Iran

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Zu Öl und Gas im Iran siehe auch Israel, Trita Parsi, Erdgas und Geburtswehen; jüngere Beiträge zu den Ahmadinedschad-Äußerungen und ihrer Fälschung siehe Bundeszentrale für politische Bildung. Zur Rolle des Iran in Afghanistan siehe Niels Annen, Hamburg-Eimsbüttel

 

Ken Ballen und Patrick Doherty

Der iranische Wahlausgang ist plausibel

Die Meinungsforscher Ken Ballen vom gemeinnützigen Center for Public Opinion und Patrick Doherty von der gemeinnützigen New America Foundation haben in der Washigton Post von 14. Juni 2009  die Methoden und das Ergebnis ihrer im Iran durchgeführten Vorwahluntersuchung, .pdf-Datei, 70 Seiten mit Tabellen, dargelegt. Finanziert wurde die Umfrage durch die Rockefeller Brothers Funds, und durchgeführt wurde sie in Farsi "von einem Umfrageunternehmen, dessen Arbeit in der Region für ABC News und BBC einen Emmy Award erhalten hat. Ihr Schluß: Daß Mahmud Ahmadinedschad in der Wahl selbst zwei Drittel der Stimmen erhalten hat, ist plausibel. Zeit-Fragen, Partner von Tlaxcala, hat die in einem Artikel von Paul Craig Roberts auf CounterPunch zitierten Passagen aus dem Washington-Post-Beitrag der beiden Forscher ins Deutsche übersetzt. T:I:S 

Viele Experten behaupten, die Höhe des Sieges des amtierenden Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad sei das Resultat von Betrug oder Manipulation, aber unsere landesweite Meinungsumfrage unter den Iranern drei Wochen vor der Wahl zeigte, dass Ahmadinejad in einem Verhältnis von mehr als 2 zu 1 in Führung lag – klarer noch als die tatsächliche Höhe seines Sieges in den Wahlen.

Während westliche Nachrichtenberichte aus Teheran in den Tagen vor der Wahl eine für Ahamadinejads Hauptopponenten, Mir-Hossein Moussavi, enthusiastische iranische Öffentlichkeit zeichneten, zeigten unsere wissenschaftlichen Stichproben, die wir in allen 30 Provinzen Irans nahmen, dass Ahmadinejad klar vorne lag.

Das Ausmass der Unterstützung für Ahmadinejad war in der Umfrage vor den Wahlen offensichtlich. Während der Kampagne betonte Moussavi zum Beispiel seine Identität als Aserbaidschaner, der zweitgrössten ethnischen Gruppe in Iran nach den Persern, um die aserbaidschanischen Wähler zu umwerben. Unser Umfrage zeigte aber, dass die Aserbaidschaner Ahmadinejad im Verhältnis von 2 zu 1 den Vorzug vor Moussavi gaben.

Viele Kommentatoren haben die iranische Jugend und das Internet als Vorboten einer Wende in diesen Wahlen dargestellt. Aber unsere Befragung zeigte, dass nur ein Drittel der Iraner überhaupt Zugang zum Internet hat und die 18- bis 24jährigen zugleich den stärksten Wählerblock für Ahamdinejad darstellten.

Die einzigen Bevölkerungsgruppen, bei denen in unserer Umfrage Moussavi gegenüber Ahmadinejad in Führung oder konkurrenzfähig war, waren Universitätsstudenten oder -absolventen und die Iraner mit dem höchsten Einkommen. Als unsere Umfrage durchgeführt wurde, war nahezu ein Drittel der Iraner noch unentschieden. Aber die grundlegenden Verteilungen, die wir damals fanden, widerspiegeln die Resultate, welche von den iranischen Behörden gemeldet wurden, was darauf hinweist, dass die Wahl nicht das Produkt grossflächigen Betruges ist.

T:I:S, 28. Juni 2009

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/iran.htm#Ballen  

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Thomas Immanuel Steinberg

Die Lügen über Ahmadinedschad und die Moral aus dem Buche Esther

Rudolf Walther hat in "der Freitag"  vom 23. April 2009 einige alte und neue Lügen über Ahmadinedschad in deutschen Kommerz- und Staatsmedien zusammengestellt. Dank an N. für den Hinweis. Hier Auszüge:

Als ob es um „Israel“, „die“ Israelis oder gar „die“ Juden ginge! Es geht allein um die israelische Politik. Darauf, was Ahmadinedschad genau gesagt hat, kommt es in der Regel nicht mehr an. Es genügt, dass er regelmäßig laut redet und sämtliche Nachrichtenagenturen und Zeitungen sehen rot. Übereifrige predigen schon mal „das Recht“ Israels „auf präventive Selbstverteidigung“ (Micha Brumlik)...

Und was genau sagte Ahmadinedschad jetzt in Genf? Das ist nicht leicht herauszufinden. Keine einzige große Zeitung druckte auch nur Auszüge der Rede. Aber alle Schlagwörter von der „Vernichtung“ Israels, dem „Antisemitismus“, der „Judenfeindschaft“ und der „Leugnung“ des Holocaust waren wieder hoch im Kurs, so als ob die Propaganda-Abteilung des israelischen Außenministeriums den Journalisten die Texte diktiert hätte. Der greise Elie Wiesel und der Skandalisierungsexperte Bernard-Henri Lévy verlasen in Genf vor laufenden Kameras ganz alte Textbausteine.

Nochmals: Was sagte Ahmadinedschad in Genf? Nach der angesehenen Neuen Zürcher Zeitung vom 21. April 2009 soll er gesagt haben: „Der Weltzionismus ist die Personifizierung von Rassismus“. Das lässt drei Schlüsse zu: Entweder der iranische Präsident ist intellektuell unzurechnungsfähig, denn der „Weltzionismus“ ist so wenig als Person denkbar wie der Rassismus. Oder die Übersetzung ist fehlerhaft und/oder von interessierter Seite lanciert worden. Sicher ist, dass Ahmadinedschad nicht den Holocaust leugnete, wie einzelne Medien kolportierten, sondern, so berichtete es die NZZ [an anderer Stelle, T:I:S],  vor dem „Missbrauch des Holocausts“ warnte. Das ist gelegentlich nötig.

Die alte Lüge

Walther erinnert in seinem Beitrag auch an die alte, tausendmal wiederholte Lüge, Ahmadinedschad habe gesagt, „Israel must be wiped off the map“, Israel müsse von der Landkarte weggewischt werden. Aufgedeckt hat diese und andere Lügen über Ahmadinedschad die Kölner Gruppe Arbeiterfotografie, unterstützt von Schmidt-Polyglott und SteinbergRecherche. Katajun Amirpur hat es dann erstmalig geschafft, die Recherche-Ergebnisse halbwegs korrekt in einem Kommerzblatt, der Süddeutschen Zeitung vom 26. März 2008, unterzubringen, siehe Bundeszentrale für politische Bildung. Arbeiterfotografie hat anschließend Nachrichtenagenturen, öffentlich-rechtliche Medien und einige führende Kommerzmedien zum schriftlichen Eingeständnis gezwungen, daß Ahmadinedschad falsch zitiert wurde. Mit dem Ergebnis, daß Springer, prominente Bundespolitiker, Nachrichtenagenturen und Käseblätter über Ahmadinedschad weiterlügen.

Die Funktion der Provokation

Ahmadinedschads Rede vom 20. April 2009 in Genf ist greifbar, sogar auf Deutsch, siehe Ergänzungen. Rudolf Walther findet, Ahmadinedschad sei "der zuverlässigste Partner beim Verhindern einer Debatte" über das israelische Besatzungsregime. Indes hat Ahmadinedschad mit seinen Provokationen die Debatte überhaupt erst angestoßen.

Netanjahu/Lieberman fürchten, so vermutet Walther, eine Verhandlungsoffensive über Palästina und Israel wie der Teufel das Weihwasser. Wie wahr. 

