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Michel
Warschawski
SchreibtischtäterBarak,
Olmert, Livni und Ashkenazi werden sich eines Tages wegen Kriegsverbrechen vor
Gericht verantworten müssen, wie andere Kriegsverbrecher. Daher ist es unsere
Pflicht, über ihre Taten und Äußerungen zu unterrichten, um sicher zu
stellen, daß sie für die Massaker bezahlen, die sie befohlen und begangen
haben. Es gibt jedoch eine zweite Kategorie von Kriminellen, die den Gerichten entrinnen könnten. Sie beflecken ihre Hände nicht mit dem Blut der Zivilisten, sondern liefern die intellektuellen und scheinmoralischen Rechtfertigungen für die Mörder. Sie bilden die Propagandaeinheit der Regierung und der Armee der Totschläger. Die
israelischen Schriftsteller Amos Oz und A. B. Yehoshua sind typische Beispiele für
solche elenden Intellektuellen, und nicht zum ersten Mal! Bei jedem Krieg erklären
sie sich bereit für die israelische Kriegsanstrengung, ohne überhaupt
offiziell dazu ernannt worden zu sein. Ihre erste Funktion besteht darin, die
Rechtfertigung für den israelischen Angriff zu liefern, um dann, in einer
zweiten Phase ihre verlorene Jungfräulichkeit zu beweinen und das andere Lager
zu beschuldigen, es habe uns gezwungen, brutal zu werden. Oz im
Corriere della Sera und Yehoshua in La Stampa führen als Rechtfertigung
natürlich die Notwendigkeit an, auf die Raketen über Sderot zu reagieren, als
ob alles mit diesen Raketen begonnen habe. „Ich habe den Italienern erklären
müssen“, schreibt Yehoshua in Ha’aretz vom 30. Dezember 2008, „warum die
israelische Aktion notwendig war...“ Beide,
Yehoshua und Oz, haben achtzehn Monate brutaler israelischer Belagerung von
anderthalb Millionen Menschen vergessen, die sie der elementarsten
Notwendigkeiten beraubten. Sie haben den israelischen und internationalen
Boykott der demokratisch gewählten palästinensischen Regierung vergessen. Sie
haben die gewaltsame Teilung zwischen Gaza und Westjordanland vergessen, die
Teilung mit dem Ziel, die Gaza-Bevölkerung zu isolieren und für ihre
unkorrekte demokratische Wahlentscheidung zu bestrafen. Nachdem sie
sich entschieden haben, die Abfolge der Ereignisse umzuschreiben, verwenden Oz
und Yehoshua das Argument der Symmetrie: Beide Seiten setzen Gewalt ein, und
unschuldige Opfer gibt es in Gaza wie in Israel. In der Tat, jeder getötete
Zivilist ist ein unschuldiges Opfer. Zeitliche Abfolge und Zahl stehen aber in
einem Zusammenhang: Drei israelische Zivilisten sind im Süden Israels getötet
worden, allerdings erst, nachdem die israelische Luftwaffe ihr geplantes
Massaker im Zentrum von Gaza-Stadt begangen und mehr als dreihundert getötet
hatte. Diese
Stellungnahme der bekanntesten Intellektuellen Israels dient als moralische
Rechtfertigung für die Unterstützung, die die Partei der zionistischen Linken,
Meretz, dem verbrecherischen Angriff des Verteidigungsministers Barak gewährt.
Dieselbe Meretz-Partei wird zu gegebener Zeit ihre Gegnerschaft gegen die Morde
äußern, nämlich dann, wenn die internationale Gemeinschaft ihre Besorgnis über
die israelischen Fehler bekundet. Im Augenblick bleibt diese internationale
Gemeinschaft still und scheint sogar glücklich über den israelischen Beitrag
zu ihrem heiligen Kreuzzug gegen die weltweite islamische Bedrohung. Um seine
Besorgnis zu zeigen, schickt Europa der Bevölkerung von Gaza humanitäre Hilfe,
symbolische Hilfe. Da ich den französischen Außenminister Bernard Kouchner die
israelische Aktion unterstützen höre und er gleichzeitig die Entscheidung verkündet,
Hilfsgüter nach Gaza zu schicken, kann ich nicht anders, als mich an die
Meldungen über die Abordnungen des Internationalen Roten Kreuzes zu erinnern,
die die Nazi-Vernichtungslager mit Schokolade und Keksen besuchten. Ich weiß, daß
das nicht das Gleiche ist, aber niemand hat im Griff, was ihm durch den Kopf
schießt. Für Bernard Kouchner gibt es allerdings einen mildernden Umstand: Die arabischen Regime, besonders das von Hosni Mubarak, unterstützen ebenfalls den israelischen Angriff. Und sie werden den Kindern von Gaza ebenfalls Schokolade und Kekse schicken, außer natürlich denen, die tot im Krankenhaus von Shifa liegen. T:I:S, Übersetzung*, 1. Januar 2009 *Michael Warschawski : Condamner les «deux côtés» : pire que les assassins! 30 décembre 2008. Union juive française pour la paix, 31. Dezember 2008. Übersetzung erschienen in der jungen Welt vom 6. Januar 2008 URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/frwarschawski.htm#Schreibtischtaeter *Michel WarschawskiVölkermord
