Jared Israel

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1. Die Rede vom Komplott - Wasser auf die Mühlen der Antisemiten? 

2. Öl oder Macht - ist das hier die Frage?

*

1. Die Rede vom Komplott - Wasser auf die Mühlen der Antisemiten?

Mark Haim interviewt Jared Israel: Radio-Talkshow mit Hörerbeteiligung, ausgestrahlt vom Sender WKOPN 89.5 FM (Missouri) am 2. April 2002. (Posting auf der Website «Emperor’s Clothes» vom 20. November 2002).

Mark Haim.: Es ist gut zu hören, dass viele Leute Fragen stellen wegen des 11.9. Und Jared Israel, während dieser Stunde werden wir über diese Fragen sprechen, Anrufe unserer Hörer entgegennehmen und Deine Antworten hören.

Jared Israel: Ausgezeichnet.

M.H.: Bevor wir anfangen, sag uns bitte kurz, wer Jared Israel ist, was Du tust, woher Du kommst.

J.I.: Na ja, ich komme aus New York. Ich bin aus der 60er Generation. Während der 60er – was hast Du während der 60er gemacht?

M.H.: Frag nicht danach, ich fühle mich so alt!

J.I.: Ja, ja, das bist Du; Du wirst nicht besser, Du wirst nur älter! Also, ich war in der Bürgerrechtsbewegung aktiv, und in der Studentenbewegung gegen den Vietnamkrieg. Danach habe ich ein normales Leben gelebt. 1998 wurde ich wieder aktiv, ich beschäftigte mich mit der Berichterstattung der Medien über Jugoslawien, und dann über den 11. 9. Verzerrung der Wahrheit durch die Medien, das ist ein besonderes Interesse von mir. Das habe ich viel während des Vietnamkrieges gemacht. Darin habe ich einige Erfahrung.

M.H.: So eine Art Aufpasser für Journalisten.

J.I.: Ja, so ist es. Das, was unsere Website «Emperor’s Clothes» macht, ist, zu untersuchen, wie die Medien Informationen falsch darstellen. Erschreckenderweise finden wir, dass das nach ganz bestimmten Mustern geschieht, für die es sehr schwer ist, eine «nette» Erklärung zu finden. Aber das ist es, was wir machen. Wir studieren die Fakten.

M.H.: Nach den tragischen Ereignissen vom 11. September habt Ihr den Hauptteil Eurer Website dafür verwendet, eine Kritik der Informationen zu liefern, die wir bekamen. Kannst Du uns in groben Zügen das Ergebnis Eurer Untersuchungen sagen?

J.I.: Nun, das Erste, was mich schockierte – und auch viele andere Leute, denn ich habe dasselbe von vielen Leuten beim Militär und beim Grenzschutz («Customs Department ») gehört –, war, dass keine Flugzeuge über Washington aufstiegen bis nach dem Treffer auf das Pentagon.

M.H.: Du sprichst von Flugzeugen, die abfangen könnten…

J.I.: Ja. Abfangen ist nicht unbedingt eine aggressive Handlung. Es heißt nur, dass ein Flugzeug aufsteigt und mit einem anderen Flugzeug eine Interaktion hat. Es gibt einen riesigen Luftwaffenstützpunkt 10 Meilen entfernt vom Pentagon, Andrews Air Force Base, welcher zwei Flugzeugstaffeln in ständiger Kampfbereitschaft hat. Diese Einheit wird so beschrieben, dass sie ständig auf dem höchstmöglichen Niveau der Kampfbereitschaft gehalten wird. Keines dieser Flugzeuge stieg auf. Aber dann, ein paar Minuten, nachdem das Pentagon getroffen wurde, dann stiegen sie auf; das wissen wir, weil wir darüber Medienberichte haben. Warum sollte das so passieren?

M.H.: Also, im Prinzip, vier Flugzeuge werden entführt, man kann auf dem Radar beobachten, wie diese Flugzeuge ihren Kurs verlassen, aber es gibt keine Reaktion. Ist es das?