Von Jude zu Jude

Ein Mann der  Opposition ging noch weiter als das faschistoid-faschistische Regierungsgespann: Ya'acov Katz, Vorsitzender der israelischen National Union, will erfahren haben, daß der Stabschef des Weißen Hauses, Rahm Emanuel, binnen vier Jahren mit einem israelisch-palästinensischen Friedensabkommen auf der Basis "zwei Staaten für zwei Völker" rechne, egal, wer in Israel regiert. Katz appelliert daher an Emanuel, und zwar unter Verweis auf das biblische Buch Esther. 

Obamas Stabschef da Jude solle wie einst Esther bei ihrem  persischen Gemahl, dem König Ahasveros, für die Rettung der Juden beim US-Präsidenten sorgen und ein Friedensabkommen verhindern.

Das berichtete die Jerusalem Post.

Die Moral aus dem Buche Esther

Die Moral der Esther-Geschichte ist für Gilad Atzmon ziemlich kar

Wenn Juden überleben wollen, dann sollten sie die Korridore der Macht infiltrieren. Mit Esther, Mordechai und Purim im Hinterkopf, sehen AIPAC und der Begriff der „jüdischen Macht“ wie die Verkörperung einer tiefen biblischen und kulturellen Ideologie aus.

Doch hier kommt die interessante Wendung. Obwohl die Geschichte wie eine historische Erzählung dargestellt wird, stellen die meisten modernen Bibelgelehrten die historische Genauigkeit des Buch Esther in Frage.

Es ist vor allem der Mangel an klarer Übereinstimmung von irgendeinem der Details der Geschichte aus dem Buch Esther mit dem, was uns aus klassischen Quellen aus der persischen Geschichte bekannt ist, was die Gelehrten zu dem Schluss kommen hat lassen, dass die Geschichte zum Grossteil oder in ihrer Gesamtheit erfunden ist.

In anderen Worten, und obwohl die Moral klar ist, ist der versuchte Genozid erfunden. Scheinbar versetzt das Buch Esther seine Anhänger in einen Zustand des prätraumatischen Stresssyndroms. Es verwandelt eine Zerstörungsfantasie in eine Überlebensideologie. Und tatsächlich sehen manche die Geschichte als eine Allegorie von grundsätzlich assimilierten Juden, die entdecken, dass sie das Ziel von Antisemitismus sind, und die jedoch in der Lage sind, sich selbst und ihre Mitjuden zu retten.

Ein Gedanke an Bowman könnte hier etwas Licht in die Sache bringen. Das Buch Esther dient zur Bildung einer Exilidentität. Es dient dazu, den existentiellen Stress zu kreieren, es führt die Holocaustreligion ein. Es legt den Grundstein, der den Holocaust Realität werden lässt.

Interessanterweise ist das Buch Esther (in der hebräischen Version) eines der zwei einzigen Bücher der Bibel, in denen Gott nicht direkt erwähnt wird (das andere ist das Lied der Lieder). Im Buch Esther sind es die Juden, die an sich selbst glauben, an ihre eigene Macht, an ihre Einzigartigkeit, an ihre Rafinesse, an ihre Fähigkeit, Verschwörungen zu planen, an ihre Fähigkeit, Königreiche an sich zu bringen, an ihre Fähigkeit, sich selbst retten zu können. Das Buch Esther geht um Machtübernahme und um die Juden, die an ihre Macht glauben.

T:I:S, 24. April 2009. Dank an N. Mehr von Gilad Atzmon  hier, hier und hier

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/iran.htm#Esther 

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Zuschrift eines Farsi-Kundigen 

Insgesamt kann ich sagen, dass die Rede in einem sehr klaren, eleganten Stil, ohne jegliche rabiate Note, in literarischer Hochsprache verfasst ist, was man nicht von jeder Radioansprache allgemein (auch im Deutschen - ich denke da z.B. an unsere Kanzlerin, Steini oder den Bundeshorst) sagen kann: keine Gemeinplaetze, kein Wischiwaschi... 

Deshalb ist mir das Echo in unseren Medien um so sonderbarer: Ich habe Montag morgens das Radio (NDRinfo, DLF) voller Ekel abgestellt. 

"Nouvelle diatribe antisémite du président iranien" - wo die das nur hernehmen? Ich habe mit aller Gewalt nichts Antisemitisches in der Rede entdecken koennen. Dafuer ist mir die Dummheit, Heuchelei und Faulheit (die Sachlage zu recherchieren) der Korrespondenten um so uebler aufgestossen!

Dummheit, noch schlimmer: Heuchelei im Dienste der Maechtigen!

Dank an B. R., T:I:S, 22. April 2009

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/iran.htm#Zuschrift 

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Gilad Atzmon

Ahmadinedschad / Ahmadinejad: Hört genau zu!

Wieder einmal erlebe ich, wie ich dem iranischen Präsidenten Ahmadinejad beifällig zustimme und seine Worte voll und ganz unterstütze. Kein anderer hätte es besser schaffen können, die diskriminierenden rassistischen Überzeugungen der Europäer ans Licht zu bringen.

Was wir gestern beim Anti-Rassismus-Forum der UN erlebten, war das Aufbäumen von nacktem, kollektivem und tief verankertem islamophobischen Rassismus, eine koordinierte Zurschaustellung von fanatischem westlichem Chauvinismus. Eine Bande von europäischen Diplomaten, die sich wie eine Herde Schafe benimmt und dabei die vollständige Ablehnung jeder Form von Recht auf freie Rede und Diskussionskultur erkennen läßt. Präsident Ahmadinejad hat nichts als die Wahrheit gesagt  und einige allgemein anerkannte Wahrheiten ausgesprochen.

Israel ist tatsächlich ein rassistischer Staat.

Israel definiert sich selbst als den „jüdischen Staat“. Obwohl Juden keine einheitliche Rasse darstellen, ist die Gesetzgebung ihres Landes nach rassischen Gesichtspunkten orientiert. Das israelische Rechtssystem benachteiligt jene, die keine Juden sind. Und als wäre das noch nicht genug, erweist sich die israelische Armee den einheimischen Bewohnern des Landes gegenüber als mordlüstern und blutgierig. Aufgrund dieser institutionalisierten Diskriminierung darf man Israel als Apartheid-Staat betrachten und sollte eigentlich erwarten, daß das Genfer Anti-Rassismus-Forum in erster Linie dazu dient, sich mit Staaten wie Israel auseinanderzusetzen. Aber die tragische Wahrheit ist, daß Israel der einzige Staat ist, der nach Rassen unterscheidet. Und gestern konnten wir sehen, wie der „Westen“ es wieder einmal nicht schafft, sich dem einleuchtendsten humanistischen Aufruf zum Handeln zu stellen.

Es ist überflüssig zu  bemerken, daß Ahmadinejad´s Beschreibung der historischen Umstände, die zu der tragischen Geburt Israels führten, vollkommen zutreffend war.

Es war in der Tat jüdisches Leid, daß zur Gründung des Staates Israel führte. Es ist ebenfalls wahr, daß der jüdische Staat auf Kosten des palästinensischen Volkes gegründet wurde, dessen Angehörige in Wirklichkeit die letzten Opfer der der Nazi-Zeit sind, die immer noch leiden.

Worum es hier geht, ist ganz einfach. Europäische Diplomaten bewiesen gestern, daß sie die Wahrheit nicht ertragen können, wenn sie von einem Moslem ausgesprochen wird. Und so läßt sich korrekt argumentieren, daß diese Art von westlichen Diplomaten von vorne herein gar nicht an einem ‚Forum gegen Rassismus‘ hätte teilnehmen dürfen. Die Tatsache, daß sie sich intolerant verhalten haben, beweist, daß sie und die Regierungen hinter ihnen die Wurzel des gegenwärtigen Rassismus und insbesondere der Islamophobie sind.

