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Die westlichen Imperialisten unter US-amerikanischer Führung überziehen die Welt mit Elend und Tod.  Palästina wickeln sie die Nabelschnur um den Hals, und Israel treiben sie in den Selbstmord.

 

Beiträge und Verweise  

Leah Tsemel: Augenblick

Video The Israel Lobby, documentary, first episode

Canadian Dimension: Jüdische Graswurzel-Revolte weltweit

Shraga Elam gegen "Schalom 5767": Interview; traduction française, voir Tlaxcala

"Schalom 5767" (Berliner Erklärung): Israel in der Sackgasse

Norman Birnbaum: Ist Israel gut für die Juden?

Zbigniew Brzeziński: Der Anfang vom Ende Israels

Jacques Gevers: Was Israel vorhat.

Shraga Elam: Ballon der jüdischen Lobby

Noam Chomsky: Selbsthaß

Felicia Langer: Vorwort zu Finkelstein

Paul Oestreicher: Israel nährt Antisemitismus

Ekkehart Krippendorff: Die Vereinigten Staaten und Israel

Ran HaCohen: Democracy and Colonialism

The Daily Star, Beirut, Libanon: Der Libanon – ein israelischer Papierkorb 

CAPJPO: Israelischer Staatsbürger als Flüchtling in Frankreich anerkannt

Europäische Juden für gerechten Frieden: Erklärung zu Rosh H'Shanah - Neujahr 5766 

CBC News: Säuberung 

Avraham Oz: Das ist mein Vaterland...

Nathan Hofshi:  In den Abgrund

Michael Warschawski: Mit Höllentempo

Moshe Zuckermann: Ideologie

Diana Johnstone: Dieudonné

Ran HaCohen: Die dritte Intifada

Ran HaCohen: Ethnische Säuberung

Michèle Sibony: Scharon will an Frankreich beweisen, daß Juden und Araber nicht zusammenleben können.

Keren Yedaya: Sklaverei in Israel

Daniel Barenboim: Israel - nur eine Episode?

Uri Avnery: Leben (wie) in einer Seifenblase

Ran HaCohen: Who Won World War II?

Holocaust - 2. Teil und Schluß

Benjamin Duncan, Al Jazeera: New Jewish peace groups emerging

Fanny-Michaela Reisin: Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost

Schin Beth

BBC antisemitisch - sagt der Sprecher von Scharon

Hauptmann Jonathan und seine sechsundzwanzig Aufrechten

Uri Avnery

Avraham Burg

Prof. Dr. Rolf Verleger, Lübeck:

Adam Keller

Elliott Sharp

Knut Mellenthin

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Leah Tsemel

Augenblick

 Einem europäischen Freund, der mich fragte, wie die Soldaten am Kontrollpunkt Juden von Arabern unterscheiden könnten, wo doch alle Welt sich ähnelt, antwortete ich, was ich hatte sagen hören: 

Der Soldat blickt der Person direkt in die Augen, und wenn sie jüdische Augen hat, dann ist es mit Sicherheit ein Araber.

Leah Tsemel: Pourrissement au Proche-Orient. Enfants qui meurent, enfants qui tuent. Le Monde diplomatique, November 2003. Wieder abgedruckt in : Michel Warschawski: La révolution sioniste est morte. Voix israéliennes contre l’occupation, 1967-2007. Paris, La Fabrique éditions, 2007, 14 Euro, S. 96 – 102, hier S. 99

T:I:S, 20 August 2007

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The  Israel Lobby, documentary, first episode

The first episode of a Dutch documentary series about the Israel lobby (particularly AIPAC) in the USA and the situation in the Middle East. Featuring interviews with Mearsheimer, geostrategist Lawrence Wikerson, Richard Perle, historian and critic Tony Judt, John Hagee, former Congressman Earl Hilliard, Kenneth Roth of Human Rights Watch, Michael Massing and Daniel Levy.

The intro of this video was adapted - with footage of the former Malaysian prime minister Mahathir Mohamad and with some other things. Tegenlicht, a documentary program by the Dutch public broadcast organization VPRO.

Video, 54 Minuten, T:I:S, 15. April 2007

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Jüdische Graswurzel-Revolte weltweit

Die Alliance of Concerned Jewish Canadians beschreibt die weltweite jüdische Graswurzel-Revolte gegen die israelische Staats- und Regierungspolitik und gegen die Anti-Palästina-Lobby. Es revoltieren die Jews for Israeli-Palestinian Peace in Schweden, die Union Juive Française pour la paix / Rencontre Progressiste Juive in Frankreich, die Ebrei contro l’occupazione in Italien, die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost in Deutschland, die Union des Progressistes Juifs de Belgique in Belgien, die Jewish Voice for Peace, Brit Tzedek, Tikkun und die Bronfman-Soros initiative in den USA, und andere in Süd-Afrika, Österreich, der Schweiz und weiteren Ländern. Ebenfalls dazu gehören die Dachorganisation European Jews for a Just Peace und zahlreiche Gruppen in Israel. 

In Kanada wehrt sich die Alliance of Concerned Jewish Canadians (ACJC) gegen die islamophobe Kriegs- und Besatzer-Lobby. 

Canadian Dimension, T:I:S, 24. Februar 2007

Links zu einigen der Organisationen unter Recherche

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Shraga Elam récuse la pétition en ligne « Shalom 5767 » 

Propos recueillis par Thomas Immanuel Steinberg, 24 novembre 2006 

 Traduit par Michèle Mialane et révisé par Fausto Giudice  29/11/2006

Tlaxcala, le réseau des traducteurs pour la diversité linguistique, T:I:S, 29 novembre 2006  

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Interview

Shraga Elam lehnt die Online-Petition "Schalom 5767" ab.

Rolf Verleger, Mitglied des Direktoriums des Zentralrats der Juden in Deutschland, und über sechzig Glaubensgeschwister in Deutschland haben mit "Schalom 5767" die Deutschen aufgefordert, sich für einen palästinensischen Staat neben dem Judenstaat Israel einzusetzen. Shraga Elam, in Zürich lebender israelischer Journalist, hält die Forderung für unrealistisch und unmoralisch.

? Sie sind seit Jahrzehnten ein entschiedener Gegner der zionistischen Politik des israelischen Staates. Die Berliner Erklärung  „Schalom 5767“ wendet sich ebenfalls gegen die israelische Regierungspolitik. Halten Sie die Erklärung für einen Schritt in die richtige Richtung?   

! Neue Ideen und Initiativen für den Israel-Palästina-Konflikt sind sehr wichtig. Die neue Petition ist leider ein Recycling etwa der Genfer Initiative mit ihren unrealistischen und unmoralischen Ansätzen. Wiederverwertung spart zwar Ressourcen, ist aber in diesem Bereich nicht sehr sinnvoll. 

? Wieso sprechen Sie von unrealistischen Ansätzen? 

! Auch wenn 10 Millionen Deutschen die Petition unterschreiben -  sie wird die Tatsache nicht ändern, dass die sogenannte Zwei-Staaten-Lösung keine Chance mehr hat. Noam Chomsky, ein bedingter oder taktischer Befürworter, nennt sie zurecht Regelung und nicht Lösung. Ob diese Regelung jemals eine Chance hatte, verdient eine längere Diskussion. 

? Was wäre denn realistisch? 

! Die ethnische Säuberung schreitet voran und eine blutige israelische Wiederbesetzung des Gaza-Streifens steht bevor. Sofortige Aktionen sind nötig, um die Verbrechen zu stoppen bzw. zu verhindern:

Es gibt beispielsweise palästinensische Organisationen wie Badil, die für die Stationierung auswärtiger Schutztruppen plädieren.

Ein anderes Beispiel: Im Palästina-Portal bei arendt-art.de gibt es einen Aufruf an die israelischen SoldatInnen, die Kriegsverbrechen zu sabotieren, wie es das israelische Militärgesetz ausdrücklich vorschreibt.

Es gilt, solche Aufrufe zu unterstützen und bekannt zu machen, denn durch sie kann unmittelbar etwas erreicht werden. Selbst wenn kein einziger Soldat dem Sabotage- Aufruf folgen würde - es gab dennoch einzelne Fälle – er wirkt abschreckend auf die israelische Führung. Er fördert die Suche nach einem nachhaltigen gerechten Frieden. (Erläuterung hier )

? Wieso halten Sie die Berliner Erklärung auch für unmoralisch? 

! Ein Kernproblem des Konflikts ist der israelische Rassismus und der damit verbundene Nationalismus. In Israel herrscht ein Apartheidsystem. FriedensbefürworterInnen müssen die herrschende israelische Apartheid entschieden ablehnen.

Das Konzept eines rein ethnischen Staates, in diesem Falle eines Judenstaates, widerspricht jedem Demokratie-Verständnis. Das ist ein israelisches Grundproblem, genauso wie die Besatzung, die nicht erst 1967 begann.

Um neue Friedensperspektiven zu entwickeln, braucht es ANC-ähnliche Organisationen. Deshalb ist es sinnvoll, zum Beispiel von der PLO zu fordern, dass sie ihre Reihen für jüdische Mitglieder öffnet. Das würde dem Traum von einem gemeinsamen säkularen demokratischen Staat neue Chancen geben. Die Juden/Jüdinnen und die PalästinenserInnen sind wie siamesische Zwillinge. Sie sind verdammt zusammenzuleben oder zusammen zu sterben. 

? Das heißt, auch an die palästinensische Seite wären Forderungen zu richten? 

! Ja, die Palästinensichen Autonomiebehörde müßte aufgelöst werden. Denn sie erspart dem Besatzer Israel die politischen und wirtschaftlichen Kosten einer direkten Besetzung. Die Gefahr einer blutigen Besetzung wäre gebannt und die brutale Blockade gegen die palästinensische Bevölkerung zwangsläufig beendet. 

? Was können Ihrer Meinung nach wir in Deutschland tun? 

! Die Bundesrepublik hat vor der Annexion des DDR-Gebiets den moralisch und politisch-historisch falschen Beschluss gefaßt, den Staat Israel als Vertreter der jüdischen Naziopfer anzuerkennen und tatkräftig zu unterstützen. Damit hat sich Deutschland mitverantwortlich gemacht für die israelischen Verbrechen gegen die PalästinenserInnen. Nicht nur konnte und durfte Israel diesem Anspruch auf Vertretung der Nazi-Opfer nie gerecht werden;  die israelische Führung hat darüber hinaus die deutsche Unterstützung als Lizenz zum Töten ausgelegt. Eine vernünftige Petition muss unbedingt den Stopp der deutschen Unterstützung für Israel fordern. 

Das Gespräch führte Thomas Immanuel Steinberg  

Shraga Elam ist israelischer Journalist und lebt in Zürich. Er recherchierte unter anderem über die zionistische Kooperation mit Nazi-Deutschland und die Rolle der Schweizer Banken. Er ist Friedensaktivist und Mitglied der akademischen Mailing-Liste Alef - Academic Left. Er und weitere Listenmitglieder wurden kürzlich mit Mord bedroht. Telefonisch kündigte ihm ein Anonymus an, die Henryk-M.-Broder-Brigaden würden ihn ermorden.

T:I:S, 24. November 2006

Traduction française, voir Tlaxcala

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"Schalom 5767" (Berliner Erklärung):

Israel in der Sackgasse

Rolf Verleger, Mitglied des Direktoriums des Zentralrats der Juden in Deutschland, und über sechzig Glaubensgeschwister in Deutschland erklären

.. wir sehen mit Entsetzen, wie der mit so großen Hoffnungen gegründete Staat Israel in einer Sackgasse der Gewalt feststeckt. Wir fordern die deutsche Regierung auf, mit der Europäischen Union

die israelische Besatzungspolitik nicht länger zu tolerieren

kurzfristig den Boykott der Palästinensischen Autonomiebehörde zu beenden

endlich die Verwirklichung eines lebensfähigen palästinensischen Staates ernsthaft anzustreben, in Gaza und dem gesamten 1967 besetzten Westjordanland einschließlich Ost-Jerusalems, mit voller Souveränität und freiem Verkehr.


Prof. Dr. Rolf Verleger in Hamburg am 20. September 2006                         Foto:tofoto

Die Erstunterzeichnerinnen hoffen auf eine Million Mitunterzeichner in Deutschland, egal welcher Konfession. Zu den ausschließlich jüdischen Erstunterzeichnern gehören die Sängerin Esther Bejarano; Judith Bernstein und Fanny-Michaela Reisin von der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost; Kurt Goldstein, Ehrenvorsitzender des Internationalen Auschwitz-Komitees; der Verleger Abraham Melzer; und der Philosoph Ernst Tugendhat.

Die Berliner Erkärung auf:

Deutsch Flagge BRD
Englisch Flagge GB
Russisch Flagge RUS

Liste der jüdischen Erstunterzeichnenden

T:I:S, 22. November 2006

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Norman Birnbaum:

Ist Israel gut für die Juden?

Jüdisch-amerikanische Staatsbürger können sicher sein, daß eine große Zahl jüdischer Organisationen den Anspruch erheben wird, in unserem Namen zu sprechen - ohne daß wir sie darum gebeten hätten. Wir können auch sicher sein, am Pranger zu landen, sollten wir dem zentralen Glaubenssatz der US-amerikanischen jüdischen Gemeinde widersprechen, daß Israel nichts Falsches tun kann. Unsere nicht-jüdischen Mitbürger, die Zweifel äußern, werden des Antisemitismus geziehen. Falls wir Juden sind, wird uns Selbsthaß attestiert.

Die Pro-Israel-Lobby

Ist es denn die oberste Pflicht amerikanischer Juden, unseren beträchtlichen Einfluß zu nutzen, um die US-Politik mit der Israels abzustimmen? Die jüdischen Organisationen erzählen uns, es gäbe hier keinen Konflikt von Loyalitäten und Verantwortlichkeiten; beide Nationen hätten gemeinsame Werte und Ziele. Die Behauptung ist unsinnig, und ihre Wiederholung widerlegt eine Klischeevorstellung über die Juden, die unserer angeblichen Intelligenz. Oft wird zugleich behauptet, es gäbe keine Israel-Lobby, sondern lediglich normale US-Bürger, die gegenüber ihren gewählten Vertretern und der Regierung spontan ihre Meinung äußern. Die erfolgreiche, zusammen mit der israelischen Botschaft geführte Kampagne der Israel-Lobby, den Kongreß zur Unterstützung der Entscheidung des Weißen Hauses zu überreden, Israel im Libanon „Feuer frei“ zu geben, kann als unbeabsichtigtes Postskript zu einer anderen Kampagne verstanden werden: Im Frühjahr dieses Jahres haben die Professoren John Mearsheimer von der Universität Chicago und Stephen Walt von der Harvard-Universität in der London Review of Books und als Untersuchung der Kennedy School of Government eine Studie über den „Würgegriff“ publiziert, in dem die bedingungslosen Unterstützer Israels die amerikanische Politik halten. Die Unterstützer antworteten mit lautstarken Beschuldigungen: die Autoren seien böswillige Antisemiten oder - in den mildesten Kritiken - intellektuell unfähig.

