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Mehr über v. der Osten-Sacken unter Dialektik *Inkompetenz Thomas v. der Osten-Sacken hält in einem Artikel über eine Kongreßauswertung der Organisation Pax Christi für erwähnenswert, daß unter den Laken der Evangelischen Akademie Bad Boll Inkontinenzmatten liegen. Nun will er's auch hinschreiben, hat aber schon einmal das Wort Kontingent gehört; und macht Inkontigenz draus. Ein Kommentator, wohl in der Absicht, v. der Osten-Sacken noch vor Eintritt der Inkontinenz das Schreiben beizubringen, legt ihm Inkontingenz nahe. Die Kongreßauswertung von Pax Christi lohnt das Lesen. T:I:S, 10. August 2007 *v. der Osten-Sackens geistiger Vater Das irakische Erziehungs- und Bildungssystem steht vor dem
Kollaps, berichtet Dirk Adriaensens bei Global
Research. Akademiker, die noch nicht geflohen sind, werden gezielt
ermordet. Der Autor zählt vier Milizen auf, die Akademiker exekutieren. Die
Milizen seien lange vor Beginn der Bombardierung Bagdads am 20. März 2003 von
der Regierung der Vereinigten Staaten aus Exil-Irakern gebildet worden. An
erster Stelle nennt der Autor den Iraqi National Congress (INC) unter der Führung
von Ahmed Chalabi. US-Exil-Iraker und Mitglied des Iraqi National Congress war
laut The New
Republic vom 24. April 2003 der Akademiker Kanan
Makiya. Seine Schriften bildeten die Vorlage für Aufsätze und ein Buch von
Thomas Uwer und Thomas v. der Osten-Sacken, erschienen in Hermann
Gremlizas Konkret und seinem Verlag. Sie alle hatten für den Sturz Saddam
Husseins durch humanitäre Intervention geworben. Der Diktator wurde gestürzt
und der Irak in Stücke gehackt; die Kriegstreiber Makiya, Uwer, v. der
Osten-Sacken und Gremliza nicht. T:I:S, 19. April 2007 *Bei Thomas v. der Osten-Sacken paßt die Form zum Inhalt.
Vielleicht hätte er gern formuliert:
Doch Schwurbel bleibt Schwurbel. T:I:S, 25. Februar 2007 *Daß es schlecht steht um Afghanistan und den Irak, sollte man nicht allein den Amerikanern in die Schuhe schieben, findet Thomas Uwer. Die USA hätten zwar manchen Fehler gemacht. Aber Iraker und Afghanen ließen sich wirklich nur ungern demokratisieren. Lesen kann man die Rechtfertigung des Gesinnungsgenossen von Thomas v. der Osten-Sacken für die Beseitigung 600 000 irakischer und nicht ganz so vieler afghanischer Trotzköpfe in der Bahnhofsbuchhandlung jeder großen deutschen Stadt auf Seite 14 von Konkret, Heft 12/2006. Bei Konkret wieder mit von der Partie: Bernhard Schmid, Paris, und Winfried Wolf, Berlin, mit Aufgüssen von Internetartikeln. T:I:S, 27. November 2006 *Thomas v. der Osten-Sacken und Thomas Uwer, Irak-Kriegstreiber bei Konkret, sind unter die Fittiche der Gedenkstätte Normannenstraße (Vortragsangebot: Erich Mielke, die Stasi und das runde Leder) gekrochen. Sie referieren über Unmoral und Heuchelei des neuen antiwestlichen Pazifismus. Weitere Themen in der gleichen Reihe: Warum Sozialismus zu Armut und Unterdrückung führt – immer und überall. Und: Eine Ehrenrettung der Totalitarismustheorie. Das Publikum hofft auf Abdruck aller Beiträge in Konkret. T:I:S, 6. Juni 2006 *Thomas Immanuel
Steinberg
Wie einer uns für den Krieg reif schießtEin Jungle-World- und Konkret-Autor treibt es mit einem
exil-irakischen Kriegstreiber und einem völkischen
Deutschen Die meisten unserer Mitmenschen mögen es nicht, wenn in
