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Panorama in der Bredouille

Hunderte von Fernsehzuschauern nahmen Anstoß an der Sendung über den Elften September. Hier  zwei Stimmen. Panorama antwortet mit öffentlich-rechtlicher Hetze. Das wird der Redaktion aber nicht aus der reaktionären Bredouille helfen, in die sie sich gebracht hat.

T:I:S, 25. August 2003

 

1. Panorama denunziert kritischen Journalismus

von *** 

SteinbergRecherche hat den Autorennamen gelöscht, da eine Person gleichen Namens fast vier Jahre später, am 13. Mai 2007, darum bat. T:I:S, 21. Mai 2007 

Die ARD hat im Rahmen ihres Magazins „Panorama“ am 21. August 2003 den Beitrag „Juden, BKA und CIA – Absurde Verschwörungstheorien zum 11. September“ von Philip Kusch, Christoph Mestmacher und Volker Steinhoff ausgestrahlt.

Dieser tendenziös-abfällige Bericht weist eine Fülle von journalistischen, sachlichen sowie logischen Fehlern und trügerischen Konstruktionen auf, die das Ansehen und die Arbeit einiger dargestellter Autoren nachhaltig beschädigen. Besonders bedenklich ist, dass der Beitrag in keiner Weise zwischen den kritisch-investigativ arbeitenden Journalisten Mathias Bröckers, Andreas von Bülow, Gerhard Wisnewski und dem rechtsextremen NPD-Funktionär Horst Mahler unterscheidet, sondern alle pauschal als „Verschwörungstheoretiker“ bezeichnet und somit in eine ideologische Reihe stellt.

Es folgt eine ausführliche Gegendarstellung zu den Aussagen des Beitrages, die einige der fraglichen Punkte näher beleuchtet: Bereits die Anmoderation des Beitrages durch Frau Reschke beginnt mit einer irreführenden und schlichtweg falschen Aussage. Den im folgenden Bericht auftretenden Autoren („Verschwörungstheoretikern“) wird unrichtigerweise die Behauptung in den Mund gelegt, dass World Trade Center sei angeblich durch eine Atombombe gesprengt worden. Diese Behauptung findet sich in keinem der von Bröckers, von Bülow und Wisnewski publizierten Bücher, dient aber dennoch als aufsehenerregende Einleitung zum „Panorama“-Beitrag.

In der Anmoderation wird darüber hinaus feststellt, dass die „Verschwörungstheoretiker“ all das, was Millionen von Fernsehzuschauern am 11.9.2001 in der Berichterstattung der Anschläge „mit eigenen Augen“ gesehen hatten, als „erfunden und erlogen“ bezeichneten. Auch diese Aussage ist nicht korrekt. Zum einen bestreiten alle genannten „Verschwörungstheoretiker“ außer Horst Mahler weder die Tatsache, dass Flugzeuge in das World Trade Center eingeschlagen noch dass die Türme daraufhin zusammengestürzt sind.

Im Übrigen sind die meisten der von den Autoren aufgeführten Ungereimtheiten des 11.9. durchaus nicht durch Beobachtungen mit dem bloßen Auge überprüfbar, wie z.B. die Frage, wer die entführten Flugzeuge steuerte. Des weiteren klingt in der Anmoderation ein grundsätzliches Missverständnis in Bezug auf die Arbeit der Herren Bröckers, von Bülow und Wisnewski an: Die geäußerte Feststellung, dass diese keinerlei Beweise für ihre Ausführungen hätten, lässt ein offensichtliches Unverständnis der Zielrichtung ihrer Arbeit erkennen. Alle der erwähnten Autoren betonen in ihren Publikationen, dass sie zunächst die von der Bush-Administration verbreitete Version der Hintergründe der Anschläge anzweifeln, demgegenüber Vermutungen über die tatsächlichen Umstände des 11.9. anstellen, aber ausdrücklich keine diesbezügliche „Wahrheit“ für sich beanspruchen können und wollen.

Zudem enthalten alle ihrer Veröffentlichungen detaillierte Quellenangaben, die sich nicht – wie im Beitrag behauptet – aufeinander beziehen, sondern sich unzähliger externer Überlieferungen (Bücher, Zeitungen, Internet etc.) bedienen. Auch die Anschuldigung, dass die „Verschwörungstheoretiker“ die über 3000 Opfer der Anschläge verhöhnten, trifft ausschließlich auf Horst Mahler zu, der jedoch – wie eingangs erwähnt – auch im Beitrag selbst nicht von Bröckers, von Bülow und Wisnewski unterschieden wird.

