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Jingle World

The Heritage Foundation ist eine äußerst reaktionäre, einflußreiche US-Organisation. Die Autorin Nonie Darwish referierte dort am 15. November 2006 unter dem Titel: "Jetzt nennen sie mich ungläubig - Warum ich für Amerika, für Israel und für den Krieg gegen den Terror vom Dschihad abgelassen habe". Am 3. Januar 2007 erklärte sie in der äußerst reaktionären, einflußarmen Berliner Wochenzeitschrift Jungle World: "Den Begriff Islamophobie halte ich für Propaganda." Auf ihrer Internetseite "Arabs for Israel" klimpert sie wie Elmer Gantry:

Reject hate, embrace love. Bring out the best in Islam by showing your compassion, gratitude and forgiveness. Make the holy land truly holy by giving Israel and the Jewish people the respect they deserve in their tiny little country. This is not a crisis over land. It is a crisis of the soul... 

Autoren und Redakteure von Jungle World sollten die Finanzkrise ihres Blattes als Fingerzeig Gottes deuten und auf Wanderprediger umsatteln. 

T:I:S, 12. Januar 2007  

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Weitere Beiträge zu jungle world auf SteinbergRecherche.com (siehe auch unten)

Ute Weinmann
Ute Weinmann, die Autorin des jungle-world-Beitrags über Zensur und Diktatorenwillkür
in ... Für jungle world berichtet Ute Weinmann von Pressezensur, ...

Propaganda
Das eine Organ ist die in Berlin erscheinende Wochenzeitschrift jungle world.
... Offenbar galt es für jungle world, den linken Rand der deutschen ...

Willis Edmondson
Das bereitet ihr in Deutschland die kleine Zeitschrift jungle world, ...
jungle world gab auch den Auftakt zur Hexenjagd auf die Unterzeichner des ...

v. der Osten-Sacken
Ein Jungle-World- und Konkret-Autor treibt es mit einem exil-irakischen ...
In einem Jungle-World-Aufsatz in Nr. 47/2002 schreibt Thomas v. der Osten-Sacken ...

Kanan Makiya
In Jungle World Nr. 51 berichtet er auf deutsch, was Makiya auf englisch formuliert
hat. Und er fügt hinzu, was Michael Ledeen, der kriegsinteressierte ...

Gerhard Wisnewski
Juli 2003 in der kleinen Berliner Wochenzeitung jungle world über Gerhard Wisnewski,
den Co-Autor des WDR-Fernsehfilms „Aktenzeichen 9.11. ungelöst“: ...

Kriegspropaganda
Thomas v. der Osten-Sacken und Thomas Uwer haben im Internet, in Diskussionen,
in der Zeitschrift Jungle World und in einem Buch des sich links verstehenden ...

Türken
Jungle World, Sie ahnten den Namen der kleinen Zeitschrift, verkauft sich schlecht.
Die paar Exemplare lohnen den Aufwand nicht. ...

T:I:S, 18. Juli 2005 

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Matthias Gockel

 Deep Antisemitism?

Das Hamburger Monatsmagazin „konkret“, das von Hermann L. Gremliza herausgegeben wird, widmet sich seit mehreren Jahren der Aufgabe, antisemitische Äußerungen, insbesondere im linken und alternativen Spektrum, zu benennen und anzuklagen. Dabei scheut man nicht vor Falschaussagen zurück. So wird etwa behauptet, der bekannte 11/9-Skeptiker Mathias Bröckers sähe „beim Anschlag auf die Twin Towers eine jüdische Verschwörung am Werk“ (Heft 12/2003).  

Im Heft 11/2004 ist die kanadische (Anti-)Globalisierungsaktivistin Naomi Klein an der Reihe. Der Mann fürs Grobe: Joachim Rohloff, Mitherausgeber der „Jungle World“.  Den Anlass bieten aktuelle politische Äußerungen Kleins. Da sie aber offenbar nicht genug Angriffsfläche bieten, nimmt der Autor Kleins Buch „No logo“ (2000) hinzu.  

