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Friedrich von Borries

Natürlich ist die Intervention in Afghanistan keine Kunst... Vielleicht ist ihr wesentliches Merkmal, dass sie Kontexte aufbricht, dass sie Grenzen überschreitet. Das ist übrigens das Merkwürdige: Im Kunstkontext finden wir das spannend und gut, im militärischen Kontext macht genau das uns Angst.

Kunst und Kultur, 1/2011

Prof. Dr. Friedrich von Borries läuft nicht nur immer noch frei rum, sondern lehrt weiterhin Designtheorie und kuratorische Praxis an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg.

T:I:S, 15. Oktober 2011

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Selling Israeli Militarism Like Toothpaste

From children's shows to national war drills, a discussion on militarism in Israeli society and gender equality in the army. 

The Real News, Video, elf Minuten, 23. Juni 2011. T:I:S, 24. Juni 2011

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Thomas Immanuel Steinberg

TaranTINA

Im Cinemaxx am Hamburger Dammtor applaudierten die jungen Zuschauerinnen: Quentin Tarantino läßt „Inglourious Basterds“ tröstlich enden. Zwar fahren Hitler und dreihundert andere Böse bei der Premiere eines Durchhaltefilms nur um den Preis zur Hölle, daß die oberste Heeresleitung der Guten ausgerechnet dem sadistischen SS-Offizier Landa das Leben schenkt, und einen gemütlichen Lebensabend obendrein. Aber Brad Pitt, der gute kleine Mann, der unter Einsatz seines Lebens selber Hand an die Nazi-Bande gelegt hat, darf den mächtigen Mauschlern wenigstens einmal in die Suppe spucken. Landas Fahrer wird stilvoll skalpiert, und dem bösen Landa selbst schneidet der Gute mit seinem riesigen Messer ein Hakenkreuz in die Stirn, als Souvenir.

Bei Tarantino geht’s zu wie im richtigen Kino. Die Bösen werden geschlachtet, aber die Welt wird nicht gut. Die Kleinen müssen halt zusehen, wie sie ihr Schäfchen ins Trockene bringen; hier: wie sie’s zumindest dem größten Schwein unter den feindlichen Kämpfern ein wenig heimzahlen. Alles andere wäre kein Kino, keine Werbung für die Welt, wie sie nun einmal ist, kein Argument fürs Einfügen und Durchwursteln. Alles andere wäre Utopie: christlich wär’s, oder sonstwie gläubig, kommunistisch oder einfach Friedensgesäusel.

So ist es. Die Afghanen quälen ihre Frauen, die Hamas feuert Raketen auf Zivilisten, und die Schlitzaugen völkermorden Uiguren. Da Reiche und Staatschefs sich über alle Grenzen hinweg immer wieder einig werden, al-Gaddafi mit Bush, Schröder mit Putin, BP mit China National Petroleum, müssen wir schauen, wo wir bleiben. Wir studieren ein bißchen BWL, praktizieren kurz bei der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und lernen unterhaltsam von Tarantino, wie man Nazis zum Singen bringt. 

Wenn wir dann aber entdecken, daß ein Nazi, ein richtiger Nazi, in einem bestimmten Lokal verschwindet, dann wenigstens ziehen wir uns die Haßkappe über, stürmen mit leerer Glasflasche hinein und polieren dem Würstchen die Fresse. Wie es neulich der Zionisten-Trupp in Berlin gemacht hat, nach Jürgen Elsässers Veranstaltung. Henryk M. Broder, jeder Gewalt abhold, drückte einst – in falschem Deutsch, aber bündig –  den Sachverhalt so aus: Es macht mehr Spaß, Täter statt Opfer zu sein. 

Anders geht’s gar nicht, There Is No Alternative, TINA eben. Die Nazis führten am 30. Januar 1945 im umzingelten La Rochelle den Durchhaltefilm „Kolberg“ auf, und Heinrich George gab die Hauptrolle. Er hatte keine Alternative, wie im richtigen Film.