ihrer Nähe, oder auch hinten, weit, in der Türkei, die Völker
aufeinanderschlagen. Nur ein Krieg, der Schlimmeres zu verhindern verspricht,
geht bei vielen durch. Deshalb verbreitete Joseph Fischer 1999, in Jugoslawien
gelte es, einer albanischen Shoa zuvor zu kommen. Rudolf Scharping steuerte Gerüchte
bei von hunderttausendfachem Mord an Kosovo-Albanern, dem es mit Bomben und
Raketen Einhalt zu gebieten gelte. Die Deutschen haben die Bomben und Raketen auf Serben,
Kosovo-Albaner und alles, was sich sonst bewegt in Jugoslawien, passieren
lassen. Jugoslawien wurde Vasallenstaat, Serben, Türken und Roma mußten aus
dem Kosovo flüchten und Scharping, der dümmere Lügner, den Fahrradhelm
nehmen. Nun läßt Deutschland auf seinen Startbahnen erneut die Räder
rollen für den Sieg. Es entlastet, vom Balkan bis Afghanistan, die USA für
ihren Angriff auf den Irak. Aber die Leute mögen keinen Krieg, es sei denn...
Es sei denn, der Krieg hilft Schlimmeres verhüten. Wieder also gilt es zu
zeigen, daß Bombardierung und Beschuß einen
Massenmord beenden, nicht etwa einleiten werden. Dazu angetreten ist einer, der
lange Material gesammelt hat. Thomas v. der Osten-Sacken kommt, heißt es, von
links. Er betreibt mit Thomas Uwer zusammen eine Internetseite über die
Verbrechen des Saddam-Regimes, schreibt häufig in Jungle World und Konkret und
hat kürzlich im Konkret-Verlag ein Buch über „Saddams letztes Gefecht“
herausgebracht. v. der Osten-Sackens Publikationen berichten
über die zahlreichen entsetzlichen Verbrechen des irakischen Regimes.
Diese Verbrechen ließ Saddam Hussein verüben mit Waffen und Billigung einmal
der Sowjetunion, dann Frankreichs, der USA und der Bundesrepublik, gegen die
eigene Bevölkerung ebenso wie gegen Iraner und Kuweitis. Gegen den Iran in den
Achziger Jahren hatte Saddam die Unterstützung der USA, die Kurden vergiftete
er mit deutschem Gas, Kuweit überfiel er 1991, weil US-Außenminister James
Baker den Eindruck erweckte, die USA würden eine Annexion hinnehmen, Kurden und
Schiiten konnte er massakrieren, weil die USA, wie die Russen vor Warschau beim
polnischen Aufstand, die Kämpfer im Stich ließen. Soweit die Fakten, und
soweit auch die Berichte in v. der Osten-Sackens Schriften. v. der Osten-Sacken will uns aber vermitteln, dieselben
USA, die Saddam Waffen geliefert, gegen den Iran geholfen, einen Überfall
schmackhaft gemacht und ihm Kurden und Schiiten zum Abschlachten zugeführt
haben, dieselben USA würden nun, zur Jahreswende 2002/2003 das Land zu Frieden
bomben und das irakische Volk vom Tyrannen befreien. Das will nicht ohne weiteres einleuchten, scheint es doch
den bisherigen Abläufen zufolge den USA um Öl und Herrschaft, nicht um Frieden
und Freiheit zu gehen. v. der Osten-Sacken behauptet folgerichtig auch nicht,
die USA hätten hehre Ziele, sondern gibt zu verstehen: Schlimmer, als es jetzt
im Irak zugeht, kann selbst ein äußerst blutiger Krieg nicht sein. Denn bisher
seien unter Saddams Regime über eine Million Iraker umgebracht worden. Werde
Saddam besiegt und gestürzt, habe dieses unermeßliche Morden ein Ende, egal,
ob die USA ihn zu diesem Ende geführt hätten, oder doch nur, um ans Öl zu
kommen. v. der Osten-Sackens Zahl ist sehr hoch. Der Irak hat etwa
22 Millionen Einwohner. Über eine Million wären allein als Getötete in
Friedenszeiten zu beklagen. Stimmt diese Zahl?