Zum eigentlichen Beitrag: Zur Frage der möglicherweise noch lebenden mutmaßlichen Attentäter des 11.9. äußert sich Christoph Reuter vom Nachrichtenmagazin „stern“. Er gibt an, die Kritik an der Liste der Todespiloten widerlegt zu haben, indem er einige Familien der mutmaßlichen Attentäter besucht habe, die „nun zu der Einsicht gekommen“ seien, dass ihre Angehörigen – entgegen früherer Zweifel – doch „an dem Anschlag beteiligt“ gewesen seien. Hat diese Angabe, der viel an Genauigkeit und Vollständigkeit fehlt, wirklich eine höhere Beweiskraft als die empörten Aussagen des saudischen Innenministers auf einer Pressekonferenz im September 2001 (nämlich, dass fünf der auf der FBI-Liste aufgeführten Verdächtigen nichts mit den Terrorakten zu tun haben könnten), von der Andreas von Bülow in seinem Buch „Die CIA und der 11. September“ berichtet?

Außerdem: Reuter spricht von einer „Beteiligung“ – die vollständige offizielle Version ihrer Täterschaft kann mit dieser Aussage wohl kaum belegt werden. Anhand der Behandlung des Themas der aus den entführten Maschinen geführten Telefongespräche zeigt sich erneut die unseriöse Machart des „Panorama“-Beitrages. Die Aussage von Bülows, dass es nach aktuellem technischen Stand im Bereich des Möglichen wäre, Anrufe zu fälschen, wird im begleitenden Text des Berichtes sogleich zur Behauptung der „Verschwörungstheoretiker“, dass es so geschehen sein müsse. Auch dies ist eine nicht richtige Unterstellung. Die Fragestellung müsste korrekt umgekehrt lauten: Wenn es die besagten Telefonanrufe aus den Flugzeugen gegeben hat, wo sind dafür die Beweise? Warum sind die Gespräche nicht auf den Abrechnungen der Netzbetreiber aufgelistet? Ist es bei der vorhandenen Flughöhe und –geschwindigkeit überhaupt möglich, aus einem Flugzeug heraus Gespräche von längerer Dauer zu führen?

Auch die Aussage der Witwe Lyzbeth Glick, die der „Panorama“-Bericht zitiert, scheint nicht nur kein Gegenargument für die kritischen Hinweise der Autoren zu sein, sondern lässt neue Merkwürdigkeiten zutage treten: Glick sagt aus, ihr Mann habe am Telefon von drei Entführern mit einer Bombe erzählt. Erstens befanden sich in allen vier Flugzeugen gemäß den offiziellen Angaben vier oder fünf Terroristen, zweitens ist im Fall der Bewaffnung der Täter stets und ausschließlich von Teppichmessern die Rede. Dies wirft viele weiterführende Fragen der Hintergründe der Tat auf, etwa, wie die Hijacker mit einer Bombe die Sicherheitskontrollen am Flughafen hätten passieren können.

Der zentrale Fehler in der irreführenden und gezielt abfälligen Zusammenstellung des Beitrags ist allerdings der Umgang mit der tatsächlich abstrusen Theorie der jüdischen Weltverschwörung, die hinter der Tat des 11.9. stehe. Richtig ist, dass der bekannte Antisemit Horst Mahler die Ungereimtheiten der Hintergründe des Anschlags für seine perfiden Zwecke missbraucht, indem er die ungeheuerliche und in der Tat „bösartige“ Auffassung vertritt, es sei ein nur verschwindend geringer Anteil jüdischer Menschen ums Leben gekommen, da eine aus Israel gesteuerte Verschwörung für die Tat verantwortlich sei. Der „Panorama“-Beitrag begeht in diesem Zusammenhang das folgenschwere Vergehen, die arglistigen Unsinnigkeiten Mahlers mit den wohl bedachten Überlegungen Andreas von Bülows gleichzusetzen.