Der gesellschaftliche Aufstieg der US-amerikanischen Juden

Die Assimilation der osteuropäischen Juden, die Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts in die Vereinigten Staaten einwanderten (darunter mein Großvater), hat die Situation der amerikanischen Juden einst erheblich verändert. Heute, angesichts der prominenten Juden in Handel und Finanzen, Kunst und Berufswelt, Wissenschaft und Erziehung, Medien und Politik, ist nahezu vergessen, wie viel offenen Antisemitismus es noch vor fünfzig Jahren in den Vereinigten Staaten gab -  auf der Spitze der Gesellschaft wie in ihren Niederungen. Erst die Schuld des Holocaust und der Philosemitismus des amerikanischen Calvinismus haben die amerikanischen Juden für die anderen Amerikaner akzeptabel gemacht. Zudem hat die Idee der Puritaner im 17. Jahrhundert, die Vereinigten Staaten als Neues Israel zu verstehen, ihre Nachfahren darauf vorbereitet, den Staat Israel als politischen und Geistesverwandten unserer Nation zu sehen.

Der ökonomische Aufstieg und die gesellschaftliche Akzeptanz der amerikanischen Juden seither ist sowohl eine kollektive wie individuelle Leistung. In der Tat ist es zu einfach, die Vereinigten Staaten als ganz und gar individualistische Kultur zu begreifen; gesellschaftlicher Aufstieg ist das Werk ethnischer und religiöser Gruppen mit hohem Organisationsgrad. Die Juden waren recht geschickt darin, ihren Aufstieg von eingewanderten Arbeitern und Hausierern zu Wall-Street-Managern und Universitätspräsidenten nicht nur zu ihrer gesellschaftlichen Integration zu nutzen, sondern auch ein beträchtliches Maß an kultureller und politischer Macht zu erlangen.

Ein schlechtes Gewissen und einträgliche Jobs

Doch die Freude über diesen Erfolg ist von schlechtem Gewissen getrübt, bzw. von unserer Unfähigkeit, den europäischen Juden während des Holocaust zu helfen. Diese Erfahrung und die unauslöschliche Erinnerung an den Völkermord selbst ist ein wesentlicher Bestandteil amerikanisch-jüdischer Identität, in deren Mittelpunkt heute die unbedingte Verteidigung des Staates Israel steht. Viele amerikanische Juden schenken Jehova natürlich respektvoll Gehör - leider glauben sie auch, die israelischen Premierminister und Stabschefs sprächen unmittelbar im Namen des Herrn der Heerscharen.

Das Engagement der amerikanischen Juden für Israel ist von der amerikanischen Elite begrüßt worden. Im Kalten Krieg und seinem illegitimen Sprößling, dem „Krieg gegen den Terror“, war Israel den US-amerikanischen Interessen von Nutzen. Zudem kam die Verwandlung einer bedeutenden Gruppe jüdischer Kommentatoren, Intellektueller und Wissenschaftler von kritischen Anwälten universeller Werte in Apologeten US-amerikanischer Überlegenheit und globaler Herrschaft unserer Führung sehr zupaß und verhalf Leuten, die von ihrem Verstand leben, zu einträglichen Jobs.

Heute schützt die Diaspora den jüdischen Staat

Sind aber all diese Entwicklungen gut für die Juden? Israels Übernahme der Rolle als Vollstrecker der USA im Nahen Osten ist gewiß keine Garantie für Israels Überleben. Die vielbeschworene „strategische Partnerschaft“ ist nicht zwangsläufig von Dauer. Sollte die amerikanische Elite entscheiden, daß umfassendere strategische Interessen es erforderlich machen, Israel zu zügeln oder sogar fallenzulassen, wird sie das ohne Zögern tun. Auf die Proteste amerikanischer Juden wird man ihnen die doppelte Loyalität entgegenhalten - die Frage, die die jüdische Führung im Moment so selbstgefällig beantwortet. Die amerikanischen Juden könnten Israel mehr nutzen, wenn sie sich nicht völlig mit dem Land identifizieren und eine reflektiertere Haltung einnehmen würden. Seit der Eroberung durch die Römer hat Jerusalem wohl ein dutzendmal die Herren gewechselt. Die israelische Politik, mit ihrer Kombination aus Grausamkeit gegen die Araber und Verachtung für sie, wird eher früher als später einen weiteren Wechsel herbeiführen. Einst ging man davon aus, ein jüdischer Staat werde die Diaspora schützen, doch heute ist es die Diaspora, die den jüdischen Staat schützt. Die amerikanische Diaspora indes lebt damit weit über ihre politischen Verhältnisse. Ob sie Israel auf unbestimmte Zeit helfen kann, ist sehr zweifelhaft.

Kuhhandel zwischen ethnischen und religiösen Gruppen

Von Haus aus waren einst die Hauptverbündeten der amerikanischen Juden liberale Protestanten, moderne Katholiken, deren große Leistung das Zweite Vatikanische Konzil war; und fortschrittliche Nichtreligiöse. Heute sind die organisierten Juden mit Leuten verbündet, die bis vor nicht allzu langer Zeit erbitterte Antisemiten waren. Die fundamentalistischen Protestanten glauben, die Gründung des jüdischen Staates bedeute, daß die Bekehrung der Juden unmittelbar bevorsteht. Nehmen die Fundamentalisten etwa an, daß die amerikanischen Juden das Ende der Zeiten vorwegnehmen und jetzt mit ihrer Bekehrung beginnen? Manche jedenfalls haben die Libanon-Krise als Einleitung zu Weltuntergang und Jüngstem Gericht begrüßt. Einstweilen bekämpfen sie den öffentlichen Pluralismus, der unabdingbar ist, um den Juden in den Vereinigten Staaten auf Dauer ihre Rechte zu sichern. Amerika droht zu einer Nation zu werden, die sich nicht mehr durch die Staatsbürgerschaft definiert, sondern durch Kuhhandel zwischen einander bekämpfenden ethnischen und religiösen Gruppen, einig nur in dem unmöglichen Projekt einer Weltherrschaft. Werden Nobelpreise, geschäftlicher Scharfsinn und das Selbstbild aus dem 17. Jahrhundert von Amerika als Neuem Israel die jüdische Minderheit schützen, wenn unser imperiales Projekt scheitert? Dessen Ende könnte zu Hause zu Spannungen und Entbehrungen führen, die einer Renaissance des Antisemitismus förderlich sind.

Objektivität wird Israel nicht schaden

Bei F.D. Roosevelts New Deal und Lyndon Johnsons Great Society spielten die Juden eine wichtige Rolle in den Bündnissen für gesellschaftliche Reformen. Jüdische Energien wieder in solche Projekte zu investieren ist ein besserer Weg, das Überleben der amerikanischen Juden zu sichern, als Koalitionen mit Leuten einzugehen, die die Verwurzelung der Nation in der Aufklärung leugnen. Indirekt könnte dies auch Israel helfen: Ein Amerika, das sich realistischer sieht, kann seinen Einfluß in der Welt richtiger einschätzen und seine Verantwortlichkeiten besser abwägen. Objektivität im Nahen Osten wird Israel nicht schaden, sondern gerade jetzt sehr dabei helfen, die Aggressivität und den Militarismus zu zügeln, die derzeit die politische Kultur Israels beherrschen. Vor kurzem eröffnete ein israelischer General einen Ausblick auf die momentane Situation mit der Erklärung, Israel befinde sich seit 6000 Jahren im Krieg. Die heutige Bevölkerung Israels und die Nachbarvölker würden es wohl vorziehen, die nächsten 6000 Jahre mit einigen Jahrzehnten Frieden zu beginnen. Die Vereinigten Staate könnten helfen, wenn sie ihren beträchtlichen Einfluß und all ihre Mittel daran setzen würden, Israel zu ernsthaften Verhandlungen mit den Palästinensern zu zwingen. Die stellvertretende Kampflust vieler amerikanischer Juden ist destruktiv, und die Geschichte wird nicht freundlich über die urteilen, die diese Kampflust ermutigen.

Das jüdische Imaginäre

Übrigens war die Fixierung der amerikanischen Juden auf Israel als dem Zentrum US-amerikanischen jüdischen Lebens in den ersten Jahrzehnten des jüdischen Staates alles andere als selbstverständlich. Damals belehrte die Führung der amerikanischen Juden die Israelis, nicht Israel, sondern die Vereinigten Staaten seien die jüdische Heimstatt. Merkwürdigerweise scheint der Holocaust, je größer der zeitliche Abstand wird, stärkeren Einfluß auf das jüdische Imaginäre sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Israel zu gewinnen und eine Unzahl von Gespenstern zum Leben zu erwecken. Die Zeit für einen nüchterneren Zugang zu den historischen Dimensionen der Gegenwart ist gekommen. Das ist schwer genug.

Übersetzung: Barbara Schärer

SteinbergRecherche dankt Barbara Schärer für die Übersetzung des vollständigen Textes. Eine andere Übersetzung ist inzwischen in der taz erschienen. Hier der englische Originaltext, erschienen in The Nation vom  5. August 2006.  

T:I:S (Zwischentitel), 31. August 2006

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Zbigniew Brzeziński:

Der Anfang vom Ende Israels

Nathan Gardels führte das Gespräch

Brzezinski, 6. August 2006

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Jacques Gevers:

Was Israel vorhat.*

Worauf will Israel hinaus? Das fragen sich viele angesichts der jüngsten Ereignisse im Nahen Osten. Die Beobachter stellen die Unverhältnismäßigkeit heraus zwischen der Entführung eines Soldaten des jüdischen Staates und der gewaltigen Militäroperation, die jetzt erneut gegen die Palästinenser unternommen wird. Die teilweise Wiederbesetzung des Gaza-Streifens, der Feuersturm, der so lebenswichtige zivile Infrastruktur-Anlagen wie die Hauptbrücken und das einzige Elektrizitätswerk zerstört hat, die Mittel, die eingesetzt werden, um eine Bevölkerung zu terrorisieren und auszutrocknen, die bereits Hunger leidet, weil seine Regierung finanziell boykottiert wird, die Entführung von 64 Kadern der Hamas, darunter acht Minister: Solche Akte, um nur die spektakulärsten aufzuzählen, sind eher als Kollektivbestrafung zu verstehen denn als Reaktion auf die Entführung des unglücklichen Soldaten. Die Gefangennahme des Korporals Shalit hat Israel den Vorwand geliefert, den es abgewartet hat, um ein für allemal mit der Hamas-Regierung Schluß zu machen, und dann auch gleich mit der ganzen Palästinensischen Autonomiebehörde – indem es dem finanziellen Würgegriff militärischen Druck hinzufügte.

Viele von uns verstehen nicht, wie und warum Jerusalem in derartiger Weise mit einer demokratisch gewählten Regierung umgeht und so, wie es das tut, ein Volk behandelt, mit dem es doch eines Tages Frieden schließen wolle. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, erscheint die Haltung Israels in der Tat kontraproduktiv, weil sie nur darauf hinausläuft, die radikalsten seiner Gegner zu stärken und ihnen einen immer weiter wachsenden Teil der palästinensischen Bevölkerung zuzuführen. Aber eben das ist die Absicht der israelischen Regierung, in gerader Nachfolge Scharons, und die „kosmetische“ Anwesenheit der Arbeitspartei ändert daran nichts.

Es wird Zeit, unsere analytischen Parameter offen zu legen und der Wahrheit ins Gesicht zu sehen: Die israelische Regierung erlaubt sich, ihre Nachbarn so zu behandeln, weil sie auf Frieden mit ihnen verzichtet hat. Der jüdische Staat ist heute davon überzeugt, daß seine militärische Stärke ihm erlaubt, territoriale „Opfer“ zu verweigern, die freilich für den Abschluß eines dauerhaften Abkommens zur friedlichen Koexistenz mit den Palästinensern erforderlich wären.

Die Räumung des Gaza-Steifens im Sommer 2005 diente einem dreifachen Zweck: der internationalen Gemeinschaft zeigen, daß Jerusalem zu einer „Geste“ in der Lage ist; die Armee – und das Budget – von der Verteidigung feindlichen Gebiets ohne strategische Bedeutung entlasten; und vor allem: die dadurch frei werdenen Mittel für einen verstärkten Zugriff auf das Westjordanland einsetzen.

Premierminister Ehud Olmert wurde nämlich auf dem Glauben an ein sehr klares Programm an die Macht getragen, was seine Absichten hinsichtlich des größeren der beiden palästinensichen Gebiete anlangt. Es geht darum, einseitig die „endgültigen Grenzen“ Israels zu ziehen durch Annexion des größten Teils des „nützlichen“ Westjordanlandes:  die großen Blöcke jüdischer Siedlungen, das Hinterland Jerusalems und das Jordantal. Bleiben für die Palästinenser nur die Gebiete, die sie am dichtesten bewohnen – aber nachdem dafür gesorgt wurde, daß sie dort innerhalb der „Trennmauer“ eingesperrt sind. Ein Volk seiner Rechte berauben, es ins Gefängnis stecken, es mit Kanonen in Schach halten, ihm ein untermenschliches Überleben aufzwingen – dieser großenteils bereits realisierte „Plan“ widerspricht sicher dem internationalen Recht und der Moral. Aber das macht den Führern Israels wenig aus, sind sie doch überzeugt davon, daß ihre militärische Stärke, das amerikanische Wohlwollen und die feige europäische Gleichgültigkeit dessen Verwirklichung ohne allzuviel Mühe erlauben werden. In diesem Land der Soldaten, wo weitsichtige Verantwortliche nicht Legion sind, stellen zu wenige den selbstmörderischen Charakter heraus, den ein solcher Plan für Israel annimmt. An uns ist es, den Schaden zu ermessen, den er dem Ansehen des Westens zufügt, und die Gefahr, die durch ihn über der internationalen Sicherheit  schwebt. 

T:I:S (Übersetzung), 13. Juli 2006

*erschienen als Leitartikel im politisch-kulturellen Wochenblatt  Le Vif / L’Express, Brüssel, unter Leitung von Patrick de Borchgrave, Auflage 97.000  unter dem Titel Le dessein d'Israël. 

