|
Thomas Immanuel SteinbergGaston Kirsche* aufs Pferd!In den Lokalberichten Hamburg Nr. 8 vom 17. April 2003 schreibt Gaston Kirsche: Die Friedensbewegung sei teilweise antisemitisch. Wer ist Gaston Kirsche? Kirsche ist kosmopolitischer Kommunist und beklagt die
Welche unheimlich penetrante Äußerung deutscher Friedensfreundinnen meint Kirsche denn? Wann? Wo? Was genau haben sie gesagt? Was meint denn Kirsche selbst? Denkt er, die israelische Regierung, die den israelischen Staat führt, trage keine Mitschuld am Irakkrieg? Sie habe nicht jahrelang nach allen Kräften dafür getrommelt, daß die USA den Irak angreifen und besetzen? Sie habe nicht jeden Schritt mit der US-Regierung abgestimmt und vorbereitet? Sie habe nicht gejubelt, als der Irak besiegt war? Sie verbreite augenblicklich nicht Meldungen über Massenvernichtungswaffen, die der nachträglichen Rechtfertigung des Angriffskrieges dienen? Ist es antisemitisch zu behaupten, Israels rechtsradikale Regierung trage Mitschuld am Krieg der Koalition gegen den Irak? Ist es unheimlich penetrant? Ist Kirsche ernst zu nehmen? Kirsche hätte die Internetseiten der Friedensbewegung zitieren können: das Netzwerk Friedenskooperative Bonn oder den Kasseler Friedensratschlag, attac oder die evangelischen Frauen. Nicht unheimlich, und auch nicht penetrant, aber angemessen scharf weisen alle hin auf die deutsche Mitschuld am Angriffskrieg gegen den Irak: auf die deutschen Waffenlieferungen an Irak und USA (was lange Jahre praktisch das gleiche war); auf die Gewährung der Überflugrechte durch die deutsche Bundesregierung, die deutschen Spürpanzer in Kuweit und die AWACS-Bombenzielzuweisung durch deutsche Piloten. Kirsche hätte sich auch im realen Raum umtun können, zum Beispiel zu Hause in Hamburg, beim Hamburger Forum. Da hat Lühr Henken das Sagen und ein lautstarker Juso. Lühr Henken trägt eine Brille und der Olaf-Scholz-Abklatsch keine; Antisemiten sind beide nicht. Beim Gewerkschaftlichen Arbeitskreis Frieden Hamburg, bei attac Hamburg und ihrer Friedens-AG, bei linksruck und SAV mit ihren jungen Aktionistinnen Susanne und Lucy hätte er nach Antisemitismus forschen können. Er hätte lange suchen müssen. Vielleicht hätte er sie gefunden, die Antisemitin. Sie läßt von ihrem Fahrrad eine große Friedensfahne wehen und hütet allerhand Friedensreliquien. Sie raunt von Freimaurern und Drahtziehern beim Mossad. Günther Jacob hat einmal eine dumpfe Diskussionsfrage von ihr gehört und erzählt seitdem, das Hamburger Forum sei antisemitisch. Kennt Gaston Kirsche eine zweite? Gaston Kirsche erhebt seinen Antisemitismus-Vorwurf gegen die Friedensbewegung ohne Beleg. Dafür macht er ihr weitere Vorwürfe: Sie sei antiamerikanisch, und wirklich pazifistisch sei sie auch nicht. Dazu zitiert er die PDS, und zwar so:
Diesen Passus gibt Kirsche in seinem Text aus als Argument, das die PDS gegen den Irakkrieg anführe. Pazifismus klinge anders. Das dagegen klinge so wie die allgegenwärtige prodeutsche Position. Indes zitiert Gaston Kirsche die PDS fehlerhaft – und er läßt Lücken. Der Originaltext lautet:
Kirsche dichtet der PDS Antiamerikanismus an, wo Lateinamerikaner den US-Imperialismus fassettenreich und treffend beschreiben. Anschließend, immer noch dabei darzulegen, daß die Friedensbewegung antiamerikanisch sei, zitiert er die – , ja wirklich, er zitiert die Dithmarscher Landeszeitung: "(D)ie Chance der freien Welt, sich von den arroganten Strategien einzelner US-Regierungen zu emanzipieren, war noch nie so groß wie heute." Zum Schluß empfiehlt uns der Zitier-Hallodri, wir sollten weder anti- noch proamerikanisch sein, dafür aber antideutsch. Dann frisch aufs Pferd, kosmopolitischer Kommunist, und in die Nordmark geritten! Dithmarschen muß bezwungen sein! T:I:S, im Mai 2003. Der Beitrag ist in den Lokalberichten Hamburg vom 1. Mai 2003 erschienen. Am Rande eines Aufsatzes von 2006, .pdf-Datei, Seite 12f, über den Hamburger Radiosender FSK bemerkt Christoph Twickel über den Autor eines taz-Artikels:
Moritz Herbst alias Gaston Kirsche darf sich inzwischen im ehemals kommunistischen Neuen Deutschland vom 23. März 2011 über die Hamburger Rote Flora ausbreiten, dank permanentem Halli Galli seit Jahren eine wahre Geldscheffel-Maschine für anonyme Schürfer. Herbst / Kirsche hat es besonders mit Andreas Blechschmidt, von dem er berichtet:
Die Hamburger Rote Flora selbst macht in der Tat keinen Gewinn, denn sie ist keine juristische Person: Sie hat überhaupt keine Rechtsform. Auch ist sie wirklich vieles, aber bestimmt kein linkes Zentrum. Der Nicht-Vorsitzende Andreas Blechschmidt zum Beispiel war der Anmelder einer Demonstration aus Anlaß einer Diffamierung von Linken im "B5" in der Hamburger Brigittenstraße, siehe taz vom 9. Dezember 2009. Einer der linken Besucher des "B5" soll Besucher des benachbarten Kinos B-Movie Judenschweine genannt haben. Die Behauptung war eine Lüge, an deren Verbreitung zum Beispiel in Frankreich sich der Multimillionär und NeoCon Bernard-Henri Lévy beteiligte. Einzelheiten und Verweise unter Die Anti-Linken, passim. Darüber freilich schweigt Kirsche / Herbst. Gilt es doch zu verhindern, daß künftig der nicht anonyme Eigentümer des Flora-Grundstücks, Klausmartin Kretschmer, dort Geld schürft. T:I:S, 27. März 2011. Über den Sender FSK siehe Klassenkampf und den dortigen Nachtrag URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/asgastonkirsche.htm#Pferd *
URL dieser Seite: http://www.steinbergrecherche.com/asgastonkirsche.htm |