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Thomas Immanuel SteinbergAugsburger ZooStatt Disziplinarverfahren offenbar RückendeckungHagenbecks Tierpark in Hamburg zeigte in den beiden letzten
Jahrhunderten sogenannte Völkerschauen
. Zoobesucher konnten Afrikaner in exotischer Umgebung bestaunen. Die
Veranstaltungen waren bündiger Ausdruck des herrschenden Kolonialrassismus, der
sich unter den Nazis zum Völkermord steigerte. Nun sollen wieder Afrikaner im Zoo zu bestaunen sein, wieder
in exotischer Umgebung. Der Augsburger Tierpark möchte vom 6. bis 9. Juni
willige Afrikaner ausstellen. Tierpark-Leiterin Dr. Barbara Jantschke ließ ihr
Ansinnen so
bewerben: „Ein Zoobesuch mit Überraschungen: Für vier Tage entsteht
im Augsburger Tierpark ein afrikanisches Dorf. Um eine einmalige afrikanische
Steppenlandschaft gruppieren sich Kunsthandwerker, Silberschmiede, Korbflechter,
Zöpfchenflechter. Im Park duftet es nach afrikanischen Teespezialitäten und
erlesenen Spezialitäten vom afrikanischen Kontinent. Die Besucher werden mit
Konzerten und Events für die ganze Familie verwöhnt. Informationen über die
vielfältige afrikanische Kultur und Natur sowie Reisetipps der Fachleute wecken
die Reiselust.“ Eine Gruppe deutscher und afrikanischer Antirassistinnen
protestierte im Namen der Schwarzen deutschen community bei der Zoo-Direktorin
und forderte dazu auf, endlich mit den kolonialrassistischen deutschen
Traditionen zu brechen. Die Direktorin brauchte mit der Antwort einige Tage. Der
Protest habe sie zwischenzeitlich sprachlos gemacht. Die schließlich gelieferte
Antwort
ist mit Selbstsicherheit gewappnet. Zugleich spricht aus ihr geballter
Unverstand. Die Direktorin findet, „dass der Augsburger Zoo genau der richtige
Ort ist, um auch die Atmosphäre von Exotik zu vermitteln“ und unterstellt den
Antirassistinnen, sie hätten sich nicht über den Veranstaltungcharakter
informiert. T:I:S, 1. Juni 2005 Hintergrund und Zusammenhänge bei German Foreign Policy - Deutsche Tierwelt *
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