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Thomas Immanuel SteinbergUS-Forces rein - oder die Clique wird ausgewechseltIn Aserbaidschan, dessen Sprache auch im angrenzenden
Norden des Iran gesprochen wird, häufen sich die Besuche hochrangiger
US-Politiker: Die frühere Außenministerin Madelaine Albright, die
stellvertretende Ministerin für gobale Angelegenheiten Paula Dobriansky und
verschiedene Diplomaten und Kongreß-Abgeordnete besuchten in den letzten
Monaten Baku. Der aserische Außenminister
Elmar Mammadyarov (1) erwiderte die Besuche und flog letzte Woche nach
Washington zu Condoleezza Rice. Aserbaidschan wird von einer Clique um Ilham
Aliev beherrscht. Er hat den Posten von seinem Vater Heidar Aliev geerbt. Gegenstand der Gespräche seien die Parlamentswahlen in
Aserbaidschan im November 2005 und der Terrorismus, schreibt der Jamestown
Foundation Eurasia Daily Monitor (2) am 15.
August 2005. Die Gespräche fallen zusammen mit wachsenden Befürchtungen
in der aserischen Regierung vor einer US-Unterstützung für eine orangene
Revolution nach georgischem, ukrainischem und kirgisischem Muster, so der
Monitor. Nicht-Regierungsorganisationen mit US-Sitz würden Oppositionsparteien
unterstützen. Auch könnte die US-seitig angestrebte Stationierung eigener
Soldaten in Aserbaidschan die bisher gewahrte Balance mit Iran und Rußland
erschüttern. Der Nicht-Angriffspakt mit dem Iran vom Mai 2005 etwa verbiete die
Nutzung heimischer Militäranlagen durch Dritte zum Zweck des Angriffs auf den
Vertragspartner. Neben US-amerikanischen werde es auch russische Wahlbeobachter
geben. Das Verhältnis zu Rußland habe sich verbessert. Ruslan Bashiri, der Führer einer oppositionellen
Jugendorganisation, war kürzlich bei der Übergabe von 2000 Dollar gefilmt
worden. Angebliche Vertreter oppositioneller georgischer und armenischer Gruppen
überbrachten das Geld. Bashiri selbst gab auf dem Video an, das National
Democratic Institute, dem Albright vorsitzt, betreibe die US-Vorbereitungen zu
einer orangenen Revolution. Das Video, so Stimmen in Aserbaidschan, sei mit
russischer Hilfe erstellt worden. Es diente später der Diskreditierung des Führers
der größten Oppositionspartei, Ali Kerimli. Weitere Berichte besagten, die USA würden die orangene Revolution abblasen, falls sie Militär in Aserbaidschan stationieren dürften. Doch die aserische Regierung werde nur einlenken, falls die USA den Streit mit Armenien um Berg-Karabach schlichten. Als Schlichter die größeren Erfolgsaussichten hätten allerdings die Russen. T:I:S, 20. August 2005 (1) Englische Transskription aller Namen (2) Der Herausgeber des Monitors, die Jamestown Foundation, rühmt sich, ihre Arbeit habe direkt zur Verbreitung von Demokratie und persönlicher Freiheit im früheren kommunistischen Block beigetragen. *
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