Johannes Kandel

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Siehe auch Islamophobie und Religion

Patrick Bahners

Widersagst du dem Absoluten?

Rezension von Johannes Kandels „Islamismus in Deutschland“. Zwischen Panikmache und Naivität. Herder Verlag, Freiburg 2011. 224 S., geb., 14,95 Euro

FAZ, 15. April 2011

Kandel verlangt von den religiösen muslimischen Autoritäten, sie sollten den politischen Islamismus verwerfen. Bahners zeigt, daß Kandel Religiöses mit Politischem durcheinander schmeißt und dabei verkennt, daß sich z.B. die katholische Kirche aus für sie gutem Grunde ebenfalls nie von ihren politischen Fundamentalisten, den Ultramontanen, distanziert hat.

T:I:S, 18. April 2011

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/kandel.htm#Bahners 

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Dem Institut für Medienverantwortung in Erlangen zufolge, ist Dr. Johannes Kandel ein Evangelikaler, 

der bei der Bundeszentrale für politische Bildung unbelegte Antisemitismusvorwürfe verbreiten darf... Sein Einfluss reicht .. bis in die höchsten Kreise der Evangelischen Kirche und war mit bestimmend bei der Formulierung der neuen EKD-Handreichung „Klarheit und gute Nachbarschaft“, die im Vergleich zum Vorgängermodell einen klaren Abgrenzungs- bis Ablehnungston Islam und Muslimen gegenüber auflegt.

Institut für Medienverantwortung, .pdf-Datei, T:I:S, 29. Oktober 2007

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/kandel.htm#Medienverantwortung 

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Thomas Immanuel Steinberg

Doktor Kandels gestammeltes Schweigen

Vor zwei Monaten bat SteinbergRecherche Herrn Dr. Johannes Kandel von der Friedrich-Ebert-Stiftung um Belege für seine Behauptung, das Internet-Portal Muslim-Markt verbreite seit Jahren antidemokratische und antisemitische Positionen. 

Kandel hat die Bitte zunächst übergangen. Er schwieg, ebenso wie seine steuerfinanzierte parteinahe Stiftung und ebenso wie die staatliche Bundeszentrale für politische Bildung, die ihm als Forum dient. Kandel, so war zu schließen, darf stänkern, soll stänkern, ohne Beleg, grundlagenfrei und tatsachenwidrig. 

Inzwischen, er verrät nicht wann, hat Kandel den Text im Internet geändert, und er verschweigt, daß, und vor allem warum er ihn geändert hat. Jetzt steht dort: 

Das Internet-Portal Muslim-Markt verbreitet seit längerer Zeit direkt oder indirekt antizionistische und antiisraelische Propaganda. Experten sehen im aktuellen Antizionismus und bestimmten Formen der Israelkritik einen "sekundären Antisemitismus". (vgl. Benz, Wolfganz: Was ist Antisemitismus?; Broder, Hendrik: Der ewige Antisemit; Verfassungsschutzbericht 2004). Bundeszentrale für politische Bildung - Druckversion Materialien Islam in Deutschland

Johannes Kandel stänkert weiter, und er stänkert im Wind eines kleinen Spaßvogels (1), dessen Namen er falsch buchstabiert. Kandel zielte und zielt, wie das Bundesamt für Verfassungsschutz sachfremd und traditionsbewußt völkisch notiert hat, auf Türkischstämmige: auf Dr. Yavuz Özoguz und Dr. Gürhan Özoguz, die den Muslim-Markt betreiben. (2) Das sind zwei Deutsche mit einem Fehler: Sie setzen den Namen eines Staates in Anführungszeichen, den die Bundesregierung nicht etwa, wie einst die DDR, von der Landkarte, und jetzt aus der Geschichte tilgen will, sondern eines Staates, den die Bundesregierung unter Bruch des Atomwaffensperrvertrags mit atomwaffenfähigen U-Booten beschenkt: Israel. Der Muslim-Markt findet, ein Staat, der keine Verfassung, keine Grenzen und keine klare Staatsbürgerschaftsregelung, dafür aber Mehr- und Minderbürger aufweist, verdiene Anführungszeichen. SteinbergRecherche denkt anders: Israel ist ein Staat, aber ein Staat in außerordentlich schlechter Verfassung.