J.I.: Lass mich ein Beispiel geben. Um 9.06 Uhr schließt die FAA (Luftüberwachungsbehörde), laut ihrem Bericht, den Luftkorridor zwischen Cleveland und Washington,  D.C. Wenn sie diesen Luftkorridor schließen, was übrigens eine der extremsten Maßnahmen ist, welche die FAA jemals ergriffen hat, warum lassen sie keine Flugzeuge über Washington aufsteigen?(…)

J.I.: Das Pentagon wurde um ca. 9.45 Uhr Ortszeit getroffen: wir sprechen also von einer Zeitspanne von ca. einer Stunde und 40 Minuten zwischen dem Zeitpunkt, als sie wussten, dass Flugzeuge entführt worden waren und dem Zeitpunkt, zu dem das Pentagon getroffen wurde. Das entführte Flugzeug flog von Boston aus nach Westen: also wussten sie, dass es auf dem Weg nach Washington gewesen sein könnte, nicht wahr? Warum ließen sie keine Flugzeuge aufsteigen?

M.H.: Wenn Du solche Fragen stellst, welche Antworten bekommst Du?

J.I.: Nun, kein Regierungsbeamter hat uns geantwortet. Was erstaunlich ist, denn enorm viele Menschen haben unsere Dokumentation gelesen. Die Antwort, die sie im Allgemeinen geben, denn die Frage wird von Millionen Menschen gestellt, heißt: «Wir waren einfach nicht vorbereitet. Wir haben nicht erkannt, dass so etwas auf uns zukommt.» Das war ihre erste Antwort. Aber die haben sie am 14. September geändert und gesagt, dass sie Flugzeuge haben aufsteigen lassen, aber dass sie zu spät waren. Dies ist sehr wichtig, denn das haben sie während der ersten drei Tage nicht gesagt. Sie haben erst entdeckt, dass sie Flugzeuge haben aufsteigen lassen drei oder vier Tage danach. Denk mal darüber nach.(…)

J.I.: Weißt Du, normale Leute sagen: «Ich war schockiert.» Und die PR-Leute versuchen den Eindruck zu erwecken, dass es auch den Leuten so erging, die für die Luftsicherheit und Luftverteidigung verantwortlich sind, dass sie genauso sind wie wir. Das sind sie aber nicht. Die Überwachung des Luftverkehrs ist eine Arbeit, die sorgfältig organisiert wird, mit militärischem Charakter, sonst würden die Flugzeuge zusammenstoßen. Wenn ein Flugzeug vom Kurs abweicht, muss es nicht entführt worden sein. Und wenn sie mit dem Piloten keine Verbindung herstellen können, um herauszufinden, was los ist, haben sie eine Vorschrift, wonach sie ein Flugzeug hochschicken. Es muss kein Anzeichen von feindlicher Absicht geben, damit sie ein Flugzeug hochschicken. (…)

Anrufer: Hallo, ich möchte mich bei Euch bedanken für diese Sendung. Eine Frage an den Gast: Nehmen wir an, das ist alles wahr – es sind ziemlich offensichtliche Tatsachen – glauben Sie, dass dieses Vorherwissen ein Versuch von Bush war, den globalen Krieg gegen den Terror zu legitimieren, und außerdem: welche Schritte werden auf der nationalen Ebene unternommen, um diese Informationen für die amerikanische Öffentlichkeit zugänglich und breiter bekannt zu machen?

M.H.: Das sind zwei große Fragen, Anrufer. Dürfen wir mit Ihrer Frage nach dem Motiv anfangen? Jared, war dies nach Deiner Meinung etwas, wo unsere Regierung wusste, dass etwas passieren würde und nicht gehandelt hat? Oder war unsere Regierung in Wirklichkeit am Komplott der Täter beteiligt? (…)

J.I.: Dies ist mein Gefühl: es ist klar, dass Vorherwissen und Vorherplanen dasselbe bedeuten. Denn es ist nicht glaubhaft, dass mächtige Behörden in unserer Regierung einfach wissen, dass die Terroristen dies tun werden und es geschehen lassen, ohne dass sie eine intime Verbindung haben zu jenen Terroristen. Denn wie könnten sie es sonst wissen?

