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Lauer Sommer, kalter Herbst seit 2004

Gewerkschaftsmitglied Arno Funk hört vom DGB-Vorsitzenden Michael Sommer auch im Frühjahr 2007 nur Ausflüchte.

Arno Funk
Pestalozzistr.2
25421 Pinneberg

Herrn Michael Sommer persönlich
DGB - Vorsitzender
Henriette – Herz – Platz 2
10178 Berlin

per Fax an 030 – 24060 405

Anfang März 2007 

Lieber Kollege Sommer, 

auf der Demo in Bonn am 28.02.2007 sprach ich Dich an und fragte nach dem von Dir in Berlin vor 500.000 Anwesenden angekündigten heißen Herbst in 2004. (Zu meiner Person: graue Haare und Vollbart). 

Deine Antwort war, Du hättest gerne weiter gemacht, die einzelnen Gewerkschaften haben nicht mitgemacht und so konntest Du auch nicht weiter. 

Wenn das so richtig ist, hättest Du doch eine Presseerklärung abgeben können oder müssen, wie es dazu kam, dass es bei dieser Ankündigung blieb. Hierzu hatte ich Dir schon mal geschrieben und wurde von Deinem Referenten Dr. H. J. Schabedoth abgebügelt.

Nachzulesen bei Steinbergs Recherche, http://www.steinbergrecherche.com/dgbunterelbe.htm 

Dann wolltest Du mir die 200.000 Demonstranten 21. Oktober 2006 bundesweit als Erfolg verkaufen; es hätten Millionen sein können, wenn Ihr (alle Gewerkschaftsführer) auf Ankündigungen auch Taten folgen lassen würdet. Oder fürchtet Ihr Euch davor? 

Nach meiner Meinung haben Gewerkschaften, die in keinem Fall eine Regierung in Frage stellen oder die Koalition (Gesundheitsreform) platzen lassen wollen, schon verloren. 

Noch eine Frage betreffs Deines „Freundes“ Gerhard Schröder. In der Presse habe ich gelesen, er würde jetzt auch Steuern in der Schweiz zahlen. Hat das irgendwie eine Vorbildfunktion? 

Mit freundlichen Grüßen

gez. Funk

T:I:S, 5. März 2007

*

DGB-Bundesvorstand

Abteilungsleiter rastet aus. 

Dr. Hans-Joachim Schabedoth pöbelt Gewerkschaftsmitglied an. 

Vor zwei Jahren veröffentlichte labournet die Antwort des Leiters der Grundsatzabteilung des DGB, Dr. Hans-Joachim Schabedoth, auf den Protestbrief eines Gewerkschaftsmitglieds. Dort vertrat Schabedoth nicht Gewerkschafts-, sondern Regierungspositionen, teils in belehrendem Ton, teils mit solchen Argumenten:  

Zielsetzung der Bundesregierung, und das dürfte wohl auch eine Orientierung für den Bundesfinanzminister sein, ist es, durch die in Gang gesetzten Arbeitsmarktreformen die durchschnittliche Verweildauer in Arbeitslosigkeit deutlich zu reduzieren. Es ist schließlich kein unveränderlicher Zustand, dass es in Deutschland 33 Wochen dauert, bis ein Arbeitsloser wieder in Arbeit kommt, in EU-Europa 22 Wochen und in Österreich 11 Wochen. Wenn es zu einer schnelleren und effizienteren Vermittlung kommt, wäre trotz reduzierter Leistung pro Monat der reale Einkommensverlust eines Arbeitslosen deutlich geringer als derzeit. Dies anzustreben halte ich nicht für Sozialabbau. Im Gegenteil.

 Das Mitglied schrieb ihm zurück:

Die schulmeisterische, belehrende Art und Weise habe ich sehr schmerzlich empfunden. Ein Protestbrief  kann aus meiner Sicht nur überspitzt formuliert werden. Ob Herr Dr. Schabedoth sich noch in einen Langzeitarbeitslosen versetzen kann, der schon -zig  Bewerbung mit 54 Jahren geschrieben hat (ohne Erfolg), glaube ich nicht. 

