Judäophobie

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Siehe auch Udo Ulfkotte und Hans-Peter Raddatz; zur weiteren Auseinandersetzung um die gefälschten Ahmadinedschad-Zitate von Januar bis November 2008 siehe Bundeszentrale für politische Bildung

                   

Helmut Spehl

 Sie werden es noch dahin bringen, daß das letal gemeinte Wort Antisemit zu einem Ehrentitel wird. 

... Gemessen an dieser Philippika bin ich zweifellos ein Antisemit. Ich bekenne freimütig, daß ich alle diese oder ähnliche Antisemitismen auf dem Kerbholz habe. Man kann, zumindest privatim, glaubhaft dementieren, daß man Jude ist, aber man kann nicht glaubhaft dementieren, daß man Antisemit ist. Man muß damit leben, und ich kann der stetig wachsenden Zahl von Mitleidensgenossen zwischenzeitlich versichern, daß man damit leben kann. Beim ersten Mal, da tut's noch weh, aber man kann damit leben. Jedenfalls besser als jeder Palästinenser, der in dritter Generation in einem Flüchtlingslager aufgewachsen ist, also sein Schicksal einer anderen zionistischen Spezialität verdankt, der ethnischen Säuberung.

 Wenn man sich jahrzehntelang damit befaßt hat, dann weiß man, daß im Zionismus schon lange mit gezinkten Karten gespielt wird. Im Lager der Linksdenker noch mehr als in dem der Rechtshänder. Anderswo in der Welt betrügt man genauso, aber niemand sonst kann es sich so anhaltend und so ungestraft leisten. Ach, diese Leute müssen sich geradezu ermutigt fühlen, ihre Trümpfe zu überreizen. Weiß Gott, sie werden es noch dahin bringen, daß das letal gemeinte Wort Antisemit zu einem Ehrentitel wird. 

Adeilis, Website von Elias Davidsson, 2. Februar 2005. Siehe auch Davidsson zum Elften September

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/judaeophobie.htm#Spehl

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Thomas Immanuel Steinberg

Über die künftige Bedeutung des Wortes Antisemit

Wer Juden haßt, weil sie Juden sind, der wurde bisher Antisemit genannt. Die Bezeichnung als Antisemit wertet den so Bezeichneten ab –  heute. Die Abwertung geschieht mit allem nur denkbaren Recht, denn Haß gegen Menschen, weil sie in eine Personengruppe hineingeboren wurden, gefährdet diese Personengruppe und darüber hinaus die Gesellschaft, in der sie leben.

Die Bezeichnung als Antisemit war aber nicht immer, und ist immer noch nicht überall abwertend gemeint. Ende des 19. Jahrhunderts nannten Judenhasser sich selbst Antisemiten, um ihrem Ressentiment gegen Juden oder ihrem Haß auf Juden einen rationalen Anstrich zu geben. Den damaligen Antisemiten diente diese Selbstbezeichung als Selbstaufwertung. Manche Antisemiten tun es ihnen bis heute nach, wenn auch eher insgeheim. In Frankreich jedoch gibt es Leute, die sich offen als Antisemiten bezeichnen.

Freilich war der Begriff seinerzeit schlecht gewählt, denn als semitisch bezeichnet wurde und wird eine Gruppe von Sprachen, zu denen nicht nur das Hebräische zählt, sondern auch das Arabische und einige andere lebende oder tote Sprachen. Daher nannten sich (einer Quelle zufolge, die ich verlegt habe, die aber Philologen zur Hand haben dürften) um 1835 einige  Menschen in Deutschland Antisemiten, und zwar solche, die Abneigung oder Haß nicht gegen Juden, sondern gegen Araber hegten.

Heute verwenden Zionisten und ihre Parteigänger das Wort Antisemit nicht nur gegen Judenhasser, sondern auch gegen Antizionisten und im Weiteren gegen alle Gegner der israelischen Staats- und Regierungspolitik. Michel Warschawski schrieb in einem Aufsatz unter dem Titel „Semantische Verschiebung: Antizionismus ist nicht Antisemitismus“ (auf Deutsch 2002):

„Erst seit etwa dreißig Jahren gibt es eine breite Kampagne, die mit unleugbarem Erfolg versucht, nicht zur Kontroverse über die politische Sinnhaftigkeit des Zionismus beizutragen, zur Analyse seiner Dynamik und seiner politischen und moralischen Implikationen, sondern den Antizionismus zu delegitimieren, indem er ihn mit Antisemitismus gleichsetzt.“

Wie aber kommt man dazu, die politischen Ideen des Antizionismus mit der rassistischen Ideologie des Antisemitismus gleichzusetzen? Warschawski antwortet:

„Eine europäische Gruppe zionistischer Intellektueller hat die Lösung gefunden, indem sie das Unterbewusste ins Spiel bringt und ein Konzept einführt, mit dem man alles beweisen kann: nämlich das der ‚semantischen Verschiebung’. Wenn man den Zionismus anklagt oder auch Israel kritisiert, dann geht es einem, manchmal unbewusst, nicht um die Politik einer Regierung (der Regierung Sharon) oder um den kolonialistischen Charakter einer politischen Bewegung (des Zionismus) oder, mehr noch, den institutionalisierten Rassismus eines Staates (Israel), sondern um die Juden. Wenn man sagt: ‚Die Bombardierungen der Zivilbevölkerung sind Kriegsverbrechen’, oder: ‚Die Kolonisierung ist eine flagrante Verletzung der Vierten Genfer Konvention’, meint man in Wirklichkeit: ‚Das jüdische Volk ist verantwortlich für den Tod von Jesus Christus’ und ‚Tod den Juden’!

Natürlich könne man auf ein solches Argument nichts erwidern, führt Warschawski weiter aus, denn jede Antwort gerate, vielleicht unbewußt, zur Verteidigung des Antisemitismus:

„Das Argument der Bedeutungsverschiebung und der Rückgriff auf das Unterbewusste in der politischen Polemik beendet jede Möglichkeit der Debatte, egal zu welchem Thema im Übrigen. Die Verurteilung des Kolonialismus wird zu einer Verurteilung des Engländers (oder des Franzosen oder des Deutschen, je nachdem), seiner Kultur und seiner Existenz. Auch den Antikommunismus gibt es nicht, er ist eine Wortbedeutungsverschiebung für den Slawenhass. Wenn ich sage: ‚Ich mag keinen Camembert’, denke ich in Wirklichkeit: ‚Tod den Franzosen!’; wenn ich erkläre, jiddische Musik zu mögen, sage ich mittels semantischer Verschiebung, dass ich die Araber hasse…"

Die semantische Verschiebung ist inzwischen so weit gediehen, daß pro-zionistische Kreise auch Gegner der US-amerikanischen Staats-und Regierungspolitik als Antisemiten bezeichnen; sowie Personen, die sich mit der weltweiten Entfaltung des Finanzkapitals befassen; oder auch Menschen, die dem neokonservativen Verschwörungsmärchen über die Attentate vom 11. September 2001 keinen Glauben schenken.

Ein Fall von vielen: In Der Welt, der Hamburger Morgenpost und der Financial Times wurden kürzlich Teilnehmer an einer Anti-Kriegskonferenz des Antisemitismus bezichtigt, darunter ich.

Was tun?

Norman Finkelstein, Antizionist, zur Zeit eine der prominenten Zielscheiben der pro-zionistischen Kampagne, hat in einem Interview auf diese Frage geantwortet: "They call me names – so what?" Sie beschimpfen mich – na und?

Michael Neumann holt etwas weiter aus:

“... da wir gezwungen sind, uns gegen die [jüdischen] Siedlungen [in Palästina] zu stellen, sind wir auch gezwungen, antisemitsch zu sein. Durch definitorische Inflationierung ist eine bestimmte Form von ‚Antisemitismus’ zur moralischen Pflicht geworden.

Es kommt noch dicker, wenn Antizionismus als antisemitisch gestempelt wird, weil die Siedlungen, selbst wenn sie keine elementare Hoffnung des jüdischen Volkes darstellen, dennoch eine völlig einleuchtende Weiterung des Zionismus sind. Sich ihr entgegen zu stellen, ist  tatsächlich antizionistisch, und der erweiterten Definition zufolge antisemitisch. Je mehr Gegnerschaft zur israelischen Politik er einschließt, desto besser sieht der Antisemitismus aus. Angesichts der dem Zionismus zuzurechnenden Verbrechen gilt ein .. einfacher Syllogismus: Antizionismus ist eine moralische Pflicht. Wenn aber Antizionismus Antisemitismus ist, dann ist Antisemitismus eine moralische Pflicht.“ (1)

Wörter ändern ihre Konnotation. Die „Dirne“, einst neutral für „Mädchen“, bedeutet heute „Prostituierte“. „Weib“, abwertend geworden, wurde durch „Frau“ ersetzt. Die Juden, eine Glaubensgemeinschaft, wurden so lange diskriminiert, bis diese Bezeichnung für sie wie ein Schimpfwort klang. Sie ersetzten „jüdisch“ durch Selbstbezeichnungen wie „israelitisch“, „hebräisch“ oder „mosaisch“. Erst mit dem Erstarken des Staates Israel und ihrem sozialen Aufstieg in Ländern wie Frankreich und den USA kehrten die Juden zur ursprünglichen Bezeichnung zurück, und „Jude“ als Schimpfwort hört man heute allenfalls in Fußballstadien.

