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Welt und Bild von Springer

 

Berufsjournalisten, das klickende Proletariat

Seit November 2006 stellen im Großraumbüro im 15. Stock des Berliner Springerhochhauses Journalisten von fünf Springerzeitungen, darunter die Welt, ihre Artikel aus Textbausteinen der Agenturen zusammen. Die im neuen Newsroom produzierten Titel sollen aber „ihr je eigenes Temperament und ihre Seele“ bewahren. Nicht dabei sind die Kollegen von B.Z. und Bild, siehe Netzeitung

Bild bekam zeitgleich zusätzliche eigene Rechercheure. Springers Welt soll vor allem im Internet vorankommen. Doch wie ein Springer-Kollege bemerkt: "Nirgendwo kann der Nutzen journalistischer Produkte besser verglichen werden als im Internet. Da kann die Welt mit ihrem Mist nur gegen die übelste Kommerzjauche anstinken."

T:I:S, 4. August 2007

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Betrifft: Eure Bedrohung und Eure Brodersche Präventionsstrategie 

Liebe Ex-Muslime Nur G., Mitra Z. und Nassim Ben I., 

die Bildzeitung vom 20. März 2007 hat Euer Schicksal geschildert. Ihr habt Euch von Allah abgewandt; jetzt werdet Ihr bedroht. 

Du, Nur, wurdest unter dem atheistischen Baathisten Saddam Hussein im arabischen Namen Gottes gefoltert, findest aber den Islam „besonders schlimm, weil Kinder schon mit sechs Jahren gezwungen werden, den Koran zu lernen“. Das Vaterunser lernen zu müssen kann nicht schlimmer sein für einen Schulanfänger. 

Du, Mitra, findest: „Der Islam macht die Menschen kaputt.“ Mehr als eine Milliarde Muslime auf der Welt wissen, wovon Du sprichst, Mitra. 

Du, Nassim Ben, redetest früher „mit anderen muslimischen Jugendlichen, die sehr radikal waren, über Anschläge.“ Du wolltest „Leben zerstören“. Dann bekamst Du „Kontakt zu einer christlichen Gruppe“, wandtest Dich „vom Islam ab“, merktest, daß Du Jesus brauchst und wurdest Christ. 

Wie Ihr drei vom Islam berichtet, so ähnlich wurde einst vom Judentum geprochen. Da würden Hostien geschändet, hieß es, und christliche Dienstmädchen, und wer sich wehre, der könne mit Gift im Brunnen rechnen. Wer diese Erzählungen über Juden zu Lügen erklärte, bekam zu hören, das seien Zuspitzungen, aber treffende. Sie trafen. Die Juden wurden verjagt oder ermordet. 

Eure schaurigen Berichte über Muslime dagegen beruhen auf Euren eigenen Erfahrungen. Ihr steht dazu, und viele viele Bildzeitungsleser werden jetzt nur zu gern Muslime verjagen und notfalls auch anders mit ihnen Schluß machen. Die bekennenden Querdenker Josef Joffe von der Zeit und Henryk Broder im Spiegel mahnen zwar stets die Einhaltung christlich-jüdischer Zivilisationsnormen an in der Abwehr Eurabiens. Doch die Bildzeitung gibt nicht bloß den Ton an: Sie ist das, wo die Musik spielt.  

Aber nun zu Euch. Fürchtet Ihr nicht die Muslime, die Euch drei schon bedroht haben und die, der Bildzeitung zufolge, zum Schlimmsten, ja Allerschlimmsten bereit sind: „Nach radikaler islamischer Rechtsauffassung müssen Abtrünnige hingerichtet werden“, schreibt die Zeitung. Daneben prangen Eure vollen Namen, und Eure Fotos, riesengroß. Müßt Ihr den Islamisten zuvorkommen, sie erledigen – oder erledigen lassen, bevor sie Euch töten? 

Der Meister der Zuspitzung von Aussagen über Muslime, Henryk Broder, wird Euch zumindest verstehen; für Fälle wie Euren konstatierte er: „Es macht mehr Spaß, Täter statt Opfer zu sein.“ (1)

Sorgenvoll grüßt

Thomas Immanuel Steinberg

T:I:S, 20. März 2007

Anmerkung

(1) Das sei wohl Eurabisch, meinte eine Leserin. Ein Leser fand, der verknotete Satz stehe für seinen Autor: Broder sehne sich nach dem Rohrstock; statt Heilung zu suchen, werde er Schläger und finde am schlechten Ersatz sogar mehr Spaß. Rolf Verleger, den Broder für einen Neurologen hält, wird ihm nicht helfen wollen. Denn Broder läßt den Psychologen von einem andern Sadomasochisten als Volksschädling bezeichnen. T:I:S, 27. März 2007

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Thomas Immanuel Steinberg

Arno Hamburger  

Wer die BILD-Zeitung,  sozialdemokratische Politiker und Kirchenfürsten wie den Bischof Huber widerlich findet, kann kein ganz schlechter Mensch sein. Arno Hamburger hat den heutigen BILD-Kommentar verfaßt, er sitzt für die SPD im Nürnberger Stadtrat, und er steht einer Gemeinde vor. Hamburger fordert in der BILD-Zeitung zur Fortsetzung des US-amerikanischen Gemetzels im Irak auf. Wer Hamburger widerlich findet, kann kein ganz schlechter Mensch sein.