M.H.: Was ist, wenn die Terroristen ausgeforscht wurden, wenn Leute unter Beobachtung standen, und die Regierungsleute sich dafür entschieden, weil es zu ihrem politischen Vorteil war, sie das tun zu lassen, was sie tun wollten.

J.I.: Das ergibt keinen Sinn. Denk an Bushs Verhalten. Ohne zu behaupten, dass er schon Tage vorher Bescheid wusste, wissen wir, dass er, bevor er sein Hotel verließ, wusste, dass der erste Turm des World Trade Centers von Terroristen angegriffen worden war, und wir wissen von Cheney, dass die FAA zu diesem Zeitpunkt eine ständige Telefonverbindung mit dem Secret Service (Schutzbehörde für den Präsidenten) hatte, das heißt mit Bush. Warum erlaubte ihm der Secret Service, in jene Schule zu fahren? Die Schule steht 5 Meilen von einem internationalen Flughafen entfernt. (…) Time Magazine schrieb, es war entweder 1993 oder 94, dass die größte Befürchtung unter den Sicherheitsdiensten des Präsidenten ist, dass ein Flugzeug von einem internationalen Flughafen entführt und benutzt wird, um es auf das Gebäude, worin er sich befindet, abstürzen zu lassen. Nun, wenn das die größte Befürchtung des Secret Service war, und wenn der Secret Service wusste, dass es eine Flugzeugentführung um 8.20 Uhr gegeben hatte, und dass das entführte Flugzeug später in ein Gebäude hinein gesteuert worden war, was sie, laut Cheney, wussten: Wie ist es vorstellbar, dass sie ihm erlaubten, in jene Schule zu fahren? Also wirklich, es wäre ein Akt des Hochverrats, ihn in jene Schule fahren zu lassen unter diesen Bedingungen, außer wenn sie sicher wussten, dass er ungefährdet war. Und nur jemand, der in das Komplott eingeweiht ist, weiß irgendetwas mit Sicherheit. Wenn er also von den Nachrichtendiensten nur gewusst hätte, dass «irgendetwas» passieren würde, hätte das für jeden rational und umsichtig handelnden Beamten vom Secret Service nicht ausgereicht, ihn in jene Schule fahren zu lassen. Er musste wissen, dass es unmöglich war, dass die Schule Ziel eines Angriffs werden konnte.(…)

M.H.: Hier ist der nächste Anruf.

Anrufer: Ja, ich höre, was dieser Mann sagt, und ich glaube nicht, dass die Regierung wusste, was im Gange war, nachdem das erste Flugzeug aufgeprallt war. Ich glaube, sie dachten, es wäre nur ein Irrläufer, und ich kann nicht akzeptieren, was er sagt. Ich glaube, Sie haben eine fixe Idee. Und ich glaube gar nichts, was Sie beide sagen.(…)

Anrufer: Warum hat er etwas gegen die U.S. Regierung? Geht es auf die 60er Jahre zurück?

M.H.: Jared, möchtest Du darauf antworten?

J.I.: Na ja, also: «Und übrigens, verprügeln Sie immer noch Ihre Ehefrau?»

Hören Sie, Dinge sind an dem Tag passiert, die für uns alle ungeheure Auswirkungen haben. Die Meinungen, die ich vorbringe, werden von vielen Militärs geteilt. Wie ich vorher erwähnte, haben Menschen beim Grenzschutz bei zwei Gelegenheiten mir gegenüber dieselben Meinungen vertreten, und wir haben viele E-Mails von Menschen beim Militär bekommen, die sehr erfreut sind, dass wir diese Fragen aufwerfen. Wir haben eine Luftwaffe, die nicht reagiert hat. Ob ich der Regierung gegenüber bei anderen Fragen eine kritische Haltung einnehme, was der Fall ist, und ob ich mich mit Leidenschaft für dieses Land einsetze, was auch der Fall ist – ich habe keinen Vorteil davon, unbeliebte Themen auf den Tisch zu bringen – das ist zweitrangig gegenüber den Fakten, die ich vorbringe. Die Fakten sind schockierend, und man möchte ihnen nicht glauben. Das Leichteste, was man unter solchen Umständen tun kann, ist zu sagen: «Sie müssen eine fixe Idee haben.» Na ja, selbst wenn ich eine fixe Idee hätte, kann man die Fakten hinterfragen. (…)

Anrufer: Ich wurde vorhin unterbrochen, und ich finde das gar nicht gut, was er über Ehefrauen verprügeln gesagt hat, weil ich nämlich so etwas nicht mache.

