Jüngere Beiträge zu Hamburg unter Schulstreik in Hamburg,
Niels Annen, Hamburg-Eimsbüttel Sozialdemokraten,
Deutsche Krieger,
G8 und ASEM, Norman Paech. Ältere Beiträge zu Hamburg unter
Hamburger
Rathausmarkt, Peter Tamm, Dr. Andreas Mattner,
Abfall, Hamburger Schmierdreck,
beyond petroleum, Kleingärtner,
Festung Europa;
siehe auch Arbeitslosengeld II
Hamburg
Zeltlager vor der Zocker-Bank

Gerhart-Hauptmann-Platz 48-50, 20095 Hamburg-Altstadt, am 19.
Oktober 2011, vormittags
Foto: tofoto. T:I:S, 19. Oktober 2011. Siehe auch http://occupyhamburg.wordpress.com/
Nachtrag
Die Zeltstadt auf dem Hamburger Gerhart-Hauptmann-Platz, hier
ein paar Tage später ...

... ist inzwischen den Vorbereitungen auf den kleinkarierten
Weihnachtsmarkt gewichen. Restzelte stehen auf dem Domplatz, siehe Knappheit.
T:I:S, 13. November 2011. Siehe auch NeoCon-Cowboys
schießen auf Occupy-Indianer vom 5. Januar 2012
URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/hamburg.htm#Zeltlager
nach oben
*

Der Hamburger Kriegsklotz im September
2011
Foto: René Senenko
T:I:S, 14. September 2011
URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/hamburg.htm#Gegenrichtung
nach oben
*

Foto: René Senenko
Am 8. Mai 2011 verhüllten Hamburger Friedensfreunde, die ein
Denkmal für Deserteure in Hamburg fordern, den gräßlichen Kriegsklotz
am Dammtor; den mit der Selbstmord-Attentäter-Parole: "Deutschland
muß leben, und wenn wir sterben müssen."
Doch lest, was geschah, und was nun geschehen soll:
Hamburg, 11. Mai 2011
Liebe Freunde,
nachdem wir am 8. Mai
bei der genehmigten Kunstaktion (im Rahmen des „Friedensfestes am
Kriegsklotz“) das Kriegerdenkmal mit einer 1,5 Kilometer langen Foliebahne
umwickelt haben und diese Folieverpackung über 14 Tage am Denkmal
verbleiben sollte, haben heute morgen zwei Unbekannte in orangefarbenen
Signalwesten die Folie vom Kriegsklotz komplett heruntergerissen und in
einem weißen Lieferwagen abtransportiert. Strafanzeige ist gestellt. Wir
lassen uns nicht einschüchtern. Eigentlich war von uns geplant, am 21.5.
die Folie wieder abzunehmen. Stattdessen werden wir nun die gesamte
Verpackung des Kriegsklotzes wiederholen. Damit bleibt es beim geplanten
Termin: Sa., 21.5. ab 15 Uhr. Das zuständige Fachamt hatte heute sofort ein
Einsehen und genehmigt uns die Wiederholung der Kriegsklotzverpackung.
Es wär toll, wenn Ihr
unser Anliegen und unsere Aktion unterstützt. Gesucht werden Gruppen und
Akteure, die am Sa., 21. Mai ab 15 Uhr vor Ort ohne Lautsprecheranlage etwas
beitragen wollen. Ideal sind Beiträge zur Verulkung militaristischer
Traditionen sowie zur Unterstützung unserer Bemühungen, in Hamburg ein
Deserteursdenkmal zu errichten. Die neue Folie kostet 80 Euro. Wer etwas
spenden möchte, kann unter tun: Spendenkonto der Willi-Bredel-Gesellschaft,
Konto 1057210104, BLZ 20050550 Haspa, Stichwort: Kriegsklotz.
Anbei [siehe oben,
T:I:S] ein Foto des verpackten Klotzes vor der Entfernung der Folie.
Gruß, René Senenko,
Koordinator Bündnis „Ein
Deserteursdenkmal für Hamburg“. Details unter www.feindbeguenstigung.de.
2003 hatten Kriegsgegner
den Klotz besetzt, sehr schön. Noch schöner war die Aktion 1999 gegen den
deutsch-US-amerikanischen Überfall auf Jugoslawien (er beendete Jugoslawiens
Existenz, Existenzrecht hin oder her). Diesmal hatte keine braune, auch keine
schwarze Regierung massengemordet, sondern die rot-grüne von Schröder, Fischer
und Scharping. So bekamen die doofen Klotz-Soldaten orangene und olivgrüne
Mützchen verpaßt:

Postkarte
von 1999. Fotograf und Aktionisten blieben anonym.
Hier
die Rückseite der Postkarte:

Doch die
Ordnungskräfte entfernten die aufklärende Kopfbedeckung. Wenig später trug
das Kanonenfutter orangene und olivgrüne Stiefelchen. Ein Foto davon fehlt in
meinem Archiv. Wer hat eins? Bitte melden unter

T:I:S, 12.
Mai 2011
URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/hamburg.htm#Kriege
nach oben
*
"Die
Einseitigen" trugen in Hamburg-Finkenwerder
Geschichten vor
"Die
Baustellen im Treff" heißt ein knarziger Ort in Hamburg-Finkenwerder. Die
ehemalige Kneipe hatte am 14. April 2011 "Die Einseigen" zu Gast, eine freie Autorengruppe
mit sechs Mitgliedern. Sie
haben sich darauf spezialisiert, sehr kurze, knubbelige Geschichten zu schreiben
– so kurz, dass sie nur eine
Seite lang sind.
Im Baustellen-Treff, Vorderraum
Aus dem Fundus, der in den vergangenen
fünf Jahren entstanden ist, trugen vier von ihnen OFF-OFF-VATTENFALL Geschichten
vor und berichteten von der Arbeitsweise der Gruppe.
Zwanzig Besucherinnen hörten, was den Autorinnen zum Thema Magma-Rot
eingefallen war; wie "der Inder an der Ecke" für Verwirrung sorgt;
und welche Farbe männliche Zehennägel annehmen können.
Andreas
Petra
Sibylle
Wolfgang. Das nächste Mal werden auch Jutta und
Manfred dabei sein.
Die Gastgeber Jerry, im Vordergrund, und Marie-Madeleine, im
Hintergrund
Rückfahrt über die Elbe
T:I:S, 15. April 2011
URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/hamburg.htm#VATTENFALL
nach oben
*
In Hamburg wüten Grüne und Schwarze
wie einst Brüning
Nach ihm kamen die Braunen

Ballindamm Ecke Bergstraße
Von der Baustelle
der Elbphilharmonie zur Finanzbehörde
am Gänsemarkt reichte am 30. September 2010 die etwa 2500 Meter lange Kette aus
Protestlern gegen den Hamburger christlich-grünen Senat, den sie zum Teil
selbst gewählt hatten. Der Senat will bei Kultur, Bildung, Sozialem und
generell bei Löhnen und Gehältern wieder rausholen, was er bei
Leuchtturmprojekten und Spekulationen zugunsten der Superreichen verballert
hat.