Doch der gezeigte Interviewausschnitt belegt die faktische Dummheit dieser Konstruktion: Von Bülow erwähnt lediglich, dass es – in Hinsicht auf die Aussagen ehemaliger Mossad-Agenten – durchaus denkbar ist, dass auch die israelische Seite an den Hintergründen der Anschläge beteiligt sein könnte. Man beachte seine explizite Wahl des Konjunktivs! Zudem verweisen sowohl Mathias Bröckers („Fakten, Fälschungen und die unterdrückten Beweise des 11.9.“) als auch Andreas von Bülow in ihren Publikationen ausdrücklich auf den zweifelhaften Wahrheitsgehalt der Behauptung, jüdische Mitarbeiter der Firmen im WTC seien vor den Terroranschlägen gewarnt worden und somit am 11.9.2001 nicht in den Türmen gewesen.

In Bezug auf die Täterschaft Mohammed Attas wird im Beitrag der „Panorama“-Redakteure nur eine von zahlreichen Widersinnigkeiten, auf die Bröckers & Co. verweisen, eingegangen. Selbst wenn der Einwand gegen die Beschäftigung Attas bei einer angeblichen Scheinfirma berechtigt ist, entkräftet dies mitnichten sämtliche andere Merkwürdigkeiten des Verhaltens von Mohammed Atta vor dem 11. September, so z.B. die völlig gegensätzlichen Beschreibungen seines Auftretens in Hamburg und Florida, die Wisnewski („Operation 9/11“), Bröckers und von Bülow zusammengetragen haben, in der „Panorama“-Sendung jedoch keinerlei Erwähnung finden.

Auch die in keiner Weise hinterfragte oder kommentierte, unglaubliche und unglaubwürdige Aussage des Fluglehrers von Atta, ein Flugzeug zu steuern sei „sehr leicht“ und „einfach“, muss den geneigten Zuschauer einigermaßen verwundern. Als vermeintlichen Beweis für diese empörende Behauptung lässt der Fluglehrer während des Fluges vor laufender Kamera für einige Sekunden das Steuerruder los – von ernsthaftem Journalismus kann spätestens hier keine Rede mehr sein! Das Steuern eines einmotorigen Kleinflugzeugs wird bedenkenlos mit dem komplexen Führen einer gewaltigen Boing 767 gleichgestellt, als ob die langjährigen Zusatzausbildungen der Piloten von Verkehrsmaschinen reine Hirngespinste seien.

In der Frage nach der angeblich auf das Pentagon gestürzten Maschine treten wiederum klare inhaltliche Fehler auf. Gerhard Wisnewski spricht in seiner Stellungnahme zur Thematik von einem „weißen Rauchschweif“, der hinter einem auf das Gebäude zurasenden Objekt in einer Fotoaufnahme zu sehen sei. Der „Panorama“-Beitrag schneidet daraufhin zu den Filmaufnahmen der Löscharbeiten am Pentagon, die Stimme des Sprechers sagt: „Ihr angeblicher Beweis: diese Bilder“.

Auch hier ist den Redakteuren ein nicht unwesentlicher Fehler unterlaufen: Wisnewski bezieht sich nicht auf die gezeigten Aufnahmen, auf denen das Objekt nicht zu sehen sein kann (da sie selbstverständlich lange nach dem Einschlag gefilmt worden sind), sondern auf die Standbilder einer Überwachungskamera, die laut Verteidigungsministerium den angeblichen Absturz des Flugzeugs zeigen. Diese entscheidenden Bilder werden im Beitrag nicht gezeigt. Auch in der Streitfrage um die fehlenden Trümmerteile an der Unglücksstelle in Washington erscheint die vermeintliche Widerlegung der aufgeworfenen Fragen durch die Nachforschungen des „Panorama“-Teams unzureichend. Selbst wenn das gezeigte Foto, auf dem ein im Verhältnis zu der Größe eines Jumbo-Jets sehr kleines Trümmerteil zu erkennen ist, authentisch sein mag: Warum erwähnt der Bericht mit keinem Wort, dass dieses Bild das einzige seiner Art ist? Warum gibt es keinerlei Aufnahmen anderer und größerer Wrackteile, wie es für einen Flugzeugabsturz vollkommen üblich ist? Wo sind etwa die Tragflächen oder die Triebwerke? Der „Panorama“-Bericht schließt mit der Feststellung, dass eine Verschwörung solch gigantischen Ausmaßes niemals vor der Weltöffentlichkeit hätte geheim gehalten werden können. Dabei wird zum einen völlig außer Acht gelassen, dass vielfältige Vorkommnisse der Vergangenheit das Gegenteil beweisen (Pearl Harbor, Kennedy-Mord usw., aber auch nicht ausgeführte Pläne wie etwa die Operation Northwoods).

