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Myanmar und die Straße von Malakka


Die Straße von Malakka zwischen Malaysia/Singapur und Sumatra                        Quelle

Die Straße von Malakka ist eine Meerenge zwischen der malaiischen Halbinsel und der indonesischen Insel Sumatra. Alle Schiffe zwischen Europa / Nahost / Persischem Golf und Südostasien passieren die Straße. An der engsten Stelle ist der Schiffahrtsweg 2,5 km breit. Über 50 000 Schiffe pro Jahr fahren durch die Straße

Die Passage ist fest in US-amerikanisch/westlicher Hand. Von Westen her kann China per Schiff nur durch diesen Würgepunkt (oder auf langen Umwegen) erreicht werden. Daher haben chinesischer Staat und chinesisches Kapital überwältigendes strategisches Interesse an Myanmar, dem Land zwischen Indischem Ozean und dem Süden Chinas, auf der Weltkarte als Burma ausgewiesen. Ein chinesich dominierter Transportkorridor vom Indischen Ozean durch Myanmar nach China wäre 1. kürzer und schneller; 2. sicherer vor westlicher Blockade. Die Tanker mit Öl und flüssigem Gas könnten vom Persischen Golf ins Arabische Meer und den Indischen Ozean fahren und ihre Ladung an der Küste Myanmars löschen. 

China plant daher eine 1 440 km lange Pipeline (siehe Karte) mit 40 Millionen Tonnen Öltransportkapazität pro Jahr (800 000 Barrel pro Tag; 1 Barrel = 159 Liter) vom Hafen Yanbyai in Myanmar nach Kunming in China. Das wären vier Fünftel der Kapazität der Baku-Tbilissi-Ceyhan-Pipeline vom Kaspischen zum Mittelmeer (siehe Karte), bei fast gleicher Länge. In Kunming ist eine Raffinerie geplant.

T:I:S, 1. Oktober 2007

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Rußland drängt Bulgarien und Griechenland zum Verkauf ihrer Anteile an der Burgas-Alexandroupolis-Pipeline 

Rußland hat in der jüngsten Athener Gesprächsrunde Bulgarien und Griechenland erneut gedrängt, ihre Anteile an der geplanten Burgas-Alexandroupolis-Pipeline von der bulgarischen Schwarzmeerküste an die griechische Mittelmeerküste zu verkaufen. Rußland besteht auf Vertragsstrafen, falls einer der Anteilseigner keine Ölliefergarantie in Höhe seines Anteils am Konsortium geben könne. Experten meinen, der Ölriese Rußland wolle sich die Anteile sichern, bevor der Wert des Ölleitungskonsortiums erwartungsgemäß erheblich steige. 

Kapazität wie die BTC-Pipeline

Bulgarien will nicht verkaufen. Es bemüht sich um Öllieferungen – möglicherweise aus Supsa in Georgien – für sein Viertel an der Leitungskapazität von zunächst 35 Millionen Tonnen pro Jahr, die auf 50 Millionen Tonnen pro Jahr aufgestockt werden soll. Die höhere Zahl entpräche einer Million Barrel pro Tag, der maximalen Liefermenge der BTC-Pipeline von Baku in Aserbaidschan über Georgien nach Ceyhan an der türkischen Mittelmeerküste. Die BTC-Pipeleine gehört einem Konsortium unter Führung der anglo-amerikanischen BP Amoco.

Die Burgas-Alexandroupolis-Pipeline würde mit dem im russischen Ölhafen Novorossijsk nach Burgas verschifften kaspischen Öl den Engpaß Bosporus/Dardanellen ebenso umgehen wie die BTC-Pipeline, die bereits in Betrieb ist,  siehe Karte

Für Rußland (früher TNK-BP, jetzt Transneft) sind zur Zeit aufgrund eines im Mai 2007 geschlossenen Staatsvertrages 51% Anteil am Burgas-Alexandroupolis-Konsortium vorgesehen. Griechenland und Bulgarien wollen sich den Rest teilen. 

Offen ist, wo die trinationale Firma sitzen soll. Bulgarien lehnt Zypern ab; Holland und Luxemburg sind weitere Optionen.

