: Wer nicht Zionist ist, ist Antisemit.

Das American Jewish Committee hat eine ältere Polemik des Anti-Palästina-Lobbyisten Alwin H. Rosenfeld mit einem linkisch gewählten Titel ins Netz gestellt. Ihr zufolge besteht die Crème de la Crème der NeoCon-Gegner aus Antisemiten. Gelistet werden Noam Chomsky, Michael Neumann, Tony Judt, Norman Finkelstein, Hilary und Steven Rose; und die Organisationen A Jewish Voice for Peace, Jews for Peace in Palestine and Israel, Students for Justice in Palestine, das Labor Committee for Peace and Justice und der International Solidarity Movement. Als Popanz errichtet der Autor Jacqueline Rose, deren Mumpitz er treffend in die Psychohistorie einordnet.

"Progressive" Jewish Thought and the New Anti-Semitism, Date: 12/6/2006, herausgegeben vom American Jewish Committee, .pdf-Datei

T:I:S, 3. August 2007

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Juden nicht erwünscht 

Der Kanadische Jüdische Rat hat die Kanadischen Juden für den Frieden in Nahost aus dem Verband ausgeschlossen. .doc-Datei, Französisch und Englisch

T:I:S, 4. Juli 2007

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Thomas Immanuel Steinberg

EKD-Bischöfe gegen Groß-Israel

Bei flickr wird berichtet, diese Karte habe als Vorlage für die Karte gedient, die auf der Pressekonferenz des EKD-Rates in Jerusalem verteilt wurde, siehe unten.

Die nicht verteilte Vorlage findet sich auf einer offiziell anmutenden Internetseite mit dem Titel "Israel Science and Technolgy Homepage" mit der URL http://www.science.co.il/Israel-info.asp. Betreiber ist Israel Hanukoglu, Ph.D., vormals Wissenschaftsberater des israelischen Premierministers von 1996 bis 1999, Benjamin Netanyahu. Die Karte erwähnt den Gaza-Streifen und die Golanhöhen, jedoch nicht die Westbank. Sie erweckt den Eindruck, als gehörten alle drei von Israel besetzten Gebiete zu Israel.

Das ist falsch. 

Die Bischöfe haben die falsche Karte korrigieren lassen und die falsche Bezeichnung "Israel" für das auch in der korrigierten Version einheitlich grundierte, schwer benennbare Gebiet weggelassen.

Die Bischöfe teilen nicht die Groß-Israel-Ambitionen Netanyahus und seiner zionistischen Parteigänger. Ulrich W. Sahm und der private Fernsehsender n-tv, siehe unten, wollen offenbar Henryk M. Broder und den Spiegel an Radaujournalismus noch übertreffen.

T:I:S, 19. April 2007

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Thomas Immanuel Steinberg

n-tv-Dünste

Ulrich W. Sahm wird vom privaten Fernsehsender n-tv bezahlt und wohnt in Jerusalem. Jüngst bekam er dort vom evangelischen Bischof Wolfgang Huber einen Nahost-Kartenausschnitt:


Auf dem Kartenausschnitt sehen wir je einen Zipfel vom LIBANON, von SYRIEN, JORDANIEN und ÄGYPTEN. ÄGYPTEN – in Großbuchstaben – steht nicht drauf, sondern Sinai, in Kleinbuchstaben. Sinai ist eine Region von Ägypten, deshalb die Kleinbuchstaben. 

Und dazwischen liegt ein schwer benennbares, und auf dem Kartenausschnitt tatsächlich auch unbenanntes Gebilde. Ist es das, was der Zionist Olmert und sein Stellvertreter, der faschistische Minister für strategische Angelegenheiten, Avigdor Lieberman, als das Ihre anstreben? Ist es das, was der israelische Staat mit seinen jüdischen Bürgern und seinen nicht-jüdischen Unterbürgern teils besitzt, teils besetzt hält? Für das eine wie das andere fehlt ein griffiger Name. 

