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Steinberg Recherche Referent Texte 2007 Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Home Inhalt Thomas Immanuel Steinberg„Ein Propagandaministerium, wie Goebbels“ Die
Kriegs-Lobby und die Antideutschen
Roger Cukierman,
der Vorsitzende des Vertreterrats jüdischer Einrichtungen Frankreichs findet,
daß Scharon „unbedingt ein Propagandaministerium schaffen müsse, wie
Goebbels.“ (1) Französische
Glaubensbrüder von Cukierman sind empört: Die UJFP,
die jüdisch-französische Union für den Frieden, wehrt sich gegen Scharons
zionistische Politik und die Aufforderung seines machiavellistischen Ratgebers.
Die UJFP bemüht sich um Verständigung mit den Palästinensern und allen
Arabern und Muslimen. Sie analysiert die Propagandamethoden ihrer rechten
Gegner; sie tritt auf gegen Diffamierungen ; sie organisiert Debatten zwischen jüdischen
und maghrebinischen jungen Franzosen in den Banlieues von Paris, Lyon und
Marseille; sie unterstützt die Frauen in Schwarz von Jerusalem und arbeitet
Hand in Hand mit dem jüdisch-palästinensichen Alternativen Informationszentrum
(AIC). Deren Senior Michel Warschawski, Sohn eines Straßburger Oberrabiners und
Jerusalemer seit dem 16. Lebensjahr, hat auch in Deutschland Bücher gegen jüdisch-israelische
Kriegspropaganda veröffentlicht. Ein Grundlagentext erschien unter dem Titel: Antizionismus
ist nicht Antisemitismus. In Deutschland
stieß die Kriegs-Lobby Scharons bisher kaum auf Widerstand. Jungle World und
konkret, die Bahamas Redaktion und Honestly
Concerned können verbreiten, jede Gegnerschaft gegen Scharon und
seinen großen Freund Bush sei antisemitisch. Sie sei von Verschwörungsfantasien
beflügelt – und antiamerikanisch. Der publizistische Mainstream von Panorama
bis Zeit stößt häufig ins
gleiche Horn. Das Internetportal Honestly Concerned, angeblich zum Kampf gegen
Judenhaß angetreten, läßt sich von der israelischen Botschaft in Berlin, von
Jeffrey Gedmins Berliner Aspen Institute, von Memri und anderen
Neo-Con-Einrichtungen mit Argumenten für Krieg und Besatzung füttern. Die Kriegs-Lobby
arbeitet überall, in Israel wie in Frankreich, in den USA nach dem gleichen
Muster wie bei uns. 1. Das Amalgam Antizionismus ist
Antisemitismus, heißt es bei den Kriegstreibern. Den Begriff Antisemitismus
haben die Vorläufer der Nazis im 19. Jahrhundert in Europa geschaffen. Als
semitisch wurde ursprünglich und wird immer noch eine Sprachengruppe aus
Arabisch, Hebräisch und einigen anderen vorderasiatisch-afrikanischen Sprachen
bezeichnet. Die Judenhasser bezogen das Wort aber ausschließlich auf Juden und
verstanden es rassistisch. Statt von Antisemitismus, meint Shraga
Elam, sollte daher von Judäophobie (Angst oder Horror vor Juden) gesprochen
werden. Der Zionismus war
eine von Theodor Herzl propagierte völkisch-nationalistische Bewegung zur
Errichtung eines Judenstaats in Palästina. Sie hatte vor dem deutsch-europäischen
Völkermord an den Juden wenige, danach viele Anhänger. Auch Nicht-Juden
vertraten die Vorstellungen des Zionismus, darunter Nazis und die heutigen
christlichen Zionisten bei den Evangelikalen von Jerry Fallwell und Pat
Robertson. Streng orthodoxe
Juden in und außerhalb Israels sind Antizionsten. Matzpen
spaltete sich Ende der Sechziger Jahren von der israelisch kommunistischen
Partei ab und strahlte auf die antizionistische Bewegung in der Welt aus. In
ihrer Nachfolge sind die jüdischen Friedensfreunde in Israel und der Welt heute
ebenfalls Antizionisten. Der belgische Antizionist Michel Collon schreibt über
seine Gegner: Zionist ist, wer die Besatzung Palästinas durch einen
rassistischen Staat gutheißt. Scharons Anhänger