AMBO-Projekt fraglich 

Der Bau der 280-Kilometer-Leitung, davon 166 Kilometer in Bulgarien, wird über 900 Millionen Dollar kosten. Sie könnte das langjährige AMBO-Projekt einer US-dominierten Leitung von Burgas über Mazedonien, südlich der US-Festung Bondsteel im Kosovo, nach Vlorë an Albaniens Mittelmeerküste unrentabel machen.  

Sofia News Agency – novinite.com / SteinbergRecherche 

T:I:S, 29. August 2007

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Thomas Immanuel Steinberg

Türkei ausgebootet?

Bosporus-Umgehung von Bulgarien nach Griechenland rückt näher.

12 Jahre lang haben Bulgarien, Griechenland und Rußland diskutiert und abgewogen. Nun haben ihre Regierungschefs verkündet, daß sie Ende 2006 einen Vertrag über den Bau einer Öl-Pipeline vom bulgarischen Schwarzmeerhafen Burgas zum griechischen Alexandroupolis unterzeichnen werden. Die Entscheidung hat wirtschaftliche und strategische Bedeutung für die Türkei, aber auch für Israel und die Vereinigten Staaten. 

Burgas-Alexandroupolis ist die kürzeste aller Alternativen zum überlasteten Bosporus, einem der „Würgepunkte“ der Weltenergieversorgung (siehe Karte). Tanker mit kaspischem Öl aus dem russischen Novorossijsk müssen zur Zeit teils mehrere Tage Schlange stehen, bevor sie durch die Meerenge bei Istanbul und die Dardanellen ins Mittelmeer fahren können.

Türkei im Hintertreffen

Sämtliche denkbaren längeren Umgehungen des Bosporus stehen nach der russisch-bulgarisch-griechische Ankündigung in Frage. Sinan Oğan, Leiter der Forschungsabteilung Rußland-Ukraine des Eurasischen Strategischen Forschungszentrums (ASAM) in Ankara, hält den russisch-türkischen Plan einer 550-km-Rohöl-Leitung für gefährdet: Sie soll Öl von der  türkischen Schwarzmeerküste quer durch die asiatisch-türkische Landmasse an die türkische Mittelmeerküste bringen. Die unterseeische Gaspipeline Blue Stream aus Rußland mündet bei Samsun ins türkische Energiedrehkreuz. Angedacht war bisher ein gemeinsamer Transportkorridor für russisches und kaspisches Gas und Öl von Samsun am Schwarzen Meer über Ceyhan am Mittelmeer weiter zum israelischen Ölhafen Ashkelon: durch Israel hindurch bis Eilat am Golf von Akaba und weiter nach Südostasien.

Die seit langem geplante AMBO-Pipeline (europäischer Korridor 8) von Burgas über Mazedonien, wenige Kilometer südlich der US-amerkanischen Festung Camp Bondsteel im Kosovo verlaufend, nach Vlorë in Albanien, dürfte erneut fraglich werden.

US-Konkurrenz

Burgas-Alexandroupolis wird 300 km lang sein und soll in der Endstufe 700 000 Barrel (1 Barrel = 159 Liter) täglich weiterleiten. Die Pipeline wird mit der US-amerikanisch dominierten BTC von Baku über Tbilissi nach Ceyhan konkurrieren, die auf 1 Million Barrel pro Tag ausgelegt ist. Dieser 1700 km lange, kürzlich fertiggestellte Bau unter Konsortialführung von BP Amoco könnte wegen zu geringer Auslastung unrentabel werden, falls es Rußland gelingt, einen wesentlichen Teil des kasachischen Öls über seinen Schwarzmeerhafen Novorossijsk und Schwarzmeertanker via Burgas nach Alexandroupolis zu lenken.

Bulgarien, Haupt-Transitland für russisch-kaspisches Öl in spe, beherbergt einerseits zwei US-amerikanische Militärstützpunkte und strebt die Mitgliedschaft in der EU an. Andererseits sind die ölindustriellen Anlagen rund um den bulgarischen Ölhafen Burgas bereits jetzt überwiegend in russischer Hand. Die russische Lukoil betreibt Hunderte Tankstellen in Bulgarien. Bulgarisch und Russisch sind eng miteinander verwandte Sprachen und bulgarische Ressentiments gegen Russen sind gering.