M.H.: Nein nein, das ist eine Redensart, wissen Sie, wenn Sie jemanden anklagen, und ihm in anklagender Weise eine Frage stellen, ist es wie wenn Sie sagen: «Und verprügeln Sie immer noch Ihre Ehefrau?»

J.I.: Denn sehen Sie, Sie haben mich vorher gefragt: «Warum haben Sie eine fixe Idee?» und das setzt voraus, dass ich diese Idee wirklich habe. Also wie soll ich darauf antworten? Wissen Sie, wenn Sie eine Familie haben, und Sie kritisieren Mitglieder dieser Familie, machen Sie das, weil Sie sie lieben, und ich liebe die Menschen in diesem Land mit ziemlicher Leidenschaft. (…)

(Ein Anrufer fragt Jared Israel, ob er etwas von einem Bericht vor dem 11. 9. wüsste, dass Justizminister Ashcroft das Präsidentenflugzeug statt Linienflugzeuge benutzen würde.)

J.I.: Nein, davon weiß ich nichts. Dies ist ein wichtiger Punkt. Die Menschen haben ein gesundes Misstrauen, das ich nicht dämpfen möchte. Aber wenn ein Ereignis stattfindet, gibt es notwendigerweise auch gewisse Zufälle, die man irrtümlich als ursächlich ansehen kann. Denn natürlich passieren sehr viele Dinge und manche sehen so aus, als ob sie etwas miteinander zu tun hätten. Deswegen versuchen wir uns einzuschränken auf Dinge, die speziell mit diesem Ereignis zu tun haben: Vorschriften, die nicht eingehalten wurden. Was sind diese Vorschriften? Wir haben sie auf unserer Website. 
Wir haben den Bericht vom Gemeinsamen Oberkommando (Joint Chiefs of Staff / JCS), welcher besagt, dass das erste, was die FAA macht, wenn ein Flugzeug entführt wird, ist, den Verteidigungsminister zu informieren. Aber laut der stellvertretenden Verteidigungsministerin Victoria Clarke war sie es, die als erste Rumsfeld vom Angriff auf das World Trade Center unterrichtete. Und was hat er dann getan? Laut Clarke blieb er in seinem Büro bis nach dem Anschlag auf das Pentagon. Er ist nicht mit ihr in das National Military Command Center (NMCC / militärische Befehlszentrale) gegangen. Also, das ist ein unglaubliches Verhalten. Das kann man nicht damit erklären, dass es seit Jahren keine Flugzeugentführungen gegeben hat. Diese Frau kommt herein und erzählt Rumsfeld, dass die zwei größten Gebäude in New York gerade von entführten Flugzeugen getroffen worden sind, und Rumsfeld sagt. «Ich kann nicht kommen, ich muss noch telefonieren.» Was wäre der Grund für ihn, für 45 Minuten oder noch länger dem NMCC fernzubleiben?
Was wäre der rationale Grund? Der einzige Grund, den wir finden konnten, war der, dass wenn er nicht da drin war, man ihn nicht verantwortlich machen konnte für das Ausbleiben einer Reaktion. Er wusste ja, dass sie ausbleiben würde. Also war es für ihn wichtig, zu jener Zeit nicht da zu sein. Dasselbe war der Fall mit Richard Myers. Er ist kommissarischer Vorsitzender des Gemeinsamen Oberkommandos (JCS) am 11. September. Am 13. September soll er zum Hearing in den Kongress gehen, um zum Vorsitzenden des JCS befördert zu werden. Dies ist der wichtigste Tag in seinem Leben, denn an diesem Tag, als er kommissarischer Vorsitzender des JCS ist – er ist Luftwaffengeneral mit Tausenden von Flugstunden in Kampfjets – dies ist der einzige Tag, an dem die Vereinigten Staaten jemals aus der Luft angegriffen worden sind. Myers behauptet, er sei an jenem Morgen im Büro von Senator Max Cleland gewesen, um 8.40 Uhr Ortszeit. Im Fernsehen sah er, dass das erste Flugzeug das World Trade Center getroffen hatte. Er behauptete im Sender der Streitkräfte, dass er zu dem Zeitpunkt dann ins Büro ging und eine Stunde lang mit Cleland konferierte. Niemand rief ihn an und sagte ihm, dass ein zweites Flugzeug angegriffen hatte, dass der Luftkorridor zwischen Washington und Cleveland geschlossen, dass ein Flugzeug über Ohioentführt worden war und in Richtung Pentagon flog.
Dann behauptet er auch, dass ihm, als er aus Clelands Büro herauskam, jemand ein Handy gab: es war der Oberbefehlshaber von NORAD – der Befehlszentrale der nordamerikanischen Luftverteidigung –, der ihm sagte, dass das Pentagon getroffen worden war. Das sind also jetzt unglaubliche Behauptungen. Hat der Mann denn keinen Piepser? Hat er kein Handy? Hat er keine Sekretärin, die weiß, wo er zu finden ist? General Myers war immerhin der kommissarische Vorsitzende des Gemeinsamen Oberkommandos der U.S. Streitkräfte. Sollte niemand ihn informiert haben, dass man im Begriff war, Flugzeuge zu entführen und in Gebäude hineinzufliegen? Und wissen Sie, was Myers sagte, worüber er mit Max Cleland konferierte? Er behauptete, dass sie da zusammensaßen und über die Bedrohung durch den Terrorismus sprachen! Also das ist einfach eine Realsatire. Es kommt einem unglaublich vor.

