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Israel muß geschlagen werden.Interview mit Future TV, libanesisches Fernsehen. Textauszug und Video vom 20. Januar 2008, Dazu: MEMRI (zionistisch) ist so glaubwürdig wie Julius Streicher (Der Stürmer, Nazi-Organ), schreibt Finkelstein und stellt die Vollfassung und die von MEMRI gestutzte Fassung eines Interview-Videos von 2006 einander gegenüber. T:I:S, 19. Februar 2008. Dank an Schmidt-Polyglott *Siehe auch, wie es zur Ablehnung Finkelsteins an der DePaul University kam: Der Fall Dershowitz: Plagiat, Vertuschung, Verdrehung... Kann sich die Havard Law School den Kriegslobbyisten noch leisten? T:I:S, 13. Februar 2008 *Israel is out of control, it is a lunatic stateVideo-InterviewVideo-Interview mit Norman Finkelstein bei Alhivar TV "Bridges", 7 Teile à 4 bis 10 Minuten. Hier Teil 1, die Links zu den übrigen Teilen auf der gleichen Seite. Am 2. Februar 2008 ins Netz gestellt. Finkelstein spricht über seine Herkunft und seine Grundeinstellung, über die Lobby, die Resonanz auf Mearsheimer und Walt und Jimmy Carter, die Rechtslage in Palästina, mögliche Strategien der Palästinenser, die Resonanz auf die eigene Position, die Zwei-Staaten-Lösung (alle Staaten der Welt sind dafür, nur die USA und Israel sind dagegen), die nicht existierende militärische Option für Israel, den zersplitterten Irak - und über den Holocaust als Waffe der USA zur Rechtfertigung ihrer Angriffskriege. T:I:S, 4. August 2008. Dank an Schmidt-Polyglott. Kurzer Interview-Text bei Al Jazeerah. T:I:S, 13. Februar 2008 *Siehe auch die Rezension von: Norman G. Finkelstein: Antisemitismus als politische Waffe. Israel, Amerika und der Mißbrauch der Geschichte; a. d. Engl. von Maren Hackmann; Piper Verlag, München 2006; 387 S., 19,90 € - in der Zeit von Hans-Martin Lohmann: Wenn Antisemitismus politisch instrumentalisiert wird und das Vorwort von Felicia Langer. T:I:S, 31. März 2006 "Einige der ursprünglichen zionistischen
Ziele – z.B. die Wiederbelebung der hebräischen Sprache – wurden vollständig
erreicht, und wären wohl nicht erreicht worden ohne einen jüdischen Staat.
Andererseits stimmt auch, daß Israel, weit davon entfernt, Juden einen sicheren
Hafen zu bieten, wahrscheinlich der am wenigsten sichere Platz für Juden auf
der Welt ist. Ebenso hat der jüdische Staat besonders in den letzten Jahren,
weit davon entfernt, die „jüdische Frage“ zu lösen, sie nur verschlimmert,
indem der Staat Juden - und indem jüdische Mainstream-Organisationen sich
selbst - mit der brutalen israelischen Besatzung in Verbindung gebracht haben. M. Junaid Alam: Image and Reality. An Interview with Norman Finkelstein. Counterpunch, 4. Dezember 2003 http://www.counterpunch.org/alam12042003.html *Wer garantiert, daß nicht einmal eine
Regierung in den Vereinigten Staaten
zum großen Versöhnungsfest den
Juden dem Neger zum Fraß hinwirft? Jean Améry, Auschwitz-Überlebender, 1969 Thomas Immanuel SteinbergDarf man Finkelstein zitieren?Beim Hamburger Radio „Freies Sender Kombinat“ war wieder einmal Streit. Wieder ging es um Antisemitismus. Was war der Anlaß? Der Journalist
Gerhard Wendebourg hatte in seiner Montagssendung ein Interview vorgelesen. Es stammte aus der FAZ. Interviewt
wurde Norman Finkelstein. In dem Interview ergreift Finkelstein, der Autor des
umstrittenen Buches über die „Holocaust-Industrie“[1],
Partei für die Palästinenser und gegen die Scharon-Regierung. Außerdem
fordert er - auch die Deutschen - auf, Druck auszuüben, damit die israelische
Armee sich aus den besetzten Gebieten zurückzieht. Einige
von Wendebourgs Kollegen wollten wissen, warum er denn das Interview vorgelesen
habe. Ihrer Meinung nach könne ein derartiges Verhalten Antisemitismus fördern. Erstens enthalte das Interview antisemitische Passagen, vor
allem die folgende: „?