„Gaza brennt“, schreibt die französische Aktivistin Liliane Cordova Kaczerginski und verwendet dabei die Worte aus einem bekannten Lied über eine jüdisches Dorf, das von den Nazis zerstört wurde. (1) Wie vor sechzig Jahren brennt Gaza – und die Welt schweigt und wartet auf das Ergebnis des nicht existierenden Friedensprozesses. Eine feindliche Entität – so definierte die israelische Führung vor einem Jahr einen Landstrich, in dem anderthalb Millionen Zivilisten, Frauen, Alte und Kinder zu überleben versuchen. So habe der israelische Staat das Recht, ja die Pflicht, einen Vernichtungskrieg zu führen. Vor ein paar Jahren verwendete die inzwischen verstorbene Tanya Reinhart das Wort Völkermord, um die harte Unterdrückung der Palästinenser in den besetzten Gebieten durch Israel zu kennzeichnen. Ich gehörte zu denen, die sie für die Verwendung eines derart starken Begriffs kritisiert haben. Wo immer du jetzt bist, vergib mir, Tanya. Denn du hattest Recht; du hattest den Charakter der israelischen Pläne richtig erkannt – und ich hatte völlig Unrecht. Der Staat Israel begeht einen hemmungslosen Völkermord an den Menschen im Gazastreifen, verwendet als Waffe das Fast-Verhungern-Lassen, die Sperrung von Strom und Trinkwasser, provoziert Epidemien und verhindert die medizinische Grundversorgung. Gaza ist belagert. Der Kriegsverbrecher Ehud Barak hat gerade befohlen, die humanitäre Notversorgung durch die Vereinten Nationen zu halbieren. Als Sarajevo ein Opfer der kriminellen Belagerung durch serbische Armee und Milizen wurde, schlug die internationale Gemeinschaft mit strengen Sanktionen zurück, mit einem Boykott des jugoslawischen Regimes und mit der Bombardierung von Belgrad. Als der Irak Kuwait besetzte, griff die internationale Gemeinschaft den Irak militärisch an, und ein radikales Embargo verursachte den Tod Hunderttausender unschuldiger Kinder. Heute schweigt dieselbe internationale Gemeinschaft angesichts des Martyriums in Gaza. Es ist unsere Pflicht, die Pflicht der zivilen Gesellschaften in aller Welt, von den internationalen Institutionen und Regierungen dringende und drastische Aktionen gegen Israel zu fordern: gegen einem Staat, der die Grundregeln des Völkerrechts und Hunderte von UN-Resolutionen verletzt und jede, aber auch jede Konvention zum Schutz der Menschenrechte mißachtet. Die Kriegsverbrechen des israelischen Staates an der Bevölkerung von Gaza schließen Israel aus der Völkergemeinschaft aus. Wie der Apartheidstaat Südafrika, so sollte Israel bestraft und boykottiert werden – und nicht belohnt werden mit einer Höherstufung des Partnerschaftsabkommens mit der EU. Als Bürger Israels erwarte ich von der EU, dass sie uns hilft, Druck auf unsere Regierung auszuüben, damit sie die Verbrechen gegen die palästinensische Bevölkerung des Gazastreifens beendet. Mit der Belohnung Israels durch die Verbesserung seiner Beziehungen zur europäischen Gemeinschaft sendet die EU ein Signal der Schande aus, das von allen Europäern verurteilt und bekämpft werden sollte, denen an der Menschenwürde liegt. Übersetzung von Ellen Rohlfs. T:I:S, redigiert, 14. Dezember 2008 Quelle: Michael Warschawski: Sanctions Now – Upgrading, Hell No! Alternative Information Center, Jerusalem, 2. Dezember 2008 Anmerkung (1) Warschawski bezieht sich auf den Appell des International Jewish AntiZionist Network von Liliane Cordova Kaczerginski vom 26. November 2008. Kaczerginski bezieht sich auf das Lied von Mordechai Gebirtig "Undzer shtetl brent!"; englischer Text und jiddischer Gesang mit Gitarre von Daniel Kempin, Audio, hier. URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/frwarschawski.htm#Voelkermord *Michel Warschawski, Jerusalem: Israel raus aus der UNO!Der israelische Staat wurde nur unter der Bedingung in die Vereinten Nationen aufgenommen, den Palästinensern gemäß Resolution 194 der Generalversammlung die Rückkehr zu ermöglichen. Der israelische Staat hat aber die Resolution nicht erfüllt, sondern verweigert den Palästinensern das einst zugesicherte Rückkehrrecht bis heute. Daher regt Michel Warschawski eine langfristig angelegten Kampagne an: für den Ausschluß Israels aus der UNO, bis die Palästinenser zurückkehren dürfen.