Kettenabschnitt Jungfernstieg gegen 17 Uhr 30

Alsterarkaden

Binnenalster und Lombardsbrücke mit ICE

Die Samba-Gruppe führte den Demonstrationszug an.

Sinnvolle Tätigkeit
Den Polizisten wurde, wie allen Hamburger Beamten, das
Weihnachtsgeld teils zusammengestrichen, teils ganz weggenommen. Unter
Reichskanzler Brüning waren die Beamten auch als erste dran. Das macht sich
gut, wegen des Ressentiments.

Bis die Stadt ihm gehört, muß das Volk wohl noch einen Zahn
zulegen. Hamburger Rathaus
T:I:S, 30. September 2010. Alle Fotos: tofoto
URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/hamburg.htm#Gruene
nach oben
*
Großer Workshop vorm Schauspielhaus

Aus Protest gegen die Dezimierung des kulturellen Lebens in
Hamburg durch den Senat hielt das Junge
Schauspielhaus am 29. September 2010 um 9 Uhr einen großen Workshop vor dem
berühmten Theater ab. Schüler und Lehrerinnen übten Sprechen, Klatschen
und Stampfen, im Takt natürlich.

Der Senat ist dabei, große Teile der Kulturförderung
einzustampfen.

Die Protestierer wollen den Senat aus dem Takt bringen.

Ihre Transparente wirkten allerdings zaghaft.
T:I:S, 29. Septembe 2010. Alle Fotos: tofoto
URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/hamburg.htm#Workshop
nach oben
*
Kosten der Elbphilharmonie
Chronik
beim NDR.
Der Mann mit Bart in der Mitte des Bildes
ist Hartmut Wegener. Unter anderm um seine Rolle geht es bei dem
Untersuchungsausschuß, den die SPD jetzt beantragt hat.
Dem Antrag zufolge bezweifeln die Sozialdemokraten, ob der
»schwarz-grüne« Senat wahrheitsgemäß über das »Leuchtturmprojekt«
informiert hat. So zitieren sie den vormaligen Leiter der eigens gegründeten
Realisierungsgesellschaft (ReGe), Hartmut Wegener, mit den Worten: »Unwägbare
Risiken bestehen nicht – Punkt.« Außerdem habe er in den parlamentarischen
Ausschußberatungen im Frühjahr 2007 bekundet:
Ich sage hier klar und eindeutig: Das Kostenrisiko im Bauprozeß
liegt nach den abgeschlossenen Leistungsverträgen nunmehr allein beim
Bieterkonsortium.
Die Belastung der Stadt durch das Vorhaben bezifferte der Senat
zu diesem Zeitpunkt mit 114 Millionen Euro. Heute betragen die Kosten für die
Stadt bereits 323 Millionen Euro.
jW,
nur für Abonnenten. T:I:S, 22. April 2010. Wegener ist SPD-Mitglied, die
Regierung grün und christlich.
URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/hamburg.htm#Kosten
nach oben
*
Immer noch keine
Pille für den Mann, aber überall Viagra!
Der Text des Hamburger Beschwerdechors
als .pdf-Datei
Beschwerdechor Text, .pdf-Datei, T:I:S, 16. Mai 2009. Siehe Beschwerdechor
nach oben
*
Zahlreiche Beschwerden

Hat er sie gehört, der Erste Bürgermeister? Die Beschwerden
über das Millionengrab Hafen-Oper? Über Micro-Chips in Hundeohren, über
die Isolation, die süchtig macht und über die, die an der Alster joggen, als
würden sie um ihr Leben rennen?
Der Hamburger Beschwerdechor sang sie heraus, die Klagen über
Gott und die Welt und den Lärm und den Zollzaun, der immer noch nicht
abgerissen ist - erst unter Oles Rathausfenster, dann noch ein paarmal in der
Hamburger Innenstadt.



