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Siehe auch Steve Weizman, AP: Britain's BG Group says it's shelving Gaza gas operation. Posted: 2008-01-15 13:18:49. T:I:S, 27. Januar 2008 Dank an kt. für den Hinweis, der im Erdgas vor Gaza nicht die Erklärung für die israelische Angriffe auf den Gazastreifen sieht. Auch die British Gas Group betrachte Hamas nicht als Verhandlungspartner. *Benjamin Ben Eliezer zum Gas vor GazaNoch im November 2007 verkündete der israelische Infrastrukturminister Benjamin Ben Eliezer laut Bundesagentur für Außenwirtschaft,
T:I:S, 26. Januar 2008 Siehe auch Ministry of National Infrastructures, Natural Gas und British Gas Group: Met Yavne Lease / Offshore Gaza *Thomas
Immanuel Steinberg
It’s
the Gas, Stupid!
Erdgas
vor der Küste des Gaza-Streifens könnte der Grund für die mörderische
israelische Hektik sein.
Der Gaza-Streifen sei reich, berichtete am 7. November 2007 Tim Butcher, Nahost-Korrespondent des konservativen britischen Daily Telegraph. Denn das Erdgas unterm Meeresboden 30 Kilometer vor der Küste habe einen Wert von zwei Milliarden Pfund, das sind 2,7 Milliarden Euro. Doch die verzwickte politische Lage habe bisher verhindert, daß der Schatz gehoben wird. Ressourcen-Krieg? Villeicht ist es umgekehrt, und der Schatz
ist der Grund für die verzwickte politische Lage. Denn die
benachbarten Gasreserven vor der israelischen Küste gehen zur Neige. Woher also
weiteres Erdgas nehmen? Und warum es nicht stehlen, ebenso wie das Wasser, das
die israelischen Besatzer auf der Westbank den Palästinensern seit Jahrzehnten
wegsaugen, fragte ein Focus-Leser
am 19. September 2007. Mark Turner, ein Menschenrechtsaktivist, der zur Zeit mit Friedensvorschlägen durch die USA tourt, legt nahe: Die israelischen Besatzer wollen verhindern, daß Hamas, die Siegerin der palästinensischen Wahlen, ins Off-Shore-Erdgasgeschäft einsteigt und damit ihre Position an Land festigt. Die British Gas Group Im Jahre 2000 hatte die British Gas Group
(BG) das Gaza Marine Field mit geschätzten 1,3 Billionen Kubikmetern Erdgas
entdeckt. Der Palestinian Investment Fund (PIF) gehört unabhängigen palästinensichen
Aktionären; er leitet die Verhandlungen mit der nicht gewählten, sondern
westlich inthronisierten Fatah von Mahmoud Abbas auf der Westbank. Doch die
British Gas Group hat die Mehrheit an den Förderkonzessionen erworben; sie verfügt
über 90%, die palästinensische Consolidated Constructors
Company über 10%. British Gas wollte ursprünglich den Stoff ans benachbarte Ägypten verkaufen. Der damalige Premierminsiter Tony Blair jedoch übte Druck aus, und die British Gas Group entwarf Pläne für eine Unterwasser-Pipeline zu einer Raffinerie im israelischen Ashkelon. (1) Der Palestinian Investment Fund unter Salam Fayyad, einem ehemaligen, von den USA geschätzten World-Banker, hätte bei einem Zustandekommen des Geschäfts von den Einnahmen eine Milliarde Pfund erhalten. (2) Demokratie verdirbt das Geschäft Doch nach den Wahlen, die die Hamas gewann, blockierte Israel die weitere Geschäftsanbahnung. Zugleich bestätigte der Hamas-Wirtschaftsminister Ziad al-Zaza, die Hamas werde kein Gas an Israel verkaufen. Die israelische Regierung stützte sogleich die Fatah, schwächte die Hamas, wo sie konnte, und hob im April 2007 einen anti-palästinensichen Beschluß auf: Der Kauf von palästinensischem Erdgas ist nun möglich. Ägypten winkt Turner meint, Israel müsse zunächst die