Warum nicht dem Beispiel der Geusen folgen, die, als  „gueux“ (Bettler) beschimpft, sich selber „gueux“, (niederlandisiert: Geuzen) nannten? Oder dem Beispiel der Vietnamkriegsgegner, von Springer 1967/68 so lange als kleine radikale Minderheit beschimpft, bis sie auf dem Marsch zum Springer-Hochhaus schließlich selbst skandierten: "Wir sind  – eine – kleine – radikale Minderheit!“

Wenn es sich herumspricht, könnte also schon bald die Selbstverteidigungsparole lauten:

 „Antisemiten aller Länder – vereinigt euch!“

Und die Friedensjuden laufen vorneweg mit einem Schild um den Hals: "Ich bin ein Selbsthasser."

T:I:S, 21. Februar 2010

Anmerkung

(1) Michael Neumann: What is Antisemitism? CounterPunch, June 4, 2002:

“... since we are obliged to oppose the settlements, we are obliged to be antisemitic. Through definitional inflation, some form of 'antisemitism' has become morally obligatory.

It gets worse if anti-Zionism is labeled antisemitic, because the settlements, even if they do not represent fundamental aspirations of the Jewish people, are an entirely plausible extension of Zionism. To oppose them is indeed to be anti-Zionist, and therefore, by the stretched definition, antisemitic. The more antisemitism expands to include opposition to Israeli policies, the better it looks. Given the crimes to be laid at the feet of Zionism, there is another simple syllogism: anti-Zionism is a moral obligation, so, if anti-Zionism is antisemitism, antisemitism is a moral obligation.“

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/judaeophobie.htm#Bedeutung

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Tobias Audersch

Rechtsextreme und antisemitische Protagonisten der Verschwörungstheorien zum 11. September 2001

mosaik911.de, .pdf-Datei ohne Datum (jedenfalls nach 2007), T:I:S, 19. Januar 2010

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/judaeophobie.htm#Audersch    

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Nahida Izzat

Über Antisemitismus

Nahida Izzat, Palästinenserin und Muslimin, lebt in Großbritannien. Zum Einen belegt sie, daß Zionisten den Antisemitismusvorwurf so häufig so unberechtigt erheben, daß der Begriff untauglich zu werden droht. Auch liefert sie eine überzeugende Erklärung für den im Nahen Osten verbreiteten Haß nicht nur auf die israelische Regierung, sondern auch auf die jüdisch-israelische Bevölkerung, ein Haß, der vom Haß auf Juden generell streng zu unterscheiden ist.

 Zum Anderen vermag sie keinen grundsätzlichen Unterschied zwischen Antisemitismus und anderem Rasssismus zu erkennen. Das mag für den inzwischen im Nahen Osten (nicht jedoch im Iran) verbreiteten Judenhaß gelten. In Europa hat der Judenhaß Konnotationen, die ihn von anderen Rassismen unterscheiden, etwa die, Juden seien begabter als andere Menschen (1); in einer kulturalistischen Variante kürzlich etwa so der Bundesbanker Thilo Sarazzin. (2) Der Rassismus gegen Afrikaner, Araber, Aborigines u.s.w. behauptet dagegen von den Betroffenen, sie seien dümmer als Mitteleuropäer. 

Die deutschen Nazis schließlich haben Juden mit nahezu allem assoziiert, was deutschen Kapitalisten Sorgen bereitet: mit existenzgefährdender Spekulation, hohen Sollzinsen, der britischen und der US-amerikanischen Konkurrenz, mit Sozialisten und Kommunisten. Andere Rassismen decken ein schmaleres Spektrum ab.

tlaxcala, Übersetzung von Ellen Rohlfs, Quelle: About anti-Semitism, T:I:S, 11. Oktober 2009

Anmerkungen

(1) Zur Schwierigkeit oder sogar Unmöglichkeit, die durchchnittliche Intelligenz von Ethnien festzustellen, siehe Intelligenzquotient 

(2) Thilo Sarrazin schreibt im Gespräch (Klasse statt Masse. Von der Hauptstadt der Transferleistungen zur Metropole der Eliten. Lettre international 86) den russisch-jüdischen Migranten höhere Talente zu als anderen Migranten oder Deutschen. Der Zentralrat der Juden in Deutschland revanchierte sich mit einer Äußerung, die eher für das Gegenteil spricht: 

„Ich habe den Eindruck, dass Sarrazin mit seinem Gedankengut Göring, Goebbels und Hitler große Ehre erweist“, sagte der Generalsekretär des Zentralrates, Stephan Kramer, am Freitag in Berlin. „Er steht in geistiger Reihe mit den Herren.“ 

Oder fehlt's beim Zentralrat gar nicht am Jüdischen, sondern am Russischen?

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/judaeophobie.htm#Izzat   

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Juan Cole

Ahmadinejad Spews Raving Lunatic Anti-Semitism on 'Jerusalem Day'

Juan Cole, 19. und 21. September 2009

Zuschrift zu Coles Philippika 

At 8:38 PM,  Navid said...

    Dear Professor Cole,

    I read the Persian transcript of Ahmadinejad's speech and I noticed several misinterpretations of it in your account. Some of them are context-related errors, but others are outright mistranslations.

   
1.Where he says "After the First World War, they abused..." he does not make a reference to the jews or even to Zionists.the word"they" doesn't actually exist in the farsi text, but instead a mini-pronoun in the form of a suffix to the verb is used which works as an unprecursed pronoun and is usually used to make passive sentences in persian. In persian it sounds more like: " the mandatory custody of palestine was given to Britain". So, based on his actual words, he is not suggesting that the Zionists where behind the mandatory takeover of Palestine by Britain. In fact there exists a popular old conspiracy theory in the middle east about the foundation of israel, which suggests the exact opposite of what you accuse ahmadinejad of saying. It suggests that the jewish people were "manipulated" by Britain rather than manipulated Britain, for the purpose of establishing a proxy state which would protect the interests of the colonial powers in the Suez canal and elsewhere in the middle east (which by the way, given the actual history that you mentioned, does indeed seem to have been a smart decision on the part of the Brits).Anyway, It's not at all like the anti-semitic conspiracy theories in the west.

   
2. He doesn't say "They institutionalized two slogans. One was the innocence of the Jews." He said "Mazloomiat e ghom e yahood". "Mazloomiat" is the state of being oppressed. The closest English translation I can think of is "Victimhood". to translate "mazloomiat" into "innocence" sounds to me like a very conscious twisting of the meaning. if you question someone's "innocence", you are suggesting that they are "guilty" , whereas if you question someone's victimhood, you are just questioning a narrative of "what others have done to them".


    
3. "dast-andar-kaar" does not mean perpetrators. it means "facilitators" or "masterminds", and "Hamiyan" doesn't mean "protectors" . it means "Supporters" which clearly refers to western powers.and these are the ones he associates with" 500 years of plundering". He doesn't add the "perpetrators" to the list of the corrupt until a few lines later , So your interpretation that he blames the Jews for the European colonial history seems to be inaccurate.
     
At 8:39 PM,  Navid said...

    
4. He clearly states that he distinguishes between the jewish people and the leaders of the zionist movement. But even then, most of his villifying references are directed at the european colonial powers, for example where he says:" They themselves perpetrate anti-semitism, and then pretentiously rally in support of the Jewish people!"

    
5. You wrote:
    "In other words, he is saying, all of modern history (possibly from the Portuguese conquest of Goa) and certainly the British conquests during WW I, the Nazi persecution of Jews, and last year's American presidential race, has been the unfolding of a secret Jewish plot, wherein "Zionists" control everything that happens."

    Even though he has clearly distinguished the Jewish people from Zionists, and has deplored the latter for betraying the principles of Judaism, you accuse him of hinting at the unfolding of "a Jewish plot" ?My understanding is that "classical anti-semitism" is the idea that there is a quintessential element in every real Jew, whereby they all aspire to collectively dominate the world. He says a renegade band of corrupt politicians who have betrayed the Jewish culture are responsible for some atrocities ( which doesn't include the Portuguese conquest of Goa and the British conquests during WW I even according to him) and you still call him a classical anti-semite?