USA kontra Türkei

Der türkische Think Tank Türksam fürchtet unterdessen, daß den Vereinigten Staaten die Revision des Vertrages von Montreux  gelingt, der die Durchfahrt durch den Bosporus und die Dardanellen auf Handelschiffe aller Flaggen und auf Kriegsschiffe allein aus Anrainerstaaten des Schwarzen Meeres beschränkt. Durch eine Revision im US-Sinne wäre die seit 1936 gewährte türkische Souveränität über die Meerenge gefährdet. Die USA wollen offenbar auf dem Umweg über die NATO einen Zugang zu den Gas- und Ölrouten des Schwarzen Meeres erlangen, der ihnen bisher verwehrt ist   

 T:I:S, 6. September 2006

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Thomas Immanuel Steinberg

Griechisch oder türkisch? 

TNK-BP prüft Bosporus-Umgehung quer durch die Türkei. 

Der Konsortialführer des Pipeline-Projekts vom bulgarischen Schwarzmeeerhafen Burgas an die griechische Mittelmeerküste bei Alexandroupolis, TNK-BP, prüft eine alternative Route: die Beteiligung am Bau einer 550 km langen Ölleitung vom türkischen Samsun am Schwarzen Meer zum ebenfalls türkischen Ceyhan am Mittelmeer. Die Firma erklärte der türkische Zeitung Sabah laut Kommersant (1), sie habe sich noch nicht entschieden. 

 
(zurück zu "Türkei ausgebootet?"; zurüch zu "Rußland drängt Bulgarien")

Zur Zeit stauen sich die Öltanker vor Bosporus und Dardanellen, der Meerenge zwischen Schwarzem Meer und Mittelmeer – trotz der kürzlichen Eröffnung der BTC- Pipeline von Baku in Aserbaidschan über Tbilissi zum 1 700 km entfernten türkischen Ceyhan.  

TNK-BP ist zur Hälfte in russischem Privatbesitz (TNK steht für Тюменская Нефтяная Компания oder Tyumen Oil Company), zur andern Hälfte in den Händen der anglo-amerikanischen BP Amoco, die auch die BTC-Pipeline unter ihrer Regie hat. TNK-BP lotete bisher mit Rosneft und Gazprom Neft, zwei staatlichen russischen Firmen, die Möglichkeit eines gemeinsamen Baus der mit ca. 290 km viel kürzeren Bosporus-Umgehung vom bulgarischen Burgas (sprich: burgás) zum griechischen Alexandroupolis aus. Doch der italienische Ölriese Eni und die türkische Calik Group wollen den Plan einer rein türkischen Pipeline-Verbindung der Meere aus den frühen 90er Jahren verwirklichen. TNK-BP würde sich gegebenenfalls mit einem Drittel an den Baukosten von 1,5 bis 2 Mrd. US-Dollar beteiligen. Die Kapazität der Leitung quer durch die ganze asiatische Türkei wird mit zunächst 50 Mio. Tonnen pro Jahr veranschlagt, der gleichen Kapazität wie die gerade fertig gestellte BTC-Pipeline.  

Bei ständig hoher Auslastung wäre die lange rein türkische Verbindung rentabler: Die Tankerfahrt vom russischen Hafen Noworossijsk, dem Endpunkt der CPC-Pipline aus Kasachstan, nach Samsun ist viel kürzer als die nach Burgas an der Westküste des Schwarzen Meeres. Der Ölhafen bei Ceyhan besitzt Verladeeinrichtungen, die in Alexandroupolis noch fehlen. Außerdem bestehen Pläne für eine Intensivierung des Rohöltransports von Ceyhan nach Ashkelon an der israelischen Mittelmeerküste und per existierender Pipeline nach Eilat am Roten Meer zur Weiterverschiffung nach Süd- und Ostasien. Israel und die Türkei erwägen sogar den Bau einer Gas- und Ölpipeline-Trasse am Mittelmeerboden von Ceyhan nach Ashkelon. Rußland hält eine Beteiligung für möglich. 

Im Ölhafen des bulgarischen Burgas ist die russische Firma Lukoil stark vertreten. Lukoil betreibt in Bulgarien eine große Tankstellenkette. 

Zugleich unterhalten die US Forces in Burgas Einrichtungen. Die russische Wirtschaftszeitung Kommersant meint wohl Griechenland und nicht Bulgarien, wenn sie die Wahl, vor der TNK-BP steht, so kommentiert: "Die rein türkische Ölleitung von Samson nach Ceyhan bietet den Vorteil geringeren politischen Risikos, denn sie würde keine Staatsgrenze überqueren."  

