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Thomas Immanuel Steinberg

Redekunst

Olivier Besancenot am 6. März 2008 im Palais des Congrès von Montreuil

 

 

Die Halle ist gut gefüllt, und die Leitung muß den Spitzenkandidaten nicht vorstellen, schon gar nicht hier in Montreuil. Der Ort vor den Toren von Paris ist der Hauptsitz der Ligue Révolutionaire Communiste. Das Wort hat Olivier. Er nutzt es in all seinen Facetten.

Kommunalwahlen stehen an, der Gegner heißt Medef mit dessen Vetretrer Sarkosy. Medef ist der französische Unternehmerverband. Besoncenot erklärt die Stärke des Kapitals aus der Schwäche der Linken, aus ihrem Kneifen vor den eigenen Erkenntnissen, aus den Spaltungen und Ablenkungen.

Eine große antikapitalistische Partei sei zu gründen, in der die Basis debattiert, sich organisiert und selbst entscheidet. Nicht er zähle, nicht die Führer und Verwalter, sondern die Anhänger vor Ort, im Alltag, für die eigenen Belange, für die Immigranten ohne Aufenthaltsstatus, für höhere Löhne, für den Wohnungsbau, für öffentliche Verkehrsmittel zum Nulltarif in der Île-de France mit Paris in der Mitte.

 

 

Das Publikum, fast so jung wie er, zeigt nicht mehr Temperament als eines in Hamburg, aber es ist sichtlich angetan. Nicht nur beruft sich Besancenot auf die großartige Bewegung von 1936, gegen die das geschwächte französische Kapital 1940 die deutschen Nazis zu Hilfe rief.(1) Nicht nur zieht er mit leichter Hand Sarkosys Gehampel durch den Kakao. 

 

 

Er setzt auch alle Stilmittel ein, die das gesprochene Wort erlaubt:  

schwierige Sätze dehnen, eingängige raffen
die Stimme an wichtiger Stelle heben und dann wieder senken, dabei aber näher ans Mikrofon
Pause
kräftig, und erneut behutsam
mit Hand und Arm betonend, und zwar kurz vor und dann zusammen mit dem Wort
Pause, Wechsel der Blickrichtung ins Publikum
leichte Ironie und dabei den Kopf geneigt, und aufgerichtet, wenn es wieder ernst wird
erklärend und dann Pause zum Nachvollziehen
nochmals fragend – Schlußakkord. 

 

 

 

Es ist eine Rede aus lauter Melodie und Rhythmus, mit dem Solisten als seinem eigenen Dirigenten.

Der Mann hat das geübt, in Hunderten von Veranstaltungen. Er wiederholt, was er längst in der Provinz gesagt hat und in Interviews. Er spricht frei, nutzt den Zwischenapplaus für einen Blick auf den Spickzettel, steigert sich – und überzeugt.

 

 

 

Welch ein Vergnügen.  

Im Netz steht ein Video von einer Rede vor großem Publikum und eines von einer Rede vor kleinem, mit etwas einschränkendem Handmikrofon, beide vom Februar 2008.

T:I:S, alle Fotos tofoto, 27. März 2008. Dank an Bernard Schmid

Anmerkung

(1) Siehe die  Arbeiten von Annie Lacroix-Riz; siehe auch Annie Lacroix-Riz  

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Sarkozy verwaltet umsichtig...

... die französischen Kapitalverwertungsstrukturen. Über seine Innenministerin Michèle Alliot-Marie und mit ausdrücklicher Billigung des Präfekten des Départements Charente-Maritime, Jacques Reiller, ließ er den Unterpräfekten des Arrondissements Saintes, Bruno Guigue, feuern. 

Guigue hatte die israelische Folter palästinensischer Gefangener mißbilligt, die freilich aus Gottesfurcht am Sabbat unterbrochen werde. 

Le Monde und oumma.com, T:I:S, 25. März 2008. Dank an Michel

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Wozu dient die nationale Identität?

Der Historiker Gérard Noiriel über Sarkozy und Finkielkraut

 

Nicolas Sarkozy wurde Präsident mit dem Wahlslogan von der französischen nationalen Identität. Gérard Noiriel war einer der acht Historiker, die aus dem 12-köpfigen Regierungbeirat der Cité nationale de l’histoire de l’immigration austraten, als der gewählte Präsident Sarkozy, wie im Wahlkampf angekündigt, ein neues Ministerium „für Einwanderung und nationale Identität“ schuf.