Aus dem Leserbrief des Botschafters des Staates Israel beim Königreich Belgien, Jehudi Kinar, zu diesem Leitartikel:

Die Terminologie, die Sie verwenden, läßt mich an die Verschwörungstheorie der Protokolle der Weisen von Zion denken.

Aus der Antwort der Redaktion: 

Wir bedauern, daß der Botschafter ein Amalgam aus unserem Leitartikel und den Protokollen der Weisen von Zion zu bilden scheint. 

Quelle            

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Shraga Elam:

Plötzlich wäre aus dem Ballon der jüdischen Lobby – und mehr als ein Ballon ist es nicht – die Luft raus.

Mehr Juden müssen realisieren, dass Israel für sie eine große Bedrohung darstellt und keinen richtigen Schutz bietet. Sie beschäftigen sich ja auch in Ihrem Buch mit der Frage, wie verbreitet heute Judenhass ist, ob er wächst oder stagniert. Meiner Ansicht nach nehmen antijüdische Erscheinungen und Gefühle zu – primär als Reaktion auf die israelische Politik und die Arroganz von verschiedenen jüdischen Exponenten wie Michel Friedman. Nun ist der Einfluss einzelner jüdischer Organisationen vor allem nach dem Sieg Israels im Krieg von 1967 gewachsen, nachdem Israel ein wichtiger Machtfaktor für die USA geworden ist. Nicht zufälligerweise hat sich danach auch die ganze Holocaustkultur viel stärker ausgeprägt. Aber solche Bündnisse sind immer befristet. Heute können jüdische Organisationen die US-Politik noch stark beeinflussen, aber es könnte bald zu einer Wende kommen. 

Ich sehe zwei mögliche Szenarien. 

Das eine: Die Schlappe im Irak wird für die Bush-Administration so unerträglich, dass diese behaupten könnte, die Juden oder Israel seien Schuld daran, dass es diesen Krieg überhaupt gegeben hat. 

Das andere Szenario wäre, dass sich die Situation in Israel wirklich zu einer bürgerkriegsähnlichen Lage zuspitzt. Die Gewaltbereitschaft innerhalb der israelischen Gesellschaft ist enorm groß: Auch auf der privaten Ebene, in der Familie und auf der Straße wird häufig große Gewalt angewendet. Es könnte zu einem großen Gewaltausbruch kommen. Wenn das stattfindet, egal vor welchem Hintergrund, wäre Israel für die USA als Partner nicht mehr so interessant. Das wiederum dürfte einen enormen Rattenschwanz nach sich ziehen. Plötzlich wäre aus dem Ballon der jüdischen Lobby – und mehr als ein Ballon ist es nicht – die Luft draußen. Die ganze Welt macht jetzt einen Kniefall, die UNO will einen Holocausttag einführen, aber das beruht nicht auf einer festen Einsicht, dass die Judenvernichtung in der Tat das schlimmste Verbrechen aller Zeiten war. Vielmehr ist es ganz klar politisches Kalkül, hier bestimmte Konzessionen zu machen. 

Wenn das politische Klima sich plötzlich ändern würde, wäre auch die internationale Haltung ganz anders. Wenn das passieren würde, könnten die vorhandenen unterdrückten Aggressionen vieler Menschen gegen Juden zum Ausdruck kommen. Leute wie Spiegel und Friedman realisieren das nicht so richtig. Man kann hier von der Arroganz der Macht sprechen. Dass diese Macht auf wackligen Füßen steht und sich ihre Arroganz gegen sie selbst auswirken könnte, halten diese Leute offenbar kaum für denkbar.

Auszug aus: Für einen klaren Gegenpol. Shraga Elam über judeophile Attitüden in deutschen Medien / Von Arne Hoffmann, erschienen in DIE BRÜCKE - Forum für antirassistische Politik und Kultur, Heft 140, April - Mai - Juni 2006/2, XXV. Jahrgang. Das vollständige Interview mit dem Züricher Journalisten aus Israel steht im Netz bei Erhard Arendt.

T:I:S, 14. Mai 2006

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Noam Chomsky

Immunisierungstrategie "Jüdischer Selbsthaß"

Seit langem gibt es den Versuch, Antisemitismus mit Antizionismus zu identifizieren, um antirassistische Gefühle für politische Ziele einzusetzen; „eine der Hauptaufgaben eines jeden Gesprächs mit der nicht-jüdischen Welt ist zu beweisen, daß die Unterscheidung zwischen Antisemitismus und Antizionismus überhaupt keine Unterscheidung ist“, meinte der israelische Diplomat Abba Eban  - ein typischer Ausdruck seiner intellektuell und moralisch zwielichtigen Position (Eban, Congress Bi-Weekly, March 30, 1973). Aber das genügt nicht mehr. Jetzt ist erforderlich, Kritik an der israelischen Politik als Antisemitismus zu entlarven – oder, im Falle von Juden, als „Selbsthaß“, womit alle denkbaren Fälle abgedeckt sind. 

Noam Chomsky: Necessary Illusions. Thought Control in Democratic Societies. 1989, Appendix V Segment 20/33

T:I:S, 2. April 2006

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Felicia Langer

Aus dem Vorwort zu Finkelstein

Norman G. Finkelstein: Antisemitismus als politische Waffe. Israel, Amerika und der Mißbrauch der Geschichte. Piper 2006. 

Die Hysterie bezüglich eines »neuen Antisemitismus« dient nicht nur dazu, berechtigte Kritik an Israel im Keim zu ersticken, sie soll auch von Verletzungen des Völkerrechts und grundlegender Menschenrechte ablenken. So wurde die Weigerung, sich am Angriffskrieg gegen den Irak zu beteiligen, mit Judenhaß gleichgesetzt. Der Schriftsteller Elie Wiesel, Auschwitz-Überlebender und Friedensnobelpreisträger, sagte am 27. Februar 2003 zum amerikanischen Präsidenten George W. Bush, der Irak sei ein terroristischer Staat und die Intervention sei eine moralische Pflicht. Hätte der Westen 1938 in Europa eingegriffen, hätten der Zweite Weltkrieg und der Holocaust verhindert werden können, gab Wiesel zu bedenken. »Das war ein bedeutender Moment für mich«, erinnerte Bush sich später, »denn ich fühlte mich in diesem Moment bestätigt.«

Paul Spiegel, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, hat die deutsche Ablehnung des Irakkrieges scharf verurteilt und ähnlich wie Elie Wiesel argumentiert. Seine Worte hatten einen sehr schlechten Klang angesichts der Millionen, die in Deutschland und überall auf der Welt gegen den Krieg demonstrierten, darunter auch sehr viele Juden.

Erschreckend, welche Verbündete diese Lobby auch am rechten Rand der Gesellschaften hat, so zum Beispiel Silvio Berlusconi, Gianfranco Fini von der neofaschistischen Nationalen Allianz in Italien, Jean-Marie Le Pen in Frankreich ... Was die christlichen Fundamentalisten in den USA betrifft, sagen die Lobbyisten, deren sprichwörtliche Intoleranz wirke sich derzeit nicht allzu schlimm aus. Was zähle, sei ihre freundschaftliche Haltung gegenüber Israel.

Zum vollständigen Vorwort, T:I:S, 26. März 2006

Dazu die Rezension von in der Zeit von Hans-Martin Lohmann: Wenn Antisemitismus politisch instrumentalisiert wird T:I:S, 31. März 2006

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Paul Oestreicher

Die israelische Politik nährt den Krebs des Antisemitismus

Ich erkannte, daß der Krebs des Antisemitismus nicht geheilt war. Ihn nährt tragischerweise die israelische Politik – und wenn die Judenheit auf-Teufel-komm-raus die israelische Politik verteidigt, dann richtet sich der Zorn nicht nur gegen Israel, sondern gegen alle Juden. 

Paul Oestreicher: Israel's policies are feeding the cancer of anti-semitism. It is a lie that to reject Zionism as it is practised today is to be the inheritor of Hitler's racism. Guardian, Monday February 20, 2006

Guardian, T:I:S, 22. Februar 2006

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Ekkehart Krippendorff

Die Vereinigten Staaten und Israel

Projektionsflächen für Hoffnung und Hass

Es sind die sensibelsten und hellsichtigsten unter der Minderheit Scharon-kritischer Israelis, die in dessen aggressiver Politik den Keim zur Selbstzerstörung des großen Traumes von Erez Israel angelegt sehen. In einer nicht nur feindlichen, sondern hasserfüllten Umgebung erdrückender arabischer Mehrheiten wird sich das kleine Land auf Dauer mit all seiner Militärmacht und seinen Atombomben nicht halten können - es sei denn auf Kosten seiner Seele, die das Projekt einst überhaupt möglich gemacht hat.

Druckfassung: Blätter für deutsche und internationale Politik, Heft 8 (August) 2002, S. 943-953

Friedensforschung Kassel, T:I:S, 11. Januar 2006

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Ran HaCohen:

Democracy and Colonialism

Diese Politik [von Likud und Arbeitspartei] verschaffte Israel – einst ein gemäßigter Wohlfahrtsstaat – die größten Einkommensunterschiede in der westlichen Welt (oder fast die größten, siehe Gini Index of Equality , Scrollen auf der linken Bildschirmseite, T:I:S), mit wachsender Nicht-  und Unterbeschäftigung, mit einer schnell schrumpfenden Mittelklasse, mit verheerendem Armutsanteil unter den Alten, den Kindern und den Erwachsenen (siehe Armutsbericht) und mit einer aufblühenden Wohltätigkeitsindustrie; kurz, eine Gesellschaft, die mit hoher Geschwindigkeit verrottet in Richtung auf Lebensbedingungen eines Dritte-Welt-Landes, mit einer Handvoll Reicher, die die verarmten Massen versklavt. Mit einem starken Staat und einer schwachen Bürgergesellschaft gab es sehr wenig Widerstand gegen den Neo-Liberalismus in Israel.  

Antiwar.com , 7. Dezember 2005. Die deutsche Übersetzung im Netz ist an dieser Stelle fehlerhaft. 

T:I:S, 15. Dezember 2005 

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The Daily Star, Beirut, Libanon 

Der Libanon – ein israelischer Papierkorb  

Israelische Kriegsflugzeuge und Kampfhubschrauber verletzten am 23. November 2005  den libanesischen Luftraum und entluden –zig Tausende Zettel über dem fremden Land. Darauf verkündete der israelische Staat den Libanesen auf Arabisch: Die Hisbollah im Libanon schade dem Libanon sehr. 

Bisher hat die Hisbollah eher dem israelischen Staat geschadet. Bei Wikipedia ist zu lesen: 

„Im Jahr 1982, kurz nach dem israelischen Einmarsch in den Südlibanon, formierte sich die Hisbollah aus mehreren kleineren Gruppen. Sie gliedert sich in einen ‚politischen’ und in einen ‚militärischen’ Arm. Unter anderem die Aktionen des militärischen Arms führten im Jahr 2000 zum Rückzug Israels aus dem Libanon.“ 

Die Beiruter Zeitung The Daily Star fand, die Verwendung ihres Landes als Papierkorb verletze und beleidige die Libanesen. Sie würden daran erinnert, daß die Israelis nach Belieben ins Land einfallen könnten, ohne Sanktionen oder eine Verurteilung durch die internationale Gemeinschaft fürchten zu müssen. Wegen genau dieser Gefühllosigkeit fänden Widerstandsgruppen wie Hisbollah und Hamas soviel Anklang beim palästinensischen und beim libanesischen Volk.

T:I:S, 25. November 2005

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Coordination des Appels pour une Paix Juste au Proche-Orient

Israelischer Staatsbürger als Flüchtling in Frankreich anerkannt 

Zum ersten Mal ist ein israelischer Staatsbürger von der französischen Justiz als Flüchtling anerkannt worden – wegen erlittener Verfolgung im eigenen Lande, so die Justiz. Eine Entscheidung, die natürlich ein wenig das Land „befleckt“, das sich dauernd als „einzige Demokratie des Nahen Ostens“ großtut... 

Die Mißgeschicke des 1999 nach Israel ausgewanderten Russen jüdischen Glaubens illustrieren, wie zu lesen sein wird, sadistische, rassistische und xenophobe Praktiken auf allen Ebenen der Gesellschaft und der israelischen Verwaltung. 

„Weil sie ein Kreuz trug, war seine Tochter im Oktober 1999 Zielscheibe von Demütigungen durch ihre Klasenkameraden; weil der Vater sich weigerte, seine Tochter zum Judentum zu konvertieren, mußte er mit seiner ganzen Familie im Januar 2000 nach Hadera umziehen; am 23. Oktober 2001 wurde seine Tochter Opfer eines Terrorattentats mit schweren Nachwirkungen; wegen ihrer Behinderung wurde sie von den Klassenkameraden diskriminiert; wegen der Weigerung seiner Tochter, im September 2002 in die Schule zurückzukehren, bat er – vergeblich – um Hilfe bei der Schulbehörde; während er und seine Frau im Juli 2002 einen Paß erhielten, bekam seine Tochter keinen, da sie christlichen Glaubens sei, unter dem Vorwand, sie sei keine Staatsbürgerin“, schrieb der Berichterstatter der Kommission zu Anerkennung von Flüchtlingen. 

„Im August 2002 reichte der Vater vergeblich Klage beim Staats-Kontrolleur in Jerusalem ein, dann beim Stab des Außenministeriums; seine Klagen waren erfolglos, denn seine Tochter sei nicht israelische Staatsbürgerin; im September 2002 wurde ihm mitgeteilt, daß seine Tochter nicht mehr den Status einer „dauernd Aufenthaltsberechtigten“ besitze, sondern den einer „vorläufig Aufenthaltsberechtigten“; nachdem seine Tochter sich im Oktober 2002 wegen der Haltung ihrer Mitschüler geweigert hatte, in die Schule zu gehen, wandte er sich an einen Gemeindeabgeordneten, der ihm Hilfe versprach; nach der Veröffentlichung mehrerer Zeitungsartikel über ihre Lage erhielt die Tochter im November 2002 einen Behindertenausweis, der nur teilweise ihre Behinderung abdeckte; danach bestätigte der Schulrat dem Vater, daß die Tochter tatsächlich nicht israelische Staatsbürgerin sei und daß ihm und seiner Frau das Sorgerecht entzogen werden könne, wenn die Tochter nicht in die Schule zurückkehre; er erfuhr ebenfalls, daß die Probleme gelöst wären, wenn seine Tochter zum Judentum konvertieren würde; dank der Hilfe des Abgeordneten und einer Hilfsorganisation konnte die Tochter im Dezember 2002 in die Schule zurückkehren; im Dezember 2002 reichte der Schulrat eine Petition gegen sie ein mit dem Ziel, daß seiner Frau und ihm das Sorgerecht entzogen würde“, schreibt der Autor des Berichts weiter. 