Wie belegt sie der Autor? Welchen Quellen benutzt er? Welche
Berechnungen, Schätzungen, Abwägungen
stellt er an? In einem Jungle-World-Aufsatz in Nr. 47/2002 schreibt
Thomas v. der Osten-Sacken, der UN-Sonderberichterstatter Max van der Stoel habe
den Irak als "wohl schlimmste Diktatur nach 1945" bezeichnet. Bislang
seien "mehr als eine Million Menschen dem Regime Saddam Husseins zum
Opfer" gefallen. v. d. Osten-Sacken gibt für seine Aussagen keine Quelle
an. Es existiert
aber seit 1995 ein "Interim report on the situation of human rights
in Iraq, prepared by Mr. Max van der Stoel, Special Rapporteur of the Commission
on Human Rights”. Eine "wohl
schlimmste Diktatur nach 1945" kommt bei van der Stoel nicht vor. Der
Bericht führt auch nicht "mehr als eine Million Menschen" an, die dem
Saddam-Regime "zum Opfer" gefallen seien. Einmal
heißt es dagegen: "As
such, there can be no doubt that the policy of the Government of Iraq is
directly responsible for the physical and mental pain, including long-term
disabilities, of millions of people and the death of many thousands more." (1) Von Millionen Geschädigten und Behinderten spricht also
der Bericht und darüber hinaus "vielen Tausend Toten." Von Millionen
Opfern ist nicht die Rede. Doch Thomas von der Osten-Sacken hat – mit Arras Fatah
zusammen – auch ein Buch beim Konkret-Verlag über den Irak herausgegeben. Die
Einleitung schrieb Kanan Makiya, ein Exil-Iraker. Auf Kanan Makiyas Angaben
beruhen die wesentlichen Behauptungen über Saddams Terrorregime im ganzen
Konkret-Buch. In einem der Aufsätze des Bandes schreiben v. der Osten-Sacken
und Thomas Uwer, diesmal ohne sich auf den Exil-Iraker zu berufen:
„Seit die Ba’th-Partei 1968 an die Macht kam, fielen über eine
Million Menschen dem Regime zum Opfer (Anm. 3), ohne die Toten zweier vom Irak
angezettelter Golfkriege und ohne die direkten Opfer des UN-Embargos.“ Die
Anmerkung unter dem Text lautet: „(Anm. 3) Vgl. Safia Taleb Al Souhail: Iraq; Intolerable
Repression, forgotten and unpunished. The International Alliance for Justice
(IAJ); 05 Feruary 2002”. Eine Seiten- oder Paragraphenangabe fehlt. Im Internet
findet sich bei der "International Alliance for Justice" unter der
Rubrik "Associated texts" der angegebene englische Aufsatztitel ohne
Autorin in der geringfügig anderen Fassung “Iraq: an intolerable, forgotten
and unpunished repression”. (3) Die Unterschiede dürften auf unterschiedliche
Übersetzungen des Titels zurückzuführen sein. Auch ist eine „Coalition for
Justice in Iraq“ im Vorspann des vorfindlichen Internet-Berichts als
Dachorganisation erwähnt. In diesem – mit größter Wahrscheinlichkeit
gleichen - Bericht kommt ein einziges Mal „million“ in Zusammenhang mit
Toten vor. Die Passage
lautet: “Since
the Ba’th Party came to power in 1968, about half a million Kurds have been
killed, several thousands of them using chemical and biological gas.” Das heißt: “Seit die Ba’th-Partei 1968 an die Macht
kam, wurden etwa eine halbe Million Kurden getötet, mehrere Tausend von ihnen
unter Verwendung chemischen und biologischen Gases.“ Diese Passage findet sich nicht im Haupttext, sondern in
einer Anmerkung (Nr. 18) zu der allgemeinen Bemerkung: „Arabisation is the
authorities' systematic policy of deporting the Kurdish, Turkmen and Assyrian
populations to other areas”, auf deutsch: „Arabisierung ist die
systematische Politik der Behörden zur Vertreibung der kurdischen,
turkmenischen und asyrischen Bevölkerung in andere Gebiete.“ Zur Zahlenangabe folgende Bemerkungen: Eine halbe Million Kurden sind keine ganze Million Iraker. Die Zahl steht in einer Fußnote zu einem Text, der weder