Jene Europäer, die die Wahrheit aus dem Mund eines Moslems nicht ertragen können, wären besser beraten, sich auf einer Konferenz zu treffen, auf der die Überlegenheit des Westens gefeiert wird. Ich bin sicher, daß in Tel Aviv und Jerusalem jedes Jahr einige solcher Veranstaltungen stattfinden.

Schließlich wäre noch anzumerken, daß die britische Regerung, wenn sie schon darauf besteht Delegierte zu einer solchen Konferenz zu schicken, sie besser sicherstellt, daß diejenigen, die mit einer solchen Aufgabe betraut werden, auch fähig sind, mit ausreichender sprachlicher Gewandtheit Diskussionsbeiträge zu liefern. Der britische Botschafter bei den Vereinten Nationen Peter Gooderham ist dieser Aufgabe eindeutig nicht gewachsen. Der Botschafter erklärte öffentlich: „Solch empörend antisemitische Äußerungen sollten vor einem Forum der UN keinen Platz haben“.

Botschafter Gooderham sollte uns unbedingt erläutern, wo genau er „Antisemitismus“ ausgemacht hat. Präsident Ahmadinejad hat sich nicht auf eine jüdische Rasse bezogen, auch nicht auf das Judentum. Er sprach auch nicht über das jüdische Volk, wenn überhaupt hat er dessen Leiden angesprochen.

Botschafter Gooderham, falls Sie es fertiggebracht haben, überhaupt nichts zu verstehen, während Sie sich aufführten wie ein Schaf in einer Herde: Präsident Ahmadinejad hat nur die Wahrheit über ein paar allgemein anerkannte Tatsachen gesagt.

Es würde uns in Zukunft einiges an Peinlichkeit ersparen, wenn britische Diplomaten dahingehend ausgebildet würden, die Komplexität der Welt der Gegenwart und die Ideologien, die diese Welt prägen, zu verstehen. Es würde es uns ersparen solchen als Diplomaten verkleideten Komikern zuzuhören, wie sie sinnlos Worthülsen ausspucken, die sie selbst nicht verstehen.

Lesen Sie die Rede von Ahmadinejad / Ahmadinedschad und beachten sie die Ergänzungen 

T:I:S, 22. April 2009. Übersetzt von  Hergen Matussik, Mitglied von Tlaxcala, dem Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt. Dank an den Steinmetz

Original: Ahmadinejad: "Read My Lips", veröffentlicht am 21. April 2009. Über den Autor. URL dieses Artikels auf Tlaxcala: http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=7488&lg=de. Version française : Gilad Atzmon : Durban II: qui est raciste, exactement ? Michel Collon. Gespräch mit Gilad Atzmon auf SteinbergRecherche unter Holocaust

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/iran.htm#Atzmon

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Hamid Esmaili

verbreitet über Irna, die Nachrichtenagentur der islamischen Republik Iran, falsche Tatsachenbehauptungen, Mythen und Fantasien, als wollte er die zionistische Propaganda, genannt Hasbara, an Dummheit und Gemeinheit noch übertreffen.

T:I:S, 21. April 2009

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/iran.htm#Esmaili  

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Was  sagte Mahmud Ahmadinedschad

 auf der UN-Konferenz gegen Rassismus (Durban II) laut staatlicher iranischer Presseagentur in englischer Übersetzung und in deutscher Weiterübersetzung?

1. [T]he post-World War II military invasions on Palestine which preceded the propping up of the entity, were explained by  “Jewish suffering”. 

Die militärischen Invasionen in Palästina nach dem 2. Weltkrieg, die der Abstützung der politischen Einheit [Israel] vorausgingen, seien durch „jüdisches Leiden“ erklärt worden.

2. “They resorted to military aggression to make an entire nation homeless under the pretext of Judaism…They sent migrants from Europe, the United States and other parts of the world in order to establish a totally racist government in the occupied Palestine.” 

„Sie griffen zu militärischer Agression, um unter dem Vorwand des Judentums eine ganze Nation heimatlos zu machen... Sie schickten Migranten aus Europa, den USA und andern Teilen der Welt, um eine völlig rassistische Staatsgewalt im besetzten Palästina zu etablieren.“

3. “And in fact, in compensation for the dire consequences of racism in Europe, they helped bring to power the most cruel and repressive racist regime in Palestine.” 

„Und als Ausgleich für die schrecklichen Folgen des Rassismus in Europa verhalfen sie dem grausamsten und repressivsten rassistischen Regime in Palästina zur Macht.“

 Quellen: presstv.ir , 20. April 2009, 15:55:39 GMT und presstv.ir , 20. April 2009, 15:06:48 GMT

Den Spiegel zum Beispiel schert nicht, was die staatliche iranische Presseagentur über die Rede schreibt. Er hat sich was Eigenes ausgedacht, das anti-jüdisch klingt, und zwei längst widerlegte fette Lügen über Ahmadinedschad hinzugefügt: Ahmadinedschad sei "für seine israelfeindlichen Ausfälle berüchtigt. So hat er den Holocaust geleugnet und gefordert, den jüdischen Staat 'von der Landkarte auszuradieren'." Siehe ausführlich unter Bundeszentrale für politische Bildung

T:I:S, 21. April 2009

Ergänzungen

Ein Redeausschnitt mit der Simultanübersetzung ins Englische bei CNN als Video, zweieinhalb Minuten. Teile der Rede, nach den Segenswünschen ab 3:12, ca. 7 Minuten, Video, Jewish & Israel News,  Zwischenrufe unterdrückt. Dank an Duckhome. Die vollständige Rede  als Video, United Nations Webcast, englisch simultan gedolmetscht; im Original ab der 4. Minute; in englischer Rohübersetzung als Text im Foreign Policy Journal. Dank an Ruedi. Die Rede in englischer Rohübersetzung als Text bei presstv.ir und als Text, Farsi, Original, zeitweilig überlastet. Dank an Schmidt-Polyglott.

Achtung! 

Die als Text veröffentlichten englischen Rohübersetzungen weichen voneinander und an den entscheidenden Stellen erheblich von der veröffentlichten Farsi-Textfassung ab. Die Farsi-Textfassung wurde vorab weitergegeben. Das von Ahmadinedschad gesprochene Wort könnte davon ebenfalls abweichen. Farsi- und Englischkenner werden um kritische Prüfung gebeten. Danke im Voraus, T:I:S, 21. April 2009, 17 Uhr

Der staatliche Rundfunk des Iran hat von der Rede eine deutsche Übersetzung gefertigt. Der Text findet sich auf der Internetseite der Badischen Zeitung. Er ist ebenfalls von Farsi-Kennern kritisch zu durchforsten. Ebenso der Ausschnitt der deutschen Simultanübersetzung als Video von Phoenix, die ersten fünf von elf Minuten. Dank an Rebecca und den Steinmetz. Weitere Übersetzungen ins Deutsche unter Muslim-Markt. Dank an Brigitta.T:I:S, 22. April 2009

Beispiel: Unter der irreführenden Überschrift "Ahmadinejad dropped Holocaust denial from speech" und der ebenfalls irreführenden Unterzeile "UN says Iranian president dropped Holocaust denial reference from UN speech" verbreitete Associated Press, Ahmadinedschad habe im Text seiner Rede die Attribute "ambiguous and dubious" für den Holocaust kurzfristig fallen gelassen und stattdessen vom  "abuse of the question of the Holocaust" gesprochen. Der englische Simultandolmetscher, dem die Ursprungsfassung vorlag, habe wohl deshalb an dieser Stelle gestockt und das Wort "Holocaust" überhaupt nicht gesprochen, während der französische Dolmetscher korrekt übersetzt habe. 

"ambiguous an dubious" läßt sich mit "unklar und zweifelhaft" übersetzen. Eine zuverlässige Übersetzung des Farsi-Passus in der angeblichen Ursprungsfassung liegt SteinbergRecherche nicht vor. T:I:S, 22. April 2009

Vom übertriebenen Leid der Juden habe Ahmadinedschad gesprochen? Nein, vom Leid der Juden. 