Doch auch den Besten beschleicht ein ungutes Gefühl, wenn er erfährt, welcher Gemeinde Hamburger vorsteht: der israelitischen Kultusgemeinde in Nürnberg. Er ist Jude, wurde verfolgt und hat darunter gelitten. Der soll widerlich sein? Bin ich schlecht, weil ich einen einst verfolgten Juden widerlich finde?

Das Gefühl ist falsch, aber daß es aufkommt, darauf spekuliert die BILD-Zeitung. Deshalb hat sie ihm das Wort erteilt. Hamburger weiß, daß er benutzt wird. Er weiß, daß Juden von den Herrschenden immer wieder benutzt worden sind für Krieg und Unterdrückung - er schert sich nicht drum. Kein Vertun: Hamburger ist widerlich. 

 

"BILD-Kommentar vom 13. April 2004

Krieg kann Unschuldige retten

Von ARNO HAMBURGER * 

Die schrecklichen Bilder vom Tod des GSG9-Beamten werfen wieder die Frage auf, ob es richtig war, das Terror-Regime Saddam Husseins durch ein militärisches Eingreifen zu eliminieren. 

Es gibt in unserem Land viele Stimmen, die einen „Krieg“ auch gegen Gewalttäter verneinen. Viele sind der Auffassung, dass Despoten durch Verhandlungen und Gespräche zur Vernunft gebracht werden können.

Ich bin anderer Auffassung. Es gibt Situationen, in denen man das Herz in beide Hände nehmen muss, um zur Not auch durch eine kriegerische Handlung eine Lösung zu erzwingen, die den Tod vieler unschuldiger Menschen verhindern kann.

Eine solche Situation war das jahrzehntelange Terror-Regime im Irak. Leider ist es bis jetzt nicht gelungen, die Wurzeln des Übels auszurotten. 

Nicht nur im Irak, auch in anderen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens sind die Terroristen nach wie vor eifrig am Werk.

Es gibt hier nur die Möglichkeit, dem Übel mit allen Mitteln zu begegnen, um weiteres Unheil von der Menschheit abzuwenden.

Es ist nämlich ein tödlicher Irrglaube, wenn man meint, man könne sich dem Terror entziehen, indem man sich an seiner Bekämpfung nicht beteiligt.

*Arno Hamburger ist Jude, floh im August 1939 vor den Nazis. 1945 kehrte er als englischer Soldat zurück, lebt seitdem in Nürnberg. Er ist seit 1972 für die SPD im Stadtrat und seit 32 Jahren Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde."

http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2004/04/13/kom/kom.html

T:I:S, 13. April 2004

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/bildzeitung.htm#T 

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Thomas Immanuel Steinberg

BILD-Zeiten

Wie war das im Kalten Krieg? Drüben der Russe, er kann nicht anders, gestiefelt und unrasiert, den roten Fahnenfetzen um die Stirn gebunden,  die Kalaschnikow im Anschlag. Er würde uns niedermachen - gäbe es nicht die Amis, das tapfere Israel und unsere Bundeswehr. Worum ging es? Um unsere Freiheit, um die Demokratie, auch und gerade in Vietnam (in Chile, in Angola, in Griechenland).

So sah es aus in der BILD-Zeitung und in den Köpfen derer, die sie lasen. Und bei fast all denen, die sie nicht lasen. Die ganze Presse verbreitete das Bild, auch der Tagespiegel, der Telegraph, der Kurier. Unsere Freiheit war uns damals ein bis zwei Millionen tote Vietnamesen wert.

Heute, wo es den Russen so schlecht geht, daß sie kaum noch eine Kalaschnikow halten können, wer ist heute unser Feind?

Richtig, der Ali droht, mit einer Windel um den Kopf. Er röchelt, das ist seine Sprache, und fällt dreimal am Tag ohne Grund auf die Knie. Überall würde er Bomben legen, er kann nicht anders - gäbe es nicht die Amis, das tapfere Israel und unsere Bundeswehr. Worum geht es? Um unsere Freiheit, um die Demokratie, auch und gerade im Nahen Osten (in Serbien, in Djibouti, am Hindukusch).

Na, denken Sie, so einfach ist das nicht mehr, die Leute zu verarschen. Dann lesen Sie mal wieder BILD.

 

BILD-Essay von Frank A. Meyer, 1. April 2004

Darf bin Laden getötet werden?

