Ramush Haradinaj

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US-Ölkonzerne zeigen großes Interesse

Die NATO hat 1999 Jugoslawien überfallen und zerschlagen. Die Gründe sind der Linken seit langem klar: Jugoslawien stand der Herrschaftsausweitung der beteiligten Hauptmächte USA und Deutsch-Europa im Wege, vor allem beim Abtransport des kaspischen Öls, siehe Transportkorridore und Pipelines und T...

Nun schreibt der Chef vom Dienst eines Blattes, das keiner linken Regung verdächtig ist:   

„Nach den (Kosovo-)Parlamentswahlen im Oktober 2004 kam der UCK-Kriegsheld Haradinaj mit seiner ‚Allianz für die Zukunft des Kosovo’, der drittstärksten Partei, an die Regierungsmacht. Die ‚Demokratische Liga des Kosovo’ von Präsident Ibrahim Rugova brauchte den Ex-Guerilla als Mehrheitsbeschaffer im Parlament. Haradinaj stieg zum umstrittenen Premier auf mit – wie im Kosovo zu hören ist – möglicherweise mächtigen Verbündeten in Washington. Im Wahlkampf habe sich an der Seite des heutigen Ministerpräsidenten der einflussreiche Geschäftsmann und Ex-Politiker Dio Gardio engagiert. Der vormalige Senator und Kongressabgeordnete lade Haradinaj und Gefolgsleute regelmäßig in die USA ein, um sie offenbar durch Sprachferien eloquent und in politischen Intensivschulungen führungsfähig zu machen, heißt es. 

Kritiker vermuten dahinter eine in den USA längst vorbereitete Status-Lösung: die Unabhängigkeit des Kosovo. Die Amerikaner, wird kolportiert, favorisieren dafür eine Art Kompensationsgeschäft. Danach träten die Kosovo-Albaner die Region um Mitrovica an Serbien ab. Im Gegenzug würde das vorwiegend von Albanern bewohnte südserbische Presevo-Tal dem Kosovo zugeschlagen. Für derartige Überlegungen jenseits des Atlantiks haben Kritiker nur eine Erklärung: Die USA verfolgen wirtschaftliche Interessen im Kosovo. US-Öl-Konzerne jedenfalls zeigen großes Interesse, Schwarzmeer-Ölhäfen durch eine Pipeline via Mazedonien, Kosovo und Albanien mit der Adria zu verbinden.  

Wie auch immer...“  

Quelle: Marco Seliger: Land der Illusionen. In: loyal. Magazin für Sicherheitspolitik, Zeitschrift des Reservistenverbandes, März 2005, S. 28f.  

Eine Korrektur der loyal-Angaben ist erforderlich: Keine der geplanten Ölleitungen führt durch das Kosovo. Wohl aber soll die sogenannte AMBO-Pipeline von Burgas in Bulgarien durch Mazedonien an der Grenze zum Kosovo entlang nach Albanien führen. 

Nördlich der Grenze, bei Gnjilane im Kosovo haben die USA die größte Militäranlage außerhalb ihres Landes errichtet, das Camp Bondsteel.

T:I:S, 10. März 2005        

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