Alternative Information Center, T:I:S, 5. Juli 2008. Dank an Schmidt-Polyglott *Michel WarschawskiDie Waffenruhe in Gaza – eine israelische Niederlage*Michel WarschawskiAnnapolisDer
gesamte Text auf Deutsch jetzt bei der jW.
T:I:S, 9. November 2007 Deutsch Vollkommen zynisch stellen die Neocons diesen Krieg als
einen Krieg zur „Verteidigung der Juden“ dar: die Juden als Vorwand für
einen neuen Kreuzzug der fundamentalistischen Christen, und der israelische
Staat als Brückenkopf im Krieg zur Verteidigung der jüdisch-christlichen
Zivilisation! Nein danke! Wir Juden werden zweimal für diesen Krieg zu
bezahlen haben, und zwar einen sehr hohen Preis: zuerst als Vorhut im Kreuzzug,
und dann als Sündenbock, wenn der Krieg verloren ist. Es besteht kein Zweifel,
daß dann, wenn das US-Abenteuer in einem blutigen Fiasko geendet ist, dieselben
Führer, denen die Juden als Vorwand gedient haben, dann den Juden die Schuld für
das Scheitern zuschreiben werden. Man muß kein Prophet sein um vorauszusagen,
daß die christlichen Fundamentalisten um Bush, die einen Clash of Civilizations
betreiben und Superzionisten und erz-überzeugte Antisemiten sind, daß diese
Fundamentalisten sich noch einmal die Juden vornehmen werden wegen der Krise, in
die ihr eigener Kreuzzug gegen den Islam die westliche Welt gestürzt haben
wird. Français Dans leur
cynisme absolu, les néo-cons présentent cette guerre comme une guerre « pour
la défense des Juifs ». Les Juifs, pris comme prétexte d’une nouvelle
croisade conduite par les fondamentalistes chrétiens, et l’Etat d’Israël
comme tête de pont de la guerre de défense de la civilisation judéo-chrétienne
! Non, merci !
Nous, les Juifs, nous aurons à payer deux fois, et un prix très élevé, pour
cette guerre : d’abord en étant les bataillons de pointe des croisés et
ensuite comme boucs émissaires, quand cette guerre sera perdue. Il ne fait
aucun doute que lorsque l’aventure US arrivera à son terme, dans un fiasco
sanglant, ces mêmes dirigeants qui se sont servis des Juifs comme prétexte
accuseront les Juifs de leur échec. Nul besoin d’être prophète pour prédire
que les fondamentalistes chrétiens qui entourent Bush et poussent à un «
clash des civilisations » - qui sont des super-sionistes et des antisémites
archi-convaincus - s’en prendront, une fois encore, aux Juifs pour la crise
dans laquelle la sainte croisade, qui fut la leur, contre l’Islam aura conduit
le monde occidental. English In their total
cynicism, the neo-cons are presenting this war as a war "to defend the
Jews". The Jews as the pretext for the new Crusade led by Christian
fundamentalists, and the State of Israel as the front line of the war of defense
of Judeo-Christian civilization. No, thank you!
For we, the Jews, will have to pay twice, and a very heavy price, for that war:
first as the advanced battalions of the Crusaders and second, as the scapegoat,
when this war will fail.There is no doubt that when the US adventure will
ultimately finish in a bloody fiasco, the same leaders who used the Jews as a
pretext will blame the Jews for their failure. One doesn't have to be a prophet
to predict that the Christian fundamentalists who are surrounding Bush and
pushing for a "clash of civilization" – who are super-Zionists and
deeply anti-Semites altogether – will, once again, blame the Jews for the
crisis in which their own holy crusade against Islam has brought the Western
world. T:I:S, deutsche Übersetzung, 6. November 2007 Texte complet sous / Vollständiger Text zur bevorstehenden Konferenz in Annapolis unter Michel Warschawski: Not a Peace Meeting But a War Conferense, Alternative Information Center Jerusalem, 22 Oktober 2007 *Die zionistische Revolution ist tot.LA RÉVOLUTION SIONISTE EST MORTE. Informations de l'Union Juive Française pour la Paix, Île-de-France: Édition estivale, 24/07/07 C’est notre ami Michel Warschawski, président de l’AIC (Centre l’information alternative de Jérusalem), qui l’affirme. Ou c’est plutôt Avraham Burg, ancien président de la Knesset, qui l’affirme : Warschawski le cite en intitulant ainsi son dernier ouvrage. Puisque l’été est un temps de lecture par excellence pour beaucoup de vacanciers, nous