Was sah n-tv-Journalist Sahm auf der Karte? Dem namenlosen Ding fehlt der Name. Und das drückte er so aus: 

Auf einer Nahost-Landkarte, von EKD-Bischof Wolfgang Huber bei einer Pressekonferenz in Jerusalem an Journalisten ausgeteilt, sind Libanon, Syrien, Jordanien und ein Staat namens 'Sinai' eingetragen. Ebenso gibt es da einen Gazastreifen, eine Westbank und 'von Israel besetzte' Golanhöhen. Nur ein Staat mit Städten wie Tel Aviv, Rischon Lezion und Haifa, hat keinen eigenen Namen! Das entspricht offiziellen palästinensischen oder arabischen Landkarten auf denen auch nur die Umrisse eines namenlosen Staates erkennbar sind. Erstaunlicherweise bereisen die deutschen evangelischen Bischöfe zurzeit einen Staat, der nicht einmal auf der von ihnen selber verteilten Landkarte existiert: Israel. 

Sinai, den klein gedruckten Namen für den Landesteil Ägyptens, blödelt Sahm zu einer Staatsbezeichnung hoch, um dann dem Bischof kartographische Leugnung der Existenz Israels unterzuschieben. 

Sahm stänkert.

Oberkirchenrat Christof Vetter von der EKD widersprach dem Stänkerer, nahm nichts zurück und bedauerte nichts. Und was wählt n-tv, der Sender im Besitz von RTL, für Vetters Gegendarstellung als Überschrift? 

Die EKD bedauert.

n-tv ist so verrottet wie der Staat Israel.

T:I:S, 14. April 2007

Quelle: n-tv

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Treffender Begriff 

Der Broderliner Hector Calvelli nennt den wissenschaftlichen Mitarbeiter der Abgeordneten Kerstin Müller, Arne Behrensen, einen Parvenü.

Ein Parvenü (von französisch: parvenir, zu etwas gelangen) ist ein Emporkömmling, eine in der ersten Generation zu Reichtum gekommene Person, der die Unfähigkeit unterstellt wird, sich an die besseren Kreise anzupassen. Es ist ein abfälliger Ausdruck mit der Nebenbedeutung des Unkultivierten und Ungebildeten, der besonders von Adligen für Aufsteiger am Hofe gebraucht wurde. Entsprechend wurden später auch Neureiche von den traditionell Wohlhabenden ebenfalls abschätzig als Parvenüs bezeichnet. [Wikipedia] 

Hector Calvelli ist reaktionär wie der Adel 1890, dünkelhaft wie die Ex-Wehrwirtschaftsführer 1955 und abschätzig wie Broder 2007.

Siehe auch Hector Calvelli, T:I:S, 27. März 2007

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Diagnose: schwerer Rassismus

Unter dem Pseudonym Bastian Engelke hat Telepolis/Heise nach allen Regeln der Kunst den verhaltensgestörten Weblog Politically Incorrect untersucht, zur Replik der Blog-Betreiber verlinkt und auf die Replik repliziert. Die Diagnose: Politically Incorrect ist von schwerem Rassismus befallen. 

Politically Incorrect war Unterstützer der Groß-Demonstration am 28. Januar 2007 in Berlin gegen die Politik des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, die von über 90 jüdischen Gemeinden und zionistischen Organisationen unterstützt wurde.

T:I:S, 9. März 2007

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Noch alles ahoi da oben? 

Palästinensische Arbeiter erstechen wieder und wieder heimtückisch ihre israelischen Arbeitgeber - und klagen lautstark und überrascht über den Verlust ihrer Arbeitsplätze in Israel. 

Aus einem offenen Brief des Dipl.sc.pol. Leo Sucharewicz, ILI - I Like Israel e.V., Vorstand, an die Pilger-Bischöfe. Sucharewicz führte am 28. Januar 2007 die Groß-Demonstration in Berlin gegen die Politik des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad an, die von über 90 jüdischen Gemeinden und zionistischen Organisationen unterstützt wurde.

T:I:S, 9. März 2007

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Günter Schenk 

Die Bischöfe aus Deutschland haben berichtet, wo anderen Berichten kein oder kaum Gehör geschenkt wurde.

Sehr geehrte Frau Karas, 

mit Interesse las ich die von Ihnen weiterverbreitete Mitteilung des Thomas Immanuel Steinberg. Natürlich hat SteinbergRecherche Recht, legt seinen Finger in die Wunden eines Staates, der einst gegründet wurde, um verfolgten Juden der Welt einen sicheren Hafen zu geben. 