Allen Plänen gemeinsam ist die Vermeidung des kürzesten Weges kasachischen Öls nach Süd- und Ostasien – des Weges durch den Iran

T:I:S, 1. August 2006

Anmerkung:

(1) ДЕНИС Ъ-РЕБРОВ: Российская нефть ищет запасное русло.ГАЗЕТА КОММЕРСАНТЪ № 138/П (№ 3469) от 31.07.2006, ПН / Denis Rebrov: Russian Oil May Bypass the Bosporus. Kommersant, 31. Juli 2006

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Thomas Immanuel Steinberg 

Das Öl im zweitgrößten Feld der Welt geht zur Neige – schneller als erwartet. 

Die Ölförderung in Cantarell, dem wichtigsten Ölkomplex von Mexiko, ist 2006 stark gefallen. Ein weiterer steiler Abfall wird befürchtet. Die Brunnen liefern zur Zeit 60% des mexikanischen Rohöls. 

Cantarell ist der zweitrößte Ölkompex nach Ghawar (auch: Gharwar) in Saudi-Arabien. Es liegt off shore – vor der Küste des Bundesstaates Campeche und lieferte im Mai 1,8 Millionen Barrel (1 Barrel = 159 Liter) am Tag, 7% weniger als noch im Januar und 15% weniger als Ende 2004. 

Mexiko ist der fünftgrößte Ölproduzent der Welt. Ein Drittel der Staatseinnahmen stammt aus dem Ölverkauf der staatseigenen Petroleos Mexicanos (Pemex), vornehmlich an die USA. Mexiko ist der zweitgrößte Öllieferant der USA nach Kanada. 

Die Los Angeles Times stellt in einem ausführlichen Artikel über die Anzeichen der Erschöpfung des mexikanischen Öl-Jumbos die „Multi-Milliarden-Dollar-Frage“: Wird die staatliche Pemex den drohenden Ausfall durch technische Tricks und die Erschließung neuer Quellen rechtzeitig ausgleichen können? 

Ein Anzeichen dafür, daß Pemex sich sorgt: Die Firma gewährte dem renommierten bürgerlichen Blatt kein Interview. Ein firmeninternes Worst-Case-Scenario gelangte jedoch bereits an die mexikanische Öffentlichkeit. Danach würde die Produktion von jetzt 1,8 Millionen Barrel auf 520 000 Ende 2008 sinken. 

Die Los Angeles Times zitiert Kritiker, die Pemex für einen Korruptionssumpf halten. 2005 erwirtschaftete die Firma trotz himmelstürmender Ölpreise einen Verlust von über 7 Milliarden Dollar. Sie hat Schulden von 50 Milliarden Dollar. Die Leitungen und Maschinen sind löcherig und explosionsgefährdet, die Raffineriekapazitäten reichen nicht. Ein Viertel des mexikanischen Benzins muß importiert werden. 

Weiter sinkende Fördermengen würden dem Staat Mexiko schaden, ihm gar den Hals abdrehen, die USA und kleinere Mächte zu weiterer Aggressivität einladen und die Position anderer Ölförderländer vorübergehend stärken. Dazu dürfte Saudi-Arabien nicht gehören. Die Bank of Montreal, der Ölinvestor Matt Simmons und Aspo-Chef Colin Campbell, der prominenteste Vetreter der Peak-Oil-These, zweifeln allesamt an den saudischen Reservemengen-Angaben: 


Colin Campbell in Koblenz, Oktober 2004                           foto tofoto

Die Fördermengen in Ghawar, dem größten Ölfeld der Welt, behaupten sie, sinken ebenfalls.

T:I:S, 26. Juli 2006

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Thomas Immanuel Steinberg 

 

Ölhoffnung auf Sand gebaut 

 

Ex-Umweltminister widerspricht dem BP-Chef.