die Frage der Gesamtzahl der getöteten Iraker, noch die der getöteten Kurden
zum Gegenstand hat. Der Text ist der Bericht von einer Reise der International
Federation for Human Rights (FIDH) und der Human Rights Alliance France (HRA
France), einem Mitglied der Coalition for Justice in Iraq (CJI). Die Delegation
reiste vom 16. bis 23. Juli 2001 nach Syrien und Jordanien. Sie hatte die
Aufgabe, „ernsthafte Menschenrechtsverletzungen der irakischen Bevölkerung,
besonders der Frauen zu untersuchen, die der irakischenRegierung zugeschrieben
werden können.“ Zahlreiche Augenzeugen wurden befragt, die meisten von
ihnen irakische Flüchtliche und Asylsuchende in Jordanien und Syrien, weil sie
Mitglieder von Menschenrechtsorganisationen und Repräsentanten irakischer
Oppositionsparteien waren. „Die begrenzte Untersuchung wurde an den am
leichtesten und am schnellsten erreichbaren Orten durchgeführt. Die Delegation
reiste nicht in den Iran oder nach Irakisch-Kurdistan.“(4) v. der Osten-Sackens und Uwers Quellenangabe trägt demnach
nichts zur Frage bei, wie sie zu ihrer Behauptung kommen, die Zahl der
ermordeten Iraker betrage über eine Million. Zur Frage nach der Zahl der
ermordeten Kurden trägt die Anmerkung bei, daß ein Bericht von einer einwöchigen
Delegationsreise in zwei Nachbarländer des Irak in einer Fußnote ebenfalls
eine isolierte unbelegte Zahlenangabe enthält. Wie kommt v. der Osten-Sacken auf über eine Million vom
Regime ermordete Iraker? Nach einigem Blättern im Internet stellt sich heraus: Eine
deutsche Organisation, und an ihrer Spitze ein deutscher Kämpfer verkünden,
seit Bush den Krieg gegen den Irak angeküngigt hat,
verblüffend ähnliche Zahlen wie v. der Osten-Sacken und Uwer. Das
Saddam-Regime habe rund eine halbe Million Kurden ermordet. Das Saddam-Regime
habe über eine Million Iraker ermordet. Der Mann heißt Tilman Zülch, seine Organisation
„Gesellschaft für bedrohte Völker“. Zülchs Gesellschaft wird in den Antifaschistischen
Nachrichten so beschrieben: Die deutsche Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), die sich als „Menschenrechtsorganisation“ bezeichnet, tritt für die weltweite Durchsetzung von „Volksgruppen“-Rechten und des „Rechts auf die Heimat“ ein. Sie kooperiert mit Vorfeldorganisationen der deutschen Außenpolitik wie dem Bund der Vertriebenen und der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen und ist eng mit der deutschen Expansionspolitik unter dem Vorwand der „Durchsetzung von Menschenrechten“ verflochten. Die Durchsetzung der „fundamentalen Menschenrechte“ soll nach den Vorstellungen der GfbV durch „ständig einsatzbereite militärische Eingreiftruppen“ sicher gestellt werden. (5) Zülch hat sich bei der türkischen Militärjunta und der
deutschen Regierung mit der Forderung nach einem PKK-Verbot
beliebt gemacht.(6) Er wurde wohl unter anderm deshalb im
Kurdistan-Rundbrief zur Gruppe „Gegner der kurdischen Befreiung oder
bedenkenlose Karrieristen“ gezählt (7) und im April 2002 von Bundespräsident
Rau mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Zülch, so Rau,
„sei konsequent für die Stärkung der Menschenrechte in aller Welt
eingetreten“.(8) Diese Linie setzte Zülch im August 2002 fort. Er sprach
sich für die Errichtung eines Zentrums gegen Vertreibungen in der „Stiftung
Zentrum gegen Vertreibung“ in Berlin aus mit den Worten: „Gegründet und
betrieben von deutschen Vertriebenen für Vertriebene könnte das Zentrum in
Berlin einen wesentlichen Beitrag zur weltweiten Ächtung von Vertreibung
leisten und sich daran beteiligen, die Verabschiedung einer ‚Erklärung über
Bevölkerungstransfers’ durch die UN-Generalversammlung voranzutreiben“.(9)
Zülch und seine Gesellschaft befassen sich länger als v.
