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Mehr über Kanan Makiya und v. der Osten-Sacken

*

Wie die DDR? 

Dieses Land war ein einziges Konzentrationslager. 

Welt-Interview-Partner Kanan Makiya, Stichwortgeber für die Konkret-Kriegstreiber Thomas v. der Osten-Sacken und Thomas Uwer, über den Irak unter Saddam. 

T:I:S, 11. Dezember 2005

*

Matthias Gockel und Thomas Immanuel Steinberg*

Was macht eigentlich...

Was macht eigentlich Kanan Makiya, der US-amerikanische Stichwortgeber der beiden Konkret-Autoren Thomas Uwer und Thomas v. der Osten-Sacken?

Kanan Makiya hatte für den Irak-Krieg geworben: nicht wegen Al Qaida oder Massenvernichtungswaffen – das war für die Doofen; sondern um den Irakern die Demokratie zu bringen. Voraussetzung wäre allerdings gewesen, so Makiya vor dem Krieg, "dass Saddam Hussein nicht um den Preis einer größeren Anzahl ziviler Opfer gestürzt werde". Zweite Voraussetzung: „Die US-Regierung sieht als Partner des irakischen Volkes ... ihre Rolle langfristig im Einsatz für Demokratie und Wiederaufbau, also für Nation-Building“.  Kurz gesagt: Der Irak wird demokratisch, wenn die US-Regierung es will.

Sie hat nicht gewollt. Hätte sie, dann hätte sie den Krieg gelassen. Den aber hat Makiya gewollt. Nun will er trotzdem noch die Demokratie und tadelt die US-Regierung vor passendem Publikum: dem des American Enterprise Institute. Die Baath-Partei sei tiefer im Volk verankert als angenommen. Die Gewalt der Gegenkräfte verhindere den Aufbau, und die vorgesehene Aufteilung in drei Hoheitsgebiete werde den Bürgerkrieg verewigen.

Pech auch – vor allem für die irakischen Kriegsopfer, die bisherigen und die künftigen. Kleines Pech auch für die beiden Konkret-Schreiber, die vor dem Krieg auf Deutsch wiederkäuten, was Makiya auf Englisch zusammenfantasiert hatte.

Was machen diese zwei? Thomas Uwer beklagt – nicht vor dem Bundesverband der deutschen Industrie, sondern erneut in Konkret (Heft 10/2005) – die fehlende Demokratie im Irak - ganz so wie Meister Makiya. Und er komponiert auf Dialektisch: "Unvernünftig ist es, sich über den Sturz Saddam Husseins zu freuen, aber die amerikanischen Soldaten, die ihn gestürzt haben, zu hassen."

Vernünftig wäre es also, sich über den Sturz Saddam Husseins zu freuen und den amerikanischen Soldaten, die ihn gestürzt haben, zu danken. Sollte man ihnen auch für den Terror danken, der schlagartig mit ihrem Einmarsch einsetzte?

Uwer setzt aber noch einen drauf. Unter dem Titel „Der amerikanische Journalist Steven Vincent starb im Kampf gegen die Unvernunft“, zitiert er den vermeintlichen Aufklärer Vincent, bis zu seinem gewaltsamen Tod in Basra ein gern gesehener Autor rechtslastiger Zeitschriften wie National Review oder Frontpage Magazine:

"Wir verstanden und verstehen noch immer nicht die regressive, parasitäte und unvernünftige Realität des tribalen Islam -  das schwarze Loch in der islamischen und arabischen Kultur, das die besten und positivsten Energien verschlingt ". Uwer kommentiert Steven Vicents rassismus-triefenden Satz – wieder dialektisch und diesmal sogar mit Frankfurter-Schule-Konjunktiv: „Damit hat er (Vincent) zugleich die eigentliche Aufgabe im Irak benannt, die in der Schaffung gesellschaftlicher Verhältnisse bestünde, die Vernunft überhaupt erst zu einer vernünftigen Option machten." ... And then those poor niggers will be forever grateful to their masters?

Der andere Makiya-Adept, Thomas v. der Osten-Sacken, unterschrieb inzwischen die Forderung, politische Handlungen gegen die israelische Staats- und Regierungspolitik sollten ab sofort als antisemitisch gelten. Sogenannte Nicht-Regierungsorganisationen sollten die Überwachung übernehmen. Mitunterzeichner sind Ralf Schroeder, Gastschreiber bei Sudel-Broder, und Sacha Stawski von Honestly Concerned. Der rechte Mann wandelt ebenfalls auf rechten Pfaden. Bald wird er wieder für Konkret schreiben.

* Dr. Matthias Gockel und Thomas Immanuel Steinberg schreiben nicht mehr für Konkret.

T:I:S, 13. Oktober 2005

     

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