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Thomas Immanuel Steinberg

Mobil mit eingebauten Schikanen

Der 21. Juni 2009, ein Sonntag, war in Hamburg für autofrei erklärt worden. Die Eimsbütteler sollten sich um viertel vor zwölf bei Karstadt an der Osterstraße treffen und um zwölf losradeln oder zu Fuß in die Innenstadt spazieren. Doch um zwölf schauten an der großen Kreuzung nur ein paar Radlerfamilien hilflos um sich. Der Haupttroß war bereits verschwunden.

Vor der Sparkasse fand schließlich ein Fähnlein von dreizehn Aufrechten zueinander, die Fußgänger unter den Eimsbütteler Naturfreunden. Durch die grüne Tornquiststraße ging’s, zwischen Kaiser-Friedrich-Ufer und den Bäumen vor der Christuskirche hindurch in die Weidenallee. Der lange Martin, ein Strongwalker, führte uns gleich hinter der Baustelle links durch den schmalen Kloksweg, an den Terrassenhäusern vorbei, und nochmals durch ein Tor,  zwischen Gärten und Spielplatz über den Kleinen Schäferkamp hinweg direkt in den Schanzenpark, fast autofrei. Den Parkweg an der Bahn hinauf, spazierten wir schließlich durch Planten un Blomen in die Innenstadt.

Martin läuft manchmal etappenweise hundert Kilometer durch Hamburg, in 22 Stunden. Er berichtet darüber unter http://strongwalker.blogspot.com. Als wir ankamen, war er müde; denn Langsamgehen erschöpft ihn.

Unser Grüppchen staunte über den einkaufstütenverstopften Jungfernstieg – an diesem insgesamt gar nicht autofreien Sonntag durften alle Geschäfte öffnen – und über den leeren Versammlungsort Ecke Ballindamm. Um 13.30 Uhr sollte eine Kundgebung stattfinden, doch auf der riesigen Bühne las eine Frau Geschichten vom Blatt. Die wohl lustig waren; freilich tönten die Lautsprecher so laut, daß mehr Leute vertrieben als angelockt wurden. Am Ballindamm hatte das Hamburger Forum für Völkerverständigung einen Stand aufgebaut, und die Naturfreunde ihre Kletterwand. Auch konnte streng Ökologisches verzehrt werden. Als aber Moderator Schalthoff und Senatorin Hajduk von der Bühne herunter dem fehlenden Publikum selbstsicher erklärten, Autofreiheit und verkaufsoffener Sonntag vertrügen sich bestens, da schlich auch ich mich vom Platze. Studenlang noch knatterte ein Hubschrauber am Innenstadt-Himmel. Mobil ohne Auto.

Wo waren nur die vielen Radler geblieben, die vergangenes Jahr zu Tausenden friedlich neben ihren Rädern auf der Moorweide gelagert hatten? Man hatte ihre Gefährte, weitab vom Versammlungsort, irgendwohin verbannt. Der Demonstrationseffekt war dahin. Und meine Laune auch. Dafür fahre ich jetzt nicht mehr die ganze Weidenallee hinunter zum Schanzenpark, sondern auf Martins Schleichweg durchs Hinterhofgrüne. Denn auch Fahrräder sind dort erlaubt.

T:I:S, 7. Juli 2009

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Bilder von 2006

 


Russisch-orthodoxe Kirche

 


Gaststätte 

 


Fassade

 


Moschee in der nahen Wieckstraße

 


Bürgerliches Biergartenpflaster im "Urknall"



Leergutentsorgung

 


Mennonitenkirche

 


Auch Westdeutsch ist eine lustige Sprache.

 


Goldene Taubenabwehr

 


Wohnwasserturm

 


Stellinger jüdisch-orthodoxer Friedhof

 


Ohne Goldrand 

Alle Fotos tofoto, T:I:S, 25. Juni 2006

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