Seine Argumentation zu der Vermittlungsgeschwindigkeit ... ist für mich erschreckend. Herr Eichel nimmt uns also das Geld nur, um uns schneller in Lohn und Brot zu bringen? Kein Sozialabbau? Hier wird gegen die Arbeitslosen gehandelt, und das muss doch ein Gewerkschaftler erkennen. Was hat eine Vermittlungsgeschwindigkeit mit Geldkürzungen zu tun? Also doch Faulenzer !? Vermitteln auf Arbeitsplätze, die nicht vorhanden sind? Ich verstehe dies nicht.

SteinbergRecherche versteht das auch nicht. Niemand kann so einen Stuß verstehen.

Zwei weitere Regierungsjahre sind ins Land gegangen, die Regierung hat die Armen noch ärmer und die Reichen noch reicher gemacht, und der Leiter der Grundsatzabteilung des DGB bekommt wieder einen Brief - von einem andern Gewerkschaftsmitglied. Arno Funk schrieb ihm, doch Schabedoth wollte erst nicht antworten, wie hier nachzulesen ist. Nun hat er es doch getan. Ein paar Auszüge vorweg, der ganze Brief steht darunter. Schabedoth: 

... Sehr geehrter Kollege Arno Funk, wie konnten Sie nur so lange Mitglied bei Transnet und des DGB-Ortskartells Pinneberg sein, ohne zu registrieren, dass die Gewerkschaften Menschen unterschiedlicher politischer Wertehaltung und parteipolitischer Präferenzen organisieren? ...

... Wenn Sie sich wirklich nicht nur besserwisserisch über Gewerkschaften lustig machen wollen, was halten Sie denn jenen entgegen, die den DGB als „Deutschlands größte Bremser" verhöhnen? Schlagen Sie sich in die Büsche oder widersprechen Sie, Herr Kollege Arno Funk, Mitglied bei Transnet, Mitglied des DGB Ortskartell Pinneberg? Ich fürchte, dass Sie in solchen Gesprächen nicht gerade eine große Hilfe sind, wenn Sie selber so offensichtliche Mühe haben, die Fakten erst wahrzunehmen, bevor Sie sie in Ihr Vorurteilsschema pressen...

... Zwickel hat, wie Sie nicht zur Kenntnis nehmen wollen, seinen Fehler eingeräumt. Er wird damit leben können, dass ihm Herr Arno Funk, Mitglied bei Transnet und Mitglied des DGB Ortskartell Pinneberg nicht verzeihen will...

... Wenn Sie, Herr Funk, tatsächlich einmal Interesse haben sollten, Michael Sommer und die Gewerkschaften für etwas zu kritisieren, wofür sie wirklich eintreten, finden Sie sicherlich eine neue Herausforderung in beigefügter aktueller Positionierung zur laufenden Wahlauseinandersetzung. Sie haben einen eigenen Verstand. Nutzen Sie ihn!

Aus dem Schulmeister ist binnen zwei Jahren ein Rabauke geworden. Mancher seiner Sätze ergibt keinen Sinn, nicht einmal einen reaktionären. Was ist passiert? Schwant ihm, daß die Politik, für die er steht, am Ende ist? Der arbeitslose Briefschreiber von vor zwei Jahren hatte dem Bundesvorstand einen Vorschlag gemacht, ihn aber mit einem Smiley abgemildert:

Entlassen Sie Herr Dr. Schabedoth, damit er das Gefühl für Arbeitslose bekommt und deren Probleme wieder verarbeiten kann:))  

Dieser Mann bekommt kein Gefühl mehr. Gewerkschaftler, die den DGB noch retten wollen, werden Schabedoth rausschmeißen müssen, notfalls mit der Mistgabel.