Das aber ist lange Geschichte, und Sie sollten doch wissen, dass schon die Gründung dieses "sicheren" Hafens auf Terror gebaut war. Zahlreiche Empfänger Ihrer Mail wissen dies vielleicht nicht. Die Berichte über jüdische Terroraktionen sind Legion und in der Bibliothek jedes Institutes für neuere Geschichte nachzulesen, z.B. bei Simcha Flapan. (1) 

Israel - auf Terror gegründet

Der Terror richtete sich aber im Falle Israels nicht, wie das bedauerlicherweise, ja oft wohl notwendigerweise, in fast allen kolonisierten Staaten zur Zeit der Entkolonisierung üblich war, allein gegen die damalige britische Mandatsmacht für Palästina. Anders, als man ihnen versprochen hatte, fanden die einwandernden Menschen nämlich kein menschenleeres Land vor. Nein, der wirkliche Terror von für den Nahen Osten historischer Dimension fand seinen ersten Höhepunkt in der Ermordung der Einwohner ganzer palästinensischer Ortschaften und der daraus folgenden Massenflucht. Deir Yassin steht hier stellvertretend für zahlreiche andere... Wie so oft, führte aber die Gründung, erbaut auf Terror, nicht zur gewünschten Sicherheit, sondern ist der Grund für den Scherbenhaufen, den dieser Staat im ganzen Nahen und Mittleren Osten seitdem geschaffen hat. 

Damals schon schaute die durch den grausamen europäischen Judenmord gelähmte Welt untätig zu. Später dann, nach mehreren Angriffskriegen, siehe Forschungsergebnisse der angesehenen "Neuen Historiker" in Israel (2) gegen seine Nachbarn, nachungezählten Nichtbeachtungen von UNO-Resolutionen wurde der auf Gewalt gegründete letzte Kolonialstaat des 20. Jahrhunderts hoffähig, ungeachtet seines notorischen Zuwiederhandelns gegen immer mehr Resolutionen der UNO. Es war ja allzu verständlich: Das schlechte Gewissen war in vielen Ländern allgegenwärtig. 

Israelische Kriege

Kriege gegen die schwachen Nachbarn wurden vom Zaun gebrochen, die ohne erhebliche materielle Hilfe des Westens, dabei nicht unwesentlich durch die deutsche Rüstungswirtschaft, die jedes Mal mit einer Erweiterung des vorher geflissentlich nie abgesteckten Staatsgebietes, dieses auf fremdem Boden, nach Vertreibungen und fortgesetztem Landraub, endeten. 

All dies weiß natürlich jeder Kenner der neueren Geschichte (ich hoffe, Sie entschuldigen mir die Nichterwähnung uralter historischer oder ahistorischer Mythen). Allein, es gehört sich offensichtlich einfach nicht, dies zu benennen. Genauso wenig, wie es sich zu gehören scheint, auf die fortwährende schleichende Vernichtung aller gewachsenen Kultur und gesellschaftlichen Lebens im besetzten Palästina hinzuweisen. 

Wer in Deutschland weiß schon, wie die Welt für deutsche Juden von der Zeit der Naziherrschaft bis zum Beginn des 2. Weltkrieges aussah? Wer will wissen, wie das Leben für Juden in Deutschland aussah, in den dunklen Jahren, bevor deutscher Rassewahn auch vor der letzten Schranke, dem Massenmord, irgendwo im Fernen Polen, dort, wo niemand so recht hinschauen konnte oder wollte, oder hinter Stacheldrahtzäunen von Lagern, in die man lieber nicht hineinschaute, nicht mehr zurückschreckte? Verbot des Zuganges zu Gymnasien, zu Hochschulen und Universitäten, zumindest Behinderung, wo immer das möglich war,das war Realität für deutsche Juden bis zum Kriegsbeginn. Auch war erzwungene Auswanderung aus der geliebten und angestammten Heimat in Deutschland an der Tagesordnung. 

Parallelen

Waren all dies keine Verbrechen gegen die Menschlichkeit? frage ich Sie. Und nun, welche Parallelen gibt es zwischen diesen barbarischen Methoden und jenen, unter denen das palästinensische Volk nun schon im 40. Jahr (sic!) der Besatzung leidet? Das alles sahen auch die Bischöfe aus Deutschland. Und sie sahen es nicht nur, nein sie benannten es auch, genauso, wie es ist. Ohne den allzuoft in der Vergangenheit geübten "Schönsprech". Mit klaren, jedermann verständlichen Worten. 