Power-Karin

Die Haupt-Beschwerdeführerin vor Karstadt in der
Mönckebergstraße

Freitag Abend, den 15. Mai 2009 zu unbestimmter Zeit wird der
Beschwerdechor noch einmal auftreten, auf Kampnagel
im Rahmen des Live Art Festivals der Kollektive aller Länder vom 7. bis 23. Mai
2009.
Hoffentlich stellt der Chor seinen beschwingten Text bald ins
Netz.
T:I:S, 15. Mai 2009. Alle Fotos: tofoto
URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/hamburg.htm#Beschwerdechor
nach oben
*
Gerhard Wendebourg
Lärm
Thomas Immanuel
Steinberg schrieb am 5. Juli 2008: Hamburg.
Die Hansestadt veranstaltet vorzugsweise an Wochenenden im Sommer
sogenannte Events; heute, am 5. Juli 2008 ein Triathlon. Stundenlang
kreisen währenddessen Hubschrauber mit Polizisten oder Journalisten über
der Stadt. Der Radau ist unerträglich. Kennt eine Leserin eine Hamburger
Anti-Lärminitiative? Ich würde mich anschließen. Gerhard Wendebourg
reagierte so:
Gesendet: 06.07.08 05:23:11
An: webmaster (at) steinbergrecherche.com
Betreff: Laerm
Hi Thomas,
fand gerade deine Anmerkung zum Thema. Ich sehe mich auch
als betroffen an. Ungeachtet der jaehrlichen Tagungen von Medizinern, die
gravierende gesundheitliche Belastungen durch Geraeuschemissionen monieren und
deren Bekaempfung einfordern, geniesst der Laerm zunehmend allerhoechste
Protektion. Medien, Politiker, Behoerden und die Polizei halten offenbar die
Verbreitung und Intensivierung von Laerm fuer ein Zeichen von zivilisatorischem,
vieleicht auch oekonomischem Fortschritt: Er gehoert zu den allerhoechsten
schuetzenswerten Guetern, besonders hier in Hamburg.
Jeder, der eine Grossveranstaltung anzubieten hat, muss
offenbar versprechen, sie mit einem hinreichenden Laermpegel auszustatten, damit
sie den Segen der Behoerden und der Polizei findet. Fuer die jaehrlichen
Motorrad-Treffen muessen sich die Harley-Besitzer deshalb eigens Teile der
Schalldaempfer-Anlagen abbauen, damit sie hier auch gern gesehen sind.
Aehnliches gilt fuer Sportwagen: Deren Geraeuschemissionen
muessen deutlich ueber dem von Durchschnitts-PKWs liegen, damit man z.B.
darueber hinwegsieht, dass der Eigner sich seine Broetchen im Rotlichtviertel
verdient oder anderen dubiosen Beschäftigungen nachgeht. Ein Polizist, der
daran Anstoss naehme, würde jedenfalls sofort als Spielverderber verwarnt oder
stafversetzt nach Muemmelmannsberg.
Auch fuer Feuerwerke gilt offenbar: Der Laermpegel hat –
besonders zu spaeter Stunde – nachhaltig zu sein und ist von Jahr zu Jahr zu
steigern. Und im Uebrigen: Fuer die nachlaessigen Autofahrer, die sich an den
regelmaessigen Gebrauch ihrer Hupe nicht gewoehnen koennen, gibt es in
periodischem Abstand Sportgrossveranstaltungen, bei denen dies – zusammen mit
anderen Basistugenden wie Chauvinismus / Patriotismus – wieder eingeuebt
werden kann. Auch in solchen Faellen waere jeder Gedanke an einen
Ordnungswidrigkeitstatbestand "Laermbelaestigung" tabu.
Anderswo gibt es Wettbewerbe mit der Ueberschrift
"Unser Dorf soll schoener werden". In unserer Stadt lautet das Motto
offenbar "Unser Hamburg muss lauter werden". Und seit wir eine
schwarz-gruene Regierung haben, traegt der stetig zunehmende Geraeuschpegel nun
auch das Oekosiegel. Und sicher hat man vorsorglich daran gedacht, alle
Arbeitsschutzexperten oder Mediziner, die Geraeuschemissionen fuer
gesundheitsschaedlich erachten, zu den Pinguinen in die Antarktis zu verbannen,
damit sie uns den Spass an der Maximierung des Laermpegels nicht verderben
koennen.
Gruesse / Gerhard
Gerhard
Wendebourg lebt in Hamburg und schreibt auf meta-info.de
T:I:S,
7. Juli 2008
*
Friedensstadt Hamburg
Beitrag zu einer Veranstaltung Der
Linken am 31. Januar 2008 zum Thema „Friedensstadt Hamburg – Zentrum des
Friedens oder Standort des Krieges?“