 T:I:S, 21. August 2005 

*

Deutscher Gewerkschaftsbund

Bundesvorstand

DGB Bundesvorstand - Postfach 1 1 03 72 - 10833 Berlin         Hausanschrift: Henriette-Herz-Platz 2 10 178 Berlin
Te(efon: 030 - 24 06 00 Telefax: 030 - 24 060-405

Durchwahl: 030 -24 060-281

e-mail: achim.schabedoth
@dgb.de

Grundsatzabteilung                                Unsere Zeichen                                Datum

grs-sth/hss                        04.08.05

 

Ihr Schreiben vom 27.7.2005

 

Sehr geehrter Herr Funk, 

herzlichen Dank dafür, dass Sie sich nun doch entschlossen haben, meiner Anregung zu folgen und Ihren „Offenen Brief" als persönlichen Brief an den Vorsitzenden des DGB zu adressieren. Ich kann Ihnen darauf in seinem Namen gerne wie folgt antworten. 

Weder hat Michael Sommer bei irgendwelchen Kombilohn-­Diskussionen noch im Zusammenhang mit irgendwelchen Debatten, die sich auf Hartz IV beziehen, Lohndumping oder Sozialabbau be­grüßt, sondern er hat im Gegenteil stets gegen Lohndumping und So­zialabbau Stellung bezogen. Wenn Sie meinem Urteil nicht trauen, lassen Sie sich waschkörbeweise entsprechende Pressemeldungen ausdrucken. Sie haben ihn da offensichtlich in eine falsche Schublade sortiert. 

Wenn Sie schon einmal dabei sind, können Sie sicherlich auch ent­sprechende Belege finden, die keineswegs für das ungetrübte Ver­hältnis des DGB-Vorsitzenden zum Bundeskanzler sprechen. Weder will sich der Bundeskanzler von Michael Sommer Anweisungen geben lassen, noch würde Michael Sommer irgendwelche Anweisungen des Bundeskanzlers akzeptieren.                  

Es mag ja sein, dass der Kanzler Montagsdemonstrationen nicht gewünscht hat. Das ist aber nicht das Problem der Gewerkschaften. Auch gibt es nicht die von Ihnen unterstellte Kausalität zwischen dem Kanzler-Unwillen und irgendetwas, was Sie für einen Rückzug der DGB-Gewerkschaften halten. Die DGB-Gewerkschaften waren höchstens im Rahmen ihrer lokalen Zuständigkeiten Organisatoren oder Teilnehmer an Montagsdemonstrationen. 

Dort, wo sie das für richtig halten, werden sie auch heute noch an Montagen oder an anderen Tagen der Woche demonstrieren. Wie Sie sicherlich auch leicht eigenständig recherchieren könnten, sind die Montagsdemonstrationen ohne, zum Teil sogar in bewusster Distanz zu etablierten Organisationen entstanden. Insofern ist Ihre Sicht der Dinge etwas sehr kühn. Wenn die Gewerkschaften irgendetwas gar nicht mitorganisiert haben, wie können Sie sich dann davon zurück­ziehen? Sollte irgendein Kanzler wirklich versuchen, dass „Tun im DGB" zu bestimmen, würde er auf die gleichen Schwierigkeiten sto­ßen wie der derzeit amtierende Kanzler. 

Sie werden einsehen, dass ich im Lichte dieser Realitäten ihre Aus­sage, Sommer zerstöre „das Vertrauen in die Gewerkschaften und ih­re Glaubwürdigkeit“ für Unsinn halten muss.

Mag sein, dass täglich überall in unserem Land interessante Veran­staltungen stattfinden. Ich will gerne einräumen, dass die Gewerk­schaften nicht zu jeder selbst einladen wollen, können oder auch sollten. Ob nun irgendwelche Hamburger Betriebsräte den Wirt­schaftsprozessor Dr. Rudolf Hickel einladen, sollten wir dann auch nicht zentral benoten wollen. 