recommandons ce livre. Intitulé « La révolution sioniste est morte : Voix israéliennes contre l’occupation, 1967-2007 », ce recueil de 27 textes, réunis et présentés par Warschawski, racontent l’histoire des citoyens d’Israël qui se sont opposés à l’occupation depuis la guerre de six jours. En France, on a l’habitude de prendre des gants pour critiquer la politique israélienne, tellement la question est sensible. En Israël, rien de tel : les critiques sont frontales, acerbes, directes, parfois brutales. Outre sa qualité d’ancien parlementaire, celui qui affirme que « la révolution sioniste est morte » est également l’ancien président de l’Agence juive, cet organisme para-gouvernemental dont le mandat est d’encourager l’immigration juive en Israël ! Puis une autre contributrice, ancienne ministre de l’Éducation, compare l’aveuglement des Israéliens sur le sort réservé aux Palestiniens à l’aveuglement des Allemands sous Hitler sur le sort réservé aux Juifs. Encore un autre contributeur, juif pratiquant et philosophe, dit que le refus des soldats de servir dans les territoires occupés peut mettre à mal le « consensus national-fasciste ». Encore un autre contributeur, journaliste vedette en Israël, ne se contente pas d’écrire dans Ha’aretz, un des principaux quotidiens du pays. Il a également écrit directement à Shimon Pérès, l’actuel Président d’Israël. Lorsque Pérès était encore le ministre des Affaires étrangères (Travailliste) du Premier ministre Ehud Olmert (Kadima), ce journaliste, une des voix les plus entendue dans le pays, lui disait en ces termes : « Tu continues à servir dans un gouvernement qui a du sang sur les mains, encore occupé à tuer, à emprisonner et à humilier, et tu es un partenaire de tous ses agissements, y compris les pires. » Outre les multiples faits et méfaits qu’on apprend dans ces pages, rédigées par ceux qui sont les mieux informés sur ce conflit, ces témoignages ont le mérite de placer le débat politique sur le terrain polémique qui est le sien en Israël. Âmes sensibles s’abstenir. Car ceux qui prennent encore des gants pour ne pas poser des questions qui fâchent en auront largement pour leur argent. Michel Warschawski: La révolution sioniste est morte : Voix israéliennes contre l’occupation, 1967-2007. Actuellement en librairie, 160 pages, 14 euros. T:I:S, 24. Juli 2007 *Siehe auch Michel Warschawski: Dan Halutz nach Den Haag. Übersetzung aus dem Englischen von Ellen Rohlfs. Alternative Information Center, Israel, 23. Januar 2007 arendt-art.de, 9. Februar 2007 *Siehe auch Michael Warschawski: Israel ist auf dem Weg in die
Hölle. taz
vom 11.November 2004. T:I:S, 12. November 2004 und Michael Warschawski: Viele glauben, daß
Islam ein Schimpfwort ist T:I:S, im November 2004 *Thomas Immanuel SteinbergHöllentempoDie einzige parlamentarische Demokratie des Nahen Ostens,
Israel, hat ein Parlament. Das Land hat aber weder Staatsgrenzen festgelegt,
noch eine Verfassung verabschiedet. Die Gesetze, auch das Grundgesetz, werden
dem je aktuellen Bedarf von Politikern und Militär angepaßt. Niemand hat
irgendwelche Rechte, nur weil er Staatsbürger ist. Durch Mehrheitsvotum kann
die Immunität der arabischen Parlamentsabgeordneten abgeschafft und das passive
Wahlrecht jedem entzogen werden, der nicht bestimmten politischen oder
ideologischen Kriterien entspricht. Israel hat ein Parlament, aber es ist keine
Demokratie. „Mit Höllentempo“, so Michael Warschawski in seinem
gleichnamigen Buch, fahren Staat und israelische Gesellschaft auf einen Abgrund
zu. Krasse Einkommens- und Vermögensunterschiede drohen auch den jüdischen
Teil der Bevölkerung zu zerreißen. Korruption und Gewalttaten, ganz abgesehen
von Kampf gegen die nicht-jüdische Bevölkerung, grassieren. Anderswo
belanglose Auseinandersetzungen führen Israelis häufig im Brüllton, gespickt
mit Beleidigungen. Die Soldaten, fast noch Kinder, tragen Gewalt und Schikanen
von der palästinensischen Front zurück in den jüdischen Alltag.
Intellektuelle und Bessergestellte verschaffen sich zweite Staatsangehörigkeiten,
sitzen auf gepackten Koffern oder verlassen die unwirtliche Heimat. Warschawski, 1949 in Straßburg geboren, seit dem 16.