Hamburg, kriegstreiberisch vermintes Gelände. Arsenal von Peter Tamm
Großansicht, 1MB !
Rüstungsbezogene Produktions- und Dienstleistungsfirmen gibt es in
Hamburg sicher 100. Ich greife die bedeutendsten heraus: Airbus, Blohm+Voss und
Hermes.
Airbus
Das Airbuswerk ist eigentlich ein Flugzeugwerk für zivile Maschinen,
aber es hat auch die Systemführerschaft für den Military Airbus A 400 M, einem
Schlüsselprojekt der Bundeswehr. In Hamburg wurden die Konstruktionsarbeiten für
diesen für Airbus völlig neuen Flugzeugtyp durchgeführt. 60 Stück wurden für
9,2 Milliarden Euro bestellt. Der Military-Airbus dient offiziell der
„Strategischen Verlegefähigkeit in der Luft“. Verlegt werden Soldaten, die
für Interventionen gebraucht werden: Vor allem Infanteristen samt dem benötigten
Gerät. 116 Soldaten mit Ausrüstung oder zwei Kampfhubschrauber TIGER oder ein
Transporthubschrauber NH-90 oder ein Schützenpanzer PUMA oder ein Gepanzertes
Transportkraftfahrzeug (GTK) BOXER haben in einem Military-Airbus Platz. Da zehn
der 60 Kampfzonentransporter für die Betankung in der Luft ausgelegt sind, ist
damit sogar die weltweite Nonstop- Truppenverlegung gewährleistet. 2011 sollen
die ersten zehn Maschinen ausgeliefert werden. Es ist nicht bekannt, ob Teile
der Produktion in Hamburg erfolgen. Wahrscheinlich ist das aber nicht.
Blohm+Voss
Kommen wir zu Blohm+Voss. Die berüchtigte Werft, maßgeblich an der
Marineaufrüstung von Kaiserreich und Hitlerfaschismus für beide Weltkriege
beteiligt, ist heute das Zentrum der bundesdeutschen Marinerüstung. Blohm +Voss
ist die Zentrale der Werftenabteilung des ThyssenKrupp-Konzerns, die sich
ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) nennt. TKMS ist ein europäischer
Marinewerftenverbund, zu dem unter anderem HDW in Kiel (weltweit führend im
konventionellen U-Bootbau), Hellenic Shipyards in Athen und Kockums in
Karlskrona / Schweden gehören. Zwei Drittel des Umsatzes von 2 Milliarden Euro
macht die Werftengruppe mit Marineschiffen, der Rest wird mit Handelsschiffen
und Luxusjachten erzielt. Auf die Rolle von TKMS im weltweiten Maßstab komme
ich später zurück.
Das deutsche Marineeinsatz-Konzept
Zunächst will ich kurz das deutsche Marineeinsatz-Konzept skizzieren.
Dazu ein offizielles Zitat:
Die Marine muss befähigt sein, langandauernd sowohl auf offener See als
auch in fremden Küstengewässern durchsetzungsfähig operieren zu können.
[...] Die Marine muss [...] zur präzisen Bekämpfung von Landzielen auch
auf größere Distanz von der Küste befähigt sein.“(1)
In
jüngster Zeit bietet die Marineführung ein erweitertes Konzept an, welches den
weltweiten Militärinterventionismus streitkräftegemeinsam, gemeint ist die
Gemeinsamkeit von Marine Heer und Luftwaffe, durchführt. Das neue Schlagwort
heißt „Basis See“. Das meint: Da ohnehin bald drei Viertel der Menschheit
in einem Abstand von bis zu 60 km von einer Küste leben, drängt sich der
Marineführung die Einwirkung von See an Land förmlich auf. Das heißt von See
aus wird der Einsatz nicht nur der Marine, sondern auch der Luftwaffe und des
Heeres kommandiert. TKMS liefert dafür die Kriegsschiffe.
-
Die
drei Fregatten der Sachsen-Klasse, die als Führungsschiffe
(Kommandozentrale) jeweils einen ganzen Einsatzverband gegen Luftbedrohung
verteidigen sollen. Dazu gehört auch die Fregatte Hamburg, für die der
CDU-Senat die Patenschaft übernommen hat. Jede dieser F 124-Fregatten
kostet 733 Millionen Euro. Das ist die teuerste deutsche Kriegswaffe aller
Zeiten.
-
Korvetten,
einen für die deutsche Marine völlig neuen Kriegsschifftyp. TKMS
konzipierte diese hochseegängigen Kriegsschiffe für den küstennahen
Einsatz. Fünf davon wurden hergestellt. Ihre Indienststellung soll bis
November erfolgen. Ihre einzige Funktion: Beschuss von Landzielen. Die
wesentliche Bewaffnung der ca. 90 m langen Kriegsschiffe sind jeweils vier
Marschflugkörper. Mit ihrer Reichweite von 200 km, die durchaus auf 400 km
ausbaufähig ist, geraten z.B. sämtliche Hauptstädte der afrikanischen Küstenländer,
Damaskus aber auch Pjöngjang in die Reichweite der deutschen Marine.
-
Der
Bundestag hat im Juni 2007 grünes Licht für einen weiteren Fregattentyp
gegeben: die F 125. Vier Schiffe, auch von TKMS entwickelt, sollen von 2014
bis 2017 beschafft werden. Die F 125 ist „für langjährige weltweite Einsätze
auch in rauen Seegebieten“
(2)
konzipiert.
Der Marineinspekteur sagt über die F 125: „eine Stärke liegt dabei in
der Fähigkeit, Operationen in einem Einsatzland mit Waffenwirkung von See
zu unterstützen.
(3) Als Bewaffnung sind u.a. ein 127-mm-Geschütz mit einer Reichweite von
bis zu 23 km vorgesehen und ein Mehrfach-Raketenwerfer mit einer Reichweite
bis zu 100 km. Zudem sollen auf den Fregatten jeweils 50 Mann
Spezial-Kampftruppen stationiert werden können, die von mitgeführten
Speedbooten aus andere Schiffe entern oder in fremden Ländern an Land gehen
können.
Blohm+Voss: Rüstungspolitische Bedeutung
Kommen wir zur rüstungspolitischen Bedeutung von Blohm+Voss. Schröder
und Chirac strebten einst eine Fusion der größten französischen Werft DCN mit
einem deutschen Werftenkonsortium unter gleichberechtigter Führung an
(„Marine-EADS“). Anfang 2005 wurde diesem Ziel von deutscher Seite mit dem
Hinweis auf den hohen französischen Staatsanteil eine Absage erteilt. Seitdem
setzt der expandierende Thyssen-Krupp-Konzern im Bestreben um einen europäischen
Werftenverbund auf einen Alleingang. Falls es eines Tages zu einem Verbund mit
der DCN kommt, dann aber unter deutscher Führung. Dieses Bestreben des
ThyssenKrupp-Konzerns wird auch offiziell von der deutschen Generalität unterstützt.
(4)
Dieser deutsche Machtanspruch kommt nicht von ungefähr. Beim
Kriegsschiffexports liegt der TKMS-Marktanteil auf dem Weltmarkt bei Korvetten
und Fregatten bei 65 Prozent
(5) und bei U-Booten bei „rund 90 Prozent“. Die
Auftragsbücher von TKMS sind bis 2012 voll.
(6)
Rüstungsexport mit Hermes-Bürgschaft
Über den Hamburger Hafen werden Kriegswaffen
und Dual-Use-Güter exportiert – in welchen Größenordnungen ist allerdings
unbekannt. Der deutsche Rüstungsexport hat nach Sipri-Recherchen 2006 den Höchststand
seit Gründung der Bundesrepublik erreicht. Der Exportwert von knapp 3,9
Milliarden Dollar bedeutet Platz drei in der Welt. Dieser Rang gilt auch für
die Summe der Jahre 2002 bis 2006. Die Kritik hierzulande an der exorbitanten
deutschen Rüstungsexportpolitik ist relativ leise. Deshalb finde ich das
Vorhaben Der Linken gut, sich für eine öffentliche Buchführung des Rüstungsexports
über den Hamburger Hafen und den Hamburger Flughafen einzusetzen, damit erst
einmal mehr Öffentlichkeit darüber hergestellt wird. Ein besonderes Übel in
diesem Zusammenhang ist die Übernahme staatlicher Ausfallbürgschaften für Rüstungstransfers
durch die Euler Hermes-Kreditversicherungsanstalt, einer Tochter des
Allianz-Konzerns, deren Zentrale in Bahrenfeld ist. Immerhin betrifft das Rüstungsgüter
von jährlich knapp 400 Millionen Euro im Durchschnitt der Jahre 1990 bis 2005.
Die Forderung nach Stopp der Hermes-Bürgschaften muss lauter werden.
Es gibt also aus friedenspolitischer Sicht,
die zunächst einen bundespolitischen Horizont hat, durchaus landespolitische
Aspekte, die hier parlamentarisch behandelt werden können. Dazu gehört auch
die Forderung an den Ersten Bürgermeister, sich der internationalen Bürgermeistervereinigung