Marc Semo, l’envoyé spécial de Libération, dans un reportage audio : (« Durban II : “Le président iranien avait fait venir sa claque” »), affirme qu’Ahmadinejad a parlé de « la souffrance exagérée du peuple juif ». C’est un mensonge. Le texte dit, simplement, « la souffrance des juifs ». 

Eines von mehreren Beispielen für die Lügen in der frankophonen Kommerzpresse aus: Une désinformation à la hauteur de l’embarras de l’occident devant la vérité (note de la rédaction). Durban II, délire et désinformation. Alain Gresh - Le Monde Diplomatique - Jeudi, 23 avril 2009 - 12h14. T:I:S, 23. April 2009. Dank an Günter Schenk

Pour le discours intégral du président Ahmadinejad : http://www.voltairenet.org/article159812.html . T:I:S, 25. April 2009 

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/iran.htm#Durban 

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Die jüdische Religion ist eine Religion des Friedens!

 

 

Die jüdische Religion ist eine Religion des Friedens, steht auf einem Schild in arabischen Schriftzeichen. Stimmt, wenn man's so sieht wie Rolf Verleger. Außerdem steht da: Wir jüdischen Kinder leiden mit den palästinensischen Kindern! Fein. Jüdische Kinder? Ach ja, auf dem grünen Schild steht was in hebräischen Buchstaben. 

Das Bild wurde nicht in Palästina oder Israel, nicht in Golders Green oder in der Fasananenstraße aufgenommen, sondern in Teheran, vor dem dortigen UN-Büro. Träfe die zionistische Propaganda über den Iran zu, dann könnte es dieses Bild gar nicht geben, nicht die Plakate in Farsi und Ivrit, und nicht die Kinder.

Die Kinder gibt's aber doch, zum Glück. Und weil die israelischen Verteidigungsstreitkräfte sie noch nicht vernichtet haben.

Iran Jewish, 31. Dezember 2008, T:I:S, 3. Januar 2008. Dank an M.B.

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Matthias Gockel

Jan Ahlmeyers Wahrheit: Alles ist möglich

Im August 2008 schrieb Jan Ahlmeyer in der Monatszeitschrft Konkret unter der Überschrift "Hohe Gewißheit": "Die Berichte über einen bevorstehenden Angriff Israels auf den Iran häufen sich. Kein Wunder: Die Atombombe scheint für die Mullahs in greifbarer Nähe." 

Matthias Gockel antwortete ihm im Schwarzen Kanal der Tageszeitung junge Welt Link für Online-Abonnenten; leicht redigiert und mit Zwischenüberschrifen versehen, auch hier zu lesen. Darin behauptete Gockel, Ahlmeyer biege sich den US-Geheimdienstbericht NIE* vom November 2007 über das iranische Atomprogramm zurecht, unterschlage eine Passage, übersetze falsch, behaupte Heimlichkeit, die nicht vorlag, und Fakten spielten für Ahlmeyer keine Rolle.

Ahlmeyer replizierte Ende November online bei Konkret. Hier nun Gockels Replik auf die Replik. T:I:S

Vorgetäuschter Blick in die Glaskugel 

Die eine Ebene ist die der Prognose, oder vielmehr die Attitüde des Progostizierens. Was wird Israel tun? Ahlmeyer versteift sich auf diese Attitüde und spekuliert, "ob und unter welchen Bedingungen ein israelischer Luftangriff auf den Iran zu erwarten ist". Doch das ist müßig, denn keiner weiß es, wahrscheinlich nicht einmal die israelische Regierung.

In Wahrheit fragt Ahlmeyer gar nicht, sondern meint. Er meint, dass Israel bedroht ist. Das aber wüssten die Leser sowieso. Den US-Geheimdienstbericht NIE bräuchte er nur um darzulegen, dass auch dieser eine Bedrohung nicht ausschließe.

Geheuchel 

Mein eigener Artikel dagegen geht davon aus, dass die Bedrohung geheuchelt ist, und dass es denen, die sie heucheln, also auch Jan Ahlmeyer, um die Rechtfertigung eines Angriffskriegs geht; und zwar wie üblich unter dem Vorwand, der Angreifer sei bedroht. Eine solche Bedrohung ist jedoch aus dem NIE-Bericht nicht herleitbar. (Altmeyer meint, sie werde von dem NIE-Bericht auch nicht ausgeschlossen. Zum Nicht-Ausschluss siehe unten die 3. Anmerkung) 

Was Ahlmeyer unterschlägt: Der NIE-Bericht vermeldet auch Positives. Die tabellarische Zusammenfassung am Schluss besagt, die Gefährlichkeit des iranischen Nuklearprogramms habe in den letzten drei Jahren abgenommen. Das aber ist das Gegenteil von dem, was Ahlmeyer uns über den Bericht weismachen will. 

Vielleicht greift Ahlmeyer deswegen in seiner Replik auf meine Widerlegung nach einem anderen Strohhalm, den "zwei oder drei EBW-Zündern", die angeblich ein "starkes Indiz für ein iranisches Atomwaffenprogramm" seien. Auch diese Behauptung ist eine haltlose Übertreibung, wie im IAEA-Bericht auf den Seiten 3 bis 4 nachzulesen ist, .pdf-Datei. 

Vier Anmerkungen zu Ahlmeyers Replik 

1. Ahlmeyer schreibt:

Leser, die meinen Artikel nicht kennen, über dessen Aussagen und Aufbau zu täuschen, hat bei Gockel System. Als »zentralen Punkt« gibt er meine »Behauptung« aus, »daß die Zeit gegen Israel läuft und knapp wird«. Vielleicht, weil er darin eine mögliche Begründung für die unterstellte Werbung für einen Militärschlag sieht? Tatsächlich zählt diese Aussage nicht zu den Resultaten meiner Argumentation, sondern ist eher eine beiläufig im Nebensatz erwähnte Prämisse.

Wo kein Widerspruch existiert, muss einer erfunden werden. Ahlmeyer bestätigt, dass die Aussage, die Zeit laufe gegen Israel, tatsächlich von ihm stammt. Ob die Behauptung ein Resultat seiner Argumentation oder eine Prämisse darstellt, ist vollkommen gleichgültig: Er stellt sie auf.

2.  Ahlmeyer relativiert: 

Ich erwähne den NIE also nicht, um meine Prämisse (»daß die Zeit gegen Israel läuft und knapp wird«) zu begründen, sondern nur, um zu zeigen, daß sie durch ihn nicht widerlegt wird.

Etwas später schreibt er allerdings: 

Um die These von der Gefährlichkeit des iranischen Nuklearprogramms zurückzuweisen oder zumindest einen ihrer Verfechter zu diskreditieren, nimmt sich Gockel einen Text vor, dem es gar nicht um deren Nachweis geht. 

Es gehe Ahlmeyer also gar nicht darum, diese angebliche Gefahr zu belegen. 

Doch seine Prämisse ("dass die Zeit gegen Israel läuft und knapp wird") beruht auf eben dieser angeblichen Gefahr: Denn ohne eine solche Gefahr kann die Zeit gar nicht knapp werden. Es geht Ahlmeyer demnach, entgegen seiner eigenen Aussage, sehr wohl um ein unterstützendes Argument zur Begründung seiner Behauptung von der Gefährlichkeit des Iran. 

Wer also täuscht hier wen?

3. Ahlmeyer argumentiert schwach. Der Schluss, dass eine Behauptung durch andere Aussagen "nicht widerlegt" wird, hat geringe Beweiskraft und wird vor allem dann angewendet, wenn man keine Belege für diese Behauptung hat. 

Man kann diese Methode auch auf die gegenteilige Behauptung anwenden: Der NIE-Bericht schließt nicht aus, dass der Iran im Jahr 2015 keine Atomwaffen besitzen wird. Anders gesagt: Dass das iranische Nuklearprogramm für andere Staaten der Region keine Gefahr darstellt, wird durch den NIE nicht widerlegt. Besonders interessant: Der NIE-Bericht schließt nicht einmal aus – um in Ahlmeyers Logik zu bleiben – dass der Iran sein Atomwaffenprogramm eingestellt hat! 