„Am 23. Februar 2003 wurden er und seine Frau auf das Polizeirevier geladen und über die Familiensituation befragt; am 15. März 2003 haben sie Klage beim Innenministerium eingereicht; im April 2003 haben sie den Schulrat verklagt  - er habe die Krankheit der Tochter verschlimmert; nach Drohanrufen und antichristlichen Traktaten mit der Aufforderung, die Klage zurückzuziehen, haben sie bei der Polizei vergeblich Anzeige erstattet; angesichts der Belästigungen der Tochter schlug der Revierchef den Eltern vor, ihre Tochter zu konvertieren – sie weigerten sich; im Juni 2003 wurde der Behindertenausweis der Tochter eingezogen, während ihr Gesundheitszustand sich verschlimmert hatte; am 29. Juni 2003 wurde die Mutter vom Schulrat angegriffen und bedroht, falls sie ihre Klage nicht zurückzögen; am 23. Juli 2003 wurden ihre Pässe von zwei Polizisten eingezogen; am 25. Juli 2003 erfuhr die Mutter, daß ein Gericht ihnen das Sorgerecht entziehen und die Tochter in ein Internat schicken werde; um ihre Sicherheit fürchtend, ist der Vater mit Frau und Tochter aus dem Land geflohen; er befürchtet, im Falle der Rückkehr verfolgt zu werden“, schließt der Berichterstatter. 

Die Kommision zur Anerkennung von Flüchtlingen stellte daher fest, daß insgesamt die Tatbestände, „die starkem religiösen Druck auf die Tochter durch verschiedene Behörden entspringen“, „einen schwerwiegenden Eingriff in seine bürgerlichen Grundrechte darstellen und ihn in einen Zustand dauerhafter Unsicherheit versetzt haben.“ Sie haben ihn daran gehindert, „- ohne daß die staatlichen Organe trotz wiederholter Bitte abgeholfen hätten - ein normales Leben in dem Land zu führen, dessen Staatsbürgerschaft er erworben hatte.“ 

„Im Namen des französischen Volkes“ entschied die Kommission, daß der Vater berechtigt ist, sich als Flüchtling im Sinne der Genfer Konvention zu betrachten, und anerkennt ausdrücklich seinen Status als Flüchtling.

Der Text wurde, geringfügig gekürzt, aus dem Französischen übersetzt von T:I:S, 1. November 2005. 

Dank an Danièle Abramovici, Union Juive Française pour la Paix, die den Artikel per Rundbrief versandt hat. Frau Abramovici schreibt ihren Vornamen in den Rundbriefen der UJFP ohne accent grave. Name korrigiert, T:I:S, 25. Dezember 2005.

 

Anmerkung: 

Der Text wurde auf der Internetseite von  CAPJP-EuroPalestine (Coordination des Appels pour une Paix Juste au Proche-Orient) im Oktober 2005 ins Netz gestellt. Die UJFP (Union Juive Française pour la Paix) versandte den Artikel als eine von acht Anlagen zu ihrem Rundbrief am 31. Oktober 2005. Der Rundbrief einschließlich des versandten Artikels findet sich hier (Word-Datei). Die UJFP hat eine eigene Internetseite erst seit Anfang Dezember 2005, wie SteinbergRecherche am 12. Dezember 2005 auf der Index-Seite meldete. Sie enthält neue Beiträge. Zuvor war die UJFP im Netz bei CAPJP-EuroPalestine mit folgenden Beiträgen, Mitunterschriften oder Erwähnungen vertreten:

1. NON A LA VENUE DE SHARON : LA MOBILISATION S’AMPLIFIE EN FRANCE
"... Israéliens contre L’occupation (SICO), Union générale des étudiants DE Palestine (GUPS-FRANCE), Union juive française POUR LA paix (UJFP), les Verts. ..."
www.paixjusteauprocheorient.com/article.php3?id_article=1684
2. NON A LA VENUE DE SHARON : LA MOBILISATION S’AMPLIFIE EN FRANCE "... Israéliens contre l’occupation (SICO), Union générale des étudiants DE Palestine (GUPS-FRANCE), Union juive française pour LA paix (UJFP), les Verts. ..."
www.paixjusteauprocheorient.com/impression.php3?id_article=1684
3. LIBERATION DES REFUZNIKS ISRAELIENS ! TOUS AU RASSEMBLEMENT DEVANT ... "... L’Union Juive Française POUR la Paix (UJFP), Solidaires DES israéliens contre L’occupation (SICO), Femmes en Noir, droits DEVANT, Comité Palestine 5ème, ..."
www.paixjusteauprocheorient.com/article.php3?id_article=957
4. LIBERATION DES REFUZNIKS ISRAELIENS ! TOUS AU RASSEMBLEMENT DEVANT ... "... L’Union Juive Française pour la Paix (UJFP), Solidaires DES israéliens contre L’occupation (SICO), Femmes en Noir, droits DEVANT, Comité Palestine 5ème, ..."
www.paixjusteauprocheorient.com/impression.php3?id_article=957
5. La coordination des appels réclamant une paix juste et immédiate ... "... artistiques, culturels, juridiques), l’AFPS, le MRAP, La LDH, l’ATMF, l’UJFP, le CVPR, Agir Ensemble pour les Droits de l’Homme, le Comité Palestine 33, ..."
www.paixjusteauprocheorient.com/IMG/doc/QUESTIONNAIRE_CANDIDATS_PRESI.doc
6. BOYCOTT DES PRODUITS ISRAELIENS A BORDEAUX : UN PROCES DE L’OCCUPATION "... DES dizaines DE militants DE diverses associations (Palestine 33, Sud, Attac, CAPJPO, AC, CAP, CGT, UJFP ...) manifestaient devant Le Palais DE justice. ..."
www.paixjusteauprocheorient.com/impression.php3?id_article=1482
7. Actualités - dépêche "... DES dizaines de militants de diverses associations (Palestine 33, Sud, Attac, CAPJPO, AC, CAP, CGT, UJFP ...) manifestaient devant Le Palais de justice. ..."
www.paixjusteauprocheorient.com/infos/actualites/affichage_article_dynamique.php?articleId=323

Aktivitätsmittelpunkt der UJFP ist Marseille. Auf der Internetseite von Mille Bâbords, einem linken Marseiller Bündnis, ist sie laut Google mit ca. 482  Beiträgen, Mitunterschriften oder Erwähnungen vertreten. Hier die ersten zwanzig:

1. Fatal error: Allowed memory size of 8388608 bytes exhausted (tried ...
"Fatal error: Allowed memory size of 8388608 bytes exhausted (tried to allocate 5353 bytes) in /data/www/m/i/llebabords.org/html/ecrire/inc_version.php3 on ..."
www.millebabords.org/assoces.php3?id_mot=59
2. Union Juive Française pour la Paix (UJFP) "courrier : UJFP C/° Mille babords 61 rue Consolat 13001 MARSEILLE téléphone : 06 08 61 82 13 mail : ujfp@filnet.fr pour adhérer à l'UJFP adressez nous vos ... "
millebabords.org/assoces.php3?id_mot=55
3. Union Juive Française pour la Paix (UJFP) "L\'association a pour buts d\'oeuvrer à : - une solution politique juste et durable fondée sur l\'égalité des droits dans le conflit israélo-palestinien ..."
www.millebabords.org/mot.php3?id_mot=55
4. 2. assos locales : répertoire et communiqués "... communiqué de Union Juive Française pour la Paix (UJFP). COMMUNIQUÉ DE PRESSE. L’UJFP PRESENTE SES CONDOLEANCES AU PEUPLE PALESTINIEN. ... "
millebabords.org/rubrique.php3?id_rubrique=41
5. LES JUIFS FRANÇAIS SONT MENACÉS... PAR SHARON ! "... Juive Française pour la Paix (UJFP) du 23 juillet 2004. LES JUIFS FRANÇAIS SONT MENACÉS... PAR SHARON ! ... UNION JUIVE FRANÇAISE POUR LA PAIX. ujfp@filnet.fr. ... "
www.millebabords.org/article.php3?id_article=1366
6. Intégrismes, communautarismes et Racisme "Pierre STAMBUL militant du MRAP, vice -président de L’UJFP interviendra sur ... Le débat mortel qui traverse le MRAP, l’UJFP, la LCR (Saint-Jean et toi ? ..."
www.millebabords.org/article.php3?id_article=3183
7. NON AUX CHARTERS : L’EGALITE DES DROITS POUR TOUS "communiqué de l' Union Juive Française pour la Paix (UJFP), du 30 septembre 2005 ... Dans le même esprit, l’UJFP encourage tous les citoyens de ce pays à ..."
www.millebabords.org/article.php3?id_article=2895
8. AU NOM DE QUI PARLE LE CRIF ? "Une de tâches primordiales de l\'UJFP est de faire entendre la diversité réelle de pensée, d\'opinion, et de sensibilité des Français d\'origine juive qui ..."
www.millebabords.org/article.php3?id_article=2064
9. Un jugement absurde et scandaleux "communiqué de l' Union Juive Française pour la Paix (UJFP),. Communiqué de l’UJFP après la condamnation de Morin, Naïr et Sallenave ..."
www.millebabords.org/article.php3?id_article=2731
10. Communiqué sur la Connex "Non aux prédateurs et aux profiteurs de guerre ! Non à la CONNEX ! Signataires : Palestine 13 - UJFP PACA , le 15/11/2OO5 ..."
www.millebabords.org/article.php3?id_article=3178
11. Alternative Libertaire "... SUD; Survie; Témoignage Chrétien; Union Juive Française pour la Paix (UJFP). Alternative Libertaire. Libertaire - Egalitaire - Solidaire ... "
www.millebabords.org/assoces_tot.php3?id_mot=59
12. Intimidation et censure contre des militants pour la paix "Si vous êtes membre d'une organisation qui souhaite être co-signataire de ce communiqué de presse, merci de nous le faire savoir au plus vite. Pour Survie 13 Raphaël ... "
www.millebabords.org/article.php3?id_article=1738
13. Conférence de Presse sur le TPA "Nous avons le plaisir de vous inviter à la première conférence de presse organisée par le Collectif pour la Défense du Cadre de Vie dans les 15 et 16èmes arrondissements ... "
www.millebabords.org/article.php3?id_article=1751
14. Pour une Europe sociale et démocratique ! "Attac Marseille propose d'aborder le débat sur l'Europe de la façon suivante : que pourrait faire l'Europe si elle était au service des citoyens ? Pour l'emploi ... "
www.millebabords.org/article.php3?id_article=1670
15. Démocratie ou colonialisme ? "Une manifestation était organisée aujourd'hui à l'initiative de l'Association générale des Ivoiriens des Bouches du Rhône à Marseille. "
www.millebabords.org/article.php3?id_article=1739
16. COMMUNIQUE "La LCR,. "
www.millebabords.org/article.php3?id_article=765
17. EXPULSION DE GENS DU VOYAGE A VITROLLES "Vitrolles le , 12 février 2004 Communiqué de PresseLes Forces de l'Ordre sont intervenues Vendredi 12 février, dès 6 heure du matin pour expulser un campement ... "
www.millebabords.org/article.php3?id_article=731
18. PALESTINE : UN SILENCE COMPLICE "Bush verse des larmes de crocodile sur les tortures et les crimes de l'armée US en Irak. _ Les médias du monde entier et les responsables politiques dénoncent l ... "
www.millebabords.org/article.php3?id_article=1141
19. "Nous, le Peuple des Etats-Unis..." "Essais sur la liberté d'expression et l'anticommunisme, le gouvernement representatif et la justice economique, les guerres justes, la violence & la nature humaine ... "
www.millebabords.org/article.php3?id_article=1629
20. C'est le moment ! "En France, depuis 1981, pour la majorité des emplois créées (temps partiels, emplois aidés) le salaire est inférieur au SMIC, preuve flagrante que se développe ... "
www.millebabords.org/article.php3?id_article=1042

T:I:S, 25. Dezember 2005

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Europäische Juden für gerechten Frieden

Erklärung zu Rosh H'Shanah - Neujahr 5766

Aufforderung, unter anderem an die Europäische Union, dem Terror der israelischen Armee gegen die Palästinenser Einhalt zu gebieten.

Jüdische Stimme, T:I:S, 1. November 2005

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CBC News

Säuberung

Der israelische Kanal 2  filmte die heimischen Verteidigungskräfte bei der Arbeit  in einem palästinensichen Privathaus und strahlte den Film aus. Gegenüber CBC News sprach ein beteiligter Soldat von Säuberung, ein anderer hatte nichts einzuwenden und fand die Aktion nicht so schlimm. Der Armeesprecher nannte die Weigerung der Soldaten, eine Ambulanz durchzulassen, einen Fehler. Eine verletzte Frau starb. Der Regierungssprecher bedauerte, daß Kanal 2 keine Selbstzensur geübt habe. Eine israelische Zeitung meldete das Ereignis in großer Aufmachung.   

CBC News berichtete schriftlich und per Video; zum Bericht; dort rechts oben Link zum RealVideo;  oder direkt zum RealVideo in schlechterer Qualität (knapp 3 Minuten, 225Kbps, There are no rights or restrictions associated with this clip.)  

T:I:S, 25. Oktober 2005

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Avraham Oz

Das ist mein Vaterland...

Frau Hanna Braun von der Palestine Solidarity Campaign www.palestinecampaign.org mit Sitz in London bat SteinbergRecherche um Veröffentlichung eines Briefes des israelischen Universitätsprofessors Avraham Oz. Hier der Brief auf Deutsch.  

Haifa, 19. September 2005 

Liebe Freunde, 

Das ist mein Vaterland -

wie allgemein bekannt,  „die einzige Demokratie im Nahen Osten“.

Das ist mein Vaterland -

wo Bürger, die sich aus Gewissensgründen gegen die in ihrem Namen von Generälen, Offizieren und Soldaten im aktiven Dienst und als Reservisten begangenen Greueltaten stellen, die Anrufung der internationalen Justiz gegen Kriegsverbrechen betreiben, weil die israelische Justiz ihrer moralischen Verpflichtung ausweicht. Und wo diese Bürger vom langjährigen Likud-Abgeordneten Steinitz (einem ehemaligen Kollegen an meiner Universität – wo sonst?) bedroht werden. Steinitz versucht, ein „Gesetz gegen Verrat“ durchzubringen, das an finstere Zeiten erinnert: Danach sollen solche vom Gewissen getriebene Bürger verfolgt und für ihre Bemühung mit Gefängnis bestraft werden.