der Osten-Sacken mit dem „Völkermord an den Kurden“und Saddams anderen
Morden, allerdings bisher eher in Distanz zu den USA und mit deutsch-völkischem
Unterton.(10) Wie belegt Zülch seine Angaben über Saddam-Mordopfer? Welche
Quellen benutzt er? Welche Berechnungen, Schätzungen,
Abwägungen stellt er an? Die Gesellschaft für bedrohte Völker verkündet die Zahl
der von Saddam getöteten Kurden so: „Rund eine
halbe Million Kurden - unter ihnen auch assyrisch aramäische Christen, Yeziden
und Turkmenen - sind in den vergangenen 34 Jahren allein im Nordirak vernichtet
worden.“(11) Yeziden sind Kurden einer besonderen Glaubensrichtung. Auch
christlich können Kurden sein, aber nicht „assyrisch aramäisch“. Denn die
kurdischen Sprachen gehören zur indo-europäischen, das Aramäische jedoch zur
semito-hamitischen Sprachfamilie. Auch die Turkmenen dürften keine Kurden sein.
Folglich ist unklar, worauf sich die Vernichtungszahl der Gesellschaft für
bedrohte Völker überhaupt bezieht. Doch „rund eine halbe Million“, das ist die gleiche
Angabe wie „about half a million“ - in
der Quelle, die v. der Osten-Sackens und Uwer anführen, als sie von einer
Million getöteter Iraker schreiben. Die
oben zitierte Anmerkung 18 bezieht sich ebenfalls auf „Kurdish, Turkmen and
Assyrian“ Vertriebene. Insofern scheint die Zahlenangabe von Zülch und v. der
Osten-Sacken / Uwer verwandten oder gar gleichen Ursprungs zu sein. Wie bei v.
der Osten-Sacken / Uwer, so fehlt auch bei Zülch jede Aufteilung oder
rechnerische Plausibilisierung. Wie legt Zülch dar, daß insgesamt über eine Millionen
Iraker vom Baath-Regime ermordet wurden? In einem längeren Aufsatz seiner
Zeitschrift „bedrohte völker“ (früher: "pogrom")(12) schreibt
er: „Die Zahl der Opfer des irakischen Baath-Regimes wird
seit seinem Machtantritt im Jahre 1968 die erste Million überschritten haben.
Das ist eine ungeheuere Zahl, die viele anzweifeln werden. Aber wer sich
intensiv mit dieser Verbrechensgeschichte befasst, wird einerseits feststellen,
dass Saddam Hussein und sein Vorgänger Al Bakr in ununterbrochener Folge haben
morden lassen, und dass anderseits diese Morde nur ausschnittweise bekannt
geworden sind. So müssen wir mit riesigen Dunkelziffern rechnen.“ Anschließend leitet Zülch die Wiederholung seiner
unbelegten Schätzung von einer halben Million durch Arabisierung Getöteter mit
der Formulierung ein: „Es gibt Schätzungen, denen zufolge...“ Er fährt
fort: „Schiitische Organisationen beklagen 300.000 Opfer.
Menschenrechtsorganisationen sprechen ebenfalls von Hundertausenden
Verschwundenen. Auch die genaue Zahl der Getöteten bei Saddams Offensiven gegen
die traditionell lebenden Marscharaber ist statistisch nicht erfasst.