verschmelzen Antizionismus und Judäophobie zu einem scheinbar untrennbaren
Amalgam. Wer Scharon, den Mittäter beim Massaker von Sabra und Schatila, einen
Mörder nenne, die zahllosen Völkerrechtsbrüche Israels anprangere, die Mauer
auf palästinensichem Gebiet Mauer nenne (statt Zaun – was pikanterweise die
Anklage nur verschärfen würde, so Michel Warschawski, weil die
Vernichtungslager der Nazis von Zäunen, nicht Mauern umgeben waren); wer die
Unterstützung der USA und Europas für Israel verurteile, der sei Antizionist
– was häufig der Fall ist – und daher „Antisemit“. Die Behauptung,
Antizionismus sei Antisemitismus oder
Judäophobie, ist falsch und perfide. Sie diffamiert die Kriegsgegner auf der
Welt, sie mißbraucht die entsetzlich verbreitete Judäophobie für ihre mörderischen
Ziele. Einmal implantiert, verursacht das Amalgam aus Judäophobie und
Gegnerschaft gegen die Staats- und Regierungspolitik Israels mehr als nur
Zahnschmerzen, es droht, das erforderliche Immunsystem gegen tatsächliche Judäopobie zu zerrütten. Aus Hilflosigkeit gegen das Amalgam mag mancher mit
der Schulter zucken: „Wenn Verbrechen Verbrechen zu nennen antisemitisch ist,
dann bin ich eben Antisemit.“ 2. Der falsche
Umkehrschluß Judäophobie geht häufig
einher mit Verschwörungsfantasien: Die „Weisen von Zion“ hätten ein
Komplott zu Weltvernichtung geschmiedet, raunt es da. Daraus ziehen Scharons
Propagandisten den Umkehrschluß, Verschwörungsfantasten seien judäophob. Weil
also ein Hund vier Beine hat, ist alles, was vier Beine hat, ein Hund. In einem
Zuge mit dem falschen Umkehrschluß diskreditieren sie alle politischen
Hypothesen und Theorien außerhalb des Mainstreams. „Verschwörungstheorie“
gerät zum Schimpfwort, und die Aufklärung von Verbrechen, an denen möglicherweise
Unterstützer der israelischen Regierungspolitik beteiligt waren, ist blockiert.
3. Angebliche
Biologisierung des Abstrakten Mit seinem Aufsatz
über Nationalsozialismus und Antisemitismus hat Moishe
Postone unter Intellektuellen einigen Anklang gefunden. Postone versuchte
darin, den Völkermord an den Juden als Biologisierung des Kapitalismus zu erklären.
Die europäischen Juden seien der fehlgeleiteten Abwehr gegen die Folgen
abstrakter kapitalistischer Herrschaft zum Opfer gefallen. Zahlreiche Anhänger
dieser These begründen inzwischen in einem gedanklichen Salto Mortale ihre
Zuneigung zum fortgeschrittensten kapitalistischen Land, den USA, mit dem
notwendigen Schutz der Juden in der Welt vor einer Wiederholung des Völkermords.
Aus Linken sind Befürworter der imperialistischen Weltmacht geworden. Sie haben
sich in Deutschland Antideutsche genannt.
4. Das zweite
Amalgam Der israelische
Staat, im Dauerkrieg gegen einen Teil seiner Bewohner und der Nachbarländer,
wird vom US-Staat gestützt. Deshalb, so die bellizistischen Freunde Israels,
sei die US-amerikanische Politik zu unterstützen. Gegner der US-Politik, von
Verschwörungsfantasien getrieben
und von der Biologisierung ansonsten ungreifbarer kapitalistischer Herrschaft
befallen, seien ebenfalls judäophob. Für die These liefern US-amerikanische
Organisationen Schützenhilfe, die sich den Kampf gegen Judäophobie auf die
Fahne geschrieben haben: Die US-amerikanische Anti-Defamation
League prämiierte den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi,
einen ausgewiesenen Judäophoben, als Mann des Jahres. Er habe stets an der Seite
Israels gestanden und die USA bei der Niederwerfung des Irak unterstützt.
So wird aus dem
Einsatz gegen die mörderische US-Politik und Judäophobie ein zweites Amalgam
gebildet. Anti-Amerikanismus - häufig so gekennzeichnet wird allein die
Gegnerschaft zu den Herrschenden in den USA - und Judäophobie seien letztlich
dasselbe. 5.