Oder: Dass der Iran 2030 eine Atomrakete nach Deutschland abschießen könnte, wird ebenfalls nicht ausgeschlossen.– Oder, oder, oder... Wenn es darum geht, dass etwas "nicht ausgeschlossen" oder "nicht widerlegt" wird, sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. 

4. Zu Ahlmeyers falscher Übersetzung. Der Autor schreibt: 

Für den Übersetzungsfehler kann ich nur alle konkret-Leser um Entschuldigung bitten. Einen Eindruck von »Langfristigkeit« drückt das »eventually« allerdings nur aus, wenn man allein die von Gockel zitierte »possibility that this capability may not be attained until after 2015« zugrundelegt. Da der NIE den Zeitpunkt aber »sometime during the 2010–2015 time frame« vermutet –was Gockel, wie gesehen, verschweigt–, kann das »letztendlich« schon recht bald der Fall sein. Tatsächlich also drückt das Urteil der NIE sogar eine stärkere Warnung vor dem Potenzial des Iran aus, als meine falsche Übersetzung suggeriert. 

Dass Ahlmeyer sich für seinen Fehler entschuldigt, macht einen guten Eindruck. Leider täuscht er seine Leser. Dazu blicken wir noch einmal auf die "Hohe Gewißheit", die über Ahlmeyers Artikel prangt. Der allgemeine Schlusssatz des NIE-Berichts lautet: "Wir nehmen mit hoher Gewissheit an, dass der Iran die wissenschaftliche, technische und industrielle Kapazität hat, letztendlich Atomwaffen herzustellen, wenn er sich dazu entscheidet." 

Eingeschränkt m

In dem spezifischen Abschnitt ist allerdings die Rede von einer "mäßigen Gewissheit", die noch einmal durch ein "wahrscheinlich" eingeschränkt wird ("we judge with moderate confidence Iran probably would be technically capable producing enough HEU for a weapon sometime during the 2010–2015 time frame"). 

Die abwägende Formulierung, deren nuancierter Charakter durch den Konjunktiv ("would be") noch zusätzlich betont wird, klingt ganz anders als Ahlmeyers Rede vom "wahrscheinlichsten Zeitpunkt". 

Es geht im NIE-Bericht keineswegs, wie Ahlmeyers Alarmismus vorgaukelt, um eine Prognose, dass der Iran Atomwaffen herstellen wird, sondern darum, wann er die technischen Fähigkeiten dazu besitzen könnte. Dass Atomwaffen dann tatsächlich hergestellt werden, ist eine weitere Schwelle, deren Überschreitung eines politischen Willens bedarf.

Ob der besteht? Wie wär's mit einem Blick in die Glaskugel? 

T:I:S, 9. Dezember 2008

Anmerkung

*NIE: National Intelligence Estimate, November 2007, .pdf-Datei

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/iran#Gockel2  

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Armada auf dem Weg in den Persischen Golf

Mathias Bröckers verweist auf GlobalResearch von Michel Chossudovsky. T:I:S, 14. August 2008

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The Iranian regime is not a suicide bomber

The idea that one fine morning Iran will incinerate Tel Aviv is madness; Benny Morris's description of the mullahs' "fundamentalist, self-sacrificial mindset," echoed by others, is a caricature.

 Washington Post, T:I:S, 13. August 2008. Dank an Ruedi

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Thomas Immanuel Steinberg

Umsturz durch Annäherung

Iran heim ins Reich dank RAND Corporation?

 

CIA-Direktor Allen W. Dulles stürzte 1953 in der Operation Ajax den gewählten iranischen Präsidenten, Landreformer und Ölverstaatlicher Mohammad Mossadegh. Die US-Regierung setzte Mohammad Reza Pahlavi als Statthalter ein, doch 1979, im Zuge der antiwestlichen islamischen Revolution, ging das große Land, und mit ihm all sein Öl, erneut für das Imperium verloren. Die US-Herrscher schickten dem Iran den Irak auf den Hals. Der achtjährige Stellvertreterkrieg bis 1988 verwüstete beide Länder, aber das iranische Öl bereichert  immer noch nicht wieder das Imperium; und mit dem Iran klafft immer noch eine große Lücke im Ring um Rußland.

Was tun?

Die RAND Corporation, der Militär-Think-Tank in Santa Monica, Kalifornien, hat im Rahmen des RAND Projekt AIR FORCE einige Ratschläge entwickelt. Ihre Studie Iran's Political, Demographic and Economic Vulnerabilities, .pdf-Datei, ist umfangreich, doch schon der Teaser liefert Hinweise darauf, was die regierenden NeoCons weiter tun, und vor allem, was sie künftig besser lassen sollten. RAND empfiehlt:

mehr Bildungs- und sonstigen Austausch zwischen Iranern und US-Amerikanern organisieren, mehr Interviews und Kommentare von US-Regierungsvertretern in iranischen Medien placieren
von Regime-Wechsel im Iran offiziell leiser tönen
Volksgruppen im Iran entmutigen, gegen das derzeitige Regime aufzustehen (1)
den Weltwährungsfonds und die Weltbank bei der Ermutigung zu besserer Wirtschaftsführung und Öffnung für Privatgeschäfte im Iran unterstützen
das Embargo gegen Gasverflüssigung und Verflüssigungstechnologie aufrecht erhalten als Verhandlungstrumpf, um damit die iranische Politik in Richtung US-Interessen zu schubsen
die Notfallpläne zur Sperrung iranischer Auslandskonten ausweiten
US-Verbündete ermutigen, ausgewählte iranische Regierungsvertreter – solche, die mit Urananreicherung oder der Finanzierung von Terrorgruppen zu tun haben – von Reisen in deren Länder auszuschließen.

Der Arzt tritt ans Krankenbett

Das Ganze klingt wie der Wandel durch Annäherung an die Zone, gemeint war die DDR, von Egon Bahr verkündet am 15. Juli 1963. Mit der sozialdemokratischen Strategie konnte sich bekanntlich das westliche Kapital ab 1989 das sozialistische Land einverleiben und den Sozialismus in Europa vorläufig niederringen.

Die RAND Corporation neigt mindestens seit der gleichen Zeit zur gleichen Strategie. 1962 erforschte sie im Auftrag der US-Regierung, warum die Sowjetsoldaten und die Bevölkerung der 900-tägige Belagerung Leningrads durch die Nazi-Wehrmacht standhielten. (2) Hauptgrund war der Terror der Invasoren, der gleiche Grund, der später den Vietnamesen gegen die US-Amerikaner zum, freilich vorläufigen, Sieg verhalf. Die Afghanen und die Iraker, die Palästinenser und die Somalier sind auf dem gleichen Weg.

T:I:S, 6. August 2008, Hiroshima-Tag. Dank an Schmidt-Polyglott. Hermann Ploppa hat das ganze Papier gelesen.

Anmerkung 

(1) Bisher dagegen setzen die regierenden NeoCons auf sogenannte Special Operations in verschiedenen nicht-persischen iranischen Volksgruppen, siehe Geburtswehen

(2) Leon Goure: The Siege of Leningrad. Foreword by Merle Fainsod. Stanford University Press / New York, Toronto, London: McGraw-Hill Book Company 1962. Wieder aufgelegt im Mai 1981; zur Zeit ab $ 5,50 bei amazon 

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Matthias Gockel

Greifbare Nähe?

Im Augustheft 2008 des Monatsmagazins konkret wird zum wiederholten Mal für schärfere Sanktionen gegen den Iran, letztlich für einen Militärschlag geworben.