Der einleitende Abschnitt des Artikels mokiert sich darüber, dass „No logo“ ausgerechnet vom Medienkonzern Bertelsmann angeboten wird und dass die Autorin in liberalen Blättern inzwischen eine begehrte Kolumnistin ist. Es folgen zwei Abschnitte, in denen Rohloff einige Themen des Buches erwähnt, um es daraufhin umso leichter abkanzeln zu können. Zuerst tut er so, als ob Klein nur moralische Platitüden böte: Die Firma Nike ist böse, so umschreibt er ihre Kritik. Doch er hat noch andere, infamere Methoden auf Lager. So ist er sich nicht zu schade, Klein in einem Nebensatz und in typischer BDI-Manier zu unterstellen, dass das Problem der Nike-Sweatshops darin bestehe, dass dort Löhne, wie sie in Sindelfingen und Chicago nicht üblich sind, gezahlt würden. Wozu die Aufregung, könnte man also fragen. Rohloffs Fazit: Eine Generation, die sich über solche Bücher beugt, führt ... zu einem Mittelalter an Verblödung.  

Dann kommt er endlich zu seinem Lieblingsthema: Naomi Klein will sich mit dem Ursprünglichen, Gewachsenen und Authentischen, mit den Ausgebeuteten und Unterdrückten verbünden. Sie spricht von ‚deep democracy‘ und von ‚close-up democracy on the ground‘. Auf deutsch müßte man wohl sagen: Wir sind das Volk. Die Ausbeutung scheint aber erst dann zu beginnen, wenn die amerikanischen Konzerne kommen, und die schlimmste Unterdrückung folgt dem Einmarsch der amerikanischen Armee.  

Das kommt flott daher und dürfte das Herz aller Antideutschen erfreuen. Mit dem Inhalt von „No logo“ hat es nichts mehr zu tun. Doch der fehlende Bezug ist egal, denn die Assoziation mit Völkischem und die Unterstellung von Anti-Amerikanismus sind bewährte Muster der Diffamierung, und darum geht es in dem Artikel; jeder Erklärungsversuch wird überflüssig.  

Schließlich kommt Rohloff zur Tagespolitik. Er schreibt: Was Scharon, Bush und Putin in Palästina, in Tschetschenien, in Afghanistan und im Irak treiben, nennt [Klein] in einem Kommentar für den Wiener Standard die Likudisierung der Welt‘. Da sie nun einmal beschlossen hat, der Terror sei eine Antwort auf die Besatzung, und nicht umgekehrt, macht es ihr keine Mühe mehr, den perfiden Trick des Likudismus zu durchschauen: Man überfällt ein wehrloses Land und benutzt den entstehenden Widerstand, der manchmal ziemlich grausam aussieht, zum Vorwand, um die Fremdherrschaft zu verewigen.  

Meint Rohloff, der irakische Widerstand, den er wahrscheinlich unter dem Begriff „Terror“ subsumieren möchte, sei keine Antwort auf die Besatzung, sondern umgekehrt?  Das wäre eine Erklärung, die genau der Propaganda der Bush-Regierung entspräche.  

Doch der Hammer kommt zum Schluss.  

Zunächst bringt Rohloff ein weiteres Zitat von Klein: Scharon sagt, daß der Terrorismus eine Seuche ist, die weder Grenzen noch Zäune kennt. Aber so ist es nicht. Der Terrorismus gedeiht innerhalb der illegitimen Grenzen von Besatzung und Diktatur. Und er überschreitet diese Grenzen, um innerhalb jener Länder zu explodieren, die für Besatzung und diktatorische Herrschaft verantwortlich sind.  

Auch hier bleibt die Frage nach einer alternativen Deutung des Terrorismus unbeantwortet. Stattdessen kombiniert Rohloff die Kritik Kleins an Scharon mit einem Spruch von Goebbels und unterstellt ihr ein antisemitisches Denkmuster: Goebbels sagte, die Juden seien unser Unglück. Aber so ist es nicht. Unser Unglück ist es, daß die mächtigsten Staatsmänner die Verbrechen der Juden auf der ganzen Welt wiederholen.  