Assoziationsketten Neben logischen
Sprüngen und Fehlpässen gehört das freie Assoziieren zum Repertoire der
US-Israel-Krieger und ihrer Anhänger. Das hat lächerliche Züge:
Die Kritik an der Musikdudelei des Hamburger Radiosenders Freies
Senderkombinat (FSK) hält ein Antideutscher für Antimerikanismus; das Wort
tschechischen Ursprungs, das sich im uralten „Dudelsack“ wiederfindet,
assoziierte er mit dem Yankee Doodle, einer viel jüngeren US-amerikanischen
Musikgattung. 6. Vergleiche mit den Nazis seien unzulässig. Bush und Scharon dürfen nicht mit Hitler, deren Methoden
nicht mit Nazi-Methoden verglichen werden, fordert
die Kriegs-Lobby. Sie übersieht, daß der Vergleich
Unterscheidung überhaupt erst ermöglicht: Wie weit reichen Guantánamo
und Abu Ghraib an Gestapo-Folterkeller heran? Welches Ausmaß US-amerikanischer
und israelischer Völkerrechtsbrüche stellt den Anschluß des Sudetenlandes und
Österreichs an Nazi-Deutschland in den Schatten? Die Kriegs-Lobby fürchtet,
beim Vergleich könnte ihr das antifaschistische Mäntelchen wegwehen. 7. Der rettende
Spruch vom jüdischen Selbsthaß Jüdinnen und
Juden, die sich gegen die israelische und die mit ihr verbundene
US-amerikanische Regierung stellen, sind Legion - in Israel, in den USA und
anderswo. Sie alle bezeugen: Nichts Ethnisches oder Religiöses trennt die
Gegner von den Anhängern der Kriegspolitik, sondern schlicht die andere
politische Meinung. Um dennoch allen Kriegsgegnern, auch den vielen jüdischen,
Unvernunft zuschreiben zu können, unterstellen ihnen die Kriegsbefürworter
„jüdischen Selbsthaß“. Tatsächlich dürften
Juden unter der Last widerwärtiger Zuschreibungen psychisch zusammen gebrochen
sein und sich selbst zerfleischt haben. Die Bellizisten dichten indes auch
solchen heutigen Juden Selbsthaß an, die sich mit dem Judentum und sogar Israel
als überwiegend jüdischem Land stark identifizieren und ihre Identität als
Kritiker Israels bewußt leben. Diffamierungen,
Provokationen, Übergriffe Die rhetorischen
Finten dienen der Kriegs-Lobby zur Diffamierung der Friedensfreunde, bereiten
Provokationen vor und enden – vorerst – in Übergriffen im akademischen und
kulturellen Raum. Einige Beispiele:
Der Hamburger
Sprachlehrforscher Willis Edmondson
unterschrieb 2003 zusammen mit 124 anderen Wissenschaftlern eine Erklärung: “Es
mag merkwürdig erscheinen, aber viele nationale und europäische Kultur- und
Forschungseinrichtungen - besonders
gemeint sind die, die von der EU und der European Science Foundation
mitfinanziert werden - betrachten Israel als einen europäischen Staat,
wenn es um die Vergabe von Fördermitteln und Aufträgen geht.“ Unter Berufung auf
geltende Demokratie- und Friedensgrundsätze von EU und European Science
Foundation forderten die Unterzeichner: „Wäre es des
nicht an der Zeit, daß sowohl auf der
nationalen wie europäischen Ebene ein Moratorium über jegliche Unterstützung
dieser Art verhängt würde, bis Israel sich an die UN-Resolutionen hält und
ernsthafte Friedensverhandlungen mit den Palästinensern eröffnet, und
zwar entlang der Linie, die in vielen Friedensplänen vorgeschlagen wird,
eingeschlossen den kürzlich von den Saudis und der Arabischen Liga
vorgetragenen.“ Die kleine Berliner Wochenzeitschrift Jungle World gab die entscheidende Passage des Aufrufs verstümmelt wieder und diagnostizierte Judäophobie. Daraufhin betraten einige junge Leute Edmondsons Vorlesung an der Hamburger Universität, breiteten ein Transparent aus, verteilten Flugblätter und behaupteten, der Sprachlehrforscher am Katheder sei Antisemit. Die Leute, sie nannten sich „bad weather - [antifaschistische-gruppe]“, versuchten, den Judäophobie-Vorwurf unter anderem damit zu belegen, daß auch Neo-Nazis und Islamisten zum Boykott Israels aufriefen. Die Protestierer schlossen unter Anspielung auf den Tod von Jürgen Möllemann: „An
die Hamburger Unterzeichner des Aufrufs - wie Edmondson - haben wir keine
Forderung. Wer ein solches Pamphlet unterzeichnet, verdient nicht mehr, noch
ernst genommen zu werden. Vielmehr legen wir den Unterzeichnern nahe, sich statt
mit ‚Weltpolitik’ mit Fallschirmspringen zu beschäftigen.“ Die verbale
Brutalität paarte sich mit konspirativem Gehabe: Die Gruppenmitglieder traten
anonym auf und machten auf Internetbildern ihre Gesichter unkenntlich.