M.H.: Hi, Anrufer. Können Sie noch schnell eine präzise Frage stellen?

Anrufer: Ja. Ich bin äußerst besorgt darüber, dass das, was wir jetzt während der letzten Stunde gehört haben, genau parallel liegt zur antisemitischen Ansicht, die in der arabischen Welt und in Teilen von Europa vertreten wird, dass das Ganze eine Verschwörung war, und dass insbesondere die Juden vor den bevorstehenden Angriffen gewarnt wurden, so dass sie an jenem Tag nicht zur Arbeit gingen.

J.I.: Das ist aber eine Lüge. Das stimmt natürlich nicht.

Anrufer: Sie leiten aber Wasser auf die Mühlen der Antisemiten.

J.I.: Da wir nur noch wenig Zeit haben, lassen Sie mich erstens sagen, dass ich selber Jude bin. Zweitens verabscheue ich den Antisemitismus. Dieser Herr neben mir ist auch Jude. Die antisemitische Masche wurde drei Tage nach dem 11.9. von General Gul lanciert, dem ehemaligen Top-CIAVerbindungsmann nach Pakistan. Er erzählte MSNBC, dass «die Juden» es getan haben müssen. Diese Linie ist von Fox TV weiter propagiert worden, die meiner Meinung nach eine sehr fragwürdige Institution ist, und sie ist auch von einigen faschistischen Leuten im Internet verbreitet worden, welche diese Situation – das wird immer getan, wenn ein Problem vorhanden ist – welche diese Situation, die keinerlei Beziehung zu jüdischen Menschen hat, in einen Angriff auf die Juden verwandeln wollen, so dass die durchschnittlichen Leute, welche die U.S.-Regierung nicht in Frage stellen wollen, weil es so eine entsetzliche Vorstellung ist, eine bequeme Gruppe haben, der sie es anhängen können. Eine Sündenbock-Gruppe. Und das ist alles, was hinter der Behauptung steckt, dass alle Juden vom World Trade Center zuhause blieben. Was eine Beleidigung ist für die vielen jüdischen Menschen, und die vielen Freunde dieser Menschen, die an jenem Tag starben.