Sie klagen Israel an, Nazi-Methoden in den besetzten Gebieten anzuwenden, ähnlich
denen der SS im Warschauer Ghetto. Ist das nicht ein wenig übertrieben? ! Der
Vergleich stammt von einem hohen israelischen Offizier, der die Vorgabe gemacht
hat, bei der Niederschlagung der Unruhen von Beispielen zu lernen. Dabei nannte
er vor allem die Niederschlagung des jüdischen Aufstandes im Warschauer Ghetto
durch die SS. Leider ist er es, der das gesagt hat und nicht ich. ? Das
Ziel der israelischen Streitkräfte ist aber im Unterschied dazu nicht die Auslöschung
der Palästinenser. !
Nicht die Auslöschung, sondern ihre Niederwerfung. Der Unterschied ist natürlich
entscheidend. Es gibt aber auch entscheidende Ähnlichkeiten.“ [2] Zweitens, so die aufgebrachten
Kombinatskollegen, habe Finkelsteins Buch „Die Holocaust-Industrie“ zum
Antisemitismus beigetragen. In diesem Buch behauptet
Finkelstein, in den Vereinigten Staaten würden Erinnerung und Gedenken an den
Holocaust kommerzialisiert - zum Vorteil von Privatleuten und - vor allem jüdischen
- Organisationen. Seine Ansicht faßte Finkelstein
wie folgt zusammen: „Jüdische Eliten beuten, im
Einvernehmen mit der amerikanischen Regierung, das entsetzliche Leiden der
Millionen Juden aus, die während des Zweiten Weltkriegs umgebracht wurden,
ebenso wie das der wenigen, die es schafften zu überleben — aus Macht- und
Profitgründen. Man kann durchaus der Meinung sein, dass die Holocaust-Industrie
durch ihre skrupellose Ausbeutung jüdischen Leidens den Antisemitismus
inzwischen fördert und der Leugnung des Holocaust zuträglich ist."[3] Auf
beide Argumente für die Behauptung,
Gerhard Wendebourg fördere mit seiner Sendung antisemitische Denkweisen, will
ich eingehen. 1. „Methoden wie die SS im Warschauer Ghetto“ Finkelstein antwortet auf eine
provokante Frage, und er antwortet knapp. Seine Behauptung läßt sich überprüfen.
Ha'aretz berichtete am 25. Januar
2002: "In
order to prepare properly for the next campaign, one of the Israeli officers in
the Territories said not long ago, it's justified and in fact essential to learn
from every possible source. If the mission will be to seize a densely populated
refugee camp, or take over the casbah in Nablus ... the commander's obligation
[is that] he must first analyze the lessons of earlier battles -- even however
shocking it may sound, even how the German army fought in the Warsaw Ghetto ...