Rolf
Hanisch, Professor an der Universität Hamburg, kündigte für das
Sommersemester 2005 ein Seminar über „Krieg und Frieden in Palästina“ an.
Im Ankündigungstext stellte er unter anderem die Frage, die sich jeder stellt,
der von der Jahrhunderte alten Judendiskriminierung und -verfolgung erfährt: Sind
Juden selbst schuld am Antisemitismus? Die Betreiber der Hamburger
Studienbibliothek, eine Gruppe militanter Antideutscher, verlangte vom Universitätspräsidenten
Jürgen Lüthje die Absetzung des Seminars; Hanischs didaktisch gemeinte Frage
sei judäophob. Die Gruppe erreichte, daß der Präsident sie nicht an der Störung
des Seminars hinderte. Kein Kollege sprang Hanisch bei. Hanisch verlegte sein
Seminar in einen nur den Teilnehmern bekannten Raum. Neben
den „Studienbibliotekaren“ lassen sich inzwischen im Internet auch das erwähnte
Bad Weather und das jüdische Portal Hagalil über Hanischs angebliche Judäophobie aus. Jungle World berichtete im gleichen Sinne: „Als eine Studentin sich für ein Referat zum Thema ‚die Palästina-Politik der USA und die amerikanischen Juden’ meldete, habe Hanisch sie aufgefordert, besonders die Rolle der ‚jüdischen Lobby’ herauszustellen. Darauf habe sie das Seminar verlassen.“ Ein Referat ohne Schwerpunkt auf dem „American Israel Public Affairs Committee, America’s Pro-Israel Lobby“, hätte freilich einfach das Thema verfehlt.
Die Universität Leipzig veranstaltete im Sommersemester 2005 eine Universitäts-Ringvorlesung zum Thema Deutschland – Israel – Palästina. Sie wird im Winter fortgesetzt. Berühmtester Redner war der Linguist und Kriegsgegner Noam Chomsky. Doch die Referenten vertreten ganz unterschiedliche Positionen: einerseits Michael Wolffsohn, Professor für Neuere Geschichte an der Universität der Bundeswehr München, andererseits Uri Avnery, der israelische Friedenskämpfer; einerseits Anis Hamadeh, Islamwissenschaftler aus Hamm, andererseits Abraham Sion, Chairman der Academic Devision der israelischen Likud-Partei. Georg Meggle, Professor für Philosophische Anthropologie und Kognitionswissenschaften, koordiniert die Ringvorlesung in Leipzig. Ein „Leipziger Bündnis gegen Antisemitismus“ marschierte während des Vortrags von Noam Chomsky hinter dem Rednerpult mit einem Banner auf: „Toleranz tötet: Keine Diskussion mit Antizionisten“. Auf Henryk M. Broders Internetseite voller Pöbeleien, Fäkalausdrücken und Mordbilligung sekundierten Ralf Schroeder und Ingo Way mit einem Pamphlet gegen Meggle, gegen die Referenten Ekkehardt Krippendorf, Hajo G. Meyer und Uri Avnery – kurz: gegen alle, die sich dem israelisch-US-amerikanischen Kriegsterror entgegenstellen. Autor Ralf Schroeder ist Mitherausgeber von typoskript.net, Ingo Way steht für die Freunde der Offenen Gesellschaft. Diese Freunde berufen sich auf „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“, Karl Poppers antikommunistischen Ausflug in die Agitation und Propaganda, und auf das ultra-liberale Cato-Institut. Sie haben sich von den pseudo-linken Antideutschen getrennt und propagieren Kapitalismus pur – nutzen aber weiter den Deckmantel des angeblichen Kampfes gegen Judäophobie und Antiamerikanismus.