M.H.: Anrufer, ist das eine Antwort auf Ihre Frage?

Anrufer: Also, ich würde schon zustimmen, aber Sie leiten trotzdem Wasser auf die Mühlen derjenigen Leute, die genau das machen, worüber Sie sich beschweren.

J.I.: Also, das Problem ist, dass das, was ich sage, wahr ist. Und wir können nicht die Wahrheit verschweigen, wie Lügner versuchen werden, sie zu verzerren. Aber weil ich mit Ihnen übereinstimme, dass hier eine Gefahr liegt, werde ich innerhalb der nächsten Woche eine umfassende Untersuchung auf der Website plazieren, über den Versuch, diese Sache vor den Karren des Antisemitismus zu spannen – denn ich weiß, dass dieser weit verbreitet ist. Den ich aber im übrigen vollkommen ablehne.

M.H.: Anrufer, ich danke Ihnen, dass Sie dieses Thema angeschnitten haben. Wir haben keine Zeit mehr, aber vielen Dank für Ihren Anruf.

Anrufer: Vielen Dank.

M.H.: Jared, die Zeit ist fast vorbei, und es gibt so vieles, was ich noch ansprechen wollte, mit dem wir noch gar nicht angefangen haben. Ein Anrufer fragte nach den Bemühungen, diese Informationen mehr Leuten zugänglich zu machen. Ich wollte über die politischen Implikationen sprechen, die sich daraus ergeben, dass wir von der Friedensbewegung diese Angelegenheiten ansprechen. Wir haben auch noch gar nicht über Bin Laden gesprochen.

J.I.: Nein, das hätte ich liebend gern getan.

M.H.: Ich frage mich, könntest Du vielleicht wiederkommen und dieses Thema am kommenden Dienstag Abend abschließen?

J.I.: Sicher, warum nicht. Wann immer Du willst.

 

Übersetzung: Nicholas Dodwell, Karlsruhe. In:  Der Europäer Jg. 7 / Nr. 6 / April 2003, S. 8 - 12, deutsch im Internet mit einer Tabelle zum zeitlichen Ablauf am 11. September unter http://www.perseus.ch/PDF-Dateien/ZeitlicherAblauf11Sept.pdf

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2. Öl oder Macht - ist das hier die Frage?

Jared Israel hat auf seiner Internetseite www.emperors-clothes.com brillant die Zerschlagung Jugoslawiens protokolliert und interpretiert, die Verschwörungstheorie der US-Regierung über den 11. September 2001 zerpflückt und die Absurdität der angeblichen „Protokolle der Weisen von Zion“ veranschaulicht.  

Zum bisher letzten US-amerikanisch geführten westlichen Überfall hat Israel scheinbar eine andere Position eingenommen als Ahmed Rashid (Die Taliban) und viele andere ernst zu nehmende Autoren.Wiederholt hat er dargelegt, in Afghanistan gehe es den USA nicht um Gas oder Öl: „It’s not about the Oil“.  

Nun glaubt Israel keineswegs an irgendeinen jener vorgetragenen ehrenwerten Gründe, wie die Rettung der afghanischen Frauen vor islamistische Unterdrückung oder die Suche nach Verbrechern im Lande der Paschtu und Tadschiken. Vielmehr meint er einen Gegensatz zu erkennen zwischen den möglichen  Kriegsgründen „Öl“ und „Macht“. Er belegt nachvollziehbar anhand von Unterlagen, daß für die einst geplante Gas-Pipeline von Turkmenistan durch Afghanistan und Pakistan, Haupt-Kriegsgrund laut Rashid, in der Zwischenzeit noch nicht einmal eine Machbarkeitsstudie vorliege, geschweige denn, daß sich ein Investor gefunden hätte. „Öl als Kriegsgrund“ sei vielmehr die Camouflage der Bush-Regierung. Hinter ihr könne die Bush-Regierung bequem ihre Welteroberungspläne vorantreiben. Israel:  

“I am not saying oil is irrelevant to the efforts of the U.S. Empire. I am saying that the Empire is motivated by big political goals, not by petty profits. To this end, oil may be used as a weapon …“

 http://emperors-clothes.com/articles/jared/relief.htm  

Jared Israel hält seine Philippika gegen das Öl als Erklärung für Krieg meines Erachtens aus einem Mißverständnis heraus. Zu dessen Beilegung soll der folgende (offene) Brief beitragen.

