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Steinberg Recherche Referent Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Home Inhalt Thomas Immanuel SteinbergSchmackhafte SprücheWenn die Stiftung Warentest nicht mehr testen würde; wenn
ihre Zeitschrift „test“ nur noch Marketing-Ratschläge enthielte – wo würde
dann „test“ noch gelesen, außer in den Marketing-Abteilungen? Die Kommerzpresse prüft kaum, was die Parteien
produzieren. Sie gibt Vermarktungs-Tipps,
egal welcher Partei. Anders als FDP und PDS, schreibt zum Beispiel heute
Ralph Bollmann in der taz, „wollen die Grünen nicht alles anders machen als
die große Koalition, sondern nur vieles besser. Mit einer solchen Parole
haben sie als dritte und kleinste Volkspartei aber nur wenig Aussicht auf öffentliche
Wahrnehmung.“ Der Reklame-Spruch der Partei heische zu wenig
Aufmerksamkeit – ganz konstruktiv bemängelt Bollmann die Selbstdarstellung
der Grünen. Am liebsten würde er den Berufspolitikern
eine Parole abschmecken, auf die das Publikum tatsächlich anbeißt. Das
Publikum - oh je - sucht längst selbst danach, wie es am geschicktesten an
den Haken genommen werden kann, in Leserbriefen, Meinungsumfragen und
Wahlveranstaltungen: Frau Merkel müßte den Leuten das Gefühl geben, daß
die CDU mehr Sicherheit schafft; die SPD sollte sich sozialer geben
und Andrea Nahles mehr herausstellen; die FDP müßte den
Eindruck vermeiden, sie sei für alles zu haben. Die Partei-Strategen, samt und sonders Marketing-Fuzzis,
bedienen sich aus dem Topf mit Ködern. Haben sie Erfolg, ernten sie Lob bei
Presse und Publikum für ihre Geschicklichkeit. Scheitern sie, tönt es im Chor:
„Die können sich eben nicht verkaufen.“ Das Publikum fragt keine Leistung nach, keine Ergebnisse. Es muß nur die Sprüche goutieren. Bollmann und die Leserbriefredaktionen sollten sich umbenennen in Allparteiliche Marketing GmbH. T:I:S, 17. Oktober 2005 *Steinberg Recherche Referent Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Inhalt Home nach oben
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