   
6. A minor translation error: He doesn't say "Four or five years after WWII". he just says "after WWII" (According to the existing transcripts)

    Finally, it is really frustrating for me as an Iranian to see people in the west see my country through the prism of their own history and culture. Until I moved to the US a few years ago, I wasn't quite aware of antisemitism as a prevailing modern social phenomenon. For me it was always a matter of distant European history .I learned about modern european and American antisemitism here from TV and the movies, and I was and still am shocked by how many Americans hate Jews " just because they exist.. because they breath..." Antisemitism simply never existed in any form in my life while I was in Iran. I'm all the more proud of this because this is despite the fact that criticism of Israel is a very important part of the public political debate there.
    I'm glad you have observed that the majority of Iranians do not believe in any form of antisemitic conspiracy theory, but as a person who has lived with and spoken to all kinds of Iranian people including religious hardliners-the kind of people who would now be supporters of Ahmadinejad- I think I can add to that the observation that antisemitism of the form that has poisoned the west does not exist even among the majority of religious hardliners of Iran.

    I totally agree that Ahmadinejad is a deplorable jackass who needs to be put out of power for the good of us all, but people often get the reasons wrong.

T:I:S, 22. September 2009. Unredigiert. Dank an Schmidt-Polyglott. Siehe auch Bundeszentrale für politische Bildung

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/judaeophobie.htm#Cole  

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Alles Antisemiten!

Quelle: menassat, ähnlich hier. Offenbar in einer jüdischen Siedlung auf der palästinensischen Westbank aufgenommen. Wetten, daß Obama das nicht auf sich sitzen läßt und beweisen wird, daß er ebenso wie Merkel zum Massaker-Staat Israel hält, komme, was da wolle?

T:I:S, 15. August 2009. Dank an Schmidt-Polyglott    

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/judaeophobie.htm#AllesAntisemiten 

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Georg Meggle

Wer ist Antisemit?

Ein philosophischer Versuch

 telepolis / heise, 8. Dezember 2008. Siehe auch Kriegs-Lobby

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Aufsatz von bleibendem Wert

Ausnahmeregeln für Israel. Das Europäische Beobachtungszentrum von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit hat im Januar 2005 eine Definition für Antisemitismus abgegeben. Nun könnte das unausgereifte Papier zum Maßstab für praktische Politik gemacht werden. Knut Mellenthin

Siehe dazu Scharons Hexenküche, Eine verwerfliche Studie über Antisemitismus in Europa, vom 16. Dezember 2003

T:I:S, 12. Juli 2008

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Olmert Antisemit? Nein: Roßtäuscher

Die Welt staunt: Israels Premier lässt mit Syrien und dem Libanon verhandeln, er billigt sogar eine dank ägyptischer Hilfe ausgehandelte Waffenruhe mit der Hamas. Jeder Außenstehende, der noch vor 14 Tagen Derartiges gefordert hätte, wäre der Unterstützung des Terrorismus oder schlimmstenfalls des Antisemitismus bezichtigt worden. 

Sabine Kebir

Freitag, T:I:S, 30 Juni 2008

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Thomas Immanuel Steinberg

Werner Bergmann, Experte

Der Innenausschuß des Bundestags wird am 16. Juni 2008 Sachverständige zum Thema Antisemitismus* in Deutschland anhören. Werner Bergmann, einer der Sachverständigen, hat bereits ein Papier zur Entwicklung des Antisemitismus in Deutschland eingereicht; Bergmann ist Professor für Soziologie am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin.**

 

Bergmanns Ergebnis, .pdf-Datei, gleich vorweg: Wie sich der Antisemitismus in Deutschland entwickelt hat, sei schwer zu sagen. 

So dünn wie das Ergebnis, so ärgerlich das Herangehen, mit dem Bergmann und sein Berliner Forschungsinstitut gern mehr über Antisemitismus in Deutschland herausgefunden hätten.

Erstes Beispiel: Ausnutzung

Eine Behauptung, die den Befragten zur Zustimmung oder Ablehnung vorlag, lautete:

Die Juden nutzen die Erinnerung an den Holocaust heute für ihren eigenen Vorteil aus.

Eine Zustimmung sollte eher auf Antisemitismus, eine Ablehnung eher auf keinen Antisemitismus schließen lassen. Dazu:

  1. Der Satz ist schlechtes Deutsch.
  2. Die Behauptung enthält die Unterstellung, daß über „die Juden“ eine sinnvolle Aussage möglich sei: Für den Befragten besteht keine Möglichkeit, auf diesen rassistischen oder kulturalistischen Unsinn hinzuweisen; er muß sich für die eine dämliche, oder die andere, ebenso dämliche Aussage entscheiden. Wie er sich entscheidet, hängt dann von Zufallsgrößen wie dem individuellen Grad an Trotz oder Angepaßtheit in der einen oder irgendeiner anderen Richtung ab.
  3. Unter Juden gibt es eine Gruppe, Zionisten, die beanspruchen, für alle Juden zu sprechen. Der Holocaust dient diesen Zionisten als Rechtfertigung für die israelische Staats- und Regierungspolitik und für die Sicherheits-, Rüstungs- und Kriegsforderungen der US-amerikanischen Anti-Palästina-Lobby. Diese Zionisten erklären nahezu jeden Gegner zum Antisemiten. Sie setzen die Erinnerung an den Holocaust für die eigene Sache ein und geben vor, das sei die jüdische Sache.
    Gar mancher dürfte ihrer Propaganda Glauben schenken, sie für die Juden halten, und, in der Befragung zu einer Entscheidung gezwungen, das unsinnige Statement über die Juden, die die Erinnerung an den Holocaust ausnutzen, bejahen. Ob, wer so antwortet, Antisemit ist, bleibt dabei völlig offen.

Der Soziologie-Professer Werner Bergmann hat die Reaktion auf dieses Statement in Deutschland zwischen 1990 und 2002 aufgelistet. In genau diesen Zeitraum fällt eine wachsende Vereinnahmung aller Juden für die israelische Staats- und Regierungspolitik und für die anti-palästinensische US-amerikanische Sicherheits-, Rüstungs- und Kriegslobby. 

 

„Die Juden nutzen die Erinnerung an den Holocaust heute für ihren eigenen Vorteil aus“

(Antworten in %)

Jahr

stimme voll-kommen zu

stimme eher zu

stimme eher nicht zu

stimme überhaupt nicht zu

k. A./weiß nicht

1990

11

28

27

15

20

1994

15

24

27

13

18

2002

20

32

20

10

18

Das Ergebnis verwundert nicht. Und es sagt nichts über die Entwicklung des Antisemitismus in Deutschland aus.

Zweites Beispiel: Scham

Werner Bergmann bedauert,

trotz aller öffentlichen und schulischen Beschäftigung mit dem Holocaust [sei] der Anteil der Befragten, der Scham über die Verbrechen von Deutschen an den Juden äußert, im letzten Jahrzehnt nicht größer geworden.

Dazu:

  1. Diese Behauptung, ebenso wie weitere Behauptungen Bergmanns, enthält die Gegeneinanderstellung von Deutschen und Juden ohne Rücksicht darauf, daß es deutsche Staatsangehörige gibt, die sich als Juden verstehen. Wer von diesen Deutschen sollte Scham empfinden für Verbrechen, die andere Deutsche an jüdischen Deutschen oder Nicht-Deutschen begangen haben?
  2. Warum sollte überhaupt jemand Scham empfinden für Verbrechen, an denen er schon des Zeitpunkts wegen nicht beteiligt war? Trauer – gewiß. Verantwortung für heutiges Verhalten? – Vielleicht. Aber wozu Scham? Bergmann bedauert offenbar, daß manche Leute weder vaterländisch, noch gar nationalistisch gesonnen sind, denn nur aus einer derartigen Haltung kann sich Scham für vorgeburtliche vaterländische Verbrechen speisen.
  3. Selbst wenn die Verbrechen zu Lebzeiten begangen wurden, wie die deutschen Verbrechen gegen Jugoslawien 1999, gegen Afghanistan seit 2001 und gegen den Irak seit 2003: Warum sollte jemand, der die Verbrechen verurteilt, sich für Scharping, Merkel oder eine Kampfpilotin der Bundeswehr schämen? Weil er Deutscher ist?

Mein Gott, wie dumpf. 

