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Die Bedeutung der Anschläge vom 11. September 2001  

Die Ereignisse vom 11. September 2001 dienen der US-Regierung zur Rechtfertigung ihrer Kriege gegen Afghanistan, den Irak und zahllose weitere Länder. Doch manchen laden die Ereignisse auch zur Deutung ein. Welche Rückschlüsse lassen sich aus den Ereignissen auf Vergangenes ziehen? Die Frage nach den Tätern drängt sich auf. Von der Antwort hängt ab, wie das Interpretationsfeld abzustecken ist.  

Die Regierung der USA hat zwei Tage nach den Ereignissen 19 Personen als Täter genannt. Eine Verschwörung aus Saudi-Arabern und Jemeniten mit dem Namen Al-Kaida unter Anleitung des staatenlosen Ossama bin Laden  habe den Zusammensturz der New Yorker Türme, das Loch im Pentagon und die Verteilung von Flugzeug-, Gepäck- und Leichenteilen über Pennsylvania bewirkt. Den Schaden an einem Flügel des Weißen Hauses am gleichen Tag ließ die Regierung unerklärt.  

Für die regierungsamtliche Verschwörungstheorie über die Ereignisse spricht: Die Taten beruhten zweifelsfrei auf einer geheimen Verbindung zu unerlaubten Zwecken, also auf einer Verschwörung. Doch waren die Täter, also die Verschwörer, vielleicht ganz andere als die genannten? Oder hatten sie Hintermänner? Konnten die Genannten ohne staatliche Hilfe die beobachtete Wirkung erzielen? Hat Pakistan, hat Saudi-Arabien die Fäden gezogen? War die US-Regierung an der Verschwörung beteiligt, wie am ersten Attentat auf das World Trade Center 1993? Hat die US-Regierung vielleicht die Al-Kaida-Verschwörung nur inszeniert und in Wahrheit sich selber gegen ihr Volk und den Rest der Welt verschworen?  

Die Täterschaft ist bis heute offen. Eine polizeiliche, staatsanwaltschaftliche oder parlamentarische Untersuchung fand nicht statt. Lediglich wurde im Dezember 2002 ausgerechnet der schwer belastete Henry Kissinger damit beauftragt, eine Untersuchung anzustellen. Indessen hat die US-Regierung alles getan, um fremde Ermittlungen zu verhindern: Sie hat keine Flugverkehrs-Funksprüche veröffentlicht, keine Blackbox-Aufzeichnungen, keine Passagierlisten, die ihre Verschwörungstheorie stützen würden. Sie hat nie erklärt, wieso die Flugüberwachung alle Vorschriften verletzt hat.  Sie hat keinen Zugang zum New Yorker Trümmerfeld gewährt, keine  Trümmer untersucht, keine Trümmer aufbewahrt. Vom Flugobjet, das nacheinander fünf Mauern des Pentagon durchdrungen hat, bevor es in der sechsten ein Loch von 2,30 m Durchmesser hinterließ, hat sie kein einziges Bruchstück vorgelegt. Von dem Flugzeug, dessen Teile in Pennsylvania über fünf Meilen verstreut waren, hat sie behauptet, es sei am Boden zerschellt. Die verschwörerischen Boeing-Lenker konnten nicht einmal Kleinflugzeuge steuern, waren unter Beobachtung des israelischen Geheimdienstes und hinterließen allenthalben Spuren wie eine Elefantenherde.  

Kurz: Die Verschwörungstheorie der US-Regierung ist eine schlechte Theorie, denn sie ist allem Anschein nach falsch oder zumindest vielfach getürkt.  

Die ungeklärte Täterschaft  hat freilich Kommentatoren und Interpreten nicht daran gehindert, die Ereignisse vom 11. September politisch zu deuten. Meist wurde die Verschwörungstheorie der USA für wahr genommen und munter drauf los gefolgert, zum Beispiel:  Die Verdammten der Erde beginnen sich zu wehren. Oder: Der Islam nimmt den Kampf der Kulturen auf. Oder: Die Anschläge waren von Antisemitismus geprägt. Oder, ganz grundsätzlich: Gewalt erzeugt Gegengewalt.  

Zur regierungsamtlichen Verschwörungstheorie griffen die Interpreten sicher aus Opportunismus; vielleicht aber auch, weil sie der entgegengesetzten Verschwörungstheorie keinen Glauben schenken wollten, die lautet: Die US-Regierung – oder rechte Kreise in der US-amerikanischen Elite – haben den Zusammensturz der New Yorker Türme, das Loch im Pentagon, den pennsylvanischen Flugzeugabsturz und die Beschädigung des Weißen Hauses bewirkt. Dabei spricht für diese Erklärung, daß US-Kreise technisch in der Lage wären, die Flugüberwachung auszuschalten; Crash-Flugzeuge fernzusteuern und den Zusammenfall der Türme an Sollbruchstellen zu programmieren; eine Rakete ins Pentagon zu lenken; eine Explosion im Weißen Haus auszulösen; eine oder mehrere Pasagiermaschinen zu evakuieren, die Pasagiere zusammen mit Atta und seinen 18 Glaubensbrüdern in eine Maschine zu verfrachten und diese über Pennsylvania abzuschießen.  

Gegen diese Verschwörungstheorie scheint zu sprechen, daß die US-Elite folglich um politischer Ziele willen Landsleute ermordet hätte. Allein: Den Golf-Krieg gegen den Irak haben die USA mit abgereichertem Uran an den Geschoßköpfen geführt  - in Kenntnis der Krebsgefahr – ohne ihre Soldaten zu warnen. Seitdem sind über 9 000 US-amerikanische Kriegsteilnehmer, alles junge Männer, gestorben. Im Vietnam-Krieg haben die USA das Entlaubungsmittel Agent Orange verwendet, das auch viele US-Soldaten vergiftet hat. Der ganze Vietnam-Krieg war nicht nur zweimillionenfacher Mord an den Vietnamesen. Auch die 50 000 toten US-Soldaten wurden für politische Ziele der Elite verheizt.  

Könnte der 11. September 2001 zur Interpretation der Geschichte beitragen, wenn sich herausstellte, daß die Täter aus der US-Elite kamen? Dann läge ein weiterer Fall US-amerikanischer außenpolitischer Inszenierung vor: Pearl Harbour lief so ab; der Tonking-Zwischenfall im Vietnam-Krieg; der Taliban-Einsatz unter Brzezinski und Carter in Afghanistan, der die Sowjetunion in den Krieg hineinzog; die falschen Stillhaltesignale an Saddam Hussein vor seinem Kuweit-Überfall. Die US-Regierung hätte die Ereignisse vom 11. September in Szene gesetzt, um  ihre Kriege gegen Afghanistan, den Irak und zahllose weitere Länder zu rechtfertigen – dafür, wozu sie ihr ersichtlich ohnehin dienen. Diese Verschwörungstheorie würde nicht nur ihren Namen verdienen. Sie wäre sogar stimmig.  

Thomas Immanuel Steinberg, 25. Dezember 2002

siehe auch: Mathias Bröckers , Bröckers & Hauß und Meyssan deutsch

 

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