Lebensjahr in Israel, malt ein Bild des Grauens von seiner Wahlheimat. Er
zeichnet die politischen Etappen nach, die das Land durchlaufen hat: von den
Kriegsjahren bis 1977, über die Annäherung an erträgliche Verhältnisse bis
1995, bis hin zum heutigen paranoiden Zustand der israelischen Gesellschaft, der
auf die Juden in der Welt überzugreifen droht. Er räumt auf mit dem Märchen,
die Palästinenser hätten die Verträge von Oslo scheitern lassen und geißelt
die Verbrechen der Lenker der Höllenmaschine: Benjamin Netanyahu, Ehud Barak
und Ariel Scharon. Zahllose Politiker der israelischen Linken und ehemals
kritische Intellektuelle sind auf den Höllenzug aufgesprungen. Die Reisenden
glauben ihr übermächtiges Land von aller Welt bedroht; sie mauern sich selber
ein. Warschawski evoziert das Ghetto, das die Israelis sich wieder erschaffen,
die Zeichen für eine Identifikation mit den Nazi-Tätern von einst. Er erinnert
an das Verhältnis von Kolonisator und Kolonisiertem, wie es der jüdisch-berberische
Soziologe Albert Memmi vor 40 Jahren für den Maghreb beschrieben hat: Die
Unterdrückung und Entwürdigung des Kolonisierten erniedrigt und zerrüttet
auch den Kolonisator. Michael Warschawski ging als Sohn eines Rabbiners 1965 nach Jerusalem an eine Talmudschule. Seit seinem Philosophiestudium in Israel setzt er sich für die Schwächeren ein, die Araber in Israel und die Palästinenser. Er gründete 1984 das Alternative Information Center (AIC), war lange dessen Direktor und ist weiter im Vorstand. 1987 wurde er wegen »Unterstützung illegaler palästinensischer Organisationen« verhaftet und 1989 zu 30 Monaten Gefängnis verurteilt; die Strafe wurde 1990 auf 8 Monate gemildert. In den letzten Jahren bereiste er zusammen mit der palästinensischen Delegierten in Frankreich die Vorstädte, in denen der Israel- und Judenhaß grassiert. Beide sprachen mit den armen, überwiegend jugendlichen Immigranten und schilderten, was in Palästina und Israel leben heißt.
Michel
Warschawski
Warschawski hat mit der Anwältin Lea Tsemel zusammen zwei Söhne
und eine Tochter. Vor einem Jahr in Hamburg beschrieb er die Angst, die alle
israelischen Eltern, ob Likud-Anhänger oder Streiter für den Frieden wie ihn
und seine Frau, beschleicht, wenn die Kinder morgens das Haus verlassen. Werden
sie gesund wieder kommen? Michael Warschawski: Mit Höllentempo. Die
Krise der israelischen Gesellschaft. Aus dem Französischen von Barbara
Heber-Schärer. Broschiert, 128 Seiten,
T:I:S, 29. September 2004 Die Rezension ist in der jungen Welt vom 11. Oktober 2004 erschienen unter dem Titel: Paranoider Zustand. »Mit Höllentempo« hat Michael Warschawski ein kritisches Buch über Staat und Gesellschaft in Israel heute geschrieben. Siehe auch das Interview mit Michel Warschawski von Martina Schwarz. *Semantische Verschiebung
Michel
Warschawski (Leiter des Alternative Information Center in Jerusalem) Der israelisch-palästinensische
Konflikt verführt leicht zu religiösen
oder zumindest ethnischen Interpretationen. Er spielt sich auf einem Gebiet ab,
das die Wiege von Weltreligionen war und das viele "Heiliges Land"
nennen; der Zionismus wird oft als "Rückkehr" des jüdischen Volkes
ins Gelobte Land dargestellt, und seine Argumente schöpfen viel aus dem Bereich
tradierter Rechte, wenn nicht gar göttlicher Verheißung; Jerusalem ist
dreifach heilige Stadt und von Wallfahrtszielen übersät. Die Allgegenwart der
islamistischen Kultur im arabischen Bewusstsein
und in der arabischen nationalen Kultur geht gleichfalls schwanger mit der
Konfessionalisierung eines Konflikts, der oft als Befreiung eines islamischen,
von Ungläubigen besetzten Bodens dargestellt wird. Dem muss die zionistische
Idee hinzugefügt werden, einen "jüdischen Staat" zu schaffen, und
die entsprechende permanente Strategie jüdischer Kolonisierung, die nicht ohne
den ethnischen Säuberungskrieg von 1948 auskam. Es ist ein Verdienst Yasser
Arafats, in einem solchen Kontext alles Menschenmögliche getan zu haben, um den
israelisch-palästinensischen Konflikt in seiner politischen (und nicht religiösen
oder ethnischen) Dimension zu halten: nämlich die eines Kampfes für nationale
Befreiung und Unabhängigkeit, eines antikolonialen Kampfes um ein Territorium
und um nationale Souveränität. Umgekehrt ist eines der größten
Verbrechen des ehemaligen Premierministers Ehud Barak, das religiöse Element in
die Verhandlungen eingeführt zu haben, indem er auf dem zweiten Gipfeltreffen
von Camp David die jüdische Souveränität über die Moscheenallee von
Jerusalem auf der Grundlage religionsgeschichtlicher Thesen gefordert hat. Diese