Zehntausende werden die Zerstörung und planmäßige Austrocknung ihrer Marschen
nicht überlebt haben. Dazu kommen die Opfer anderer ethnischer und religiöser
Gemeinschaften, die Angehörigen der Opposition und die Liquidierten aus den
eigenen Reihen des Regimes. Keiner hat bisher alle diese Toten zählen können.“ Aber eben um Zählung oder Abschätzung einer Größenordnung
geht es. Weil auch sie unbekannt ist, haben weder Amnesty International, noch
eine andere Organisation behauptet, die Dimension zu kennen oder schätzen zu können.
Nur die Gesellschaft für bedrohte Völker von Tilman Zülch hat eine Gesamtzahl
– über eine Million Tote – genannt. Die gleiche Zahl haben außer ihr nur
Thomas v. der Osten-Sacken und Thomas Uwer genannt. Wie aber kommen ein völkisch gestimmter Tilman Zülch und
der anti-völkisch angestrichene Thomas v. der Osten-Sacken zum Austausch ihrer
wilden Schätzungen? Zum Beispiel am Rande einer Pressekonferenz: Der
Vertriebene Zülch präsentierte sich zusammen mit exil-irakischen Freunden
eines Überfalls auf den Irak am 1. November 2002 im Berliner Haus der
Bundespressekonferenz. Mit von der Partie Hans Branscheidt von Medico
International, einer Organisation, die sich
bisher eher friedlich ausnahm. Als Moderator fungierte: Thomas v. der
Osten-Sacken. (13) Er und Thomas Uwer veröffentlichen in linken Zeitschriften
wie Jungle World und Konkret. Ihr Buch ist im linken Konkret-Verlag erschienen.
Scheuen sie sich zu sagen, daß ihre spektakuläre Rechtfertigung eines
Angriffskrieges gegen den Irak aus revanchistischer Quelle stammt? Offen und unentwegt stützen sie sich dagegen auf den
bereits genannten Exil-Iraker Kanan Makiya. Das Boston University Radio sagt über
den Absolventen des Massachusetts Institute of Technology, Brandeis-Professor
und Irak-Projektleiter in Harvard: „Kanan Makiya
hat gelernt, Dinge zu entwerfen: Gebäude und Türme. Nun will er eine Nation
entwerfen. In den Sechzigern verließ der bekennende Trotzkist den Irak, um in
den USA Architektur zu studieren. Heute, als eine andere Art von Dissident,
hilft er dem Weißen Haus Pläne zu entwerfen, wie der Irak in eine Demokratie
umgewandelt werden kann. Seine Unterstützer nennen ihn Iraks Solschenitsin, denn
sein Werk zeigt Saddam Husseins Brutalität, während Kritiker sagen, er sei
verrückt, dem guten Willen der US-Regierung zu trauen. Aber Makiya sagt, daß
die Entfernung Husseins eine Gelegenheit zur Umgestaltung des Nahen Ostens
bietet, wie es sie seit dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches nicht gegeben
hat. Und, was noch wichtiger ist, sagt er: Das
irakische Volk ist dazu bereit, das Brüllen der U.S. Bomber zu hören.“(14) Thomas v. der Osten-Sacken und Thomas Uwer haben sich zur
Aufgabe gemacht, die deutschen Linken für das Brüllen der US-Bomber reif zu
schießen. Das Vorhaben möge ihnen mißlingen. Internet, 18. Dezember 2002 siehe auch Dschungelfieber von Matthias Gockel und Kriegspropaganda, Leserbrief an die "Zeit" von Thomas Immanuel Steinberg, sowie Anmerkungen
(1) http://www.fas.org/news/iraq/1995/a-50-734.htm (2) von der Osten-Sacken, Thomas und Thomas
Uwer: Ideologie und Terror. In: v. d. Osten Sacken, Thomas und Arras Fatah
(Hg.): Saddam Husseins letztes Gefecht? Der lange Weg in den III. Golfkrieg.-
Hamburg: KKV konkret 2002, S. 101 (3)
siehe http://www.i-a-j.org/pdf/report_Iraq_english_version.pdf
International Alliance of Justice ; Ursprung: International Federation for Human