Wie die Bundesrepublik verfaßt ist, führt Johannes Kandel auch an anderer Stelle im Internet vor: Der Demokratische-Partei-Stiftungs-Mitarbeiter und politische Bildner plädiert  für eine deutsche Leitkultur, sieben Jahre nach Theo Sommer - damals Steilvorlage für die Neue Rechte. Zu verstehen sei unter deutscher Leitkultur nunmehr eine von europäischer Aufklärung geprägte politische Basiskultur. Europäisch soll sie sein, also doch nicht recht deutsch. Oder gerade besonders deutsch, Richtung großdeutsch bis zum Kosovo?  -  Kandel verrät es nicht. Auch verschweigt er, warum Sioux-Indianisches oder Chinesisches die Suppe versalzen würde. Die Aufklärung soll prägen, bürgerliche Bewegungen wie Romantik und Junges Deutschland nicht: Ludwig Tieck, bald 263 Jahre alt,  greift sich an den Kopf bei solcherart Kultur, Heine weint leise über den politischen Bildungsstand.

Wer die Trennung von Staat und Kirche "nicht akzeptieren kann, sollte woanders leben", fabuliert Kandel weiter über unser Land, eines, in dem christliche Kirchen und Staat ineinander verzahnt sind wie kaum sonstwo auf der Welt: Der Staatskirchen- oder Kirchenstaatsdiener hält unsere Verhältnisse für laizistisch. Und mit dem "Geht doch nach drüben, wenn's euch hier nicht paßt" meint er seine Freßfeinde, die Brüder Özoguz. Anders als er kennen sie einen vergleichsweise säkularen Staat: die Türkei.

Die Gebrüder, so Kandel schließlich,  würden sich selber als islamistische Fundamentalisten bezeichnen. Er verbaselt, daß sie das Schmähwort aufgegriffen haben, um es gegen Leute wie ihn zu wenden. Ja, sagen sie,  wir sind ungeheuer islamistische Fundamentalisten, ungeheuer fundamentalistische Islamisten. Und das demonstrieren sie dann, keiner kann sie mißverstehen, an einigen ziemlich banalen Unterschieden zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen. Zum Beispiel sollen Hunde nicht an ihnen herumschnüffeln; sie halten Hunde für unrein, anders als die christlichen oder atheistischen Frauchen und Herrchen. Mein Gott.

Johannes Kandel stänkert, stammelt und verschweigt, und mit ihm die demokratisch-pluralistischen Institutionen. Der Grad ihrer Verrottung läßt sich mit Anführungszeichen nicht mehr wiedergeben.

T:I:S, korrigiert am 14. Mai 2006, 22 Uhr  

(1) Shraga Elam über Henryk Broder: (lacht) Naja, Broder ist ein Einzel-Schreibtischtäter und ein bisschen ein Spaßvogel. Den darf man nicht so wahnsinnig seriös betrachten. Arne Hoffmanns Interview mit Shraga Elam

(2) Auch der Muslim-Markt hat Dr. Johannes Kandel um Stellungnahme gebeten. Seine Bewertung vom 29. April 2006 steht hier. 2005 nahm Hans-Peter Raddatz den Muslim-Markt unter Beschuß.

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/kandel.htm#T 

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Frage an einen Autor der Friedrich-Ebert-Stiftung,  antidemokratische und antisemitische Positionen betreffend

29.03.06 13:05:44 

Herrn
Dr. Johannes Kandel
Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin
per e-Mail an kandelj@fes.de


Sehr geehrter Herr Doktor Kandel,

Sie schreiben in einem Aufsatz unter http://www.bpb.de/popup/popup_druckversion.html?guid=G1RPNN :

Das Internetportal "Muslim-Markt" verbreitet seit Jahren antidemokratische und antisemitische Positionen.

Mich hat die Aussage aufgerüttelt. Vor einiger Zeit habe nämlich ich selbst dem Muslim-Markt ein Interview gewährt, allerdings wegen der Unübersichtlichkeit dieses Internet-Auftritts nicht alle einschlägigen Seiten durchforsten können. Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mir die Belegstellen für diese doch erschreckenden Positionen nennen könnten.

Sollte ich zum gleichen Schluß kommen wie Sie, werde ich selbstverständlich um Löschung meines Interviews im Portal bitten. Ich will aber nicht vorschnell handeln, sondern sicher gehen.

Mit freundlichen Grüßen, Thomas Immanuel Steinberg

Kopie: Dr. Matthias Gockel, Lutherstadt Wittenberg, der mich auf Ihren Aufsatz aufmerksam gemacht hat

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Herr Dr. Kandel antwortete nicht. War die Mail-Anschrift falsch? 

SteinbergRecherche fragte sicherheitshalber zusätzlich bei der Bundeszentrale für politische Bildung an, die Kandels Aufsatz veröffentlicht hat. Die Pressestelle sicherte am 06.04.06 12:17:32 die Weiterleitung der Anfrage an Herrn Dr. Kandel zu. 

Herrn Dr. Kandels Antwort steht aus.

T:I:S, 10. April 2006

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/kandel.htm#Frage 

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