Die Israelis haben den Hamas-Führer Scheich Ahmed Jassin getötet. UNO und EU und Politiker unserer westlichen Demokratien verurteilen Israel für diesen gezielten militärischen Schlag. 

Darf Israel nicht, was jeder Nation zugestanden wird, die sich in einen Verteidigungskrieg verstrickt sieht: seine Feinde töten?

Die Terror-Organisation Hamas kündigte nach dem Tod von Jassin an: „Der Krieg ist hiermit eröffnet.“ Mit diesem Satz soll der Eindruck erweckt werden, bisher habe es keinen Krieg der islamistischen Terrororganisationen gegen Israel gegeben.

So geht es durch die Weltmedien: Die brutalen, die dummen Israelis brocken sich die Suppe selber ein, die sie jetzt löffeln. Wie anders ist der herablassende Titel der „Neuen Zürcher Zeitung“ zur Tötung von Jassin zu verstehen: „Sharons dürftige Taktik gegen den Terror“.

Wer war Jassin? Er war der Gründer und der Goebbels von Hamas. Er pries vor aller Weltöffentlichkeit den „großen Erfolg“ der Selbstmordattentate in Israel – ohne damit Protest zu provozieren in der Uno, in der EU und unter Politikern unserer westlichen Demokratien.

Jassin, der Massenmörder vom Rollstuhl aus, war ideologischer Führer der terroristischen Organisation Hamas, wie bin Laden ideologischer Führer von al Qaida ist. Darf bin Laden getötet werden, wenn ihn die Amerikaner irgendwo im Gebirge Afghanistans aufspüren? Oder kritisieren dann UNO und EU und westliche Politiker den gezielten militärischen Schlag gegen den Weltfeind?

Wir kritisieren Israel für seinen einsamen Kampf, den wir nicht anders zu führen wüssten. Das kleine Land ist umzingelt vom Feind. Es hat nur einen Freund: die Amerikaner. Es wird von der übrigen Welt, auch von Europa, mehr und mehr als Störfaktor für eine Friedensordnung betrachtet.

Genau darauf aber läuft die mörderische Propagandastrategie der Terroristen hinaus. Sie suggerieren: Wenn Israel nicht wäre, hättet ihr im Westen es besser mit uns im Nahen Osten. Wir sind gerade dabei, der zynischen Botschaft auf den Leim zu gehen.

Doch die Reduktion des Konfliktes auf den gordischen Knoten Israel ist fatal. Es geht im Terrorkrieg, mit dem Israel überzogen wird und mit dem immer häufiger andere Weltregionen überzogen werden, um weit mehr: Es geht um den Krieg gegen die Moderne, gegen die säkulare, demokratische und rechtsstaatliche Welt – gegen unsere Kultur der offenen Gesellschaft, der Freiheit!

Israels Demokratie gilt den Feinden dieser Moderne nur als unser Vorposten. Und Vorposten werden im Krieg immer zuerst geschleift. Also geht es im palästinensischen Terrorkrieg gegen Israel letztlich gegen uns, die wir uns doch aus allem herauszuhalten wünschen.

Und es handelt sich keineswegs nur um den Krieg einer kleinen islamistischen Minderheit. Die Selbstmordattentäter führen nur aus, was ihnen politisch befohlen, was von ihnen religiös erwartet wird. Hinter ihnen stecken Führer, die bestens verankert sind in der nahöstlichen islamischen Gesellschaft, die religiöse, politische, finanzielle und geheimdienstliche Unterstützung erhalten von den Moscheefürsten und den Herrschern der Region.

Wie Israel stehen auch wir im Krieg mit dieser Weltgegend und ihrer reaktionären Religionskultur, die alles dortige Leben bestimmt. Wer das nicht glauben will, der muss nur hinhören, gerade jetzt: Es schlägt ihm Schweigen entgegen zum islamistischen Terror, zum Attentat in Madrid – das Schweigen der religiösen Führer, der politischen Führer, der Intellektuellen, der Völker.

Die UNO und die EU und Politiker und Journalisten unserer westlichen Demokratien verurteilen die Tötung des Mordhetzers Jassin. Die islamische Welt des Nahen Ostens pflegt Sympathie und Solidarität mit den islamistischen Mördern.

*Frank A. Meyer (60) ist der bedeutendste Kommentator der Schweiz („SonntagsBlick“) und publizistischer Berater des Verlegers Michael Ringier

Das ist BILD, sagen Sie nun, das ist Springer. Aber die Neue Zürcher und die andern intellektuellen Blätter – die stellen das Problem dar in seiner ganzen Komplexität.

Sie lesen also auch die „Zeit“ nicht, nicht Josef Joffe, nicht  jungle world, nicht Konkret, nicht Christian Semler von der taz. Alle malen das Bild:  Drüben in Palästina, im Irak der Wickelkopf – hier die Freiheit. Die Freiheit müsse uns ein oder zwei tote Araber wert sein.

Wir können nicht anders.

T:I:S, 1. April 2004 

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