Sehr geehrter Kollege Arno Funk, wie konnten Sie nur so lange Mit­glied bei Transnet und des DGB-Ortskartells Pinneberg sein, ohne zu registrieren, dass die Gewerkschaften Menschen unterschiedlicher politischer Wertehaltung und parteipolitischer Präferenzen organisie­ren? Anders als Sie es wahrnehmen und Gerhard Schröder es viel­leicht gerne hätte, sind Gewerkschafter mit sozialdemokratischer Wertepräferenz nicht die Agenten der SPD in den Gewerkschaften, sondern mindestens so eigenständig, wie Sie das auch für sich re­klamieren. Wenn Sie sich wirklich nicht nur besserwisserisch über Gewerkschaften lustig machen wollen, was halten Sie denn jenen entgegen, die den DGB als „Deutschlands größte Bremser" verhöh­nen? Schlagen Sie sich in die Büsche oder widersprechen Sie, Herr Kollege Arno Funk, Mitglied bei Transnet, Mitglied des DGB Ortskar­tell Pinneberg? Ich fürchte, dass Sie in solchen Gesprächen nicht ge­rade eine große Hilfe sind, wenn Sie selber so offensichtliche Mühe haben, die Fakten erst wahrzunehmen, bevor Sie sie in Ihr Vorurteils­schema pressen. 

Auch zum Thema „Esser Millionen" scheinen Sie mehr Freude an der Desorientierung zu haben als an den Fakten. Selbst wenn Zwickel nicht den Fehler gemacht hätte, sich bei dieser wichtigen Frage zu enthalten, hätte sich Esser über die fragwürdigen Millionen freuen können. Bekanntermaßen besitzen die Gewerkschaften in allen Auf­sichtsräten nicht die Mehrheit und schon längst kein Veto-Recht. 

Zwickel hat, wie Sie nicht zur Kenntnis nehmen wollen, seinen Fehler eingeräumt. Er wird damit leben können, dass ihm Herr Arno Funk, Mitglied bei Transnet und Mitglied des DGB Ortskartell Pinneberg nicht verzeihen will. 

Ferner ist Ihrem Schreiben eine gewisse Empörung über Enthaltsamkeit der lokal zuständigen Gewerkschaften bei einer Antikriegskundgebung in Elmshorn zu entnehmen. Bitte haben Sie Verständnis, dass dies der Dachverband nur zur Kenntnis nehmen kann. Wenn Sie wirklich an Aufklärung interessiert sind, werden Sie ja als Mitglied des DGB Ortskartell Pinneberg über viel bessere Möglichkeiten verfügen als sie mir zur Verfügung stehen. 

Leider muss ich einräumen, dass der gewerkschaftliche Gestaltungs­anspruch bei der Frage deutscher Außenpolitik seine Grenzen hat. Im demokratischen System unseres Landes ist es auch nicht vorgese­hen, den DGB zu Fragen etwa des Kosovo-Albanien-Krieges zu kon­sultieren. Konträr zu Ihrer Wahrnehmung unterscheiden sich dabei wohl SPD-Regierungen nicht von CDU-Regierungen. 

Was eine Volksabstimmung zur Europäischen Verfassung angeht, sollten Sie mit einem entsprechenden Begehr schon die Regierung bemühen. Der DGB-Bundesvorsitzende ist in dieser Sache sicherlich nicht der geeignete Bote, zumal sein Einfluss auf den Bundeskanzler in dieser Frage sicherlich noch geringer wäre. Da Sie ohnehin un­terstellen, er sei bloß des Kanzlers Kuli, wird er Ihnen in dieser Ange­legenheit wohl auch nicht weiterhelfen können. Wenn Sie, Herr Funk, tatsächlich einmal Interesse haben sollten, Michael Sommer und die Gewerkschaften für etwas zu kritisieren, wofür sie wirklich eintreten, finden Sie sicherlich eine neue Herausforderung in beigefügter aktu­eller Positionierung zur laufenden Wahlauseinandersetzung. Sie haben einen eigenen Verstand. 

Nutzen Sie ihn! In diesem Sinne,

mit freundlichen Grüßen 

Dr. Hans-Joachim Schabedoth Leiter der Grundsatzabteilung

 

Anlage

*

Der DGB-Bundesvorstand stellt sich dar.

Er dichtet einem Gewerkschaftsmitglied sachfremde Motive an.
 Er fälscht gegnerische Positionen zu Mißverständnissen um. 
Er beherrscht die deutsche Grammatik nicht.