The officer indeed succeeded in shocking others, not the least because he is not
alone in taking this approach. Many of his comrades agree that in order to save
Israelis now, it is right to make use of knowledge that originated in that
terrible war, whose victims were their own kin." [4] Auf deutsch: "Um sich ordentlich für
den nächsten Feldzug vorzubereiten, sagte einer der Finkelsteins Behauptung trifft offenbar zu. In der israelischen Armee gibt es wohl Personen, die ausdrücklich auch vor Nazi-Methoden, vor SS-Methoden nicht zurückschrecken. Die Tatsache muß jeden erschaudern lassen, der hofft, daß beide Konfliktparteien sich um Frieden bemühen. Diese Tatsache an die Öffentlichkeit zu bringen, ist verdienstvoll. Finkelsteins Äußerungen zu zitieren, trägt zur Aufklärung über den Stand des Konflikts bei. Demjenigen Antisemitismus vorzuwerfen, der Finkelsteins zutreffende Tatsachenbehauptung wiederholt, ist abwegig und, so meine ich, einer freien Debatte abträglich. 2. „Finkelsteins ‚Holocaust-Industrie’ trägt zum Antisemitismus
bei.“ Darüber, was eine verurteilenswerte Einstellung fördert und was sie hemmt, herrscht selten Eintracht. Ob Finkelsteins „Holocaust-Industrie“ antisemitische Einstellungen befördert oder gemildert hat, war auch unter den aufrichtigsten Kämpfern gegen Antisemitismus umstritten. Ich will zwei Autoritäten zu Wort kommen lassen. Der eine, der Psychoanalytiker Dori Laub aus New Haven, Connecticut, hat in Psyche - Zeitschrift für Psychoanalyse und ihre Anwendungen - Finkelsteins Buch zusammen mit dem von Peter Nowick[5] zum gleichen Thema besprochen.[6] Vom andern, dem wohl berühmtesen Holocaust-Forscher der Welt, Raul Hilberg, liegt ein ausführliches Interview zu Finkelstein vor.[7] 2.1 Finkelstein ignoriert den Wert der Erinnerung Der Psychoanalytiker wirft
Finkelstein (ebenso wie Nowick)
vor, er ignoriere in seinem Buch den überragenden Wert des individuellen
und gesellschaftlichen Prozesses der Erinnerung für die Holocaust-Überlebenden. „Es
reicht aus, daß irgendein Profit lokalisiert
... werden kann, um diesen Profit zum einzigen Motiv für die Fortsetzung
des Prozesses (der Erinnerung) zu erklären. Der Prozeß selbst ist wertlos, hat
weder Wesen noch Substanz ...“ Finkelstein stelle wie Nowick
auf die Äußerung offizieller jüdischen Organisationen ab, statt auf die
Bedeutung der Erinnerung für die Gefühle, Erfahrungen und Aktivitäten von
Beteiligten und Betroffenen - als würde „die Erinnerung an den Holocaust
durch Angebot und Nachfrage des Marktes reguliert“. Von Finkelstein zitierte
Äußerungen stammten überwiegend von Experten und Mitgliedern jüdischer
Organisationen. Diese Äußerungen
dienten verständlicherweise bestimmten politischen Zwecken. Finkelsteins Empörung über den
Mißbrauch des Leidens der Überlebenden sei irreführend., hätte er doch viel
besser Überlebende selbst nach ihrer Meinung zur sogenannten
„Holocaust-Industrie“ fragen können. Finkelstein behandele menschliche Gefühle
mit beträchtlicher Verachtung. Er verweigere auch der amerikanischen
„Öffentlichkeit jegliche Anerkennung, die bewiesen hat, daß Menschen,
die guten Willens sind, für das Leiden anderer psychologisch und moralisch
sensibel sein können“. Finkelstein verkenne schließlich
völlig die Bedeutung, die das Gedenken an den Holocaust für alle US-Amerikaner
habe: “als Akt der Rekonstruktion, der Trost bietet und Prozesse ermöglicht,
die zumindest teilweise heilen können.“ Dori Laub liefert indes einen
wertvollen, die Kritik einschränkenden Hinweis: „Vielleicht
ging es (Finkelstein)
ja im Grunde um die Kritik am Größenwahn und Konsumterror der
amerikanischen Gesellschaft, an ihrer Unterwerfung unter Politik und Psychologie
des Marktes, ihrer Naivität, ihrer Oberflächlichkeit oder an den Strom von
Trivialitäten, Klischees und Banalitäten, in dem sie ertrinkt...“ Offenbar schätzt auch der kluge
und sensible Psychoanalytiker Dori Laub Finkelsteins Kritik am angeblichen Geschäft
mit dem Holocaust nicht als vollkommen bösartig und verfehlt ein.
Nicht-kapitalistisches Handeln in einer durch und durch
kapitalistischen Gesellschaft läßt sich bekanntlich kaum durchhalten.