Drittes Beispiel: Gleichberechtigung

Bergmann schreibt:

Obwohl ausdrücklich danach gefragt wird, ob die in Deutschland lebenden Juden … die gleichen Rechte wie den (sic!) übrigen Deutschen“ (sic!) haben sollten, werden sie von fast einem Viertel der Bevölkerung nicht als gleichberechtigte Staatsbürger anerkannt.

Dem Grammatik- und Zeichensetzungs-Kuddelmuddel entspricht das Chaos im Kopf: Nicht die Befragten, die Frage ist wirr. Wenn von in Deutschland lebenden Juden die Rede ist, so bleibt einfach unklar, ob es sich um deutsche oder nicht-deutsche Staatsbürger handelt, selbst wenn danach überraschend von den übrigen Deutschen die Rede ist (siehe auch hier). Umso mehr, als in anderen Fragen des Forschungsinstituts Juden und Deutsche wie einander ausschließende Gruppen präsentiert werden.

Den Professor und neun weitere Experten für das, was sie Antisemitismus nennen,  will der Innenausschuß des Bundestags am Montag, dem 16. Juni 2008 in Berlin hören. Die Sitzung ist öffentlich, .pdf-Datei. 

T:I:S, 12. Juni 2008 

* Der Begriff Antisemitismus ist eine Schöpfung zunächst von Araber- später von Judenhassern. Er sollte durch den Begriff Judäophobie oder den Begriff Judenhaß ersetzt werden. Doch die Forscher wollen nicht von ihm lassen.

** Werner Bergmann ist mitverantwortlich für eine verwerfliche Studie über Antisemitismus in Europa aus dem Jahre 2003, siehe Scharons Hexenküche

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Das ging schon wieder ins Auge 

Auf Welt Online / Debatte legt sich einer ins Zeug für die Baha'i-Religion, die im Iran diskriminiert werde. Baha'i jedoch verbreitet, wie einst die Nazis und vor ihnen die christlichen Judenhasser, Jesus habe "bereits vor 2000 Jahren das alte mosaische Gesetz 'Aug’ um Auge, Zahn um Zahn' durch das christliche Gebot der Feindesliebe ersetzt." Und wer verweist zustimmend auf den Welt-Online-Artikel? Die Broderliner

Zum tatsächlich fortschrittlichen Beitrag des sogenannten Talionsrechts siehe Aug' um Auge

T:I:S, 21. April 2008

Und wenn's gegen den Iran geht, wird Judäophobes mehrfach übersehen, siehe Broderliner vom 25. Mai 2008, T:I:S, 25. Mai 2008

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Alfred Hackensberger...

erklärt auf telepolis für erstaunlich, daß im Iran die größte nahöstliche jüdische Gemeinde außerhalb Israels lebt, habe sich doch Präsident Ahmadinedschad judäophob geäußert. Hackensberger kann indes keine einzige solche Äußerung nennen. 

Er erweckt zusätzlich den Eindruck, Algerien habe 1962 seine Juden in die Emigration getrieben: 

[In] Algerien nahm die Regierung 1962 den Juden ihre ökonomischen Rechte, worauf 120.000 nach Frankreich emigrierten.

Was er unterschlägt: Das Décret Crémieux von 1870 spaltete die autochtone algerische Bevölkerung in Juden und Nichtjuden: Alle Juden erhielten die französische Staatsbürgerschaft, den nicht-jüdischen Berberisch- und Arabischsprachigen wurde sie verweigert, obwohl Algerien ganz offiziell Teil Frankreichs war: Sie behielten den "Eingeborenen-"Status minderen Rechts. 

Die Folge: Die (ehemals) algerischen Juden wurden, zusammen mit den nicht-algerischen französischen Juden und den übrigen Algerienfranzosen von der algerischen Revolutionsregierung als das behandelt, was sie staatsbürgerrechtlich waren: als Franzosen, also als Angehörige des Kolonisatoren-Volkes.

T:I:S, 5. April 2008

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Charlotte Knobloch

Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, schlug mehr Begegnungen zwischen Juden und Nichtjuden und zwischen Israelis und Deutschen vor. So könnten Vorurteile abgebaut werden.

Tatsächlich finden ständig Begegnungen zwischen Juden und Nichtjuden, zwischen Israelis und Deutschen statt. Josiane Olff-Nathan trifft Günter Schenk, Fanny-Michaela Reisin trifft Sophia Deeg, Michel Warschawski trifft Hanna Mittelstädt, Shir Hever trifft Irene Zeit, Moshe Zuckermann trifft Christoph Jünke, Judith Butler trifft Eric Hazan, Jeff Halper trifft Marie-Dominique Vernhes  - nur eine ist nie dabei: Charlotte Knobloch. 

Treffen sich da, zumeist sehr subtil, Judenhasser mit jüdischen Selbsthassern? Ob Jud', ob Christ, ob Atheist - die sich da treffen, sind alle irgendwie links. 

Charlotte Knobloch hat wirklich ein Problem, das auch hellere Köpfe mit ihr teilen: Sie ist rechts und hat Vorurteile gegen Juden und Nichtjuden, Deutsche und Israelis. 

Wer hilft ihr da raus?

T:I:S, 27. März 2008. Dank an Schmidt-Polyglott

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Thomas Immanuel Steinberg

Judenhaß einst hier und jetzt dort

Die  deutsche Judäophobie vor Hindenburgs Machtübergabe an die Nazis richtete sich gegen eine inländische Minderheit von 500 000 Leuten, die weder besonders viel Macht, noch besonders viel Kapital hatte. Die meisten Juden waren Angestellte oder Selbständige in Berufen wie Verkäufer, Vertreter, Viehhändler, Kleingewerbetreibender, Textilhändler, Journalist, Schauspieler, Musiker, Arzt oder Anwalt. Nur wenige Juden besaßen große Warenhäuser oder Warenhausketten. In Randbereichen der Industrie gab es einige reiche Juden, zum Beispiel den Gummiwarenhersteller Fromm mit seiner Produktion von Präservativen. Die Mehrzahl der Juden trat für Frieden ein.

Der heutige Judenhaß in muslimischen Ländern richtet sich gegen den bestbewaffneten Kleinstaat der Welt, der sich auf Rüstungs- und Repressionstechnologie ausgerichtet hat. Der Staat hält Gebiete besetzt, die ihm nicht gehören, und unterdrückt jeden Widerstand. Er überfällt Nachbarländer und verlangt nach Krieg in entfernten Regionen. Seine jüdischen Bewohner billigen überwiegend Krieg und Repression und beteiligen sich daran. Hinter dem israelischen Staat steht vorbehaltlos die Weltmacht USA, die für Rüstung genau soviel aufwendet wie die ganze übrige Welt und ununterbrochen fremde Länder überfällt und unterdrückt. Die offiziellen Vertreter der Juden in Deutschland, Frankreich und den USA unterstützen die israelische Kriegs- und Repressionspolitik und billigen die Überfälle der USA, Frankreichs und Deutschlands.

Wer den heutigen muslimischen Judenhaß mit der Judäophobie vor 1933 in Deutschland gleichsetzt, verwechselt den Haß gegen eine wehrlose Minderheit mit dem Haß auf die Klaue eines Monsters.

T:I:S, 6. Februar 2008

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Ein Interviewer von MSNBC zitiert Ahmadinedschad zweimal falsch, und Ahmadinedschad antwortet zweimal recht schlau. Video, 7 Minuten, bisher 312 000 mal angeklickt. Außerdem: Ahmadinejad DID NOT threaten to "wipe Israel off the map." Video, 2 Minuten. T:I:S, 16. Januar 2008

Zu den kriegspropagandistischen Falschübersetzungen der Ahmadinedschad-Äußerungen siehe auch Bundeszentrale für politische Bildung. T:I:S, 15. Januar 2008

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Phobisch: Micha Brumlik

 Sechs Beispiele


1. Islamophobie 

"Wie zuvor, auch das mag richtig sein oder falsch; Brumlik wendet nichts gegen die ... Über zwanzig Leute haben die Gemeinheit unterschrieben, u.a. Brumlik. ..."
www.steinbergrecherche.com/islamophobie.htm

2. Moishe Postone 

"Auch Micha Brumlik, sonst klaren Kopfes, stimmte in den Singsang ein, und zwar so. Brumlik kreidete dem Moralphilosophen Ted Honderich in seinem Buch über ..."
www.steinbergrecherche.com/postone.htm

3. Norman Paech 

"Norman Paech fragt Micha Brumlik: „Ist Ihnen einmal der Gedanke gekommen, dass eine derart ..... Es folgt der offene Brief von Norman Paech an Brumlik. ..."
www.steinbergrecherche.com/frpaech.htm

