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Mehr über Kanan Makiya unter Dialektik
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Kanan Makiya, US-Professor aus dem Irak,
trommelte bis 2003 unentwegt für die Eroberung des Irak und den Sturz Saddam
Husseins. Hermann Gremliza fiel mit zwei Rasseln ins Getöse ein:
Thomas v. der Osten-Sacken und Thomas Uwer sorgten für Verwirrung unter
den restlinken Konkret-Lesern; war das im Irak vielleicht mal ein guter Krieg,
einer zum Wohle der Überfallenen?
Makiya bedauert zwar, daß inzwischen so viele Iraker tot sind,
aber die Schuld dafür findet er bei den Irakern selbst, den Schiiten vor
allem.
Schiiten sind die nächsten US-Kriegsgegner – im Iran.
Die New York Times versieht ihren
Artikel über den inzwischen bedingt nachdenklichen und kranken Makiya mit
der Überschrift: "Nur Reue?" Springers Welt macht daraus in der deutschen
Fassung: "Der Kriegsversehrte".
Uwer, v. der Osten-Sacken und Hermann Gremliza zeigen
nicht einmal Reue. Sie rasseln für den nächsten Krieg, diese
Kriegshetzversehrten.
T:I:S, 16. November 2007
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[Dschalabi] soll – nicht untypisch – mit einer zentralen
Aufgabe betraut sein: die irakischen Behörden dazu anhalten, die Gunst der
Stunde, sprich eine zur Zeit bessere Sicherheitslage in Bagdad, zu nutzen, um
die Versorgung der Stadtviertel mit Strom, Gesundheitsinfrastruktur und Schulen
zu verbessern.
Dschalabi hat es also erneut geschafft, sich Vertrauen
sowohl bei US-Vertretern wie bei irakischen Regierungsvertretern zu erwerben. Er
macht wieder Eindruck; Dschalabi soll sich demnach den Irakern mit wachsendem
Erfolg als nationaler Anwalt für ihre alltäglichen Sorgen präsentieren können.
Telepolis,
30. Oktober 2007
und
Der Einwand, dass ihnen die Anbindung an Regimekritiker im
eigenen Land fehle, mögen Leute wie Kanan Makiya nicht gelten lassen.
Der Schriftsteller ist einer der Hauptverfasser des in London diskutierten
Demokratie-Papiers, das INC-Chef Dschalabi den Weg nach Bagdad ebnen
soll: "Das Dokument richtet sich an die Menschen in Irak und soll ihnen
Hoffnung für die Zukunft nach Saddam geben", sagt Makiya.
Financial
Times Deutschland, 16. Dezember 2002
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Was ist aus dem Kriegstreiber und spiritus rector von
Thomas v. der Osten-Sacken geworden? Justin Raimondo zeichnet ein Bild des
Jammers: Makiya's Malady. Another War Party
stalwart cuts and runs. antiwar.com,
March 28, 2007
T:I:S, 28. März 2007
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Thomas Immanuel
Steinberg
Ein Fall globaler Kriegspropaganda
Der Iraker Kanan Makiya propagiert
für die USA einen Irak nach Hussein und landet damit in linken deutschen Medien
Das US-Verteidigungsministerium verkündete kürzlich, es wolle durch gezielte
Propaganda auch in »Freundesland« das Image der USA aufbessern, auch
Deutschland habe man im Visier. Geprüft werde »die Strategie, Journalisten für
gefällige oder manipulative Nachrichten zu bezahlen sowie durch die
Finanzierung pro-amerikanischer Demonstrationen und Kundgebungen ... für gute
News gleich selbst zu sorgen«. Doch US-gefällige Nachrichten finden sich längst
in deutschen Medien. Von einem Fall sei hier berichtet, denn dieser Coup gelang
im linken Segment der deutschen Presse. Es geht um Kanan Makiya.
Der spiritus rector
Der Professor an der Brandeis University in Boston, geboren in Bagdad als Sohn
eines Architekten, absolvierte ein Architekturstudium, stand als bekennender
Trotzkist in den siebziger Jahren der Volksfront zur Befreiung Palästinas
(PLFP) nahe, ging dann aber zurück ins väterliche Architekturbüro. Dort
schrieb er laut Selbstbekenntnis »quasi auf Kosten Saddams« ein Buch über den
Irak, die »Republic of Fear«, ließ es unter Pseudonym erscheinen, verließ
den Irak und wurde Professor in den USA. Derzeit entwirft Makiya im Auftrag des
US-Außenministeriums an der Harvard-Universität Modelle zur politischen Statur
des Irak nach einem Sturz Saddams. Zusätzlich bietet er sich auf der
Internetseite von BenadorAssociates als politischer Redner an: gleich neben
Richard Perle und Ex-CIA-Chef James Woolsley.