Mayors for Peace anzuschließen, die sich für eine Welt ohne Atomwaffen bis
2020 einsetzt.
(1)
Jürgen Mannhardt, Der maritime Beitrag im Aufgabenspektrum der Bundeswehr,
Soldat und Technik, Juni 2004, S. 50.
(2) Strategie und Technik, November 2005, S. 61
(3) Vizeadmiral Wolfgang Nolting, Die Marine im Einsatz, Strategie und Technik
April 2007, S. 10 bis 14, S. 14.
(4) Generalinspekteur der Bundeswehr, Bundeswehrplan 2008, 31.3.2006, 70 Seiten,
S. 61. Im Bundeswehrplan 2008 von Generalinspekteur Schneiderhan findet sich
eine entsprechende Zielsetzung. „Zum Erhalt der Fähigkeiten auf technologisch
hohem Niveau wird eine industrielle Konsolidierung auf europäischer Ebene unter
deutscher Führung angestrebt. Mit der nationalen Konsolidierung der
Marineschiffbauindustrie (TKMS) unter gleichzeitiger Schaffung eines DEU
Systemhauses (Übernahme Atlas Elektronik) wurde eine wichtige Voraussetzung dafür
geschaffen.“
(5) FAZ 21.6.2006
(6) FAZ 19.9.2006
T:I:S,
6. Februar 2008
nach oben
*
Pressemitteilung der Anwältinnen und
Anwälte für Demokratie und Menschenrechte (RAV)
Null Toleranz für die
Versammlungsfreiheit?
Wer damit rechnet, dass etwa die Teilnahme an einer Versammlung oder
einer Bürgerinitiative behördlich registriert wird und dass ihm dadurch
Risiken entstehen können, wird möglicherweise auf eine Ausübung seiner
entsprechenden Grundrechte (Art 8, 9 GG) verzichten. Dies würde nicht nur
die individuellen Entfaltungschancen des Einzelnen beeinträchtigen, sondern
auch das Gemeinwohl, weil Selbstbestimmung eine elementare
Funktionsbedingung eines auf Handlungsfähigkeit und Mitwirkungsfähigkeit
seiner Bürger begründeten freiheitlichen demokratischen Gemeinwesens ist.
Auf den Tag genau 24 Jahre vor der Demonstration „Gegen Sicherheitswahn und
Überwachungsstaat“, am 15. Dezember 1983, gab das Bundesverfassungsgericht
der Politik diesen Satz als Leitlinie auf. Der Befund am 15. Dezember 2007: auf
– nach Polizeizählung – 3.000 Demonstranten kamen 2.500 Polizisten. Zum
Auftakt und während des Versuchs, der angemeldeten Route zu folgen, filmten
alle 30 Meter Beamte mit der Videokamera. Die Demonstrationsmenge war ab dem
Auftakt an der „Roten Flora“ von einer erdrückenden Macht grün und schwarz
martialisch ausgerüsteter Polizei umkesselt.
Wer da nicht weglief, musste ein ernstes Anliegen haben.
Die überwiegend sehr jungen Menschen wandten sich gegen die inzwischen
allgegenwärtige Überwachung und gegen eine „Sicherheits“-politik, die
Grundrechte täglich missachtet sowie gegen die strafrechtliche Verfolgung
linker politischer Opposition mit den Mitteln angeblicher Terrorabwehr und dem
§ 129 a StGB.
Es gibt allen Grund, auf die Straße zu gehen:
Rasterfahndung, großer Lauschangriff, Luftsicherheitsgesetz, Feindstrafrecht,
Terrorismushysterie, zentrale Schülerdatei, Anti-Terror-Datei;
Online-Durchsuchung - Bundestrojaner; Relativierung der Unschuldsvermutung;
Telekommunikationsüberwachung; BKA-Gesetzentwurf mit der fast unbegrenzten
Befugnis zur präventiven heimlichen Ermittlung, Zollfahndungsgesetz mit Einsatz
als Polizeieinheit und Geheimdienstfunktion mit verdachtsunabhängiger Überwachung;
Leitlinien zur Zentralisierung von Polizei, Militär und Geheimdiensten,
Zentralisierung der Melderegister, Zensus 2011. Ist das noch Demokratie?
Anwältinnen und Anwälte für Demokratie und Menschenrechte (RAV) beobachteten
die Demonstration vom Auftakt um 13.00 Uhr bis zur vorzeitigen Auflösung am
Millerntor gegen 17.00 Uhr und kamen zu folgendem Schluss:
Die Wahrnehmung des Rechts auf freie Demonstration wurde am 15. Dezember 2007
von der Polizei verhindert. Die versammelte Menschenmenge wurde von mehreren
Reihen uniformierter Polizei angeführt und in einem „Wanderkessel“
eskortiert, aus dem es keinen freien Zu- und Abgang gab. Als weitere Drohkulisse
dienten auf die friedliche Versammlung gerichtete Wasserwerfer. Die Möglichkeit
für interessierte Bürger, das Thema der Demonstration und die Transparente zu
erkennen, war durch die Abschirmung durch Polizei fast genauso ausgeschlossen
wie die Möglichkeit, sich dem Zug zustimmend anzuschließen.
*
Dies kommentiert Rechtsanwältin Heinecke (Mitglied im Vorstand des RAV):
Der 15. Dezember in Hamburg war eine unverhältnismäßige,
demokratiefeindliche Demonstration von Staatsmacht, die bei Bürgerinnen und
Bürgern zu Gefühlen von Ohnmacht und Sprachlosigkeit führen muss. Sie hat
nichts mehr mit dem zu tun, was das Bundesverfassungsgericht 1985 in der
Entscheidung Brokdorf zur gesellschaftlichen Bedeutung von Versammlungen
festgeschrieben hat: ein „Stück ursprünglich-ungebändigter
unmittelbarer Demokratie“ zu sein, das geeignet ist, „den politischen
Betrieb vor Erstarrung in geschäftiger Routine zu bewahren".
Ein Innensenator, der diesen massiven Verfassungsbruch zu verantworten hat,
ist eine unmittelbare gegenwärtige Gefahr, der es entgegenzutreten gilt und
dessen sofortige Ablösung ein notwendiges und richtiges Signal wäre. (1)
Berlin, den 17. Dezember 2007
Nachfragen an
Rechtsanwältin Gabriele Heinecke, RaeHeineckeKoll(at)web.de, 040-41 35 900
Rechtsanwältin Britta Eder, eder.britta(at)hamburg.de, 040-32 033 756
Rechtsanwältin Ulrike Donat, u.donat(at)hamburg.de, Tel.mobil 0171-7175913
T:I:S, RAV, 18.
Dezember 2007. Siehe auch Kontrolle
Anmerkung
(1) Der parteilose Hamburger Innensenator Udo Nagel gehört
seit dem 17. März 2004 dem von Ole von Beust (CDU) geleiteten Senat der Freien
und Hansestadt Hamburg an. Am 15. Januar 2002 hatte ihn der damalige
Innensenator Ronald Schill zum Polizeipräsidenten von Hamburg ernannt. Ronald
Schills Partei, weitgehend ein Geschöpf von Springer, war mit der CDU an die
Regierung gekommen. Bei passender Gelegenheit flog Schill aus dem Senat und
suchte das Weite. Nagel blieb und ersetzte Schill.
T:I:S, 18. Dezember 2007
nach oben
*
Von 30 auf 0 in fünf Minuten
Norddeutsche Polizei unter
Kontrolle
Die überfallartigen polizeilichen Durchsuchungen vor dem
G-8-Gipfel; die agents provocateurs in Rostock; die Freiheitsberaubungen
während und nach dem Gipfel; die konstruierten Fälle terroristischer
Vereinigung; die Verhaftung des Stadtforschers Dr. Andrej Holm wegen der
Verwendung wissenschaftlicher Begriffe; die Videoüberwachung allerorten; die
rechtswidrigen Lauschangriffe; die terroristischen Gesetzespläne der
Bundesregierung; und die wiederholte polizeiliche Abschottung und Einschließung
ganzer Demonstrationszüge - das reichte für eine neue Idee:
die Aktion "Out of Control". Unter dem Motto
"Laßt euch nicht erwischen!"
Mehr als dreitausend junge Leute folgten am Samstag, dem 15.
Dezember 2007 dem Aufruf und zogen nach einer zunächst traditionellen
Demonstration, die bald traditionell von der Polizei behindert wurde, in
größeren Gruppen durch Hamburgs Kaufhausviertel und durchs eigene Revier: das
Schanzenviertel und St. Pauli.
Ein Trupp, lauter frische Jungs und hübsche Mädels in ziemlich
schwarzen Jacken, kam an der Friedenskirche Otzenstraße vorbei, zündete
Knallkörper, warf Baugitter um, leerte Mülltonnen auf den Fahrweg und beging
noch allerlei Ordnungswidrigkeiten. Wer nicht dazu gehörte, schimpfte. Der
Trupp erreichte die Sternbrücke und ließ einen gewaltigen Zug von
Polizeifahrzeugen an sich vorbeituten und -blinken; dann einen zweiten, ebenso
gewaltigen, jedoch in Gegenrichtung.