 

Loessin, Susann (DGB-BVV)" Susann.Loessin@dgb.de

Sent: Wednesday, June 22, 2005 1:17 PM
Subject: Ihre E-Mail an den DGB vom 15.
Juni 2005



Sehr geehrter Herr Funk,

bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir aus prinzipiellen Gründen nicht auf offene Briefe antworten. Erfahrungsgemäß dienen sie mehr der Selbstdarstellung der Verfasser und nicht dem vorgeblichen Anliegen.

Ich stelle anheim, dem Verfasser zu ermutigen, uns einen persönlichen Brief zu schreiben. Ich will mich dann gerne darum bemühen, die sich zahlreich in seinem Schreiben manifestierenden Missverständnisse auszuräumen.  

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Hans-Joachim Schabedoth
Leiter Grundsatzabteilung

DGB Bundesvorstand
Grundsatzabteilung
Susann Loessin
Henriette-Herz-Platz 02
10178 Berlin

Fon: +49 (30) 24 06 06 02
Fax: +49 (30) 24 06 04 05
Mail: susann.loessin@bvv.dgb.de

http://www.dgb.de

T:I:S, 25. Juni 2005

*

 

Arno Funk                                                                                                                                 26.Mai 05
Pestalozzistr.2
25421 Pinneberg
Mitglied bei Transnet
Antworten bitte an meine Postadresse

 

 Offener Brief an meine Mitgewerkschafter in der Region Nordelbien

 Ich danke zunächst einem Freund, der mir half, diesen Brief als elektronische Post zu verschicken.

 

 Liebe Mitglieder,

seit 1959 bin ich in der Gewerkschaft, zu einem solchen offenen Brief habe ich mich erstmalig jetzt entschieden.

Mein Anliegen: Wir brauchen starke Gewerkschaften, die erkennbar einen eigenständigen Kurs im Arbeitnehmerinteresse fahren.  

Ich schreibe Euch verschiedene - nicht alle - Punkte auf, die mich beschäftigen und bedrücken. 

1) DGB - Sommer fiel mehrfach um.

    Gewerkschaften nehmen ihre Aufgaben nicht wahr.

Z.B. hat Sommer damals bei den Kombilohndiskussionen und heute bei Hartz IV das Lohndumping und den Sozialabbau zugunsten der sowieso besser Verdienenden begrüßt, auch die Agenda 2010 mit Sozialabbau und Privatisierungen finden seine Zustimmung.

 2004 kündigt Sommer einen heißen Herbst an. In Berlin (Demonstrationen) gab es einen Anfang mit Hoffnung, dann aber kam nichts mehr. Und warum? Sommer hat sich von Schröder die entsprechende Anweisung geholt!

Auch die Montagsdemonstrationen wurden vom Kanzler nicht gewünscht, darauf zogen sich die DGB-Gewerkschaften zurück. Der Kanzler bestimmt unser Tun im DGB!

Sommer zerstörte damit das Vertrauen in die Gewerkschaften und ihre Glaubwürdigkeit noch weiter.

 Hamburger Betriebsräte hatten den Wirtschaftsprofessor Dr.Rudolf Hickel von der Uni Bremen zum Thema "Arbeitszeit verkürzen", - nicht verlängern - eingeladen.

Das ist doch unser Thema, warum laden die Gewerkschaften nicht dazu ein? Nicht einer ist im Namen der Gewerkschaft aufgestanden und hat zu diesem unseren ureigenen Thema Stellung genommen. Ist das kein Gewerkschaftsthema mehr oder stehen die Gewerkschaften auf der anderen Seite?

Unsere Gewerkschaften sind zur Spitze hin von SPD-Leuten durchsetzt, sodass ein eigenes Profil auf Arbeitnehmerbasis nicht mehr erkennbar ist. Der Einklang mit einer Partei oder Regierung hat auf Dauer nie zu einer Stärkung der Gewerkschaften geführt, auch nicht im Ostblock.