Damit hat er sein Ziel erreicht. Wieder einmal ist eine Person der linken Aktivistenszene des Antisemitismus überführt worden.  

Doch diesmal hat der Mann fürs Grobe sich übernommen. Die Unterstellung ist schon aus persönlichen Gründen – Klein ist Jüdin – infam und erinnert an die Nazismus-Vorwürfe gegen Israel aus der rechtsradikalen Ecke. Es überrascht, dass der an diesem Punkt sonst so sensible Herausgeber das nicht bemerkt hat. Allerdings handelt es sich um ein Diffamierungsmuster, das in Rohloffs Kreisen inzwischen selbstverständlich geworden ist. Klein spricht über den israelischen Ministerpräsidenten und dessen Politik; Rohloff assoziiert, frei nach Goebbels, „die Juden“ und ihre Verbrechen. Er unterstellt Klein, was tatsächlich ihm selber den Blick verklebt: ein antisemitisches Denkmuster.  

Während der ersten Intifada schrieb Naomi Klein in der Studentenzeitung ihrer Uni einen Artikel, in dem es heißt, dass Israel die Besetzung nicht nur für die Palästinenser, sondern auch für seine eigenen Bevölkerung, insbesondere seine Frauen, zu beenden habe. Daraufhin erhielt sie Bombendrohungen. In einem Gespräch mit dem „Guardian“ erzählt sie: Nachdem der Artikel erschienen war, berief die Vereinigung jüdischer Studenten, die sehr zionistisch eingestellt war, ein Treffen, um darüber zu beratschlagen, wie sie auf meinen Artikel reagieren sollten – und ich ging zu dem Treffen hin, weil niemand wußte, wie ich aussah. Die Frau, die neben mir saß, sagte: 'Wenn ich Naomi Klein jemals treffe, werde ich sie umbringen.' Also stand ich auf und sagte: 'Ich bin Naomi Klein, ich habe den Artikel ... geschrieben, und ich bin genauso jüdisch wie jeder von euch'. Das darauf folgende Schweigen im Raum werde ich nie vergessen.  

Man wünscht Joachim Rohloff, dass er einmal aus der deutschen Provinz herausfindet und seine Thesen in Toronto, New York oder London vorstellt. Das Gelächter wäre bis nach Hamburg zu hören.

November 2004

T:I:S, 21. November 2004  

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Matthias Gockel

 Dschungelfieber

Thomas v. der Osten-Sacken hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kampagnen gegen das Embargo und den geplanten Irak-Krieg als antisemitisch motiviert zu diskreditieren.  Dies geschieht vor allem in der Jungle World, die sich dem (nicht nur) von der USA propagierten “Kampf gegen den Terrorismus” verschrieben hat, und in KONKRET, die das Thema kontrovers diskutiert.  Dort meint er, daß “deutsche Kriegsgegner” Gesinnungsfreunde der Hisbollah seien und “den Einsatz von Massenvernichtungswaffen und Scud-Raketen für legitime Formen des ‘Widerstands’” halten (12/02).  Im Heft 1/03 reduzieren er und sein Koautor Thomas Uwer die (nicht nur) in der BRD weitverbreitete Abneigung gegen Luftangriffe mit tausendfacher Todesfolge auf den Vergleich von “Bomben auf Bagdad” mit “Bomben auf Dresden” und schieben die Kriegsgegner in eine revisionistische Ecke.  Die Methode ist stets dieselbe:  assoziative Analogiesierungen statt historischer Genauigkeit.  So sind beim Luftkrieg über Deutschland mehr als 50.000 alliierte Soldaten ums Leben gekommen.  Das ändert aber nichts daran, daß die angedrohte Militäraktion gegen den Irak (ob mit oder ohne “UNO-Mandat”) eher einem Massenmord gleichen dürfte.  Der US-Sender CBS meldete am 24. Januar 2003 von Planungen, die 600-800 Raketen gegen Bagdad in den ersten 48 Stunden vorsehen, um einen ähnlichen Effekt wie mit dem Abwurf der Atombombe über Hiroshima zu erzielen.  