Das ist mein Vaterland -

wo nicht ein Polizeibeamter unter den vielen, die in demonstrierende palästinensischen Bürger hineinschossen, dreizehn töteten und viele verwundeten, wo kein einziger von ihnen zur Rechenschaft gezogen wird und vor Gericht kommt; nicht einmal für ein minderes Vergehen, geschweige denn wegen gröberer Verstöße. Das, obwohl vor fünf Jahren eine sehr nachsichtige und milde amtliche Untersuchungskommission das Polizeiverhalten bemängelt hatte. Noch wird voraussichtlich einer der Soldaten vor Gericht kommen, die fast täglich im Dorf Bil’in Demonstranten verletzen, Demonstranten gegen die Trennmauer, die die Palästinenser auf der Westbank ins Elend treibt. Zur gleichen Zeit sitzt eine junge Frau, Tali Fahima, für Monate im Gefängnis und steht vor Gericht wegen mysteriöser Vorwürfe, die darauf hinaus laufen, sie hätte als menschliches Schutzschild für einen Führer des palästinensischen Widerstands in seinem Flüchtlingslager gedient, und zwar während der berüchtigten Jenin-Operation, weil er als direkte Zielscheibe zur Tötung durch die israelischen Sicherheitskräfte ausersehen war.

Das ist mein Vaterland -

wo das angebliche Leid der Siedler, die von den Wohnstätten, dem Boden und den Wasserquellen evakuiert wurden, die zuvor Palästinensern gestohlen worden waren, wo dieses angebliche Leid in allen Medien dramatisch vorgeführt wird; während die Familien der Palästinenser, die durch Terrorakte von Siedlern und ihren Unterstützern aus Protest gegen ihre Evakuierung kaltblütig ermordet und verwundet wurden, kein Recht auf den Schadenersatz haben, der Terroropfern zusteht. Denn der Buchstabe des Gesetzes in meinem demokratischen Vaterland definiert einen Terrorakt als ein Verbrechen gegen den Staat Israel, wobei jüdische Mörder per definitionem keine Terroristen sind.

Das ist mein Vaterland -

wo ein leeres Gebäude, das von den Siedlern einer evakuierten Siedlung als Synagoge genutzt worden war (und aus dem alle heiligen Reliquien offiziell entfernt wurden) in einer Art heidnischer militärischen Zeremonie dem Erdboden gleich gemacht wird; und wo gleichartige Gebäude, entgegen der Empfehlung von Rabbinern, nicht zerstört wurden als Provokation für Palästinenser nach der Evakuierung; Palästinenser, die keinen Grund sehen, diese leeren Gebäude als heilige Stätten zu betrachten. Während die Verwüstung beweint wird, die in der angeblichen Entweihung solch unheiliger Gebäude bestehe, kann ich mich sehr gut an unseren Lieblingsspielplatz als kleine Kinder erinnern, auf einem kleinen Hügel am Meer im Norden der Stadt, wo wir kleinen Kinder zufällig einen Knochen auf dem Boden fanden: Unsere Eltern nannten den Hügel „den moslemischen Friedhof“. Jahre später studierte ich an einer Universität, die auf den Ruinen eines arabischen Dorfes namens Sheikh Muanis stand. Versuche einer Frauengruppe namens Zochrot – „Erinnere dich“ auf Hebräisch – an dieses Dorf zu erinnern, werden als subversiv diffamiert.

Das ist mein Vaterland -

eines, das sich rühmt, „die einzige Demokratie im Nahen Osten zu sein“, aber dessen Premierminister erklärt, er werde die demokratischen Wahlen zur Palästinensischen Autonomiebehörde sabotieren, weil er sich über das Programm einer der zur Wahl stehenden Parteien (so anstößig sie sein mag) ärgert.

Das ist mein Vaterland -

wo eine Universität, die Unterricht in Demokratie erteilt, ein Militärstudium für Nachrichten-Offiziersanwärter in Uniform einrichtet, die einen ganzen Abschnitt der Studentenwohnheime belegen (entgegen den Bedürfnissen arabischer und benötigter jüdischer Studenten); die Wohnheime werden sozusagen Kasernen (Sie haben richtig geraten: an meiner eigenen Universität); während die gewählte arabische Studentenvertretung (sie vertritt ungefähr 20% der Studenten) noch immer nicht anerkannt ist; während der Bitte, Schilder in arabischer Sprache (einer amtlichen Sprache in Israel) auf dem Campus anzubringen, noch immer nicht entsprochen wurde; während das Theater für Aufführungen in Arabisch geschlossen wurde; und während verboten wurde, einen Weihnachtsbaum neben einem Chanuka-Leuchter aufzustellen, als die beiden religiösen Feiertage zusammen fielen. Stattdessen wurde aus dem schrumpfende Budget eine private Anwaltskanzlei damit beauftragt, die gesetzlichen Grundlagen dafür vorzubereiten, warum arabische Schilder nicht aufgestellt werden; und dafür, eine neues Gerichtsurteil anzuzweifeln, das sich für die Öffentlichkeit von Verfahren und gegen eine selektive Geheimhaltung aussprach (sodaß dann der Leitung Immunität gewährt wird und sie weit entfernt vom öffentlichen Einblick die Mitglieder der Fakultät los ist).

Das ist mein Vaterland -

wo der Ausdruck „ein Staat aller seiner Bürger“ von dessen offizieller Regierung bedauert wird. Die „einzige Demokratie“ der Region verbietet Schul-Curricula, weil sie (in kleinem Umfang) einige palästinensische Autoren enthalten wie Edward Said, Azmi Bishara oder Mahmoud Darwish, aus Furcht, die Vorstellung, Nicht-Juden könnten gleichberechtigte Bürger sein, würde die Jugend verderben. Und schockiertes und bestürztes Aufschreien, wann immer ein somit amtlich zur Ungleichheit zwischen den Bürgern erzogener Jugendlicher zu Gewalt, ja zu Mord aus ethnischen oder religiösen Gründen greift.

Das ist mein Vaterland -

Während die Evakuierung von ein paar Siedlern aus dem besetzten Gaza-Streifen politisches Chaos verursacht und die Regierung, die sich demokratisch dafür ausgesprochen hat, zu fallen droht, werden Millionen in die Stärkung der Mehrheit der Siedllungen auf der besetzten West Bank gepumpt. Die Regierung billigte nicht einmal die Beseitigung sporadischer „illegaler Siedlungen“ (als ob es „legale“ gäbe), baute neue Straßen dort hin und schloß sie an die Elektrizität an. Gerade vom obersten israelischen Gericht gebilligt, trotz entgegengesetzter ausländischer Entscheidungen, wird eine Mauer des Hasses errichtet, die palästinensische Dörfler von ihren Ländereien trennt, Kinder von ihrer Schule, und jede Hoffnung auf dauerhaften Frieden von der Wirklichkeit.

Das ist mein Vaterland, manchmal freundschaftlich ermahnt, meistens freundlich getätschelt als eine aufgeklärte Demokratie im Nahen Osten. Ich frage mich, ob das die Lektion in selektiver Demokratie ist, die die demokratische Welt heutzutage den Nachbarländern meines Vaterlandes mit Gewalt erteilt.

Auf besssere Tage

gez. A. Oz


Professor Avraham  Oz
Department of Hebrew and Comparative Literature
University of  Haifa

Email:  avitaloz(at)gmail.com

Übersetzt aus dem Englischen von T:I:S, 17. Oktober 2005  

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Nathan Hofshi  

In den Abgrund 

Die heute in den Krieg ziehen, sollten nicht über Tote und Verwundete klagen. Verantwortlich für Tod und Zerstörung sind die, die das Volk daran hindern, die wahre Lage zu begreifen. Die wahre Lage ist die: In diesem Land lebt ein arabisches Volk, und rund um uns herum im Nahen Osten leben arabische Völker... Schlachtengebrüll in der Presse, auf Versammlungen und beim Begräbnis der Gefallenen. Aber die Frage bleibt:  Wozu die Opfer, wozu das Heldentum? Warum sollten wir nicht den Weg des Friedens gehen? Warum sollten wir nicht in der Lage sein, mit friedlichen Mitteln zu erreichen, was wir mit kriegerischen versuchen – wenn wir diesen Weg mit der selben Hingabe beschreiten? Warum sollten wir nicht Zehn- oder Hunderttausende Einwanderer mit arabischer Zustimmung ins Land bringen, statt ein paar hundert um den Preis endlosen Leidens, Blutvergießens und der Gefährdung der Grundlagen unserer nationalen Existenz? Müssen wir wirklich alles Glück und Wohlergehen unseres Volkes opfern, hier in Palästina ebenso wie in der Diaspora – um des Molochs willen, der Staat heißt? 

Mein Volk, eure Möchte-Gern-Wohltäter führen euch in die Irre. Euer Prophet ist ein falscher Prophet. Und Jeremias Warnruf verhallt in der Wüste! 

In den Abgrund! 

Januar 1946

Quelle: Hofshi, Nathan: Into the Abyss. Januar 1946. In: Buber, Martin, Judah L. Magnes und Ernst Simon (Hrsg.): Towards Union in Palestine. Essays on Zionism and Jewish-Arab cooperation. IHUD (Union) Association, Jerusalem 1947, S. 37 - 40 

T:I:S, 17. September 2005

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Michael Warschawski

Mit Höllentempo 

... daß man sich, wenn eine Gesellschaft im Höllentempo auf die Barbarei zurast, vom Optimismus des Willens leiten lassen muß – trotz des Pessimismus, zu dem die Vernunft uns zwingt. Und wenn trotz allem die Vernunft über den Willen siegt, bleibt als letzte Konsequenz des Kampfes gegen die Ungerechtigkeit das Prinzip Widerstand, das nichts anderes ist als der Schrei der Menschenwürde, die Weigerung, vor der Brutalität zu kapitulieren. 

Februar 2003

Quelle: Michael Warschawski: Mit Höllentempo. Die Krise der israelischen Gesellschaft. Hamburg: Edition Nautilus 2004, S. 8

T:I:S, 17. September 2005

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Moshe Zuckermann

Antisemitismus und "Antisemitismus"-Ideologie

Anmerkungen zur israelischen politischen Kultur

...Nirgends auf der Welt ist der Jude als Individuum durch den Antisemitismus so bedroht, wie er es in Israel durch Israels Politik ist - und zwar als eklatante Folge einer von Israel seit Jahrzehnten betriebenen Außenpolitik und der mit dieser einhergehenden Erhaltung und Fortsetzung eines barbarischen Okkupationsregimes, eine Außenpolitik, die sich nicht zuletzt der Ideologie einer längst zum Fetisch verkommenen "Bedrohlichkeit" bedient. Die antisemitische Kollektivbedrohung von Juden in der "Diaspora" ist heute nirgends auf der Welt auch nur annähernd vergleichbar mit der kollektiven Katastrophe, die Juden erwarten dürfte, wenn es zu einem - nicht zuletzt von der israelischen Politik mitverschuldeten - regionalen Krieg kommen sollte. Daß es im Interesse keiner der beteiligten Parteien im Nahen Osten liegt, einen solchen Krieg zu initiieren, ändert letztlich nichts daran, daß die objektive Kollektivbedrohung von Juden viel eher in ihm, dem potentiellen Krieg, als im wie immer virulenten und in der Tat unerbittlich zu bekämpfenden Antisemitismus in der Welt liegt. Dies zu verdecken, ist u.a. die Funktion der konjunkturellen Belebung des Antisemitismus-Diskurses in Israel. Denn wenn der israelische Premierminister öffentlich behaupten kann, daß jede aus Europa kommende Kritik an seiner Politik unweigerlich antisemitisch sei, und sich gar dazu versteigt, zu postulieren, daß wenn er diese (antisemitische) Kritik höre, er auch begreife, wie es zum europäischen Holocaust hat kommen können, (1) dann handelt es sich entweder um das dämliche Dahergerede eines in Bedrängnis geratenen Politikers, der - obwohl Staatschef von Israel - wohl bis zum heutigen Tag das Wesen und die (weltgeschichtliche) "Bedeutung" der Shoah nicht recht begriffen hat, oder aber - was eher anzunehmen ist - er bedient mit dieser populistischen Rhetorik genau das, was den Ideologiecharakter des seinem Wesen nach heteronomen israelischen Antisemitismus-Diskurses ausmacht, wie er sich im kulturellen Bewußtsein der allermeisten jüdischen israelischen Bürgerinnen und Bürger mehr oder weniger deutlich kodiert hat.

Antisemitismus wird zum Wesenszug des Islam erklärt

Denn nicht um den Schutz der Juden in der "antisemitischen Diaspora" geht es dem israelischen Antisemitismus-Diskurs für gewöhnlich, sondern um eine Apologie des Zionismus, mithin um die Perpetuierung der "Diaspora" als Affirmationsgrundlage des eigenen, in den letzten Jahren aus mannigfaltigen Gründen immer bedrohlicher ins Wanken geratenen "israelischen" Selbstverständnisses, ein Anliegen, bei dem man - wie dargelegt - immer schon auf die ideologisch durchherrschte Vereinnahmung des "Antisemitismus" zurückzugreifen wußte. Daran, daß mit solcher Vereinnahmung gerade eine menschenverachtende Politik gerechtfertigt und gepolstert werden mag (wie im Paradefall des israelischen Premierministers), hat sich der allergrößte Teil der jüdischen israelischen Bevölkerung nie wirklich gestoßen. Im Gegenteil, da die Shoah mutatis mutandis zur raison d'être des zionistischen Staates umideologisiert worden war, erwies sich der politisch instrumentalisierte "Antisemitismus" als effizientes Mittel zur Entsorgung des von "der Welt" widergespiegelten, in der Tat sehr wenig schmeichelhaften Bildes eines politischen Gewaltsubjekts und barbarischen Eroberers. Endgültig zufrieden darf man sich in diesem Zusammenhang durch den in den letzten Jahren merklich erstarkten "islamischen Antisemitismus" wähnen. Koppelt sich in ihm ja beides: der in Europa gewachsene "Antisemitismus" mit der nahöstlichen militärischen "Bedrohung", der "Shoah"-Code also mit der "Sicherheitsdoktrin": die geradezu ideale Basis für eine neue, ideologisch freilich über Jahrzehnte erprobte Selbstviktimisierung. Man verfährt dabei essentialistisch. Der Antisemitismus wird (vor allem in den Medien) zum Wesenszug des Islam erklärt, ohne sich länger bei der Grundtatsache aufzuhalten, daß sich dieser geschichtlich gerade nicht durch jenen brachial verfolgenden, geschweige denn eliminatorischen Judenhaß auszeichnete, der die gesamte abendländische, mithin christliche Kultursphäre jahrhundertelang bis hin zum nationalsozialistischen Völkermord durchwirkte. Israelische Juden orientalischer Provenienz pflegen zu erzählen, wie gut für gewöhnlich die nachbarliche Beziehung zur muslimischen Umwelt in ihren Ursprungsländern bis 1948 war... 

