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Steinberg Recherche Referent Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Home Inhalt Die Bedeutung der Anschläge vom 11. September 2001
Die Ereignisse vom 11.
September 2001 dienen der US-Regierung zur Rechtfertigung ihrer Kriege gegen
Afghanistan, den Irak und zahllose weitere Länder. Doch manchen laden die
Ereignisse auch zur Deutung ein. Welche Rückschlüsse lassen sich aus den
Ereignissen auf Vergangenes ziehen? Die Frage nach den Tätern drängt sich auf.
Von der Antwort hängt ab, wie das Interpretationsfeld abzustecken ist. Die Regierung der USA hat
zwei Tage nach den Ereignissen 19 Personen als Täter genannt. Eine Verschwörung
aus Saudi-Arabern und Jemeniten mit dem Namen Al-Kaida unter Anleitung des
staatenlosen Ossama bin Laden habe
den Zusammensturz der New Yorker Türme, das Loch im Pentagon und die Verteilung
von Flugzeug-, Gepäck- und Leichenteilen über Pennsylvania bewirkt. Den
Schaden an einem Flügel des Weißen Hauses am gleichen Tag ließ die Regierung
unerklärt. Für die regierungsamtliche
Verschwörungstheorie über die Ereignisse spricht: Die Taten beruhten
zweifelsfrei auf einer geheimen Verbindung zu unerlaubten Zwecken, also auf
einer Verschwörung. Doch waren die Täter, also die Verschwörer, vielleicht
ganz andere als die genannten? Oder hatten sie Hintermänner? Konnten die
Genannten ohne staatliche Hilfe die beobachtete Wirkung erzielen? Hat Pakistan,
hat Saudi-Arabien die Fäden gezogen? War die US-Regierung an der Verschwörung
beteiligt, wie am ersten Attentat auf das World Trade Center 1993? Hat die
US-Regierung vielleicht die Al-Kaida-Verschwörung nur inszeniert und in
Wahrheit sich selber gegen ihr Volk und den Rest der Welt verschworen? Die Täterschaft ist bis
heute offen. Eine polizeiliche, staatsanwaltschaftliche oder parlamentarische
Untersuchung fand nicht statt. Lediglich wurde im Dezember 2002 ausgerechnet der
schwer belastete Henry Kissinger damit beauftragt, eine Untersuchung
anzustellen. Indessen hat die US-Regierung alles getan, um fremde Ermittlungen
zu verhindern: Sie hat keine Flugverkehrs-Funksprüche veröffentlicht, keine
Blackbox-Aufzeichnungen, keine Passagierlisten, die ihre Verschwörungstheorie
stützen würden. Sie hat nie erklärt, wieso die Flugüberwachung alle
Vorschriften verletzt hat. Sie hat
keinen Zugang zum New Yorker Trümmerfeld gewährt, keine
Trümmer untersucht, keine Trümmer aufbewahrt. Vom Flugobjet, das
nacheinander fünf Mauern des Pentagon durchdrungen hat, bevor es in der
sechsten ein Loch von 2,30 m Durchmesser hinterließ, hat sie kein einziges
Bruchstück vorgelegt. Von dem Flugzeug, dessen Teile in Pennsylvania über fünf
Meilen verstreut waren, hat sie behauptet, es sei am Boden zerschellt. Die
verschwörerischen Boeing-Lenker konnten nicht einmal Kleinflugzeuge steuern,
waren unter Beobachtung des israelischen Geheimdienstes und hinterließen
allenthalben Spuren wie eine Elefantenherde. Kurz: Die Verschwörungstheorie
der US-Regierung ist eine schlechte Theorie, denn sie ist allem Anschein nach
falsch oder zumindest vielfach getürkt. Die ungeklärte Täterschaft
hat freilich Kommentatoren und Interpreten nicht daran gehindert, die
Ereignisse vom 11. September politisch zu deuten. Meist wurde die Verschwörungstheorie
der USA für wahr genommen und munter drauf los gefolgert, zum Beispiel:
Die Verdammten der Erde beginnen sich zu wehren. Oder: Der Islam nimmt
den Kampf der Kulturen auf. Oder: Die Anschläge waren von Antisemitismus geprägt.
Oder, ganz grundsätzlich: Gewalt erzeugt Gegengewalt. Zur regierungsamtlichen
Verschwörungstheorie griffen die Interpreten sicher aus Opportunismus;
vielleicht aber auch, weil sie der entgegengesetzten Verschwörungstheorie
keinen Glauben schenken wollten, die lautet: Die US-Regierung – oder rechte
Kreise in der US-amerikanischen Elite – haben den Zusammensturz der New Yorker
Türme, das Loch im Pentagon, den pennsylvanischen Flugzeugabsturz und die Beschädigung
des Weißen Hauses bewirkt. Dabei spricht für diese Erklärung, daß US-Kreise
technisch in der Lage wären, die Flugüberwachung auszuschalten;
Crash-Flugzeuge fernzusteuern und den Zusammenfall der Türme an
Sollbruchstellen zu programmieren; eine Rakete ins Pentagon zu lenken; eine
Explosion im Weißen Haus auszulösen; eine oder mehrere Pasagiermaschinen zu
evakuieren, die Pasagiere zusammen mit Atta und seinen 18 Glaubensbrüdern in
eine Maschine zu verfrachten und diese über Pennsylvania abzuschießen. Gegen diese Verschwörungstheorie
scheint zu sprechen, daß die US-Elite folglich um politischer Ziele willen
Landsleute ermordet hätte. Allein: Den Golf-Krieg gegen den Irak haben die USA
mit abgereichertem Uran an den Geschoßköpfen geführt
- in Kenntnis der Krebsgefahr – ohne ihre Soldaten zu warnen. Seitdem
sind über 9 000 US-amerikanische Kriegsteilnehmer, alles junge Männer,
gestorben. Im Vietnam-Krieg haben die USA das Entlaubungsmittel Agent Orange
verwendet, das auch viele US-Soldaten vergiftet hat. Der ganze Vietnam-Krieg war
nicht nur zweimillionenfacher Mord an den Vietnamesen. Auch die 50 000 toten
US-Soldaten wurden für politische Ziele der Elite verheizt. Könnte der 11. September
2001 zur Interpretation der Geschichte beitragen, wenn sich herausstellte, daß
die Täter aus der US-Elite kamen? Dann läge ein weiterer Fall
US-amerikanischer außenpolitischer Inszenierung vor: Pearl Harbour lief so ab;
der Tonking-Zwischenfall im Vietnam-Krieg; der Taliban-Einsatz unter Brzezinski
und Carter in Afghanistan, der die Sowjetunion in den Krieg hineinzog; die
falschen Stillhaltesignale an Saddam Hussein vor seinem Kuweit-Überfall. Die
US-Regierung hätte die Ereignisse vom 11. September in Szene gesetzt, um
ihre Kriege gegen Afghanistan, den Irak und zahllose weitere Länder zu
rechtfertigen – dafür, wozu sie ihr ersichtlich ohnehin dienen. Diese Verschwörungstheorie
würde nicht nur ihren Namen verdienen. Sie wäre sogar stimmig. Thomas Immanuel Steinberg, 25. Dezember 2002 siehe auch: Mathias Bröckers , Bröckers & Hauß und Meyssan deutsch *Steinberg Recherche Referent Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Inhalt Home nach oben
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