Bisheriger Höhepunkt ist die Kampagne gegen den unter anderem israelisch finanzierten, vielfach gelobten und preisgekrönten Film „Paradise Now“. Der Film entfaltet die Motive zweier Selbstmordkandidaten vor dem Hintergrund der israelischen Besatzungs- und Vertreibungspolitik. Hüben ein Hausen zwischen Müll, Staub und Demütigung am Kontrollpunkt, drüben rasensprenger-gepflegte Anlagen vor schicken Tel Aviver Wolkenkratzern. Honestly Concerned rennt seit Wochen gegen den Film an, vor allem aber gegen die Bundeszentrale für politische Bildung, die ein Begleitheft erstellt hat. Das Heft enthält zahlreiche Fehler. (2) Angesichts anderer Publikationen der Bundeszentrale, die für die israelische Staatspolitik Partei ergreifen, ist jedoch der Mut zur Veröffentlichung des Heftes hervorzuheben. Der Film, so Honestly Concerned, sympathisiere mit den Attentätern. In Wahrheit verdeutlicht „Paradise Now“ den israelischen Terror gegen die Palästinenser. Er zeigt, daß Selbstmordattentäter Gründe haben für ihre Tat, Gründe, die fehlten, wenn es der israelische Staat nur wollte. Christlicher Zionismus Jenseits des Atlantiks treibt ein Gesinnungsgenosse der Antideutschen den Furor gegen Aufklärung auf die rechtsradikale Spitze. Dennis Prager schreibt in der Los Angeles Times: „Universitäten sind zur vorrangigen Brutstätte der Gesellschaft für Haß auf Israel geworden. Dieser Haß ist oft so stark, daß der College Campus zu einem Paradies für Leute geworden ist, die Antizionismus dazu benutzen, ihren Antisemitismus zu kaschieren. Darüber hinaus ist Antizionismus selber eine Form von Antisemitismus, selbst wenn einige Juden ihn teilen.“ Prager empfielt den Juden, sich von der Universität ab- und den christlichen Zionisten zuzuwenden: „Daß die weltliche Universität schlecht für Juden - und konservative Christen gut für Juden sind, stellt für einen Juden in seinem Leben einen mehr als ausreichenden erkenntnismäßigen Bruch dar. Die Tragödie vom 11. September und der Judenhaß in der islamischen Welt haben die meisten bekennenden Juden in die Lage versetzt, die Welt realistisch zu sehen. Aber Juden, deren gesellschaftspolitische, d.h. linke Identität und Wertewelt sie über ihre jüdische Identität und Wertewelt täuscht, gestehen sich das nicht ein.“ (3) Honestly Concerned und Wadi e.V. Zurück nach Deutschland. Deutsche Lobbyisten für die israelische Regierung haben bei Honestly Concerned und Wadi e.V. Forderungen zur "Bekämpfung des Antisemitismus" veröffentlicht: Politische Handlungen gegen die israelische Staats- und Regierungspolitik sollen ab sofort als antisemitisch gelten. Nicht-Regierungsorganisationen sollen offiziell mit der Überwachung beauftragt werden. Den Aufruf haben rechte Juden und Nicht-Juden aus dem antideutschen Milieu verfaßt. Jüdische und nicht-jüdische Demokraten haben einen Gegenaufruf unterzeichnet, die Dortmunder Erklärung mit dem Titel: Wer die israelische Staats- und Regierungspolitik für tabu erklärt, fördert Haß und Diskriminierung. T:I:S, 26. Oktober 2005
Anmerkungen (1) Der israelischen Tageszeitung Ha’aretz zufolge, zitiert nach Union juive française pour la paix: Les déclarations dangereuses de Roger Cukierman. »Bruns, rouges, verts?« Que veut Cukierman en tenant ces propos? Communiqué de presse du 30 janvier 2003 (2) Ein Korrekturblatt liegt inzwischen bei. (3) When young Jews major in anti-Semitism. LA Times, 9.
Oktober 2005 *Steinberg Recherche Referent Texte 2007 Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Inhalt Home nach oben
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