Außerdem legt beispielsweise Mathias Bröckers in seinem aktuellen Werk ausdrücklich dar, dass es ausreichende Indizien für Szenarien jenseits der offiziellen und weit verbreiteten Verschwörung des 11.9. (19 Hijacker im Alleingang) gibt, für die nur einige wenige Mitwisser notwendig wären. Für derartige Abläufe gibt es zwar in der Tat keine unwidersprüchlichen Beweise, für die von der US-Regierung propagierte Version jedoch ebenso wenig. Und lediglich darum geht es: Es sollen nicht neue, abstruse Verschwörungstheorien aufgestellt werden, und niemand behauptet, die volle „Wahrheit“ über den 11. September zu kennen. Es soll vielmehr eine unglaubliche Verschwörungstheorie widerlegt und bekämpft werden – die, die amerikanische Regierung seither vertritt und der ein Großteil der Weltbevölkerung blindlings Glauben schenkt. 

[Eintrag #793 geschrieben von: *** vammou@yahoo.de]
[am 22.08.2003 um 15:53:27 Uhr]
http://www.ndrtv.de/panorama/forum/index.phtml?forum=&thread=377&id=793

 

2. Korrespondenz mit Volker Steinhoff auf Attacmod

Ronald Bias von attac Hamburg schreibt:

Liebe Panorama-Redaktion,

es war schon starker Tobak, den wir uns nun fast zwei Jahre lang anhören und -sehen mussten -- die immer repetierten Bilder der Flugzeuge, die in das WTC gerast sind, und die völlige mediale Leere, die sich einstellte, wenn man sich auf die Suche nach glaubwürdigeren Versionen oder Beweisen in die eine oder andere Richtung machte. Um im Bild zu bleiben: Mit Ihrer Sendung gießen Sie den Menschen den Teer pur in die Lungen.

Wird eine Wahrheit dadurch wahrscheinlicher, dass sie dauernd wiederholt wird?

Haben wir es alle "live gesehen", wie die Flugzeuge in die Türme geflogen sind? Es ist übrigens unerheblich, ob es die echten Linienmaschinen samt Passagieren waren, ferngesteuerte, ausgetauschte und entsprechend lackierte Maschinen, oder Raketen, die später mit Bildern von Flugzeugen kombiniert wurden. Entscheidend ist, wer es geplant hatte. Und entscheidend ist auch, wer es recherchiert... und wer die Recherche verhindert oder diskreditiert.

Entscheidend sind die Fragen zu den Temperaturen, zur Statik, zu den Kollisionswinkeln und der (theoretisch) daraus folgenden Art des Zusammenfallens der Türme. Jeder unbestechliche Statiker oder Sprengmeister wird Ihnen bestätigen, dass die erfolgreiche Durchführung dieses genau auf dem Grundriss erfolgten Zusammenfallens der Türme eine sprengtechnische Meisterleistung wäre, und dass bei entsprechend schlampiger Arbeit, bzw. bei einem derartigen Anschlag, die Türme mit größter Wahrscheinlichkeit entweder stehen geblieben, oder aber zur Seite umgefallen wären. Informieren Sie sich doch bitte einfach. Schließlich möchten Sie auch nicht als Privatmensch verdummen, wenn Sie schon in Ihrem Beruf so unsäglich lügen müssen.

Entscheidend sind auch die Lebensläufe, der Lebenswandel, dieAufenthaltsorte der Attentäter kurz vor den Anschlägen, die sich zum Teil eben doch auch z. B. im Ort Venice in Florida abspielen, und nicht nur in Wentorf bei Hamburg, wie Sie vereinfachend behaupten. Wo sind denn die Interviews mit den Familien, die Sie ach so genau recherchiert haben? Sie werfen doch den "Verschwörungstheoretikern" vor, sich nur aufeinander zu beziehen und die "Quellen zu adeln". Dann geben Sie bitte auch Ihre Quellen an. Herr von Bülow gibt in seinem Buch "Im Namen des Staates" über 1000 Quellen in detaillierter Form an. Nehmen Sie sich doch bitte ein Beispiel an dieser äußerst genauen Recherchearbeit.