Rights / Human Rights Alliance France: Report “Iraq: an intolerable, forgotten
and unpunished repression”
http://www.fidh.org/magmoyen/rapport/2002/iq315a.pdf (4) Offenbar war die bei v. der Osten-Sacken
und Uwer angeführte Safia Taleb Al Souhail die Delegationsleiterin. In
“service”, Alliance Internationale pour la Justice / International Alliance
for Justice, Press Release, Tuesday, May 2, 2002 – 05 :00 PM
http://www.nahrain.com/d/doc/nhr0503g.html
heißt es nämlich: “Safia
Taleb Al Souhail …is a well-known Iraqi woman, who is well known for her
commitment in favor of the Human Rights. She is the publisher of Al Manar Al
Arabi newspaper, published in Sulaimaniyah in Iraqi Kurdistan, and Advocacy
Director for the Arab and Islamic World at our organization the International
Alliance for Justice (AIJ). Safia is the daughter of Sheikh Taleb Al Souhail, a
prominent Iraqi figure who was assassinated in Beirut in 1994 by four Iraqi
diplomats.” (5) Antifaschistische Nachrichten 19/2000,
Quelle: http://www.german-foreign-policy.com
(6) PKK-Verbot.Gesendet am 23. 11. 1998 im
Magazin International, Kurdische Redaktion von Radio Flora, Hannover (7) Lötzer, Rüdiger und Rudolf Bürgel:
Ein offenes Wort unter Freunden. Ein "Offener Brief" an den Präsidialrat
der PKK schlägt Wellen. Kurdistan-Rundbrief Nr. 15, Jg. 13, 26.7.2000 (8) dpa lt. taz Nr. 6730 vom 20.4.2002,
Seite 7 (9) Bund der Vertriebenen: Presseerklärung.
Gegen Vertreibung: Vermächtnis der deutschen Opfer von gestern ist der Einsatz
für die Opfer von heute. Berlin / Göttingen, den 5. August
2002 http://www.bund-der-vertriebenen.de/pkzentrum.doc
(10) z. B. Zülch, Tilman (Hg.); Völkermord
an den Kurden. Eine Dokumentation der Gesellschaft für bedrohte Völker.-
Frankfurt am Main: Luchterhand Literaturverlag 1991 (11) Pressekonferenz von Vertretern der
irakischen Opposition in Berlin. Generalsekretär der Gesellschaft für bedrohte
Völker gibt Überblick über schwerste Menschenrechtsverletzungen unter Saddam
Hussein. Bozen, Berlin, Göttingen, 31. Oktober 2002
http://www.gfbv.it/2c-stampa/02-3/021031ade.html (12) Zülch, Tilman: Saddam Hussein – die
Zahl der Opfer hat die erste Million überschritten. In: bedrohte völker -
pogrom 213 3/2002 http://www.gfbv.de/voelker/nahost/pog_irak.htm
(14) WBUR (Boston University Radio) und
(NPR) National Public Radio, 13. November 2002 http://www.theconnection.org/shows/2002/11/20021113_a_main.asp
Die Passage lautet im Original: “Kanan
Makiya, professor of Middle East Studies at Brandeis and director of the Iraq
Research and Documentation Project at Harvard University
// Kanan Makiya has been trained to design things; buildings and towers.
Now he wants to design a nation. In the 1960s, the self-proclaimed Trotskyite
left Iraq to study architecture in the U.S. Today, a different kind of
dissident, he's helping the White House draft plans to turn Iraq into a
democracy. His
supporters call him Iraq's Solzhenitsyn for his work in exposing Saddam
Hussein's brutality, while critics say he's crazy to trust the U.S. government's
good will. But Makiya says that the removal of Hussein would present an
opportunity to reshape the Middle East unseen since the fall of the Ottoman
Empire. What's more, he says, the Iraqi people are ready to hear the U.S.
bombers' roar.” *Steinberg Recherche Referent Texte 2007 Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Suchen Home nach oben
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