Noiriel hat in einem kleinen Buch seinen Schritt begründet. (1) Sarkozy sei in die Fußstapfen Jean-Marie Le Pens getreten, des nationalistischen Propagandisten gegen die Einwanderer aus Afrika. Anders als Le Pen habe Sarkozy die Franzosen als Volk von Einwanderern beschrieben, die sich erfolgreich integriert hätten. Die, die sich nicht integriert hätten oder sich nicht integrieren würden, habe Sarkozy in seinen Wahlkampfreden nie beim Namen genannt; er habe den Empfängern der Botschaft die Interpretation überlassen, und sie hätten wie beabsichtigt geschlossen: die Nordafrikaner, die Muslime sind gemeint. So gewann Sarkozy die Stimmen derer, die zuvor Le Pen gewählt hatten.

Die herrschende Klasse propagiere nationale Identität, um den Aufrufen zum proletarischen Klassenkampf und generell der Thematisierung der sozialen Frage entgegenzuwirken, so geschehen vor dem 1. Weltkrieg durch Abgrenzung von den Juden und den Deutschen. In den fünfziger Jahren sei die Identitätsparole gegen die algerische Befreiungsbewegung gerichtet gewesen. Heute dienten die Muslime und und die „Araber“ als Zielscheibe.

Noiriel widmet einen Abschnitt dem Regierungsintellektuellen Alain Finkielkraut, der sich als neutraler Experte geriert und das von Sarkozy so genannte Problem der Einwanderung aufgegriffen hat. (2) Auch ihm zufolge habe sich, aus der Immigration hervorgegangen, der wahre Franzose um Integration bemüht: 

Meine Familie, wie die von Sarkozy, ist nicht französischstämmig. Daher war ich, als ginge es um mich, durch den Satz verletzt, er (Sarkozy) sei "amerikanischer Neokonservativer mit französischem Paß".

Noiriel kommentiert: Finkielkrauts Bezug auf die eigene Herkunft ziele wie bei Sarkozy darauf,

der "erfolgreichen Integration" der Immigranten von gestern die "Probleme" entgegenzustellen, die die Immigranten von heute bereiten.

T:I:S, 24. März 2008

Anmerkung

(1) Gérard Noiriel. À quoi sert « l’identité nationale » ? Marseille : Agone 2007. 12 Euro

(2) Mehr bei SteinbergRecherche über Alain Finkielkraut hier

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Paris

Aus- und Einblicke


Blick aus dem Institut du Monde Arabe, gebaut 1987

 


Institut du Monde Arabe, Südseite. Die Linsen öffnen und schließen sich periodisch.

 


Mechanik innen

 


Mechanik außen

 


Lichtspiel

 


Reflexe

 


Stahl

 


Fahrstuhlschächte

 


Wissen verleiht ewige Macht

 


In den Galeries Lafayette, Haupthaus von 1896 mit Kuppel  

 


Am Jardin des Plantes (Zoo)

 


Zugang zum Hôtel des Grandes Écoles, Doppelzimmer 110 Euro

 


Touristenandrang: Teehaus der Großen Moschee

 


Rue Mouffetard

 


Nicht schnell: Die neue Straßenbahn am Südrand

 


Sonntag 

 

 
Leihfahrrad, auch nicht schnell, ...

 


... dafür robust

 


Hochbahn

 


Blick des Westens. Musée de l'Homme 

 


Mit oder ohne Beleuchtung

 


Place des États-Unis

 


Normal

 


Eher teurer

 


Noch

T:I:S, 6. November 2007. Alle Fotos: tofoto

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Non, non, non

à l'occupation !

Aktion am 27. Oktober 2007 gegen eine Plakatwand mit den Bildern dreier gefangengenommener israelischer Besatzungssoldaten, errichtet in Anwesenheit des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert im Parc de Bercy, Paris XIIème, auf französische Staatskosten.

11 000 Palästinenserinnen sitzen in israelischen Gefängnissen, darunter 45 gewählte palästinensische Abgeordnete. Yoni Ben-Artzi ist einer der zahlreichen israelischen Refuseniks, die sich der Besatzung Palästinas widersetzen. Er müßte anstelle der Besatzungshandlanger geehrt werden.