4. Schnipsel

"Auch nimmt Brumlik offenbar die Kommerzpresse-Wiedergabe der Äußerungen Ahmadi ... Rolf Verleger und Michal Bodemann antworteten Brumlik in der Maiausgabe ..."
www.steinbergrecherche.com/schnipsel.htm

5. Knut Mellenthin 

"von Micha Brumlik "informieren" oder inspirieren lassen, der am Freitag wahrheitswidrig in der TAZ schrieb: "Hisbollah quält Israel seit Monaten mit ..."
www.steinbergrecherche.com/frmellenthin.htm

6. Judäophobie 

"Dr. Micha Brumlik, Dr. Hans-Peter Raddatz (Orientalist), RA Albert Meyer, Nasrin Amirsedghi (Publizistin), Bärbel Bohley (Malerin u. Bürgerrechtlerin), Prof ..."
www.steinbergrecherche.com/judaeophobie.htm

T:I:S, 30. November 2007

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Thomas Immanuel Steinberg

Wie Judäophobie herbeigefragt wird

Stellen Sie sich vor, Sie seien Sozialwissenschaftler, und eine Kollegin wollte die Haltung deutscher Jugendlicher zu den Sinti und Roma ermitteln. Sie schlägt die Frage vor: 

Stimmen Sie folgender Aussage zu, oder lehnen Sie sie ab: 

"Die in Deutschland lebenden Sinti und Roma sollten in allen Bereichen die gleichen Rechte haben wie die übrigen Deutschen."

Was würden Sie der Kollegin raten? Sie würden darauf aufmerksam machen, daß die Frage verwirren könnte. Denn nicht alle in Deutschland lebenden Sinti und Roma sind Deutsche. Und in Deutschland lebende Nicht-Deutsche haben keineswegs die gleichen Rechte wie Deutsche, egal ob Sinti, Roma oder Hopi-Indianer.

Daher würden Sie raten, die Frage umzuformulieren, zum Beispiel so: 

Stimmen Sie folgender Aussage zu, oder lehnen Sie sie ab:

"Die Sinti und Roma mit deutscher Staatsbürgerschaft sollten in allen Bereichen die gleichen Rechte haben wie die übrigen deutschen Staatsbürger."

Die andere Möglichkeit, daß auch die in Deutschland lebenden Sinti und Roma mit anderer als deutscher Staatsangehörigkeit die gleichen Rechte haben sollten wie die in Deutschland lebenden deutschen Staatsbürger, läge wohl jenseits des politischen Horizonts der meisten Befragten.

Die Kollegin würde also umformulieren, es sei denn, sie wollte auf jeden Fall verkünden können, Jugendliche, oder ein erheblicher Teil von ihnen, hätte was gegen Sinti und Roma. Dann würde sie es bei der unklaren Formulierung belassen.

Tatsächlich hat die die Sozialwissenschaftlerin Barbara Schäuble im Rahmen der "Aktionswochen gegen Antisemitismus" zum 9. November 2007 eine von der Amadeu-Antonio-Stiftung gefertigte Studie vorgestellt. Deutsche Jugendliche seien mit der Aussage konfrontiert worden:

"Die in Deutschland lebenden Juden sollten in allen Bereichen die gleichen Rechte haben wie die übrigen Deutschen."

 Und, siehe da – was vorne reingesteckt wurde, kam hinten raus: Über 20 Prozent lehnten die Aussage ab.

„Irgendetwas müsse doch faul sein an den Juden. Sonst hätte man sie im Dritten Reich doch nicht verfolgt - so oder ähnlich argumentierten erstaunlich viele Jugendliche“, faßte Sarah Stricker in der taz das Ergebnis der Studie zusammen. Konkret schrieb alles ab von der einst geschmähten Kinder-FAZ.

Faul sind solche Sozialwissenschaftlerinnen, und faul sind solche Journalisten. Sie faulen in Gesellschaft, siehe Hexenküche und Forschung in Leipzig.

T:I:S, 30. November 2007

Finn Prenzlberg gibt zu bedenken: ich finde den einwand, dass die frage falsch gestellt ist, richtig, aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob dass der grund ist, weswegen die befragten mit "nein" antworten. denn auch bei mir hat es bei dem sinti-und-roma-beispiel nicht sofort geklickt. einerseits anzunehmen, dass die forderung, alle menschen, die in diesem land wohnen, sollten die gleichen rechte haben, nicht im denken der menschen vorkommt, aber andererseits zu unterstellen, sie träfen diese unterscheidung bei der beantwortung der frage, scheint mir nicht schlüssig. T:I:S, 4. Dezember 2007

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Bessere Zeiten


Das Einstein am Schopenstehl 32, Kontorhausviertel, Hamburg                                                     Foto: tofoto

Früher, als alles judäophob durchseucht war, schrieben Leute, die Trotzki nicht mochten: Leo Trotzki, geboren als Lew Dawidowitsch Bronstein. Man sollte verstehen: Der Revolutionär war Jude. Wenn sie dagegen jemand leiden konnten, der Jude war, dann unterließen ließen die gleichen Leute geflissendlich solchen Hinweis.

Wir leben gottlob in besseren Zeiten. Heute, wo jedes Schulkind weiß, daß Albert Einstein jüdischer Herkunft war, eröffnet einer seine Gaststätte im schönsten Barockhaus Hamburgs unter dessen offenbar werbewirksamem Namen. Oder: Bespricht einer im Wirtschaftsteil der unternehmerfreundlichen Frankfurter Allgemeinen eine Biographie von Ludwig von Mises, so leitet er die Vita dieses ultraliberalen adligen Stinktiers sympathieheischend ein mit dem Satz: „Von Mises wurde 1881 in Lemberg in eine angesehene jüdische Familie geboren...“(1) 

Gleich unter der Rezension verreißt ein anderer Autor eine faktenreiches Buch über die Verwüstung, die die ultraliberale Chicagoer Schule der von-Mises-Adepten inzwischen angerichtet hat: Auch einige wohlwollende Rezensenten hätten bemerkt, daß dieses antiimperialistische Werk „im Kern eine Verschwörungstheorie präsentiert, quasi ‚Protokokolle der Weisen von Chicago’“. Auch der Oberweise von Chicago, Milton Friedman, war Jude.

Autorin der angeblichen Verschwörungsfantasie ist Naomi Klein. Der zutreffende, also denkbare Hinweis auf Kleins jüdische Herkunft fehlt. Die modische Judäophilie ist allermodernster Judäomanie gewichen.

T:I:S, 14. Oktober 2007

Anmerkung

(1) Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. Oktober 2007, S. 22

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Ali Quli Qarai

Lost In Translation: Ahmadinejad And The Media

Der iranische Gelehrte Ali Quri Qarai verdeutlicht der westlichen Welt, wie kultivierte Menschen mit Meinungsäußerungen aus anderen Sprachräumen umzugehen hätten; hier mit denen von Ahmadinedschad. Stichworte: Homosexualität im Iran und in den USA; Israel muß aufhören zu existieren; Holocaust-Mythos.  

Information Clearing House, T:I:S, 29. September 2007

Siehe auch Der Iran und seine Juden, Zitate, Äußerungen, Bank, Falsch zitiert und vor allem Kriegstreiber

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Der Iran und seine Juden

Der iranische Präsident Ahmadinedschad ist vielfach falsch zitiert worden. Tatsächlich hat er sich weder judäophob geäußert, noch die Vernichtung der europäischen Juden geleugnet. Vielmehr hat er das zionistische Regime verurteilt und darauf hingewiesen, daß ein staatliches Verbot von Tatsachenbehauptungen, auch ein Verbot offensichtlich falscher Tatsachenbehauptungen, erkenntnisfeindlich ist. Auch das staatliche Verbot der Leugnung eines offensichtlich begangenen Massenmordes schadet der Wahrheitsfindung. 

Siehe Arbeiterfotografie , hier, hier , hier und hier ; kritisch Knut Mellenthin ; sowie "Does Iran's President Want Israel Wiped Off The Map - Does He Deny The Holocaust?" By Anneliese Fikentscher and Andreas Neumann. Information Clearing House 

Nun berichtet Jonathan Cook*: In Ahmadinedschads Iran leben unbehelligt 25 000 Juden. Und nicht nur das: Sie wollen partout nicht weg, schon gar nicht nach Israel – zum Ärger der israelischen Zionisten, die ihren entfernten Verwandten sogar mit Einwanderungsprämien gewunken haben. 

Jonathan Cook auf Englisch; und nochmals auf Englisch; Jonathan Cook auf Französisch (.doc-Datei)   

Das Wall Street Journal berichtet von Millionen  Zuschauern einer iranischen Fernsehserie über Verfolgung und Vernichtung der europäischen Juden. Es hadert sichtlich mit der Propagandalüge, die iranische Regierung sei judäophob. 