Regelmäßig unterstellt v. der Osten-Sacken der Friedensbewegung ein Ausblenden der Verbrechen des irakischen Regimes.  Ein genauer Blick könnte ihn eines Besseren belehren.  So listete die Generalsekretärin der deutschen Sektion von amnesty international, Barbara Lochbihler, in ihrer Rede auf dem Kongress Irak – Alternativen zu Krieg und Embargo (1./2. November 2002) die Menschenrechtsverletzungen im Irak detailliert auf, wies aber Versuche zurück, die Berichte von amnesty “selektiv zu missbrauchen, um ein militärisches Vorgehen zu rechtfertigen”.  Damit ist die Strategie v. der Osten-Sackens und seiner Mitstreiter genau bezeichnet.  Um nicht vollends als Kriegshetzer durchzufallen, muß er die möglichen Konsequenzen eines Angriffs als “horrende Hochrechnungen” abtun oder utilitaristisch verbrämen, etwa mit Schätzungen über die Zahl der Opfer Saddam Husseins (1/03), wobei dann schon einmal 182.000 mutmaßliche Opfer doppelt aufgelistet werden dürfen.  Rudolf Scharping läßt grüßen.

M. Albright rechtfertigte das Embargo bereits 1996 mit der Feststellung, daß der Kampf gegen Saddam Hussein 500.000 tote Kinder eben “wert ist”.  Das ist nur um Weniges zynischer als Uwers / v. der Osten-Sackens Behauptung, die Opfer eines Angriffs hätten im Grunde nichts gegen denselben einzuwenden.  Aus der Jungle World, 5. Februar 2003: “Die ICG (International Crisis Group), eine der Friedensbewegung nahe stehende Organisation, hatte die Möglichkeit, Menschen im Irak zu interviewen. Das Ergebnis der Studie entspricht dem, was oppositionelle irakische Quellen seit Monaten melden. Die Bevölkerung des Landes fürchtet den gegenwärtigen Zustand mehr als die US-amerikanische Kriegsdrohung und hofft auf eine baldige Befreiung von der Diktatur.”

Unabhängige Solidaritätsgruppen wie “Voices in the Wilderness” (www.vitw.org) bezeugen das Gegenteil: die Menschen im Irak hoffen vor allem auf ein Ende des Embargos und wissen, daß sie gegenüber einer erneuten Bombardierung um ein Vielfaches schutzloser sind als gegenüber dem irakischen Regime.  Aber die gesamte Konstruktion ist von Vorneherein abwegig, denn sie basiert auf der absurden Behauptung, die ICG stünde der Friedensbewegung nahe.  Vielmehr handelt es sich um eine pseudo-akademische Hilfstruppe zur weltweiten Durchsetzung des Neoliberalismus, die im Gegensatz zur Friedensbewegung seit einem Jahrzehnt alle militärischen Interventionen des Westens abgesegnet hat.  Die “oppositionellen irakischen Quellen”, die uns schmackhaft gemacht werden sollen, stehen mehrheitlich an vorderster Front der Kriegskampagne Washingtons, ähnlich wie die “oppositionellen Quellen” in Venezuela, die es sogar mit einem demokratisch gewählten Präsidenten zu tun haben.  Beide hätten gegen ein militärisches Eingreifen ihrer Sponsoren nichts einzuwenden, vor allem, wenn es als Ultima Ratio ausgegeben wird, denn damit kann bekanntlich auch Rot-Grün in jeden Krieg ziehen.

1. März 2003

siehe auch Wie einer uns für den Krieg reif schießt , Kriegspropaganda und Gut imperialistisch allewege

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