Anmerkung von Moshe Zuckermann:

(1) Das ist wahrhaft nur ein Beispiel für die gängige ideologische Rhetorik, welche die israelische politische Alltagskultur unentwegt überschwemmt. Es ließen sich noch viele Hunderte anderer Beispiele dieser Art anführen.

Moshe Zuckermann ist Leiter des Instituts für Deutsche Geschichte an der Universität Tel Aviv.

Erschienen in: inamo (Informationsprojekt Naher und Mittlerer Osten e.V.), Nr. 38, Juni 2004

Die Zeitschrift inamo erscheint vier Mal im Jahr und ist zu beziehen bei:
Redaktion inamo
Dahlmannstr. 31
10629 Berlin
Tel.: 030/86421845; e-mail: redaktion(at)inamo.de
 

Der vollständige Beitrag wurde von der AG Friedensforschung an der Uni Kassel ins Netz gestellt.  

T:I:S, 29. Juni 2005

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Diana Johnstone

Dieudonné und die Nutzungen des Antisemitismus

Die europäischen und die US-amerikanischen Herrscher haben Jugoslawien bombardiert und zerstückelt. Diana Johnstone analysiert seit 1998 die Rechtfertigungen für den Angriffskrieg der Westalliierten und hat sie demontiert. Nun berichtet sie, wie deutsche und französische Täter sich selbst, und darüber hinaus den US-amerikanischen und israelischen Eroberern im Nahen Osten und in Mittelasien, jede Kritik vom Hals halten wollen.

Als Schutzschild diene in Deutschland unter anderm das geplante Verbot der Leugnung eines Völkermords, etwa an den Kosovo-Albanern - eines Völkermords, der nie geschah. In Frankreich finde gegen den Fernsehkomiker Dieudonné ein Kesseltreiben statt. Der rechtsradikale Zionist Roger Cukierman, Vorsitzender des Dachverbandes der französischen jüdischen Organisationen, bezichtige den Komiker und andere Gegner der israelischen und US-amerikanischen Krieger des Antisemitismus. Tatsächlich schütze Cukierman nicht die Juden, sondern die US-amerikanischen und israelischen Angreifer.  

„Der Mythos wohlwollender militärischer Interventionen der USA wird verstärkt durch die Ausbeutung des Holocaust. Im gleichen Zug wird das ‚alte Europa’ geschwächt. Das ist ein Grund, warum Politiker und Medien in Europa, die wollen, daß ihr Land Washington folgt – und die sind keineswegs alle jüdisch – warum sie es nützlich finden, dauernd auf der Klaviatur des Holocaust zu klimpern.“ 

Diana Johnstone anklicken.

T:I:S, 1. März 2005

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Ran HaCohen

Die dritte Intifada: “Ja zum Frieden, nein zur Mauer“

Friedliche Demonstranten, die rufen: “Nein zur Mauer”, aber: “Ja zum Frieden” – zum Frieden mit dem eigenen Unterdrücker und Enteigner.

Budrus, wo dieser Slogan geprägt wurde, ist ein kleines Dorf mit etwa 1 200 Palästinensern im Norden der Westbank, grad auf der andern Seite der Grünen Grenze. Nur wenige Israelis haben je davon gehört. Aber einige werden sich an das benachbarte Kibia erinnern, grad eine Meile östlich, wo am 14. Oktober 1953 eine israelische Armeeeinheit unter der Leitung eines jungen Offiziers namens Ariel Scharon das Dorf verwüstete. Es stand damals noch unter jordanischer Hoheit. Die Einheit zerstörte 40 Häuser und tötete mehr als 50 Leute – eine Greueltat, die internationales Entsetzen auslöste und vom UN-Sicherheitsrat scharf verurteilt wurde.

Ein halbes Jahrhundert nach diesem Gemetzel schickte Premierminister Ariel Scharon seine Bulldozer in das gleiche ländliche Gebiet... 

Zum Weiterlesen auf Englisch Intifada anklicken. Ran HaCohen hat einen PhD in Jewish Studies und lehrt in Israel.

T:I:S, 30. Dezember 2004

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Ran HaCohen

Ethnische Säuberung

Also, das ist weder eine Mauer, noch ein Zaun. So, wie Sie ein Buch nicht ein Papier nennen, und Brot nicht Mehl, nennen Sie das nicht Mauer. Was Israel in der Westbank baut,  besteht aus Mauern und Zäunen, aber es ist keine Mauer und kein Zaun. Es ist etwas ganz anderes. Mit der Bezeichnung bin ich mir nicht sicher: Ghettos? Außerrechtliche Arrestanstalten? Freiluft-Gefängnisse? Ein Netz von Käfigen für menschliche Wesen? Ich bin mir nicht sicher, ob es einen Namen gibt, noch bin ich mir sicher, ob es einen Vorläufer in der Menschheitsgeschichte hat. Nicht nur hat es nichts zu tun mit der vergleichsweise winzigen Berliner Mauer, es hat sogar eindeutig auch sehr wenig zu tun mit den Bantustans der Apartheid, die jeder für sich Zehntausende von Quadratkilometern groß waren. Die Westbank-Käfige umschließen oft nur ein paar Hektar – eine ganz anderere Sache also.

Vor Jahrzehnten lautete ein landläufiges israelisches Argument, die Westbank und Gaza seien zu klein für einen lebensfähigen Palästinenserstaat. Sei es wie es sei, niemand würde behaupten, ein ausgebauter Käfig von zwei mal zwei Kilometern – ohne öffentliche Einrichtungen, ohne Baugelände oder Felder, mit einem von einer feindlichen Armee bewachten Tor – sei ein Ort, an dem man leben kann. Die israelischen Behörden wissen das sehr gut - schließlich ist ihre eigener Appetit auf Land unersättlich. Die Absicht ist klar: Früher oder später wird die hoffnungslos eingesperrte Bevölkerung gehen müssen, einfach um nicht zu verhungern. Das ist ethnische Säuberung. Es macht Leben unmöglich, sodaß die Palästinenser gezwungen sind, das Land zu verlassen.

Übersetzter Auszug aus: Ran HaCohen: Don't Call it a Wall. antiwar.com, June 30, 2004  Siehe auch die große West Bank Map und die Bilder vom West Bank Wall

T:I:S, 30. Juni 2004

(Anmerkung Polder / Westmarschenland von Thomas Immanuel Steinberg am 19. Juli 2004 entfernt.)

 

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Michèle Sibony

Scharon will an Frankreich beweisen, daß Juden und Araber nicht zusammenleben können.

Michèle Sibony  ist Vize-Präsidentin der Union der französischen Juden für den Frieden (Union Juive Française pour la Paix / UJFP) , die sich in Opposition zur offiziellen politischen Repräsentanz der jüdischen Organisationen in Frankreich (CRIF) sieht.1994 in Paris gegründet, ist die Union Mitglied der Internationalen Union der Juden für den Frieden, die seit 1984 besteht.

„Sieht man von Israel ab, leben in keinem anderen Land so viele Juden und Araber zusammen wie in Frankreich. Und dazu noch, was sehr wichtig ist, innerhalb einer republikanischen Demokratie, die zumindest im Prinzip allen die gleichen Rechte nach dem Motto Liberté-égalité-fraternité zusichern möchte. Das ist eine Herausforderung für Scharon, er will den Gegenbeweis erzwingen und beweisen, dass Juden und Araber nicht miteinander auskommen können. Wenn die jüdische Gemeinde Frankreichs zum Opfer und zur Zielscheibe des Antisemitismus erklärt wird, schwächt das zum einen die offizielle französische Regierungsposition, die in Israel als araberfreundlich gilt. Zum anderen soll der Beweis erbracht werden, dass auch französische Juden und Araber nicht zusammenleben können, weil sie von Grund auf gegensätzlich seien. Dieser „Beweis“ wäre Wasser auf Scharons Mühlen; es würde die Behauptung stützen, Juden und Araber seien in einem genetischen Widerstreit, in einem krankhaft gestörten Verhältnis zueinander befangen; sie könnten gar nicht zusammenleben, hier nicht und in Israel nicht. Dieser Beweis würde die Politik der Separation und Diskriminierung, wie sie Israel verfolgt, rechtfertigen und gutheißen.“  

Quelle: Die geteilte Republik - Antisemitismus in Frankreich. Feature von Ruth Jung. Deutschlandfunk, Freitag, 11. Juni 2004, 20.10 - 21.00 Uhr. Das elektronische Skript kann beim hoererservice (at) dradio.de bestellt werden.  Denis Sieffert hat in Politis  ein Buch von Michèle Sibony und Michel Warschawski (mit Foto) rezensiert 

T:I:S, 17. Juni 2004

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Keren Yedaya

Sklaverei in Israel

Keren Yedaya, israelische Film-Regisseurin, hat sich mitverantwortlich erklärt für „Leid und Sklaverei von über drei Millionen Palästinensern“. Yedaya erhielt in Cannes aus der Hand von Tim Roth die „Goldene Kamera“ für ihren Debüt-Film „Mon Trésor (Or)“. Der Film erzählt von einer Tel-Aviver Prostituierten und ihrer 17-jährigen Tochter. Yedaya reagierte auf die Preisverleihung mit den Worten:  

„Ich wollte ein großes Dankeschön sagen, denn einen Film wie den meinen auszuwählen, ist keineswegs selbstverständlich... Diese Woche ist wie im Traum vergangen. Mein Film ist auf viel Liebe gestoßen, und auch auf viel Feindseligkeit. Das beweist in gewissem Sinne, daß die Leute Veränderungen wollen. Vielen Dank an alle... Ich möchte diesen Film aus vollem Herzen all denen widmen, die nicht frei sind, all denen, die in Sklaverei leben. Ich hoffe, daß wir mit dem Preisgeld ein Haus bauen können für die Frauen, die von der Prostitution weg wollen. Es fällt mir sehr schwer, das zu sagen, weil ich aus Israel komme und wir auch verantwortlich sind für Leid und Sklaverei von über drei Millionen Palästinensern. Ich liebe Israel , ich liebe mein Land. Also bitte, es gibt viele Leute in Israel, die gegen diese Besatzung kämpfen: Helft ihnen, helft den Palästinensern.“  

Keren Yedaya wurde 1972 in den USA geboren und lebt seit 1975 in Israel. Seit 1993 gibt sie Filmkurse  für Straßenkinder, seit 1997 hält sie Vorträge über Prostitution vor Psychologen, Psychiatern und Regierungsmitgliedern – anhand ihrer Filmstudie „Lulu“. „Mon Trésor (Or)“ ist ihr erster Spielfim. Emmanuel Agneray und Jérôme Bleitrach von Bizibi Productions (Frankreich) und Marek Rozenbaum von Transfax (Israel) haben den Film mit einem Budget von 650 000 Dollar produziert. Die Regisseurin erklärte laut Le Monde: „Ich hoffe, daß ein Kino, das sich etwas stärker als Underground versteht, die politische Situation zu kritisieren in der Lage sein wird. Die Besatzung fügt beiden Seiten Leid zu, den Palästinensern und den Israelis.“  

(Dank für den Hinweis an Claudia Karas)  

Immer mehr israelische Kriegsdienstverweigerer sitzen im Gefängnis, arme Schlucker, die Ihre Spende brauchen. Aufruf zum Spenden unter http://people.freenet.de/hamburgerforum/SPENDET.pdf an:  

Challenge
Sparkasse Bonn
BLZ: 380 500 00
Kto-Nr: 123 097 248
Stichwort: »Verweigerer«  

T:I:S, 2. Juni 2004

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Daniel Barenboim:

Israel - nur eine Episode?

Die Gründung des Staates Israel hat den Juden als Juden eine Identität gegeben, zum ersten Mal seit 2000 Jahren. Aber solange wir Juden uns die Frage nicht beantworten: Was ist ein Jude? Und: Wie definieren wir uns? – solange wir nicht wissen, wer wir sind, solange können wir mit den Palästinensern nicht verhandeln. Und wenn wir mit den Palästinensern nicht verhandeln, wird der Staat Israel eine Episode bleiben in der Geschichte des jüdischen Volkes.

Die Akzeptanz des palästinensischen Volkes ist unsere einzige, langfristige Sicherheit, kein Herr Bush und sonst auch niemand.

Wenn man also wie ich nicht ans Militär glaubt, dann gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder das Ganze führt direkt in die totale Katastrophe – wozu wir auf dem besten Wege sind –, oder aber es gibt eine friedliche Lösung.  

Auszug aus dem Tagesspiegel vom 7. Mai 2004

 http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/07.05.2004/1109308.asp

T:I:S, 13. Mai 2004

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Uri Avnery

Leben (wie) in einer Seifenblase

"Darum lebt jedes der beiden Völker wie in einer abgeschlossenen Seifenblase, abgekapselt vom anderen und tatsächlich auch von der ganzen übrigen Welt. Innerhalb seiner Seifenblase kultiviert jedes Volk seine Schmerzen, die Überzeugung, das größte Opfer zu sein, die Erinnerung an die ihnen zugefügten Ungerechtigkeiten, den Zorn über das andere grausame, mörderische und abscheuliche Volk. Jedes Volk glaubt, dass absolute Gerechtigkeit auf seiner Seite sei - und darum auch an die absolute Ungerechtigkeit der anderen Seite."

http://www.kommunisten-online.de/Kriegstreiber/avneri.htm

T:I:S, 6. Mai 2004

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Ran HaCohen:

Who Won World War II?

antiwar.com, March 27, 2004

"...Die Ermordung Scheich Jassins durch Israel könnte in die Geschichte eingehen als der Augenblick, an dem Hitlers Vorstellung vom Vernichtungskrieg, von der Verachtung grundlegender Überzeugungen und Übereinkünfte der Menschheit ihren Triumpf feiert - eine Vorstellung, die geteilt wird und uns aufgedrückt wird von der Achse Scharon - Bush - Bin Laden." 

http://www.antiwar.com/hacohen

T:I:S, 1. April 2004

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Holocaust - 2. Teil und Schluß

Der links-liberale Nouvel Observateur berichtet über die Wählerbasis von George Bush: die fundamentalistischen Protestanten. Diese sogenannten Evangelikalen sind eine Massenbewegung in den USA mit ihren Fernsehpredigern, der wörtlich genommenen Schöpfungsgeschichte und dem Kampf gegen Homosexuelle und Schwangerschaftsabbruch. Inzwischen haben sie erschütternd erfolgreich Chile und Brasilien missioniert und greifen - teilweise von Frankreich aus - gerade nach Afrika über. Hier ein Kasten aus dem umfangreichen Dossier. (Übersetzung: T:I:S)

Für Groß-Israel

Die Evangelikalen verkünden : Alle Juden müssen nach Israel zurückkehren... und sich bekehren!

