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Steinberg Recherche Referent Texte 2008 Texte 2007 Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Suchen Home Newsletter? Der Kampf um die Fahne geht weiterIrakischer Widerstand gegen neue Fahne. T:I:S, 30. Januar 2008 *Thomas Immanuel SteinbergDen Haß schüren: Likudniks und Saudis arbeiten Hand in HandUnter Saddam Hussein hatte der Irak eine Fahne. Sie bestand aus Streifen in Rot, Weiß und Schwarz, das weiße Mittelband zeigte drei grüne Sterne. Während des Iran-Irak-Krieges der 80er Jahre hatte der Diktator die Inschrift "Gott ist groß" hinzugefügt, um eine größere Religionsverbundenheit seines säkulären Regimes zu demonstrieren.
Nun erklärte der Sprecher des irakischen Regierungsrats von Bushs Gnaden, Hamid El Kafaei: "Dies ist eine neue Ära, wir können nicht mit der Flagge Saddams weiter machen". Der provisorische Regierungsrat beschloß deshalb eine Flagge mit blauem Halbmond im oberen Feld auf weißem Grund, zwei blauen Streifen im unteren, und zwischen den blauen einem gelben Streifen. Diese Flagge solle die ethnische Zusammensetzung des Landes und die Rolle des Islam widerspiegeln, erklärte das Gremium. Die blauen Streifen symbolisieren die Flüsse Euphrat und Tigris, der gelbe Streifen die Kurdenregion im Norden des Zweistromlandes. In der Mitte des weißen Feldes, das den Frieden anzeigen soll, leuchtet der Halbmond, Symbol des Islam.
Mancher entdeckte eine Verwandtschaft der neuen irakischen mit der über hundert Jahre alten israelischen Fahne. Sie zeigt auf weißem Grund den blauen Davidstern und darüber und darunter zwei blaue Steifen. Der Sprecher des Regierungsrats bestritt die Ähnlichkeit. Die Fahne werde übergangsweise verwandt, bis ein gewähltes Parlament sie bestätige. Laut Asharq al-Awsat, einer saudischen Tageszeitung in arabischer Sprache, die in London erscheint, habe der Regierungsrat die Fahne akzeptiert, ohne die Ähnlichkeit mit der israelischen zu bemerken.
Die neue irakische Fahne dürfte bald auf den US-amerikanischen Kolonialgebäuden wehen, die alte weiter bei den Widerständlern. Die alte dürfte verboten werden, die neue als israelisch-US-amerikanisches Symbol verhaßt sein. Die saudischen Zeitungsmacher aus London behaupten weitere Übereinstimmungen. Wie die blauen Streifen in der neuen Kolonialfahne, so symbolisierten auch die alten in der israelischen Traditionsfahne zwei Flüsse - nämlich Euphrat und Nil. Demnach würde Israel mit seiner Fahnensymbolik den Osten Ägyptens, den Libanon, Jordanien, Syrien, den Norden von Saudi-Arabien und den westlichen Irak beanspruchen. Tatsächlich stellen die blauen Streifen der 1891 entworfenen israelischen Flagge die blauen Streifen des Gebetsschals der jüdischen Ritualkleidung dar, keine Flüsse. Aber weiterer Haß ist gesät. Die US-amerikanischen Likudniks arbeiten Hand in Hand mit dem saudisch-englischen Blatt. T:I:S, 27. April 2004 http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,297761,00.html siehe auch http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,297761,00.html T:I:S, 5. Mai 2004 http://www.washtimes.com/world/20040701-120730-9756r.htm meldet, auch die USA würden weiter die alte irakische Fahne mit dem Koranspruch verwenden. T:I:S, 2. Juli 2004
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