irre Forderung war ohne Zweifel einer der Hauptgründe für den Zusammenbruch
des Oslo- Prozesses. Die Geschichte wird zeigen, ob sie nicht auch zum Auslöser
eines Religionskrieges im gesamten Mittleren Osten und eines weltweiten
islamisch-jüdischen Konflikts wird. Der israelisch-palästinensische
Konflikt ist ein politischer Konflikt zwischen einer kolonialen Bewegung und
einer nationalen Befreiungsbewegung. Der Zionismus ist eine politische und keine
religiöse Ideologie, die darauf abzielt, die jüdische Frage in Europa durch
die Einwanderung in Palästina, seine Kolonisierung und die Schaffung eines jüdischen
Staates zu lösen. So haben seine Sprecher ihn immer definiert, von Herzl bis
Ben Gurion, von Pinsker bis Jabotynski, die die
Konzepte der Kolonisierung (Hityashvut) oder der Kolonien
(Yishuv, Moshav) nie in einem negativ wertenden Sinne
benutzt haben. Bis zum
Aufstieg des Nazismus hat die überwältigende Mehrheit der Juden weltweit den
Zionismus verworfen, sei es als Häresie (das war die Position der großen
Mehrheit der Rabbiner und der religiösen Juden), sei es als reaktionär (das
war die Position der jüdischen Arbeiterbewegung in Osteuropa), sei es als
anachronistisch (so dachten die emanzipierten oder assimilierten Juden in
Mittel- und Westeuropa). In diesem Sinne
wurde der Antizionismus immer als eine politische Position unter anderen
verstanden, die dazu noch ungefähr ein halbes Jahrhundert in der jüdischen
Welt hegemonial war. Erst seit etwa dreißig Jahren gibt es eine breite
Kampagne, die mit unleugbarem Erfolg versucht, nicht zur Kontroverse über die
politische Sinnhaftigkeit des Zionismus beizutragen, zur Analyse seiner Dynamik
und seiner politischen und moralischen Implikationen, sondern den Antizionismus
zu delegitimieren, indem er ihn mit Antisemitismus gleichsetzt. Semantische Verschiebungen… Wie
jeder andere Rassismus negiert der Antisemitismus (oder die Judenfeindlichkeit)
den Anderen in seiner Identität und in seiner Existenz. Der Jude ist, egal was
er tut, egal was er denkt, Hassobjekt bis hin zur Ausrottung, nur weil er Jude
ist. Der Antizionismus hingegen ist
eine politische Kritik an einer politischen Ideologie und Bewegung; er greift
nicht eine Menschengruppe an, sondern stellt eine bestimmte Politik in Frage.
Wie kommt man dann dazu, die politischen Ideen des Antizionismus mit der
rassistischen Ideologie des Antisemitismus gleichzusetzen? Eine europäische
Gruppe zionistischer Intellektueller hat die Lösung gefunden, indem sie das
Unterbewusste ins Spiel bringt und ein Konzept einführt, mit dem man alles
beweisen kann: nämlich das der "semantischen
Verschiebung". Wenn man den Zionismus anklagt oder auch Israel kritisiert,
dann geht es einem, manchmal unbewusst, nicht um die Politik einer Regierung
(der Regierung Sharon) oder um den
kolonialistischen Charakter einer politischen Bewegung (des Zionismus) oder,
mehr noch, den institutionalisierten Rassismus eines Staates (Israel), sondern
um die Juden. Wenn man sagt: "Die Bombardierungen der Zivilbevölkerung
sind Kriegsverbrechen", oder: "Die
Kolonisierung ist eine flagrante Verletzung der Vierten Genfer
Konvention", meint man in Wirklichkeit: "Das jüdische Volk ist
verantwortlich für den Tod von Jesus Christus" und "Tod den
Juden"! Natürlich kann man auf ein
solches Argument nichts erwidern, denn jede Antwort wird, vielleicht unbewusst,
zur Verteidigung des Antisemitismus. Das Argument der Bedeutungsverschiebung und
der Rückgriff auf das Unterbewusste in der politischen Polemik beendet jede Möglichkeit
der Debatte, egal zu welchem Thema im Übrigen. Die Verurteilung des
Kolonialismus wird zu einer Verurteilung des Engländers (oder des Franzosen
oder des Deutschen, je nachdem), seiner Kultur und seiner Existenz. Auch den
Antikommunismus gibt es nicht, er ist eine Wortbedeutungsverschiebung für den
Slawenhass. Wenn ich sage: "Ich mag keinen Camembert", denke ich in
Wirklichkeit: "Tod den Franzosen!"; wenn ich erkläre, jiddische Musik
zu mögen, sage ich mittels semantischer Verschiebung, dass ich die Araber
hasse… Der Antisemitismus existiert und
scheint in Europa wieder sein Haupt zu erheben — nach einem halben Jahrhundert
der Ächtung in Folge des Grauens des Völkermords an den Juden
durch die Nazis und der Verbrechen der Kollaboration. Bei einem
wachsenden Anteil der arabisch-moslemischen Gemeinden in Europa nehmen
rassistische Verallgemeinerungen zu, werden unterschiedslos die Juden für die
Verbrechen verantwortlich gemacht, die der jüdische Staat und seine Armee verüben.
