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Steinberg Recherche Referent Texte 2007 Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Suchen Home Newsletter? NativNativ, eine halb-geheimdienstliche Einrichtung, ist aus dem Amt des israelischen Premierministers Ehud Olmert ausgegliedert und dem stellvertretenden Premierminister und Minister für strategische Angelegenheiten, Avigdor Lieberman unterstellt worden. Zwei Nativ-Agenten sollen demnächst ein Büro in der Botschaft des Staates Israel in Berlin eröffnen und von dort aus unter den rund 200 000 russisch-sprachigen Juden für die Emigration nach Israel werben, die in letzter Zeit nach Deutschland eingewandert sind. Vertreter deutscher Juden seien verärgert, meldet Ha'aretz. Gideon Levy, Ha'aretz-Kolumnist und scharfer Gegner der israelischen Palästinenser-Politik, hält Liebermans Weltsicht für faschistisch. Viele andere israelische Politiker würden Frieden heucheln und in Wahrheit Liebermans hyper-nationalistische und rassistische Ansichten teilen. Lieberman bekenne sich wenigstens. Dank an politblog.net, T:I:S, 24. Oktober 2007 *Thomas Immanuel SteinbergSieg im Volkskrieg?Brechts Anregung, die
Regierung solle sich ein anderes Volk suchen, wenn sie mit dem eigenen nicht
zufrieden sei, greift Scharon jetzt auf. Er wird einen Teil des Volks, die Palästinenser,
einpferchen oder wegekeln. Woher kommt neues Volk? Aus Frankreich, meint die
Jewish Agency, die 1929 gegründete zionistische Organisation, die vor 1948 die
Regierungsfunktion im jüdischen Palästina ausübte. Wie die israelische
Tageszeitung Maariv berichtet, erklärte der Pariser Delegierte der Jewish
Agency bei einem Treffen Anfang Juni 2004 dem israelischen Immigrationsminister
Tzipi Livni und dem Generaldirektor des Büros von Scharon, Ilan Cohen: 30 000 jüdische
Franzosen seien wegen des steigenden Antisemitismus bereit, nach Israel
auszuwandern. Man beschloß, Hunderte Anwerber in die französischen Wohngebiete
zu schicken, in denen neben Juden vor allem Muslime wohnen. Übergangsbeihilfen
werde es geben und Notprogramme für die aufnehmenden israelischen Gemeinden. Roger Cukierman,
Zentralratsvorsitzender (derselbe, der Scharon geraten hatte, ein "Propagandaministerium"
zu errichten - "wie Goebbels"), fühlte sich übergangen. Er werde
sich beim israelischen Botschafter in Paris beschweren. Die französische
Regierung gebe ihr Bestes zur Überwindung des Antisemitismus. Xavier Ternisien berichtet in Le Monde vom 17. Juni 2004, daß die Jewish Agency über Ausstellungen, Aktionen der Offenen Tür und Studien-Salons seit einigen Monaten französische Juden für die Auswanderung zu gewinnen versuche. Die Präsidentin des Weltexekutivrats der Jewish Agency habe am 3. Juni 2004 veröffentlichen lassen, Israel brauche mehr Zuwanderung aus dem Westen. Frankreich sei in den Augen der Agency eine Gemeinde von großem Wert. Ternisien nennt die Auswanderungszahlen aus
Frankreich nach Israel: tausend in 2001, zweitausendsechshundert 2002 und
zweitausendvierhundert 2003. Dabei sei die Zahl derer nicht berücksichtigt, die
Israel enttäuscht den Rücken gekehrt hätten. Frankreich hat mit etwa 600 000
konfessionell gebundenen und ungebundenen Juden die zweitgrößte jüdische
Gemeinde außerhalb Israels. Die französische jüdische Opposition ist entsetzt. Izo Rozenman, Vertreter jüdischer Laien in Frankreich, sprach von einer „verrückten Entscheidung... Diese Entscheidung ist unverantwortlich.“ Die Vertreterin der französischen Juden für den Frieden, Michèle Sibony, vermutete kürzlich im Deutschlandfunk, Scharon wolle anhand von Frankreich vorführen, daß Araber und Juden nicht zusammenleben können. Unter
dem Maariv-Artikel äußern sich Leser im Internet. Brian aus Boca Raton,
Florida, USA meint, Antisemitismus sei in der französischen Kultur tief
verwurzelt. Es sei an der Zeit, das letzte Kapitel des französischen Judentums
zu schreiben. Cukierman höre sich an wie ein altmodischer Ghetto-Jude, der
seine Hoffnung in die Gutwilligkeit der Goyim lege, während er auf Pogrome
warte. „Und
was ist mit Dir“, antwortet ihm Dorothy Friend aus Tel Aviv. „In Miami ist
also alles in Ordnung. Wenn Du Aliyah (Auswanderung nach Israel) willst, dann
praktiziere, was Du predigst.“ Yechezkel BenTov aus Yesha, Israel ergänzt:
„Zumindest in diesem Jahr wird es französischen Juden noch erlaubt sein, mit
ihrem Besitz auszuwandern.“ Ob Scharon sein Wunschvolk zusammen bekommt? Oder Siegen - einmal ohne Volk? Auch diese Anregung könnte von Brecht stammen. T:I:S, 20. Juni 2004 http://abonnes.lemonde.fr/web/article/0,1-0@2-3226,36-369196,0.html *Steinberg Recherche Referent Texte 2007 Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Suchen Home nach oben
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