T:I:S, 27. August 2009

Umjubelt. Quentin Tarantinos Monsterfilm "Inglourious Basterds" in Israel. T:I:S, 20. September 2009

Helmut Dahmer, junge Welt, fand Inglourious Basterds ganz toll. Er arbeitet fürs Feuilleton. Schlimm, das Feuilleton der jungen Welt.

Inglourious Basterds läuft an. Offenbar die zionistische Fantasie, deren Umsetzung längst angelaufen ist, im Gaza-KZ zum Beispiel. Und sich vor unserer Tür im Hundekot suhlt. Mehr davon unter Henryk M. Broder.
T:I:S, im August 2009

Nochmals Inglourious Basterds.  

I had met Tarantino less than 24 hours after I first saw the film. When I came out of the screening room the night before our interview, I was so hopped up on righteous Jewish violence that I was almost ready to settle the West Bank—and possibly the East Bank. But when my blood cooled, I began to think about the morality of kosher porn in the context of current Middle East politics. Some of this was informed by my own experience in the Israeli army, in which I saw my fellow Jewish soldiers do moral things—such as risking their lives to prevent the murder of innocent Jews—as well as immoral things, like beating the hell out of Palestinians because they could. Jeffrey Goldberg.

In diesem Text kommt Quentin Tarantino auch über Folter zu Wort. Er hat nicht verstanden oder leugnet, welchem alleinigen Zweck Folter dient. Er ist entweder blöd oder ein Faschist, am ehesten aber beides. Mehr unter Folter.

Fictional film 'Inglourious Basterds' hyped while true story of revenge hidden. Examiner. Die offenbar wahre Geschichte dahinter in Behind An Eye for An Eye. Revenge, Hate and History von John Sack. Außerdem Rezension von Trevor Lynch

T:I:S, im August 2009

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Thomas Immanuel Steinberg

Das Gretchen und der junge Löwe


Quelle: Wikipedia

Viele Leserinnen von SteinbergRecherche, denke ich 'mal, werden mit dem Bild nichts Rechtes anzufangen wissen. Indes: Das Micky-Maus-Gretchen vorm Mikrophon ist der helle Star am deutschen Schlagerhimmel – Sarah Connor. Ihre Single "From Sarah with Love" belegte schon 2001 den ersten Platz in den deutschen und schweizer Charts. 

Bild verriet, was die Frau so vorhat: Sie will im Oktober 2009 nach Afghanistan. Geruhsamen Urlaub möchte man ihr wünschen; doch halt: Sie wird dienstlich da sein, im Auftrage der Bundeswehr.

"Es soll einfach eine kleine Geste für die Soldatinnen und Soldaten im Krisengebiet sein“, sagt Sarah Connor. „Sie sollen wissen, dass wir in Deutschland an sie denken. Ich bin Pazifistin durch und durch – doch ich bin auch eine Bürgerin dieses Landes, die jetzt die Chance hat, vor Ort etwas zu tun. Und wenn es nur darum geht, dass die Soldatinnen und Soldaten, die dort im Einsatz sind und mit Sicherheit ihre Familien und Freunde zeitweise schrecklich vermissen, für einen Moment ihre Sorgen vergessen. Und mit mir ein wenig Musik genießen können."

Wikipedia meint, Sarah Connor werde es damit Künstlerinnen wie Marlene Dietrich gleich tun. Freilich hat Marlene Dietrich vor Feinden gesungen, den Amis, die das deutsche Feld nicht den Sowjets überlassen wollten. Näher läge daher, Sarah Connor mit Zarah Leander zu vergleichen. Die nämlich war's, die einst dem Rechtsvorgänger der Bundesrepublik, Hitlers Reich, mit Schmelz unter die massenmordenden Arme griff. Auch ist ja die Bundeswehr dabei, die Traditionslinie der Reichswehr mit öffentlichen Gelöbnissen, Tapferkeitskreuzen und Heldengedenkstätten fortzusetzen.