Der Beweis? Die vor Wut schäumende Reaktion der verantwortlichen Täter und jener, die die Täter und ihre schändlichen Untaten decken oder die mit relativierendem Ja/Aber mehr zur Vernebelung als zur Klärung beitragen. Lassen Sie es mich deutlich ausdrücken: Nicht Juden sind die neuen Täter, es ist der Staat Israel, der das Leben der Palästinenser nun schon im 40. Jahr dem langsamen Erstickungstod zutreibt. Wenn aber Juden in unserem Land und anderswo meinen, diese "langsame Vernichtung eines Volkes" (*) als rechtens vertreten zu müssen, "entschuldigt" von einem absurden Sicherheitsargument, so machen sie sich ebenso mitschuldig wie all jene unter uns, Juden und Nichtjuden, Christen und Nichtchristen, die tatenlos zuschauen beim fortlaufenden Vernichtungswerk Palästinas. Ist es nicht gerade dies, das Vermächtnis aus der Geschichte, gerade für uns Deutsche, dass nie wieder Menschen wegen ihrer Herkunft, Zugehörigkeit, Religion oder Rasse bedrängt und gefährdet werden dürfen? 

Werte des humanistischen Judentums

Wer da aufschreit, ist kein Antisemit, er ist ganz gewiss auch kein Judenhasser, sondern er folgt jenen universalen Werten, die gerade das humanistische Judentum unserer Welt geschenkt hat, Werte so schamlos von Israel mit Füßen getreten, Werte, die sich nicht ernähren aus Nationalismus, Militarismus, Abgrenzung, Ablehnung alles Fremden, sondern auf Humanitas gegründet sind. Wie ich Ihnen, liebe Frau Karas, oben schrieb, kann man offensichtlich all dies in unserem Land denken, aber sagen, es beim Namen nennen, das gehört sich anscheinend einfach nicht, folgt man der erhitzten öffentlichen Diskussion um die Berichte der katholischen Bischöfe, am Ende ihrer Reise nach Israel, dem 1948 in Palästina errichteten Staat, um dessen Existenz es natürlich nicht geht, es sei denn, man meine einen kolonialen, sicher kaum in unsere Zeit gehörenden Apartheidstaat, der die im Lande heimische und mit der angestammten Heimat in Liebe verbunde Bevölkerung aus Gründen von Zugehörigkeit ausschließt. 

Die gleiche Feigheit

Erlauben Sie mir bitte, liebe Frau Karas, eine Vermutung: könnte es sein, dass es die gleiche Feigheit ist, damals und heute, die nicht hinschauen wollte und will, die die Greueltaten nicht beim Namen nennen wollte und will, die lieber mit "Schönsprech" die Verbrechen verharmlosten und nun erneut verharmlosen? Das, was dann aber später geschah, als die Schranken der Moralesetze der zivilisierten Menschheit außer Kraft gesetzt und mit Füßen getreten wurden, im Weltkrieg, das wissen wir und es gilt natürlich nicht, dies und jenes miteinander gleichzusetzen. Schließlich gilt der Vergleich der Vorsorge, Gleichsetzung ist eine unerlaubte Instrumentalisierung und führt nicht weiter. Die Verbrechen sind ungleich, wiewohl es gerade jetzt wieder gilt, den Anfängen zu wehren. Wer weiß schon, wohin es den Staat Israel noch treibt, wenn einmal die Welt woanders hinschaut? Wie schrieb dazu Frau Hecht-Galinski, gestern wiedergegeben in einer Depesche einer großen Presseagentur? "Die Verbrechen der Vergangenheit sind nicht mehr rückgängig zu machen, aber die jetzigen in Palästina". Dem ist kaum etwas hinzuzufügen. 

Schockierende Urteile

Dann aber wird niemand mehr sagen können: "Wir haben es nicht gewusst". Die Bischöfe aus Deutschland haben berichtet, wo anderen Berichten kein oder kaum Gehör geschenkt wurde. Darum ist es auch so wichtig, dass die katholischen Bischöfe nicht, wie allzuoft in der Vergangenheit, eine verbrämende Sprache der "politischen Korrektheit" gewählt haben, sondern ihren Gefühlen und ihrem Denken mit aller Betroffenheit,  jedoch mit Verantwortung für die Menschen in Israel und Palästina Ausdruck verliehen haben. Diejenigen, die nun laut schreiend und keifend sich getroffen fühlen, sollten darüber nachdenken, wie es zu schaffen ist, diese in der Tat schockierenden Urteile obsolet werden zu lassen. Noch ist es dafür nicht zu spät. Noch ist es Zeit, die seit fast 40 Jahren andauernde Besatzung über ein gequältes Volk zu beenden. Dann wird auch das, was die einen Widerstand, die anderen Terror nennen, ein Ende finden, zum Wohle aller Menschen, nenne man das dann Palästina oder Israel, das Land wird aufblühen als gemeinsame demokratische Errungenschaft nach langen, zerstörerischen Bruderkämpfen. 