Hamburg, March 8, 2003

Dear Jared Israel,  

thank you for what you found out about the slow progress plans are making for building a gas pipeline through Afghanistan.  

The situation is very similar concerning the Baku-Tbilisi-Ceyhan project. The state chiefs of Azerbaijan, Georgia and Turkey  met in Baku in September 2002: Photographs showed them with shovels in their hands, simulating the beginning of the construction.  But on January 16 2003, The Oxford Business Group reported according to Alexander’s Gas & Oil, that “construction of the route (in Azerbaijan) has been postponed until spring this year, as constructors have not yet received advance payments.” (Turkey pushes Azerbaijan to forge ahead with BTC pipeline).  

Both situations are similar, I think, although, for BTC, there already exists a consortium under the leadership of BP Amocco which wants to build the gigantic transport corridor including pipelines both for oil and gas.  

Like in Afghanistan, there were and are lots of fights in the region:  Georgia, Chechenia, Nagorny Karabach
Like in Afghanistan - through Zalmay Khalilzad for instance - US imperialism was and is personally present: former secretary of state James A. Baker’s law firm (Baker Botts LLP with lawyers in Baku) figured out the contracts and possibly controlled the whole deal.
Like in Afghanistan, some firms are reluctant: Chevron and Exxon, participating in the BTC consortium on a small scale, prefer to massively engage in the Tengiz oil fields in Kazakhstan, from where the pipeline leeds to the Black Sea (near Novorossisk) - a pipeline under Kazakh and Russian control.

So it’s all about oil, all about big political goals and all about profit. True, it’s not about petty profit, but about very big profits.  

Some people may think that big profits can be earned without support by a capitalist state. They are wrong. Capitalist state and capitalists are always - in principle - working hand in hand - in order to both create the circumstances for successful exploitation and to properly exploit. They both, with different roles, accumulate power / profit in order to accumulate more profit / power for the ruling class.  

But profit and power do not grow in the void, in empty space. They concretize in terrain, cattle, houses, factories, pipelines, ressources, oil for instance. All these goods are both weapons in the fight for more of these goods and the concretized results of the fight.  

But if this is roughly true, then nothing is wrong with a statement like: in Afghanistan and the Caucasus, it’s all about oil (and gas). Because there are no cattle, houses, factories and the like to strive for in these regions. There is just oil and gas.  

The only thing that is wrong is the idea, that (oil) profits could be earned without military and police support, without the propaganda machinery (schools as well as William Safire), or without the (oil) profit representatives in government. That indeed is wrong.  

We have to do (in the US, as in Germany and Russia) with the military-industrial complex. The communists in Germany called it Staatsmonopolitischer Kapitalismus, Lenin described Germany before World War I in similar terms, Marx described the structure of the relation between the capitalist state and the capitalists and analyzed the laws that stear the machine.  

The motivation behind all this: big political goals - as well as big profit goals. The materialized aim and means in the struggle for power and profit in the case of Afghanistan as well as in the case of the Caucasus are pipelines, hydrocarbon, transport corridors, technical equipment, military and police protection - in short: oil.  

Have a nice day

Thomas Immanuel Steinberg

P.S. Concerning the Taleban and their will for a pipeline: 

Of course the Taleban wanted a pipeline. But to pacify Afghanistan was visibly only possible with the consentment of the Northern Alliance, strong enough to survive any Taleban attack and strong enough to disturb any pipeline construction. So the participation of the Northern Alliance became the conditio sine qua non for the investors (Unocal) and their state (the US). But the Taleban did not want to share with the Northern Alliance. That probably, was the reason for the breaking off. I owe this view to Jürgen Wagner, Informationsstelle Militarisierung, Tübingen.  

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