T:I:S, korrigiert am 15. September 2007

*Cook hat sich zu den Übersetzungen der Ahmadinedschad-Zitate kritisch geäußert, siehe Counterpunch. Die vorher hier von SteinbergRecherche aufgestellte Behauptung, er hätte die fehlerhaft übersetzten Zitate ungeprüft verbreitet, ist falsch. Dank für den Hinweis an Ingrid K. T:I:S bittet um Entschuldigung für den bösen Fehler, 15. September 2007 

Jonathan Cook ist unabhängiger Journalist in der arabisch-sprachigen Stadt Nazareth im Norden Israels. Er schreibt regelmäßig für Al-Ahram Weekly in Kairo, für den Daily Star in Beirut und für das al-Jazeera.net. Eines seiner Bücher heißt Blood and Religion: The Unmasking of the Jewish and Democratic State, Edition Pluto, London 2006

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Thomas Immanuel Steinberg

Ein Denkmal in der ganzen jüdischen Schweiz

Erinnerung an die verfolgten und ermordeten Juden des Berliner Viertels um den Bayerischen Platz

An einem Peitschenmast im Berlin-Schöneberger Bayerischen Viertel ein Schild mit Wasser, Strand, Wald und Himmel. 

Auf der Rückseite steht die Erklärung.

 

Überall im Bayerischen Viertel, einst jüdische Schweiz genannt, hängen solche Schilder. Sie erinnern an die Entrechtung, Vertreibung, Deportation und Ermordung der Berliner Juden unter Nazi-Herrschaft.

 


Wurstwaren

 

Die Kehrseite

 

Haltestelle?

 

Stelle zum Innehalten

 

19 Uhr

 

Eine der zahllosen weiteren Verordnungen

 

Das Bayerische Viertel wurde von der Berlinischen Boden-Gesellschaft (BBG) unter Salomon Haberland  zwischen 1900 und 1914 errichtet. Es hatte bis 1933 den größten Anteil an Juden von allen Berliner Vierteln. Mit der Machtübergabe 1933 an die Deutschnationalen und die Nazis begann die Ausgrenzung und Entrechtung der Juden. 1936, zur Olympiade, fürchteten die Nazis ausländische Kritik.

 

Es genügen...

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Bis heute überwiegen die bürgerlichen Häuser im Viertel. Eines aus dem Jahre 1910 ist recht gut erhalten.

 

Neben dem Eingang zur Kufsteiner Straße 18, über der Kellertreppe, befindet sich ein kleiner Erker.

 

 

Das war der Ausguck des Hausmeisters. Dienstboten mußten über eine Wendeltreppe von hinten in die Etagen klettern.

 

Herrschaftliche Orientierung am Treppenabsatz

 

Der Flur für die Herrschaften

 

Der Fahrstuhl, häßlich modernisiert, war einst, was der Name sagt: Man konnte darin sitzen. Ich bin oft mit ihm gefahren, denn meine Großeltern mütterlicherseits bewohnten in den Jahrzehnten nach ihrer Befreiung eine Vier-Zimmerwohnung im zweiten Stock. Die Seitenwände des Fahrstuhls waren verspiegelt. Beim Sitzen konnte man sich bis ins Unendliche vervielfacht sehen.

Ein Ehepaar, das seit 47 Jahren im Hause wohnt und sich an meine Großeltern erinnert,  ergänzt: Ein Schild im Fahrstuhl verbot den Mülltransport. Die Dienstboten mußten den Müll die Wendeltreppe hinunter schaffen. "Aber wer hat heute noch Dienstboten?"

Alle Fotos: tofoto. T:I:S, 8. August 2007

Mehr zum Denkmal im Bayerischen Viertel unter Wikipedia, Fernweh und Luise-Berlin. Unterm Bayerischen Platz kreuzen sich zwei U-Bahnlinien. Dank an Finn-Prenzlberg

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Ahmadinedschad-Zitate

Die US-Kommerzpresse, ebenso wie die israelische und die deutsche, zitiert unablässig Ahmadinedschad weiter falsch. LiveLeak, Video, englisch, 4 Minuten. 

Weit mehr zu den Ahamdinedschad-Zitaten unter Bundeszentrale für politische Bildung

T:I:S, 13. Juli 2007

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Wie du und ich

About anti-Semitism  
Contributed by Tom   
By Nahida

Wenn die Juden den Antisemitismus beseitigen wollen, müssen sie zunächst akzeptieren, wie die ganze übrige Menschheit behandelt zu werden:

1) Sie müssen jegliche intellektuelle Kritik tolerieren, die sich auf Israel als jüdischen Staat, auf den Zionismus als jüdische extremistische Ideologie und auf das Judentum als Religion bezieht. Denn das ist die Bedeutung der Freiheit des Wortes, und alles ist dabei einzuschließen; und zwar so lange als diese Freiheit nicht gebraucht wird, um andere zu schädigen, zu beleidigen, über sie zu lügen, sie zu verleumden oder sie lächerlich zu machen.

2) Sie müssen aufhören, auf der Exklusivität ihres Leidens zu bestehen - gleichermaßen bezüglich historischer Zeiten oder jüngerer Zeit (Holocaust); denn die ganze Menschheit hat im Verlauf der Geschichte und besonders auch während des Zweiten Weltkrieges gelitten.

3) Sie müssen aufhören, den Holocaust zu vergöttlichen, aufhören, ihn exklusiv jüdisch zu machen, aufhören, ihn unberührbar und wissenschaftlicher Untersuchung unzugänglich zu machen und aufhören, ihn in eine geheiligte Religion umzuwandeln.

4) Sie müssen akzeptieren, den gleichen Prinzipien von Recht und Gerechtigkeit unterworfen zu sein wie die gesamte übrige Menschheit.

Information Clearing House, T:I:S, 17. April 2007

Dank für die Übersetzung an Dr. B.

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Äußerungen des iranischen Präsidenten zu Israel

Wikipedia / Deutsch, Stand: 20.Januar 2007, hat die zahlreichen fehlerhaften Übersetzungen und Fehlinterpretationen der Äußerungen Ahmadinedschads zu Israel und zur Vernichtung der europäischen Juden aufgelistet und unter Angabe der Quellen halbwegs richtig gestellt. Eine korrekte Übersetzung findet sich hier.

Das Original der Rede Ahmadinedschads in Farsi findet sich bei der ISNA, Iranian Students News Agency und als .doc-Kopie bei Steinbergrecherche hier.  

T:I:S, 20. Januar 2007, ergänzt am 6. Februar 2008, T:I:S

Dank für den Hinweis an Hans Ph. Neidhardt

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Holländische Bank zitiert Ahmadinedschad 

Charles Robertson und Marc Cliffe von der ING Wholesale Banking schreiben in ihrer politisch-ökomischen Analyse unter dem Titel “Attacking Iran”auf Seite 12: 

Besondere Sorgen macht sich Israel, weil der Präsident Ahmadinedschad nahe gelegt hat, den zionistischen Staat von den Seiten der Geschichte zu löschen, was als völkermörderische Drohung eines Führers interpretiert worden ist, der bis August 2009 iranischer Präsident bleiben wird. Meir Dogan, Chef des Mossad (israelischer Gemeimdienst) sagte im Dezember 2006, Iran werde 2009 in der Lage sein, eine Atombombe zu bauen. Er hatte zuvor das iranische Atomprogramm als die „größte Gefahr“ für Israel seit seiner Gründung im Jahre 1948 bezeichnet – eine dramatische Äußerung ansgesichts der Beinahe-Zerstörung Israels 1973. (1)

ING Wholesale gehört neben Banken wie der Banque Bruxelles Lambert, der BHF-Bank und der DiBa zur holländischen ING Group, ursprünglich Internationale Nederlanden Groep – mit 115 000 Beschäftigten. 

In nahezu allen Zeitungen der westlichen Welt waren Ahmadinedschads Worte so verfälscht worden, daß Angst vor dem Manne berechtigt schien.(2)

T:I:S, 19. Januar 2007. Dennoch verfälscht auch die Bank das Zitat, siehe Bundeszentrale für politische Bildung. T:I:S, 5. Februar 2008

Anmerkungen

(1) Charles Robertson und Marc Cliffe: Attacking Iran. The market impact of a surprise Israeli strike on its nuclear facilities. A high impact, if low probability, scenario? 9 January 2007 (Hervorhebung von T:I:S) .pdf-Datei, 24 Seiten 
(2) Zu den weltweit verbreiteten Fälschungen von Zitaten Ahmadinedschads siehe  Arbeiterfotografie und  

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Das Manifest der 25 hat eine umfangreiche Debatte ausgelöst. Reiner Steinweg hat sie für eine Tagung im Evangelischen Johannestift, Berlin, vom 20. bis 22. April 2007 dokumentiert. (.pdf-Datei). 