 

Der Artikel des Autors Jan Ahlmeyer ist überschrieben mit "Hohe Gewißheit" – ein Zitat aus einem US-Geheimdienstbericht vom November 2007 über das iranische Atomprogramm. Der Untertitel des Artikels lautet: "Die Berichte über einen bevorstehenden Angriff Israels auf den Iran häufen sich. Kein Wunder: Die Atombombe scheint für die Mullahs in greifbarer Nähe."

Jan Ahlmeyer biegt sich den US-Geheimdienstbericht zurecht 

Der Autor verwendet zunächst mehrere Absätze für Mutmaßungen über die kürzliche Ankündigung eines israelischen Angriffs gegen den Iran und dessen mögliche Beziehungen zum Präsidentschaftswahlkampf in den USA. Danach kommt er zum zentralen Punkt seines Artikels, der Behauptung, "daß die Zeit gegen Israel läuft und knapp wird". Ahlmeyer meint, diese Aussage sei "keine Erfindung aus Washington". Um die These zu stützen, bezieht er sich allerdings zunächst wiederum auf den erwähnten US-Geheimdienstbericht: "Selbst der amerikanische National Intelligence Estimate (NIE November 2007, .pdf-Datei), der mit der Interpretation Furore machte, der Iran habe sein Atomprogramm 2003 wahrscheinlich eingestellt, bestreitet nicht, daß dort eventuell schon 2009 genug hochangereichertes Uran für eine Bombe produziert werden könnte." Tatsächlich spricht der Bericht, mit mäßiger und keineswegs hoher Gewißheit, von Ende 2009 als dem "frühest möglichen Zeitpunkt", und fügt hinzu, daß dies "sehr unwahrscheinlich" sei. ("We judge with moderate confidence that the earliest possible date Iran would be technically capable of producing enough HEU for a weapon is late 2009, but that this is very unlikely".) Diese Bewertung fehlt bei Ahlmeyer. Das ist kein Wunder, denn sie widerspricht seiner These.

Jan Ahlmeyer unterschlägt eine Passage

Alle US-Stellen, die sich mit dem Thema befassen, räumen laut NIE außerdem die Möglichkeit ein, daß der Iran die Fähigkeit zur Herstellung atomarer Waffen erst nach 2015 erreichen wird. ("All agencies recognize the possibility that this capability may not be attained until after 2015." Hervorhebung im Original). Diese Passage erwähnt der konkret-Autor auch nicht.

Jan Ahlmeyer übersetzt falsch

Um seine zentrale These zu untermauern, verweist Ahlmeyer vielmehr auf den Schlußsatz von NIE: "Wir nehmen mit hoher Gewißheit an, daß der Iran die wissenschaftliche, technische und industrielle Kapazität hat, möglicherweise Atomwaffen herzustellen, wenn er sich dazu entscheidet." Allerdings bedient der Autor sich hier einer falschen Übersetzung. Im Schlußsatz des Berichts ist nicht die Rede davon, daß der Iran "möglicherweise" Atomwaffen herstellen könne, sondern daß er bei einer entsprechenden politischen Entscheidung über die Kapazitäten verfüge, "eventually" Atomwaffen herstellen zu können. Das Wort "eventually", das mit „endlich“, „letztendlich“, „letzten Endes“, „irgendwann einmal“ zu übersetzen ist, entspricht der zuvor genannten Langfristigkeit. Es geht also keineswegs um Ereignisse, die schon möglich sind oder "möglicherweise“ demnächst eintreten, wie Ahlmeyer mit seiner Übersetzung suggeriert.

Jan Ahlmeyer behauptet Heimlichkeit, die nicht vorlag

Im folgenden Teil seines Artikels beschwert Ahlmeyer sich über die Interessen deutscher Unternehmen und ergeht sich in Pseudokritik und Ressentiment. Denn es geht ihm nicht darum, daß es sich um kapitalistische Unternehmen, sondern daß es sich um deutsche Unternehmen handelt. Auch dabei verdreht er den Sachverhalt und schreibt: "Allein schon, daß die Mullahs ihr Atomprogramm überhaupt verheimlichten, bis es 2002 von den oppositionellen Volksmudjaheddin aufgedeckt wurde, läßt wenig Zweifel an dessen militärischer Ausrichtung." Das entspricht zwar den Darstellungen der bürgerlichen Presse, aber nicht den internationalen Verträgen über die Nutzung von Atomenergie. Von einer Verheimlichung kann keine Rede sein, wie Knut Mellenthin schon vor fast zwei Jahren nachgewiesen hat ("Zur Geschichte des Streits um das iranische Atomprogramm", junge Welt, 30. 8. 2006). Nach dem Atomwaffensperrvertrag muß eine Meldung an die IAEO erst kurz vor Beginn der Urananreicherung erfolgen. Die "geheimen" Anlagen im Iran waren 2002 gerade erst im Bau. Die angebliche Aufdeckung des iranischen Atomprogramms war ein Medienereignis, das die Öffentlichkeit von den Hintergründen des Konflikts ablenken sollte. Tatsächlich sind sich USA und EU einig in der Forderung, daß der Iran vollständig und unbefristet auf die Urananreicherung und die zivile Nutzung von Atomenergie verzichten soll. Uneinig ist man sich im Westen nur über den Umfang der Wirtschaftssanktionen. Ahlmeyer weiß das, greift aber zum Konjunktiv: eine zivile Nutzung "hätte dem Land schließlich zugestanden.“

Fakten spielen keine wesentliche Rolle 

Um diesen Sachverhalt zu verdecken, wird die Öffentlichkeit seit vielen Jahren regelmäßig mit sensationellen Berichten über eine angeblich bald zu erwartende "Bombe" der "Mullahs" gefüttert. Konkret-Autoren wie Jan Ahlmeyer sind dabei zuständig für diejenigen Gruppen des linken Spektrums, in denen gilt, was Knut Mellenthin im August 2006 so formulierte: "Fakten spielen keine wesentliche Rolle, wenn eine militärische Konfrontation vorbereitet wird."

T:I:S, Zwischenüberschriften, 3. August 2008

Leicht redigiert veröffentlicht im Schwarzen Kanal der jungen Welt vom 2./3. August 2008, Link für Online-Abonnenten. Weitere Beiträge des früheren Konkret-Autors Matthias Gockel: Monatsmagazin 'konkret': Die nächste Lüge, Deep Antisemitism?, Gremliza weiter für Gewährleistungskrieg, Benjamin Weinthal, Was macht eigentlich Kanan Makiya, Faschismus, Wer wird Sozialist?, Dschungelfieber

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/iran#Gockel 

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Günter Schenk, Beinheim

Leserbrief

Iran: Bedrohung, "Säbelrasseln"

Am 13. Juli 2008 veröffentlichte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung einen Artikel von Günther Nonnenmacher: Manöver im Nahen Osten, Säbelrasseln in Iran und Israel. Dazu schrieb Günter Schenk, siehe Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 20. Juli 2008, S. 34: 

Wie auch immer man zu einer möglichen zukünftigen iranischen Atomrüstung stehen mag - und mit dem Autor dürften die meisten Ihrer Leser diese als keinesfalls wünschenswert betrachten - so will sich mir der Sinn der Aussage, Israel habe allen Grund, sich bedroht zu fühlen, nicht erschließen. 

Zum Einen hat der iranische Staatspräsident nichts Anderes gesagt, als man es auch von intellektuellen Kreisen Israels bis hin zu kritischen Politikern lesen kann: der zionistische Staat werde sich über kurz oder lang in seinem Wesen ändern müssen oder nicht überleben. Zum Anderen kann ich kein Gefährdungspotential Israels durch eine iranische Atombombe erkennen. Kein verantwortlicher Politiker Irans wird je die Verwendung einer iranischen Atombombe gegen Israel als Angriffswafe ins Auge fassen, denn damit würde er, bei der auch weiterhin überlegenen Waffentechnik Israels - mit über 200 Kernwaffen, Trägersystemen aller Art - ein Todesurteil über Iran aussprechen.