Im Übrigen findet sich der Antisemitismus oft im selben Lager wieder, das die
israelische Politik bedingungslos unterstützt, so z.B. unter den
fundamentalistischen protestantischen
Sekten, die in den USA die wirkliche proisraelische Lobby darstellen.
durch die Nazis und der Verbrechen der Kollaboration. Bei einem
wachsenden Anteil der arabisch-moslemischen Gemeinden in Europa nehmen
rassistische Verallgemeinerungen zu, werden unterschiedslos die Juden für die
Verbrechen verantwortlich gemacht, die der jüdische Staat und seine Armee verüben.
Im Übrigen findet sich der Antisemitismus oft im selben Lager wieder, das die
israelische Politik bedingungslos unterstützt, so z.B. unter den
fundamentalistischen protestantischen
Sekten, die in den USA die wirkliche proisraelische Lobby darstellen. Der
antiarabische Rassismus existiert ebenfalls, nur räumen die Medien den
drastischen Polemiken des Beitar und der Jüdischen Verteidigungsliga gegen die
islamischen Institutionen oder gegen Organisationen, die sich der israelischen
Kolonisierungspolitik widersetzen, wenig Platz ein — oder den Parolen, die die
Häuserwände gewisser Viertel in Paris verunzieren ("Tod den
Arabern", "Keine Araber, keine Anschläge") oder den
organisierten Ausschreitungen zionistischer Kommandos. Der antiarabische und der antijüdische
Rassismus müssen beide ohne Zugeständnisse verurteilt und bekämpft werden,
und das kann man wirksam nur machen, wenn man sie frontal bekämpft, sonst verstärkt
man die verbreitete Idee, hinter der Verurteilung des einen Rassismus stecke
faktisch ein Angriff auf die andere Menschengruppe. Diejenigen, die tatsächliche
oder durch "Wortbedeutungsverschiebung" unterstellte antisemitische
Handlungen verurteilen und zu antiarabischen Exzessen schweigen, machen
sich mitverantwortlich für die Kommunitarisierung und Ethnisierung der Köpfe
und für die Verstärkung des Antisemitismus, denn sie bekämpfen nicht den
Rassismus überhaupt, egal von wem er ausgeht und gegen wen er sich richtet,
sondern ausschließlich den Rassismus der anderen. Sicher sind nicht sie es —
die Tarnero, Lanzmann und anderen
Tagieffs — die das Recht hätten, der radikalen Linken und der Bewegung gegen
die marktradikale Globalisierung, die immer an der Spitze antirassistischer Kämpfe
standen und keinen dieser Kämpfe im Stich lassen, irgendwelche Lehren zu
erteilen. …und
reale Komplizenschaft Doch gehen wir einen Schritt
weiter. Ein wichtiger Teil der
Verantwortung für das Übergleiten von der Kritik an
der israelischen Politik zu antisemitischen Haltungen ruht auf
den Schultern eines Teils der oft selbsternannten Vorstände
der jüdischen Gemeinden in Europa und in den USA. Tatsächlich sind sie
es, die sehr oft die jüdische Gemeinde als
solche mit einer bestimmten Politik gleichsetzen — nämlich der einer
bedingungslosen Unterstützung der politischen Führung
Israels. Wenn sie, wie in Straßburg, dazu aufrufen, ihre
Unterstützung für Sharon auf dem Vorplatz einer Synagoge zu
demonstrieren, wen wundert es dann, wenn die Synagoge zur Zielscheibe von
Demonstrationen gegen die israelische Politik
wird? Und was soll man von den
kommunitaristischen Sprechern der jüdischen Gemeinde in Frankreich sagen, die
den Wahlerfolg Le Pens "verstehen" und "hoffen, dass er die
arabische Gemeinde in Frankreich zum Nachdenken bringt"? Kann man in dieser Haltung die
Komplizenschaft mit dem Mann übersehen, der in Frankreich am meisten die
rassistische — und so auch die
antisemitische — Ideologie verkörpert? Eine
Komplizenschaft, die die Zusammenarbeit extrem rechter
Organisationen wie des Beitar mit faschistischen und antisemitischen
Gruppen wie Occident aus den 70er Jahren fortsetzt…
Hier handelt es sich nicht mehr um semantische Verschiebung, sondern um ein
abgekartetes Spiel. Die israelische Politik wird
weltweit von vielen kritisiert, und je mehr der jüdische Staat außerhalb des
Rechts handelt, desto mehr wird er als gesetzlos betrachtet werden und den
entsprechenden Preis dafür bezahlen. Es ist völlig unakzeptabel und
unverantwortlich, dass solche jüdischen Intellektuellen, die wie die Vorstände
jüdischer Gemeinden in aller Welt eine absolute