T:I:S, 30. September 2007

Manifest der 25

Judäophobie mit umgekehrtem Vorzeichen

Gleichzeitig haben tragende Kräfte der deutschen Politik und Gesellschaft die Trauer über das Ungeheuerliche in mehr oder weniger hohle Rituale verflacht und so Einstellungswandel eher behindert als gefördert. Das Ergebnis ist ein problematischer Philosemitismus. Problematisch deshalb, weil die bloße Umkehrung eines starren, gegen die Realität abgeschotteten Feindbildes letztlich nur dasselbe mit umgekehrten Vorzeichen ergibt und ebenfalls gegen die Realität und jedes differenzierte Urteil immunisiert. Theodor W. Adorno hielt in seiner "Dialektik der Aufklärung" fest: "Nicht erst das antisemitische Ticket ist antisemitisch, sondern die Ticketmentalität (vorgestanztes Denken) überhaupt." Zusammen mit dem eingangs erwähnten unausgesprochenen Verbot offener Kritik an israelischen Entscheidungen stärkt der Philosemitismus in Deutschland den Antisemitismus eher als dass er ihn schwächt.

Freundschaft und Kritik.  Warum die "besonderen Beziehungen" zwischen Deutschland und Israel überdacht werden müssen / Das "Manifest der 25". Dazu gehören Johannes M. Becker, Marianne Gronemeyer, Georg Meggle und Werner Ruf.

T:I:S, 15. November 2006

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Wenn dann der nukleare Holocaust losbricht, werden sich manche an den Libanon-Konflikt erinnern und an den anschließenden Iran-Krieg – und alles auf die Juden schieben. 

Jorge Hirsch, Professor für Physik, University of Calfornia, San Diego. Common Dreams 

 

Thomas Immanuel Steinberg 

Judenhaß 

Die meisten jüdischen Israelis unterstützen ihr Militär. Die meisten jüdischen Organisationen der Welt billigen den israelischen Krieg. Der Zentralrat der Juden in Deutschland zum Beispiel, und alle deutschen jüdischen Gemeinden, finden die Bomben auf Libanon berechtigt. 

Für die meisten Menschen auf der Welt, für die meisten Deutschen ist das Anlaß, Jüdinnen und Juden abzulehnen, wenn nicht gar zu hassen, so wie sie US-Amerikaner wegen der Untaten ihrer Regierung und der sie stützenden Mehrheit ablehnen und manchmal sogar hassen. Nur wenige erkennen, daß auch unter jüdischen Israelis solche sind, die gegen die Verbrechen ihrer Landsleute aufstehen; daß auch unter jüdischen Organisationen solche sind, die Eroberung, Besatzung und Zerstörung von Nachbarländern Israels verurteilen; daß auch unter deutschen Juden solche sind, die sich dem Zentralrat entgegenstellen. 

Die wenigen Deutschen, die im Blick behalten, daß Deutsche genauso denkfaul, unbarmherzig und verlogen sind wie israelische Juden, wenn nur ihre Herrschaft zur Bombardierung Jugoslawiens oder zur Intervention am Kongo bläst; die wenigen Menschen, die darauf beharren, daß Klugheit und Anstand keine Frage verwandtschaftlicher Zugehörigkeit sind; diese wenigen stehen mit jüdischen Kriegsgegnern in der gleichen Schußlinie. 

Denn Springer und Spiegel, der grüne Fücks von der Böll-Stiftung und Beckstein, der bayerische Innenminister, erklären für judäophob oder zu jüdischen Selbsthassern genau die wenigen, die gegen die israelischen Bomben auftreten. Die deutsche Minderheit, die daran festhält, daß Juden Menschen sind wie andere auch – genau sie sei antisemitisch. 

Wann je hätte eine herrschende Klasse ihre Gegner infamer verleumdet? 

Die deutsche Mehrheit erlebt zugleich, daß führende Zeitungen und Politiker den israelischen Bombenwerfern und ihren Schützenhelfern im Zentralrat beispringen. Springer, Spiegel, Fücks und Beckstein erklären die Greueltaten der jüdischen Israelis für angemessen – sie prügeln an anti-jüdischem Ressentiment in deutsche Köpfe hinein, was noch nicht drin ist. Sie schüren den Haß, wie keine NPD es je vermag.  

T:I:S, 25. Juli 2006

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Thomas Immanuel Steinberg

Kriegstreiber 

In einer Anzeige in der Jüdischen Allgemeinen vom 1. Juni 2006 bezeichnet der Verein Honestly Concerned den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad als „Volksverhetzer, der wiederholt den Holocaust geleugnet hat, Israel von der Landkarte tilgen will, zur Judenvernichtung aufruft“. (1) 

Tatsächlich hat Ahmadinedschad weder den Holocaust geleugnet, noch erklärt, er wolle Israel von der Landkarte tilgen, noch hat er zur Judenvernichtung aufgerufen. (2) 

Der Verein Honestly Concerned treibt zum Krieg. Die wahrheitswidrigen Behauptungen haben mitunterzeichnet: 

Prof. Dr. h.c. Arno Lustiger, Ralph Giordano, Dr. Michel Friedman, Dr. Wahied Wahdat-Hagh (Iran-Experte – MEMRI), Efraim Zuroff (Simon Wiesenthal Center, Jerusalem), Henryk M. Broder, Prof. Dr. Micha Brumlik, Dr. Hans-Peter Raddatz (Orientalist), RA Albert Meyer, Nasrin Amirsedghi (Publizistin), Bärbel Bohley (Malerin u. Bürgerrechtlerin), Prof. Dr. Michael Wolffsohn, Dr. Daniel Pipes (Middle East Forum), Lutz Sikorski (Grüne Fraktion Frankfurt), Pfn. Annemarie Werner (Vaterunserkirche), Tobias Jaecker (Journalist), Dr. Gudrun Eussner (Journalistin), Morten Friese (Journalist), Seyran Ates (Rechtsanwältin), Hannes Stein (Journalist), Dr. Matthias Küntzel (Publizist), Stadtrat Lothar Klein (ehem. MdEP, Vorsitzender Sächsische Israelfreunde e. V.), Frankfurter Arbeitsgemeinschaft der DIG, Harald Eckert (Israel Heute – Christen an der Seite Israels e.V.), Anetta Kahane (Amadeu Antonio Stiftung), Ghodsi Hejazi, Klaus Faber (Staatssekretär a.D., RA, Potsdam), Dr. Ruth Contreras (Scholars for Peace in the Middle East), Sacha Stawski, Gitta Mohrdieck, Daniel Hofmann – Honestly Concerned e. V., Martin Borowsky (Synodaler der Kirchenprovinz Sachsen, Vorsitzender DIG, AG Erfurt), Johannes Barth (Vorsitzender DIG Arbeitsgemeinschaft Rhein-Neckar), Prof. Dr. Andrei S. Markovits (University of Michigan), Dr. Hermann Kuhn (Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft AG Bremen), Katharina Seewald (DGB Regionsvorsitzende Kassel), Dr. Klaus Thörner (Publizist), Prof. Dr. Heinz Gess (Fachhochschule Bielefeld), Jörg Fischer (Journalist und Autor), Chana Steinwurz (Standpunkte-Pädagogin), Dr. Martin Kloke, Wolfgang M. Nossen (Jüdische Landesgemeinde, Erfurt), Thomas von der Osten-Sacken (Wadi e. V.), Alternatives Jugendzentrum e. V. (Dessau), Steffen Andersch (Projekt gegenPart, Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus, Dessau), Bernd Fechler (Jugendbegegnungsstätte Anne Frank), Margitta Neuwald-Golling (VP European Council of WIZO Federations), Iva Svarcová (Filmregisseurin & Produzentin), ILI – I like Israel e.V., Israelitische Kultusgemeinde München u. Oberbayern, IKG Nürnberg, B'nai B'rith München, DIG München, AmEchad n.r.V., Jüdischer Turn- u. Sportverein Makkabi Deutschland, Zionistische Organisation in Deutschland (Z.O.D.), Frankfurt Loge B'nai B'rith,Wizo Deutschland e. V., Evangelische Marienschwesternschaft, Israelfreunde Hannover, Zionistische Organisation Frankfurt, Jüdischer Jugend- u. Studentenverband Hessen, Förderverein Ehemalige Synagoge in Hemsbach e.V., Freundeskreis Weinheim – Ramat Gan e. V., haGalil e. V., Prozionistische Linke Frankfurt, Redaktion Bahamas, Keren Hayesod Deutschland Vereinigte Israel Aktion e. V., DIG Aachen e. V., German Media Watch, Bündnis gegen Antisemitismus Leipzig. 