Ist es aber umgekehrt nicht angebracht zu schreiben, Teheran habe allen Grund, sich bedroht zu fühlen? Die Dislozierung von Trägern der Amerikaner, plus einsatzbereiter wirkungsvoller Waffen der Israeli im erreichbaren Zielgebiet Irans ist mehr als bedrohlich und an Angriffsdrohungen seitens Tel Avivs oder Washingtons gegen Iran hat es in den vergangenen Monaten keinesfalls gefehlt. 

Mit dem Schlusssatz führt Ihr Autor mit der Forderung nach ernsthaften und vertrauensbildenden Verhandlungen zwischen der westlichen Führungsmacht USA und Teheran in die richtige Richtung. Aber auch die Anerkennung der traditionellen Rolle Irans als regionale Mittelmacht entspricht sowohl westlichen Interessen als dem Ziel eines tragfähigen Friedens in der Region.

T:I:S, 20. Juli 2008

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Nachhilfe

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat erklärt, warum Teheran keinen Angriff auf Israel plant und wo der Unterschied zwischen Zionisten und Juden liegt.

RIA Novosti, T:I:S, 7. Juli 2008

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Hilfe für Süchtige 

Der Iran, der US-Mohnkolonie Afghanistan benachbart, hilft Heroin- und anderen Derivat-Abhängigen. 

New York Times, T:I:S, 27. Juni 2008. Dank an Knut Mellenthin. Siehe auch Mohn in Afghanistan

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Knut Mellenthin

Iran als Modell für die geplante Verschärfung des Atomwaffensperrvertrags

Erweitere Fassung eines am 15. Mai 2008 in der Jungen Welt erschienenen Artikels

Knut Mellenthin, T:I:S, 23. Mai 2008

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Kotfliegen 

Korrigiert am 25. März 2008

Bismarck, auf Kur in Bad Ems, wollte die imperialistische französische Regierung zum Krieg gegen das imperialistische Preußen provozieren. Er formulierte auf der Grundlage eines Telegramms eine den Sachverhalt verkürzende Presseerklärung, die am 13. Juli 1870 in der Norddeutsche Allgemeine Zeitung veröffentlicht wurde. Der Vorgang ging unter der Bezeichnung Emser Depesche in die Geschichtsbücher ein. Die französische Regierung flog auf den Kot und erklärte Preußen den Krieg. 220 000 Soldaten und 550 000 Zivilisten waren nach sechs Monaten verwundet oder tot. (1) 

Von einem Krieg des Westens gegen den Iran ist weit Schlimmeres zu befürchten. Zur Kriegsbereitschaft hat die Fälschung des Ahmadinedschad-Zitats vom 26. Oktober 2005 erheblich beigetragen. An der Verbreitung der Fälschung waren und sind beteiligt: 

alle westlichen Nachrichtenagenturen

alle westlichen Fernsehanstalten

alle führenden Zeitungen außer der New York Times und dem britischen Guardian und, seit dem 14. März 2008, außer dem Feuilleton der Süddeutschen Zeitung

das Bundesinnenministerium und seine Bundeszentrale für politische Bildung

die Rosa-Luxemburg-Stiftung, Stiftung Der Linken

die Bundeskoordination Internationalismus (BUKO), siehe Karl Rössel, 29.01.08 12:58 an Arbeiterfotografie, und deren Antwort

einige Unbedarfte

und zahllose Stiefellecker.

Kot zieht Fliegen an.

T:I:S, korrigiert am 25. März 2008

Anmerkung 

(1) Deutsch-französischer Krieg. Die Summen  wurden aus unklaren Angaben am Rande des Wikipedia-Beitrags gebildet. Mit Dank an Andreas Hauß. Knut Mellenthin, dem ebenso Dank gebührt, hat am 25. März 2008 gemailt: 

T.I.S. irrt. Nicht als erster, nicht als letzter. Es ist ähnlich wie mit  dem Ahmadinedschad-Zitat: Einer schreibt den Unsinn seiner Vorgänger ab. Und wenn der Fehler begangen ist, hat keiner Lust, ihn zuzugeben. Wetten?

Bismarck hat kein Telegramm gefälscht, sondern eine Presseerklärung  formuliert. Dazu war er, wie aus dem Telegramm unmissverständlich hervorgeht, von König Wilhelm I. ausdrücklich bevollmächtigt worden. Bismarck hat diese Presseerklärung auf besagtem Telegramm aufgebaut und dieses zu seinem Zweck mit großem Geschick so redigiert, dass eine  Provokation daraus wurde. Ich denke, er hat damit die Absicht seines  Königs richtig interpretiert oder ihr den letzten Schliff gegeben.

Von einer Fälschung des Telegramms kann überhaupt keine Rede sein, da  Bismarck keineswegs behauptete, in der Presseerklärung das Telegramm zu  zitieren oder gar vollständig wiederzugeben. Vielmehr wird das Telegramm in der Presseerklärung gar nicht erwähnt. Die Frage kann also lediglich sein, ob Bismarck in seiner Presseerklärung die in dem Telegramm geschilderten Vorgänge verfälscht wiedergegeben hat. Ich denke, das war nicht der Fall, oder jedenfalls nicht mehr als in fast jeder beliebigen anderen Presseerklärung auch. Ich schlage zur Klärung der Angelegenheit vor, sich den Wikipedia-Artikel zur Emser Depesche anzusehen, auf den T.I.S. in seinem Text verlinkt hat.

Ich habe deshalb den Text korrigiert. T:I:S, 25. März 2008  

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Willy Wimmer, MdB, CDU, im iranischen Rundfunk: 

"Bei den Briten und den Amerikanern scheinen das Überlegungen aus der alten Kolonialzeit zu sein, oder sie haben etwas mit künftigen Konflikten in der Region unter Einschluß von China und Indien zu tun."

 Audio-Datei, ca. 9 Minuten, T:I:S, 11. Februar 2008. Dank an Dr. B.

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Thomas Immanuel Steinberg 

Bush und die UFOs 

Nicht alle stellen sich beim Lügen so doof an wie Scharping. Der Unglücksradler hatte vor laufender WDR-Kamera behauptet, serbische Soldaten würden im Dachstuhl kosovo-albanischer Häuser eine brennende Kerze aufstellen und unten den Gashahn aufdrehen. Bald danach flöge das ganze Haus in Luft.

Die Journalisten entblößten Scharping. Das Gas sei schwerer als Luft: Es bleibe am Boden und könne sich nie an der Flamme unterm Dach entzünden. (1) Bombardiert hatte Scharping anyway. Jugoslawien gibt es nicht mehr.

Irak

Bush log besser, bevor er den Irak zerfetzen ließ. Der Behauptung, Saddam habe irgendwo Massenvernichtungswaffen, konnte so leicht kein Naturgesetz in die Quere kommen.

Außerdem aber hatte Bush die logische Form einer Es-gibt-Aussage gewählt, ohne handhabbare örtliche Eingrenzung. Wenn zum Beispiel einer behauptet: Es gibt Autos mit fünf Rädern – dann kann das stimmen, selbst wenn er nirgendwo eines aufweist.

Die logische Form seiner Behauptung erlaubte Bush, die Beweislast umzukehren: Er wisse natürlich nicht, wo Saddam die Waffen verberge. Saddam aber kenne sich zu Hause aus, er müsse daher beweisen, daß bei ihm keine Massenvernichtungswaffen versteckt seien.

Was Saddam da beweisen sollte, hat die logische Form einer Es-gibt-nicht-Aussage. Am Auto-Beispiel: Jemand könnte widersprechen; es gebe keine Autos mit fünf Rädern. Der kann dann auf noch soviele Autos mit drei, vier oder sechs Rädern zeigen; er wird seine Behauptung nicht beweisen können. Vielmehr muß, aus denklogischen, nicht faktischen Gründen der, der ihre Existenz behauptet, auf mindestens ein Auto mit fünf Rädern verweisen können; also Bush auf Waffen an bestimmter Stelle im Irak. Dann wäre Saddams – von vorneherein absolut unbeweisbare –  Es-gibt-nicht-Aussage widerlegt. Dem Iraker blieb aus denklogischen, nicht faktischen Gründen nur übrig, Bush zurückzufragen: Was denn, wo denn sollen diese angeblichen Massenvernichtswaffen sein? Zeig’ sie mir!