Laub fährt jedoch fort und
schließt mit den Worten: „(Finkelstein
hat) jedes Recht, eine solche Kritik (am amerkanischen Kapitalismus) zu
schreiben. Aber das gibt (ihm) nicht die Berechtigung, die Erinnerung an den
Holocaust und die Menschen, die sich daran erinnern, zu Geiseln dieser Kritik zu
machen.“ Mit keinem Wort behauptet Laub,
Finkelsteins Arbeit fördere den Antisemitismus. Gefühllosigkeit
wirft er Finkelstein vor, Unverständnis für die Bedeutung der Erinnerung
für die Heilung verletzter Menschen, gesellschaftlicher Gruppen und ganzer
Gesellschaften. Auch deutet Laub an, Finkelstein könnte über die
US-amerikanischen jüdischen Organisationen hinaus die kapitalistisch
deformierte gesellschaftliche Praxis gemeint, die Kritik daran aber unzulässig
auf das Holocaust-Gedenken verengt haben. 2.2 Akademische Karriere und brutaler Verhandlungsdruck mit dem
Holocaust Raul Hilberg nennt Finkelstein
einen Outsider, der die Unterschiede zwischen den jüdischen Organisationen
nicht kenne. Einige würden ähnlich wie Finkelstein selbst die jetzige Lage
bei den Entschädigungen als einen „wachsenden Skandal“ bezeichnen.
Auf die Bedeutung des Holocaust in den USA heute angesprochen, meint Hilberg: „Es gibt in den USA viele
Intellektuelle, die den Holocaust nutzen, um an Stellen in Museen oder Universitäten
zu kommen. Es gab schon vor Jahrzehnten eine ‚German Studies Association’,
eine Vereinigung amerikanischer Forscher, die sich mit der deutschen Kultur
beschäftigte. Aber die Studenten interessierten sich nicht für
Nachkriegsdeutschland. Erst als der Holocaust als Studienobjekt entdeckt wurde -
und das ist erst 15, 20 Jahre her -, blühte diese Association auf. Heute gibt
es Hunderte von Holocaust-Kursen in den USA. Und wenn diese Forscher einen
Lehrauftrag erhalten oder ein Buch verkaufen wollen, dann geht das am besten,
wenn es um den Holocaust geht.“ Hilberg hätte, fährt die
Interviewerin fort, einmal gesagt, in der Holocaust-Debatte gäbe es keine
Qualitätskontrolle. Darauf Hilberg: „Das stimmt, insbesondere an
mehreren der US-Elite-Universitäten. Nur so konnte Goldhagen einen Doktor in
politischer Wissenschaft in Harvard machen, obwohl es niemanden in diesem
Fachbereich gab, der seine Arbeit hatte überprüfen können.“
Zu Finkelsteins Behauptung befragt,
bei der Kampagne gegen die Schweizer Banken gehe es darum, Geld in US-Kassen zu
schaufeln, antwortet Hilberg: „Das Vorgehen des World Jewish Congress gegen die Schweiz war eigentlich ein Zusammenprall der amerikanischen Kultur mit der europäischen. Diese Class-Action-Suits, die Sammelklagen, mit denen der Schweiz gedroht wurde, gibt es in Europa nicht. Aber in den USA sind sie gang und gäbe, beispielsweise gegen die Zigarettenindustrie. Der World Jewish Congress und die Anwälte haben den Schweizer Bankern gesagt: Ihr könnt keine Geschäfte mehr in den USA machen, wenn ihr nicht 20 Milliarden Dollar zahlt. In den USA weiß man, dass das nur eine Einstiegsdrohung ist, aber die Schweizer waren geschockt.“ Aber es hätte doch tatsächlich Gelder auf eingefrorenen Konten gegeben, die Holocaust-Opfern gehört haben. „Aber keine 20 Milliarden Dollar. Die Juden in den 30er-Jahren waren arm. Unsere Familie gehörte zur Mittelschicht, aber wir hatten noch nicht einmal ein Konto in Österreich, geschweige denn eines in der Schweiz. Auf den meisten herrenlosen Konten lagerten höchstens einige tausend Franken. Denn die wirklich wohlhabenden Juden konnten sich entweder ins Ausland retten oder ihre Erben haben die Gelder schon lange reklamiert.