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Thomas Immanuel SteinbergHüben wie drüben:Arbeitszwang und BombenterrorDie erneute
Kür von Bush zum Präsidenten der USA läßt viele Deutsche fragen: Was ist mit
den US-Amerikanern los? Wollen sie zur Arbeit gezwungen werden? Lassen sie sich
gerne schinden und ausplündern? Und: Wünschen sie, daß der Irak zermalmt
wird, der Nahe Osten in Flammen aufgeht – und vielleicht die Welt? Keineswegs.
Die Hälfte nimmt am Pop-Spektakel „Präsidentenkür“ nicht teil, die andere
Hälfte knirscht mit den Zähnen oder redet dummes Zeug. Die US-amerikanische
Masse aber eint: Sie wehrt sich nicht. Die meisten sind feige. Schauen wir
in den Spiegel. Die deutsche
Regierung hat im NATO-Verbund 1999 Restjugoslawien überfallen und zerschlagen.
Merkbar schon während der Vorbereitungen, und zweifelsfrei nach der Besetzung
des Kosovo waren alle Kriegsbegründungen Lüge: das angebliche Massaker von Račak,
Scharpings Hufeisenplan und Fischers Auschwitz II. Im Kosovo hält unser Staat
eine Zone besetzt, gegen alles Recht. Die
Mordbrennerei der US-Regierung im Irak wäre nicht möglich ohne deutsche
Unterstützung und Entlastung. Würden die irakischen Widerstandskämpfer nicht
nur die Besatzer angreifen, sondern auch Deutschland – sie täten es in
Selbstverteidigung. Denn Deutschland ist Kriegspartei auf Seiten der USA. Der
deutschen Beteiligung am Zerschlagen und Besetzen anderer Länder entspricht die
deutsche Innenpolitik. Ausländer werden staatlich diskriminiert, die Armen
tiefer ins Elend gestürzt und die mäßig Verdienenden ausgeplündert. Der eine
Euro pro Beschäftigungsstunde ist Programm: ein Programm zur Demütigung und
Erniedrigung der Ärmsten, zur Einschüchterung aller übrigen. Wie die
US-Regierung, so forciert auch die deutsche Arbeitszwang und Bombenterror. Der
Kanzler wird erneut gekürt werden, der, oder ein anderer, der es genauso
treibt. Was ist mit den US-Amerikanern los? Knapp die Hälfte macht den Wahlzauber nicht mit. Die andern knirschen mit den Zähnen oder reden dummes Zeug. Die Masse wehrt sich nicht, die meisten sind feige. Die da drüben sind nichts Besonderes: Sie sind wie wir. T:I:S, 12. November 2004 *Steinberg Recherche Referent Texte 2008 Texte 2007 Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Suchen Home nach oben
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