Wir werden jetzt schon als Deutschlands Größte Bremser gehänselt und zwar von Menschen, die etwas von Gewerkschaften erwarten und eventuell Mitglieder werden wollen.

 2) Die Esser Millionen

 Wir alle waren zu Recht empört über die Millionen, die Esser dafür einsteckte, dass er Mannesmann platt und unsere Arbeiter arbeitslos machte.

Dies war nur möglich durch die Stimmenthaltung des IG-Metall-Chefs Zwickel als Arbeitnehmervertreter.

Wenn sich unsere Arbeitnehmervertreter so verhalten, wofür brauchen wir sie dann? Es gab keinen Protest aus den gewerkschaftlichen Vorständen gegen Zwickel, geschweige denn ein Ausschlussverfahren. Er wurde in allen Ehren in den Ruhestand verabschiedet.

Leidet unsere Glaubwürdigkeit unter solchen Sachen nicht?

 3)  Verhalten von Gewerkschaftsfunkionären beim letzten Bush-Besuch

Gewerkschaften stehen, seit ich mich erinnern kann, für Frieden ein.

Nun fand auch in Elmshorn anlässlich des letzten Bush-Besuchs in Wiesbaden und Mainz eine Antikriegs- und Anti-Bush-Kundgebung statt. Besucht von vielen jungen Leuten!

Hierzu hatte Kollege Karsten Wessels (*) in seiner Funktion beim DGB-Nord zugesagt, eine Rede zu halten. Diese Zusage hat er nicht eingehalten.

Als ich ihn im Besenbinderhof in Hamburg traf und nach seinen Gründen fragte, sagte er mir: Wir haben beim Vorstand angerufen und waren dann der Meinung, dass ich nicht sprechen sollte. Auf meine Nachfrage nach den Gründen, dort doch nicht zu sprechen, sagte er: Ich habe meine Meinung und Du die Deine. Vor Zeugen!

Gewerkschaften stehen für Aufklärung, habe ich bisher geglaubt. Dieser Rückpfiff kann doch nur aus SPD-Kreisen gekommen sein.

Ist Bush plötzlich, wenn er nach Deutschland kommt, kein Aggressor und Kriegsverbrecher mehr, gegen den man protestieren muss?

 4) Billigung des Kosovo-Albanien-Kriegs

 Hier hat die Bundeswehr im Auftrag der Regierung gekämpft und wahrscheinlich auch Menschen getötet. Das war ein Einsatz ohne UN-Mandat und ein Bruch des Grundgesetzes, wir wurden nicht angegriffen und haben mitgemacht in einem Krieg. Der erste Waffengang nach 45 und das mit einer SPD-geführten Regierung.

Das Stillhalten und Tolerieren eines Angriffskrieges gegen ein anderes Land wäre bei einer CDU-Regierung bestimmt nicht so ausgefallen.

Karsten Wessels hatte im Ortskartell diesen Krieg gerechtfertigt!

 5) Die europäische Verfassung

 Die Regierung weigert sich, sie einer Volksabstimmung zu überlassen.Das Grundgesetz sehe es nicht vor. Man höre und staune: Das Volk darf nicht über die Abschaffung der deutschen Verfassung abstimmen. Welch eine Entmündigung des Volkes.

Die Gewerkschaften sind offenbar auch nicht mehr konsequent für Demokratie wie zu Willy Brandts Zeiten.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

lasst uns an einem eigenen Profil im Interesse der Mitglieder arbeiten. Zeigen wir einfach, dass wir nicht SPD-Gehilfen sind und auch von sonst keiner Partei.

Wie zum 1.Mai 05: Du hast Würde. Zeig sie.

 

Mit gewerkschaftlichen Grüßen

Arno Funk

 

(*) Karsten Wessels ist Regionsvorsitzender des DGB Unterelbe und Beisitzer der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD (AfA) Dithmarschen. 

Zu Hartz IV, 1-Euro-Jobs und SPD in Elmshorn siehe Elmshorn.

T:I:S, 11. Juni 2005

* 

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