Hamas entmachten, um an das Erdgas heranzukommen. Doch das kann dauern, und die
Zeit droht der israelischen Regierung davonzurennen. Denn im Januar 2008 verkündete
die British Gas Group, sie erwäge, erneut mit Ägypten in Verhandlungen über
den Verkauf des Erdgases zu treten. Ägypten würde das Gas verflüssigen und
gekühlt nach Europa und in die USA verschiffen. Die britische Firma
beabsichtige, Ende Januar 2008 ihr Büro nahe Tel Aviv zu schließen und ihren
Anteil am israelischen Gasfeld Med Yavne zu verkaufen. Daher die jetzigen israelischen Bombenangriffe, Beschießungen und Einsperrungen der Menschen in Gaza. T:I:S, 25. Januar 2008. Dank an Schmidt-Polyglott
Anmerkung (1) Offenbar ist der Pipeline-Bau, wie am 20. Dezember 2005 berichtet, tatsächlich im Gange, siehe Israel will Erdgas importieren, Bundesagentur für Außenwirtschaft, 7. November 2007. T:I:S, korrigiert am 26. Januar 2008 (2) Mark Turner liefert weitgehend die gleichen Hintergrundinformationen wie Alain Navarro, Kairo, auf Middle East Online vom 25. Mai 2006. T:I:S, 26. Januar 2008 *Thomas Immanuel SteinbergÄgyptisches – und palästinensisches – Erdgas für
Israel ab September 2007
Ägypten und Palästina werden Israel Erdgas liefern.
Eastern Mediterranean Gas, ein israelisch-ägyptisches Konsortium, baut gegenwärtig
eine Rohrleitung von El Arish auf dem Sinai nach Ashkelon an der südlichen
Mittelmeerküste Israels. Dort wird ein Anschluß an den israelischen Öl- und
Gas-Transitkorridor nach Eilat am Roten Meer und an die im Bau befindlichen
innerisraelischen Gaspipelines der Israel Gas Lines Company geschaffen.
Palästina wird Off-Shore-Gas von den Lagerstätten vor der Küste des
Gaza-Streifens zuliefern, um den steigenden israelischen Energiebedarf zu
decken, wie Gideon Tadmor von der israelischen Delek-Group betonte. Mit dem
Erdgas sollen künftig 60%
der israelischen Elektrizität erzeugt werden. Bisher werden 70% aus teurerer
Kohle gewonnen. Seit Mitte der 1990er Jahre bestanden Pläne zu dem
2,5-Milliarden-Dollar-Projekt; sie wurden aber ab 2000 mehrfach auf Eis gelegt.
Bei einer auf Video
festgehaltenen Pressekonferenz bezeichneten alle Seiten das Geschäft als
friedensfördernd. Laut al-Ahram
Weekly vom 21. April 2005 hatte Premierminister Scharon die Beteiligung Palästinas
zunächst blockiert mit der Begründung, die Erträge würden den Terror fördern. T:I:S, 20. Dezember 2005 Erschienen in der jungen Welt vom 29. Dezember 2005 *Thomas Immanuel SteinbergBoru HatlarıAsya’da Petrol Boru Hattı Oyunu29 Eylül 2005 - [Arşivi] Stratejik Analizler Merkezi T:I:S, 31. August 2006 *Thomas Immanuel SteinbergKaspisches Öl nach Indien - über Israel
Im Oktober 2005 werden erstmalig 600 000 Barrel Rohöl (1
Barrel = 159 Liter) aus der kaspischen Region Indien erreichen.
Der indische Ölminister Mani Shankar Aiyar will die Abhängigkeit seines Landes
vom Öl am Persischen Golf mindern. Die neue Route führt vorerst über die
sogenannte Early-Oil-Trasse vom aserbaidschanischen Baku nach Supsa am Schwarzen
Meer, und danach per Tanker durch Bosporus, Dardanellen und Suezkanal ins Rote
Meer und die Arabische See. Bis Januar 2006 wird die
Baku-Tbilissi-Ceyhan-Pipeline von BP Amocco volllaufen. Dann nimmt das Baku-Öl
den kürzeren Weg über die Türkei und meidet den „Würgepunkt“ Bosporus
mit seinen tagelangen Wartezeiten.