Sollten für Sie, sehr geehrte Frau Karas, Fragen offen geblieben sein, so stehe ich Ihnen selbstverständlich gern zu weiteren Erläuterungen bereit. 

Mit freundlichen Grüßen 

Günter Schenk, 8. März 2007

Collectif judéo-arabe et citoyen pour la paix, Strasbourg
Coordination de l'Appel de Strasbourg pour une paix juste au Proche-Orient

http://www.eutopic.lautre.net/coordination/
 

* Ich erwähne hier die erst in diesen Tagen erschienene erschütternde Veröffentlichung des Mitgliedes von Gush-Shalom und der Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande, Frau Ellen Rohlfs "Nie wieder!" ? - Was geschieht eigentlich hinter der Mauer in Palästina? "Nur" Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder schleichender Völkermord?- eine Dokumentation - für eine Schutzgebühr von 10 € zu beziehen bei der Autorin Ellen.Rohlfs(at)freenet.de 

Überschriften von T:I:S, 8. März 2007

Anmerkungen von T:I:S 

(1) Simcha Flapan: Die Geburt Israels. Mythos und Wirklichkeit. Aus dem Amerikanischen von Karl Heinz Siber. Melzer Verlag, Neu Isenburg 2005; 400 S., 19,95 Euro; rezensiert von Ludwig Watzal im Parlament Nr. 32 - 33 / 08.08.2005
(2) z.B. Ilan Pappe: The Ethnic Cleansing of Palestine. Oneworld Verlag, Oxford 2006. 313 Seiten, 30,89 Euro; rezensiert in der Süddeutschen Zeitung vom 5. März 2007, S.35, von Heiko Flottau: Der Geburtsmakel Israels. Die Vertreibung der Palästinenser wird immer noch geleugnet.

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Thomas Immanuel Steinberg 

In the ghetto 

Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke hatte auf seiner Pilgerreise durchs Heilige Land in der Schoa-Gedenkstätte Yad Vashem die Bilder aus dem Warschauer Ghetto gesehen. Das sind erschütternde Bilder. Selbst einen Bischof, menschlicher Regungen nicht grundsätzlich unfähig, dürften diese Bilder erschüttern; sie werden auch den Eichstätter Bischof erschüttert haben. 

Am gleichen Tag fuhr der – vermutlich erschütterte – Bischof durch meterhohe, meterdicke Sperranlagen aus Mauern und Stacheldraht auf völkerrechtswidrig besetztem Gebiet in das Palästinenserreservat Ramallah. Alle, die je die Ghettoisierung der Palästinenser auf deren eigenem Boden besichtigt haben, sind erschüttert. Erlaubt sie doch immer weitere rein jüdische Siedlungen auf palästinensischem Gebiet mit Verkehrsverbindungen nur für Juden; der Judenstaat kann sich ausweiten, und die Palästinenser werden verjagt. 

Vermutlich war auch der Bischof von dem Anblick erschüttert. 

Beides, Warschauer Ghetto-Bilder und Palästinenser-Ghetto an einem Tag: Das fand Bischof Hanke „schwer zu ertragen“. Jeder fände das schwer erträglich. Mauer und Stacheldraht hier, Mauer und Stacheldraht da; verbrecherische Besatzung und Freiheitsberaubung hier, verbrecherische Besatzung und Freiheitsberaubung da; Opfergruppe hier, Tätergruppe da – wem ginge da nicht der Deckel hoch. 

Bischof Hanke empfand genau das, oder er simulierte glaubhaft dieses Gefühl, denn er schimpfte: „Da geht einem ja der Deckel hoch.“ Der geht jedem hoch angesichts der himmelschreienden Gemeinheit, die jüdische Israelis mit Unterstützung der Zionisten in aller Welt jeden Tag aufs Neue den Palästinensern antun. 

Selbst der Zentralrat der Juden in Deutschland behauptet, er wisse, daß die Situation der Palästinenser nicht leicht sei.

Wer aber deren Lage mit dem Leiden der Juden in den Ghettos der Nazis gleichsetzt, der hat aus der Geschichte nichts gelernt. Diese Äußerung hat antisemitischen Charakter.