“ Zu welchen Ergebnissen denn die so genannte Volcker-Kommission gekommen sei, die zur Klärung eingesetzt wurde, lautet die nächste Frage. Hilberg antwortet: „Der Wert der Konten in heutiger Kaufkraft liegt weit unter 1,25 Milliarden Dollar, die die Banken zahlen. Dabei hat allein die Untersuchung mindestens 250 Millionen Dollar gekostet - da haben Buchhalter und Anwälte sehr viel verdient. Aber nachdem der Bericht der Volcker-Kommission veröffentlicht war, wäre es den Schweizern peinlich gewesen zu sagen, sie hätten zu viel bezahlt.“ Hilberg nimmt Finkelsteins Anwürfe vollkommen ernst. Mit dem Thema Holocaust lasse sich, bestätigt er, in den USA unangemessen leicht akademische Karriere machen. Den Schweizer Banken sei in sehr mißverständlicher Weise mit politisch-moralisch begründetem Boykott gedroht worden, und die Forderungen seien stark überhöht gewesen. Auch Hilberg erhebt gegen Finkelstein nicht den Vorwurf, er habe den Antisemitismus gefördert. Vielmehr geht Hilberg auf Finkelsteins Position inhaltlich ein und stimmt ihr in wichtigen Punkten zu: Er verweist auf kritisierenswerte Mainstreampraktiken im akademischen Zusammenhang und - wie Dori Laub - auf brutalkapitalistisches Vorgehen im Zusammenhang mit dem Holocaust - als Gegenstand einer Erinnerungsindustrie. 3. Gerhard Wendebourg hat ein
Interview mit Finkelstein zu USA und Israel vorgelesen. Gerhard Wendebourg
hat ein Interview mit einem Mann vorgelesen, der Dori Laub zufolge die Gefühle
von Holocaust-Überlebenden heftig verletzt und
im Verhalten jüdischer Organisationen nicht den kapitalistischen Kern
freigelegt hat. Raul Hilberg zufolge hat der gleiche Mann Fakten unter dem
eigenen Blickwinkel, aber nicht verfälscht dargestellt. So weit zu Finkelsteins Buch über die „Holocaust-Industrie“. Das von Wendebourg vorgetragene Interview hat einen anderen Gegenstand. In ihm ergreift Finkelstein Partei für die Palästinenser und gegen die Scharon-Regierung. Außerdem fordert er - auch die Deutschen - auf, Druck auszuüben, damit die israelische Armee sich aus den besetzten Gebieten zurückzieht. Dieses Interview enthält Meinungen zu Deutschland, zum Antisemitismus hier, zur Politik der rechten israelischen Regierung und ihrer Unterstützung durch die rechte US-amerikanische Regierung. Finkelstein zu unterstellen, er fördere mit seinem Interview Antisemitismus, halte ich für abwegig. 4. Wendebourg - wie jeder andere -
darf Finkelsteins Interview zitieren. Wendebourg - wie jeder andere - darf Finkelsteins Interview zitieren. Wenn er es nicht mehr darf, kann nicht mehr frei diskutiert werden. Die Unterdrückung solcher Meinungsäußerungen zur Politik Scharons und der Bush-Regierung, die weder antisemitisch, noch nationalistisch oder rassistisch sind, würde die Freiheit aller Menschen einschränken. Sie würde besonders die gefährden, die am dringendsten des Schutzes vor Antisemitismus, Nationalismus und Rassismus bedürfen. Das sind immer noch und immer wieder die Juden in Israel, in den USA und anderswo. Ein Beispiel aus den USA soll verdeutlichen, was ich meine. Die christlichen Fundamentalisten um Pat Robertson und Jerry Fallwell, fanatische rechtsexteme Dunkelmänner und kriegstreiberische Volksverhetzer, waren bis vor etwa zwölf Jahren erklärte Antisemiten [8]. Im Laufe der Zeit lenkten diese Demagogen ihr Millionenpublikum um auf eine scheinbar projüdische Haltung. Wo sie können, werben sie heute für Bushs und Scharons Linie.