EuroPalestine Video, ca 8 Minuten, T:I:S, 29. Oktober 2007

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Siehe auch Dossier: Französische Verhältnisse. junge Welt. T:I:S, 2. Mai 2007

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Synergie

Krupp-Hugenberg à la française

Lagardère und Dassault sind die Rüstungskonzerne hinter dem Präsidentschaftskandidaten Nicolas Sarkozy. Bouygues ist ein Baukonzern. Sie zusammen verfügen über die französischen Masssenmedien. 

Siehe Michel Buckley, T:I:S, 2. Mai 2007

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Télécharger le dossier de 8 pages sur LE VRAI SARKOZY au format PDF. De Marianne.  

Wie Fox News über die französische Präsidentschaftswahl berichtet - keine Satire, sondern ein echtes Video. 

T:I:S, 1. Mai 2007

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Serge Portelli

Ruptures

Risse

Serge Portelli ist Richter, Vizepräsident des Pariser Landgerichts, Vorsitzender der 12. Kammer des Strafgerichts und Autor vieler Bücher. Ruptures zieht rückhaltlos Bilanz von fünf Jahren Sarkozy und weist einen Großteil der falschen Voraussetzungen zurück, auf denen Sarkozys Politik der inneren Sicherheit beruht.

Serge Portelli, magistrat, vice-président au tribunal de Paris, président de la 12e Chambre correctionnelle, auteur de nombreux ouvrages, dont Le Traité de démagogie appliquée, avait préparé un nouvel ouvrage : Ruptures, dressant le bilan sans concession de 5 ans de gouvernement Sarkozy et réfutant la plupart des fausses évidences fondant sa politique de sécurité.

Portelli konfrontiert Sarkozys Aussagen über Kriminalität und seine Strafgesetz- und Verordnungspolitik mit den staatsoffiziellen Unterlagen über Kriminalitätsentwicklung und mit der zersetzenden Wirkung der unter Sarkozy ergriffenen Maßnahmen.

Ruptures kann Kapitel für Kapitel heruntergeladen werden bei betapolitique.fr.

T:I:S, 26. April 2007

Der Dank für den Hinweis geht an die Eremitin.

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Edwy Plenel

Nicolas Sarkozy – ein Krieger


Nicolas Sarkozy                                       Aus der Bilderserie Le Sarkoscope

Edwy Plenel war Herausgeber von Le Monde. Er erklärte am 8. März 2007 in langsam und deutlich gesprochenem Französisch, warum Nicolas Sarkozy alle Krisen zuspitzen würde, unter denen Frankreich leidet, und warum der Mann als Präsident eine Gefahr für die Demokratie wäre. 

Video, etwa 5 Minuten, T:I:S, 26. April 2007

Dank an Michel Buckley für seine Hinweise auf die französischen Wahlkämpfe

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Liberal-Faschismus


Sarkozy und Bush: unterdrücken und zuschlagen.                                                                                                 Fotos: syti.net  

syti.net beschreibt die neue Strategie der Herren der Welt. Empfehlung: Den Text in eine Textdatei kopieren und vergrößern; dem Original fehlt es an Kontrast. 

Dort findet sich ein anschaulicher Zusammenschnitt aus Polizeieinsätzen unter Innenminister Sarkozy und Goebbelsschen Sarkozy-Sprüchen, der sich nicht verlinken läßt. Deshalb hier ansehen (Video, 10 Minuten). 

Weitere Links führen zu bebilderten Texten über Einzelaspekte.

T:I:S, 26. April 2007

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Einblick als Ausblick


Sarkozy ist Präsidentschaftskandidat der UMP     Foto bei Thierry Seveyrat (.doc-Datei)

Thierry Seveyrat hat Agitationsmaterial (.doc-Datei) gegen Nicolas Sarkozy zusammengestellt.

T:I:S, 26. April 2007

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Jean Bricmont

Avec Sarkozy, les néo-conservateurs veulent mettre la main sur la France.

Über Sarkozy wollen die Neokonservativen Frankreich zu fassen kriegen.

 


Nicolas Sarkozy                       Aus der Bilderserie Le Sarkoscope

Bricmont (.doc-Datei, Französisch), 24. April 2007. T:I:S, 26. April 2007

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