So der Zentralrat. Doch Hanke hat nicht gleichgesetzt. Keines der Pressezitate deutet darauf hin. Nur der Zentralrat behauptet es. Die – vom Zentralrat wahrheitswidrig behauptete – Gleichsetzung habe judäophoben Charakter. 

Der Zentralrat ist offenbar verstandlos, oder er simuliert Unverstand: Er kann einfache Sätze nicht lesen. Er ist womöglich auch gefühllos – er teilt keine menschliche Regung. 

Er lebt offenbar in einem Ghetto. 

Eines seiner Mitglieder, der Psychologie-Professor Rolf Verleger, hat auf ein Türchen in der Mauer gewiesen. Der Zentralrat könnte es öffnen. Draußen ist bald Frühling. 

T:I:S, 7. März 2007  

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Diana Johnstone, Paris

Krieg der USA und Israels gegen den Iran droht, die Welt in Brand zu setzen.

Französische Zionisten und Faschisten rücken zusammen. 

Während die offizielle jüdische Gemeinde nach rechts gerückt ist, ist die Rechte an die jüdische Gemeinde herangerückt. Auf der extremen Rechten bemüht sich der Vieille-France-Kandidat Philippe de Villiers, Jean-Marie Le Pen auszustechen, indem er die Islamisierung Frankreichs an die Wand malt und die jüdische Gemeinde heftig umwirbt, deren rechter Flügel auch von den schmeichelnden Aufmerksamkeiten der Tochter und möglichen Nachfolgerin Le Pens, Marine Le Pen, profitiert. Eine derartige Positionierung stachelt die jugendlichen Einwanderer in den benachteiligten Vierteln zu anti-jüdischen Ressentiments auf...   

Lange Zeit besagte ein ungeschriebenes Gesetz, daß nur Juden – mit dem Risiko, als Selbsthasser bezeichnet zu werden – den Zionismus kritisieren durften. Aber die Dinge sind zu weit vorangeschritten. Die aggressive israelische Paranoia ist nicht nur eine jüdische Frage, vielmehr stürzt sie die ganze Welt in die Katastrophe. Auch die Nicht-Juden unter uns müssen ihre Stimme erheben und unseren jüdischen Freunden sagen: 

Wir wollen euch nicht töten, aber wir wollen auch nicht für euren jüdischen Staat sterben. Wir sind alle Menschen, und wir weigern uns, die Welt in einen Krieg zu stürzen, um Identitätsunterscheidungen aufrecht zu erhalten, die euch eine Menge bedeuten mögen, uns aber so gut wie nichts.

CounterPunch,  T:I:S, 9. Februar 2007

Siehe auch Identität und die anscheinende Annäherung zwischen dem flämisch-faschistischen Vlaams Belang (früher: Vlaams Blok) und den Zionisten vor allem in Antwerpen  

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Michel Friedman zur Kulturpflege in der Lage 

Luc Jochimsen, ehemalige Chefredakteurin des Hessischen Rundfunks und Bundestagsabgeordnete für die Linkspartei auf die taz-Frage, wer Sabine Christiansen ablösen soll: 

Mein Wunschkandidat ist Michel Friedman. Er ist in der Lage, eine Streitkultur zu pflegen.

T:I:S, 7. Februar 2007

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Britische Juden gegen den Board of Deputies of British Jews 

Prominente Juden opponieren gegen den Board of Deputies of British Jews. Sie äußern sich als Independent Jewish Voices  in einer Erklärung

... Der Kampf gegen den Antisemitismus ist unerläßlich. Er wird untergraben, wenn jede Opposition gegen die israelische Regierungspolitik automatisch als antisemitisch gebrandmarkt wird... Gegen diese Grundsätze wird verstoßen, wenn diejenigen, die im Namen der Juden in Großbritannien und andern Ländern sprechen, durchgängig die Unterstützung der Politik einer Besatzungsmacht über die Menschenrechte eines besetzten Volkes stellen.

Zu den Unterzeichnerinnen gehören Ellen Dahrendorf, Eric Hobsbawm, Harold Pinter, Richard Sennett und Avi Shlaim. Zu allen Guardian-Beiträgen unabhängiger jüdischer Stimmen in Großbritannien hier. Guardian-Artikel hier.