Pinneberger zum Grünen Jäger hin, Hamburger vom Grünen Jäger
weg. Polizeikontrolle auf der Hamburger
Stresemannstaße, Samstag, 15. Dezember 2007, ca. 17:30 h. Foto: tofoto
Die Schwarzen freuten sich über eine so ausgewogene
polizeiliche Ordnung und verschwanden unbehelligt in den finsteren Gassen
jenseits der Hauptstraße, um dort ihr teuflisches Werk zu vollenden. Auf der
Bundesstraße 4, Abschnitt Stresemannstraße, begegneten sich bald wieder zwei
endlose Polizeifahrzeugkolonnen: Mannschaftswagen, Peterwagen, Großgerät mit
Schießwerkzeug, alle mit Blaulicht und Martinshorn. Doch sie mochten tuten und
funkeln - auf der wohl einzigen Bundesstraße Deutschlands mit Tempo-30-Gebot
und permanenter Blitzüberwachung ging binnen fünf Minuten nichts mehr. Für
die buchstäblich tödliche Stresemannstraße war Tempo 0 erreicht, ein lang
gehegter Wunsch der Anwohner. Die Ordnungshüter, ob aus Pinneberg - mein Gott,
Pinneberg - oder aus der weltausplünderungsoffenen Stadt Hamburg, standen
unter Kontrolle, der eigenen. Nach dem Motto "Der Stau
sind wir."
Und wenn sie nicht ihre Offiziere verprügelt haben, dann
blinken sie noch heute.
T:I:S, 16. Dezember 2007
Siehe auch den Demo-Bericht von Andreas
Grünwald und: "Kommt das nicht der Aushebelung des
Demonstrationsrechts gleich?" - "Genau das ist es. Die Demonstranten
weichen dann aus und versuchen, sich dieses Recht an einem anderen Ort zu holen."
Gespräch mit der Hamburger Rechtsanwätin Britta Eder in der jungen
Welt. T:I:S, 18. Dezember 2007
nach oben
*
Reportage
Immer schon wollte ich Gerhards alte Liebe
kennenlernen. Mit ihr war er nach Sylt gefahren, nach Helgoland, und übers
Ijsselmeer nach Amsterdam. In letzter Zeit habe er sich wenig um die Gute
gekümmert. Nun sei sie zu besichtigen.
Ich radelte also durch den Alten Elbtunnel rüber
nach Steinwerder. Die Marinanook lag um die Ecke vom Fährkanal, im Norderloch.

