Die Antideutschen

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Der Fall Gremliza

Totale Kriegs-Legasthenie 

Konkret zitiert in der Oktoberausgabe 2007 auf Seite 4 den taz-Autor Stefan Reinecke

Den letzten Gesinnungsschwenk vollzog konkret 1991, als Gremliza für den Irakkrieg Stellung bezog - wegen Israel, das durch Saddam bedroht war. Seitdem ist sie zum Zentralorgan der sogenannten Antideutschen mutiert.

Die Glaubenssätze dieser linken Sekte lauten: 1. Wer Israel kritisiert, ist Antisemit. 2. Der Islamismus ist der neue Faschismus. 3. Die USA sind keine bösen Imperialisten, sondern die antifaschistische Schutzmacht gegen den Islamismus. 

Das klingt ziemlich schrill - kommt aber dem Konsens in der bundesdeutschen Außenpolitik ziemlich nahe, nämlich im Zweifelsfall aufseiten Israels und der USA zu stehen. Deshalb schreiben Antideutsche auch manchmal in Springers Welt.

Konkret kommentiert: 

Daß auf jenen Seiten der „Welt“, deren Gastbeiträge von zwei ehemaligen „Taz“-Redakteurinnen verwaltet werden, noch kein Autor von KONKRET geschrieben hat, wäre ein dummer Einwand, der nur den Eindruck erweckte, eine der anderen Behauptungen des „Taz“-Redakteurs sei mehr als der Ausdruck seines antisemitischen Ressentiments.

Der Schwurbel heißt auf Deutsch: Konjunktiv-Gremliza hält auch den Israel-Kritiker Stefan Reinecke für judäophob. Genau das wollte Stefan Reinecke rüberbringen. 

Mit der Formulierung "auf jenen Seiten der 'Welt'..." meint Gremliza das Welt-Forum. Auf Seite 50 der gleichen Konkret-Ausgabe wird Andrea Seibel als ehemalige taz-Redakteurin bei der Welt bezeichnet. In dem von ihr verwalteten Welt-Forum erschien am 25. Juli 2006 auf Seite 7 ein Gastbeitrag des antideutschen schreibschwachen Konkret-Autors Thomas v. der Osten-Sacken unter dem ebenso Welt-  wie Konkret-kompatiblen Titel: 

Essay. Warum ich für den Krieg bin. Israels Krieg gegen die Hisbollah ist nötig. Der Westen sollte sich vor einem faulen Frieden hüten.

Nochmal im Indikativ: Gremliza ist nicht nur schreib-, sondern auch leseschwach. 

Dr. M. G. und T:I:S, 18. Oktober 2007

siehe auch Kollateraler Konjunktiv und Gremliza weiter für Gewährleistungskrieg

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Ein faules Früchtchen am sozialdemokratischen Strauch 

Daniel Kulla, laut Schweizer SonntagsZeitung (.pdf-Datei) Spezialist für Verschwörungstheorien, findet erstens: Niemand regiert die Welt; zweitens: Oskar Lafontaine darf nicht regieren. Habe der doch die Regierenden Bush und Blair als Terroristen bezeichnet. Kulla gibt sich im neuroticker der PDS-Jugend Sachsen jungsozialistisch-undogmatisch.

T:I:S, 17. April 2007

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Lesetipp:

Die Antideutschen - von Patrick Hagen

Vor einem Jahr hat Patrick Hagen eine Magisterarbeit über die Antideutschen vorgelegt. Hagen resümiert, worum es sich bei diesem eigenartigen deutschen Gebilde handelt: 

„Waren die Antideutschen zunächst nur eine publizistische Größe gewesen, bildeten sich nach dem 11. September und den sich häufenden Selbstmordattentaten in Israel in den meisten deutschen Städten antideutsche Gruppen, die sich zumeist an der „Bahamas“ orientierten. Dennoch konnte ihr Einfluss auf die Linke im Verhältnis zu ihrer personellen Größe als ungewöhnlich groß eingeschätzt werden. Viele linke Gruppen spalteten sich an der Auseinandersetzung um Israel und den Antisemitismus. Gegendemonstrationen zu linken Veranstaltungen wurden üblich, und auch tätliche Angriffe zwischen Angehörigen verfeindeter Gruppen sind keine Seltenheit mehr.“ 

Die Arbeit bezeichnet als Vorgänger und Vordenker der Antideutschen Jean Améry, Eike Geisel, Moishe Postone, Wolfgang Pohrt – und den Kommunistischen Bund. Sie referiert die Abspaltungen seit der Vereinigung Deutschlands aufgrund von Kontroversen über den Zweiten Golfkrieg, über Goldhagen, die Al-Aksa-Intifada, den 11. September und Afghanistan- und Irakkrieg. Ein Exkurs führt zu Wertkritik und wertkritischer Antisemitismustheorie. 

Gremlizas, Küntzels und Elsässers teils stark schwankende Positionen werden beleuchtet, Günther Jacob, Justus Wertmüller und Heiner Möller eingeordnet und Oliver Tolmein und Detlef zum Winkel zitiert. 

Der Autor beleuchtet, „wie mit den Antideutschen eine sich kommunistisch nennende Linke entstehen konnte, die nahezu alle Essentials der kommunistischen Bewegung und der Linken, wie den positiven Bezug auf die Arbeiterklasse, den Antiimperialismus, den Antikapitalismus und den Antirassismus hinter sich gelassen hat und zu einer tief greifenden Zersplitterung der außerparlamentarischen Linken geführt hat.“ 

Patrick Hagen enthält sich einer eigenen Auseinandersetzung mit den Themen der einst geschlagenen Schlachten. Die klare Sprache, die übersichtliche Gliederung, 347 Anmerkungen und ein ausführliches Literaturverzeichnis machen die Arbeit zu einer vorzüglichen Materialsammlung etwa für den, der ermitteln will: Warum ist denn die deutsche Linke so schwach? Oder auch: Wie hängt das Antideutschtum mit der Hexenjagd auf Antizionisten und Kriegsgegner in Israel und Frankreich zusammen?

T:I:S, 21. Juni 2005 

Patrick Hagen: Die Antideutschen und die Debatte der Linken über Israel. Magisterarbeit, Köln, SS 2004. Im Netz als pdf- und als .html-Datei, je ca. 500 KB 

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