T:I:S, 5. Februar 2007

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Hector Calvelli hat Lizas Welt

 oder umgekehrt  –  mit Lametta behängt aus "wohlfeil" und "walten", "höchstselbst" und "Anliegen", "Unterfangen", "Support" und "just". Lesbar ist, daß auch die Deutsch-Israelische Gesellschaft die Berliner Groß-Demonstration am 28. Januar 2007, mehr siehe unten, meiden will. 

Die Redaktion Bahamas habe ihrerseits "wahnhaft", und "Projektion", und es sei "die Ebene der Verdachts, die hier ins Spiel kommt"...  Doch "damit denunziert sich die Rage der Bahamas im Kern selbst als antisemitisch." 

So hängt es nun, das Urgestein der antideutschen Ultra-Zionisten, urdeutsch und judäophob, zwischen lauter Christbaumschmuck.

Siehe auch Treffender Begriff, T:I:S, 26. Januar 2007

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Knut Mellenthin

Narrenfreiheit für Anti-Moslem-Hetze

Gibt es Moslemfeindlichkeit in Deutschland?

Ja, sagen mehrere Studien auf nationaler und europäischer Ebene. Ihnen zufolge sind antimoslemische Ressentiments und Diskriminierungen in Deutschland sogar relativ weit verbreitet. Nicht nur unter den Dummen im Land, sondern auch im sogenannten Bildungsbürgertum. 

Nein, sagt der Spiegel-Journalist Henryk Broder, Autor der politischen Aufklärungsfibel „Hurra, wir kapitulieren“, in der er die „Transformation Europas in einen islamischen Kontinent“ und die „vorauseilende Selbstaufgabe“ der europäischen Eliten vor dieser Entwicklung beklagt. Dem Zentralrat der Juden in Deutschland wirft Broder die Beteiligung an einem Symposion unter dem Titel „Antisemitismus, Islamophobie und Fremdenfeindlichkeit“ vor. „Er gibt damit dem Phantombegriff ‚Islamophobie’ den Anschein des Realen“, so Broder. 

Broders Urteil überrascht nicht. Findet sich doch unter den Links auf seiner „Offiziellen Homepage"auch ein Verweis auf die wohl übelste aller deutschsprachigen antimoslemischen Internetseiten, Politically Incorrect. Neben tendenziös ausgewählten und aufgemachten Nachrichten, in denen vor allem angebliche „Moslemfreunde“ angeprangert werden, bestehen die PI-Seiten überwiegend aus Blogs, wo die Leser ihre Kommentare plazieren können. Im Unterschied zur Mehrzahl der Internet-Blogs wird bei PI aber kaum gestritten. Das lässt auf eine strenge Auswahl der veröffentlichten Beiträge schließen. Umso mehr muss sich der Gründer und Betreiber von PI, der Sportlehrer Stefan Herre, für die dort zu lesenden volksverhetzenden Texte verantwortlich machen lassen. 

Was einige von Herres Anhängern zum Besten geben, würde vermutlich zu einem schnellen Ausschlussverfahren aus der NPD reichen. Moslems werden verächtlich nur als „Musels“ oder „Musel-Plebs“ bezeichnet, Verhöhnungen wie „Muselaffen“ sind gleichfalls beliebt. Im NS-Jargon ist von „Bazillen“, „Parasiten“ und „Unkraut“ die Rede. Auch vor Mordphantasien und -aufforderungen wird nicht zurückgeschreckt. 

Friedel Frechen, der Pressesprecher der Stadt Bonn, gehört zu den wenigen Politikern, denen PI ein kritisches Wort wert war. „Finden Sie das rechtspopulistische Gesabbel in Ihrem Blog nicht selbst zum Kotzen?“, mailte er am 22. Januar an Stefan Herre. Der schlug die feine Gelegenheit, sich der Form halber von seinem rechtsextremen Gefolge zu distanzieren, jedoch aus. Stattdessen bezeichnete er Frechen als „linken Islamliebhaber“ und verwahrte sich gegen die „Beschimpfung“ seiner Anhänger.  

Es wirft ein schlechtes Licht auf unsere Politiker, dass der Bonner Pressesprecher allein auf weiter Flur steht und jetzt in PI einer Diffamierungskampagne ausgesetzt ist. Internetseiten dürfen nicht länger ein rechtsfreier Raum für Volksverhetzung sein. Und eine Webseite wie PI sollte öffentlich so geächtet werden, dass kein Mainstream-Journalist sich mehr traut, sie unter seinen Links zu führen.