Bush zeigte sie ihm nicht, überfiel den Irak und ließ Saddam henken. Er hatte gut gelogen.

Iran

Bushs nächste gute Lüge, der Iran verfüge über ein Atomwaffenprogramm, ist ebenfalls aus rein logischen Gründen nicht widerlegbar. Die sechzehn US-Geheimdienst-Chefs haben zwar erklärt, ihrer Meinung nach habe der Iran 2003 die Aktivitäten in dieser Richtung eingestellt; aber sie könnten nicht ausschließen, daß nicht doch irgendwo irgendwann etwas Atomwaffenprogrammatisches im Iran passiere. Diese Einschränkung ist völlig richtig: Sie ist aus rein logischen Gründen richtig. Sie ist, wie man in der Logik sagt, eine Tautologie. 

Aus einer tautologischen Aussage kann man jedoch alles ableiten: ebenso A wie auch Nicht-A. Das heißt zugleich: Aus einer Tautologie kann man nichts ableiten, was irgendeine Aussage über die Wirklichkeit erlauben würde. Die sechzehn Agenturchefs haben nur den denklogische Gemeinplatz angefügt, daß eine Es-gibt-nicht-Aussage im strengen Sinne unbeweisbar ist. Anti-Palästina- und Rüstungslobbyisten machen daraus: Die Sechzehn sind sich nicht sicher. Und ausschließen kann man nichts! Stimmt. Ebenso wie rein logisch nicht auszuschließen ist, daß es einen Teufel gibt, ein Ungeheuer von Loch Ness, oder UFOs.

UFOs 

UFO-Gläubige liegen besonders richtig. Der Name „Unbekanntes Flug-Objekt“ sagt ja schon: sie sind unbekannt. Wären diese Objekte bekannt, dann wären sie keine UFOs. Also gibt es UFOs, es gibt Flugobjekte, die uns nicht bekannt sind. (2)

Da bin ich mir völlig sicher.

T:I:S, 5. Dezember 2007 

Anmerkung 

(1) Luft wiegt ungefähr 1,3 Kilo je Kubikmeter. Propangas ist etwa doppelt so schwer.

(2) Leser P.S. aus Wiesbaden macht mich darauf aufmerksam, daß UFO für "Unidentifiziertes Flug-Objekt" steht. Schade, daß er Recht hat. T:I:S, 12. Dezember 2007

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US-Basen rund um den Iran, Dossier mit Video und Landkarten bei Yvonnne Schmidt, Universität Graz. T:I:S, 21. März 2007

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Thomas Immanuel Steinberg 

Die geopolitische Lage des Iran 

        Handzettel zum Vortrag bei attac Hamburg, Zimmerpforte 8, St. Georg, am Mittwoch, dem 12. April 2006 um 19.30 Uhr 

1. Grunddaten 

65 Millionen Einwohner  (D: 82 Mio.); 50% Perser, 20% Azeri, 10% Luren und Bachtiaren, Kurden, Araber, Turkmenen, Balutschen, Armenier
1, 6 Mio qkm – Luftlinie Nord-West bis Süd-Ost 2 300 km = Hamburg bis Tanger 

2. Hydrokarbon 

Ölreserven 130 Mrd. Barrel = 11% der Weltreserven (nach Saudi-Arabien mit 25% und vor dem Irak); Ölförderung bis 4 Mio Barrel pro Tag (viertgrößter Produzent); davon 30% Eigenverbrauch, 50% Export nach Japan, China, Südkorea, Indien u. Südostasien

Gasreserven, englisch: 940 trillion cubic feet (Tcf) = 27 Billionen Kubikmeter = 15% der Weltreserven (nach Rußland); Gasförderung gegenwärtig, englisch: 3 – 4 trillion cubic feet (Tcf); Öl und Gas erbringen bis zu 90% der Exporteinnahmen, 50% der Staatseinnahmen und 20% des Volkseinkommens 

3. Umzingelt von US-Streitkräften  (farbige Übersicht)

US-Streitkräfte in der Türkei, dem Irak, Kuweit, Saudi-Arabien, Bahrain, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Oman, Pakistan, Afghanistan; nur von Norden (Turkmenistan, kaspisches Meer, Aserbaidschan, Armenien) weniger bedroht. Öllagerstätten in Khuzestan und Lorestan nahe Irak oder Off-shore, Gaslagerstätten (South Pars) Off-shore im Persischen Golf. 

4. Engpaß Bosporus 

Für kaspisches Öl ist der Iran ein einfacher, billiger, sicherer Weg nach Asien. 

Alternative 1: Rohrleitungen, 800 km durch den Iran;
Alternative 2: Swap-Geschäft, 300 km Rohölleitung Neka – Teheran (Erweiterung auf 300 000 Barrel pro Tag und mehr im Gange);
Alternative 3:
Baku-Tbilissi-Ceyhan, 1 700 km, siehe Karte; Leitung wird zur Zeit gefüllt; teuer und vielleicht gefährlich;
Weitere Alternativen:
Constanţa – Omisalj (Triest); AMBO Burgas – Vlorë; Burgas – Alexandroupolis; Odessa – Brody (Umkehrung) 

... dito für Gas. 

Alternativen: Durchleitung durch den Iran aus Turkmenistan an die Türkei (aktiv); Belieferung Armeniens (aktiv); Blue Stream Novorossijsk – Samsun (aktiv); Baku – Tbilissi – Erzurum (im Bau), nach Eröffnung russisches Erdgas für Libanon und Israel, Liquified Natural Gas (LNG) oder Mittelmeer-Pipeline (Planung; siehe auch Ashkelon - Eilat). 

5. Gas nach Pakistan und Indien – Off-shore 

Die Gasleitung nach Indien ist vermutlich in die Ferne gerückt durch den US-indischen Atomvertrag. Die Alternative Turkmenistan – Afghanistan – Pakistan (ehemals Unocal-Taliban-Plan) ist offenbar vorerst aussichtslos, da Afghanistan nicht befriedet ist. Turkmenistan liefert vor allem ins russisch-ukrainische Gasnetz, über Kasachstan. 

6. Kasachisches Öl nach China? Jedenfalls nicht durch den Iran

Zum kasachsich-chinesich-russischen Interessengeflecht siehe Kasachstan (mit Karten)  

Alle Zahlenangaben gerundet / Schätzwerte; Quellen: Philippe Sébille-Lopez, Géopolitiques du pétrole. Paris: Armand Colin 2006 [Fondation Prometheus – ALSTOM, EADS, SANOFI-AVENTIS, THALES u.a.]; Energy Information Administration, Department of Energy, US Government, Iran Natural Gas

Einheiten: 1 Barrel = 159 l; 1 Kubikmeter = ca. 35 Kubikfuß; englisch: 1 billion = deutsch: 1 Milliarde; englisch: 1 trillion

Brennwert: 1000 Kubikmeter Erdgas = 0,9 t Erdöläquivalent; die Dichte (das spezifische Gewicht) von Rohöl differiert von Sorte zu Sorte: 

Liquid (Temp. 60° Fahrenheit)              kg/cu.m
Crude oil, 48° API                         790
Crude oil, 40° API
                          825
Crude oil, 35.6° API
                       847
Crude oil, 32.6° API
                       862
Crude oil, California
                       915
Crude oil, Mexican
                        973
Crude oil, Texas
                           873

 API = Maßeinheit des American Petroleum Institute; Quelle. Ein Kubikmeter Gas hat den Brennwert von etwa einem Liter der Sorte California 

T:I:S, 7. April 2006

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