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1. Westjordanland

 Original siehe http://www.solidarite-palestine.org/mur033.html Übersetzung von Thomas Immanuel Steinberg 

 

 

Die Apartheid-Mauer

Eine Sperre zur Umzingelung des Westjordanlandes

Blick auf die Sicherheitsanlage
Fotos

 

 

 

 

Die Mauer im Norden des Westjordanlandes

 

In Wahrheit handelt es sich nicht um einen einfachen Zaun oder eine einfache Mauer, sondern um eine Sicherheitszone zwischen 30 und  100 Metern Breite mit scharfer Bewachung: Elektrozäune, Gräben, Kameras, Patrouillen.

Nach einer Flash-Animation der britischen Tageszeitung The Guardian.

 

 

1

Wachturm mit Radaranlage und Soldaten mit Nachsichtgeräten

2

 Infrarot-Kamera, ergänzt durch Video-Kameras an Ballons und in Drohnen (unbemannten Flugzeugen). Alle Daten werden in Realzeit an einen Kommandoposten übermittelt.

3

NATO-Drahtrollen («razor wire») von 1 m 80 Höhe.

4

Asphaltstraße für Truppenbewegungen. Zwischen Straße und NATO-Draht verrät ein Sandstreifen an den Fußspuren, wer sich zu nähern versucht hat.

5

Drei Meter hoher Zaun mit Berührungssensoren

6

Entlang der von Israel als  "risikoreich" eingestuften Abschnitte wird der Zaun durch eine Betonmauer von acht Metern Höhe ersetzt.

7

Straße für Patrouillenfahrzeuge

8

Zwei Meter tiefer Graben, um den Durchbruch palästinensischer Fahrzeuge zu verhindern.

9

NATO-Drahtrollen und Bodensensoren, um jede Bewegung zu registrieren, bevor der Zaun erreicht wird.

 

Ein Wachturm in Kalkilia.

 

In Kalkilia ist die Betonmauer acht Meter hoch.

 



Elektrozaun

 



Stacheldrahtrollen. Wie man auf dem rechten Bild sieht, handelt es sich nicht um gewöhnlichen Stacheldraht, sondern um einen Draht, der mit rasierklingenscharfen Zacken bestückt ist (NATO-Draht).

 

Kinder am Fuße der Mauer im Bau bei Kalkilia. Bald wird das provisorische Spielgelände durch einen Sicherheitsstreifen von 40 Metern Breite ersetzt sein.

 

Im Nordosten von Kalkilia liegt Jayus (30.000 Einwohner) mit seinen 900 Hektar abgetennten Feldern. Das ist einer der Orte in der Nähe der Grünen Linie, dessen Felder und Broterwerb vom Mauerbau am meisten betroffen sein werden. Ein großer Teil der Felder außerhalb des Ortes ist bereits planiert, und zwei oder drei Feldwege sind blockiert.

 



Falamia im Norden von Kalkilia

Das erste Foto wurde am 16. Oktober, das zweite am 29. Dezember 2002 aufgenommen (© ARIJ).

Ein Streifen von hundert Metern Breite und acht Kilometern Länge hat einen großen Teil der Felder dieses Dorfs mit 600 Einwohnern zerstört, die allerdings Tausenden von Familien aus der Gegend um Kalkilia und Tulkarem gehören. Der Rest (ungefähr 35 Hektar) wird abgetrennt und für seine Besitzer unerrreichbar sein. Die Felder von Falamia machen ungefähr 45 % der palästinensischen landwirtschaftlichen Produktion aus und versorgen ganz Westjordanland mit Früchten und Gemüse. Außerdem hat der Mauerbau das Wasserleitungssystem beschädigt, das auch die Versorgung von vier Nachbardörfern sichert. Drei seiner fünf Brunnen wurden von der französischen Regierung finanziert.

 

 

 Original: © Solidarité-Palestine - E-mail: webmaster@solidarite-palestine.org      Übersetzung: Thomas Immanuel Steinberg, 14. August 2003

   

 

2. Die Mauer 

Foto: BBC / AP 2003

Le Monde diplomatique vom Juli 2003 berichtet in der französischen und der deutschen Ausgabe von der Mauer,  die zur Zeit für 1,2 Milliarden Euro um den Kern der Westbank gebaut wird. Die Mauer ist  acht Meter hoch, zu einem Drittel fertig oder im Bau und wird etwa 40% des Westjordanlandes umschließen. Die Tore werden von Israelis bewacht sein.

Zur Karte aus Le Monde diplomatique West Bank Map anklicken.       

Das umschlossene Gebiet erstreckt sich darmförmig von Nord nach Süd. Etwa in der Mitte bei Jerusalem ist eine Art Darmverschluß vorgesehen. Westlich liegen nicht eingeschlossene Westjordanlandstreifen und -fetzen, sowie einige Exklaven; noch weiter westlich liegt das israelische Kernland.

Östlich des eingemauerten Territoriums - auf Deutschland projiziert würde es etwa von Hamburg bis Hannover reichen - erstreckt sich als halb so breiter Streifen der Jordanlandrest. In diesem Rest, teilweise an der Uferstraße des Toten Meeres, liegen zahlreiche jüdische Siedlungen und die Exklave Jericho. Erst dahinter kommt Jordanien. Von Ost-Jerusalem soll nur ein winziger Teil innnerhalb der Mauer liegen.

Offenbar sollen die Palästinenser , schreibt Le Monde diplomatique, wie in einem Bantustan eingeschlossen sein und die Tore nur passieren können, wenn die Israelis es ihnen erlauben. Schon jetzt haben viele palästinensischen Bauern überhaupt keinen Zugang mehr zu ihren Feldern.

Foto: desert voice 2003

Die Berliner Zeitung vom Montag, dem 14. Juli zeigt in ihrer Print-Ausgabe ein wunderschönes Bild des russisch-israelischen Fotokünstlers Pavel Wolberg in schwarz-weiß. Zu sehen ist einem fein geripptes, elegant geschwungenem Gebilde. Es ist  ähnlich aufgenommen wie auf guten Postkarten das Chilehaus in Hamburg. Über dem Mauerschwung, der in himmelragenden Zacken ausläuft, fliegt - welch Symbol - ein Raubvogel. 

Hier die etwas weniger eindrucksvolle Farbversion des Fotos:

Hinzugefügt am 14. Oktober 2003, T:I:S

Wie Fotos lügen können.

Darunter ist die Rede von einer "Mauer, die die Westbank von Israel trennt" - noch eine Irreführung.

T:I:S, 15. Juli 2003

Die kleine Schweizer Zeitschrift Zeit-Fragen hat in ihrer Nr. 17 vom 12. 5. 2003 einen anschaulichen  Text von Uri Avnery aus Israel zur Westbank-Mauer veröffentlicht: Die üble Mauer oder der «schleichende Transfer». http://www.zeit-fragen.ch/ARCHIV/ZF_104d/T01.HTM

T:I:S, 17. Juli 2003, ergänzt am 14. Oktober 2003

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