Marinanook im Norderloch, Bug an Bug mit einer großen
Schute
Ich fotografierte sogleich. Den blauen Pram mit der schwarzen
Schaufel konnte ich heranzoomen...

.... und auch den Zweimaster gegenüber.

Aber Marinanook, das neun Meter lange Ding von der drei Meter
hohen Spundwand aus, das ging einfach nicht. Trotz Weitwinkel fehlte immer ein
Ende.

Hier also Marinanook - mit abgeschnittenem Bug
und abgeschnittenem Ruder.
Ein ganz schön großer Kranwagen rollte heran.

Bis zu 60 Tonnen Hub. Ein breites Gefährt.

Nicht ganz so breit, wie der Weitwinkel es macht.
Fahrt durchs Werfttor

Reicht der Platz?

Ja, denn so ein Kranwagen hat lenkbare Räder auf den
Hinterachsen. Wie praktisch.

Der Fahrer fährt Stützstempel aus.

Schon steht der Kranwagen fest.

Die Räder hängen in der Luft. Am Haken Ketten. Davor ein
Gerüst, das nichts mit der Sache zu tun hat.

Gerhard bekommt Gurte vom Kranführer...

... und zieht sie unters Schiff.
Jörg schaute meistens zu. Ich immer. Trotzdem dauerte es lange,
und es wurde dunkel.
Dann zog der Kran die Marinanook mit ihrem Liebhaber in die
Höhe.

Schräg zwar, aber er hob. Keine 60, aber immerhin 6 Tonnen.

Ganz hoch.

Ich konnte die ganze Marinanook fotografieren.
Nur von der Reling am Bug fehlt ein Stück. Auch ist das Bild unscharf. Aber die
anderen Aufnahmen waren noch unschärfer.
Der Kiel dieses Segelbootes ist besonders schwer.
Kentert das Boot, dann richtet es sich bald wieder auf - vorausgesetzt, alle
Luken sind dicht.

Bug - mit Reling. Darüber Birke.
Der Kran hat das Boot abgesetzt. Gerhard bringt
Stützen an.

Bis zum Frühjahr will er die Marinanook wieder
flott machen. Ahoi, wie der Tscheche sagt.
Alle Fotos: tofoto. T:I:S, 11. Dezember 2007
nach oben
*
Läuten und Pfeifen 
*

Foto: tofoto
5 vor 12 ertönte in der Wandelhalle des Hamburger Hauptbahnhofs
schrilles Läuten und Pfeifen, dazu Trommeln und Rasseln - ein Höllenlärm.
Unbeteiligte hielten sich die Ohren zu. Über fünfzig Menschen wie du und ich
hatten die Bahnsignale verstanden und lärmten zwei Minuten lang. Denn die Bahn
soll der Allgemeinheit geraubt und gegen eine symbolische Zahlung verschenkt
werden –
an die Superreichen.

Foto:tofoto
3 vor 12 streckten sie alle ein DIN-A-4-Blatt in die Höhe mit
der Aufschrift 183 = 13. Die Bahn im Wert von 183 Milliarden Euro soll für 13
Milliarden Euro verschleudert werden. Was droht, sind unterirdische Zustände
wie in Großbritannien: verrottende Infrastruktur, überfüllte Züge,
Verspätungen, Unfälle, Tarifchaos, Stillegungen und noch mehr PKW-Verkehr.

Foto:tofoto
Die Beteiligten erklärten anschließend den Umstehenden den
Sinn der Aktion. Die verstanden: Eine junge Frau wünschte die
Regierungsparteien zur Hölle. Der Gottseibeiuns möge sie erhören.
T:I:S, 8. September 2007
Siehe 183 =
13; * Eisenbahnsignale ausgeliehen bei stellwerke.de
nach oben
*
Norman Paech, MdB Büro
Hamburg: Pressemitteilung
Ein Profit-Center
in der Arbeitsagentur?
01.08.07 15:11:13 Uhr
Wir haben Informationen erhalten, nach denen die private
Zeitarbeitsvermittlung Randstad demnächst Räume in der Zentrale der Hamburger
Arbeitsagentur beziehen soll. Norbert Hackbusch, Mitglied im Landesvorstand der
LINKEN, bezeichnet das als Provokation:
Die gesellschaftliche Verantwortung für die Massenarbeitslosigkeit wird
schon seit Jahren zu Gunsten privater Leiharbeitsfirmen privatisiert. Die
Vermietung von Teilen der Arbeitsagentur an Randstad ist dafür ein besonders
drastisches Beispiel. Erfahrungen in anderen Bundesländern lassen vermuten,
dass mit einer solchen räumlichen, oft auch organisatorischen Verschmelzung von
Arbeitsagentur und Privatvermittlern die Erwerbslosen verstärkt in die Fänge
profitorientierter Arbeitsvermittler gedrängt werden.
Damit wird eine Branche unterstützt, die in ihrem Kern Verunsicherung bedeutet.
Zeitarbeit bedeutet in der Regel für die Beschäftigten: Weniger Lohn, weniger
Rechte, weniger Perspektiven – bei gleichzeitig höheren Belastungen durch häufig
wechselnde Arbeitsverhältnisse. Viele Zeitarbeitskräfte arbeiten zu Dumpinglöhnen,
oftmals für weniger als die Hälfte des Geldes, das Festangestellte nach Hause
tragen. ZeitarbeiterInnen sind aus der betrieblichen Mitbestimmung ausgegrenzt;
die Teilhabe an betrieblicher Weiterbildung wird ihnen verwehrt.
Durch die Verfestigung solcher Parallelstrukturen in den Betrieben werden alle
ArbeitnehmerInnen, auch die, die noch zu tariflichen Bedingungen arbeiten, allmählich
an Dumpinglöhne und Entrechtung gewöhnt.
Typischerweise wagt kaum einer der Beschäftigten bei Zeitarbeitsfirmen öffentlich
mit Namensnennung aufzutreten. Das zeigt, dass der Willkür hier Tür und Tor geöffnet
sind.
Es darf nicht sein, dass sich eine staatliche Institution aus der Verantwortung
für ihre ureigenste Aufgabe stiehlt und damit die Interessen der Beschäftigten
wie der Erwerbslosen verletzt. Rolf Steil und Senator Uldall sind gefordert,
Stellung zu beziehen.
Rückfragen: Norbert Hackbusch, 01 77 – 272 3053
T:I:S,
1. August 2007
nach oben
*
Gewesene Werte gegen das schon in den Kindern angelegte Böse
Public Private Partnership für
moralische Aufrüstung