Identifikation mit Israel zur Schau tragen, letztere mit in den Abgrund ziehen,
auf den Ariel Sharon und seine Regierung
zustreben. Im
Gegenteil, wenn sie wirklich von der Sorge um die Gemeinschaft bewegt wären, in
deren Interesse sie zu sprechen vorgeben, würden sie ihr Möglichstes tun, um
die barbarischen Akte des israelischen Staates zu demaskieren und die
dramatischen Konsequenzen aufzuzeigen, die diese
Handlungen früher oder später für eine nationale hebräische Existenz
überhaupt im Nahen Osten nach sich ziehen werden. Dadurch würden sie
Verantwortungsbewusstsein auch gegenüber der jüdischen Gemeinschaft in Israel
an den Tag legen: Wäre es nicht besser, wenn sie, statt dem israelischen Draufgängertum
zu schmeicheln und zur wachsenden selbstmörderischen Verblendung der
israelischen Führung und Bevölkerung beizutragen, und statt mit Lanzmann zu
schreien: "Immer bedingungslos mit Israel", als Schutzwall fungierten
und Sharon und seine Regierung vor den dramatischen Konsequenzen seiner Politik
warnten? Sind sie so blind, nicht zu
sehen, dass die Straffreiheit, derer sich Israel bei bestimmten politischen und
weltanschaulichen Strömungen in Europa und Nordamerika erfreut, nur die andere
Seite des Antisemitismus und seines Arsenals "jüdischer
Besonderheiten" ist? Sind sie so stumpfsinnig nicht zu begreifen, dass für
viele sogenannte Freunde Israels die Haltung des Gewährenlassens gegenüber dem jüdischen
Staat Ausdruck eines Zynismus ist, der die Juden gern frontal gegen die Wand
laufen sieht? Und dass im Gegenteil denjenigen, die Israel —
und manchmal hart — kritisieren, das Leben und Überleben seiner Bevölkerung
wirklich am Herzen liegt? Ariel
Sharon, seine Minister, seine Generäle, seine Richter und ein Teil seiner
Soldaten werden sich eines Tages vor dem Internationalen Strafgerichtshof für
Kriegsverbrechen oder sogar für Verbrechen gegen die Menschlichkeit
verantworten müssen. Damit dann nicht die gesamte israelische Bevölkerung auf
der Anklagebank sitzt, gibt es in Israel Tausende Männer und Frauen, Zivilisten und Soldaten, die "Nein" sagen, die
Widerstand leisten und in Opposition gehen. Um die Juden der Welt vor dem
Vorwurf der Mitverantwortlichkeit zu schützen, um der antisemitischen
Propaganda den Boden zu entziehen, die die Leiden der Palästinenser
instrumentalisiert, um jeden Juden, nur weil er Jude ist, für schuldig zu erklären,
um der Kommunitarisierung und Ethnisierung des israelisch-palästinensischen
Konflikts einen Riegel vorzuschieben, ist es unbedingt notwendig, dass sich eine
mächtige und feste Stimme innerhalb der jüdischen Gemeinden Gehör verschafft,
die sagt, was der Name einer US- amerikanischen jüdischen Organisation ausdrückt,
die sich diesem Ziel verschrieben hat: "Nicht in unserem Namen!" Es ist natürlich auch die
Pflicht der demokratischen und linken Organisationen auf der ganzen Welt, die
Verbrechen Israels ohne jede Konzession zu verurteilen, nicht nur weil die
Verteidigung der Unterdrückten und Kolonisierten, welcher
auch immer, integraler Bestandteil ihres Programms und ihres Denkens ist,
sondern auch weil nur eine klare und mit den anderen Kämpfen, die sie führen, kohärente Position es ihnen ermöglicht,
den Kommunitarismus und Rassismus in ihrem eigenen
Land zu bekämpfen. Sich von der Erpressung mit dem
Antisemitismusverdacht abschrecken zu lassen, zu schweigen, um sich nicht der
Anklage auszusetzen, man leiste "dem Antisemitismus
Vorschub" oder sei gar "unbewusst antisemitisch", kann
letztlich nur den wirklichen Antisemiten zugute kommen oder zumindest die
identitäre und kommunitaristische Verwirrung
fördern. Die wirkliche antirassistische
und antikolonialistische Linke braucht nicht erst zu beweisen, dass sie im Kampf
gegen die antisemitische Pest steht. Sie wird diesen Kampf desto wirksamer fortführen,
je klarer und unzweideutiger sie zu den Kriegsverbrechen
Israels und zu seiner Kolonisierungspolitik Stellung bezieht. Quelle: Sozialistische Zeitung, September 2002, http://members.aol.com/sozabc/02090h.htm Siehe auch Alternative Information Center und A Jewish Voice for Peace
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