Entscheidend sind auch die Schachzüge, die innerhalb des "Plan for a New American Century" und der "Total Information Awareness" offengelegt wurden. Die Politik der USA zielt, mit allen verfügbaren Geldern, Ressourcen und Techniken, auf die Manipulation der Medien im Sinne der amerikanischen Außenpolitik ab, die seit Roosevelt und auch schon früher, spätestens aber seit Truman wiederum ebenso offen die Weltherrschaft zum Ziel hat. Googeln Sie einfach nach den beiden Begriffen und laden Sie die entsprechenden PDFs herunter.

Sie werden erfahren (vermutlich wissen Sie es ohnehin), dass ein solches Attentat genau auf der Linie der Handlungsweise der CIA und im Interesse des militärisch-industriellen Komplexes der USA liegt. Die Wirtschaft der USA liegt am Boden, und nichts ist gefährlicher als ein hungriges Raubtier... 

Panorama hatte zwei Jahre Zeit, mögliche Hintergründe der Anschläge zu recherchieren. Statt dessen entblöden Sie sich, schärfste Kritiker der Nazis und ihrer ungesühnten Verbrechen (siehe A. v. Bülow "Im Namen des Staates") auf eine Ebene mit einem ebensolchen, Horst Mahler, zu stellen. Das ist ungeschminkte Hetzpropaganda, wie wir sie besser im Dritten Reich nicht hätten erfahren können. 

 Ich bin zutiefst betroffen von der Dummheit Ihrer von Vorurteilen strotzenden, zusammengestümperten Sendung und werde Ihnen in Zukunft im Rahmen meiner Tätigkeit bei Attac Hamburg meine ungeteilte Aufmerksamkeit widmen. 

Sie werden in den nächsten Jahren erfahren müssen, dass die Menschen sich einfach nicht vollständig verdummen lassen, selbst nicht durch das Fernsehen, denn zum Glück gibt es noch das Internet. 

Gruß
Ronald Bias



Volker Steinhoff von Panorama antwortet:

Von: v.steinhoff@ndr.de
Datum: Mo, 25. Aug 2003 17:46:18 Europe/Berlin
An: rbias@t-online.de
Betreff: Ihre Sendung "Juden, BKA und CIA"

Sehr geehrter Herr Bias ,

Vielen Dank für Ihr Mail.

Aufgrund der Vielzahl an Zuschriften kann ich nicht auf alle Punkte
einzeln eingehen. Generell möchte ich Ihnen Folgendes sagen: Wir haben uns nicht an irgendeiner "offiziellen" Version (von Bush, Medien etc.) orientiert, sondern unserer eigenen Recherche. PANORAMA hat zum 11.9. div. Beiträge gebracht, u.a. die Dokumentation "Die Todespiloten". Aufgrund dieser Recherche wissen wir, was am 11.9. passiert ist: 19 Al Kaida-Terroristen haben fast 3000 Menschen ermordet. 

Nun zu den "Einwänden" der Verschwörungstheoretiker: Davon gibt es hunderte, jeden Monat kommen zahlreiche hinzu. Jeder x-beliegige von uns überprüfte "Einwand" hat sich als falsch erwiesen. Wir werden sicher nicht unsere Lebenszeit damit verschwenden, die nächsten 10 Jahre auch noch alle weiteren zu überprüfen. Die Methode scheint zu sein: wenn ich mit viel Dreck werfe (etwa
"Einwände" bzgl. von Juden oder Amis als Täter), wird schon irgendwas
hängenbleiben. Die Reaktion der Verschwörungstheoretiker auf unsere Recherchen war in der Regel: "o.k., dann war das eben falsch, wir haben ja genug andere Einwände". Eine riesige ABM-Maßnahme für Journalisten also.

Zu der "Überflutungsmethode" kommt das Aufstellen absurder, aber kaum widerlegbarer Behauptungen:

 - "6 leben noch" (das ist natürlich nur Saudi-Propaganda) <=> aber wegen der Pulverisierung der Leichen läßt sich die Nicht-Existenz von 6 Menschen (unter 6 Milliarden!) nie "gegenständlich" nachweisen
- "WTC gesprengt": aus dem gleichen Grund kann man das FEHLEN von
Sprengstoffresten nie nachweisen, die Behauptung an sich ist aber
absurd. Eines der Kernargumente lautet etwa, Feuerwehrleute hätten aus dem 78. Stock nichts von Hitze berichtet. An gleicher Stelle wird aber unterschlagen, dass die Menschen aus den Türmen sprangen - ganz offenbar WEGEN der Hitze. 