 

BP-Chef Lord Browne findet, es seien noch genug Öl- und Gasreserven vorhanden. Aus den Feldern werde dank neuer Technik immer mehr herausgeholt, es würden immer wieder neue Felder entdeckt, und in Kanada liege viel Ölsand. (1) 

Michael Meacher, Umweltminister unter Blair von 1997 bis 2003, widerspricht im konservativen Telegraph: 2003 sei erstmals kein größeres Ölfeld entdeckt worden. Der Höhepunkt der Ölproduktion sei in zahlreichen Ländern bereits überschritten. Was 2015 an Öl gebraucht werde, werde dann einfach nicht vorhanden sein. Und für die Gewinnung von Öl aus Ölsand werde fast soviel Energie gebraucht, wie daraus gewonnen werden könne. Der Treibhauseffekt sei zehnmal größer als bei konventionellem Öl. (2) 

Meacher sieht neben der Scheinlösung Ölsand zwei weitere Möglichkeiten: Rastlos würden die USA eine davon wählen, nämlich sich mit Waffengewalt den Löwenanteil an den verbliebenen Ressourcen sichern. Der Golfkrieg 1991 habe Saddam daran gehindert, sich die saudischen Ölfelder anzueignen. Ein wichtiger Grund für die angezettelten Revolutionen in der Ukraine, Georgien und Kirgistan, wie für die Interventionen in Afghanistan und Jugoslawien, seien die kaspischen Energieressourcen im Werte von bis zu 5 Billionen Dollar gewesen, ebenso wie für die russische Intervention in Tschetschenien. Um Energie gehe es auch im Iran, und hauptsächlich darum gehe es den USA jetzt im Irak.  

Die andere Lösung des Energieproblems wäre eine Weltvereinbarung über alternative Energien. Für die Wahl dieses Weges gebe es, so der ehemalige Umweltminister, bisher kaum Anzeichen.

T:I:S, 26. Juni 2006

Anmerkungen

(1) Erich Follath und Alexander Jung interviewen Lord Browne, Spiegel 24/2006, S. 86 - 88. Im Netz auf Englisch

(2) Michael Meacher: Our only hope lies in forging a new energy world order. Telegraph, 26. Juni 2006  

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New York Times sees the US in a Cul-de-Sac

New York Times:

USA in der Sackgasse

Auswege seien Benzin-Spar-Autos und Biodiesel 

Der russisch-ukrainische Gaspreis-Streit habe Europa erschüttert, und die Ankündigung des Iran,  seine Kernenergieanlagen wieder zu nutzen, habe obendrein die USA erzittern lassen. Im namentlich nicht gekennzeichneten Editorial ihrer Sonntagsausgabe vom 15. Januar 2006 schreibt die New York Times, führendes Blatt des Weltkapitals, der Westen hänge von importierter Energie ab: Europa überprüfe wegen der zeitweiligen Unterbrechung der Erdgaszufuhr aus Rußland seine Energiepolitik. Und Irans Mahmud Ahmadinedschad habe freie Hand in Atomsachen; erstens, weil China im Weltsicherheitsrat wohl gegen Sanktionen stimmen werde. Zweitens, weil der Iran den Ölfluß unterbrechen und den Energieweltmarkt in Turbulenzen stürzen könne, falls China doch den Sanktionen zustimmen sollte.  

Bush und Cheney würden sich aus der Energiebhängigkeit „herauszubohren“ versuchen. Eine bessere Antwort seien benzinsparende Autos und Biodiesel. Die USA könnten Bushs Krieg gegen den Terror nicht gewinnen, solange sie Milliarden Dollar täglich für Öl im Ausland ausgäben. Sie könnten Demokratie im Nahen Osten nicht einführen, weil Regierungen mit hohen Öleinnahmen keine Demokratie wünschten. Die USA würden solange nicht über den nötigen geopolitischen Hebel verfügen, wie sie von unsicheren ausländischen Energiequellen abhingen. 

Die New York Times hat nicht nur den britisch-US-amerikanischen Überfall auf den Irak befürwortet, sondern auch alle Kriegslügen der Bush-Regierung gedeckt: von der angeblichen Zusammenarbeit Saddam Husseins mit dem Phantom Al Qaida, über die Massenvernichtungswaffen, bis hin zu angeblichen Demokratisierungsplänen für den eroberten Irak. Die Zeitung hatte den israelisch-US-amerikanischen Argumenten für einen Überfall auf den Iran bisher ebenso breiten Raum gegeben. 

Der gesamt-redaktionelle Leitartikel vom Sonntag, dem 15. Januar 2006, könnte Ausdruck eines Meinungsumschwungs in der herrschenden Klasse der USA sein.

T:I:S, 15. Januar 2006

Artikel erschienen in der jungen Welt vom 17. Januar 2006

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