Steckt Zufall oder Absicht hinter der Wahl des Zeitpunkts? Am 12. Oktober 2003, gerade als israelische und palästinensische Pazifisten in Jordanien letzte Hand an den „Vertrag von Genf“ anlegen, eröffnet ein Areopag von amerikanischen Evangelikalen und israelischen Likudniks unter der Schirmherrschaft des neokonservativen Richard Perle einen „Gipfel von Jerusalem“. „Israel ist die moralische Lösung für den orientalischen Totalitarismus und den westlichen Relativismus“, erklären sie. „Es ist der ‚Ground Zero’ zur Entscheidungsschlacht unserer Zivilisation.“

Die Evangelikalen weisen den Juden und dem Staat Israel beim göttlichen Vorhaben am Ende der Zeiten eine entscheidende Rolle zu. Den Evangelikalen zufolge wird der Messias erst zurückkehren, wenn alle Juden wieder im Heiligen Land sind. Daher finanzieren sie die Einwanderung nach Zion, übernehmen Patenschaften für Siedlungen im West-Jordanland und vertreten in Washington den Groß-Israel-Plan.  „Gott hat den Juden das Land Israel gegeben“, erklärt Gary Bauer, der neue Stern am Himmel der Christian Coalition. „Weder die UNO, noch Europa, Rußland oder irgendein Quartett oder Trio kann über das Schicksal dieses Landes entscheiden.“

Aber das ist nicht alles: Wenn Jesus Christus ins Heilige Land zurückgekehrt ist, dann können sich die Juden dadurch freikaufen, daß sie ihn endlich als ihren Messias anerkennen! Wenn nicht, werden sie für immer vernichtet. „Sie mögen die Juden nicht“, empört sich der israelisch-amerikanische Schriftsteller Gershom Gorenberg, Autor des Buches „Ende der Zeiten“: „Die evangelikale Heilslehre ist ein Stück in fünf Akten. Die Juden verschwinden im fünften Akt.“  

S. N. (Slimane Zeghidour)

Le Nouvel Observateur № 2051 du 26 février au 3 mars 2004, p.24, http://www.nouvelobs.com/articles/p2051/hebdo.html  

T:I:S, 1. März 2004

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Benjamin Duncan, Al Jazeera:

New Jewish peace groups emerging

Washington, DC, Saturday 17 January 2004 11:06 PM GMT 

A longstanding stereotype of the Jewish American community is that it refuses to criticise the state of Israel for any of its positions with respect to the peace process, while punishing US politicians who do so at the voting booth. 

An emerging number of Jewish peace groups, however, are attempting to dispel the notion that American Jews are of one mind when it comes to the Israeli-Palestinian conflict. These organisations vary in size, influence, and political ideology. 

siehe http://english.aljazeera.net/NR/exeres/
D0E6A0B3-DB46-430B-B60E-58847247628A.htm

T:I:S, 22. Januar 2004

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Fanny-Michaela Reisin:

Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost

Pressemitteilung über die Gründung einer deutschen Sektion der Föderation "EUROPEAN JEWS FOR A JUST PEACE"


Im Folgenden informieren wir mittels einer Pressemitteilung über die Gründung einer neuen Initiative, die sich für den Friedensprozess im Nahen Osten und die israelisch-palästinensische Versöhnung einsetzen möchte - jetzt auch in Deutschland.


PRESSEERKLÄRUNG

Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost – BR Deutschland

Am 9. November wurde in Berlin unter dem Namen „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ die Sektion der Föderation „EUROPEAN JEWS FOR A JUST PEACE“ („Europäische Juden für einen gerechten Frieden“) in den Räumen des Hauses der Demokratie und der Menschenrechte ins Leben gerufen.
Die „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ handelt auf der Basis der Gründungserklärung der „EUROPEAN JEWS FOR A JUST PEACE“ (EJJP), die im September 2002 in Amsterdam von 18 jüdischen Organisationen aus 9 europäischen Ländern verabschiedet wurde. Als assoziiertes Mitglied der Föderation will sie über die Notwendigkeit und Möglichkeit eines gerechten Friedens zwischen Palästina und Israel informieren.

Ihre wesentliche Aufgabe sieht sie darin, darauf hinzuwirken, dass die Bundesregierung ihr außenpolitisches und ökonomisches Gewicht in der Europäischen Union, in den Vereinten Nationen und nicht zuletzt auch in Nahost nachdrücklich und unmissverständlich im Interesse der Herstellung eines lebensfähigen, souveränen Staates Palästina auf integriertem Hoheitsgebiet und innerhalb sicherer Grenzen nutzt und aktiv zur Verwirklichung eines dauerhaften und für beide Nationen lebensfähigen Friedens beiträgt. Überdies will die neu gegründete Organisation EJJP-Positionen in der Bundesrepublik verbreiten.

Nicht in unserem Namen!

Die Gründung der Sektion der EJJP in Berlin erfolgt in Übereinstimmung mit der sog. Amsterdamer Deklaration ausdrücklich in der Absicht, sichtbar zu machen, dass die gegenwärtige Politik der israelischen Regierung entgegen der Behauptung ihrer Vertreter und der wiederholten Beteuerung von Sprechern großer jüdischer Gemeinden, keineswegs von allen Menschen jüdischer Herkunft gestützt wird.

All jenen, die sich anmaßen, für alle Juden einer Nation oder gar der Welt zu sprechen, rufen wir entgegen:
NICHT IN UNSEREM NAMEN!

Im Einklang mit allen Organisationen der Föderation verurteilt die „Jüdische Stimme“ die seit 1967 andauernde israelische Besetzung von Westjordanland und Gazastreifen sowie von Ostjerusalem.
Gleichzeitig sieht die „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ ihre vornehmliche Aufgabe darin, all jenen Organisationen und Individuen in der Bundesrepublik Deutschland Gehör zu verschaffen, die auf israelischer oder auf palästinensischer Seite für Frieden und Gerechtigkeit zwischen beiden Völkern eintreten. Dazu gehören die inzwischen eintausend Wehrdienstverweigerer in Israel, dazu gehören die Menschenrechts- und Friedens-, sowie die humanitären Organisationen in Israel und Palästina, die trotz Abstrafungen und existenziellen Bedrohungen ihrem Gewissen folgen und mit Zivilcourage für eine gute nachbarschaftliche Zukunft streiten.

Frieden und Gerechtigkeit in Palästina und in Israel sind möglich!
Nötig ist dazu:

1.      Ein rasches Ende der seit 36 Jahren währenden Besetzung des Westjordanlandes, des Gazastreifens und Ost-Jerusalems.

2.      Die Räumung aller israelischen Siedlungen in den besetzten Gebieten.

3.      Ein souveräner und lebensfähiger Staat Palästina auf integriertem Hoheitsgebiet.

4.      Die offizielle Anerkennung der Mitverantwortung Israels am palästinensischen Flüchtlingsproblem und die Garantie alle rechtlichen Verpflichtungen, die daraus folgen, in bi- und multilateralen Übereinkommen zu regeln, die auf eine gerechte, faire und praktikable Lösung ausgerichtet sind.

5.      Die tatsächliche politische und gesellschaftliche Gleichstellung der palästinensischen Bürger Israels.

6.      Ein Friedensvertrag zwischen den Staaten Israel und Palästina, der das Schutzinteresse der Bürger und Bürgerinnen beider Nationen berücksichtigt und zudem auf Sicherheits-Abkommen beruht, die den spezifischen Sicherheitsbedürfnissen Israels und Palästinas Rechnung tragen.

7.      Die Anerkennung des Rechtes beider Staaten, des palästinensischen und des israelischen, auf Jerusalem als gemeinsame Hauptstadt.

Für die Jüdische Stimme und EJJP
Fanny-Michaela Reisin
FannyM.Reisin@t-online.de

Postadresse
Jüdische Stimme Berlin
C/o Internationale Liga für Menschenrechte
Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalder Str. 4
D-10405 Berlin


Abschlusserklärung

Treffen der jüdischen europäischen Friedensgruppen

„Sage nicht, du habest nichts gewusst!“

Amsterdam, den 19./20. September 2002

Wir, die Vertreter von 18 jüdischen Friedensorganisationen aus neun europäischen Ländern, versammelten uns zur Konferenz „ Sage nicht, du habest nichts gewusst!“ in Amsterdam am 19. und 20. September 2002.

Wir appellieren an
A) die israelische Regierung, ihre augenblickliche Politik zu ändern und die Vorschläge der vorliegenden Erklärung umzusetzen;
B) alle anderen Regierungen, an die Vereinten Nationen sowie die Europäische Union Druck auf die israelische Regierung auszuüben, die Vorschläge der vorliegenden Erklärung umzusetzen.

Wir sind davon überzeugt, dass der einzige Weg aus der augenblicklichen Sackgasse ein Abkommen über die Schaffung eines unabhängigen und lebensfähigen palästinensischen Staates zur Grundlage haben muss und die Garantie eines sicheren und geschützten Israel und Palästina.

Dies erfordert:

1.      Das sofortige Ende der Besatzung des Westjordanlandes, des Gazastreifens und Ost- Jerusalem sowie die Anerkennung der Grenzen vom 4. Juni 1967.

2.      Vollständige Räumung aller jüdischen Siedlungen in den besetzten Gebieten.

3.      Anerkennung des Rechtes beider Staaten, Jerusalem als ihre Hauptstadt anzusehen.

4.      Offizielle Anerkennung des Anteils Israels am palästinensischen Flüchtlingsproblem. Israel sollte im Grundsatz das Rückkehrrecht der Palästinenser als Menschenrecht anerkennen.

Die praktische Lösung des Problems sollte über ein Abkommen zwischen den Parteien erreicht werden, das auf Gerechtigkeit, Fairness und Machbarkeit beruht. Als mögliche Optionen für Flüchtlinge sollten Entschädigung, Rückkehr in Gebiete Israels oder des künftigen Palästina in Betracht gezogen werden, ohne das Existenzrecht Israels zu gefährden.

Wir rufen die internationale Gemeinschaft und insbesondere Europa dazu auf, dies politisch und finanziell zu unterstützen.

Unterzeichner:
Eine andere jüdische Stimme (Niederlande)
Union progressiver Juden in Belgien –UPJB (Belgien)
Netzwerk der Juden gegen die Besatzung (Italien)
Gruppe Martin Buber – Juden für den Frieden (Großbritannien)
Freunde der Israelisch-Palästinensischen Koalition für Frieden Gerechter Frieden (Großbritannien)
Juden für Gerechtigkeit für die Palästinenser (Großbritannien)
Jüdisch-sozialistische Gruppe (Großbritannien)
Britische Freunde von Frieden jetzt/Peace Now
Rabbiner für Menschenrechte (Großbritannien)
Jüdisches Manifest (Schweden)
Die schwedische jüdische Friedensgruppe (Schweden)
Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden zwischen Israel und Palästina (Schweiz)
Union jüdischer Franzosen für den Frieden (Frankreich)
Le Cercle Francaise de Juif Diasporique de Gauche C – Cercle Gaston Crémieux (Frankreich)
New Outlook (Dänemark)
Meretz (Großbritannien)


http://www.uni-kassel.de/fb10/frieden/regionen/Nahost/stimme.html

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Schin Beth

Schin Beth ist der israelische Inlandsgeheimdienst. Seine Aufgaben ähneln denen von Verfassungsschutz und Militärischem Abschirmdienst in Deutschland. Vier ehemalige Chefs dieser staatstragenden Einrichtung haben  einen israelisch-palästinensischen Friedensaufruf unterzeichnet. Unter dem Motto "Des Volkes Stimme" unterstützen sie den internationalen Friedensplan der USA, der UNO, der EU und Russlands. Außerdem haben sie die Aufgabe aller Siedlungen und ein palästinensisch-israelisches Jerusalem gefordert.

Awraham Schalom, Schin-Beth-Chef  von 1980 bis 1986:

"Ein für alle Mal müssen wir anerkennen, dass es ein Gegenüber gibt, und daß es dort Gefühle gibt und Leid - und daß wir uns beschämend verhalten."

Jaakow Peri, Schin-Beth-Chef von 1988 bis 1995:

"Wir bewegen uns weiter abwärts auf eine Beinahe-Katastrophe zu. Wenn nichts geschieht und wir weiter auf das Schwert setzen, werden wir weiter im Schlamm waten und uns selbst zerstören." 

Karmi Gilon, Schin-Beth-Chef von 1995 bis 1996:

"Die Regierung handelt kurzsichtig."

Ami Ajalon, Schin-Beth-Chef von 1996 bis 2000 ...

forderte die israelische Regierung auf, die Truppen und Siedler einseitig aus dem Gaza-Streifen abzuziehen. 