Für einen Krieg gegen den Irak wirbt Makiya laut Boston University Radio wie
folgt: „Die Entfernung Saddam Husseins bietet eine Gelegenheit zur einer
Umgestaltung des Nahen Ostens, wie es sie seit dem Zusammenbruch des Osmanischen
Reiches nicht gegeben hat. Und, was noch wichtiger ist...: Das irakische Volk
ist dazu bereit, das Brüllen der US-Bomber zu hören.“
Wenn meine Tante Räder hätte ...
In der britischen Monatszeitschrift „Prospect“ vom November 2002 lässt
Makiya durchblicken, wie die USA einen neuen Irak schaffen könnten, knüpft die
Realisierbarkeit seiner Ideen aber an »Voraussetzungen«, die kaum gegeben sein
dürfen. Er trägt nach dem Motto vor: Wenn meine Tante Räder hätte, wär' sie
ein Omnibus. Makiyas erste Voraussetzung lautet, "dass Saddam Hussein nicht
um den Preis einer größeren Anzahl ziviler Opfer gestürzt werde". Tatsächlich
hat Bush den Irakern mehrfach erbarmungslose Bombardierungen angekündigt.
Makiyas zweites Rad an der Tante: »Die US-Regierung sieht als Partner des
irakischen Volkes ... ihre Rolle langfristig im Einsatz für Demokratie und
Wiederaufbau, also für Nation-Building«. Nach dem Modell Afghanistans? - fragt
man sich da. Jugoslawiens? Chiles? Kolumbiens? Südostasiens? Der fertige
Omnibus namens Irak, sprich: Makiyas Tante, ist kein Zentralstaat mehr, sondern
eine Förderation; er ist nicht mehr arabisch, sondern multi-ethnisch; nicht
mehr islamisch, sondern laizistisch; vor allem aber ist er entmilitarisiert.
Diese Gebilde aus abwegigen Prämissen und Provokationen nennt ein
Kulturwissenschaftler und Orientalist »a sandcastle« - ein Kartenhaus. Es
handelt es sich dabei um keinen Geringeren als Edward Said, den Autor von
"Kultur und Imperialismus", einer viel zitierten Studie zum Orientbild
des Westens. In einem vernichtenden Aufsatz über Kanan Makiya meint Said in der
ägyptischen Zeitung Al-Ahram: Makiyas zweites Buch mit dem Titel „Cruelty and
Silence“ habe dem Pseudonym-Schreiber und eingestandenen Kostgänger Saddams
zu Anwürfen gegen angeblich feige arabische Intellektuelle gedient und im
Westen das Bild von Arabern als hinterhältigen und schäbigen Opportunisten
bestätigt. Nun sei es offenbar Makiyas eigenes anpassungsfähiges Gewissen, das
es ihm erlaube, gegen gute Bezahlung dem Meister US-Regierung zu dienen. Nie
habe er mit anderen Irakern debattiert, nie für ein arabisches Publikum
geschrieben, nie ein Amt bekleidet oder eine politische Rolle riskiert, die persönlichen
Mut erfordert hätte.
Kanan Makiyas Texte jedenfalls dürften nicht für die irakische Zukunft
verfasst sein, sondern für die weltpolitische Gegenwart. Sie sollen Befürchtungen
zerstreuen, die USA könnten im Irak 2003 ein Massaker anrichten wie im
Golfkrieg 1991 an der abziehenden irakischen Armee. Makiya betreibt
Kriegspropaganda.
Inspiririert: Thomas v. der Osten-Sacken
In Deutschland hat er das Geleitwort zu einem Buch beigetragen, dessen Aussage
der der „Republic of Fear“ gleicht. »Saddam Husseins letztes Gefecht?« ist
bei Konkret erschienen. Mitherausgeber ist Thomas v. der
Osten-Sacken. Er
schreibt für Konkret und Jungle World. In Jungle World Nr. 51 berichtet er auf
deutsch, was Makiya auf englisch formuliert hat. Und er fügt hinzu, was Michael
Ledeen, der kriegsinteressierte Kolumnist und Iran-Contra-Beteiligte, in der
rechten National Review zum Iran meint.
Partner im Geiste: Tilman Zülch
In der Vorwoche hatte sich v. der
Osten-Sacken in einem rabiaten Leserbrief mit Sharon-Parolen als Freund der
Israelis geriert. Die gleiche - fast völkisch anmutende - Maskerade verwendet
übrigens auch Makiya. In Deutschland teilt v. der Osten-Sacken sie mit einem
selbstbekennenden Vertriebenen, von dem er auch unbelegbare Behauptungen über
angeblich mehr als eine Million Saddam-Opfer übernimmt - mit Tilman Zülch. Zülch
ist der völkisch gesonnene Vorsitzende der Gesellschaft für Bedrohte Völker.
Mit ihm veranstaltete v. der Osten-Sacken am 1. November 2002 in Berlin eine
Pressekonferenz - zur Zukunft des Irak.
T:I:S, 9. Januar 2003
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