Das Deutsche Schauspielhaus an der Hamburger Kirchenallee
regrediert.
Foto: tofoto
Sehr geehrte...,
ich möchte Sie herzlich zu unserer .. Premiere ... ins
Deutsche Schauspielhaus einladen... Ihr Zustandekommen verdankt sie einer
Initiative des Atlantic Forum e.V., das nach eigenem Bekunden ein neues
Bewusstsein für Werte in unserer Gesellschaft schaffen und gewesene Werte
wieder aufleben lassen will. Einer der eingeschlagenen Wege ist es, Werte für
Jugendliche über Theater-Projekte erlebbar zu machen. Aus diesem Impuls
heraus kam es zu einem gemeinsamen Projekt von Atlantic Forum e.V. und dem
Deutschen Schauspielhaus, bei dem 60 Jugendliche... Die Jugendlichen probten
nicht nur die Aufführung ihres Stückes, sondern entdecken und erleben auch
spielerisch für sie zum Teil völlig neue Werte wie Verantwortung, Disziplin,
Verlässlichkeit, Pünktlichkeit und Solidarität.
Aus einem Brief des
Staatstheater-Intendanten von der Kirchenallee an die Gemeinde, Hamburg, im
August 2007
Gegeben wird „Herr der Fliegen“ nach einem Roman von
1953. Er ist, einem Rezensenten
zufolge, „eine Anti-Utopie, eine pessimistische Robinsonade, in der William
Golding auf erschütternde Weise zeigt, dass das Böse schon in den Kindern
angelegt ist.“
Vorstandsvorsitzende des privaten Mitspielers Atlantic
Forum e.V. ist Corinna Lampadius von Spiegel TV. Als einer ihrer Stellvertreter
fungiert Sebastian Heinemann, geschäftsführender Direktor des Hotels Atlantic
Kempinski Hamburg. Im Kuratorium
des Forum-Vereins sitzt neben Groß- und Medienkapitalvertretern Kai
Hattendorf vom Vorstand der „Wertekommission
- Initiative Werte Bewusste Führung e.V.“ Mitglieder dieses Vereins sind
„Fach- und Führungskräfte wie wir selbst – und alle, die sich für Werte
einsetzen wollen“. Gefördert wird die privatstaatliche Ausrichtung Hamburger
Jugendlicher auf gewesene Werte von der Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.
Vor 50 Jahren hieß Vergleichbares Moralische
Aufrüstung. Ihre Erbsündenlehre paarte sich im Rahmen des
antikommunistischen Re-Education-Programms umstandslos mit Aufrüstung tout
court, siehe Rosa-Luxemburg-Bildungswerk
(.pdf-Datei). Einst und jetzt führen die Herrschaften Mord und Massenmord nicht
auf die Herrschaftsverhältnisse, sondern aufs ewig Menschliche zurück, das es
durch Unterwerfung zu bannen gelte.
Das Staatstheater regrediert, die Reaktion marschiert.
T:I:S, 24. Juli 2007
nach oben
*
Wolfgang
Joithe
St.
Pauli Pastor stört sich an der Armut
Eine
Diskussionsveranstaltung der GAL
Gestern lud die GAL um 19:30
Uhr zu einer Diskussionsveranstaltung „Reiches Hamburg – arme Hamburger –
Mit Grundeinkommen aus der Krise?“ in die St. Pauli-Kirche am Hein-Köllisch-Platz
ein. Podiumsgäste: Anja Hayduk (MdB), Thies Hagge (Arche Jenfeld) und Rolf
Steil, Geschäftsführer der Arbeitsagentur Hamburg.
Rolf Steil forderte im Januar 2007 die Absenkung des Arbeitslosengeld II („50%
oder zwei Drittel“) für diejenigen, die nicht „arbeitswillig“ seien.
Steil will die Arbeitspflicht wieder einführen, um den Niedrigstlohnsektor
weiter anzukurbeln. Wer Armut säht, gilt bei der GAL also als
„Armutsexperte“ (Hayduk). Das ist konsequent gedacht.
Schon vor der Kirche eine Ansammlung der Armen mit einem Transparent gegen
Ein-Euro-Zwangs-Jobs. Flugblätter werden verteilt, die den „Armutsexperten“
näher vorstellen. Um 19:30 Uhr begrüßt Pastor Sieghard Wilm die ca. 50 Gäste.
St. Pauli sei eine offene Kirche und er freue sich, dass diese Veranstaltung in
seinem Hause stattfinde. Pastor Wilm: „Ich bin verliebt in das Gelingen“.
Das wird er noch unter Beweis stellen.
Dann die Podiumsdiskussion. Viele Worthülsen – wenig Gehaltvolles. Anja
Hayduk streift professionell die Mitverantwortung ihrer Partei für die
Hartz-Gesetze. Highlight: „Wir sind für einen gesetzlichen Mindestlohn“
(sic!). Höhe wird noch diskutiert. Thies Hagge von der „Arche“ freut sich
darüber, dass er einen Ein-Euro-Zwangs-Jobber als Hausmeister hat und damit
„wieder eingliedert“. Natürlich zusätzlich – vor der Einführung der
Zwangsjobs gab es die Arche ja nicht. Steil sondert Zahlen und Sozialrassismus
ab: „Konjunkturaufschwung für die Fittesten, Stärksten, Qualifiziertesten“
Das eigentliche Thema „Grundeinkommen“ wird nur am Rande gestreift. Die Grünen
diskutieren darüber noch intern.
Endlich kommt ein „Armer“ zu Wort, der dem Chef der Arbeitsagentur in
Hamburg die Leviten liest – man ist ja schließlich in der Kirche, auch wenn
dies eine politische Veranstaltung ist. Die Leute vom Sozialforum Eimsbüttel
rollen ihr Transparent wieder aus. Der Pastor greift ein. Das Transparent stört
ihn mehr, als der Beelzebub der Armut (Rolf Steil) auf dem Podium. So etwas
nennt man Realitätsverlust.
Nach kurzer Zeit wird das Transparent wieder eingerollt. Aber irgendwie will es
nicht weitergehen. Angeblich hat der Pastor um eine „Minute der Einkehr“
gebeten. Einige verlassen die Kirche. Draußen ein Kordon von acht
Blau-Uniformierten, die den Ausgang abriegeln. Vorher hatte man schon
Zivilbeamte im Kirchenschiff bemerkt. Pastor Wilm stellt Anzeige wegen
Hausfriedensbruch, zieht dann zurück. Trotzdem Feststellung der Personalien von
drei Personen wegen einer „nicht angemeldeten Demonstration“.
Zum geplanten „Get together“ um 21:15 Uhr kommt es nicht mehr.
Verliebt in das Gelingen.
Möge nur die Zahl derer steigen, die dazu beitragen. Gestern kam die Realität
der Armut in die Kirche zu Pastor Wilms, der damit überfordert war. Mildtätigkeit
ja – aber darf Armut sich wehren? Sie muss und wird – das ist so sicher wie
das Amen in der Kirche.
T:I:S, 17. April 2007
Originalbeitrag vom 17. April 2007 bei PeNG!
Aktive Erwerbslose und Geringverdiener
*

URL dieser Seite: http://www.steinbergrecherche.com/hamburg.htm
Disclaimer
/ Copyright