Die tote Zarah hat der putzmunteren Sarah freilich eins voraus: Ihre Lieder waren vor allem Stärkung für die Heimatfront, die bedrängte. (1) Der Pazifistin Connor und der Friedensmacht Bundesrepublik kann doch nicht entgangen sein, daß 70 Prozent unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger zwar die afghanischen Frauen von den Burkas befreit sehen wollen, aber doch nicht die Burkas von den afghanischen Frauen!

Mit Zarah Leanders vermoderter Masche wird Sarah Connor die miese Stimmung in der Heimat kaum kippen können... Rettung winkt aus Deutschlands Staatsräson. Ofer Chatukah, ein heller Star am Mittelmeerhimmel, besingt den jungen Löwen. Wenn der brüllt, kriegen alle Angst. Video, viereinhalb Minuten.

Ofer Chatukahs Refrain geht so:

Hebrew lyrics

Translation

Al tira Yisrael Do not fear, Israel
Ki gur aryeh halo ata for you are a lion's cub
V'aryeh ki yishag And when a lion roars
Mi lo yira? who will not fear?

Mit was für Bildern das Löwengebrüll unterlegt ist: Kämpfer auf vermintem Gebiet, Angehörige, besorgt und dennoch zuversichlich, Gepanzertes in Feindesland, dann wieder der fröhliche Künstler – das muß sich  transponieren lassen. Nur ein paar Stichworte:

- der junge Adler, siehe Bundeswappen - Adlergeschnatter; die Taliban rennen davon - Ralph Giordano in der deutschen Heimat, besorgt - Entwicklungshelfer überreichen verdammt hübschen Afghaninnen einen brennholzsparenden Kochtopf  - Jeep auf Inspektionsfahrt, ernste Gesichter, aber zuversichtlich - das Schütze-Arsch-umjubelte Gretchen in Camp Marmal bei Masar-e Scharif...

Schluß jetzt, ich mach' das schließlich honorarfrei.

T:I:S, 24. Juli 2009

Anmerkung

(1) „In einer Zeit, in der der gesamten Nation so schwere Lasten aufgebürdet werden, ist auch die Unterhaltung staatspolitisch von besonderem Wert." Joseph Goebbels. Zarah Leander sang 1942  „Davon geht die Welt nicht unter“, unmittelbar nach den ersten Flächenbombardements der Alliierten sowie der sowjetischen Gegenoffensive und dem folgenden Winterkrieg um Moskau. Max-Reinhardt-Seminar. Zu Joseph Goebbels als zionistisches Vorbild siehe Ha'aretz    

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Hamburg:

Waffenbrüder zu Besuch

Drei Tage lang strahlte die Sonne, drei Tage lang spazierten Asiaten durch St. Pauli, im weißen Hemd unter großen Mützen. Die "Japan Maritime Self Defense Force" hatte mit ihren Schulschiffen an der Überseebrücke fest gemacht. Der Name der Flotte trifft den Kern: Sie wird sich selbst verteidigen müssen gegen die, die auch aufs Öl und die andern Rohstoffe aus sind. Das wird ein Gemetzel werden. Letztes Mal hinterließ Japan 30 Millionen chinesische Leichen. Zum Vergleich: Deutschland brachte es auf 20 Millionen tote Sowjetmenschen.

Diese Sonnenstrahlen töteten Millionen Menschen: die japanische Kriegsflagge. Foto: tofoto

Bürgermeister und Senat empfingen die Kadetten-Ausbilder im Rathaus, die Bürger ließen sich die Mordgeräte erklären. Man feierte Waffenbrüderschaft. Beide Länder sind reich und kapitalistisch, beide rüsten, beide wollen einen ständigen Sitz im Welt-Sicherheitsrat. 

Man spricht Deutsch. Foto: tofoto

Inzwischen sind die Schiffe wieder weg. Vier  Würgepunkte der Seeschiffart werden die Kadetten noch kennenlernen: Gibraltar, den Bosporus, den Suez-Kanal und die Straße von Malakka. Damit sie begreifen, wofür sie krepieren sollen: für die Tanker-Routen.  

T:I:S, 15. Juli 2005

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