T:I:S, 1. Juni 2006 

Anmerkungen 

(1)  WM-Anzeige.pdf 

(2) siehe Arbeiterfotografie: Über die angeblichen Äußerungen des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad, 9.3.2006 (zuletzt erweitert am 9.4.2006) und Knut Mellenthin: Pragmatische Außenpolitik, unerträgliche Propaganda. Der iranische Präsident und die Haltung Teherans zum Staat Israel. Was Ahmadinedschad wirklich sagte und was nicht. junge Welt vom 7. April 2006, Artikel bei Knut Mellenthin 

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Wird Ahmadinedschad ständig falsch zitiert?

Arbeiterfotografie hat die angeblichen Aussagen des iranischen Präsidenten wörtlichen Zitaten aus der New York Times, von CNN und N24 gegenüber gestellt. Kaum zu glauben, aber offenbar wahr: Die judäophoben Aussagen wurden Ahmadinedschad untergeschoben, um uns für den nächsten Krieg reif zu schießen. An vorderster Front der Kriegstreiber steht Paul Spiegel, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.

T:I:S, 10. März 2006

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Helmut Kohl: 

„Zitate völlig aus der Luft gegriffen“

Der Leiter des Büros von Helmut Kohl hat WorldNetDaily mitgeteilt, daß der ehemalige Bundeskanzler die Behauptung einer iranischen Zeitung bestreite, er stimme mit dem iranischen Präsidenten Ahmadinedschad darin überein, daß der Holocaust ein Mythos sei.

Kohl „weist die unterstellten Zitate entschieden zurück“, erklärte Lutz Stroppe in einer Mail. „Die Zitate sind völlig aus der Luft gegriffen und die Meldung ohne jede Basis.“ Stroppe erklärte, er habe von der regierungseigenen farsi-sprachigen Zeitung Jomhouri Islami keine Antwort erhalten.

WorldNetDaily ist eine freiheitlich-demokratische US-amerikanische Internetseite mit großer Leserinnenzahl.

WorldNetDaily/T:I:S, 9. März 2006

Auf eine schriftliche Nachfrage von SteinbergRecherche bei Dr. Helmut Kohl antwortete sein Büroleiter Lutz Strobbe am 14. März 2006 telefonisch, die iranischen Berichte seien "frei erfunden".

T:I:S, 14. März 2006 

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Thomas Immanuel Steinberg

Helmut Kohl soll dem iranischen Präsidenten Ahmadinedschad beigepflichtet haben: Der Holocaust sei ein Mythos.

Iran Focus meldet, der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl habe Geschäftsleuten in Deutschland erzählt, er stimme mit Erklärungen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadineschdad überein: Der Holocaust sei ein Mythos. Das habe die halb-offizielle Tageszeitung Jomhouri Islami am Montag, dem 6. März 2006 berichtet, die auf Farsi erscheint. Iran Focus ist ein westlich orientierter englisch- und französisch-sprachiger Internetauftritt. 

Die regierungseigene Jomhouri Islami behaupte, so Iran Focus, Kohl habe sich bei einem Gala-Diner mit iranischen Hoteliers und Unternehmern für „herzlich einig“ mit Ahmadinedschad erklärt. „Was Ahmadinehdschad über den Holocaust gesagt hat, war in unserer Brust... Seit Jahren wollten wir das sagen, aber wir hatten nicht den Mut, es auszusprechen.“

Bei Mehrnews, so ein farsi-kundiger Leser von SteinbergRecherche, stünde wörtlich: „‚Die Behauptung Achmadi Nedschads über den Holocaust ist auch unsere, die wir seit Jahren in uns verbergen, und nicht den Mut hatten, sie zu äußern.’ So zitiert eine Gruppe persischer Investoren und Hoteliers, die an einem Abendessen Helmut Kohls teilgenommen hatten, den Ex-Kanzler.“ Die Nachrichten-Webseite iranischer Studenten, Sharif News, berichte Gleiches. 

Wohlmeinende Zeitgenossen wollten den iranischen Präsidenten zunächst so verstehen, als meine er, um die – unbezweifelbare – Vernichtung der europäischen Juden sei ein Mythos gesponnen worden. Dieser Interpretation stehen inzwischen zahlreiche weitere Äußerungen Achmadi Nedschads und seiner unmittelbaren Umgebung entgegen; so die, er werde die historische Wahrheit der europäischen Judenvernichtung von einzuberufenden Fachleuten überprüfen lassen. 

SteinbergRecherche konnte Helmut Kohls Telefonnummer nicht herausfinden. Seine Stellungnahme steht aus.

T:I:S, 7. März 2006, 19:37 h

siehe dagegen Helmut Kohl, T:I:S, 9. März 2006

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Ludwig Watzal hat im Freitag zusammengetragen, was über Israel Shamir bekannt ist.

T:I:S, 9. Februar 2006

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Eine lesenswerte Rezension des Buches: „Holz, Klaus: Die Gegenwart des Antisemitismus. Islamische, demokratische und antizionistische Judenfeindschaft. Hamburger Edition, HIS-Verlag 2005“ hat Matthias N. Lorenz verfaßt. 

T:I:S, 27. Januar 2006

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Pierre Stambul

Der Fall Israel Shamir 

... Ebenso wie die Zionisten vermengen die neuen Antisemiten bewußt Juden mit Zionisten und Israelis. Sie tarnen ihren gewöhnlichen Haß mit „Antiisraelismus“ (um einen Begriff von Edgar Morin aufzugreifen), Antiisraelismus, der übrigens meines Erachtens völlig legitim ist. Sie erklären die Zerstörung der palästinensischen Gesellschaft mit einer Perversion im jüdischen Wesen. 

Hinter dieser Strömung steht Israel Shamir. Dieser sowjetische Jude kam zu Ende der Achziger Jahre nach Israel, lebt in Jaffa und ist in der israelischen Friedensbewegung unbekannt. Er hat zunächst gute Texte über alle israelischen Machtmißbräuche geschrieben. Aber die Dinge sind schnell abgeglitten. Für Shamir ist das Problem nicht der Zionismus, es ist das Judentum, mit dem es zu „brechen“ gelte. Shamir ist zum (orthodoxen) Christentum übergetreten, dessen übelste antisemitische Tradition er aufgegriffen hat: Ohne zu lachen behauptet er, die „Protokolle der Weisen von Zion“ seien echt und die Juden hätten Ritualverbrechen an den Christen begangen. Shamir unterhält ausgezeichnete Beziehungen zum deutschen Neo-Nazi Horst Mahler. Ich weiß nicht, ob Shamir ein Agent des FSB oder des Mossad ist, aber wenn er es nicht ist, dann deshalb, weil die Geheimdienste nicht mehr das sind, was sie einmal waren. Dominique Vidal hat einen ausgezeichneten Recherche-Text über Shamir veröffentlicht, der im Internet leicht zu finden ist. (1) 

Das Problem liegt darin, daß Shamir Anhänger hat, namentlich in Frankreich, die sich sagen: Wenn ein Israeli solche Sachen über die Juden sagt, dann stimmen sie erstens, und zweitens dürfen sie gesagt werden. 

In ihrem Dunstkreis finden sich Leute, die viel für die palästinensische Sache getan haben, die aber unter dem Einfluß von Shamir abgeglitten sind. Ich denke da an Marcel Charbonner. Die andere Übersetzerin von Shamir, Maria Pournier, ist eine echte Antisemitin, die sich besonders skandalös gegen antizionistische Aktivistinnen wie Danielle Bleitrach und Olivia Zémor geäußert hat. Die Schweizer Journalistin Silvia Cattori ist immer noch sehr rege dabei, Shamir zu popularisieren...

Auszug aus Antisémitisme : réalité et instrumentalisation; Antisemitismus - Realität und Instrumentalisierung von Pierre Stambul, dem stellvertretender Vorsitzenden der Union Juive Française pour la Paix / UJFP. Der Aufsatz spiegelt bündig die  Position der jüdisch-französischen Friedensorganisation wider. Er endet mit dem Satz: "Jede antisemitische Äußerung stärkt die gegenwärtige Politik israelischer Regierungen."  

Valence, 26. November 2005

Übersetzt von T:I:S, 22. Januar 2006

(1) Der Text ist im Internet nicht zu finden, T:I:S. 

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