- genausogut könnte ich behaupten, Rosa Luxemburg hätte die Idee für Auschwitz gehabt. Völlig absurd, aber "gegenständlich" nie zu widerlegen. 

Ganz allgemein sind diese "Einwände" und "Fragen" in Wirklichkeit auch etwas anderes: Sie sind perfide Unterstellungen auf der Grundlage einer vorgefaßten
Theorie. (Täter waren nicht Al Kaida-Terroristen, sondern...) Während es sonst wissenschaftlicher Grundsatz ist, dass der Ankläger die Beweise vorlegen muß, ist es hier andersherum. Um mit Bülow zu sprechen: "Die Beweislast trägt die US-Regierung." Das ist, nebenbei gesagt, ein logischer Zirkelschluß: Einerseits soll die US-Regierung den Ermittler/Richter spielen, andererseits wird
unterstellt, sie sei selbst der Täter. Täter=Richter - mit der Konstellation stellt man sicher, dass man alles behaupten kann und nie widerlegt wird.

Seriös wäre eine Arbeitsweise nach der Falsifikationsmethode (ist meine Theorie falsifizierbar?), nicht der Verifikationsmethode ("Rosinenpickerei" - was paßt zu meiner Theorie, Rest wird ausgeblendet). Nach letzterer haben übrigens auch Bush, Rumsfeld&Co in Sachen Irak/Massenvernichtungswaffen etc. gearbeitet - darüber haben wir bei PANORAMA mehrfach berichtet. Überhaupt gibt es bei uns keinen Mangel an Berichten über Lügen der US-Regierung - ganz im Gegenteil. Jedoch: nur weil Bush sagt, der Himmel sei blau, behaupten wir noch nicht, er sei grün.

Besonders bemerkenswert finde ich die Kritik der selbstverorteten "Linken" an der Einbeziehung Mahlers in den Beitrag. Wer hat denn den inhaltlichen Zusammenhang hergestellt? Nicht wir, sondern die Betroffenen selbst! Alle bringen in der einen oder anderen Weise aufgrund von völlig frei erfundenen Behauptungen Juden als Täter mit ins Spiel. Dafür gibt es keine andere Erklärung als Antisemitismus. Unter der Überschrift "11.9." bildet sich gerade eine neue "Querfront", die ihr coming out offenbar noch nicht ganz hinter sich hat.
Immerhin waren sie am 30. Juni in Berlin schon mal in einem Raum (Veranstaltung zum 11. 9.) versammelt... Sicher gibt es noch 1000 weitere Fragen. Bitte haben Sie aus den erwähnten Gründen Verständnis dafür, dass wir uns mit diesen nicht auch noch beschäftigen können. Wir müssen schließlich arbeiten.


Grüße,
Volker Steinhoff

 

Ronald Bias' Antwort darauf:

Lieber Herr Steinhoff,

ich habe Ihre Antwort ungekürzt auf o.g. Forum gestellt.

Ich sehe ein, dass Ihre Zeit sehr kostbar ist, deshalb werde ich auf Ihre Antwort nicht im Detail eingehen. Nur so viel: Ihr Rosa-Luxemburg-Vergleich war eine Unverschämtheit und offenbart die Kategorien, in denen Sie denken und handeln, nur zu deutlich. Ich kann für Sie nur hoffen, dass die Gründe hierfür in Unwissenheit liegen, denn diese lässt sich mit der Aneignung von Wissen recht gut bekämpfen. 

Ich werde meinerseits einen Mitschnitt der Sendung bestellen und deren Inhalte exemplarisch in Attac-Workshops, Seminaren und Unterrichtseinheiten für Hamburger Schulen verwenden, um die Methoden der Diskreditierung seriöser Quellen wie von Bülow und deren Erkenntnissen mittels der bekannten Keulen "Antisemitismus", "Rechtsradikalismus" und "Verschwörungstheorien" aufzuzeigen. Ihre Sendung eignet sich dafür hervorragend, da sie so schlecht gemacht ist. Auf diese Weise erfüllt die ARD sogar noch nachträglich und kostenlos ihren Bildungsauftrag.

Um Ihnen aufzuzeigen, dass ich nicht der Einzige bin, der Ihre Sendung in die genannten Zusammenhänge rückt, hier ein Link:

http://www.freace.de/artikel/aug2003/panorama220803.html

Bitte schön und bis zu Ihrer nächsten Sendung, die ich mit Spannung erwarte, 

Ihr
Ronald Bias

* 

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