 

T:I:S, 19 November 2003

Quellen:

Former Shin Bet heads warn of 'catastrophe' without peace deal. Haaretz Service and Agencies Last Update: 15/11/2003 13:04 http://www.haaretzdaily.com/hasen/spages/360916.html

Maia Ridberg, Reuters, Jerusalem: Ex-Geheimdienstchefs mit scharfer Kritik an Scharon

afp, Jerusalem: Geheimdienst kritisiert Israels Politik. Hamburger Abendblatt, 15. November 2003

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BBC antisemitisch - sagt der Sprecher von Scharon

Der Pressesprecher der israelischen Regierung, Daniel Seaman hat die Bewegungs- und Informationsfreiheit von BBC-Reportern im Lande stark eingeschränkt und zur Begründung erklärt:  

„Die israelische Politik zu kritisieren ist das gute Recht des BBC. Allerdings bringt uns eine Häufung von Anlässen zur Klage über eine Reihe von Jahren hinweg zu der Ansicht, daß der BBC die Grenze zwischen berechtigter Kritik des Staates Israel und seiner Schmähung und Dämonisierung überschritten hat, und zwar in einem Ausmaß, das an die Delegitimierung der Nation selbst grenzt. Das ist Aufhetzung, und solches Vorgehen verstärkt antisemitische Handlungen und Gewalt gegen Israelis und Juden weltweit.“  

Der Sprecher führt unter anderem Klage darüber, daß die BBC häufig den israelischen Ministerpräsidenten Arial Scharon, aber nur selten palästinensische Führer als rechtsextrem bezeichne, siehe http://www.themedialine.org/news/news_detail.asp?NewsID=2427 . Ein deutscher Artikel mit Links zur BBC-Berichterstattung steht bei Telepolis unter http://www.heise.de/tp/deutsch/special/ost/15750/1.html  

T:I:S, 1. Oktober 2003  

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Hauptmann Jonathan und seine sechsundzwanzig Aufrechten

Bericht:

Siebenundzwanzig Piloten der israelischen Luftwaffe, davon neun aktive, haben in einem Brief an die israelischen Tageszeitung Ha’aretz erklärt:

„Wir, ehemalige und aktive Piloten, die dem Staate Israel gedient haben und noch dienen, sind dagegen, rechtswidrigen und unmoralischen Angriffsbefehlen des Typs zu folgen, wie Israel sie in den  [besetzten] Gebieten ausführt... Wir, für die die IDF [die israelischen Verteidigungsstreitkräfte] und die Luftwaffe einen integralen Bestandteil ihres Seins darstellen, weigern uns, weiter unschuldige Zivilisten zu treffen  ... Die fortgesetzte Besatzung verletzt zutiefst die Sicherheit des Landes“ und sein moralisches Rückgrat.

Dan Halutz, Oberbefehlshaber der israelischen Luftwaffe, kündigte die Suspendierung der neun Aktiven an und drohte mit ihrer Entlassung.

Zu den Unterzeichnern des Briefs gehört ein Brigadegeneral, der im Jom-Kippur-Krieg 1973 gekämpft hat. Hauptmann Jonathan, der Sprecher der Gruppe, erklärte: „Wir sind alle treue Bürger des Staates Israel. Wir haben diesen Schritt unternommen, nachdem wir gründlich nachgedacht und unsere Seelen erforscht haben. Als Offiziere und Piloten wurde uns die schwere Verantwortung übertragen, ein äußerst wirkungsvolles Kriegsgerät zu steuern. Als Leute, die den Moralvorschriften der Israelischen Verteidigungsarmee und des Staates Israel gemäß erzogen wurden, haben wir beschlossen ... dem Befehl zu folgen, der uns zwingt, keinen Befehl auszuführen, der offenkundig rechtswidrig ist.“

Der frühere israelische Präsident und ehemalige Oberbefehlshaber der Luftwaffe Ezer Weizman erklärte die Verweigerer zu einem Krebsgeschwür, das es aus den Streitkräften herauszuschneiden gelte, bevor es sich verbreite.

Quelle: Amos Harel, Ha’aretz Correspondent and Haaretz Service: Halutz: Pilots refusing to serve in territories will face law. Last Update: 25/09/2003 17:53 http://www.haaretz.com/hasen/spages/343998.html

  

Kommentar:

Die siebenundzwanzig israelischen Piloten weigern sich, andere tot zu schlagen. Je mehr Unterstützung sie bekommen, desto mehr Menschen im Nahen Osten werden sich weigern, andere tot zu schlagen. Ihnen beruflich weiter helfen, Unterschlupf anbieten und notfalls gewähren - oder einfach Geld überweisen, stiftet Segen - anders als jede Zuschreibung von Recht und Unrecht, Rassismus und Antisemitismus in hiesigen Debattierzirkeln.

Geld für das israelische „Forum in Support of Conscientious Objectors“ überweisen Sie bitte auf das Konto

Challenge
Sparkasse Bonn,
Blz: 380 500 00
Kto-Nr: 123 097 248
Stichwort: »Verweigerer«

Weitere Informationen zur Spendenaktion unter http://people.freenet.de/hamburgerforum/SPENDET.pdf

T:I:S, 24. September 2003  

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Uri Avnery  

1.

"... wie ein Krebsgeschwulst im Körper, das allmählich seinen bösartigen Einfluss ausweitet, zerstört jede Siedlung langsam ihre Umgebung in einem immer größer werdenden Umkreis." 

Die Krebszellen. ZNet Deutschland 01.11.2003 http://zmag.de/article/article.php%3Fid%3D896


T:I:S, 19. November 2003

2.

"Das Blutvergießen wird weltweit sein. Jeder Israeli ein Ziel, jedes Flugzeug, jede Gruppe von Touristen, jede israelische Institution wird in ständiger Angst existieren... Und die Menschen in Israel? Die armen, durch eine Gehirnwäsche gegangenen, verzweifelten und apathischen Leute mischen sich nicht ein. Die schweigende, blutende Mehrheit benimmt sich so, als ginge dies sie und ihre Kinder nichts an. Sie folgen Scharon, wie die Kinder dem Rattenfänger von Hameln direkt ins Verderben nachfolgten."

Lauern auf eine Gelegenheit. Die von Israel geplante Ermordung Arafats hätte eine historische Wende zur Folge. junge Welt, 17. September 2003 http://www.jungewelt.de/2003/09-17/006.php

T:I:S, 17. September 2003

3.

Der Israeli sagt über die überwiegend jüdischen Neo-Konservativen, die zusammen mit den christlichen Fundamentalisten die Politik der USA bestimmen:

"Die Neo-Kons werden eine lange Zeit chaotische Verhältnisse in der arabisch-muslimischen Welt verursachen. Der irakische Krieg hat schon gezeigt, dass ihr Verständnis für arabische Realitäten unzuverlässig ist. Ihre politische Wahrnehmung hat den Test nicht bestanden; nur brutale Gewalt hat ihr Unterfangen gerettet. Eines Tages werden die Amerikaner heimgehen. Wir aber müssen hier bleiben. Wir müssen mit den arabischen Völkern zusammenleben. Chaos in der arabischen Welt gefährdet unsere Zukunft.

Wolfowitz & Co mögen von einem demokratischen, liberalen, zionistischen, Amerika bewundernden Nahen Osten träumen – aber das Ergebnis ihrer Abenteuer kann sich leicht in eine fanatische und fundamentalistische Region wandeln, die unsere nackte Existenz bedroht.

Die Partnerschaft der Neo-Kons mit den christlichen Fundamentalisten kann in Washington Gegenkräfte hervorbringen. Und wenn Bush bei den nächsten Wahlen besiegt wird wie sein Vater nach seinem Sieg im 1. Golfkrieg, dann wird die ganze Bande hinausgeworfen."

Uri Avnery:  Die Nacht danach. Noch ein paar Gedanken zum Krieg. Englische Langfassung unter : www.avnery-news.co.il . Gekürzte Übersetzung im Neuen Deutschland vom  15. April 2003 unter http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=34088&IDC=25&DB=Archiv 

T:I:S, 8. August 2003

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Avraham Burg:

Israels Knessetpräsident von 1999 – 2003 und ein früherer Vorsitzender der Jewish Agency von Israel ist im Augenblick Laborabgeordneter in der Knesset:

"Die zionistische Revolution hat immer auf zwei Pfeilern geruht: einem gerechten/ geraden Weg und einer ethischen Führung. Keiner von beiden funktioniert mehr. Die heutige israelische Nation stützt sich auf ein Gebilde von Korruption und auf Fundamente der Unterdrückung und Ungerechtigkeit. Als solche liegt das Ende schon an unserer Türschwelle."

Der Artikel ist ein vom Autor bearbeiteter Artikel, der hebräisch in Yedioth Aharanot  und am 29. August 2003 englisch in der New Yorker jüdischen Zeitschrift Forward erschien. Aus dem Hebräischen ins Englische übersetzt von  J.J.Goldberg und wiedergegeben unter http://www.diak.org/artikelaktuell/ip%20online%205/A%20
Failed%20Israeli%20Society%20Collapses%20While%20
Its%20Leaders%20Remain%20Silent.htm

Vom Englischen ins Deutsche übersetzt  von Kay Krafczyk und Ellen Rohlfs und wiedergeben von zmag unter http://www.zmag.de/article/article.php?id=807

T:I:S, 12. September 2003

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Prof. Dr. Rolf Verleger, Lübeck:

Der Hochschullehrer hat Herrn Sebastian Wertmüller, DGB Göttingen-Nordheim, einen jüdischen Standpunkt dargelegt. Er plädiert für den Boykott von Waren aus den israelisch besetzten Gebieten, denn die dortigen  Siedlungen sind ein permanenter Bruch des Völkerrechts.

T:I:S, 11. September 2003 

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Adam Keller:

Das Mitglied der israelischen Friedensorganisation Gush Shalom hat Sven vom Salon Rouge beim Freien Sender Kombinat - FSK Hamburg am 22. Oktober 2003 ein Telefoninterview gewährt. Das Interview stand in analyse & kritik  Nr. 468 vom 20. Dezember 2002, S. 6:

"Was die Ideen von einer so genannten Neugestaltung des Nahen Ostens angeht: Ich wäre absolut nicht überrascht, wenn die Amerikaner eine Art von Vertreibung der Palästinenser akzeptieren würden. In diesem Augenblick weiß ich nicht, wie die Situation sich weiter entwickeln wird, aber mir scheint: Für eine Vertreibung würde ein Vorwand gebraucht werden, und das müsste ein Vorfall sein, bei dem viele Menschen in Israel getötet würden - Hunderte oder Tausende von Menschen.

...Die Mehrheit der israelischen Geschäftsleute ist für eine Friedenspolitik. Sie sind der Ansicht, dass der einzige Weg aus der Wirtschaftskrise darin besteht, auf die eine oder andere Weise die Konfrontation mit dem Palästinensern zu beenden.

...Es ist eine Tatsache, dass die Kluft zwischen Arm und Reich in Israel heute größer ist als in jedem beliebigen europäischen Land; einige Wissenschaftler sagen sogar, sie sei größer als die in den Vereinigten Staaten. Und unter Scharon wird es schlimmer und schlimmer."

Die neue Macht der Generäle. Interview mit Adam Keller/Gush Shalom
von Sven, 23. Oktober 2002, Salon Rouge beim Freien Sender Kombinat Hamburg,
http://www.salonrouge.de/gush-interview.htm

 T:I:S, 15. August 2003

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Elliott Sharp:

? Sie unterstützen seit vielen Jahren aktiv den Befreiungskampf des palästinensischen Volkes.


! Ich sehe es als meine Pflicht, mich für die Rechte des palästinensischen Volkes einzusetzen und mich gegen das Unrecht, das Israel in den besetzten Gebieten begeht, aufzulehnen. Für einen Juden wie mich gibt es nichts Schlimmeres, als wenn Juden handeln wie Nazis. Was Scharon mit dem Segen und mit der Ermunterung der USA in den besetzten Gebieten anstellt, ist unerträglich. Unhinterfragt benutzt die ganze Welt die Sprache der Herrschenden, wenn sie die Palästinenser als Terroristen bezeichnen. Man muss aufpassen, nicht zynisch zu werden, wenn man sieht, wie die USA bestimmte reaktionäre Befreiungsbewegungen unter dem Motto «Freiheit und Demokratie» unterstützen, weil sie dem Interesse der USA dienen, aber eine nationale Befreiungsbewegung in Palästina unterdrücken.

Der New Yorker Musiker Elliott Sharp spricht mit Patrik Landolt über sein politisches Engagement in der woz , 10.4.03 http://www.woz.ch/wozhomepage/usa03/sharp15j03.htm

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Knut Mellenclass="MsoBodyText">? Sie unterstützen seit vielen Jahren aktiv den Befreiungskampf des palästinensischen Volkes.


! Ich sehe es als meine Pflicht, mich für die Rechte des palästinensischen Volkes einzusetzen und mich gegen das Unrecht, das Israel in den besetzten Gebieten begeht, aufzulehnen. Für einen Juden wie mich gibt es nichts Schlimmeres, als wenn Juden handeln wie Nazis. Was Scharon mit dem Segen und mit der Ermunterung der USA in den besetzten Gebieten anstellt, ist unerträglich. Unhinterfragt benutzt die ganze Welt die Sprache der Herrschenden, wenn sie die Palästinenser als Terroristen bezeichnen. Man muss aufpassen, nicht zynisch zu werden, wenn man sieht, wie die USA bestimmte reaktionäre Befreiungsbewegungen unter dem Motto «Freiheit und Demokratie» unterstützen, weil sie dem Interesse der USA dienen, aber eine nationale Befreiungsbewegung in Palästina unterdrücken.

Der New Yorker Musiker Elliott Sharp spricht mit Patrik Landolt über sein politisches Engagement in der woz , 10.4.03
http://www.woz.ch/wozhomepage/usa03/sharp15j03.htm

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Knut Mellenthin:

"Zehntausend sogenannte evangelikale, fundamentalistische amerikanische Christen schwenkten Israel-Fähnchen, schrien sich vor Begeisterung heiser und klatschten sich die Hände wund, als der Knesset-Abgeordnete Rabbi Benny Elon am 11. Oktober vorigen Jahres in Washington die Vertreibung der Palästinenser forderte."
"Erstes Gebot: Du sollst töten!" Von Knut Mellenthin

In den USA und in Israel spitzt sich die Lage zu. Bush, Scharon und beider Anhänger sehen als Ausweg aus ihrer verfahrenen  wirtschaftlichen und politischen Lage nur die Flucht nach vorn. Sie wollen Krieg, Krieg und wieder Krieg.
Der umsichtige Journalist Knut Mellenthin hat die Anzeichen für die Vorbereitung auf einen veritablen Vertreibungskrieg gegen die Palästinenser gesammelt. Die treibende Kraft hinter der Kriegsvorbereitung sind die US-amerikanischen Evangelikalen.
Der sorgfältig recherchierte Aufsatz steht in der jungen Welt vom 31. Juli 2003 unter http://www.jungewelt.de/2003/07-31/005.php 

T:I:S, 31. Juli 2003

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Auf dieser Web-Seite siehe auch folgende Beiträge: Sebastian Wertmüller , Marie-Dominique VernhesMichel Warschawski , Willis Edmondson , Gaston Kirsche , Antisemitismus , Norman FinkelsteinWest Bank Wall , West Bank Map , ... letztlich irgendwie ... Dortmunder Erklärung Hanna Braun Shlomo Avineri Daniel Barenboim Counterpunch, Warschawski , Ran HaCohen , Livia Rokach 

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