[9] Dabei berufen sie sich auf eine Bibelstelle, die den Israelis befehle, die Palästinenser zu verjagen und sich das Land anzueignen.[10] Für den Jüngsten Tag aber sehen sie die Bekehrung der meisten Juden zu Christen kommen. Die Juden aber, die sich nicht bekehren ließen, würde der Herr vernichten. Leute wie Fallwell und Robertson, Wissensfeinde und Antiaufklärer, haben dort alle Chancen, wo Meinungsäußerungen unterdrückt werden können, sei es, weil sie für antijüdisch, sei es, weil sie für projüdisch ausgegeben werden. Dogmen, gerade Dogmen, sind beliebig austauschbar. Was, frage ich mit Jean Améry, stellt sicher, daß nicht eines Tages eine Regierung zum großen Versöhnungsfest die Juden den verwirrten Massen zum Fraß hinwirft? Nichts, und niemand, denke ich. Eine
von Dogmen unverstellte Debatte trägt wenigstens zum Schutz der Juden bei. T:I:S, 12. Februar 2003 Anmerkungen [1] Norman G. Finkelstein: The Holocaust Industry: Reflections on the Exploitation of Jewish Suffering. Verso 2000 / Norman G. Finkelstein, postface par Rony Brauman: L'industrie de l'Holocauste. réflexions sur l'exloitation de la souffrance des Juifs, traduit de l'americain par Eric Hazan. Paris: La fabrique, éditions 2001 / Finkelstein, Norman: Die Holocaust-Industrie. Wie das Leid der Juden ausgebeutet wird. München (Piper 2001) [2] Interview: Norman Finkelstein: "Die amerikanische Regierung ist außer Kontrolle". FAZ, 14. Oktober 2002 [3] Süddeutsche Zeitung, 11.8.2000, S.13 [4] Oren, Amir: At the gates of Yassergrad. (Article number - 907569 , 1588 Words ) Ha'aretz, 25. Januar 2002 [5] Nowick, Peter: Nach dem Holocaust. Der Umgang mit dem Massenmord. Stuttgart/München DVA 2001 [6] Laub, Dori: Postmoderne Rattenfanger: Wie Peter Nowick und Norman Finkelstein versuchen, den Holocaust zu entführen. In: Psyche. Zeitschrift für Psychoanalyse und ihre Anwendungen.- 55. Jahrgang, Nr.6, Juni 2001, S. 629 - 639 [7]
Berlin Online:
Rücksicht auf die Verbündeten.
Ein Gespräch mit Raul Hilberg über Norman Finkelsteins Buch "The
Holocaust Industry" Feuilleton-Autorin: Eva Schweitzer 04.09.2000 http://www.berlinonline.de/wissen/berliner-zeitung/.bin/dump.fcgi/2000/0904/feuilleton/0002/
[8] siehe z.B. Zitate unter http://www.sullivan-county.com/news/pat_quotes [9]
Pollack; Josh: The dance of symbols. Bibi and Yasser's Washington visits are
exposing shifts in American Jewish opinion. Jewish World Review, January 21,
1998 / 23 Tevet, 5758 .http://www.jewishworldreview.com/010198/symbols1.html
- als Beispiel [10]
Das Josuah Kapitel 1:
"1,1 Nachdem Mose, der Knecht des HERRN, gestorben war, sprach der
HERR zu Josua, dem Sohn Nuns, Moses Diener: 1,2
Mein Knecht Mose ist gestorben; so mach dich nun auf und zieh über den
Jordan, du und dies ganze Volk, in das Land, das ich ihnen, den Israeliten,
gegeben habe. 1,3
Jede Stätte, auf die eure Fußsohlen treten werden, habe ich euch gegeben,
wie ich Mose zugesagt habe.
1,4 Von der Wüste bis zum Libanon und von dem großen Strom Euphrat bis
an das große Meer gegen Sonnenuntergang, das ganze Land der Hetiter, soll
euer Gebiet sein." Siehe http://www.schoenaicherkirchen.de/luther_bibel/06.josua.html
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