Noch kürzer wird der Weg, wenn sich Türkei und Israel
handelseinig werden. Im Oktober wird eine israelische
Delegation vor der türkischen Regierung ein Projekt mit erheblicher
geostrategischer Bedeutung ausbreiten. Den Suezkanal können nur Tanker bis zu
200 000 tdw Tragfähigkeit (etwas mehr als 200 000 metrische Tonnen)
durchfahren. Erst 2010 soll er für Very-Large-Crude-Carrier (VLCC) and
Ultra-Large-Crude-Carrier (ULCC) bis zu 350 000 tdw durchfahrbar sein. Israel bietet für die Zwischenzeit oder auch als
dauerhafte Alternative zunächst einmal seinen Kai bei Ashkelon an der südlichen
Mittelmeerküste an – geeignet für Tanker bis zu 300 000 tdw. Von Ashkelon führt
die sogenannte Tipline (Trans-Israel-Pipeline) über 254 km nach Eilat am Golf
von Akaba, dem nordöstlichen Zipfel des Roten Meers. Dort könnten Tanker nach
Indien und Südostasien mit bis zu 500 000 tdw beladen werden. Die Tipline wurde
1968 ursprünglich für den Durchfluß iranischen Öls unter dem
US-Marionettenregime des Schahs von Persien ans Mittelmeer gebaut, also in
umgekehrter Richtung. Inzwischen ist sie in beiden Richtungen nutzbar. Sie hat
42 Zoll (ca. 1 Meter) Durchmesser und eine Tageskapazität von 1,2 Mio. Barrel.
Drei Pumpstationen und riesige strategisch konzipierte Tanklager warten auf
rentable Nutzung. Betreiber ist die Eilat Ashkelon Pipeline Co. Ltd. (EAPC). Sie
präsentiert sich mit interaktiver Eleganz im Internet unter www.eapc.co.il
. Doch das israelische Projekt reicht weiter: Warum erst das
Rohöl in Ceyhan in Tanker pumpen und in Ashkelon wieder löschen? Das
israelische Wirtschaftsportal Globes meldet, eine Pipeline für eine Milliarde
Dollar am Boden des Mittelmeers werde die Türkei mit Israel verbinden. Der
israelische Infrastrukturminister habe erklärt, die Pipeline werde für alle
Beteligten die Kosten senken. Für einen schnellen Vertrag über eine Untersee-Pipeline
zwischen der türkischen und der israelischen Seite spricht: Auch die russische
Regierung hat Interesse an der Lieferung ihres Rohöls über Israel nach Süd-
und Südostasien gezeigt, und zwar seit
mehreren Jahren. Das würde zur Auslastung beitragen. Außerdem fanden
angeblich Geheimgespräche über eine Leitung für russisches Gas nach Israel
statt, siehe Türkei. Der Bau einer kombinierten Gas-Öl-Trasse
bietet sich an. Gegen einen schnellen Baubeginn spricht: Das russische Rohöl
enthält mehr Schwefel als das „süße“ azerische aus Baku und Umgebung. In
Ceyhan käme eine minderwertige Mischung an. Noch ein Hemmnis ist die
2,5-Mio.-Barrel-Pipeline von Saudi-Arabien ans Mittelmeer, die Sumed-Pipeline.
Deren Betreiber könnten die Fließrichtung ebenso
umdrehen wie die Israelis die ihre. Dann wäre Sumed wie bisher, aber in
umgekehrter Richtung, eine Konkurrenz für den Suezkanal, und eine zusätzliche
für die Israel-Route nach Indien. Der Blick auf die Landkarte eröffnet noch eine weitere Perspektive. Die direkte Verbindung zwischen der kaspischen Region und dem Persischen Golf, also dem Wasserweg nach Indien – die direkteste von allen bietet der Iran (Anmerkung). Sollten sich die USA mit dem Iran einigen, dann könnten sie auf alle Mittelmeerrouten nach Indien pfeifen. Daran dürfte der israelischen Pipeline-Kompanie kaum gelegen sein. T:I:S, 27. September 2005 Leicht gekürzt veröffentlicht in der jungen Welt vom 29. September 2005 unter Pipeline-Monopoly in Asien Anmerkung: Der verehrungswürdige Pepe Escobar hat die geostrategischen Fragen zum iranischen Gas und Öl sorgfältig erörtert. Sein Artikel vom 9. September 2005 müßte nur ins Deutsche übersetzt werden.
*Steinberg Recherche Referent Texte 2008 Texte 2007 Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Inhalt Home nach oben
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