 T:I:S, 25. Januar 2007

Der Beitrag erscheint in SoZ, Januar 2007; siehe auch Knut Mellenthin. Mit folgender Eingabe bei Google finden Sie weitere Artikel des Autoren:        mellenthin site:steinbergrecherche.com

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Zu wenig Krieg

Der antideutschen Redaktion Bahamas ist der Aufruf zur Groß-Demonstration am 28. Januar 2007 in Berlin nicht kriegerisch genug. Der Staat Israel ist für die Groß-Demonstration, der Zentralrat der Juden in Deutschland dagegen. Die Veranstalter hoffen auf 5000 Demonstranten am Mahnmal für die ermordeten Juden Europas.

T:I:S, 25. Januar 2007

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Uriel Kashi

Image-Problem 

Tatsächlich hat Charlotte Knobloch recht. Die Methoden und Wege der politischen Arbeit, die Leo Sucharewicz, der Gründer und Koordinator von "I like Israel" (ILI) beschreitet, wirken spätestens auf den zweiten Blick kontraproduktiv und drohen dem Image Israels sowie der Jüdischen Gemeinschaft in Deutschland längerfristig mehr zu schaden als zu nützen... 

Trotz all dieser Bedenken erfreut sich ILI insbesondere innerhalb der Jüdischen Gemeinden vor allem an der Basis einer zunehmenden Popularität. 

Uriel Kashi: Kommentar zur Groß-Demonstration am 28. Januar 2007 in Berlin

hagalil.com, T:I:S, 25. Januar 2007

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Thomas Immanuel Steinberg 

Groß-Demonstration

Israel dafür, Zentralrat der Juden dagegen

Für den 28. Januar 2007 haben der Verein "I like Israel", die Initiative "Honestly Concerned" und über 60 weitere Organisationen der antideutschen Anti-Palästina-Lobby zu einer Groß-Demonstration gegen die Politik des iranischen Ministerpräsidenten Mahmud Ahmadi Nedschad in Berlin aufgerufen. Eine Kundgebung am Denkmal für die ermordeten Juden Europas soll die Demonstration abschließen.

Der Vortag, der 27. Januar,  ist offizieller deutscher Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Am 27. Januar 1945 betraten die ersten Sowjetsoldaten das Lager Auschwitz. Sie fanden noch etwa 7.000 kranke und erschöpfe Häftlinge vor. Nach unterschiedlichen Schätzungen wurden in Auschwitz zwischen 1,2 und 1,6 Millionen Menschen ermordet, darunter mehr als eine Million jüdische Frauen, Männer und Kinder 1) .

Die Botschaft Israels in Berlin unterstützt in ihrem Newsletter 2) die antideutsche Demonstration mit einem Link zu einem Plakat, das Ahmadi Nedschad, Atomreaktoren und Auschwitz in Zusammenhang bringt. Das Plakat legt Ahmadi Nedschad den Satz in den Mund: Ich will den atomaren Holocaust. 

Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, erklärte dagegen: 

Nur mit einer breiten  gesellschaftlichen Koalition kann man nachhaltig Aufmerksamkeit erreichen. Dem Aufruf für den 28. Januar fehlt diese notwendige Basis... Wir verfolgen durchaus gemeinsame politische Ziele, insbesondere wenn es um die Solidarität und die politische Existenzsicherung Israels geht. Die Methoden und Wege sind aber nicht immer dieselben. 3)

T:I:S, 13. Januar 2007   

Anmerkungen

1) Holocaust-Chronologie

2) Newsletter-Archiv der Botschaft des Staates Israel in Berlin, Freitag, 12. Januar 2007; die Meldung lautet: 

(5) Deutsche demonstrieren gegen Politik Ahmadinedschads. Zentrale Demonstration gegen die Politik Ahmadinedschads. Berlin, 28. Januar 2007 (Sonntag); Beginn: Alexanderplatz, 15 Uhr; Abschlusskundgebung am Denkmal für die Ermordeten Juden Europas. Organisatoren: ILI I like Israel e.V. und Honeslty Concerned, gemeinsam mit 60 anderen Organisationen. Mehr Informationen und Kontakt: http://www.il-israel.org/demo.html

3) Jüdische Allgemeine vom 11. Januar 2007: "Nur mit einer breiten Koalition". Charlotte Knobloch über öffentliche Proteste gegen Irans Atompläne (Interview: Christian Böhme)     

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